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Sonntag. 15. September 1929.

Königstein im Taunus, bas zu den ersten Städten gehört, die nun von den englischen Truppen geräumt werden.

Anzeiger für die Stadt Fulda und den

Ar. 214

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

«Grüne Front" und Emahrungsmlulfter.

30 Millionen neue Kredite für ländliche Siedlung.

Der Reichsernährungsminister Dietrich hielt vor einer Versammlung des badischen, rheinhessi­schen und pfälzischen Wirtschaftslebens auf Einla­dung der Handelskammer Mannheim einen Vor­trag über die Lage am Getreidemarkt und die Monopolbestrebungen, in dessen Verlauf er unter .Hinweis auf die gegenwärtige Baisse am Getreide- Markt u. a. ausführte:

Bislang ist die Folgerung nach dem Mono­pol noch nicht erhoben worden. Immerhin wird es gut sein, den Kampf um das Monopol zu be­leuchten. Die Rechtslage ist so, daß Deutschland zur Zeit ein Einfuhrhandelsmonopol weder für ein­zelne noch für mehrere oder alle Getreidesorten machen kann. In 18 Handelsverträgen, darunter so ziemlich allen wichtigen, hat Deutschland sich ver­pflichtet, den Warenaustausch durch keinerlei Aus- und Einfuhrverbote oder -beschränkungen zu behin­dern, es sei denn, daß die betroffenen Waren Gegenstand eines Staatsmonopols oder einer ähn­lichen Einrichtung sind. Dadurch war der Möglich­keit, etwa die Einfuhr an Weizen in die Hand des Staates zu nehmen, von vornherein der Boden entzogen.

Der Ausschuß, der sich im Auftrage der Reichs-, cegierung mit diesen Dingen befaßte, sah sich, wenn er ein Monopol wollte, vor der Notwendig­keit, nur ein Vollmonopol Vorschlägen zu kön- sten, d. h. er konnte nicht etwa allein die Einfuhr ■ für die Staatsbewirtschaftung in Aussicht nehmen, sondern er mußte auch das im Jnlande erzeugte Getreide bewirtschaften. Das bedeutete, daß das Monopol ein Geschäft im Werte von etwa vier Milliarden wäre, so daß große Mittel erfor­derlich wären, um die mit einem solchen Geschäft I notwendigerweise verbundene Vorrats wirtschaft zu I

bezahlen, und das bedeutete endlich eine Organi-' sation, die weder aus dem Boden zu stampfen, noch finanziell zu tragen gewesen wäre. Mußte das ganze Unternehmen schon daran scheitern, daß diese Schwierigkeiten nicht zu bewältigen waren, so kam hinzu, daß die Verständigung über die Preishöhe nicht möglich war.

Wenn man sich nun die gegenwärtige Situation überlegt, so muß man zwischen Weizen und Roggen scharf unterscheiden. In Weizen sind wir immer Bedarfsland gewesen, in Roggen haben wir zeitweilig Ueberschüsse, die wir bei dem heuti­gen Stand der Finanzen in Deutschland nicht unterbringen können. Ein Vermahlungs» oder Bei­mahlungszwang für Roggen besteht nicht. Wohl ist er angeregt worden. Ich muß es mir aber versagen, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Im übrigen ist bekannt, daß die Eetreidehandelsgesellschast den Roggenmarkt stark gestützt hat, und nachdem nun von verschiedenen Seiten so getan wird, als ob ich mich um diese Dinge gar nicht kümmern würde, darf ich feststellen, daß selbstverständlich die Ge­treidehandelsgesellschaft die umfangreiche Stützungs­aktion nur im Einvernehmen mit mir in die Wege geleitet und durchgeführt hat. Es ist nicht beab­sichtigt, diese Stützungsaktionen einzustellen. Der deutsche Roggenexport in reichen Erntejahren wie 19*28 und 1929 ist nicht Brotgetreideexport, sondern Futtergetreideexport. Das Einfuhrscheinsystem, das die Ausfuhr möglich macht und unterstützt, bedeutet, daß wir im Osten Roggen als Futtergetreide auS- führen und im Westen dafür Gerste und Mais zu Futterzwecken hereinbringen. Es wäre daher eine große Erleichterung, wenn es gelänge, unter Be­lassung des Einfuhrscheinsystems einen Weg zu fin­den, verstärkt Roggen aus dem Osten in die Haupt- verbrauchsgebiete für ausländische Gerste und Mais

Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatk.

zu bringen und dort zu verfüttern. Es muß aber daber betont werden, daß viel schlimmer als die Lage am Getreidemarkt die Lage auf dem Eroßviehmarkt ist, wo kaum mehr als die Vorkriegspreise erzielt werden. Und es muß weiter hinzugefügt werden, daß der Getreidebau nur einen kleinenTeilderlandwirtschaft- lichen Produktion ausmacht, und daß bei aller Notwendigkeit, den Getreidebau zu stärken, die anderen Zweige der Landwirtschaft nicht ver­nachlässigt werden dürfen.

Der Minister wandte sich dann gegen die Leute, die so reden und tun, als ob es l e d i g l i ch anderRegierung läge, die wirtschaftliche Krise zu beheben, und schloß seine Ausführungen, indem er erklärte: Abgesehen davon, daß Zwangseingriffe in die Wirtschaft immer bedenklich sind, glaube ich nicht, daß wir die Lasten des verlorenen Krieges bewältigen und wieder zu Wohlstand kommen können, wenn wir die freie Wirtschaft ver­nichten. Wir sind an einem Wendepunkt unserer Geschichte.

Der Außenstehende wird die deutsche Innen- und Außenpolitik dahin beurteilen, daß es e r- st a u n l i ch ist, wie weit wir wieder aus dem Zu­sammenbruch des Nachkrieges und der Revolution herausgekommen sind, und eines der deut­lichsten Zeichen hierfür ist die Tatsache, daß wir damals hungerten, während wir heute auf einer Reihe von Gebieten die Produkte der Arbeit unseres fleißigen Volkes, infonderhett der Land­wirtschaft, nicht unterbringen können.

neu Mark berechnet, so daß noch ein ungedeckter Fehlbetrag von rund 30 Millionen Mark bleibt, da der Gesamtbedarf auf 279 Millionen Mark ge­schätzt worden ist. Dieser Fehlbetrag wird aber durch die noch nicht berücksichtigte Beseitigung von Mißständen und Mißbräuchen gedeckt werden, de­ren finanzielle Auswirkung bisher immer auf 30 bis 50 Millionen Mark geschätzt worden ist.

lieber die wesentlichen Punkte der zwischen dem Reich und Preußen erfolgten Verständi­gungsgrundlage für eine Reform der Ar­beitslosenversicherung verlautet nach den Blättern folgendes: Für denjenigen Teil des Saisongewer­bes, der besonders hohe Löhne zahlt, wird eine Beitragserhöhung auf insgesamt 4^ . Prozent (Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 2% Prozent) vorgeschlagen. Für die alleinstehenden Arbeitneh­mer unter 45 Jahren und ohne zuschlagsberechtigte Angehörige treten erst nach 52 Wochen Anwart­schaft die vollen Unterstützungsbezüge in Kraft. Die Wartezeit soll gleichfalls etwas verlängert werden. Die Erhöhung der Saifonarbeiterbeiträge soll rund 20 Millionen Mark bringen.

Mit der allgemeinen Beitragserhöhung von Vi. Prozent wird der Ertrag auf 249 Millio-

Die Haager Vereinbarungen.

Die Reichsregierung veröffentlicht den Wort­laut der auf der Haager Konferenz getroffenen po­litischen Vereinbarungen über die Räumung des Rheinlandes und über die Aufnahme deutsch-fran­zösischer Verhandlungen wegen der Saarfragen. Der Wortlaut der finanziellen Vereinbarungen wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Reu sind für die Oeffentlichkeit die Anlagen za dem Notenwechsel über die Räumung des Rhein­landes. /

Der Vorstand der Sozialdemokratischen Relchs- tagsfraktion beschäftigt sich mit der Arbeitslosen­versicherung. Angesichts der noch schwebenden Verhandlungen hat der Vorstand die Einberufung einer Sitzung der Gesamtfraktion in Aussicht ge­nommen, die voraussichtlich am Freitag der kom­menden Woche stattfinden wird.

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Don gut unterrichteter Seite wird die Lage so beurteilt:

Alles in allem ist die Frage der Arbeitslosen­versicherungsreform noch in der Schwebe. Ein ge­ringes Ergebnis ist aber erzielt worden, und dies muß festgehalten werden. Man ist sich in der Pr. Staatsregierung und bei den sozialistischen Mit­gliedern der Reichsregierung darüber einig, daß für die Gruppe der Saisonarbeiter eine Sonderregelung getroffen' werden muß. Es verlautet ganz allgemein, daß man an einer allgemeinen Beitragserhöhung um V«. Pro­zent für alle Berufsgruppen mit Ausnahme der Saisonarbeiter festgehalten hat. Für die Saison­arbeiter soll der Beitragssatz um 1% Prozent er­höht werden, bei einer gleichzeitigen Verkürzung der Wartezeiten und einer geringen Senkung der Leistungen der Versicherung.

Die Abrüstuugssrage.

Wie der Amtliche Englische Funkdienst meldet, hat der amerikanische Botschafter General Dawes Premierminister Macdonald in Downing Street aufgesucht, um ihm die amerikanische Antwort aus die englischen Vorschläge zur Kreuzerfrage zu über­reichen. Der Inhalt der Antwortnote wurde nicht bekannt gegeben. Er bildete den Gegenstand einer unmittelbar an die Ueberreichung sich anschließew Iben Unterredung zwischen Macdonald und dem Ersten Lord der Admiralität Alexander. Im Verlause der Nacht wurde dann amtlich bekannt gegeben, daß der Premierminister seinem ursprüng­lichen Plan entsprechend, am 28. d. M. nach d e n ^Bereinigten Staaten reifen wird, wo­bei ihn feine Tochter begleitet. Wie der Britische Funkdienst weiter erfährt, nimmt man aufgrund dieser Ankündigung an, Macdonald habe ange­sichts der amerikanischen Antwort auf die engli­schen Vorschläge die Ueberzeugung gewonnen, daß er und Präsident Hoover bei persönlicher Fühlung­nahme imstande sein werden, die noch übrig ge­bliebenen Differenzen zu überbrück en.

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Im Weißen Hause wurde eine Mitteilung be\ Staatssekretärs Stimsons über die mit England erzielte Einigung in der Flottenabrüstungsfrage bestätigt und dahin erläutert, daß man sich ent­schieden habe, der nächsten Seekonferenz starke Re­duzierung beider Flotten vorzuschlagen, in der Er­wartung, daß auch die anderen drei Seemächte ent­sprechende Abstriche vornehmen.

England ärgert die Franzosen wieder.

totb. Paris, 14. Sept. (Eig. Meld.) Der Gen­fer Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" meldet zu den Vorschläaen Lord Robert Cecils in der Abrüstungsfrage: Da der vorbereitende Ab­rüstungsausschuß bereits in 1. und 2. Lesung den Vorentwurf eines Abkommens über die Rüstungen zu Lande und in der Luft angenommen hat und feine Arbeiten auf diesen beiden Gebieten fast be­endet sind, hat die von Robert Cecil vorgeschla- genePrüfung offensichtlich keinen anderen Zweck als sämtliche getroffenen Beschlüsse wieder in Frage zu stellen. Die franzö- fischen Sachverständigen haben das den englischen Vertretern rund heraus gesagt und ihnen außer­dem ernste Vorhaltungen gemacht.

Die Arbeitslosen-Versicherung.

Das Kompromiß.

Die Kabinettsberatungen über die Reform der Arbeitslosenversicherung haben, dem „Berk. Tage­blatt" zufolge, mit dem Beschluß geendet, dem Reichstag zwei Vorlagen zu unterbreiten. Die eine Vorlage betrifft die Beseitigung der Miß­stände, über die sowohl int Sachverständigenaus­schuß wie im Sozialpolitischen Ausschuß Ueberein- stimmung bestanden hat. Die zweite Vorlage hat zum Ziele die Sanierung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung.

Amerika und Palästina.

Krawall bei einer kommunistischen Palästina-Kund­gebung ht Reuyork.

In dem hauptsächlich von Juden bewohnten Neuyorker Stadtteil Brownsville fand unter freiem Himmel eine von Kommunisten einberufene Ver­sammlung statt, die zu der Palästinafrage Stellung nehmen sollte. U. a. trat ein nicht eingeschriebener Redner aus, dessen Steuerungen das Mißfallen der Versammlung erregten und zu ernstlichen Ruhe­störungen führten. Die etwa 2000 Teilnehmer dran- gen mit dem Rus: „Das ist ein Araber!" auf den Redner ein. zerrten ihn von der Seifenkist» herunter, die als Rednertribüne diente, und ver­suchten, als die Polizei den Neger befreit und in einen nahe gelegenen Laden gebracht hatte, diesen zu stürmen. Erst nachdem die Feuerwehr und 300 weitere Polizisten aufgeboten waren, konnte die

Die Mihrer der „Grünen Front" Brandes, Fehr, Hermes und Schiele antworteten in einer gemeinsamen neuen Erklärung auf den Bescheid, den Reichsernährungsminister Dietrich ihrer Eingabe vom 8. September erteilt hatte. Sie be­schweren sich über eine ungewöhnliche und unsach­liche Art der Erwiederung und halten gegenüber den Argumenten des Ministers ihre eigene fach­liche Auffassung aufrecht, insbesondere gegenüber der nach ihrer Ansicht ungenügenden Auswertung des Gesetzes über den Vermahlungszwang. Die Verhandlungen mit Finnland werden ungünstig beurteilt, eine Fortsetzung der Verhandlungen nur als ungerechtfertigte Verschleppung des Inkraft­tretens der für die deutsche Milchwirtschaft so nö­tige Schutzmaßnahme angesehen. Es wird davon Kenntis genommen, daß der Minister bereit fei, sich für die Beseitigung der Belastung der Land­wirtschaft durch die Rentenbankgrund- schuldzinsen nachdrücklich einzufetzen. Don einem Eingehen auf die politische Schlußbemerkung des Ministers wird abgesehen, da, wie in der Der- gangenbeit, so auch jetzt eine Verquickung der sach­lichen Fragen mit politischen Erwägungen grund­sätzlich abzulehnen sei.

Der Verwaltungsrat der Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt hat den Vorschlag des Vorstandes, eigene Mittel der Bank für ländliche Siedlung her­zugeben, einstimmig angenommen. Der Be­schluß geht dahin, sofort zehn Millionen Reichsmark für Zwischenkredite bereitzustellen. Für jedes der beiden folgenden Geschäftsjahre ist die Hergabe der gleichen Summe in Aussicht genommen. Die Kre­dite der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt werden in derselben Weise behandelt werden wie Reichs­kredite, d. h. sie werden durch den bei der Deut­schen Rentenbank - Kreditanstalt gebildeten Sied­lungsausschuß bewilligt.

* Die Sowjetregierung zu Verhandlungen mit England bereit. Die Sowfetregierung hat die Einladung der britischen Regierung angenommen, erneut Bevollmächtigte zur Besprechung der Pro­zedur bei den künftigen Verhandlungen über die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen nach London zu entsenden.

* Die sowjetrussifche Flotte wieder in Kronstadt. Telegraphenagentur der Sowjetunion. Sämtliche Schfffe der Ostseeflotte sind nach dm großen Ma- növern nach Kronstadt zurückgekehrt. Meldungen über angebliche Havarien von Schiffen während der Manöver sind völlig aus der Luft gegriffen.

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Ser Beginn der britischen Hamming.

Englische Presse - Stimmen.

n-tb. London, 14. Sept. (Eig. Meld.) ,/DaiIn schreibt in einem Leitartikel zu der heute beginnenden britischen Räumung: Unsere Besat­zung läßt keine Bitterkeit zurück, denn unsere Mnner sind nie wie Eroberer einhergegangen. Es ist selbstverständlich, daß das deutsche Volk als ganzes froh fein wird, die Truppen abziehen zu sehen, denn sie mußten die sichtbaren Symbole der Niederlage für eine stolze gedemütigte Nation sein. Der Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" in Wiesbaden sagt: Wenn in einigen deutschen Kreisen in Köln Bedauern ausgedrückt wurde, als die britischen Truppen auszogen, so wird dieses Bedauern noch stärkeren Ausdruck in Wiesbaden ,'finden, wo unsere Truppen von Anfang an gut mit der Bevölkerung standen. Der Sonderkorre- ffpondent des Daily Expreß in Wiesbaden schreibt dagegen: Das Rheinland sieht den heutigen Tag als das wirkliche Ende der Kriegsperiode mit England an und als den Beginn feiner nationalen Freiheit. Seit fast 11 Jahren hatten die Bewoh­ner fremde Soldaten unter sich, die in ihren Stra­ßen marschierten, in ihren Häusern untergebracht waren. Jetzt zählen sie die Tage bis zu dem Au- gmblick, in dem der letzte Soldat den Zug stach der Heimat besteigt. Eine schwere MtÄuschung herrscht in Wiesbaden wegm des Verbleibs der Rheinlandkommisfion. Dies bedeu- tet wieder die Anwesenheit französischer Truppen m der Stadt und die Aufrechterhaltung der frem- Ven Besatzung. - , ,

/Aus London wird gemeldet: \

Der Staatssekretär für Kriegswesen Shaw hat »n den Oberstkommandierenden der dritischen Rheinarmee ein Schreiben ge­achtet, worin er den Armeeangehörigen aller

Dienstgrade tiefsten Dank für die Art zum Aus­druck bringt, in der sie sämtlich Englands Ruf der Ritterlichkeit, Höflichkeit und des fair play wäh­rend der ganzen Zeit aufrecht erhalten hätten, in der das Rheinland von britischen Truppen besetzt war. Weiterhin bringt der Bries tiefe Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß es den englischen Truppen vergönnt sei, vom Rhein z u r ü tf 3 u » kehren, begleitet von der Achtung des Volkes, in dessen Mitte sie solange einquartiert gewesen seien.

Die Saar-Verhandlungen.

Telegramm der saarländischen Volksparlei an Dr. Sfrefemann.

rotb. Saarbrücken. 14. Sept. (Eig. Meld.) Die deutsch-saarländische Volkspartei (Vereinigte demo­kratische und liberale Partei) hat den Bericht der von Genf zurückgekehrten Delegierten Schmelzer und Commerzienrat Dr. Röchling der Partei ent­gegengenommen und an Reichsminister Dr. Strese- mann ein Telegramm gerichtet, in dem sie ihren herzlichsten Dank für die aufopferungsvolle Tätig­keit Dr. Stresemanns im Haag und in Genf aus­spricht und der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck gibt, daß es Dr. Strefemann bald gelingen möge, fein Werk der Befreiung deutschen Bodens durch die restlose Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland zu krönen. , \

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wtb. Saarbrücken, 14. Sept. (Eig. Meld.) Wie die „Saarbrücker Landeszeitung" meldet, ist der Trierer Regierungspräsident D r. Saasfen zum Führer der preußischen Abordnung innerhalb der deutschen Delegation für bie Saarverwaltung bestellt. -