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Samstag, den 28. September 1929

Auldaer Zeitung (Amtliches kreisdlatt.)

Eine fahrende Eisenbahner-Schule

Aus dem Gerichlssaal.

Die Tagung der Städte.

In Frankfurt a. M. ist die Tagung der deutschen Städte über 20 000 Einwohner, der sog. Städte- t a g, zurzeit versammelt. Es sind, wie uns aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, zu dieser Tagung, der Jahresversammlung des Deutschen und des Preußischen Städtetages, zahlreiche namhafte Kom­munalpolitiker in Frankfurt eingetroffen. Auch Oberbürgermeister Dr. Antoni in Fulda, der in der Hauptsache im Reichsstädtebund, dem Zusam­menschluß der deutschen Klein- und Mittelstädte, dessen Vorstand er seit langem angehört, sein fern« munalpolit. Wissen eingesetzt hat, hat sich zu der Frankfurter Tagung begeben. Während sich die letzten Städtetage mit Fragen mehr allgemeiner Natur befaßten, steht diesmal als Hauptthema die Selbstverwaltung der Städte auf der Tagesordnung. Den einleitenden Vortrag dazu hat der Präsident des Städtetages, Dr. Mulert- Berlin, übernommen. Nach diesem Vortrage wird der Preußische Innenminister G r z e s i n z k i über die Pläne der preußischen Regierung, die Ge- meindereform und vermutlich auch über die bevor­stehenden Kommunalwahlen sprechen. Zu den Vorträgen nehmen sodann die Vertreter der ein­zelnen kommunalpolitischen Gruppen das Wort. Von Bedeutung wird auch der Vortrag des Ober­bürgermeisters Dr. Iarres-Duisburg auf dem Preußischen Städtetag am Samstag über „Die Bedeutung der gemeindlichen Unternehmungen im Rahmen der deutschen Volkswirtschaft" sein, da der Redner jedenfalls hier eine Synthese über Prioat- und Kommunalwirtschaft stellen wird.

Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Haftbe­fehl bleibt bestehen. — Aus der Untersuchungshaft wurde weiter der 42jährige, wiederholt vorbe­strafte R. Prorrock vorgeführt, der in Kattowitz geboren ist und keinen festen Wohnsitz hat. Er hatte Ende August d. Is. einem Handwerksbur­schen, mit dem er längere Zeit durch Oberhessen nach Gelnhausen und Salmünster gemeinsam ge­wandert war, in Salmünster einen Karton mit ei­nigen Hemden und anderen Bekleidungsstücken ge­stohlen und sich damit aus dem Staube gemacht. Wegen des Diebstahls erhielt Pr. einen Monat Ge­fängnis und da er schon mehrfach wegen Land­streicherei vorbestraft ist, erhielt er wegen Land­streicherei und Bettelns 4 Wochen Haft. Nach Ver­büßung der Strafen soll Pr. der Landespolizeibe- hörde überwiesen werden. — Weil die früher hier in Stellung gewesene Kellnerin E. Kr. sich einem Gast gegenüber schamlos verhalten hatte, wurde sie gestern in Abwesenheit zu 20 Mark Geldstrafe ver­urteilt. — A. Sch. von hier hatte im August d. Is. seine Hühner auf fremde Ländereien herumlaufen lassen. Er wurde zu 5 Mark Strafe und in die Kosten des Termins verurteilt. — Grober Unfug wurde am 8. August ds. Is. in der Sandhohle ver­übt, an dem die'63jährige Witwe Sch mitschuldig war. Das Urteil lautete auf 3 Mark Geldstrafe.

Aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde der mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafte 26jäh- rige R. K. hier wohnhaft. Im Februar d. Is. stähl er aus einem in der Toreinfahrt, stehenden hiesigen Personenauto eine Wolldecke, im August desselben Jahres aus einem im Hofe eines hiesigen Gasthauses eingestellten fremden Personenauto eb­nen Ueberzieher, ein Jackett und eine Ledermapps. In der gestrigen Verhandlung gestand der Dieb, auch aus einem hiesigen Personenauto 2 Flaschen Apselwein gestohlen zu haben. Das Gericht hielt cs für angebracht, gegen derartige Diebstähle streng vorzugehen und erkannte mit Rücksicht auf die Vorstrafen des K. wegen Diebstahls im Rücklalle auf eine Gefänanisstrofe von 6 Monaten unter

Der Reichsfinanzminister Dr. HiI - ferding hat an das Präsidium des Deutschen Städtetages in Frankfurt a. M. heute folgendes Telegramm gesandt:

„Meine Absicht, an Frankfurter Verhandlungen Deutschen Städtetages teilzunehmen und über ak­tuelle Fragen deutscher Finanzpolitik zu sprechen, vermag ich zu schmerzlichem Bedauern nicht zu erfüllen. Rückkehr des Reichskanzlers und Poli­tische Lage erfordern Verhandlungen von großer finanzpolitischer Tragweite, die meine Anwesenheit zu unbedingter Notwendigkeit machen. Aus glei­chem Grunde muß Staatssekretär Dr. Popitz Frankfurter Verhandlungen fernbleiben. Mit meiner Vertretung ist Ministerialdirektor Dr. Zarden beauftragt. Unter erneuter Versicherung aufrich­tigsten Bedauerns, der mir als Reichsfinanzminister gerade jetzt so wichtigen Frankfurter Städtetagung nicht beiwohnen zu können, wünsche ich Verhand­lungen besten Verlauf."

treffende Orientierung. Für diejenigen, die sich noch näher orientieren wollen, ist ein Literaturver­zeichnis beigefügt.

Besonders interessiert auch die Karte, die über die Verbreitung der religiösen Bekenntnisse in un­serem weiteren Heimatgebiet dankenswerte Auf­schlüsse gibt. ___________

(Ein Veteran des Handwerks.

Am 29. Sept, wird der Friseur Karl Trost, Kronhofstraße 3, 87 Jahre alt. Er erfreut sich noch einer großen geistigen und körperlichen Frische und übt trotz seines hohen Alters noch täglich seinen Beruf aus. ;l

Anmeldungen zur Gesellenprüfung

im Schneiderhandwerk sind bis zum 1. Oktober 1929 an den Vorsitzenden der Prüfungs­kommission, Schneidermeister Lüderitz, hier, einzu­reichen. Die erforderlichen Papiere sind der An­meldung beizufügen.

Der haudelsbeiral der Zenkrumsparlei

wurde gestern abend in einer Versammlung der auf dem Boden der Zentrumspartei stehenden An­gehörigen des Handelsgewerbes, die in der Har­monie tagte, gebildet. Stadtverordneter Eduard S ch m i t t entwickelte zuerst, gestützt auf eine lang­jährige Erfahrung als Kommunalpolitiker, ein an­schauliches Bild von der Tätigkeit der Zentrums­fraktion im Stadtparlament und den Aufgaben der Zukunft. Erwähnen wollen wir aus den ganz aufs Praktische eingestellten Ausführungen nur einige Bemerkungen über die Bürgerpartei, die zwar bei den letzten Kommunalwahlen mit der Parole in den Kampf gezogen sei, mit aller Kraft die Interessen des selbständigen Mittelstandes zu vertreten. Alle Arheit in den Kommissionen sei dann aber von der Zentrumsfraktion geleistet wor­den. Wenn man kritisiere und etwas wolle, müsse man auch praktische Besserungsvorschläge machen können. Bei den Etatsberatungen ist die beste Gelegenheit, neue Anregungen zu geben. In der Finanzkommission hätten aber die Mitglieder der Zentrumsfraktion zusammen mit Dr. Weymar fast immer allein die Verantwortung tragen müssen. Ein großer Erfolg für die von der Zentrumspgrtei betriebene Politik des vernünftigen Ausgleichs sei die Annahme des diesjährigen Haushalts­plans, der so, wie er von der Finanzkommission voraeschlagen worden war, unter ausdrücklicher Zu­stimmung aller Parteien, also auch der Bür- gerpartei, Annahme fand. Ausführlich behandelte Herr Schmitt auch die Realsteuern, wobei er die Gewerbesteuer in ihrer heutigen Form als veraltet bezeichnete. Aber hier können nur Staatsgesetze grundlegende Aenderungen bringen. Das Stadt­parlament muß sich begnügen, alle größeren Här­ten zu vermeiden. In Fulda ist das durch die Zentrumsfraktion dadurch geschehen, daß sie stets zur äußersten Sparsamkeit in der Verwaltung drängte. Gute Vorschläge für die Zukunft wurden hier gemacht. Erfreulich ist die Haltung zur Frage der Beamtenbefoldung und der Bezahlung der Ar­beiterschaft. Der Handel hat ein Interesse daran, daß sich der Lebensstandard der breiteren Schichten des Volkes hebt. Zum Schluß ermahnte der Re­ferent zur klaren Einsicht für die Forderungen der nahen Zukunst. Der katholische Dolksteil darf sich nicht durch irgend welche Kräfte zersplittern lassen und die Zentrumspartei muß stets bleiben, roas^ie immer war, eine Volksgemeinschaft im Kleinen. Nach der Aussprache schritt man zur Wahl des Beirates. Vorsitzender wurde Herr Anton Schmitt. Zu Obleuten wurden gewählt die Herren: Walter Plappert, Josef Z a h n e r, Eduard A r n d, Karl Köhler, Andreas Lange und Paul Lembke. Die drei erstgenannten Bei­sitzer sind zugleich Mitglieder des Ausgleichsaus­schusses.

Jndustriebeirak der Zenkrumsparlei.

Auf Einladung des Jnduftrieb-itrates der Zen­trumspartei hatten sich gestern abend eine Reihe von Angehörigen der Fuldaer Industrie sowie ver­wandter freier Berufe im Bürgerverein zu einer Besprechung versammelt. Zweck der Sitzung war neben der Aussprache über Kommunalfragen vor allem die Wahl eines beruf ständigen Ausschusses. Herr M. R. Schmitt, der die Versammlung leitete, wies in seiner Eröffnungs­ansprache nachdrücklich auf die Bedeutung der kom- munalpolitischen Fragen für die Zentrumspartei hin. Auf seinen Vorschlag wurde sofort zur Vor­nahme der Wahl geschritten. Als Vorsitzender wurde Herr Fabrikant Magnus Keil gewählt. Beisitzer sind die Herren: Direktor Parzeller, Rechtsanwalt Schultheis und Dr. Raabe. Als Ersatzleute treten ein die Herren: Jos. Kir­ch e r, Architekt Adam, Direktor Vogler und Dr. B u r ch a r d. Es folgte eine ausgedehnte Aussprache. Angeregt wurde vor allem eine öftere Zusammenkunft des Industriebeirates. Es wurde beschlosfen, daß die Mitglieder des Beirates mm-, bestens jedes halbe Jahr einmal zusammentreten, sollen. Auch soll eine verstärkte Werbearbeit in; den für den Jndustriebeirat in Frage kommenden Kreisen eingeleitet werden.

Ledeulung und Anbau desRoggens.

Von Landwirffchaftslehrer S i e I a n b • Fulda.

Der Roggen ist in seinen Ansprüchen an Boden, Klima usw. anspruchsloser, rote die meisten anderen Ee- treibearten. Er nimmt mit weniger günstigen Berhalt- nissen fllrlieb und bringt dabei in der Regel doch eint- aermaßen befriedigende Erträge. Die deutsche Lanbroirt- fchaft ist nun bezüglich der Boden- Md Klimaverhait- niffe von der Natur nicht gerade bevorzugt. Wen an- derseits der Roggen ein kräftiges, gesundes und nahr­haftes Brot liefert, so ist es erklärlich, daß er von j^er in Deutschland die Hauptbrotfrucht ist und in einem Umfange angebaut wird, rote keine andere Kultur­pflanze. Deutschland baut alljährlich über 18 Millionen Morgen mit Roggen an (ca. 40 Prozent der landrvtrt- schastlich genutzten Fläche). Schätzt man die Ernte eines Morgens auf 80 bis 100 Mark, bann repräsentiert die Roggenernte einen Wert von runb 1% bis 2 Milliarden Mark. Daraus geht klar hervor, baß für bie gesamte deutsche Volkswirtschaft und insbesondere der Landwirt­schaft an einer guten Roggenernte ungeheuer viel ge­legen sein muh.

Was den Anbau betrifft, so liebt der Roggen vor allem einen abgelagerten Boden. Das Pflügen kurz vor der Saat ist ein Fehler, der sich nicht immer vermeiden läßt, aber nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Die Saatfurche soll einige Wochen im voraus gegeben wer­den, damit sich der Boden bis zur Saat wieder setzen kann und der Saatroggen nicht zu tief in den Boden kommt. Nach Hackfrüchten ist bas Pflügen oft ganz überflüssig unb eine Bearbeitung bes Bodens mit Kulti­vator, Egge usw. zweckmäßiger. Von einer sorgfältigen Bodenbearbeitung hängt gerade im Roggenbau sehr viel ab.

Zum Schutze gegen Krankheiten und zur Förderung bes Jugenbwachstums muß das Betzen des Roggens unbedingt gefordert werden. Für den Roggen sind eine ganze Reihe Beizmittel zu empfehlen, die hier kurz an­geführt werben sollen. Mit U s p u l u m wird bas Saat­gut in 0,25prozentiger Lösung 30 Minuten gebabet über mit etwa 7 Liter je Zentner benetzt. ®ermtfan wirb bei Roggen in 0,125projentiger Lösung im halb­stündigen Tauchbabe angewendet, ober es genügt auch eine Benetzung mit ber 0,25prozent!gen Lösung. U s - pulum-Universal wirb in 0,2 prozentiger Lösung bei 30 Minuten langem Baben verwenbet unb auch in 0,5- prozentiger Lösung zur Benetzung. Don ben Trocken­beizmitteln können bas Abavit B. ber ehern. Fabrik Lubwig Meyer, Mainz, bas Tillantin unb basTillan- lantin R. ber I. G. Farbenindustrie, Leverkusen emp­fohlen werben. Letzteres ist in feiner Wirkung auf ben Schneeschimmel am Roggen beschränkt. Tillantin muß zur Erziehung sicherer Erfolge mit 150 Gramm je Zent­ner verwendet werden. Das Abavit B wird ebenfalls mit 150 Gramm je Zentner angewandt. Es fei an die­ser Stelle wieder darauf hingewiesen, daß bie Trocken­beizmittel sehr giftige, stark ftaubenbe Pulver sinb, und daß bie Beizung mit ihnen nur in befonberen, geschlos­senen Beizapparaten, nie aber etwa nach Art ber Be- netzungsbeizung durch Durchfchaufeln bes Saathaufens vorgenommen werben darf. Abgesehen von der gesund­heitlichen Gefährdung ist es nicht möglich, auf diese Weise bie ziemlich geringen Mengen von Beizmitteln gründ­lich genug mit dem Saatgut zu vermischen. Das neuer« bings aufgekommene Ge-Ku-Be-Berfahren (Oermtfan- Kurz-Beizverfahren) eignet sich für den Roggen auch. Für einen Zentner Saatgut löst man 15 Gramm Germi- fan in 1 Ltr. Wasser und verteilt bie Lösungsmenge gleichmäßig auf bie Oberfläche bes Saatgutes, bas man bann in einem Trockenbeizapparat sofort gründlich 3 Minuten durch Drehen des Apparates bewegt.

Ebenso wichtig und notwendig wie das Beizen ist bas Reinigen bes Saatgutes im eigenen Betriebe ober besser auf modernen größeren Reinigungsanlagen. Das Aussäen von Unkrautsamen, zerschlagenen unb nicht vollwertigen ©etreibetörnern muß ber Vergangenheit angehören.

Was bie Saatmenge anbelangt, so nehme man 30 bis 40 Kg. je Morgen. Wer weniger als diese Mengen geben will, ber muß entsprechend stärker düngen und auch sonst alle Anbaumaßregeln peinlichst beachten. Zur Aussaatzeit wähle man je nach ben örtlichen Verhältnis­sen und der Vorfrucht Ende August bis Mitte Oktober. Sind Fritfliegen und Schnecken zu befürchten, dann muß immer ein später Termin zur Aussaat gewählt werden. Das ist auch bann angebracht, wenn die Saat sich im Herbst zu stark entwickeln würde, sodaß sie unter dem Schnee auswintern oder im nächsten Frühjahr unter Nachtfrösten leiden würde. Gegen Schneckenfraß ist bas Bestreuen mit feingemahlenem Kainit ein sicheres unb einfaches Mittel.

Der Roggen will „den Himmel sehen", daher soll die Saattiefe durchschnittlich nur 2 cm. betragen. Auf leich-

Technifcher Unterricht im Jnstruklionswagen der Reichseifenbahn.

Die Reichsbahn hat zur Ausbildung des Beamtennachwuchses eine Reihe von Jnstruktionswage- in Dienst gestellt, in denen die Beamten während der Fahrt durch praktische Demonstrationen mit al­len technischen Fragen des Verkehrs vertraut gemalt werden. Die Wagen enthalten die modern­sten Kontroll- und Registrierapparate.

irr. zz5.

pT Heimat

Fulda, ben 27. September 1929.

DM-Gaulag in Fulda.

Am Sonntag hält der D.I.K.-Gau Kur­bel" I" e n, zu dem die Bezirke Fulda-Hünfeld, Vor- derrbön, Hessen-Kassel und Kmzig-Jossa gehören, in Fulva seinen ersten Gautag ab. Anläßlich der Tagung hat die „Fuldaer Zeitung" ein beson­deres Festblatt herausgegeben. U. a. entbietet der Oberhirte der Diözese Fulda darin unserer ka­tholischen Sportorganisation, die in letzter Zeit im Fuldaer Lande eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen hat, seinen bischöflichen Gruß. Das Programm der Veranstaltung, zu der neben den Vertretern der Behörden auch alle sonstigen, an der DIK.-Sache interessierten Personen geladen sind, ist im Festblatt veröffentlicht. Wir heißen die Äer- treter der Deutschen Iugendkraft auch an dieser Stelle herzlich willkommen und wünschen der Ta­gung einen recht fruchtbaren und gedeihlichen Ver-

Das Festblatt erscheint in der heutigen Ausgabe der „Fuldaer Zeitung".

Iahreskag der Baubandwerker.

Wie alljährlich so wird auch in diesem Jahre die Beuaewerksinnung Fulda am Sonntag, den 29. b. M. vormittags 9.30 U h r in der Mi- chaelskirche ein Amt für die verstorbenen Maurcr- und Zimmermeister sowie Gesellen abhalten lassen. Zu diesem Gottesdienste sind alle im Baugewerbe Tätigen eingeladen.

Vom Mitteldeutschen Elekkrizitäksverband.

Der K r e i s t a g des Kreises H e r s f e l d hat einstimmig beschlossen, daß der Kreis Hersfeld der vom Elektrozweckverband Mitteldeutschland zu bil­denden Elektrizitäts-A.-G. Mitteldeutschland bei­tritt.

Die Weihnachtszeugnifse fallen fort

Das Provinzialschulkollegium in Kassel hat sich dem Vorgehen des Provinzialschulkol- legiums Berlin angeschlossen und in seinem Bereich, Provinz Hessen-Nassau, für d-ffes Jahr versiilbs- weise angeordnet, daß von der Erteilung von Weih­nachtszeugnissen abgesehen wird. Für weiter­gehende Aenderungen an der bestehenden Ordnung ist nur der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zuständig.

Infolge dringender Instandfehungsarbeiten muß, wie das Ueberlandwerk mitteilt, das Stadtnetz in nachstehenden Straßen am kom­menden Sonntag, den 29. Sept. 1929 in der Zeit von 6.30 bis 16 Uhr ausgeschaltet werden: Schildeckstraße, Hirtsrain, Am Landeskrankenhans, Rangstraße, Kapuzinerstraße und dem südöstlichen Teil der Brauhausstraße ab Buseckstraße.

3n der kommenden Rächt

findet um 24 Uhr eine etwa 2—3st ündige U n - terbrechung der Gaslieferung statt. Die Gasabnehmer wollen darauf achten, daß wäh­rend dieser Zeit alle Gashähne geschloffen sind.

Die Domäne Johannesberg

mit dem Vorwerk Nonnenrod bei Fulda kommt am 16. Oktober in Kassel für die Zeit vom 1. Juli 1930 bis 30. Juni 1942 zum öffentlichen Aus­gebot. Dcr Pachtliebhaber muß ein eigenes freies Vermögen von 200 000 Mark nachweisen

Aus der evangelischen Gemeinde.

Man schreibt uns: Die evangelische Diaka - Nissen st ation und der Kindergarten sind von jetzt ab unter Nr. 1143 telephonisch zu erreichen.

Ein heimatliches Kartenwerk.

Soeben erscheint der Rhein-Mainische Atlas für Wirtschaft, Verwaltung und Unterricht, herausgegeben von Professor Dr. W. Behrmann und Professor Dr. O. Maull. 30 meist mehrfarbige Karten und 44 Seiten Text. Frankfurt a. M., H. L. Brönner's Druckerei und Verlag; kartoniert 9.—, gebunden 12.— JL

Es handelt sich um ein Kartenwerk, das reiche An­regungen bietet. Wo soll man sich schnell über die Struktur des praktischen Lebens, der Wirtschaft und der Verwaltung des rhein-mainischen Gebietes orientieren? In dem Rhein-Mainischen Atlas für Wirtschaft, Verwaltung und Unterricht liegt ein Hilfsmittel vor, das auf diese Fragen schnell und zuverlässig Antwort erteilt. Die beiden Professo­ren der Geographie an der Frankfurter Universi­tät haben hier in enger Fühlung mit der Praxis einen Berater geschaffen, der bisher gefehlt hat.

Der Atlas umfaßt das Rhein-Main-Gebiet mit seinen Grenzzonen, also etwa das Gebiet, das in dem Oval zwischen Bonn, Kassel, Fulda, Würz­burg, Karlsruhe, Saarbrücken und Trier liegt.

Der Zweck des Atlas ist, die Wirtschaft über die besondere Struktur des Wirffchaftsraumes schnell und zuverlässig zu unterrichten. Die Ver­waltung soll aus ihm die verschiedenartige Auf­teilung des Rhein-Main-Gebietes durch die Gren­zen der verschiedenen Behörden erkennen. Der Lehrer wie der Schüler schließlich finden in dem Atlas eine Fülle von Anregungen und ein aus­gezeichnetes Mittel, um ihre Kenntnis der Heimat­landschaft zu fördern und zu vertiefen.

Dieser Zweck wird auf doppelte Art erreicht. Einmal sind die Tatsachen in einem übersichtlich gegliederten Textteil von Professor Dr. O. Maull auf Grund eingehendster Kenntnis dargestellt, und sodann werden die Taffachen auf 30 verschiedenen Karten in schöner Farbenwahl dem Leser noch­mals vor Augen geführt. Eine schlagwortartige kurze Erläuterung der einzelnen Karten ermög­licht auch dem eiligen Leser eine schnelle und zu­

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