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Frauenversammlung
Sonntag, oen 29. September 1929
Fuldaer Aeitnng (Amtliches Lrelsblott.)
Ilr. 226
Das Gesallenen-Mal der Ilelscher-Znnung Julda
Mitarbeit erwartet.
I. A.: Elisabeth Lühn.
Haben Sie
Fußbeden?
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den Rücktritt des Herrn Arnd eins unbesetzt. Die vier übrigen Magistratsmitglieder des Zentrums sind noch Joseph Fritz, Dr. Kramer, K. Schmitt und K. Sunkel. Auch Prof. Fleck von den Deutschrm- tionalen gehört seit 1919 dem Magistrat an. Seit 1924 sind die Demokraten durch Krankenkassenkontrolleur Rühl, die Sozialdemokraten durch Kaufmann Katzenstein und die Bürgerpartei durch Ingenieur Fr. Witzler vertreten.
Auch der 17. November wird nicht ohne Einwirkung auf die Zusammensetzung der Städtischen Körperschaften vorübergehen.
Am morgigen Sonntag, vormittags 11 Uhr, wird das von der Fuldaer Fleischerinnung im Vorgarten des Schlachthofes errichtete Gedächtnis- mal für die im Weltkrieg Gefallenen der Fleischer-
Trompeterkorps des 5. Artillerierregiments und ein gemischter Chor, bestehend aus dem Damen« Singekränzchen und der Sängerrunde der Fleischerinnung mit. Die Weiherede hält Oberbürgermeister Dr. Antoni. Ferner spricht Obermeister Franz Kramer, der das Denkmal an die Stadt Fulda übergibt. Es folgen Kranzniederlegungen der Angehörigen der Gefallenen.
Das Denkmal hat auf der Innenseite der Schlachthofmauer in der Achse der Haupthalle des Schlachthofes einen sehr geeigneten Standplatz gefunden. Es zeigt würdige Formen, die bei aller Schlichtheit doch in ihrer Monumentalität der Tatsache gerecht werden, daß hier für die kommenden Zeiten das Gedächtnis an 26 im Weltkrieg gefallene Angehörige des Fuldaer Fleischergewerbes, darunter drei Meister und acht Meistersöhne, wach gehalten werden soll. Das Denkmal, dessen Bild wir hier zeigen, ist von der Fuldaer Firma Gebr. Fleck entworfen und ausgeführt. Das Mal >st aus Treffurter Muschelkalk gefertigt und umschlistzt eine Tafel aus schwarzem Marmor, die in goldenen Lettern die Namen und den Todestag der Gefallenen verzeichnet. Ein Rasenplatz liegt vor dem Denkmal. Für die Weihefeier ist eine würdige gärtnerische Umrahmung der angrenzenden Mauerteile geschaffen, die künftig als Daueranlage ausgebildet werden soll. Die Schöpfung als Ganzes ist ein neuer Beweis für die innige Verbun- denhet, die vaterländische Gesinnung und die Pflege der Pietät gegen die für ihr Volk gestorbenen Berufsgenossen, die in der Fuldaer Fleischerinnung lebendig sind.
Innung Fulda feierlich enthüllt. Der Feier voraus geht um %10 Uhr in der Hospitalkirche ein Gedächtnis-Amt. Bei der Weihefeier wirkt das
Die Frauen aller Berufe, die nach ihrer Weltanschauung dem Zentrum angehören, werden auf
Dientfaa, den 1. Oktober, abends 8?5 Uhr
zu einer Versammlung in die Harmonie eingeladen.
Es gilt sich über die Neuorganisation der Zentrumspartei und die bevorstehenden Kommunalwahlen zu unterrichten und einen neuen Frauenbeirat zu wählen.
Wegen der Wichtigkeit dieser Versammlung wird zaslreicher Besuch und rege
NOBEL
WOHN UNGS EINRICHTUN GEN KÜCHEN - KLEINMÖBEL «HEB POLSTERWAREN—LINOLEUM
31 Mandate in der im'Jahre 1924 ge- I mfihlten Stadverordneten-Dersannnlung, deren Mnblxeit am 17. November dieses Jahres zu Epde waren aus 9 Wahlvorschlägen her- nnraeaanqen. Es waren gewählt vorn Zentrum Stadtverordnete, von den Deutschnationalen 2, nnn der Deutschen Volkspartei 1, von den Demo- I traten 1, von den Kriegsbeschädigten 1, von den I NSlküchen 1, von der Bürgerpartei 4, von den So- I »ialdemokraten 3 und von den Kommunisten 2 Stadtverordnete. Bei der e r st e n Wahl nach der I Neuordnung, die am 1. März 1919 stattfand, wa-
„ n u r 5 Wahl Vorschlägen eingereicht ge- I wesen. Damals erzielte von den 36 Mandaten das I Zentrum 20 Mandate. Der Deutschnalionalen Par- I fei gehörten an 3 Stadtverordnete. Von den De- I mokraten waren in der ersten Nachkriegs-Stadt- I oerordnetenversammlung 5 Stadtverordnete. So- I zialdemokaten waren damals gleichfalls 5 gewählt. I Außerdem gab es 1919 einen Wahlvorschlag Hering, I in dem Kriegsbeschädigte und Handlungsgehilfen I vereinigt waren, der 3 Mandate erzielt hatte.
Vom Zentrum gehörten der Stadtverordne- I ten-Versammlung, die im Jahre 1919 gewählt I wurde, an: Stadtverordneten-Vorsteher Justizrat I Rang, ferner Hofbäckermeister ©immer (f), Ma- I fchinist Axt, Angestellter Barnickel, Lehrerin Sophie I Braun (t), Fabrikdirektor Dux (f), Fabrikbesitzer I Eickenscheidt (ff), Volksvereinssekretär Frank, Schrei- I nermeisters-Ehefrau Hunold, Zahntechniker Joseph I Kapp Cf), Postsekretär Kuba, Mechaniker Neidert, I Heizer Reith (+), Weingroßhändler Ed. Schmitt, I Lehrer Peter Schmitt, Fabrikant Ant. Schwarz (t), I Metzgermeister Karl Sunkel, Prof. Dr. Thielemann, I Studienrat Otto Vollmer (t), Rechnungsrat Aug. I Wohlgemuth (f). Die deutsch nationalen I Vertreter waren: Studienrat Fleck, Spengler Gg. I Stamm, Kaufmann Alfred Zirkenbach; auf d e m o- I kratischem Standpunkt standen: Schreiner a.B. I Rühl, Dr. Büttner, Lehrerin Grippentrog, Bank- I direktor Bacharach, Maurermeister Hautumm (t). I Von den Sozialdemokraten waren ge- I wählt: Eisenbahn-Assistent Balthasar Mihm, Schrei- I nermeisters-Ehefrau Bernhardt, Sattler a. B. Jos. Kind, Malermeister Krönung, Architekt Bechthold. Von der L i st e H e r i n g waren in das Stadtpar- lament enffandt: Werkführer Hering, Bürovorsteher Justus Ebert, Kaufmann Stickelbrucks.
Der Stadtverordneten-Versammlung, deren Dahlzeit in den nächsten Wochen zu Ende geht, gehören heute an: vom Zentrum der Stadtverordneten-Vorsteher Rechtsanwalt und Notar Schultheiß; dann Stadt-Angestellter Frank, Schreiner- meisters-Chesrau Hunold, Weingroßhändler Eduard Schmitt. Konrektor Peter Schmitt, Domkapitular Prof. Dr. Thielemann. Diese 5 Stadtverordneten waren auch in 1919 gewählt. Die weiteren Stadtverordneten aus der Zentrumsfraktion find: Fabrikant Keil, Gewerkschaftssekretär Stahl, Rechnungsdirektor a. D. Wohlgemuth, Lokomotivführer Weißmüller, Kaufmann Walter Plappert. Küfer Diegelmami, Fabrikbesitzer Richard M. Schmitt, Metzgermeister und Gastwirt Ferdinand Schmitt, Schlossermeister Ruppel und Bankvorstand Franz Enders. Als Vertreter der Deutschnationalen sind tätig: Syndikus Dr. Weymar und Kaufmann Zirkenbach. Von der Deutschen Volkspartei war Kaufmann Erich Großenbach gewählt, der allerdings schon seit vielen Monaten infolge auswärtiger Tätigkeit kaum noch an den Arbeiten der Gemeindevertretung teilgenommen hat. Der demokratische Vertreter ist Rechtsanwalt Dr. Büttner. Von den Kriegsbeschädigten ist Kreissparkas- sen-Angestellter Heidt gewählt, der als Hospitant der Zentrumsfraktion beigetreten ist. Die Bürgerpartei ist vertreten durch Ingenieur I. Stein, Kaufmann Alster, Bautechniker Hofmann, Sorgte» 6er A. Brockmeier. Die sozialdemokratischen Vertreter sind: Vorsattler I. Kind, Heinrich Zellhan und Packer A. Scbmied. Auf kommunistischem Boden steht Anton Krimm. Der gleichfalls auf kommunistischer Liste gewählte I. Pappert ist seit längerer Zeit fraktionslos. Nationalsozialist ist Schlachthof-Tierarzt Rhode, der vor einiger Zeit das Mandat des von hier verzogenen Finanzamts- Beamten Barner übernommen hat.
Interessant ist auch ein Rückblick auf die Ent- vicklung der Zusammensetzung des M a g i st r a t s, der von den Stadtverordneten jeweils nach einer Neuwahl gleichfalls neu gewählt werden muß. Vor der Neuwahl im Jahre 1919 gehörten dem Magistrat zuletzt als ehrenamtliche Mitglieder an: Kaufmann Karl Arnd, Zimmermeister Fritz, Bank- direktor Goebel, Rentner Karl Kramer, Gasthofbesitzer F. A. Müller, Fabrikbesitzer Richard Schmitt, Sanitätsrat Dr. Schulte, Studienrat Fleck. Nach der Neuwahl des Magistrats ant 7. Oktober 1919 gehörten dem Magistrat an vom' Zentrum: Kaufmann Karl Arnd, Zimmermeister Fritz, Bankdirektor Otto Goebel, Kaufmann Koehler (der am 8. 3. 1920 durch Metzgermeister Sunkel ersetzt wurde!, Schriftleiter Dr. Kramer, Gewerkschaftssekretär K. Schmitt. Vertreter der Deutschnationalen war Studienrat Fleck, der Demokraten Karl Laux, der Sozialdemokraten Balthasar Mihm. Zurzeit ist von den 5 Magistratsmandaten des Zentrums durch
Rufen Sie Nr. 284 an!
Brähler 6 Wächter, Fulda (Inh.: H. Nüchter) — Im Friedhofsgäßchen
Fugenlose Steinholz- und Estrichböden.
Anser Oktober-Feuilleton!
Eine fesselnde Unterhaltung bringen wir unseren Lesern in der spannenden Erzählung
Ein sturmbewegtes Leben"
von Peter Selig-Fulda, dessen Abdruck 'N diesen Tagen beginnt. Der Verfasser erzählt darin die außerordentlich abenteuerlichen Lebensschick- sale eines Jugendfreundes, der durch ungmckuche Umstände als Jüngling von Fulda in die weite Welt hinausgetrieben wurde.
Recht genußreiche Stunden hoffen wir unseren werten Leserinnen auch mit unserem nächsten Roman ..... _ „ „
„Das Vermächtnis Gottfried Hallers
von M. W. Sophar zu bereiten, dessen Veröi- fentlichung ebenfalls noch im Monat Oktober beginnen wird. Den Ausgangspunkt der vielfachen Geschehnisse des Romans bilden rätselhafte Testamentsbestimmungen, die der Laune eines weltfremden Einsiedlers entsprungen zu sein scheinen uni) durch die ein armes unscheinbares Mädchen auf kaum jemals erträumte Höhen gesellschaftlicher Geltung und Besitzes gehoben wird.
In unserer wöchentlichen Unterhaltungsbeilage erscheint mit der übernachten Ausgabe ein außerordentlich
fesselnder Kriminalroman,
der die Leser bis zum Schluß in Spannung halten wird.
kannt. An der Spitze des gesamten Rhönklubs, um den er sich vor allem große Verdienste erworben hat, steht er seit 1913. Ad muitos annos!
Gelder für den Mittelstand.
Wie wir von der Landesleihbank Fulda erfahren, hält diese einen größeren Betrag zur Ausleihung an Handels- und Gewerbetreibend: Mittelstandskredite) bereit. Die Hingabe der Kredite erfolgt nur gegen hypothekarische Sicherheit nach mündelsicheren Grundsätzen.
12 ANmiten-Auslands-Telephonate.
Das Reichspostministerium hat der „B. Z." zufolge verfügt, daß vom 1. Oktober an Privatgespräche im Auslandsverkehr erst nach 12 Minuten von den Telephonämtern getrennt werden dürfen. Bisher war die Frist nur 6 Minuten.
Falsche Gerüchte über Mietserhöhung rn Preußen.
Zu den in der Presse erschienenen Nachrichten über eine angeblich bevorstehende Mietserhöhung erfährt der Amtliche Preußische Pressedienst aus dem Mmisterium für Volkswohlfahrt, daß Br- sprechungen in dieser Hinsicht zwischen den maßgeblichen Stellen nicht stattgefunden haben.
Ungesunder Andrang zur Hochschule.
Nach einer Zusammenfassung der Zählungsergebnisse für das letzte Studiensemester in der „Statistischen Korrespondenz" ist auf den schnellen Aufstieg des akademischen Studiums, den die Inflationszeit brachte und auf den ebenso rapiden Absturz nach der Markstabilisierung eine Periode langsameren, aber stetigen Wachstums gefolgt. Der Vergleich der Gegenwart mit der Vorkriegszeit unter Berücksichtigung des veränderten Altersaufbaus unseres Volkes ergibt, daß gegenwärtig prozentual mehr junge Leute studieren cjs vor dem Kriege. Im Sommersemester 1928 bat sich diese Aufwärtsbewegung weiter fortgesetzt. Sämtliche Hochschulen zusammengenommen hatten gegenüber dem Sommer 1928 einen Zuwachs von 11 385 Studierenden zu verzeichnen, der hauptsächlich auf die Universitäten mit 9768 entfiel. Einen leichten Rückgang zeigten die Handelshochschulen, die Bergakademien, die forstlichen Hochschulen und die landwirtschaftlichen Hochschulen. Bemerkenswert ist, daß das Wachstum fast ausschließlich auf die Frauen zurückzuführen ist. An der Zunahme der Zahl der Studirenden im ersten Semester waren die Männer nur mit 200, die Frauen dagegen mit 702 beteiligt. Im Ganzen muß festgestellt werden, daß die Steigerung des Andrangs zwar ein wenig nachgelassen zu haben scheint, daß wir uns aber immerhin noch in einer Aufwärtsbewegung befinden, die angesichts der UeberfüIIung der Mehrzahl der akademischen Berufe zu lebhaften Besorgnissen Anlaß gibt.
28. September 1929
32 Stadtverordnete.
Währenb in der Zeit vor der Umwälzung und der ersten Wahlperiode nach der Neuord- nuna des Gemeindewahlrechtes die Zahl der Fu- ^Stadtverordneten 36 betrug, haben mir fett nach den gesetzlichen Bestimmungen nur noch ^ Stadtverordnete gehabt. Infolge der Zunahme k!r Bevölkerung ist für die kommende Wahl die yjVf sgr Stadtverordneten wieder um einen, also ?iü 32 hinaufgesetzt worden. Von dieser Vermehrung der Mandate hat gestern eine amt» liehe Bekanntmachung des Magistrats Kunde ge»
werden die jüngsten außenpolitischen Verhandlungen auch den Weg freimachen zu einer systematischen Neuregelung der Finanzfragen. Die Einkommensteuer müsse weiterhin Reich, Ländern und Gemeinden einheitlich zustehen, die Abgrenzung der Anteile von Ländern und Gemeinden gerechter durchgeführt werden. Dor Senkung einer solchen Steuer müßten aber die Rückwirkungen auf Länder und Gemeinden geprüft werden. Die Gemeinde, wenn sie beweglich sein wolle, müsse aber auch das Selbstbestimmungsrecht besitzen. Dir Gewerbesteuer bilde noch heute die gerechtfertigte Abgeltung der besonderen Lasten, die der Gemeinde durch die Gewerbebetriebe auf fast allen Gebieten der öffentlichen Arbeit erwüchsen. Woh- mmgselend und Wohnungsnot bedingten eine Festlegung der Hauszmssteuer auf längere Frist. Die öffentliche Finanz- und Steuerpolitik müsse al- eine Einheit betrachtet werden. Besondere Aufmerksamkeit erfordere die Gestaltung des kommunalen Anleihemarktes. Die Unhaltbarkeit der staatlichen Beratungsstelle für Ausländsanleihen sei durch die veröffentlichte Untersuchung des Enqueteausschusses in ein Helles Licht gerückt worden. Auch weiterhin würden die Städte ernste Sparsamkeit üben.
Der preußische Innenminister Grzesinski stimmte dem Vortrag von Situiert durchweg zu. Das Ziel der großen Eingemeindungen habe bie, örtlichen Gemeinschaften erst mit Leben erfüllt. Es komme darauf an, daß die Bürger mehr als bisher an der Verwaltung der sie unmittelbar angehenden Angelegenheiten teilnehmen. Das sei das Ziel der dekonzentrierten großstädtischen Verwaltung. Frankftirt gebe darin ein gutes Beispiel. Die Einzelinteressen müßten denen der Gesamtheit gegenüber zurückgestellt werden. Die Dezentralisierung könne aber nur erfolgen, solange das Interesse der Allgemeinheit das zulasse. Jedem Versuch, die kommunale Selbstverwaltung auf wirtschaftlichem Gebiet etnjuengen, werde er scharf entgegentreten. Die Gemeinden hätten das Recht auf wirtschaftliche Selbstbetätigung, weil sie ein Zweig der Selbstverwaltung seien. Die kommunale Wirtschaft erfülle ein öffentliches Bedürfnis und habe das gleiche Recht wie die Privatwirtschaft im Interesse ihrer Betriebe an den öffentlichen Kreditmarkt heranzutreten, lieber die Kommunalwahlen am 17. November äußerte sich der Minister dahin,
Die Selbstverwaltung.
Manch gutes Wort fällt auf der Frankfurter Tagung der deutschen Städte.
Mehr als 500 Teilnehmer wohnten der hier schon erwähnten Tagung der deutschen Mitte - und Großstädte in Frankfurt a. M. bei. Der Prasi denk des Städtetages, Dr. Mulert, sprach in mehr als einstündigen Ausführungen über
„Sinn und Form der Selbstverwaltung".
Die Selbstverwaltung habe im Laufe eines Jahrhunderts große Veränderungen; durchgemacht, und ihre Aufgaben seien durch das sch"^ Alach - tum der Städte noch erheblich gewachsen, sie wurde aber allen diesen Anforderungen gerech, weil im Augenblick höchster Anspannung der Nach- krieaszeit das allgemeine Wahlrecht fur Frauen und Männer der Selbstverwaltung einen neuen 3mp ul§ gab. Die ’
tung sei nur denkbar, wenn sie von dem Verttauen aller Bevölkerungskreise getragen werde. Selbstverwaltung bedeute S elöstverant»Ortung. Mehr denn je a(>:r sei die Gemeinde ein Glied der Gemeinschaft. Die Selbstverwaltung könne unter keiner Staatsform, am wenigsten im demo- kratischen Staat, entbehrt werden, weil die Kommunen ber Unterbau des Reiches und der Lander seien. Für die unteren Instanzen sei das Ziel jeder Reform, die gesamte örtliche Verwaltung in der Hand der Gemeinde zusammenznfassen. Die Ausgestaltung der S t ä d t e v e r f a s s u n g gewinne nunmehr aktuelle Bedeutung. Der Deut,che Städtetag habe deshalb einen Enttourf ausgearbe - tet, in dem die Erfahrungen der Praxis beruasich- tigt wurden. Bereits heute liege das Schwergewicht der Willensbildung überall bei den Stadtvertretungen, die auch in starkem Maße bei der Verwaltung mitwirkten. Diese Entwicklung gelte es in die
Kraft ber Selbstverwaltung »erbe wesentlich bestimmt durch'die Lage ihrer Finanzen. Hoffentuch
Bestandene Prüfung.
Herr Hans Weber, Sohn des Gastwirts August Weber hier, bestand auf der Höheren Deutschen Fachschule in Roßwein i. Sa. für Kunstbau und Eisenkonstruktion die Prüfung als Techniker mit der Note Gut.
Meisterprüfung.
Vor der hiesigen Meisterprüfungskommission bestanden gestern ihre Meisterprüfung die Stellmacher Johannes Fink inSolms, Jos. Hohmann in Rothemann, Joh. Georg Kohlhepp in Uttrichshausen und Jac. Schmidt in R e ck e r o d e.
Ans der knrhesfischeu Forstverwattung.
Wir hören von amtlicher Seite, daß in der Besetzung verschiedener Oberförstereien in Kuvhessen zum 1. April 1930 Veränderungen vor sich gehen. Der Oberförster B e t h g e von der Staatsober- sörsterei Thiergarten (Kreis Fulda) wird in gleicher Amtseigenschaft als Leiter der Staatsoberförsterei Waldau bei Kassel versetzt und übernimmt sein neues Amt mit dem 1. April 1930. Die Besetzung der Staatsoberförsterei Thiergarten ist bekanntlich bereits ausgeschrieben. Oberförster Grebe von der Staatsobersörsterei Grubenhagen (Kreis Einbeck) wird zum 1. April 1930 die Leitung der Staatsoberförsterei Hombressen (Kreis Hofgeismar) übernehmen, während Oberförster Tourneau von der Staatsobersörsterei Großenlüder (Kreis Fulda) nach Bersenbrück (Forstverwaltungsbezirk Hannover) zum 1. April 1930 versetzt wird. Mit der auftragsweisen Verwaltung der Staatsoberförsterei Hechingen im Bezirk Sigmaringen wird zum 1. April 1930 Forstassessor Müller-Thomas, jetzt bei der Regierung in Kassel, Abteilung Domänen und Forsten, betraut.
Der 1. Dorsitzende des RhönkUbs,
I Justizrat Dr. Hugo Pfeiffer in Fulda, begeht am morgigen Sonntag seinen 60. Geburtstag. Justizrat Dr. Pfeiffer, der seit 1897 in Fulda als Rechtsanwalt tätig ist, wurde auch durch vielseitiges ehrenamtliches Wirken in Stadt und Land be-
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