56. Zahrg.
Donnerstag, 5. Sept. 1929.
jtr. 205
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GrafAeppelinvon der Vellreise nach Zriedrichshasen helmgekehrt
Mittwoch vormittag glatt gelandet. — Die Begrüßungsfeier. — v. Hindenburgs WMommengrutz.
Ktandortmeldungen vom „Graf Zeppelin" wo- „ Dienstag selten. Erst gegen abend er« nan, daß das Luftschiff, einigen Gewittern ausweichend, den Atlantischen Ozean über« „nj das spanische Festland bei C a p O r t e - al erreicht hatte. Er ist in der Nacht über ©an« Lnfer und Bordeaux weitergeflogen und war in früher Morgenstunde des Mittwoch über Basel.
a Uhr wurde das Luftschiff bereits über der Boöensee-Insel Reichenau gesichtet. Um 8.20 Uhr kam das Luftschiff von Westen her auf Friedrichshafen los. Um 8.25 Uhr befand es sich über dem Flugplatz und die Menge brach in jubelnde Begeisterung aus. Eine 10 Meter lange Flagge war ausgelegt zur Bezeichnung der Landungsfläche, Zahlen lagen auf dem Rasen und gaben die Bodentemperatur an, die 20 Grad betrug. Um 8.48 Uhr erfolgte die Landung unter stürmischem Jubel der Menge und unter den Klängen einer Musikkapelle.
Unter den Ehrengästen, die vor dem Verwaltungsgebäude Aufstellung nahmen, bemerkte man unter anderen Reichsverkehrsminister Dr. Stege r w a l d, der am Dienstag abend im Flugzeug nach Friedrichshafen gekommen war, Reichstagspräsident Lobe, ein Vertreter des Answärtig.-n Amtes und des Reichsaußenministors Dr. Strese- mann, den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held, den badischen Staatspräsidenten Dr. Schmitt, den preußischen Iustizminister Dr. Schmidt, ferner den amerikanischen Botschafter Dr. Schurmann und den japanischen Botschafter Ragaoka. Besonders zahlreich hatten sich die Vertreter Württembergs eingefunden, an deren Spitze Staatspräsident Dr. Bolz, dann Justiz-und Wirtschaftsminister Dr. Veyerle, Finanzminister Dr. Dehlinger, das Präsidium des württembergischen Landtages und die Rektoren der Hochschule.
lieber dem Flugplatzgelände kreuzten mehrere vportflugzeuge, deren Piloten die Wartezeit mit Sturz- und Kunstflügen ausfüllten. Auf der großen Halle, in die „GrafZeppelin" von seiner Weltreise zurückkehrt, wehen die Fahnen des Reiches und der Länder, sowie die Landes- -arben der Staaten, die das Luftschiff auf seiner Reise um die Erde überflogen hat.
Die Begrüßung.
wtd. Friedrichshafen, 4. Aug. (Eig. Meld.) Nachdem öer Graf Zeppelin unter dem endlosen Jubel der Zuschauermenge, den: Absingen des Deuischlandiläies und den Klängen des nieder« ländischen Dankgebeles in die Halle gebracht worden war, wurden Schiffsführung und Besatzung offiziell begrüßt. Zunächst hieß Gras Brandenstein-Zeppelin, der Schwiegersohn des alten Grafen, das Schiff im Namen des Luftschiffsbaus Zeppelin herzlich willkommen. Er beglück- wünschte Führung und Besatzung zu dem, was sie aus dieser Fahrt um die Welt für Deutschland wieder geleistet haben. Dem Dank an Dr. Dürr, den Erbauer des Graf Zeppelin, und an seine Mitarbeiter fügte er den Dank für die Unter* stützung hinzu, die die Reichsregierung, dir Württemberg ische Staats reg ierungund ferner Rußland, Japan und Amerikadie- ser Fahrt zuteil werden ließen. Besatzung und das gesamte Werftpersonal seien zu einer besonderen Feier «ingeladen, sobald Dr. Eckener aus Amerika zurückgekehrt sei. Zum Schluß drückte Gras Brandenstein-Zeppelin dem KapitänLeh- m ann dankbar die Hand. Die Gräfin Brandenstein-Zeppelin sprach darauf einige bewegte Worte, in denen sie ihrer Freude darüber Ausdruck gab, daß der große Gedanke ihres Vaters so herrlich verwirklicht worden sei.
Daraus nahm Reichsverkehrsminister Dr. Stegerwald das Wort. Er rief dem Graf Zeppelin und seiner Besatzung ein herzliches Willkommen in der Heimat zu. „Sie haben", so führte der Minister aus, „eine Tat im höchsten Sinne des Wortes vollbracht, die weiterleben wird, nicht nur in der Geschichte des Luftverkehrs, sondern in der Geschichte überhaupt. Das deutsche Volk hängt mit allen Phasern seines Herzens an diesem Werk und wir alle schätzen uns glücklich, Ihnen die Gefühle der Bewunderung und des Dankes übermitteln zu dürfen, die das deutsche Volk beseelen."
Der württembergische Staatspräsident Dr. B o lz hieß das Luftschiff im Namen seiner engeren Heimat willkommen, im Namen des württembergischen Volkes und der württembergischen Staatsregierung. Der Graf Zeppelin habe einem Volke, das sich in Not befindet, ein Vorbild eisernen Willens gegeben. Das Luftschiff sei nicht das Werk eines Augenblicks, sondern das Werk von Jahrzehnten. Es sei auch nicht die Vollendung, sondern nur ein siegreicher Anfang, aber gerade deshalb sei es im deuffchen Volke ein Vorbild besonders in der Geduld, die auch den kleinen Schritt im Hinblick auf das Gesamt- zlel wertet und anerkennt.
Direktor Leisner-Kiep begrüßte den Graf Zeppelin namens der Hamburg-Amerika-Linie, die stolz daraus sei, daß sie durch ihre weltumspannende Organisation zu dem Gelingen der Fahrt habe beitragen können. Er dankte Dr. Eckener, dem Kapitän Lehmann und Kollegen und der gesamten Besatzung, die er als Gäste der Hamburg-Amerika- Linie nach Hamburg einlud. Zum Schluß hieß der ßitadtsLultheis von Fxiedri.chshaien das Luftschiff
in seiner Heimatstadt willkommen, mit der der Name Zeppelin aus immer eng verbunden sei.
Die deutsche Nationalhymne, die von der Menge mitgesungen wurde, beschloß die Begrüßungsfeier.
Telegramm des Reichspräsidenten.
wtb. Berlin, 4. Sept. (Eig. Meldg.). Der Herr Reichspräsident hat an den Luftschiffbau Friedrichshafen das nachstehende Telegramm gerichtet:
„Zum erfolgreichen Weltflug des Luftschiffes „Graf Zeppelin" sende ich Herrn Dr. Eckener und allen an diesem bahnbrechenden Werk Beteiligten in Anerkennung ihrer hervorragenden Leistungen herzlichen Glückwunsch.
gez. von Hindenburg, Reichspräsident."
Telegramm des Reichskanzlers.
wtb. Bühler Höh«, 4. Aug. (Eig. Meld.) Der Reichskanzler hat an den Luftschiffbau in Fried» Lrichshafen das nachstehende Telegramm gerichtet:
„Zu der erfolgreichen Durchführung des Weltfluges des Luftschiffes Graf Zeppelin und zu der glücklichen Rückkehr in die Heimat, spreche ich der Führung und der Besatzung zugleich namens der Reichsregierung herzliche Glückwünsche aus. Die hervorragende Leistung von Schiff und Besatzung erfüllt das ganze deutsche Volk mit Be,- geisterung."
Glückwunsch des österreichischen Bundespräsidenten.
wtb. Wien, 4. Aug. (Eig. Meld.) Nach der Landung des Graf Zeppelin in Friedrichshafen hat der Bundespräsident M i k l a s an den deutschen Reichspräsidenten.von Hindenburg folgendes Telegramm gerichtet:
„Aus Anlaß der glücklichen Heimkehr des Graf Zeppelin von seiner triumphalen Weltfahrt, auf der er überall als Freundschaftsbote und als Künder des Ruhmes deutscher Technik jubelnd empfangen wurde, entbiete ich Eurer Exzellenz und dem Deutschen Reiche die aufrichtigsten Glückwünsche Oesterreichs, wo die stolze Freude des deutschen Volkes begeisterten Widerhall findet."
Glückwunsch der preußischen Staaksregieruug.
wtb. Berlin, 4. Sept. (Eig. Meld.) Wie der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat Ministerpräsident Dr. Braun an den Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen das folgende Telegramm gerichtet: Zur glücklichen Vollendung der Weltfahrt des Graf Zeppelin, die allgemeine Bewunderung gefunden und das ganze deutsche Volk mit Stolz erfüllt hat, spreche ich Ihnen und allen Ihren Mitarbeitern, insbesondere der hervorragenden Führung und Besatzung des Luftschiffes im Namen der preußischen Staatsregierung die herzlichsten Glückwünsche ousl
Die Nachtausgabe meldet aus Friedrichshafen, daß Graf Zeppelin nach seiner Rückkehr zwei
Deutschlandfahrten unternehmen wird. In 2—3 Wochen wird er über Schlesien nach Berlin fliegen, wo er am Ankermast landen wird. Nach 1 oder 2 Tagen startet er nach Ostpreußen, von wo er nach Friedrichshafen zurückkehren wird. Anfang Oktober wird der Graf Zeppelin wieder n a ch A m e r i k a fliegen.
Die geplanten Zeppellulusllmlen.
wtb. New York, 4. Sept. (Eig. Med.). Einer Meldung der „Times" zufolge wird Dr. Eckener in Akron auch mit Vertretern der New Porter Bankhäuser Lehmann Brothers, Murphy u. Co. verhandeln, die sich für den von der Goodyear-Co. und den deutschen Zeppelinwerken propagierten Plan interessierten, mit Zeppelinluftschiffen einen regelmäßigen Dienst über den Atlantischen und Stillen Ozean einzurichten. Nach diesem Plan soll die amerikanische Zeppelingesellschaft mit zwei großen Zeppelinen die trans- pazifische Lime betreiben, während die deutsche Gesellschaft zwei Luftschiffe von größeren Ausmaßen als der „Graf Zeppelin" in den transatlantischen Verkehr einstellen soll. An den Besprechungen mit den Vertretern der Bankfirmen nehmen auch Litchfield von der Goodyeare Tire und Robber Co. und Dr. Schmidt von den Deutschen Zeppelinwerken teil. Man denkt daran, später auchSüd- a m e r i k a an das Netz der Zeppelinverkehrslinien anzuschließen. „Times" fügt hinzu, daß Präsident Litchfield den Plan eines regelmäßigen Luftschiffdienstes zwischen Kalifornien, Honolulu und den Philippinen bereits im Mai mit Hoover besprochen habe, da die Erlangung von Postkontrakten für die Rentabilität der vorgeschlagenen Luftverkehrslinien unerläßlich ist.
Hunö nm Die Dell in 20 Tagen.
wtb. Berlin, 4. Sept. (Eig. Meld.). Graf Zeppelin hat diesmal die Strecke Lakehurst-Frie- drichshafen.in 67^. Stunden zurückgelegt und damit erneut den Beweis erbracht, daß für den Transatlantik-Schnellverkehr vorerst nur Luftschiffe in Frage kommen. Bei der Fahrt rings um den Erdball hat Graf Zeppelin mit 20 Tagen und 4 Stunden einen neuen Rekord aufgestellt. Aber schon heute läßt sich sagen, daß diese Fahrt nicht als eine Höchstleistung der Friedrichshafener Werft betrachtet werden muß, sondern daß die Neubauten, die voraussichtlich im Juni nächsten Jahres beendet fein werden, eine noch erheblich größere Fahrgeschwindigkeit entwickeln werden. Die neuen Luftschiffe werden zwar nicht so lang sein wie der „Graf Zeppelin", dafür aber wesenflich gedrungener. Die neuen Schiffe sollen vor allen Dingen auch eine Rauchkabine erhalten, da die Passagiere auf den bisherigen Fahrten immer wieder darüber klagten, daß sie den Nikotingenuß allzusehr ent- behren mußten.
„Gras Zeppelin" wird in die Halle in Friedrichshafen eingebracht.
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Sput der Bombenattenkäler?
— Berlin, 4. Sept. (Eig. Meldg. Eine wichtige Spur der Attentäter, die in der Nacht zum Sonntag am Reichstagsgebäude eine Höllenmaschine zur Explosion gebracht haben, ist der B. Z. zufolge entdeckt worden. Bei der Polizei hat sich der Führer einer Kraftdroschke gemeldet, der an« gibt, daß er am Samstag abend gegen Mitternacht in der Kurfürstenstraße zwei Herren als Fahrgäste bekommen habe. An der Nürnberger- und Kurfürstenstraße sei einer der Herren ausgestiegen und etwa nach zehn Minuten mit einer gefüllten Akten-, moppe zurückgekehrt, die er nicht am Griff, sondern im Arm hielt. Sodann gaben die beiden Männer als neues Ziel der Fahrt das Reichstagsgebäude an. Dort sind sie bann ausgestiegen und haben den Fahrpreis bezahlt. Der Chauffeur bekunde, weiter, daß er inäter mit einem Fahrgast, der
nach dem Bahnhof Friedrichstraße wollte, das Kronprinzenufer entlang kam und auf der Schutzinsel zwischen dem Reichstagsgebäude und dem Wohngebäude des Reichstagspräsidenten zu seinem Erstaunen die beiden Männer stehen sah, die er 1% Stunden vorher dort abgesetzt hate. Nach der Meinung des Chauffeurs standen die beiden Fahrgäste im Alter von etwa 35 bis 40 Jahren, hatten kleine Schnurbärte und machten einen wenig Vertrauen erweckenden Eindruck.
* Die Reform der Arbeitslosenversicherung. Der zuständige Ausschuß des Reichsrates beschäftigte sich Dienstagnachmittag mit der Regierungsvorlage über die Reform der Arbeitslosenversicherung. Ein Antrag der bayerischen Regierung, der dem Sinne nach dem ursprünglichen Antrag Riesener im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages entspricht, wurde, wie der Sozialdemokratische Preffe-
bienft mitteilt, bei Stimmenthaltung einiger Regierungsvertreter mit großer Mehrheit angenommen. Die Vollsitzung des Reichsrats wurde auf Donnerstag ober Freitag vertagt.
* Schluß ber Deutschlandfahrt der spanischen Flo. title. Aus Wilhelmshaven wird gerne det: Die spanische Zerstörer-Flotille, die hier iri* 4 Schiffen zu einem mehrtägigen Besuch eitur'' it die Jade-Stäbte wieder verlassen. Wilhelm?' n war der letzte Hafen ber Deutschlandreise ber o- tille. Sie Schiffe fahren zunächst n a ch A n in ? r» pen. Die Spanier haben sich über bie gute Aufnahme in Deutschland sehr befriedigt geäußert.
Soungplan und Ausländsanleihen.
In einer Denkschrift über die Auswirkungen des Pvungplanes führt der deutsche Vertrauensmann des New Porter Emissionshauses Harris Fordes and Company, F. Stamforth, u. a. aus daß nach der Begrenzung der Reparationsverpflichtungen durch den Poungplan ber auslänbische Kapitalmarkt für Deutschlanb wieber geöffnet wirb. Man könne erwarten, baß zu gegebene, Zeit bie schwebenden Schulden des Reiches durch eine langfristige Ausländsanleihe abgelöst würden, wodurch die Finanzlage des Reiches eine wesentliche Erleichterung erfahren würde. Don jetzt an werde bas Reich wieber ben Krebit benutzen können, ben eine so große arbeitsame Nation beanspruchen könne. Allerbings werbe man finanzielle Reformen burchführen müssen, unter benen befon« bers ber Finanzausgleich unb bie Vereinfachung ber Verwaltung unb Steuern erwähnt werden. Die Beseitigung ber Prioritätsansprüche, besonbers ber Jnbustrieobligationen und ber Eisenbahnichuld- Verschreibungen werbe bie finanzielle Elastizität Deutschlanbs vergrößern. Dies würbe in erster Linie von Vorteil für bie Reichsbahn fein, bie nach Annullierung ber Reparationsbonbs an bie aus* limbischen Kapitalmärkte herantreten könne.
Freigabe des deutschen Bermögens in England.
= Berlin, 4. Sept (Eig. Meld.) Privaimeldg. Wie wir auf Anfrage bei den zuständigen Stellen erfahren, schweben zur Zeit Sonberverhanblungen zwischen Vertretern ber deutschen und der englischen Regierung über die Freigabe des deutschen Vermögens in England. Die großbritannische Regierung hat nunmehr für den Bereich ihrer Zu- ständigkeit Anweisung gegeben, daß für die Dauer dieser Verhandlungen vorläufig von weiteren endgültigen Verfügungen über das deutsche Vermögen grundsätzlich Abstand genommen wird. Es wird versucht zu erreichen, daß die selbständig regierten britischen Dorniniens die gleiche Maßnahme treffen.
Die deutsche HiumW-UpMiou.
wtb. London, 4. Sert (Eig. Meld.). „Times" meldet aus Kalkutta: Die ersten Berichte mm ber beutschen Himalaja-Exped'fton besagen, batz vom 10. bis 20. August zwei Gruppen vom Ausgangslager auf bem Zemu-Gletscher sich bamit befaßten, bie in Betracht kommenben Annäherungswege auf ben Kintchinjunga zu erforschen. Eine Gruppe, bie aus brei Bergsteigern beftanb, erreichte eine Höhe von 5700 Meter auf bem Simvu-Sattel. Da sie jeboch feststellte, baß ber Boben infolge ber Lavinen verräterisch war, kehrten sie zum Ausgangslager zurück. Die zweite Gruppe stieg bis zur Höhe von 6600 Meter am äußersten Enbe bes Zemu-Gletschers auf, stieß jedoch bann auf, einen steilen Felsen unb auf eine Eiswand, bie für bie belabenenTräger unzugänglich war. Weitere Erkun- bungen werben notwenbig fein, bevor ein ernster Angriff auf den Kintchinjunga unternommen wer- ben kann. _______
Der Mensch im hohen Norden. Errichtung einer Wetterwarte und eine Funkstation auf Franz Josef-Land.
Auf Franz Josef-Land im Nördlichen Eismeer ist die n ö r b I i ch st e Wetterwarte unb Funkstation ber Welt errichtet werben. Die Station arbeitet auf ber Welle 43 unb hat bereits amerikanische Funkstationen unb einen Rabin-Amateur in Nischni Nowgorob gehört. Der Eisbrecher „Sedow", der sieben Personen auf der Insel zurückgelassen hat, hat die Rückfahrt durch die Barents See angetreten. Prof. Wiese, ber an ber Expebition bes Eisbrechers „Sebow" teilgenommen hat, erklärt, baß er im nördlichen Teile bes Franz Josef-Landes eine Zweigströmung des Golfstromes entdeckte, durch die eine höhere Wassertemperatur in nördlicher Richtung hervorcherufen welche. In ber Teplitz-Bucht finb Depots ber Expebition des Herzogs ber Abruzzen aufgefunben worben, bie für bie zukünftigen Polarforschungen, insbefonbere für ben geplanten Zeppelinflug von praktischer Beben» tung sein bürsten. Im nächsten Jahre sollen in verschiebenen Teilen ber Inselgruppe kleine Hütten mit Lebensmitteloorräten als Stützpunkte für die künftige Forschung errichtet werben.
Der Leiter ber mit bem Eisbrecher „Sebow" unternommenen Expebition Schmibt erklärte, bte neu eingerichtete Wetterwarte unb bie Funkstation auf Franz Jofeflanb seien mit ben allerbesten wissenschaftlichen Apparaten versehen. Für bie ersten Sowjetkolonisten seien massive Wohngebäube errichtet roorb.cn. Unterwegs seien auf bem „Sebow" von ben Teilnehmern ber Expebition wissenschaftliche Untersuchungen angestellt worben. Der Eisbrecher habe 82 Grad 14 Minuten nörblicher Breite erreicht, womit ein Weltrekorb für Nordpolfahrten aufgestellt worden sei. Solange bie Kohlenvorräte reichen, wirb ber Eisbrecher „Sebou*" auf ber Rückfahrt nach Archangelsk die Erforschung ber am schwersten zugänglichen Teile bes Polarmeeres fortsetzen