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uldaerZeitung

56. Zahrg

Mittwoch, 25. September 1929

Die ersten Franzosen verlasse« das Rheinland

Der Vimdespräsideul der Schweiz.

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auf das Irak-Mandak

England verzichlel

Karte des Irak.

König Aaisal, der Beherrscher des Irak.

«Exkönig Ferdinand von Bulgarien alskurgasl im Schwarzwald. (Eig. Meldg.). Der ehemalige Kö­nig Ferdinand von Bulgarien ist mit Gefolge zu längerem Aufenthalt in Freudenstadt einge­troffen und im Hotel Waldlust abgestiegen.

Zum ersten Mal hat sich eine Mandatsmacht entschlossen, ihr Mandat auszugeben. Die britische Regierung hat zugesagt, die Aufnahme des Irak in den Völkerbund im Jahr 1932 zu befürworten. Mit dieser Aufnabme würde das Mandat automatisch in Wegfall kommen.

In den Straßen von Koblenz:

Die Trikolore im Zug einer Kompagnie abrückender französischer Truppen.

Robert haab.

Der Bundespräsident der Schweiz hat die Ab­sicht, sein Amt zu Ende des Jahres niederzu­legen. Präsident Haab, der heute 64 Jahre alt ist, steht seit 40 Jahren in der Schweizer Ver­waltungstätigkeit. Er war 1917 Gesandter in Ber­lin und wurde 1918 Bundesrat. Erst seit Beginn dieses Jahres ist er Bundespräsident.

Das in Königstein im Taunus stationierte 2. Bataillon des Leicesterfhire Infanterieregiments hat am 23. September mit dem Sonderzug 13,40 Uhr Königstein verlassen und die Rückkehr in die Heimat angetreten. Damit ist Königstein nach nahezu elfjähriger Besatzung endlich frei von fremden Truppen. Es bleibt bis zum 1. Oktober nur noch ein aus wenigen Per­sonen bestehendes Abwicklungskommando hier, das die letzten Uebergaben und Abrechnungsformalitäten zu erledigen hat. Mit dem 1. Oktober wird die englische Fahne über dem Kasernengebäude zu wehen aufhören. Der Abzug der etwa 600^Mann umfassenden Truppen erfolgte durch einen Sonder­zug programmäßig und ohne jeden Zwischenfall. Um 12,30 Uhr stellten sich die Truppen auf dem Kasernenhof auf und verließen ihn um 12,o0 Uhr unter den Klängen der Regimentskapellr. Fast gleichzeitig setzte strömender Regen ein, der bis zum Abgang des Zuges anhielt. Zuschauer gab es wenig, um so mehr eifrige Kurbelleute in- und ausländischer Filmgesellschaften. Der Son­derzug fährt bis Ostende, wo er am Dienstag früh um 5 Uhr eintrifft. Von dort erfolgt die Verschiffung nach England.

Der letzte „March past" des Leieestershire- Regiments ist kaum verklungen, und schon regt sich neues, freies Leben in Königstein. Zwar sind der Besatzung biet Hotels und das „Grand Hotel" zum Opfer gefallen, doch schon baut rühriger Hoteliergeist die Räume aus, sind 40 für Kur­zwecke geeignete Wohnungen wieder frei, sind sämtliche reichseigenen Wohnungen schon alle ver­geben. Möchte nur die Reichsvermögensverwaltung zum Ausgleich der Besatzungsschäden bei der Ver­äußerung der Kaserne auf den Kurbetrieb die nötige Rücksicht nehmen. Man spricht davon, daß eine Polizeischule oder ein zweites Eisenbahner- Herrn dahin gelegt werden solle.

Landwirtschaftsminister Dr. Steiger über dir Unter­stützung der rheinischen Landwirtschaft.

wtb. Aachen, 24. September. (Eig. Meld.) Bei einem Festabend im Anschluß an die Generalver­sammlung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen hielt Dr. Steiger eine Ansprache, in der er zunächst mitteilte, daß am 30. September auf Veranlassung des Oberpräsidenten der Rhein- vrovmz eine Versammlung von Beamten und Sach­

verständigen darüber beraten werde, wie in birgsgegenden der Rheinprovinz, besonders Eise und Hunsrück durch Förderung der Milchwirtschaft als Grundlage der Viehwirtschast diesen Gegen­den geholfen werden könne. Es sei nicht seine Absicht, die Domänen unter ständiger Verwaltung des Staates zu lassen. Notwendig sei ein wirk­samer Schutz der Landwirtschaft. Dabei bleibe auch der Landwirtschaft selbst ein großes Arbeitsfeld zur Stärkung ihrer Stellung aus eigener Kraft. Die Wege zur Entschuldung der Landwirtschaft hingen eng mit dem Poung-Plan zusam­men, darum müßten in dieser Frage Länder» Regierungen, Landwirtschaftskammer und freie Organisationen einträchtig zusammenwirken, wie

es in vorbildlicher Weise der landwirtschaftliche Verein für Rheinpreußen zeige. i .

Der „Vorwärts" meldet: Die so zialdemo- kratische Fraktion hat im Reichstag folgen- den Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle be­schließen: Der Reichstag nimmt Kenntnis von den bisherigen Vorsorgemaßnahmen der Reichsregie­rung und der preußischen Staatsregierung zur Unterbringung der durch die Räumung der zweiten und dritten Zone des besetzten Gebietes voraus­sichtlich überzählig werdenden Arbeiter und An­gestellten der Reichsvermögensverwal- tung, der Besetzungsämter und der Feststellungs- behörden. Der Reichstag ersucht die Reichsregie­rung, auf die übrigen Länderregierungen eingu« wirken, sich dem Vorgehen Preußens anzuschließen. I Der Reichstag erwartet von allen Behördenstellen des Reiches, der Länder, der Gemeinden und Ge­meindeverbände des besetzten und der angrenzenden Gebiete, daß diese bemüht bleiben, die noch arbeits­fähigen Arbeitnehmer bevorzugt unterzubringen,. Der Reichstag ersucht die Reichsregierung um die Bereitstellung von Mitteln zur Gewährung von Unterstützungen 1. in Form von Umzugs- und Trennungsvergütungen bei Vermittlung von Arbeit an anderen Orten; 2. zur Zahlung eines wesentlich erhöhten Uebergangsgeldes beim freiwilligen Aus­scheiden; 3. eines Reichszuschusses bis zum Ein­tritt der vollen Invalidität für alle über 60 Jahre alten Arbeiter und Angestellten, sofern sie Mlnde- stens fünf Jahre int Dienste des Reiches, eines Landes oder einer Kommune beschäftigt gewesen sind.

Wir möchten nur einmal wissen, wie es zum politischen Denken fähigen Deutschnationalen zur­zeit bei der wilden Fahrt auf dem Kugenberg-Hitler-Karussel zu Mute ist.

*

Das Gericht in Köln verurteilte den Schrift­leiter des „Westdeutschen Beobachters", den Na­tion alfozialistischeu Landtagsabge- :o t d n e t e n D r. Ley und den Koblenzer Filiak- deiter des Blattes Beressen wegen übler Nachrede utch Beleidigung zu je einem Monat G e» ■xf ä.n g i s. Die Verurteilten hatten in einem Ar­tikel zu einem längst erledigten Prozeß gesagt, der I» dem Prozeß Freigesprochene habe nach eigenem Geständnis bei einem anderen Prozeß feinem Rechtsanwalt ein Faß Wein und dem -Staatsanwalt ein Tifchtelephon ge- sschenkt. Es werde mit zweierlei Maß gemes- ‘fen. Recht behalte, wer blaue Lappen besitze. Das 'Gericht erblickte hierin den Vorwltrf bewußter • Rechtsbeugung. >.

Der Abgeordnete Klönne hat gegenüber Ver­öffentlichungen der „Nationalliberalen Korrespon­denz" eine Erklärung über die von ihm geführten Gespräche mit französischen Militärs abgegeben, m der er u. a. erklärt, er habe das Auswärtige Amt über diese Unterhaltungen, obwohl sie rein privater Natur waren, alsbald unterrichtet. Dazu ist zu be­merken, daß der Abgeordnete Klönne den Staats­sekretär des Auswärtigen Amtes ein einziges Mal, nämlich am 26. April d. I., aufgesucht und hierbei Mitteilungen über gewisse Gespräche gemacht hat, die von ihm unmittelbar vorher mit einem franzö­sischen Abgeordneten in Berlin geführt worden wa­ren. Diese Unterhaltungen haben mithin ohne jedes Vorwifsen des Auswärtigen Amts stattgefunden. Auch hat Staatssek­retär v. Schubert den Abgeordneten Klönne nicht im Unklaren darüber gelassen, daß seiner Ansicht

'—--Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

im Bild- und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag 2ZZ der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrrft- » leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

zum Justizminister Zilinskas, zum Verkehrsm'.m- fter Vileifis, zum Minister des Innern Musteikis und zum Kultusminister Makenis.

* Stellungnahme der österreichischen Landes­hauptleute zur verfafjungsreform. Aus Wien wird gemeldet: Wie das christlich-soziale „Montag- blatt" meldet, findet in Wien eine Konferenz aller Landeshauptleute statt. Die Beratung wird sich nut der allgemeinen politischen Lage und mit dem wich­tigsten gegenwärtig zur Berhandlung stehenden Problem, nämlich der Revision der Verfassung, be­schäftigen.

* Japanisch-chinesischer Zwischenfall. Nach einer Meldung aus Muk den kam es in Fighling in einem Restaurant zu einem Zusammenstoß zwi­schen chinesischen Polizisten und japanischen Sol­daten von der Eisenbahnwache. Der Zusammen­stoß nahm rasch bedenkliche Formen an, und die chinesischen Polizisten gaben auf die japanischen Soldaten Feuer, wobei drei Japaner verwundet wurden. Das japanische Garnisonkommando ent­sandte em Bataillon auf die chinesische Polizei­wache, ließ die chinesischen Polizisten entwaffnen und die gn dem Zusammenstoß Beteiligten fest­nehmen. ——

* Die sieben Berliner Haftbefehle bestätigt. Der beauftragte Untersuchungsrichter Landgerichtsdirek­tor Mafur hat, dem „B. T." zufolge, sämtliche Haftbefehle gegen die sieben Anaeschuldigten t n der Bombenattentäteraffäre, die der sogenannten Timm-Gruppe angehören, bestätigt. Es handelt sich hier um die Berliner Beteiligten an den Vombenattentaten.

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt ~--- hsääwä

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Mr Völker-Versöhnung.

Bildung der Deutsch-Englischen Vereinigung.

Die Deutsch-Englische Vereinigung, deren Grün- . „„ r-it einigen Monaten in Vorbereitung war, Sil; nunmehr endgültig konstituiert. In der gemeinsamen Sitzung von Vertretern der Vor- Se beider Zweige der Vereinigung wurde be- üttoiien nunmehr die Oeftentlichkeit über die er- ffie Gründung zu unterrichten. Die Vereinigung Mick zur Aufgabe gemacht, dre freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Völkern zu fördern zu vertiefen.

Den Vorsitz hat in der englischen Gruppe L o r d N-ading, in der deutschen Reichskanzler a. D. Dr Enno übernommen. Beide Gruppen haben Vorstände gebildet, denen u. a. Mitglieder aller Parteien beider Länder angehören.

v. Guerard in Wien.

wtb Vien, 24. Sept. (Eig. Meldg.). Reichs- sustizminister v. Guerard ist heute früh hier einge­troffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich Bundes­minister für Justiz Slama und der deutsche Ge­sandte Gras Lerchenfeld am Bahnhof eingefunden.

* Das neue litauische Kabinett. Aus K o w n o wird gemeldet: Der Staatspräsident genehmigte die Lifte des neuen Kabinetts. Zum Ministerpräsi­denten, Finanzminister und vorläufigen Minister des Auswärtigen ist Tubelis ernannt, zum Mini­ster für Ackerbau und Landwirtschaft Aleska, zum Minister für nationale Verteidigung Variakojis,

~ i I nach die in jenen Unterhaltungen erörterten Ge-

Veginnende Vammenls-TaligM. sichtspunkte für die deutsche Außenpolitik nicht m — -R.riin 94 Senf tEia Meld) Der Reichs- Betracht kommen könnten. Staatssekretär v. Schu-

sitzende, Abgeordneter Dr. Kahl (D. V. P.) stellte | außenmrnrster Kenntnis gegeben.

die Uebereinftimmung des Ausschusses dahin ftst, I

daß die erste Lesung des neuen Strafgesetzbuches tiflrMtlfil DltboiS t

noch bis zum Dezember dieses Jahres beendet wer- HaCOlUai VUUMI» ’

den soll. Zur Beratung standen die Strafbestrm- $er Erzbischof von Paris, Kardinal Dubois mungert, nach denen der Zweikampf mit Ge- I riach einer schweren Krankheit verschieden, ängnis nicht unter 3 Monaten, im Falle der To- I Apostolische Nuntius in Paris, Monsignore tung eines Teilnehmers nicht unter einem Jahre I Waglione, befand sich am Sterbebett.

bestraft werden soll. Der deutschnationale I gou{3 E^est Dubois wurde am 1. September Abg. Dr. Hahnemann beantragte eine Aenderung, I 185ß -n Sj. GaIai§ (Sarthe) geboren, besuchte wonach studentische Mensur en straffrei M8 Gymnasium, später das Priesterseminar

bleiben sollen. Gegen diesen Antrag wandte sich I sßtecigne und Le Mans und wurde am 20. der Zentrumsabgeordnete ffiegmann. I September 1879 zum Priester geweiht. Nachdem

* | er seine seelsorgerische Tätigkeit als Vikar in

--- Berlin, 24. Sept. (Eig. Meld.) Der Unter- Broulon, Lude und La Couture begonnen hatte, fuchungsausschuß des Preußischen Landtages zur I wurde er 1895 Pfarrer an der Kirche von Nachprüfung der Kreditgewährung der! Benoit in Le Mans und stieg bann rasch zu den preußischen Zentral genossenschafts- I höchsten kirchlichen Würben empor. ^ahre 18.18 kaffe a n die Land b und- und Raiffei- I wurde er Eeneralpikar, 1901 Bischof bon Verdun, s«n-Genossenschaftsbank setzte heute seine I 1909 Erzbischof von Bourges, 1916 Erzbischof Verhandlungen fort. Der Ausschuß beschloß zuerst I von Rouen. Im gleichen Jahre erfolgte auch seine die Vernehmung des früheren Präsidenten der I Wahl zum Kardinalpriester mit dem Titel s. preußischen Zentralgenossenlchaftskasse, Geheimrat I Maria in Aquiro. Als solcher war er Mitglied der *■" •"».------- »K ££ »S

Arme Deu!schn°,ionale! °°"

Hitler, der Führer der Nationalsozialisten, » >

verkündet anläßlich des Volksbegehrens: | * jnformafionsreife des Reichsrats durch Baden.

„Es wäre fachlich falsch, wenn wir sagen wür- I (Gig. Meldg.). Der Reichsrat traf am Montag den, wir hätten uns mit den Deutschnationalen, I aut e|ner Informationsreise durch das badische den christlich-nationalen Bauern, dem Stahlhelm I Gx^nzland in Offenburg ein. Die Mitgliedei usw. zusammengefchlosfen. Nein, diese haben sicht wurden von dem Vertreter der badischen Regie- nns an geschlossen. Die Einberufung der I rung- Staatspräsident Dr. Schmitt, begrüßt, der Sitzung zur Bildung des Reichsausschusfes bebeu- I n* tn Begleitung der Ministerialräte Seeger und ist nur das Bekenntnis des Willens der a n d e r n, I Scheffelmeier sowie der Ministerialdirektoren Dr. mit den Nationalsozialisten zusammenzugehen, und grc* „nb Dr. Fuchs befand. Die Herren bestie- der Reichsausschuß stellt die Form dar, in der sich I gen |n Offenburg den aus zwei Wagen, darunter die Deutschnationale Volkspartei usw. der national | au^ dem Konferenzwagen der badischen Staats- sozialistischen Bewegung angeschlossen haben. I regienmg, bestehenden Sonderzug und fuhren tzm

9.50 Uhr nach Konstanz weiter.