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FuldaerZeitung
!^Anzeiqer für die Stadt Julda und den Landkreis Jutda. Amtliches KrersbKltt.-----
7, Dienstag. 1.Oktober 1929. !ZLMW-sMZL-!
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Vanktrust nnd Politik
König Ludwig HI. und der Krieg
n$t, in der man vor lauter hatten noch kaum dazu kommen wird, sich mit dem einzigen Punkt der Tagesordnung zu beschäftigen, der Reform der Arbeitslosenversiche- rung. Von deutschnationaler Seite wird bereits anqekündigt, daß man eine Aussprache über das Ergebnis der Haager Konferenz beantragen werde: von den Kommunisten erwartet man ebenso eine ganze Reihe von Anträgen aus Erweiterung der Tagesordnung, und schiieh- lich mutz man damit rechnen, datz das Aufsehen erregende Bekanntwerden von VerhandiUngSab- sichten und sogar Verhandlungen mit dem schwedischen Zündholzkönig Evar Kreuzer durch den- deutschvolksparteilichen Wirtschaftsmmlster Dr. Curtius zu allerlei Anfragen an die Regierung Anlatz geben wird. Jedenfalls wird diese erste Sitzung recht bewegt werden können.
gefeHfibaft eingedrückt.
Sind aber, so wird mit Reckt die Frage erpo» den. wirklich nur wirtschaftliche Grunde für diese ungewöhnliche und nirgendwo erwartete W
innerung waren.
Am 20. Februar 1918 beging Ludwig III. das Fest der goldenen Hochzeit. Hierzu war auch der Kaiser nach München gekommen. Kronprinz Rupprecht, der eigens vom Felde heimgefahren war, benutzte die Gelegenheit, um in sehr energischer und fast drastischer Weise dem Kaiser seine
-im Fränkischen Dolksblatt veröffentlicht dessen Schriftleiter, Geistlicher Rat H L e i e r, unter obiger Ueberschrift einen Aufsatz, der allen willkommen sein wird, die gern einmal hinter die Kulisse der Weltgeschichte schauen. Gr enthalt auch die Mahnung, politische Dinge mit klaren Augen zu betrachten und nicht durch kritikloses Nachbeten nolksverderbliche Strömungen zu unterstützen. H. Leier schreibt:
Am Abend des ersten Mobilmachungstages brachte in München eine riesige Volksmenge dem König Ludwig III. eine begeisterte Ovation vor dem Wittelsbacher Palais. Der König nahm dir Huldigung gerne entgegen, sagte aber dann zu seiner Umgebung, die Leute, die jetzt so jubelten, hätten gar keine Ahnung, was für eine entsetzliche Sache ein Krieg sei. Er sürch.e bte Unbeständigkeit der Volksstimmung. Vielleicht werde vom Volk schon morgen das verflucht, was es heute begeistert preise. Diese von der Umgebung des Königs bezeugte Aeutzerung beweist, datz er über dem Taumel der ersten Kriegstage nicht die ruhige Ueberlegung verlor und fast wie ein Prophet die Zukunft voraussah.
In ganz Deutschland wurde alsbald nach Knegs- beginn ein Bild des Königs auf Postkarten, verbreitet mit der Unterschrift: „Viel Feind, viel Ehr". Ludwig III. hatte dieses Wort gesprochen zum eigenen Trost, als die vielen Kriegserklärungen kamen. Es entsprach seiner Stimmung nicht, daß dieses Wort verwendet wurde, um über den entsetzlichen Ernst der Situation hinwegzutäuschen, datz Deutschland in Kriegs- rustand kam mit einer riesigen Ueoerrnachi von
Der Reichstag ist versammelt.
in der man vor lauter GeschaftSordnungsde- sammelt.
V.D. Z. Berlin, 30. Sept. (®tg. Meldet -sm handelspolitischen Ausschuß des Reichstages fand eine listigere vertrauliche Aussprache über den Stand der schwebenden Handelsvertragsverhandlungen
D. Z. Berlin, 30. Sept. (Eig. Meldet Im sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages wurde Montagftüh eine Einigung über das Gesetz zur befristeten Aenderung der Arbeit, losenversicherung nicht erzielt. Insbesondere wurde
wurden.
Mödling wurden bet einem Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Wachleuten 57 Kommunisten festgenommen. Die Mehrzahl der Fell- genommenen wurde nach der Feststellung der Personalien wieder entlassen. In den übrigen Orten, in denen heute Heimwehraufmarsche und Versammlungen stattfanden, kam es zu keinen Zwt- schenfällen. * *
Der Reichskanzler Müller hat an den Bundeskanzler Schober das folgende. Anchiort- telegramm gesandt: „Für die freundlichen Worte, die Sie, Herr Bundeskanzler, bet der Uebernahme der Regierungsgeschäfte der Republik Oesterreich an mich richteten, übermittle ich Ihnen memen besten Dank und verbinde damit die aufrichtigsten Wünsche der Reichsregierung für die zukünftige Amtstätigkeit Ihrer Regierung. Gleich Ihnen hoffen ich und ganz Deutsckland, daß unsere Bezte- Hungen sich immer herzlicher gestalten mochten.
Auf dem HartmarmsrveUerkopf.
Franzosen und Deutsche ehren ihre Gefallenen.
Auf dem Hartmannsweilerkopf wurde am Sonntag ein Gedenkstein und eine Krypta für tue sterblichen Reste der auf dem Hartmannsweilerkops gefallenen nicht identifizierten Front- k Ü m p f e r eingeweiht. Rach den offiziellen Vertretern der verschiedenen Kultusgemeinden Mach General de Pauydraglin, der erklärte:
Wir haben nicht ein stolzes Denkmal kriegerischen Triumpfes, .sondern den ruhmreichen Toten eine ihrer würdigen Ruhestätte und den Ueberle- benben eine Stätte stillen Gedenkens err-chten wollen Ich bitte darum, daß diese Gefühle auch für diejenigen gelten, die auf der anderen Seite kämpften und auch einen Anspruch auf unsere ehrfurchtsvolle Anerkennung haben. Der Feier wohnten z a h l r e i ch e D e u t s ch e bei, die gekommen mären um das Gedenken der am Hartmannsweilerkopf gefallenen deutschen Kämpfer zu ehren.
fenen beiden amerikanischen Delegierten zu dem Zusammentritt dieses Orgamsalionsausschtises am 3. Oktober in Baden-Baden ausstehe, daß die e jedoch keinem Zweifel unterliege. Rach bemjölatte dürfte einer der beiden Delegierten zum Roftitze den der Badener Besprechungen ernannt werden.
Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph erklärt, daß die britischen Delegiertent t Organlsationskomitee für die internationale Zay- lungsbank darauf bringen würben, baß bie b r t • tischen Dominions im Direktorium der Bank vertreten feien, unb es werbe allgemein erwartet, baß zum mindesten Direktorposten für die britischen Dominions abwechselnd besetzt werden würde. Ferner erwarte man, daß drei Direktor en- noften auf Schweden, Holland und bie Schweiz unb ein weiterer auf Oesterreich ober Ungarn entfallen werben. .
Politik vom Tanzlokal.
Blutiger Streit Zwischen Reicksbanner-Leuten und Nationalsozialisten.
rotb. Berlin, 30. Sept. (Eia. Meld.) Heute nacht kam es in der Köpenicker Landhaussiedlung „Wendenschloß" vor einem Tanzlokal zu Ausetn andersetzungen und im Anschluß daran zu eine Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten. Die Nationalsozialisten fluchteten mit der Straßenbahn, an deren Haltestelle es nochmals zu einer Schlägerei tarn. 2wer Unbeteiligte, der Obermaat Mohr von der Matrofen- schule Deutschland und der Schleifer Ordnung, beide aus Köpenick, wurden durch Messerstiche erheblich verletzt. Ordnung mußte nach dem Kre's- krankenhaus geschafft werden. Die Polizei bat m- gesamt 12 Personen, teils Reicksbannerleute, teils Nationalsozialisten, feftaenommen
Zu einem zweiten Zusammenstoß kam es um dief-lbe Zeit am Wilbelmsplatz in Cbarlottenburg zwischen Nationalsozial ist e n .die in Sparn bau ' eine Versammlung abgehalten hatten, unb Kommunisten. Hier konnte die Polizei re^t- zeitig größere Ausschreitungen verhinbern. Sie nahm fünf Personen fest.
nähme ber beiben großen D-Banken richtungge- benl arroefen, unb läßt man sich diese Maßnahme nur ihres wirtschaftlichen Eharakters wegen emen Len gewEgln Batzen Geld kosten, ober aber inb anbere Dinge im Hintergrund?
Wenn man sich nach dieser Richtung hin em kick- ree Bild macken will, so muß man sich v-rgegen wärtiaen. welche Rolle die beiden in tyrage kommenden Banken bisher bei der Begebung von An- leiben des Reiches sowohl als auch der Lander, der Gemeinden, ganz abgesehen von der Belriedigiing des Kapitalbedarfs der Industrie, gespielt haben. Der Einfluß dieser beiden Banken schwankte hin und ber. ie nach dem Objekt, wie es der^ Quells, der Höhe des Kapitalansuchens. fick barstellte. Einmal batte die Deutsche Bank die Führung, das andere Mal lag das Uebergewicht auf Seiten der Diskontogesellschaft. . , k.
Wie die Dinge aber nun heute heben, bat die Deutsche Dank eine geradezu diktatorische Alleinherrschaft auf diesem Gebiete, und was das beispielsweise für die Begebung von Reichsanleihen bedeutet, braucht man sich nur in Erinnerung an früher iemacbte Erfahrungen vor Fuaen zu fuhren Es hat schon des öfteren Beispiele daiur gegeben, daß Großbanken ihre Mitwirkung und Beteiligung bei ber Begebung und Unterbringung solcher «vleiben von ber Befriedigung 'ehr bestimmter Forderungen abhängig mackten. Man muß fick auch daran erinnern, daß gerade bet ben P-rbandlimarn um die Unterbringung der letzten Reichsanleihe sehr einflußreiche Bank- und Fmanz- kreise die Reicksregierung zu verbindlichen Zufa- aen hem glich der Bebandlung aewisssr fmanz- und insbesondere börsenpolitischer Fragen veranla sen wollten Namentlich forderte man damals die Beseitigung der Kapitalertragssteuer und die Ermatzi- gung der Börsengebühren. Man ist damit zwar nicht durchgedrungen, aber bte Forderungen wurden immer wieder angemeldet und die Zentra« lisierunq ber Kapitalw.acht. über bte bte Deutsche Bank jetzt verfügt, wirb ihr bei fommenben Anläßen ein wesentlich stärkeres Gewicht in der Vertretung solcher Forderungen geben, als das bisher
Hier klafft übrigens em großer Widerspruch, denn wenn eine Rationalisierung Zweck haben soll dann muß sie fick in erster Linie auf den Abbau der Betriebsunkosten erstrecken. Das braucht sicher sich nicht gleichbedeutend zu setn Mit dem Verzicht auf bisher beschäftigte Mitarbeiter. Beamte unb Anaeftellte. Aber bei einem solchen Abbau ber Betriebsunkoften fallen bie Aufwendungen für bie hohen unb höchsten Gehälter doch ganz empfindlich ins Gewickt. Bei dem jetzigen Batikztisammen- sckluß hört men aber nickt? davon daß gerade m bieim Positionen, an benen wirklich T'Nwarungen . erzielt werden können, aesvart werben soll. Ganz dos'Gegenteil ist der Fall: Man hat sich»einen Mammut-Verwaltiingsrat und einen Mamimit Anssicktsrat geschallen: keine der beteiligten Ver- söns'ckkeiten braucht darum bemrgt Ui fein, ahne- baut zu werden unb diejenigen, die aus der Führung aiielcheiden. erhalten m die viele Hundert tausende ja Millionen gebende Adfindungeii.
Man läßt fick siirwahr diese Zusammenlegung etwas kosten! Rackst den steuerlichen, mit der Fus- sion verknüpften Gebühren, die nach Lage der Dinge au? mindestens 15—18 Millionen Mark ick belaufen werden, kommen auch noch die für wiche Abfindungen in Betracht fommenben Gelder hinzu, sodaß man den Kostenpunkt dieser Fusion> aus einen Preis fixieren kann, der fick aus der Linie zwischen 30—40 Millionen bewegt. Allerdings wird ein Teil davon, den man wohl auf die .ntmte die- ses eben genannten Betrages be-if ern kann, wohl b.itdi die 3ufammeit>c.una sei Filialen unb die Verwertung der badurch freiwrrdenderi Gebäude unb Grundstücke, lowie durch anderweitige Nutzbarmachung und gegebenenfalls Verkauf des ungemein wertvollen Immobilienbesitzes ber Diskonto-
ein Beschlich des Zentrums.
Die Zentrumsfraition des Reichstegs, die am Sonntag tagte, hat sich in eingehenber Aussprache mit bem gegenwärtigen Stand der Verhandlungen über die Arbeitslosenversicherung ve- schäftigt. Sie sieht keine Veranlassung, von den in Koblenz gefaßten Beschlüsse a b z u g e h en, die den Unterhändlern der fyraftton entgegen a- ders lautenden Meldungen m den letzten Derhand lungen als Grundlage gebient haben.
Sie billigt einmütig bie Bemühungen ihrer Un- terhänbler, eine für alle Regierungsparteien annehmbare Lösung zu finben.
Das Zündholz-Monopol.
Aus Stockholm wirb gemeldet: Ivar Kreuger hat im Zusammenhang mit Gerüchten über Verhandlungen betreffend bas Ku"bholzmonopol in Deutfchlanb ber Schwedischen Telegraphen-Agentt.r aeoenüber geäußert, daß Verhandlungen hierul r früher geführt worden feien, die aber nur oorlaufi- qer Natur gewesen wären. Der letzte Besuch Kreuzers in Deutschland sei nur eine Durchreise gewesen und habe in keinem Zusammenhang mitbenobn erwähnten Verhandlungen gestanden. Kreuger ci bet diesem Besuch mit keinem Mitglied der Reichs regierung zusammengekommen.
der Fall war. f
Man wstß aber auch des weiteren, baß es «ckon seither aerobe seitens ber Bank- unb Fmanzkreise nickt an Versuchen gefehlt hat, um ber ganzen Wirtschaft?- unb Finanzpolitik des Reiches eine bestimmte Orientierung zu geben, ja sogar ben ge- fqmfen Kurs dieser Politik entscheidenb zu beein- flusten. Die Macktsiille. die ein Halbm:lliarbe,i- Karital nunmehr ber Deutschen Bank rannte zu leickt auch eine Verleitung sein zur G'-- f-Abmachung bestimmter Ansprüche, die letzten Ew des auf die Herrschaft ber Wirtschaft über die Politik hinauslaufen würben. Hier heißt es, beizeiten die Augen offen halten, nickt nur um ber Wahrung ber volitischen unb wirtsckaft- licken Autorität ber Relchsregierung willen, wn- bern auch im Hinblick darauf, daß bte .3ufamnien» ballung solcher Riesenkapitalien in einer.Hand auch e-ewnstisk fo---«l" Proi'l.me bezl'astck ber Wahrung ber Interessen ber kleinen unb mittleren Kräfte unseres Volkes in Handel, Gewerbe unb Inbustne, aufwirft.
Die Zahlungsbank.
Nach bem „Petit Parifien« bestätigt es sich nunmehr, baß ber Organisationsausschuß für bie internationale Zahlungsbank am 3. Oktober in Baden-Baben zufammentreten wird.
Der Matin berichtet, daß zurzeit nur noch die Zustimmung der auf der Steife it<6 Europa begrif«
Milch verbuttern, um mit der Butter Wucher- breife zu erzielen. Man nannte ihn „Millibauer und später „Zentrifugenlucki". Man warf ihm auch vor, er lasse alle Lebensmittel aus Bayern „nach Preußen" ausführen, obwohl doch aste deutschen Staaten sich gegenseitig aushelfen mutzten.
Ludwig HI. machte öfters Besuche bei den Soldaten an der Front. Bei den Besuchen der elf äs fisch en Städte und Dörfer freute er sich, datz- ihn die Bevölkerung mit demonstrativer Herz- sichkeit empfing, in der wohl eine Spitze. gegen Preußen lag. Er wurde dadurch bestärkt in feinem Plan, daß nach dem Krieg Elsaß an die Pfalz unb damit an Bayern angegliebert werden solle. Der Plan scheiterte vom Anfang an an bem Widerspruche anderer deutscher Bundesstaaten und wäre wohl auch dann nicht ausgefuhrt worden, wenn der Krieg gewonnen wordenware. Den letzten Besuch machte Ludwig III. im Herbst 1918 an der bulgarischen Front. Man halt: ihn in Unkenntnis gelassen, daß diese Front b ereits reif zum Zusammenbru ch war. Es handelte sich nur um wenige Wochen, daß er selbst mit in das Chaos der sich auflösenden Front hineingezogen worden wäre. Als Kriegsziel bezeichnete Ludwig die Angliederung von Belgien an Deutschland, wenigstens auf wirtschaftlichem Gebiet. Als am 1. Juni 1918 Kronprinz Rupprecht aus dem Felde an Hertnng schrieb, man müsse durch völligen Verzicht auf Belgien zum Frieden kommen, da ärgerte fick der König über diese „Einmischung". Ruppre:-1 wußte aber besser als sein Vater, wie es um Deutschland stand und daß alles verloren war, schon bevor die Oeffentlichkeit dies auch nur ahnte.
Man hat nach dem Kriege gesagt, Ludwig ha.te versuchen müssen, auf ben beutfäfen Kaner rechtzeitig Einfluß zu gewinnen tm ©nm eines früheren Friedensschlusses. Er hat auch mehrere Versuche gemacht, den Kaiser zu vee.n- flusfen. Aber er äußerte immer nachher, m 11 ! „Ihm" sei nichts anzufangen. Es wider» : strebte ihm, einen Konflikt mit bem Äaifer zu i provozieren, um so mehr, at§ bie früheren Son- i flikte mit ihren Folgen noch lebhaft tn feiner Er-
Die Wahrheit seines prophetischen Wortes von der Wandelbarkeit der Volksstimmung mutz e der König schon bald selbst erfahren. Sobald in ben Städten die Lebensmittelschwierigkeiten entstan- den, schlug auch die Stimmung um. Sie richtete sich sofort ganz ohne Grund gegen den König. Dieser selbst und seine Familie hielten sich an bte Lebensmittelvorschriften so strenge, batz bie Kom- enn Therese, als sie krank war und sich hauptsächlich mit Milch ernähren sollte, das notwendige Quantum erst erhielt, als der Arzt -s schnftsich verordnet hatte. Der König gab die Milch aus feinem Gute Leutstetten ohne Gewinn unter den Gestehungskosten an Waisenhäuser und uhnliche Anstalten ab. Daß er sie nicht überhaupt ganz verschenkte, hatte seine Ursache nur dann, weil seine Umgebung mit Rücksicht auf feine Abnei-
Aus Oestereich.
Die Heimwehraufmärfche am Sonntag in ben nieberöfterreickifchen Stabten Mäbling, Stockerau, Zwettl unb Pöchlarn bauerten bis gegen 2 Uyr nachmittags unb verliefen in Ruhe unb Ordnung. Auch ber Abtransvort unb Abmarsch ber Teilnehmer verlief ungestört.
Die Amtlicke Nachrichtenstelle bemerkt zu bem Verlauf der Heimwehraufmärfche: Demnach erscheint bie zuversichtliche Stimmung ber Bevölkerung unb bie eingetretene weitere Beruhigung anläßlich der Uebernahme ber Regierungsgefchaste durch bas Ministerium vollkommen gerechtfertigt.
In Graz freilich gerieten mehrere Angehörige
Don unserem befonberen wirtschaftlichen laae getätigten Zusammenschluß ber JDeutia)en Bank unb ber Diskontogesellschaft auch dahin deu- ten daß mit dieser Aktion eine Verstärkung des Einflusses des Kapitals der Banken und ber Industrie gegenüber ber Pol11.k, iN-ve- sondere der Finanz- und Airtzchaftspolitik der Reicksregicrung, beabsichtigt feie .
Tatsächlich wirb man nicht ganz berartige Erwägungen von ber Hanb weisen können, zumal, wenn man sich daran erinnert, daß es schon ^ruher ost genug Gelegenheiten gab, bei denen man sich oeaen das Verfolgen derartiger Machtanfpruche bestimmter wirtschaftlicher Kreise, in deren fanden sich eine größere Kapitalmacht zufümmenba.lte, CienfntanIhaftunter anderem diesen setzt getätigten Zusammenschluß mit ber Begrünbung plausibel zu macken versucht, baß er unter b^m Zwang nach- gerade unerträglich werdender Steuer- und L.O- ziallasten erfolgt sei unb das mit dieser Trans aftion in weiterer Form eine Ersparung ste^r- sicher Abgaben, wie überhaupt ^,"^sicher Gebuh ren bezweckt werde. Ganz stark, ohne baß das freilich öffentlich gesagt wirb, werd-n die s°Lia- l^n Lasten abgebaut, wenn man ve.nimmt, datz mehrere Tansenb Angestellte ber beiden Bankun- teriiehmuiigen-nunm.br brotlos werben, unb menn man sich dabei vergegenwärtigt, daß es sich ini der Hauptsache um ältere Kräfte handel , die n.rhci- ratet sind und über zahlreiche Familienmitglieder
des Heimatschutzes unb des republikanischen Schutzbundes in Streit, dabei wurden ein Heimaischutz- ler unb ein Schutzbünbler verletzt. Auch in Stocke- rau kam es beim Abmarsch ber Verfamnilungs- Teilnehmer zu einem Zusammenstoß bet einem ®e- meinbeneubau, ben bie Heimwehrbemonstranten wegen einer Provokation burch einen Bewohner dieses Hauses stürmen wollten. Bei bieser Ge- leaenheit fiel auch von bisher unbekannter Seite ein Schuß durch ben ein sozialistischer Wehrturner verletzt würbe. Ein Genbarmerleaufgebot, bas halb zur Stelle war, konnte bte Örbnung roieber» Herstellen. In bem gleichen Orte kam es zu einem Zusammenstoß zwischen abziehenben Heimwehrleu- ten unb ber Stockerauer Bevölkerung, -in dessen Verlauf sich eine regelrechte Prügelei entwickelte, wobei bie Heimwehrleute ziemlich arg verprügelt