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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt • rw «trtS S"UttWnirtitnnährttrf itnh

Donnerstag, 12. Sept. 1929.

Ail im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag Iflt* der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift-

:: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Verhaftungen in der Sprengstoft-AMre

Dringender Verdacht der Teilnahme an den Anschlägen.

uldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Vereinigte Staaten von Europa

Von unserem Vertreter.

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Genf, im September 1929.

Das große, seit langem von Briand angekün- »Ante Wort ist ausgesprochen worden. Die Völker Europas sind von dem Meister der europäischen Doluik aufgefordert, sich zu einigen. Das „Völker Europas, vereinigt Euch" ist schon oft durch die Geschichte gegangen. Aber noch selten hat es einen solchen Inhalt erfahren und derartigen Wider­spruch ausgelöst, wie diesmal. Grundsätzlich kann natürlich ein vernünftiger Mensch diese Vereinig­en Staaten von Europa kaum ablehnen. Aber eine andere Frage ist doch die, ob unter den ge­gebenen völkerrechtlichen und politischen Verhältnis­sen dieser Gedanke irgendwelche Aussicht auf Er­folg bat.

Jede Einigung oder Vereinigung von verschie­denartig gelagerten Korporationen, Verbänden oder Staaten ist nur dann möglich, wenn all die Streitpunkte, welche zur Ablehnung jeder bisheri­gen Zusammenarbeit geführt haben, beiseite ge­schafft sind. Die Vereinigten Staaten von Europa sind nur dann realisierbar, wenn es in dieser euro­päischen Staatenverbindung keinerlei Herrscher und Beherrschte gibt, wenn mit anderen Worten keinem Staate irgendwie eine Vorherrschaft garan­tiert wird, die ihm nur aufgrund eines einseiti­gen Rüstungsstandarts zukommt.

Was will Briand mit diesem Plan, den er den europäischen Staatsmännern zum Studium bis zur kommenden Bundesversammlung im Jahre 1930 vorgsleat hat? Cs kann kaum geleugnet werden, daß dieser französische Plan mehr oder weniger ein geschickter, neuer Schachzug der französ. Dip­lomatie darstellt, einmal um "bie Hegemonie Frank­reichs auf dem europäischen Kontinent zu ver­ankern, sodann aber auch, um ein Gegengewicht gegen die drohend im Hintergrund aufgetanchte englisch-amerikanische Verständigung zu bilden

Was will außerdem Briand mit dem Min - derheitenproblsm im neuen Europa anfan­gen? Glaubt er durch die Zusammenfassung der europäischen Staaten dieses dock nickt nur staats-, sondern vor allem kulturpolitische Problem da­mit lösen zu können, daß er alles in einen To>pf wirft und eine gemischte europäiscke Gemeinschafts- kultur herstellt? Das wäre dasselbe, wie wenn der französische Winzer alle Sorten französischen Weiß- und Rotweines in ein Faß zusammenschüt­tete und diese Mischung unter der Marke „Euro­päischer Wein" verkaufte.

Deutschland jedenfalls wird und kann solange diese Vereinigten Staaten von Europa nicht mit- machen, als sie nur die Kulisse dafür abgeben sol­len. Frankreichs und seiner Verbündeten politische und militärische Stellung in Europa zu stabilisie­ren. Es bleibt ein Widersinn, auf Unrecht eine Gemeinschaft von Staaten aufbauen zu wollen.

Ein zweites sehr bedeutendes und in seiner Wich­tigkeit nicht zu unterschätzendes Moment argen die Briand'sche Forderung wird die Haltung E n g- I a n b 5 und der Vereinigten Staaten von Nord­amerika sein. Es versteht sich von selbst, daß das Insulare England eine Föderation im Briand- schen,Sinne nicht mitmackt, zumal den Engländern genau bekannt ist, daß Briand mit seiner Absicht doch nur eine vertraglich garantierte Vorherrschaft in Europa anstrebt. England wird niemals eine lolcke Vorherrschaft Frankreichs dulden, heute noch weniger als zur deutschen imverialistischen Zeit. Die Vereinigten Staaten von Europa unter fran­zösischer Führung würden Europa notwendig in einen neuen Krieg stürzen. Denn die Rivalität Frankreichs und Englands um die Werbung bei Gunst unb aller wirtschaftspolitischen Vorteile wäre genau wie in früheren Jahren ber Anlaß zu Strei­

tigkeiten, die auch ein Briand nicht mit internatio­nal verpflichtenden Gesetzen lösen kann.

Es gibt im Völkerleben nur ein einziges un­weigerliches und von niemandem geleugnites Ge­setzte, das der über alles hinwegschreitende orga­nischen Entwicklung, die sich an juristische Paragraphen und Wirtschaftsabkommen *nicht stört. Daneben hat aber der Briand'sche Plan noch eine bedeutend gefährlichere Seite. Die Haltung ber Vereinigten Staaten von Nordamerika gegen Briands Absichten kann kaum zweifelhaft sein, wenn auch offizielle Persönlichkeiten aus internationaler Courtoisie vielleicht einige freundliche Worte für Briand und sein beabsichtigtes Werk finden werden.

Die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa, die — wir betonen ausdrücklich an sich zu begrüßen ist — schafft notwendig einen Wiri­sch a f t s k o m p l e x, ber im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten geraten muh und damit mög­licherweise die Ursache für einen kontinentalen Krieg schafft. Das aber kann nicht die Absicht Briands fein, und es hieße die Friedensarbeit in Europa und der Welt verkennen, wollte man an­stelle der bisherigen intereuropäischen, nationa­len Kriege nunmehr die interkontinentalen Aus­einandersetzungen mit den Waffen fetzen. Wer die Dinge etwas 'tiefer durchschaut, muß zu ber Er­kenntnis kommen, daß auch z. B. die Arbeiten des Völkerbundes zur Auslegung des Art. 16 des Völ­kerbundpaktes in Verbindung mit der seit Jahren propagierten Organisierung eines Sanktionskrie­ges weniger gegen einen europäischen Friedens­störer gerichtet sind, als gegen einen vorläufig noch imaginären Gegner. Rechnet man zu diesen Vorbereitungen noch die Bestrebungen des Völ­kerbundes, vermittels des Projektes zum finanziel­len Beistand für angegriffene Staaten eine Unab­hängigkeit Europas vom amerikanischen Finanz­markt zu erreichen, so wird der Einsichtige sehen, wohin der Wagen gesteuert werden soll.

Die Vereinigten Staaten von Europa sind an und für sich begrüßenswert, nach deutscher und eng­lischer Auffassung jedoch so lange nicht durchführ­bar, als sie einmal Unrecht stabilisieren sollen, als sie weiterhin die Vorherrschaft des militärisch mäch­tigsten europäischen Staates legapfieren, damit die vom Völkerbund geforderte Abrüstung verhindern und das Gesicht tragen, als ob sie gegen eine an­dere Mächtegruppe gerichtet wären. Europas Ka­binette werden schwere Arbeit vorfinben. Es ist ein Leichtes, sich zum Friebensapostel aufzuschwin- qen, wenn zwischen ftreitenben Parteien der eine Teil saturiert ist, während der andere, ber sein Recht auf legalem Wege erstrebt, es aber nickt er­reichen kann, naturgemäß in bie Rolle bes Fric- bensftörers geraten muß. Das ist so im zivilen Le­ben unb noch mehr im Völkerleben.

Gens.

Der Dienstag bei Völkerbundsverfammlung brachte auch weiterhin Reben ber kleineren Natio­nen. Der österreichische Bundeskanzler Stree- r u w i tz hielt eine längere Rebe. Er begrüßte mit aufrichtiger Freube bie großen Fortschritte, welche bie Jbee ber Schiebsgerichtsbarkeit im Laufe die­ser Tagung gemacht hat. Bedauerlich sei, baß bie Atmosphäre ber Ruhe unb bes Vertrauens burch Gerüchte gestört werbe, bie jüngst bezüglich Oester­reichs in den Zeitungen verbreitet würben. Diese Gerüchte, so fuhr ei fort, haben nicht verfehlt, im Auslanbe ihr Echo zu finden, unb barüber möchte ich ein Wort sagen. Insoweit als biefe Stimmen auf Gerüchte über Interventionen ober Einmischung in bie inneren Angelegenheiten hinzielen, liegt mir baran, hervorzuheben, baß biefe Kombina­tionen, bie, wo immer sie Herkommen, an unb für

NÖRDLICHES

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V////A Kontinent Europa \ MM Englisches Empire sttW Vereingt.Staaten »Amerika k!"! Latein •Amerika

Sowjet - Union \ lllllllll China - Japan

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Die Deltmachtgruppen der Zukunft.

Briand verfolgte in Genf seinen Plan der „Vereinigten Staaten von Europa", der von den beteiligten Mächten bereits eifrig diskutiert wird. Freilich wird es sich mehr um ein „Kontinent- Europa" handeln, wie schon der Pan-Europa-Plan des Grafen Coudenhove-Kalergi voraussah, da England, das neuerdings eine engere Verbindung mit seinen Dominions und Kolonien zu einem ein­heitlichen englischen Empire anstrebt, infolge dieser außereuropäischen Bindungen nicht in das Europa­projekt einbezogen werden kann. Gleichzeitig schlie­

ßen sich die Staaten Südamerikas enger anein­ander, so daß der.Lateinamerika-Block vor ber Verwirklichung zu stehen scheint. Und im fernen Osten ist durch die gemeinsame Feindschaft gegen Sowjetruhland neuerdings eine starke Annäherung der „gelben" Staaten > China und Japan zu ver­zeichnen. So entstehen überall neue Weltmacht­gruppen) nicht mehr einzelne Staaten, sondern halbe Kontinente werden sich in der künftigen Weltpolitik gegenüderftehen.

Eine national-anarchistische Terrorgruppe.

Schon am Dienstag abend lag die erste Nach­richt von einer Verhaftung in der Sprengstoff­angelegenheit vor. In Krempe bei Itzehoe in Schleswig war eine Verhaftung erfolgt, wobei es sich um einen angeblichen früheren Polizeihaupt­mann Nickel handeln sollte. Am Mittwoch vormit­tag ist von den beteiligten Behörden näheres mit­geteilt worden:

wtb. Berlin, 11. Sept. (Gig. Meld.) Der Po­lizeipräsident teilt mit: Aufgrund der Ermittlun­gen, die die politische Polizei seit längerer Zeit in Berlin, Schleswig-Holstein, Hannover und Ham­burg durchgeführt hat, sind im Zusammenhang mit den in Hamburg und Schleswig-Holstein erfolgten Verhaftungen am Morgen des 11. September mehrere Personen unter dem dringenden Ver­dacht der Teilnahme an den Spreng- st offan schlügen vorläufig f eft g enomme n worden. Ihre Wohnungen unb Geschäftsräume wurden durchsucht. Es handelt sich um Ernst von Salomon, der sich unangemeldet in Berlin aufhält, Dr. Solinger, bei dem von Salomon gewohnt hat, Werner Laß und Hans Gert T e - chow (Zusatz der Redaktion: Ein Bruder des an der Ermordung Rathenaus beteiligten Werner Techow). Die Festgenommenen stehen in engster Beziehung zu dem Kreis der in Ham­burg und Schleswig-Holstein festgenommenen Per­sonen.

Daneben sind einige Personen vorläufig festge­nommen worden, die sich mit der theoretischen unb praktischen Vorbereitung von Spreng« stoffanschlägen befaßt haben. Ob diese Per- I fönen mit dem ausgeführten Anschlägen etwas zu tun haben, bedarf noch der Klärung. Es handelt 1

sich hierbei um den Hilfsrevisor Erich Timm, den Arbeiter Herbert Mittelsdorf, den Schlosser Roß- teutscher und den Mechaniker Heinrich Bauder.

Eine Verhaftung in Hamburg.

wtb. Hamburg, 11. Sept. (Gig. Meld.) Wie der Polizeibericht meldet, wurde in Hamburg ein Kaufmann fe ft genommen, der in Ver­bindung mit dem in Krempe verhafteten angeb­lichen Polizeihauptmann a D. Nickel stand und von diesem eine Höllenmaschine erhalten haben soll. Die Höllenmaschine, die in eine Zigarren­kiste eingebaut war, mit einem Zeit-Zünder ver- sehen ist und sich in völlig gebrauchsfertigem Zu- stand befand, wurde in der hiesigen Wohnung des Kaufmann im Bücherschrank oorgefunben und beschlagnahmt. Der Kaufmann wurde ebenso wie der in Krempe festgenommene Nickel nach Al­tona gebracht.

Der in ber Bombenaffäre verhaftete „Polizei­hauptmann a. D. N i ck e l" ist der Leiter der Wach- und Schliehgesellschaft in Heide. Den Titel eines Polizeihauptmanns a. D. hat er s i ch s e l b st z u g e l e g t. Gr hatte in der Zeit der ober­schlesischen Wirren dortselbst eine Abwehrkompanie aufgestellt und sich als deren Führer mit dem Hauptmanntitel ausgestattet. Bei der Haus­suchung in Heide fand man in der Wohnung bes Nickel bie lleberrefte von verbrannten Papieren, bie verdächtiges Material enthielten und im Augenblick einer genauen Untersuchung unterwor­fen werden.

Nach der amtlichen Darstellung des Landrats­amts in Itzehoe wurde die Verhaftung Nickels da­

Die Durchstechereien in London.

wtb. London, 11. Sept. (Gig. Meld.) „Daily Mail" setzt heute ihre Berichte über die Durch­stechereien beim Clearinghouse für Feindesschulden fort. Das Blatt schreibt: Angesehene Persönlich­keiten der City bringen auf eine strenge amtliche Untersuchung. Millionen von Pfund Sterling sind durch bas Clearinghouse für Feindesschulden ge­gangen. Seit dem Kriege hat es 84 890 613 Pfund an britische Gläubiger Deutschlands für 74 941 An­sprüche ausgezahlt und fast 10 Millionen Pfund an Gläubiger Oesterreichs, Ungarns und Bulga­riens. Ansprüche in Höhe von Millionen müssen noch geregelt wenden und die Schwierigkeiten, die in der Verzögerung in der Regelung gewisser Fälle entstanden sind, liegen der Forderung nach einer Untersuchung zugrunde. Nachforschungen von fei«

sich überaus beklagenswert sind, jeglicher Grundlage entbehren und keinerlei Recht­fertigung in den tatsächlichen Verhältnissen des Landes finden. Im zweiten Teil seiner Rede wandte sich Bundeskanzler Streeruwitz den sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben zu, welche immer mehr und mehr die Grundlage der inneren Politik der Staaten bilden, ohne daß man auf sie in den zwi­schenstaatlichen Beziehungen entsprechend Rücksicht genommen hätte. Die Tätigkeit des Völkerbundes müsse immer mehr der Verbesserung der wirtschaft­lichen und sozialen Lage der einzelnen Völker sich zuwenden. Schließlich gab der Bundeskanzler seiner sicheren Hoffnung Ausdruck, daß die wirt­schaftlichen Aktionen des Völkerbundes zu einer Wiederbelebung und Gesundung der Handelspolitik führen werden.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann begibt sich zu einem Erholungsaufenthalt nach einem Ort der Zentralschweiz. Er wird in zwei bis drei Wochen nach Berlin zurückkehren.

Der ftanzösische Ministerpräsident Briand hat Genf bereits verlassen.

Briand, der bekanntlich Ehrenvorsitzender der Paneuropa-Union ist, hatte noch mit dem Grafen Coudenhove-Kalergi eine längere Besprechung über die Weiterführung der Paneuropa-Dewegung.

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Der Völkerbundsversammlung ist von der ftan- zösischen Delegation ein Entschließungsantrag über die Einbe rufung einer neuen Welr- wirtschaftskonferenz zugegangen, an der im Gegensatz zur ersten Weltwirtschaftskonferenz vom Jahre 1927 Regierungsvertreter teilnehmen sollen, um die Fragen zu prüfen, die im Wirt- schaftsrat offengeblieben sind. Der Antrag fordert, daß ein vom Völkerbundsrat und vom Wirtschafts­komitee genau umschriebenes, wenn auch beschränk­tes Programm für diese Konferenz entworfen wird.

Die Saarverhandlungen.

wtb. Saarbrücken, 11. Sept. (Eig. Meld.) Die „Saarbrücker Zeitung" meldet aus Genf, daß mit der Führung der ftanzösischen Delegation für die kommenden Saarverhandlungen in Paris der Di­rektor des ftanzösischen Handelsministeriums, Sibel, betraut worden ist. Sibel leitet die Abteilung für Handelsverträge im französischen Handelsministe-. rium.

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wtb. Paris, 11. Sept.- (Eig. Meld.) Zu den bevorstehenden Verhandlungen über die Säarfrage schreibt Excelsior: In der Saarfrage ist die fran­zösische Regierung nicht die fordernde und deshalb ist von ihr keine Initiative zu ergreifen. Sie

ten des Handelsamtes sind bereits im Gange. Sie betreffen die Anschuldigungen, daß ernste finanzielle Indiskretionen auf dem Wege zwischen dem Lon­doner Clearing-House unb den deutschen Behörden vorgekommen sind. Wie bereits gemeldet, wur­den aufgrund der Untersuchung bereits zwei höhere Beamte entlassen. Die jetzt von der City gestellte Forderung nach einer gründlichen Untersuchung stützt sich auf die Behauptung, daß Bonds im Werts von vielen Tausenden von Pfund von einem engli­schen Staatsangehörigen hinterlegt worden seien, während das Amt bisher anscheinend nur in der Lage war, ein Zehntel der geschuldeten Summe an« zubieten. Das Geheimnis des Verbleibs bes übri­gen Teiles bes Gelbes ist ungelöst unb anscheinend dem Amt selbst nicht klar.

wird alle Vorschläge, die die deutsche Regierung ihr unterbreiten zu sollen glaubt, prüfen unter dem Vorbehalt, daß diese Vorschläge gleichzeiüg bie Rechte der Saarbevölkerung und die Interessen Frankreichs, das durch den Versailler Vertrag Eigentümerin der staatlichen Gruben ist, berücksich­tigen. Die deutsche Regierung hat wiederholt, vor allem 1925 und 1926, indirekte Vorschläge für den Rückkauf der Saargruben gemacht. Es war dem Vernehmen nach die Rede von 180. später von 250 Millionen Goldmark. Seitdem ist durch um­fangreiche Verbesserungsarbeiten unter der franzö­sischen Verwaltung der Ertrag und damit der Wert der Gruben beträchtlich gestiegen. Es läge mehr im Sinne der in den letzten Tagen in Genf ausgs» sprochenen Ideen der internationalen Zusammen­arbeit und der wirtschaftlichen Verständigung, aus dem Saargebiet ein fruchtbares Versuchsfeld für eine dauernde Zusammenarbeit der französischen und der deutschen Wirtschaft zu machen, damit in Zukunft alle Mißverständnisse, besonders Hinsicht- fich der Menge und des Preises der Lieferungen von Saarkohle, die für die ftanzösische Industrie unerläßlich ist, vermieden werden.

Die Engländer räumen!

wtb. Berlin, 11. Sept. (Gig. Meld.) Die Vor­bereitungen für bie Räumung ber von ben eng­lischen Truppen besetzten Teile der 3. Zone sind in vollem Gange. Die Räumung beginnt am 14. September. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, wird bie Räumung von Königstein am 27. Sep­tember unb von Bad Schmalbach am 28. Sep­tember beenbet sein. Von französischen Truppen werben beibe Orte nicht roieber belegt, sodaß sie mit bem Abzug ber englischen Truppen endgültig geräumt sind.

Die Reparakionsbank.

wtb. Paris, 11. Sept. (Gig. Melbg.). Im Hin­blick auf bie Vorbereitungen bes Organisations- Ausschusses für die internationale Zahlungsbank schreibt Excelsior: Aller Wahrscheinlichkeit nach wirb bie Organisation ber internationalen Bank ziem­lich lange Zeit in Anspruch nehmen. Die Bank wird ihre Aufgabe ber Kommerzialisierung ber ungeschützten deutschen Annuitäten erst bann mit Nutzen erfüllen können, wenn ber Reichstag bie Maßnahmen angenommen hat, burch bie bie deutsche Gesetzgebung mit bem ^oungplan in Ein­klang gebracht werben kann. Auch in benjentgen Voraussagen, bie sehr optimistisch gehalten sind wird es nicht für möglich gehalten, baß bie Ban ihre Arbeiten vor Ende Oktober beginne unb das die erste Ausgabe von Titeln vor November statt­finden kann