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auswachsen könnten. Er habe den Eindruck, daß diese Führer, wie sie das heutige Deutschland brauche, vorhanden seien. Er sei, so sagte Höpker- Aschvff zum Schluß, ein Anhänger des Parlamen­tarismus. Er stehe aber andererseits auf dem Standpunkte, daß jeder Parlamentarismus zweck­los fei, wenn keine Führernaturen ge­boren würden und die Städteverfassung müsse die Möglichkeit geben, daß der Oberbürgermeister oder Bürgermeister gegen den Beschluß einer Stadtverordnetenversammlung seine richtige Mei­nung zur Durchführung bringen könnte, wenn er auch dafür seinen Po st en preisgeben müsse. Höpker-Aschoff schloß seine Rede mit dem Wunsche, daß der Deutsche Städtetag als verant- wortungs- und führungsbewußte Organisation auch weiterhin im politischen Leben ein Vorbild sein werde.

Oberbürgermeister Dr. B l ü h e r - Dresden gab in einer launigen Ansprache seinem Dank Ausdruck für den freundlichen Empfang und machte die Mit­teilung, daß der Deutsche Städtetag für 1930 nach Dresden eingeladen fei.

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— Wisselsrod. Dieser Tage feierte der Auszüger Wilhelm Möglich sein 40jähriges Dienstjubi- läum als Gemeinderechner. Aus diesem Anlaß wur­den ihm von feiten der Gemeinde und des Landrats Frhr. v. Gagern Ehrungen zuteil. Mögen dem Ju­bilar noch viele Jahre beschieden sein.

— Schmalnau. Man schreibt uns: Der Männer­aesangverein „Frohsinn", Mitglied des Deutschen Sängerbundes durch den Fulda-Rhön-vänger-Gau, hat beschlossen, im kommenden Jahre am 7., 8. und 9. Juni (Pfingsten) seinen 2. nationalen Sängerwettstreit ab­zuhalten. Der Verein bittet die werten Gesangvereine von nah und fern, dieses Fest t berücksichtigen und in ihr Programm einzufügen. ( mlnau wird den Gä­sten einen herzlichen Empfang sowie gute Unterkunft und Verpflegung bereiten. Für eine einwandfreie Durch-

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führung des Wettstreites bürgt die durch die Teilnahme an vielen Wettstreiten erworbene Erfahrung des Ver­eins.

— Gersfeld. Nach der Kur- und Fremdenliste vom 27. September waren hier seit Mitte Juni 2841 Fi emd» gemeldet.

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Vor dem Großen Schöffengericht hatte sich gestern der seit drei Monaten in Untersuchungs­haft sitzende 53jährige Landwirt F. W. von Ober- ibimdach wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu verantworten. Am 26. Juni d. I. morgens gegen 7 Uhr stand plötzlich das Dach der W.'sehen Scheune tn Flammen. Glücklicherweise gelang es, eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhin­dern. Sofort tauchte die Vermutung auf, daß hier Brandstiftung vorliegen müßte. Erst einige Tage später bequemte sich W. dem Polizeibeamten und dem Untersuchungsrichter ein Geständnis abzu­legen. Auch in der gestrigen Hauptverhandlung machte W. zunächst allerlei Einwände, bevor er seine Tat eingestand mit der Begründung, daß

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oaß die Parteien, so heftig sie sich auch bekämpften, in ihrer kommunalen Arbeit im Gemeindeparla­ment das gleiche Ziel haben müßten, nämlich: Das Wohl der örtlichen Gemeinschaft und damit auch das Wohl des ganzen Volkes.

Oberbürgermeister Weiß- Ludwigshafen gab seiner Freude über di« bevorstehende Befreiung des besetzten Gebietes Ausdruck. Stadtv. Dr. F a l k - Köln betonte im Namen der demokratischen Gruppe, daß der Uoungplan nur dann von erträg­licher Wirkung sein könne, wenn das Wirtschafts­leben sich frei entfalten dürfe. Als nächste Aufgabe sei die Herstellung eines besseren Verhältnisses von Großstadt und Landkreis anzusehen. Justizrat M ö n n i g-Köln sprach für die Zentrumsgruppe des Städtetages. Zum Schluß wurden zwei Ent­schließungen angenommen:

a) zur Frage der Finanzreform: sie verlangt Neugestaltung des Steuersystems und eine endgültige Ordnung des Finanzausgleichs, strenge Sparsamkeit in der öffentlichen Verwaltung, die Befugnis für die Gemeinden, weiter an den An­leihemarkt heranzutreten und von Reich nud Län- dern, daß sie den Kommunen nicht neue Aufgaben ohne gleichzeitige Bereitstellung der erforderlichen Deckung übertragen. Vom Finanzausgleich wird Eröffnung ausreichender Einnahmequellen für die Städte verlangt und erhöhte Beteiligung an der Einkommensteuer. Betont wird die Notwendigkeit der Gewerbesteuer, die allerdings organisch umzu­gestalten sei. Der Ausbau der Getränkesteuer wird für unerläßlich erklärt;

b) zur Frage des Ausbaues derSelbst Verwaltung: Ausgangspunkt der inneren Re form in Reich und Ländern sei der Ausbau der ge meindlichen Selbstverwaltung, die zur verstärkten Mitwirkung der Bürgerschaft in klarer Abgrenzung der Verantwortlichkeit der städtischen Organe und praktischer Verwaltungsvereinfachung bestehen muß. Von der Reichsregierung und den Landes­regierungen wird erwartet, daß sie sich die Gesichts­punkte zu eigen machen, die der Vorstand des des Städtetages in dem Entwurf einer Reichsstädte- ordnung festgelegt hat.

Gelegentlich des Empfangs des Städtetages durch die Stadt Frankfurt a. M. im Palmengarten sprach u. a. der preußische Finanzminister Dr. Höpker- Aschoff: Unser Verhängnis ist, daß in der heu­tigen Zeit, in einer Zeit schweren Bedrängnis für das deutsche Volk, die Staatsform und das Staats­symbol noch nicht genügend beachtet werden und daß die innere Zerrissenheit immer noch zu groß ist. Als ich aber heute früh Ihrer Sitzung beiwohnen konnte, habe ich aus der Ge­schlossenheit ihrer Tagung doch die Hoffnung auf eine Besserung in der Zukunft gewonnen, in der die Grundform unseres Staatswesens als eine Selbstverständlichkeit hingenommen wird. Der Redner führte in diesem Zusammenhang die politische Lage in England an, wo z. B., wie et ge­hört habe, bei der Verlesung der Thron­rede die Führer der Parteien s i ch d i e Hände reichten und der gemeinsame Wille zum Staat ausschlaggebend sei. Er glaube nicht, daß es in Deutschland möglich fein würde, daß sich z. B. Breitscheid und Hugenberg die Hände reichten, um auch nurfüreinenAugenblick alle politischen Gegensätze zu überwinden und zu vergessen. Was die Reichsstädteordnung anbetreffe, so sei es nach seiner Meinung ziemlich gleich- g ü l t i g, ob die Form einer Städteverfassung eine Magistrats- oder eine Bürgermeistereiordnung sei. I e d e Form einer Städteordnung müsse die Möglichkeit schaffen, daß der Oberbürgermeister oder der Bürgermeister innerhalb der Stadt die Führung behalte und daß Führer aus ihr her-

kreislag in Schlüchtern.

— Schlüchtern. Auf Samstag, den 5. Oft, morgens 8 Uhr, ist eine Kreistagssitzung nach Schlüch­tern anberaumt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Zustimmung zur Maßgabengenehmigung des neuen Kreissparkassen-Statuts. 2. Anderweitige Ein­gruppierung der Kreisfürsorgerin. 3. Neuabgrenzung von Schiedsmannsbezirken infolge Auflösung der Guts­bezirke. 4. Bestellung von Sachverständigen zur Ab­schätzung des Wertes der von der Kreissparkasse zu be­leihenden Grundstücke. Der Kreisausschuß schlägt vor, die jewiligen Ortsschätzer zu bestellen. 5. Haushaltsplan der Kreissparkasse für 1930. 6. Vornahme von Pflaste- rungen auf: a) dem Landweg Schlüchtern—Elm—Hut- ten bezw. Elm—Gundheim, innerhalb der Ortslage Elm,

die alte Scheune und der Pferdestall abbrennen sollten. Festgestellt wurde ferner, daß sich W. in großer wirtschaftlicher Not befindet und daß über sein Besitztum inzwischen das Zwangsver­steigerungsverfahren eingeleitet worden ist. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht darauf, daß angeblich die Bra ndftiftungen im Ful­daer Bezirk stetig zunehmen und W. den Brand vorsätzlich in betrügerischer Absicht angelegt habe, drei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. Das Große Schöffengericht bil­ligte dem Angeklagten in weitestem Maße mil­dernde Umstände zu und verurteilte ihn we­gen vorsätzlicher Brandstiftung zu einem Jahr Gefängnis bei Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde sofort aufgehoben. — Der jetzt arbeitslose frühere Reisende B. Sch. in Gers­feld war 1928 Reisender bei einer Gersfelder Firma. In dieser Eigenschaft kassierte er fort­gesetzt ohne Genehmigung der Firma Gelder in Höhe von zirka 1800 Mark ein. Von diesen Gel­dern verbrauchte er einen Teil für sich. Außerdem machte sich Sch. des Betrugs schuldig, da er sich durch eine Liste mit fingierten Namen mehr Pro­vision verschaffte. Die geschädigte Firma ist durch eine Sicherheitshypothek fast gedeckt. Wegen fort­gesetzten Betrugs in Verbindung mit Unterschla­gung erhielt der Angeklagte vor dem Kleinen Schöffengericht 1 Monat Gefängnis. — Der 22jäh- rige Oberkanonier F. W. von der 3. Abteilung des A.-R. 5 hatte von einer Ulmer Firma mili- tärifche Bekleidungsstücke im Werte von 121 Mk. bezogen. Trotz wiederholten Mahnungen leistete W. keine Zahlung. Nun wandte sich die Firma an die Batterie. Bei seiner Vernehmung durch den Batteriechef erklärte W., daß nicht er, sondern ein Unterwachtmeister die Sachen bestellt habe. Dies stellte sich sofort als unwahr heraus. Das Kleine Schöffengericht verurteilte W. wegen ver­leumderischer Beleidigung zu einer Woche ver­schärften Arrest. — Am 26. Mai d. I. stieß das Motorrad des Schreiners B. W. von Dipperz in der Kreuzung Buseck-Brauhausstraße mit dem hiesigen Sanitätsauto zusammen. Durch den Zu­sammenstoß wurde eine auf dem Soziussitz des Motorrades mitfahrende Kontoristin leicht verletzt. Die Schuld an dem Zusammenstoß traf den Motor-

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