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Samstag, -en 21. September 1929

Fuldaer Zeitung (Amtliches kreisvialt)

I e ES Kurhesien-Marburq ||

Vorher 1. Schülermannschaft .Eintracht" Frankfurt a. M. gegen .Borussia" 1. Schülermannschaft 1. Sportverein Borussia 04 e.V. MR

— Ilakurheilvereia e. v. Fulda. Man schreibt um. Am Mittwoch hielt in der Monatsoersammlung (Har- monie). nachdem einige geschäftliche Sachen erledigt wa­ren, fjerr Naturheukundiger Eucker den angekündigten Vortrag über gärungslose Früchteverwer­tung. Der Redner schilderte den Wert der Früchte für den menschlichen Körper, durch ihren (Anhalt an vollwer­tigen Zuckerstoffen, sodann ihren Basengehalt und Fruchtsäuren, die beide wertvolle Mineralstoffe orga­nischer Natur für den Aufbau des Körpers bilden. Man habe in jetziger Zeit das Obst nicht nur als Genußmit­tel, sondern als ein wertvolles Nahrungsmittel immer mehr erkannt. Bei der Verwertung der Früchte, die sich

Würzburg mußte sie längst eingestellt werden, auch auf dem Neckar rvhf sie feit Wochen. Was das für die Parsikulierschiffer, kleine, arme Leute be­deutet, vermag nur der 3U ermessen, der sie auf ihren Kähnen in den finfen ausgesucht bat.

Nur der Winzer lächelt in diesen Tagen der Trockenheit. Der 29er Jahrgang, den man „Be- freiungswein" nennen will, verspricht quan­titativ gut zu werden und auch die Dualität wird dank der strahlenden Sonne nichts zu wünschen übrig lassen. R. M.

zu ul—----- --------....

Wohl ist die Schiftahrt auf dem kanalisierten Main noch im Gang, doch zwischen Aschaffenburg und

Sie AkbeUsmarlttage im Reich.

Di- Widerstandsfähigkeit ,die der Arheitsmarkt zeigl^ bat nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom alu-lä September schon wieder einem neuen Ruck- qavg der Beschäftigung Platz flemort): Zwar siblt^es NWRWELsAs konjunkturelle Entwicklung zu. Die rückläufiger. Tenden- finh mahl nur wm Teil, so vor allem m der Lanv- wirtschaft, als Saison bedingt anzusprechen und müssen ... einem erheblichen Teil als Anzeichen einer allerdings langsamen Abschwächung der ^oniun^“rmaXnabIine“nq den Mehrfach wirken Maßnahmen der Rationausterung (Chemisch? Industrie, Zigarettenindustrie Bankforderung im Baugewerbe, Normalisierung m der Konsektloch un günstig auf den Arbeitsmarkt, ohne daß hieraus Schlüsse auf die Konjunkturentwicklung gezogen werden konnten. Verschiedene Landesarbeitsamter weisen auf die zuneh wende Neigung von fernmäßig zusammengesaßter Un­ternehmungen hin, das gegebene Arbeitsquantum nicht nur zeitlich sondern auch betrieblich zusammenzusasse.r und so immer mehr zu kurzfristigen Arbeitsverhaltmssen überzugehen.

Die Zahl der chauptunterstützungseivp- f ä n g e r in der Arbeitslosenversicherung ist in der Be- richtszeit etwas angewachsen und durfte aus 7 3 5 0 0 0 zu schätzen sein. ——

Vortragsvereinigung Fulda.

Lichlbildervortrag: „Rund um die Hielt mit Gras Zeppelin".

Die Dortragsvereinigung wird am Freitag, den 21 September im großen Stadtsaal ihr Winterprogranm beginnen mit dem Lichtbilder-Vortrag: „Rund um die Welt mit Graf Zeppelin durch den Teilnehmer an der Fahrt Herrn Schriftsteller Max Geisenheyner aus Frankfurt a. Main. Der Vortragende, an dessen blumig poetischer Sprach« wir uns neulich im Frankfurter Rundfunk bet einem kurzen Vortrag über „Zeppelins Märchenfahrt erfreuen konnten, sprach vor einigen Tagen über dieses Thema im großen Saalbau vor fast 2000 andächtig lau­schenden Zuhörern (fast ebenso viele erhielten keinen Platz mehr) und riß sie zu brausendem Jubel hin. Wr sind überzeugt, daß der Vortrag über die erste Weltreise des „Zeppelin", die wochenlang die Kulturvölker der Erde in Spannung hielt und ein ruhmvoller Markstein in der Geschichte unseres 'Vaterlandes bildet, auch in Fulda feine Wirkung nicht verfehlen kann. Da nur noch wenige Tage uns von dem großen Ereignis tren­nen, werden die oerehrlichen Mitglieder freundlichst ge­beten, sich noch vor Donnerstag, den 26. September in die Liste einzuzeichnen.

Stammkarten für in Aussicht genommene 8 Vor­träge zu 8 Mark und Beikarten zu 4 Mark, werden in der Nehrkornschen Buchhandlung erst später ausgegeben. Für Nichtmitglieder gelangen nummerierte Karten zu 3 Mk., 2 Mk. und 1.50 Mk., und nicht nummerierte zu 1 Mk. zur Ausgabe, Schülerkarten zu 50 Pfg. Die linke Seite des Saales ist für Nichtmitglieder reserviert.

Die Vortragsvereinigung sieht sich an dieser Stelle noch zu der Erklärung verpflichtet, daß eine Fortfüh­rung des geplanten Winterprogramms nur bann statt- finben kann, wenn eine Abnahme von minde­stens 200 Stammkarten erfolgen wird.

Unter großer Beteiligung fand, wie mir bereits kurz mitteitten,' am 16. und 17." September die biesiäfjrige Hauptversammlung des Deutschen Landkreistages in Ba­den-Baden statt. "In Anwesenheit zahlreicher Behorden- vertreter sowie zahlreicher Reichstags- und Landtagsab­geordneter wurden die brennenden Fragen der Kommu­nalpolitik erörtert.

Der Präsident des Deutschen Landkreistages D r. v. Stempel hob in feinen Ausführungen die gegenmär. tigen Probleme für die Kommunalpolitik hervor. Im Vordergründe des Interesses steht her auf Grund der Haager Konferenz zur Diskussion stehende fOoungpIan. Es ist nicht Sache der Landkreise, zu dessen Annahme ober Ablehnung Stellung zu nehmen. Das muß ber großen Politik überlassen bleiben. Wohl aber wird der

Doungplan die künftige Gestaltung der Reichsfinanzausgleichs maßgebend

beeinflussen. Für den Fall ber Annahme des Poung- planes fordern die Landkreise schon jetzt, daß die sich etwa daraus ergebenden Erleichterungen den Ge­meinden und Gemeindeoerbänden zugute kommen. Das Reich darf unter keinen Umständen die Ersparnisse an Jahreszahlungen restlos zum Ausgleich seines Haushalts verwenden .solange nicht durch Ein­sparungen das Allerletzte herausgeholt ist. Etwaige Er­mäßigungen auf Grund des Poungplanes müssen über die Gemeinden und Gemeindeverbände der deutschen Wirtschaft bis zu ihren kleinsten Trägern zugute kom­men.

Der infolge des Youngplanes kommende Reichsfinanz­ausgleich darf eine Kürzung der Einnahmen ausUeberroetfungenfür Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände nicht bringen. Die Belastung der Kreiseingesessenen ist heute schon bis zur Unerträglich­keit gesteigert. Die Zukunft darf nicht mehr belasten, sondern muß unter allen Umständen wesentliche Erleich­terung bringen.

Große Aufmerksamkeit hat der Landkreistag dem Problem der Arbeitslosenversicherung gewidmet. In wiederholten Darlegungen hat er auf die Mängel der heutigen Gesetzgebung und auf die B e s s e r un g s m ö gli ch ke it e'n bei der bevor­stehenden Neuregelung hingewiesen. Mit den anderen kommunalen Spitzenverbänden ist er bemüht gewesen zu verhindern, daß' die Sanierung der Reichsanstalt zu Lasten der gemeindlichen Wohlfahrtspflege vorgenommen wird.

Weitere Ausführungen beschäftigten sich mit dem Verfassungs- und Verwaltungsrecht, mit dem Steuerver­einheitlichungsgesetz, mit dem Anleiheablösungsgesetz, mit dem Kraftsahrzeugsteuergesetz und der kommunalen Kre­ditpolitik.

Ausgehend von Betrachtungen über die vielfach nidjt gcnügenb gemürbigte SBebeutung ber ländlichen Wirtschaft und der ländlichen Bevölkerung

für Gesamtoolk und Staat, untersuchte Landrat Dr. Dr. K r a ch t-Heide, die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und planmäßiger umfassender Wohlfahrtspflege, die sich auf wirtschaftliche, gesundheitliche und kulturelle Förde­rung der ländlichen Bevölkerung bezieht. Gesetzgebung

vom Plitz erschlagen

wurde gestern mittag gegen 3 Uhr bei dem > ch w e- r e n (Bernitter, bns im Vogelsberg niederchng und auch nach Fulda etwas Reaen brachte, in G i e- s e l der 75jährige Landwirt Nikolaus Wehner. Er war beim Kartoffel-Herausmachen vom Gewit­ter auf dem Felde überrascht worden. Auch eine Kuh wurde durch den Blitzstrahl getötet, während die Frau des Erschlagenen, die das Tier führte, unverletzt blieb und mit dem Schrecken davon kam.

Einheitliche Ferienordnung in Preußen?

Die Berliner Zentralschuldeputation beschloß, den Magistrat zu ersuchen, daß er bei der preußi­schen Regierung beantrage, die Ferienordnung ein­heitlich für das ganze Land zu gestalten. Es soll künftig in ganz Preußen, wie es jetzt im Rhein­land, in Westfalen und Süddeutschland der Fall ist, das Schuljahr in drei Teile zerlegt Derben. Das erste Drittel des Schuljahres soll stwa von Ende September bis Weihnachten, das zweite bis Ostern und das dritte bis etwa in die Mitte des Juli hinem sich erstrecken, so daß die großen Ferien das Schuljahr schließen. Falls der Magistrat zustimmt, wird voraussichtlich der Stadt­verordnetenversammlung eine entsprechende Vor­lage zugeleitet werden.

Für Studierende der Rechte

findet Anfang Oktober beim Amtsgericht in Fulda ein kurzer Lehrgang für Rechtsstudierende statt. Wer teilzunehmen wünscht, möge sich bis zum 28. September ds. Js. schriftlich bei dem Amtsgericht melden.

Fernsprechteilnehmer Achtung?

In Aachen haben zwei Schwindler versucht, von Fernsprechteilnehmern Geldbeträge für kosten­pflichtige Druckzeilen im amtlichen Fernsprechbuch einzuziehen. Da anzunehmen ist, daß sie diesen Versuch an anderen Orten wiederholen, werden

und Organisation bestimmen bie Tätigkeit ber amtlichen Arbeit, bie aber für sich allein nicht entlcheibenb ist, son- bern für bereu Dauerwirkung bie Festigung und Vertie­fung sozialer (Bebauten in ber (änblicben Bevölkerung ausschlaggebend fein wirb. Neben bie objektive Wertung ber Wohlfahrtsarbeit für bie länbliche Wirtschaft, in deren Mittelpunkt als kostbarstes Gut ber Mensch steht, tritt deshalb bie Frage nach ber Einstellung ber Lanbmeuschen zu dieser sozialen Arbeit, eine Einstellung, bie nicht un- wesentlich von ben Auswirkungen ber allgemeinen sozial­politischen Gesetzgebung her bestimmt wirb, und demeut- fvrecheud die Frage nach ben befonberen Aufgaben ber Kre'mverwaltuugspolitik auf biesem Gebiete unter Be­rücksichtigung auch ber sozialpöbagogischeu Gesichtspunkte.

Das Bestehen der ländlichen Kreise, die als B e- zirksfürsorgeverbände in zunehmendem Maße die soziale Arbeit in ben läublichen Bezirken übernom» men haben, ist zur Förderung ländlichen Wif- fensuudErhaltunqläudlichenVolkstums auf eine voll gleichwertige, wenn auch keineswegs immer gleichartige Fürsorgearbeit gerichtet. Sie darf mit Rück­sicht auf ihre große Bedeutung im Gesamtleben ber Na­tion angesichts" ber notwenbig gesteigerten Aufwendungen und Leistungen von der Gesetzgebung eine angemessene Berücksichtigung bei ber Regelung bes endgültigen Finanzausgleichs erwarten.

Der Mitberichterstatter Oberregierungsrat im Badi­schen Ministerium des Innern Dr. S ch ü h l y sah seine Aufgabe insbesondere darin .die Ausführungen des Vor­redners mit Rücksicht auf bie kleinbäuerlichen Verhältnisse Sübdeutschlanbs, insbesondere Badens zu ergänzen. Er leitete seinen Vortrag mit dem Hinweis darauf ein, daß Baden das einzige deutsche Land ist, das, keine Bezirksselbstverwaltungsverbänbe im An­schluß an die unteren staatlichen Verwaltungsbehörden kennt. Diese Erscheinung führte der Redner auf ben ge- Ichichtlichen Aufbau ber badischen Verwaltungsorganisa­tion zurück und legte bar, wie sich bie länbliche Wohl­fahrtspflege in Baben bei ber gegebenen Organisation entwickelte. In Verfolg dieser Untersuchung wurden die besonders intensive Förderung der Wohlfahrtspflege durch Regierung und staatliche Stellen und der

AusbaudesländlichenFortbildungsschul- wesens und des Fachschulwesens hervorgehoben. Der Ausbildung der Fortbil­dungsschullehrer und -lehrerinnen wird besondere Sorgfalt gewidmet. Die Fortbildungsschul- lehrerin bringt deshalb auch in die kleinsten Gemeinden des Landes eine volle pflegerische Ausbildung mit und ist in der Sage, die Töchter des Bauernvolkes in allen hauswirtschaftlichen Fächern und in ber Gesund- heitspffege sachgemäß anzuleiten Für bie Bauernsöhne besteht daneben noch bie Möglichkeit zum Besuch land­wirtschaftlicher Fachschulen (Winterschulens. Die Erziehung des Landvolkes ist das Kernpro­blem auch der ländlichen Wohlfahrts­pflege. Von ihr läßt sich auch ein größeres Verständ­nis für bie Ziele ber Wohlfahrtspflege erhoffen. — An­schließend behandelte ber Redner bie Bebeutung ber So- zialversicherung für die ländliche Wirtschaft und Wohl­fahrtspflege, bie gerabe in den kleinbäuerlichen Verhält­nissen von erhöhter Bedeutung ist, weil sie weitgehend auch dem Kleinunternehmer zugute kommt.

Wagenführer E. P. von hier erhielt wegen Ueber- tretung der Kraftsahrzeugordnung 3 i Geldstrafe. — Der Kaufmann F. K., hier wohnhaft, hatte einen Strafbefehl über 30 M erhalten, weil er am 9 Juni dieses Jahres in den Abendstunden einen gesperrten Teil der Straße H-rsseld-Hunfeld be- fahren haben sollte. Gegen diesen Strafbefehl hat St Einspruch erhoben. Von dem ""nommene Neunen tonte jedoch gestern weder der Beschul diqte noch dessen Ehefrau mit Bestimmtheit a-s

gesprochen. - In der Privatklage des Kaufmanns S Str. in Frankfurt a. M. gegen den Kaufmann P Sch. von hier wegen Beleidigung erhielt der Beschuldigte 10 J*. Geldstrafe. In der Widerklage des P- Sch. gegen den S. Str. wegen Seleibignug erfolgte Freisprechung.

Tulbaer Nationalsozialisten auswärts.

-Die Hersfelder Zeitung" bringt un­ter der Üeberfchrift „Versammlung unter Polizei- schütz" in großer Aufmachung einen Bericht aber eine Versammlung der Nationalsozialisten in Herv­est, in bet an Stelle des verhinderten Reichstags- abgeorbneten Wagner, der dafür dieser Tage 'M Fuldaer Stadtsaal nach eigenen Worten das "Volk aufzupeitschen" versuchte (deshalb nennt man bi Nationalsozialisten „mit Unrecht Hetzer) Jour d an-Fulda sprach. Eememt ist ledenfalw vmng

Yorban der eigentliche Führer der Ful­daer Nationalsozialisten. In dem Bericht Hechtes, daß Jordan sich als gewandter Redner entpuppt hätte was sich nicht auf ben Inhalt i • Ausführungen beziehen soll". ^/°ud großen Vei- fall aber auch Widerspruch machte sich bemer jar. ®eiter heißt es: In ber Diskussion sprayen Quer- für bie Sozialdemokratische Partei u - ÄJJant ©öring für die Volkspartei. Dem ÄSÄ man 20 Mmut.nund Mn weiten nur 10 Minuten Redezeit zugebilligt, was zu Widersprüchen aus der Versammlung Deran w- funa gab. Als dann der Hauvtreferent das Sck.utz- wort hielt, steigerte sich die Erregung em«i T Ä.ÄE" Ä Ä '8Ä-*. bann»ritt. Strophe d.- „ «V.

funaen. Die Polizei mußte schließlich,en er aif ch Ruhe gebieten, die bann auch eintrat . einen geordneten Schluß der Versammlung zul-eß Danach kam es allerdings noch zu „Hoch - und „Nieder"-Rufen und dergleichen.

weitem Maße freie Hemd haben muß, m Not- fällen sogar den Urlaub versagen kann. Das letz- tere wieder nur gegen Zahlung der Urlaubsver­gütung. So lautet das Urteil des Reichsarbeits- gepichtes vom 12. Januar 1929.

Stadtkraftpost.

Ab Samstag, den 21. dieses Monats verkehrt die Stadtkraftpost jeden Samstag vormit­tags in Richtung «Dtoltteftrafee—Stl»• fabrik und umgekehrt halbstündlich. In Richtung Postamt—Petersbergerstr. verkehrt em Kraftwagen um 9.53 ab Postamt.

Endlich erwischt

wurde der Wohlfahrtsschwindler, der vor einiger Zeit auch im Fuldaer Land sein Unwesen getrie­ben hatte. Bekanntlich gab sich der Mann als Be­amter des Wohlfahrtsamtes aus und versprach Leidenden einen billigen Kuraufenthalt zu vermit­teln. Vorher sei aber eine Hauskur nötig, für die er sich einen Vorschuß geben ließ- Der Schwindler, ber scheinbar viele Gegenden Deutschlands un­sicher gemacht hat, konnte jetzt in Weiden in der Oberpfalz festgenommen werden. Er nennt sich Hermann Nebel. - Daß diese Gauner immer wie- ber mit Erfolg auftreten können, ift eigentlich un- begreiflich. Wann hört endlich die Vertrauens­seligkeit mancher Leute auf?

Fußgänger seid vorsichtig!

Die B. Z. meldet aus Düsseldorf: Das Düssel­dorfer Schöffengericht verhandelte über em Auto­unglück, das im Juni dieses Jahres drei Todes­opfer forderte, als ein Benzintankwagen be'm Aus­weichen eines Passanten auf eine Schutzinsel fuhr. Die Verhandlung ergab, daß der Chauffeur mit ge­nügender Vorsicht gefahren war und daß er keine Schuld an dem Unfall hatte. Dagegen wurde der Fußgänger, der im letzten Augenblick und ohne sich umzusehen, den Fahrdamm überaueren wollte, zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der, Vorftt- zende betonte, der Erfolg dieser Strafe möge fein, daß bas Publikum einsieht, rote es andere gefahr- bet, wenn es nicht die Verkehrsvorschriften beachtet. Don einem Personenkraftwagen angefahren wurde gestern abend in der Buttlar st raße ein jugendlicher Radfahrer. Während das Fahr- rod vollständig zertrümmert wurde, kam der Rad- fahrer selbst mit leichteren Verletzungen davon.

Aus dem Gerichtssaal.

Wegen Bettelns wurde der mehrfach vorbe­strafte ZZjähriae frühere Hausdiener K. Bartnick. ohne festen Wohnsitz, aus der Haft vorgeführt. Er treibt sich schon lange ziel- und planslos bettelnd im Lande herum und mar auch schon wiederholt wegen Bettelns im Arbeitshaus. Im Juli dieses Jahres war B. bettelnd in Hemmen und Schlitz angetroffen worden. Er erhielt 3 Wochen Hast. —'Weil er die Kraftfahrzeugordnung in 2 Fällen übertreten hatte, war dem Reisenden H. von hier ein Strafbefehl in Höhe von zus. 65 zugegan- aen. Hiergegen erhob er Einspruch. Im gestrigen Termin wurde festaestellt, daß H. an einem Juli­abend in rasendem Temvo durch die Karlstraße ge­fahren und außerdem nicht im Besitze des richtigen Führerscheins war. Dos Gericht verurteilte ihn zu insgesamt 40 M Geldstrafe; außerdem hat er bie Kosten zu tragen. — Der 22jährige Kraft-

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die Fernsprechteilnehmer vor ihnen gewarnt und gebeten, beim Auftreten ihre Festnahme durch die Polizei zu veranlassen. Es wird darauf hingewie­sen, daß Fernsprechgebühren jeder Art grundsätz- sich von den Teilnehmern auf Grund der Fern-

_ ♦ I sprechrechnungen bei der zuständigen Postanstalt

Wenn es NiGr regner...»r I eingej5aI)[t werden müffen, aber niemals bar einge-

«olgen der Trockenheit in Südwestdeutsch- zogen werden.

® .6_Ganze Dörfer ohne Wasser. — Flüsse und I Verlängerung der preußischen Pachtschuhordnung.

£7, «ab ausgetrocknet. — Die hungerfteine wer- I Durch eine Verordnung vom 13. September ist ® fiLbar — Landwirtschaft und Schiffahrt lei- bie Geltungsdauer der preußischen Pachtschutzord- den sichwar. 1 ,. (n.....j nunq _ bie andernfalls am 30. September abge­ben Rot. - Doch die Wmzer lchmunzem IaufeHn roäre _ bis zum 31. März 1930 verlängert

0= lange Tage hat es IN Sudwestdeutschland I morden. Die Verlängerung ist erfolgt tm Hinblick .Af mehr geregnet, 85 Tage scheint unentwegt I aut hag la Vorbereitung befindliche neue Gesetz v, Sonne und' wenn ein kleines Gewitter am I üt)er bas landwirtschaftliche Pachtrecht. Sie will cctiimel aufzieht, so genügt fein Regen noch nicht I Derhüten, daß zwischen das Inkrafttreten des neuen •tmal um den dicken Straßenstaub zu binben, 1 Gesetze- „ab bie bisherige Regelung sich em Ju- ff“ ach zentimeterdick anhäuft. Ausgetrocknet I »and einschiebt, in welchem ein Pachtschutz über« Pöhen Felder und Wälder, das Laub hängt schlaff I hau„t nicht vorhanden ist.

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Sonne .... Wohl hat der Bauer sein Wie aus Berlin gemeldet wird, stimmte der treibe bei prächtigster Witterung unter Dach I Reichsrat in feiner heutigen Sitzung einer Ver- «hracht, doch der zweite Heufchnitt, das Grummet I ordnung zu, wonach die 50 Pfennigstücke aus Alu- 5; r quantitativ so gering, daß man es vielerorts I miniurnbronze eingezogen und zum 1. Dezember " glicht erst mähte, sondern vom Vieh abweiden I außer Kurs gesetzt werden sollen.

Lfc Schlimmer noch steht es um die Hackfrucht- - . , Weißfische in Fulda und Edder.

’JL Die Kartoffeln bleiben in ihrem Ertrag I 3 .... orntfirhtonroan» ber Fischerei roei«

M^ckWittlich um 50 Prozent unter Normal, in Fulda und Edder zuviel

L.^Zöden, die im Süden vielfach vorhanden sind, I ^n .?fi„^ bie die B r u t d e r » d - gjt der Ertrag kaum 30-40 Prozent Dabei We-ßfische Vorhand Nsind,d'e dw Brut de f-nh die Knollen klein geblieben. Auch Dickwurz "r e n M l G e v er i eigen unvi ^Qrum oder Dickrüben, wie man sie I gut, die Weißfische'in ihren Gewässern kurz zu hal-

bringen nur geringe Ernte, 30 ^ Prozent der I Nutzung mit Netzen wird notwendig fein, normalen Ernte sagen die Bauern. Und sie haben Ien- mu

recht, man sieht es an dem kläglichen Stand der I Aufwertung von Renken der Invalidenversicherung Rübenfelder deren Laub längst vertrocknet ist und I nach dem Reichsgesetz vom 12. juli 19*h.

gelb und fahl über der Knolle hängt. Nicht viel I In den Kreisen der Rentenempfänger ist die bester steht es in der Gärtnerei. Die weiten Ge- I Ansicht verbreitet, daß das Gesetz vom 12. Juli müseländereien um Frankfurt, Mainz und Darm- I 1929 eine 15prozentige Aufwertung des Gesaml- stadt bringen nur annehmbare Ernte, wenn sie 1 rentenbetrages bringt. Das ist nicht der Fall. Nur künstlich bewässert werden konnten, wo das nicht I bie aus Beiträgen vor 1. 10. 1921 fließenden Nen- möglich war, ist der Ausfall groß und die Haus- I tenfteigerungen werden um 15 Prozent erhöht. Die stauen werden im Winter teures Gemüse kaufen I Aufwertungsbeträge find also verschieden hoch, je müssen, da die Konservenfabriken natürlich auf- I nach der Zahl und Lohnklasse der vor dem 1. 10. kaufen, was ihnen erreichbar ist. _ I 1921 verwendeten Marken. Bei den jetzt neu feft«

Die großen Nebenflüsse des Maines, die Nidda, I zusetzenden Renten beträgt der Steigerungsfatf Kinzig, Mümling und wie sie alle heißen mögen, I für jede bis 1. 10. 1921 verwendete Marke: in sonst außerordentlich wasserreich, ja gefährlich, I Klasse I 4 Pfg. statt bisher 3 Pfg.: in Klasse n kommen als träge Wässerlein zu Tal, man kann I g Pfg. ftertt bisher 6 Pfg.; in ^"^e fit 14 Pfg. sie stellenweise fürbaßschreiten und selbst ein mäch- 1 statt bisher 12 Pfg.; in Klasse TV 20 Pfg. statt bis­siger Fluß wie Mosel bildet stellenweise beinahe I her 18 Pfg.; in Klasse V 30 Pfg. statt bisher 27 ein trockenes Bett, in dem sich ein kleines Flüß- I Pfennig.

chen mühsam fortbewegt. Die kleinewn Bäche * ein Arbestnehmer selbst feine Urlaubszeit sind überhauvt vertrocknet, wenn man nicht recht- I heftimmen?

zeitig kleine Staubecken geschaffen hat, umdenFisch- I .. . < einzelne Arbeiter

bestand' m der Regel Forellen, halbwegs zu re ten. bestiL Mveritgt, wie

Aber auch das ist nur selten gelungen. Quellen I e§ ^chst bestimmt. Die Urlaubseinteilung muß versiegen überall, Wasserleitungen setzen aus und ich im Interesse der ordnungsmäßigen Fort­es gibt zahlreiche Dörfer im Taunus, der sonst I L, ^s Betriebes auf das Jahr verteilen, auellenreich ist, die ihre Wasserleitung langst außer Interessen des Betriebes und der Ar-

Betrieb setzen mußten. In anderen sind Wasser- heiterschaft zu wahren sind. Darüber ist eine Ver­sperrstunden etnaefuISri, bie meist den ganzen Tag I eiT16anmq zwischen Betriebsleitung und Arbeiter- anbauem mit Ausnahme einer einzigen Stunde I tieitiehmq ,u tieffen. Sie kann naturgemäß wie- am Morgen und Abend. Baden im Hause ist em I nur allgemeiner Natur sein. Die Bestimmung, überflüssiger Luxus geworden, man mußte es von I toQnn ber einzelne Arbeiter den Urlaub antritt, Amtsweaen in vielen Orten überhaupt verbieten. I - . Betriebsleitung zu treffen, bie dabei in

Im Main und im Rhein sterben infolge der I

Wasserwärme, die starke Abgabe von Sauerstoff I .

Ser gesamte^ Fischbestand im Untermain kann als Die deutschen Landkreise in Baden-Baden.

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