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r. 220.

Heimat

^ulöa, oeri 21 September 19*29

IS. Sonntag nach Pfingsten.

(Eingangslieb: Ekkli. 36,18.

Gib Frieden, Herr, denen, die auf dich harren, f>ar deine Propheten sich als wahr erweisen. @r= höre die Bitten deines Knechtes und deines Bol­tes Israel. (Pf 121,1). Ich freue mich, daß man mir sagte: Wir gehen ^um Hause des Herrn.

Epistel: 1. Kor. 1,4—8.

Bruder! Ich danke meinem Gott allezeit um euretwillen für die Gnade Gottes, die euch zuteil ward in Christus Jesus. Durch ihn seid ihr in allem reich geworden, in aller Lehre und in aller Erkenntnis, und auch das Bekenntnis Christi ist in euch befestigt worden. So mangelt es euch an keiner Gnade. Und nun erwartet ihr die Offen­barung unseres Herrn Jesus Christus, der eucy festigen wird bis ans Ende, damit ihr ohne Tadel dasteht am Tage der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.

Der Hochmürdigsts Herr Bischof

■ begibt sich vom 21. — 3 0. September auf eine Firmungs- und Visitationsreife in die De­kanate Fritzlar und Kassel.

Veränderungen im Diözesanklerus.

Der Hochwürdigste Herr Bischof hat die Pfar- । rci Kämmerzell dem Pfarrer Joseph Krau- in Spahl und die Pfarrei Spahl dem Kuratus Franz K I e e s ch u I t e in Dietges vom 16. Sep­tember dieses Jahres ab übertragen. Anweisung erhielten mit Wirkung vom 16. September dieses Jahres: Kaplan Josef Fröhlich in Hofaschenbach als Kuratus in Dietges; Kaplan Richard F e u f f n e r in Hosenfeld als Kaplan in Hof­aschenbach; Neupriester Rudolf Hammer in Fulda als Kaplan in Hosenfeld; Neupriester Bernhard Köhler in Fulda als Kaplan in Pöp­pe n h a u s s n; Kaplan Alois Vogt in Poppen­.haufen als Kaplan in Künzell.

80. Geburtstag.

Gestern konnte Postsekretär a. D. Rathmann, Adalbertstr. seinen 80. Geburtstag feiern. Herr Kathmann war viele Jahre als Postoerwalter in Neustadt (Kr. Kirchhain) tätig. Im Jahre 1911 trat er in den wohlverdienten Ruhestand, den er, geachtet und geschätzt von seinen Bekannten und Nachbarn, in unserer Vaterstadt verbringt. Der Jubilar ist überzeugter Zentrumsmann und seit Jahrzehnten Leser der „Fuldaer Zeitung".

Personennachrichten.

Res.-Zugführer Joseph B u r s ch e l, hier, wurde zum etatsmäßigen Zugführer befördert.

45 Abgeordnete sind in den Kommunallandkag zu wählen.

Die Einwohnerzahl des Regierungsbezirks Kas­sel beläuft sich nach dem amtlichen Ergebnis der letzten Volkszählung vom 16. Juni 1925 (einschließ­lich des ehemaligen Waldeckfchen Gebietsteils) aut 1138 433. Auf eine Vollzahk von je 25 000 Ein­wohnern entfällt nach ß 3 des Gesetzes ein Ab- geordneter. Zum Kommunallandtage für den Re­gierungsbezirk Kassel sind daher 45 Abgeordnete ju wählen. Die Wahlvorschläge sind dem Bezirks­wahlleiter, Landesrat Stöhr in Kassel, Stände- platz 17, spätestens am 23. Oktober 1929 bis Mit­ternacht schriftlich einzureichen. Eine telegraphische Erklärung gilt als schriftliche Erklärung, wenn sie durch eine spätestens am dritten Tage nach Ab­lauf der Frist eingeqangene schriftliche Erklärung bestätigt wird. (Siehe auch die arntl. Bekannt­machung in dieser Nummer.)

Hanau und die Gründung der Elekkrizitöts A.-G. Mitteldeutschland.

In einer von der Verwaltung des Elektrizitäts- zweckoerbandes Mitteldeutschland herausgegebenen Presfemitteikung war gesagt worden, daß die Städte des Gesellschaftsgebiets sich durch Austausch eines Teiles ihres Aktienkapitals gegen Aktien der Gesellschaft Mitteldeutschland mit dieser verzahnen wollen. Demgegenüber wird vom Magistrat der Stadt Hanau darauf hingewiesen, daß von der Stadt Hanau von einer derartigen Absicht nicht gesprochen werden kann. Der zuständige Verwal­tungsausschuß des Hanauer Elektrizitätswerke­hat unter Zuziehung der Mitglieder des Magi­strats und der Stadtverordnetenversammlung viel­mehr am 16. dieses Monats einstimmig beschlol- fen, „zunächst von der Leitung des Elektro-Zweck- verbandes Mitteldeutschland eine eingehende schriftliche Darlegung derjenigen wirt­schaftlichen, sozialen, finanziellen und organisatorischen Vorteile zu for­dern, die für die Stadt Hanau bei einer Verzah­nung mit der Kommunalen Elektrizitäts A.-G Mitteldeutschland sich bestimmt ergeben werden." Grft alsdann wird sich der Verwaltungsausschuß erneut mit der Angelegenheit befassen.

Die Sparkassen in Hessen-Nassau.

Unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. B l a u m (Hanau) hat am Freitag im Landeshaus 3U Wiesbaden der Sparkassenverband für Hel­sen-Nassau und Waldeck seine diesjährige Tagung abgehalten. Der von dem Vorsitzenden erstattete Bericht über die Geschäftslage "der öffentlichen Sparkassen zeigte deren erfreuliche Aufwärtsbewe- zung verfügen jetzt schon wieder über

Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisvlatt).

Sonntag, den 22. Septemver 1929.

Spareinlagen in Höhe von 275 Mil­lionen Mark und einen Kontokorrent­verkehr von 88 Millionen Mark. Besonders günstig ist die Lage bei den kleinen und mittleren Sparkassen, doch auch für ine großen Institute besteht fein Anlaß zu Klage Dem Verband gehören jetzt 84 Kassen mit 6 2 Zweig st eilen und mehreren hundert An­nahmestellen an. Neugründungen, die kein un­bedingtes Erfordernis sind, sollen nicht vorgenom- men werden. Als die drei Hauptaufgaben der Sparkassen wurden bezeichnet: die Geldbeschaf- f u n g, die Förderung der öffentlichen und privaten Wirtschaft und den kommunalen Organisationen Kredite zur Verfügung zu stellen. Aus allen Darlegungen geht hervor, daß der Verband auch auf die im letzten Jahr im alle, .'meinen Interesse geleistete Arbeit stolz sein kann. Angeregt wurde, den Sparsinn in der Bevölkerung noch mehr zu fördern. Geheimrat Kleine, der Präsident des Deutschen Sparkas­sen- und Giroverbandes empfahl den Kommunen dringend, alle nicht dringlichen Aufgaben zurück­zustellen. Aufschlußreiche Referate hielten noch

Fulda, 4 4 5 0 0 auf den Kreis Hünfeld, und 35751 auf den Kreis Gersfeld. Der

Stand der Bevölkerung

war am 31. Dezember 1928 122 904 Zivilpersonen. Davon wohnten in der Stadt Fulda 27 338 (ohne die 420 Militärpersonen), im Land­kreis Fulda 46 591 im Kreise Hünfeld 26 948 und im Kreise Gersfeld 22 027 Per­sonen. Von besonderem Interesse sind noch einige Zahlen über die Stadt Fulda. Die Bevölke­rung hat sich von 25 814 Zwilperjonen seit der Volkszählung am 16. Juni 1925 auf 27 338 am 31. Dezember 1928 oder um 5,9 Prozent vermehrt. Im Jahre 1928 sind 3 649 nach Fulda zugezogen und 3265 weggezogen. DurchZuzugvon aus­wärts hat sich die Bevölkerung also um 3 8 4 Per­son e n vermehrt, während der Geburten­überschuß nur 188 beträgt. Wenn also auch durchaus noch nicht die Gefahr besteht, daß Fulda ohne Zuzug ausftirbt, so dürfte doch die Feststel­lung nachdenklich stimmen, daß die Bevölkerungs­vermehrung in Fulda schon zu fast 70 Prozent auf Zuwanderung beruht. Schade, daß man nicht weiß,

Angestellten-

Versammlung der Zenkrumspartei (Ortsgruppe Fulda)

Zu der am Montag, den 23. September 1929, abends 87« Uhr im Saale der „Harmonie" stattfindenden

Mgeslelllen-verscimmlung werden hierdurch alle Angestellten, die auf dem Boden der Zentrumspartei stehen, sowie ihre Angehörigen, höflichst eingeladen.

Tagesordnung:

1. Referat des Herrn Stadkraks Dr. Kramer.

2. Stellungnahme zu den bevorstehenden Kommunalwahlen.

3. Neuwahl des berufsständifchen Ausschusses für Angestellte inner­halb der Zenkrumspartei, Orksgr. Fulda (Angestellken-Beirat).

Zahlreichen Besuch erwartet

Otto Heidt, Obmann.

Generaldirektor Dr. Lammers, über die Geschichte und Entwicklung der Nassauischen Landesbank, Re­gierungsrat a. D. Dr. Papst über die öffent­lichen Bausparkassen und Landeskammer­syndikus Dr. Korn über die neue Rechtsprechung über Steuerpslicht der öffentlichen Sparkassen. Die nächste Jahrestagung wird in Hersfeld ab­gehalten. ____________

MkschafksskaiW des Mdaer Landes.

Flächeninhalt nnd Stand der Bevölkerung.

Nicht alle sind Freunde der Statistik. Das mag daher kommen, daß oft der Benutzer der Sta­tistik unter dem Zahlenandrang fast erstickt. Sta­tistische Zahlen haben nur bann einen Wert, wenn sie gut gegliedert und übersichtlich geordnet sind. Auch ist es eine große Erleichterung des Verständ­nisses, wenn den statistischen Tabellen einige Er- > läuterungen beigefügt sind.

Die Industrie- und Handelskam- merFrankfurt a. M. - Hanau hat in ihren „Mitteilungen" eine Wirtschaftsstatistik der einzel­nen Wirtschaftsbezirke, Frankfurt am Main. Hanau, Fulda, Wiesbaden, Dil­lenburg, Limburg, Wetzlar, für bas Jahr 1928 herausgegeben, bie an Ue- berfichtlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Es lohnt sich für biejenigen, bie wirtschaftlich interes­siert finb, sich biefes Heft einmal genauer anzu­sehen und bie Zahlen ber einzelnen Bezirke rnst einanber zu vergleichen.

Wir möchten unseren Lesern heute nur einen kurzen Ueberblick über ben Abschnitt geben, in bem Hanbelskammer-Synbikus Dr. Weymar bie wirtschaftlichen Verhältnisse bes Fulbaer Lau­bes bargeftellt hat.

Naturgemäß muß man zuerst wissen, wie groß bas Fuldaer Land — Stadt und Landkreis Fulda, Kreis Hünfeld und Kreis Gers­feld — ist und wieviel Einwohner dieses Gebiet hat. Der

Flächeninhalt

beträgt zusammen 141615 Hektar; davon ei i allen 1111 Hektar auf bie Stadt Fulda, 60253 Hektar auf ben Landkreis

woher die Zugewanderten zum größten Teil stam­men.

An zweiter Stelle steht die Statistik der Ein­tragungen in das Handelsregister, der Konkurse und der Vergleichsverfah­ren. Es folgt eine S t e u e r ft a t i ft i t, ein Ue­berblick über die Finanzgebarung der Stadt Fulda, und über die Realsteuern in ben größeren Orten ber Kreise Fulba, Hünfeld, Hersfeld. Interessant und aufschlußreich ist auch bie Gewerbe- unb Sozialstatistik flnb bie Verkehrs st ati st ik. Zum Schluß wird bann noch kurz ber Geldverkehr und die Lage am Wohnungsmarkt und bie Bau­tätigkeit gestreift.

Dazu durfte es nicht kommen.

Die Berhanblungen ber stäbtifchen Körperschaf­ten in Kassel über ben stäbtischen Haus­haltsplan für bas Rechnungsjahr 1929 haben trotz eingehender Bemühungen der Verwaltung und Vermittlungsversuchen der Aufsichtsbehörde zu keinem Ergebnis geführt. Nunmehr hat ber Regierungspräsident im Einverneh­men mit den Ministern des Innern und der Fi­nanzen gemäß § 59 bes Kommunalabgabengesetzes bas Verhältnis ber Zuschläge zu den einzelnen R e a I ft e u e r n in der Stabt Kassel für bas Rech nungsjahr 1929/30 wie folgt festgesetzt: Es werben erhoben an Gemeinbezuschlägen 375 Pro­zent zur Erunbvermögenssteuer, 500 Prozent zur Gewerbeertagssteuer ünb 1500 Prozent zur Ge­werbekapitalsteuer. Der Magistrat ist verpflichtet biefe Zuschläge ohne Zustimmung der Stadtverordneten-Versammlung zu erheben Die Mehreinnahmen sollen zur Deckung der Fehlbeträge aus 1929 und den Vorjahren ver­wendet werden.

Lin gutes Zeugnis für die poff.

Eine Durchprüfung der Deutschen Reichspost durch den Reichssparkommistar ist nahezu beendet. Bor kurzem hat der Reichssparkommisfar ein Gut­achten über den Postbetriebsdienst vorgelegt, das eine wertvolle Anerkennung der Verwattungs- arbeit ber Deutschen Reichspöst barstellt. In diesem Gutachten heißt es: „Die Durchprüfung des Post- betriebsbienftes hat ergeben, baß es sich babei um einen Dienstzweia hanbelt. ber feinen Aufgaben

gerecht wird und den Anforderungen einer wirt­schaftlichen Betriebsführung durchaus entspricht." In den weiteren Sondergutachten über bas Kas­sen- und Rechnungswesen der Deutschen Reichs- post, bas einen schwierigen unb vielfältigen Dienst­zweig darstellt, faßt ber Reichssparkommisfar sein Urteil dahin zusammen: „In seiner Gesamtheit bietet das Kassen- und Rechnungswesen ber Deut­schen Reichspost ein in sich wohlgeorbnetes und geschlossenes Bild, das in vieler Hinsicht für die von der Reichsregierung erlassene Reichskassenord- nung richtunggebend gewesend ist."

Erleichterungen im Sonntagsrücksohrverkehr.

Im Sonntagsrücksahrverkehr ist jetzt von der Reichsbahn eine Erleichterung eingeführt worden, die sicherlich von zahlreichen Reifenden begrüßt werden wird. Reifende mit Sonntagsrückfahrkar­ten, die am Samstag zur Hinfahrt einen vor 12 Uhr oder in der Nacht vom Samstag zum Sonn­tag zur Rückfahrt vor 24 Uhr abführenden Zug benutzen wollen, brauchen jetzt einfache Fahrkarten nur bis zu dem Bahnhof zu lösen, ben ber Zug um ober nach 12 Uhr ober 24 Uhr zuerst berührt, ohne Rücksicht darauf, ob der Zug dort hält ober nicht.

keine Entlohnung für die Gefellenprüfungszeit

Wohl in allen Gewerben bestehen Innungen, meistens Zwangsinnungen, bie nach beftanbener Lehrzeit und nach abgelegter Prüfung ben Lehr­lingen ben Gesellenbrief ausstellen. Dieser Brief ist wieberum Voraussetzung für ben etwaigen zu­künftigen Me fterbrief, der bas Recht zur Ausbil- bung von Lehrlingen verleiht. Die Herstellung bes Gesellenstücks erforbert oftmals eine nicht uner­hebliche Zeit unb zuweilen entsteht Streit barübei, ob ber Lehrmeister auch wöhrenb dieser Zeit sei­nen Lehrling zu vergüten verpflichtet sei. In einem berartigen, bas Baugewerbe hetreffenben Fall hat nun bas Reichsgericht bem Sinne nach wie folgt entfchieben: Lehrlinge finb im Baugewerbe für bie geleistete Tätigkeit zu entlohnen, aber nur für bie wirklich geleistete Arbeit. Wenn Schulstunben wie Arbeitsstunden bezahlt werben, so ist bies eine Ausnahme, bie nicht auszubehnen ist. Die praktische Prüfung, bie aus ber Baustelle eines anberen Arbeitgebers ftattfinbet, hat für ben eige­nen Arbeitgeber keine probuktive Bebeutung, ist somit auch nicht zu bezahlen. RAG 612'28 oom 15. 5. 1929.)

Gesperrte Straße.

Nach Mitteilung bes Bezirksamts Brücken ar wird die Bezirksstraße R u p d o d e n—Z e i 11 o f s Amtsgrenze wegen Walzarbeiten von Montag, den 23. September 1929 bis etwa 9. Novnrnber 1929 für den Durchgangsverkehr mit Fahrzeugen aller Art gesperrt. Die Umleitung ersolgt über Bad Brückenau — Züntersbach — Schwarzenfels—Mott- gers. ________________

50 Jahre Thomasmehl.

Bon Landwirtschaftslehrer Schick, Fulda.

Arn 22 September bes Jahres 1879 würbe zu» ersten Male nach bem Thornasverfahren Stahl her- gestellt unb babei als Abfallsprodukt bas Thomas- schlackenmehl, kurz Thomasmehl genannt, ge­wonnen. Durch bas von bem Englänber Thomas entbeckte und nach ihm benannte Verfahren wird das phosphorreiche Roheisen von bem hohen Ge­halt an Phosphor befreit, ber basfelbe vorher für Stahlzwecke ungeeignet macht, ba durch ben hohen Phosphorgehalt hauptsächlich bie Brüchigkeit bes Materials verursacht wirb. Es wirb in bem Ver­fahren burch bas in großen birnenartigen Behäl­tern befindliche geschmolzene mit Kalk versetzte Roheisen mit gewaltigem Druck athmosphärische Luft hindurchgeblasen und babei ber Phosphor zu Phosphorsäure verbrannt, bie bann zusammen mit Kalk, Kieselsäure unb einigen anberen Zuschlag­stoffen, bie an ber Oberfläche sich anfammeinbe Thomasschlacke bilbet.

Diese Erfinbung hat eine neue Epoche in ber Stahlinbustrie unb ganz bejonbers aber ber beut» scheu Eiseninbustris ben ungeahnten Aufschwung gebracht und gleichzeitig aber auch einen gewal­tigen Einfluß auf die Hebung der landwirtschaft­lichen Produkte ausgeübt. Nun wurde allerdings nicht etwa von heute auf morgen bas Thomasmehl ein allgemein gebräuchliches Düngemittel. Es blieb zunächst noch ziemlich unbeachtet. Der Eng­länber Thomas wollte ja auch mit feiner Erfin­bung nicht etwa ber Lanbwirtfchaft einen neuen Dünger zur Verfügung stellen, fonbern bas phos- phorhaltige Roheisen für Stahlgewinnung geeignet machen. Es hat zwar nicht an Leuten gefehlt, bie von Anfang an barauf aufmerksam machten, baß bas bei bem Thornasverfahren erhaltene Nebenprodukt eine große Bedeutung für bie Lanb­wirtfchaft bekommen werbe. Jedoch blieb bas Jn- terreffe für ben neuen Dünger zunächst burchaus gering. Auch würbe bas Thomasmehl falsch ein» geschätzt, inbem man die in ihm enthaltene Phos- phvrsäure in ihrer Löslichkeit mit derjenigen im Sup-rphosphat verglich. Ein exaktes Versuchs­wesen bestand damals für die große landwirtschaft­liche Praxis noch nicht. Kurzum man war noch gar nicht so recht von der pflanzennährenden Wir­kung de>. Thomasmehls überzeugt. So kam es denn, daß sich neben den bekannten hochofen- fchlacken auf den Eisenwerken auch Halden von Thomasschlacken ansammelten, mit denen man nichts Rechter anzufangen wußte. Man benutzte sie zum Ausfällen von Niederungen, zum Aus- beffem von Wegen und gab sogar noch Geld dazu, um das lästige Abfallprodukt loszvwerden.

Ein Umschwung trat em gegen Ende der Achtzigerjahre, nachdem die Thomasmehlfrage von

Iche Schuhrepnratiiren den schnellstens und sauber ausgeführt.

So lassen Sie sidi nicht irre machen durch Anpreisungen von orih. Schuhen und Hilfsmitteln, die als Massenartikel in Fabriken hergestellt werden.

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P.Breidbach