- '
tL"*»6-
A*’ -x:
■
W
5 rwif»
- ■ ■•< ■ •• -
■
Amtliches kreisblatk
Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda
56. Zahkg
Dienstag, 3. September 1929
- im Bild" unv „'-ÖUOJCntHUUd . nuiuuviiaumu UHU
4fr 203 der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift^ J»** .. leitunq 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. :
Eröffnung derllIölkerbundsoersammIung
Kapitän Lehmann,
Burg
am
der das
nationale Einvernehmen ihre Früchte tragen. Mit dem Inkrafttreten des K r i e g s ä ch t u n g s p a lte s , um dessen Idee der Völkerbund in den zehn Jahren seines Bestehens in konstruktiver Weise gerungen habe, sei nunmehr der wichtige Grundsatz, die Gewalt auf jeden Fall aus den Beziehun- gen der Völker verschwinden und an ihre Stelle die souveräne Macht der Gerechtigkeit treten zu lassen, in ehernen Buchstaben über das internationale Recht eingeschrieben worden. Die Folgen dieser Tatsache würden auf allen Gebieten der Tätigkeit des Völkerbundes spürbar. Die Knegs- ächtunq stehe in voller Uebereinstimmung mit der Gesamtheit der Regeln, die sich die Völkerbundsmitglieder durch Annahme der Völkerbundssatzung
line zuständig sind, hielten gerade jetzt in Akron eine entscheidende Sitzung ab. Da die Friedrichshafener Werft aus finanziellen Gründen stark an diesen Projekten interessiert sei, müsse Dr. Eckener noch eine Weile in Amerika bleiben.
* Politische Schlägerei in Meistensee. In W i^-n- see bei Berlin ist es nach Schluß einer kommunist. Versammlung zu schweren Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten gekommen. Zwei Kommunisten erlitten schwere Stichverletzungen: sie wurden von der Polizei ins Krankenhaus gebracht. Der Täter konnte festgenommen werden. Ein Nationalsozialist soll leichte Verwundungen erlitten hatten.
wtb. London. 2. Sept. (Eig. Meld.) Der Emir El Hussein Groß-Mufti und Präsident des obersten mohammedanischen Rates erklärte dem Sonderkorresvondenten des ,.Daily Expreß" in Jerusalem: Wir stehen augenblicklich einem ernsten Aufstand aegenüber. in dem wir die Sympathie und Unterstützung nicht nur der mobammedanischen Araber Syriens, Aeayptens und Nord-Afrikas hoben, sondern ganz Arabiens mit seinen 60 Millionen Menschen. Es wird Friede in der unmittelbaren Zukunft herrschen, soweit wir ihn aufrecht erhalten können. Wir werden uns den britischen Bajonetten nicht widersetzen. Was aber Groß-Britannien verstehen muß, ist. daß die Ernsten Ereignisse in Palästina in Wirklichkeit wenig mit der Klcmemauer zu tun haben. Sie gehen bis o"f die Balfourt-Erklärung vom Jahre 1917 zurück. Der Emir fuhr fort: „Ihr könnt die augenblicklichen Unruhen unterdrücken und durch die Macht der britischen Waffen die Ruhe für den Augenblick wieder Herstellen, aber endgültiger Friede in Palästina und Arabien wird niemals wieder hergestellt werden, solange Groß-Britan- nien weiterhin die Politik der Balfour-Deklaration verfolgt. Ganz. Arabien ist in großer Auföeguna."
schwergeprüfte Rheinprovinz faßt neuen Mut und wird mit Hilfe von Staat und Reich alle Kräfte mobilisieren, die ihr infolge der Besetzung und der neuen Grenzziehung entstandenen großen Schäden auszugleichen und darüber hinaus an der weiteren Hebung der deutschen Wirtschaft wieder tatkräftigen Anteil zu nehmen. Für die mir persönlich übermittelten freundlichen Wünsche und Grüße danke ich aufrichtig und erwidere sie auf das herzlichste. Dr. Fuchs.
wtb. London, 2. Sept. (Eig. Meld.) Tausende von Juden aus allen Teilen Londons nahmen gestern abend an einer vom englischen Zionistenbund in der Alberts-Hall veranstalteten Protestkundgebung gegen die Judenverfolgungen in Palästina teil. Es wurde eine Entschließung angenommen, die der Empörung wegen der kürzlichen Ereignisse in Palästina und der Hoffnung Ausdruck verleihe, daß die von der britischen Regierung getroffenen Maßnahmen bald dazu führen werden, der Vernichtung von Geben und Eigentum in Palästina ein Ende zu machen. Außerdem wird eine unverzügliche und direkte Regelung der Frage gefordert, ob die Juden berechtigt sind, an der Klagemciuer ihre Gebete zu verrichten. In der Entschließung heißt es weiter: Die Juden werden, ohne sich durch! die Angriffe einschüchtern zu lassen, mit dem Aufbau der jüdisch-nationalen Heimat fortfahren.
wtb. Genf, 2. Sept. (Eig. Meld.) Die 10. Dölkerbundsoersammlung ist heute vormittag um 11.10 Uhr durch den R a t s p r ä s i d e n t e n, den Vertreter Persiens, mit einer kurzen Ansprache eröffnet worden.
Der stattlichen Versammlung gehören diesmal nicht weniger als 24 Außenminister und 5 Ministerpräsidenten an. darunter B r i a n b und Mac - bon alb, welch letzterer bei ber Begrüßung unter ben Delegierten Gegenftcmb befonberer Aufmerksamkeit mar. Durch ihre Außenminister vertreten sinb u. a. Deutschlanb, England, Frankreich, Belgien, Polen, Griechenland, die Staaten ber Kleinen Entente, ferner Hollanb, Finnlanb, Schweben, bie Schweiz, Ungarn unb Bulgarien. Bon Interesse fft auch bas erstmalige Erscheinen eines Vertreters einer beutfchen Minderheit in ber Völkerbundsversammlung. Es handelt sich um Dr. Schiemann, der als stellvertretender Delegierter der lettischen Delegation angehört. In seiner Eröffnungsansprache behandelte der Präsident besonders die neuen Fortschritte in der Organisierung des Friedens. Sei auch nicht aller Anlaß zur Beunruhigung verschwunden, so dürfte man doch in wachsendem Maße die Hoffnung haben, daß die unablässigen Bemühungen für das inter«
Am 15 September beginnt bie Räumung ber Rheinlanbe. Bis zum 30. Juni 1930 wirb kein «efatzungsfolbat mehr auf deutschem Boden stehen. Deutschland hat feine Sönnern n.tat mte» der her gestellt. . : , — — —-
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die West im Bild" und „Buchcnblätter". Rotationsdruck und Verlag
bewährte Mitarbeiter Dr. Eckeners, steuert Luftschiff auf bei Heimreise von Lakehurst nach Friedrichshafen allein, da Dr. Eckener in Amerika bleiben wird, um die Verhandlungen über die Einrichtung regelmäßiger Zeppelinlinien zu führen. Die verantwortlichen Stellen, die für den Bau der beiden von Amerika beschlossenen Zeppe-
Palästina.
wtb. Jerusalem, 2. Sept. (Eig. Meld.) In einer Proklamation des jüdischen Ober- kommissars heißt es, daß bie bei ben Unruhen verübten Verbrechen bie Angreifer bem Abscheu aller zivilisierten Nationen vreisgöben. Anläßlich ber Ereignisse der letzten Wochen beabsichtige der Oberkommissar, bie Verhanblungen mit ber britischen Regierung über gewisse Abänderun- gen in ber Verfassung von Palästina abzubrechen. Diese Verhanblungen würben seinerzeit auf Grunb eines einem Komitee arabischer Führer gegebenen Versprechen eingeleitet. Hinsichtlich ber Frage ber Gebetsübungen an ber Klagemauer von Jerusalem gibt ber Oberkommissar bie Absicht funb, bie im Weißbuch vorn November 1928 nie- bergelegten Grunbsätze zu verwirklichen.
gegeben haben.
Die Slotfenfrage.
wtb. New York, 2. Sept. (Eig. Meld.) Dem Washingtoner Korrespondenten der „Herald-Tn- bune" zufolge wird bie Frage bes amerikanischen Beitritts zum Welfgerichtshof wahrscheinlich bis Enbe nächsten Jahres verschoben werden. Präsident Hoover sei geneigt, ber Flottenfrage ben Vorrang zu geben und wünsche, den ernsten Meinungsstreit zu vermeiden, der im gegenwärtigen Zeitpunkt wegen des Weltgerichtshofes entstehen könnte.
Heber den Azoren.
wtb. Port, 2. Aug. (Eig. Meld.) Auf Grund der bisher von Bord des Graf Zeppelin eingegangenen Funkmeldungen nimmt man hier an, baß das Luftschiff die Azoren heute vormittag 10 Uhr New Yorker Normalzeit (4 Uhr nachmittags M. E. Z.) erreichen und noch vor dem bisher angenommenen Zeitpunkt in Friedrichshafen eintreffen wird.
wtb. Hamburg, 2. Sept. (Eig. Meld.) Dit Hamburg-Amerika-Linie teilt mit, daß das Luftschiff Graf Zeppelin sich um 7.30 Uhr mittet- europäischer Zeit auf 37 Grad nördlicher Brest« und 45,6 Grad westlicher Länge befunden hat und in 500 Meter Höhe bei mäßigen Westnordwestwin, den von Stärke 5 fährt. *
Das Luftschiff wäre in Lakehurst beinahe gepfändet worden. Ein Amerikaner glaubt Ansprüche an die Zeppelin-Gesellschaft zu haben und hat g e- flagt. Die Anwälte der Good Year Zeppelin Company hinterlegten bei dem höchsten Gericht von New Jersey eine Bürgschaft von 25 000 Dollar, um die Beschlagnahme des Luftschiffes „Graf Zeppelin" zu verhindern. Die Hinterlegung bei Bürgschaft für den „Graf Zeppelin" erfolgte, nach' dem der Unterfcheriff die Absicht bekannt gegeben hatte, den „Gras Zeppelin" durch den früheren Zeppelin-Piloten Anton Heinen in Besitz nehmen zu lassen. Heinen war von dem Scheriff dazu engagiert, das Luftschiff aus dem Schuppen heraus- bringen zu lassen und es an einem großen Baurn zu befestigen.
♦
Wie Associated Preß aus Lakehurst meldet, ent- deckte der Oberzellenmaat Kroner in der Hülle des „Graf Zeppelin" ein Loch, das — wie Krönet erklärte — sicherlich durch ein Geschoß verursacht wurde. Das Geschoß durchbohrte jedoch nur den äußeren Bezug, ohne bie Wakserstofftrlleu in
Zeppelins Heimfahrt.
Nach einigen Verzögerungen durch ungünstige Start- und Windverhältnisse ist „Graf Zeppelin" Sonntag 7 Uhr 15 Minuten morgens (13 Uhr 15 M. E. 3.) zur Fahrt nach Friedrichshafen aufgestiegen.
Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30bezw. 48 Pf.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Sol.) lokal 0,1a JÜl, auätt>art§ 0,20.0. Reklamezeile: lokal 0,60 LF auswärts 0M . Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheck!. Franks, a. M. 40o 1
Wie bie Pressestelle des Oberpräsidlums mitteilt, hat der Reichsmimster des besetzten Gebietes, Dr. Wirth, Veranlassung genommen, anläßlich ber Beendigung ber Haager Konferenz an ben Oberpräsibenten ber Rheinprovinz, Dr. Fuchs, folgendes Telegramm zu richten:
„In dem Augenblick, wo die Haager Konferenz die Befreiung des Rheinlandes festlegte, ist es mir Bedürfnis, Ihnen als dem ersten Reichsminister für die besetzten Gebiete und unermüdlichen Vorkämpfer für Ihre rheinische Heimat herzliche Grüße und Wünsche zu übermitteln.
Reichsminister Dr. Wirth."
Oberpräsident Fuchs antwortete darauf mit folgendem Telegramm:
„Namens des besetzten Rheinlandes spreche ich der deutschen Delegation und besonders Ihnen, dem Minister für die besetzten Gebiete, für die Erkämpfung unfern Freiheit herzlichen Dank aus. Sie ist umso wertvoller, als sie ohne Einbuße an nationaler Würde erreicht worden ist. So möge der 29. August ein Werkstein werden auf dem Wege der Befriedigung und Völkerversöhnung, der recht bald auch die unnatürliche Schranke gegen das Saargebiet Niederreißen möge. Die
Das Rheinland wird frei.
ist das erfreulichste Ergebnis ber Haager - Xrenl daß mir den Tag wissen, an dem kein FonS Solbat mehr auf rheinischem Boden ste- lr°mder- patriotische Leidenschaftlichkeit varteipolitische Gehässigkeit feine übereifrigen «h fahrlässigen Zwischenfälle verursachen, dann ^Deutschland bis spätestens zum 30. Ium 1930 Souveränität über das besetzte Rheinland rme- krnomonnen, das Rheinland ist auch in feinerVer- ‘ -Üflima wieder freies deutsches Gebiet. Wir red)« damit, daß die Besatzungsfrist ohnehin tm qntii!ar 1935 zu Ende sein würde. Wir rechneten Üwnit aber wer hätte einen absoluten Eid bar- niif schwören mögen, daß dann das Rheinland wirklich frei fein würde, auch wenn das Reparationsproblem nicht feine endgültige Lösung ge- funben hätte? Gewiß, wir haben im Haag finanzielle Opfer bringen müssen. Aber wir möchten doch jeden Deutschen einmal fragen, was ihm die vorzeitige und unzweifelhafte Räumung des Rheinlandes wert ist. Man sagt, daß es der deutschen Würde nicht entspreche, wollte man die Freiheit bes Rheinlandes mit Geld erkaufen. Gewiß ist es heroischer", dafür 1 Million Menschen in den Tod zu jagen, aber es ist auch politisch verantwortungsloser und zeugt nur von einer Geistesveran- lagung, die politische Aufgaben nur im Lichte patriotischer Sentimentalitäten zu sehen vermag. Nein, die Räumung des Rheinlandes ist gewiß große Opfer wert, und feien es selbst, — das sagen wir allen von Heroismus triefenden Stammtischpolitikern offen ins Gesicht — finanzielle Opfer. c ''
Es ist an der Zeit, sich zu erinnern. Zu erinnern an die schweren Tage, da die feindlichen Besatzungstruppen in großer Uniform bis an die Zähne bewaffnet in triumphierender Marschmusik ins Rheinland einrückten, um dort die Herrschaft an sich zu reißen und die Bürger als Menschen minderen Grades zu behandeln. Wer in den ersten Wochen und Monaten der Besatzungszeit imRhein- land weilte, wird die Tage der Erniedrigung nicht vergessen können. In Koblenz etablierte sich die „Hohe Rheinlandkommission" und beschäftigte sich zunächst damit, Ordonanzen über Ordonanzen zu produzieren und allenthalben Kriegsgerichte einzusetzen. Es folgten unzählige Chikanen, wobei der rheinischen Bevölkerung nichts anderes übrig blieb, als geduldig nachzugeben und höchstens zu überlegen, wer von den Besatzungsmächten darin am erfindungsreichsten zu sein schien. Damals hat kein Rheinländer, auch sonst kein Deutscher zu hoffen gewagt, daß die Besatzungstruppen noch einmal aus diesem an Industrie- und Agrarprodukten so fruchtbarem Lande herausgehen würden. Denn die französische Politik vor allem arbeitete systematisch an der Entdeutschung des Rheinlandes. Man wurde mit französischen Propagandaerzeugnissen schier überschwemmt und obendrein geschahen auch militärische Dinge, die die Absicht der französischen Politik unzweifelhaft machten, das Rheinland für alle Zukunft fest in der Hand zu behalten.
So wurde in den Zeiten des Kapp-Putfches Frankfurt a. M. besetzt unter dem fadenscheinigen Vorwand, daß bei den Kämpfen der Reichswehr gegen die kommunistischen Aufständigen im rhei- nisch^-westfälischen Industriegebiet eine Verletzung der entmilitarisierten Zone geschehen fei. Der negative Ausgang der ersten Londoner Reparationskonferenz führte zur Besetzung der Rheinstädte Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort. Zugleich wurde an der Ostgrenze bes besetzten Gebietes eine Zollgrenze errichtet, die natürlich keinen anderen Sinn haben konnte, als die Eingliederung des Rheinlandes in das französische Hoheitsgebiet wirtschaftlich vorzubereiten. Im Januar 1923 verzichtete Pom- rare auf weitere Reparationsverhandlungen mit ber Berliner Regierung und besetzte das gesamte Ruhrgebiet, um sich, wie er sagte, Pfänder zu sichern. Damit hatte er das Ziel erreicht, das ihm
bereits zu Versailles vorgeschwebt hatte und das damals nur durch die Opposition der Amerikaner und Engländer aus der Erörterung herousgenom» men wurde. Die Zeiten der Ruhrbesetzung waren für Deutschland eine neue Katastrophe, ähnlich der des Krieges selbst und des Zusammenbruchs.
Als dann im nächsten Jahre in Frankreich eine neue Regierung ans Ruder kam, und die Leiden der Ruhrbesetzung auch die deutsche „Wirtschaft zur Erkenntnis brachte, daß eine opferbereite Ver- ftänbigungspolitit allein den Weg in die Freiheit zeigen könnte, da erst begann wieder ein leichtes Aufatmen in unserem Volke. Es zeigten sich die ersten schwachen Silberstreifen einer besseren Zukunft. Seit 1924 hat, wenn auch zuweilen nut langen Unterbrechungen, die deutsch-französische Verständigungspolitik auch auf feiten der Franzosen ein positives Aussehen angenommen. Seit 1924 sind wir ständig, wenn auch langsamen Schritts, in der Wiedergewinnung unserer Souveränität über die Rheinlands vorangekommen. Die Londoner Daweskonferenz war eine erste Etappe. Sie führte zur Befreiung des Ruhrgebietes und zu einem Abstoppen der separatistischen Bewegung im Rheinland. Die Räumung der brüten Zone erfolgte im nächsten Jahre, wenn auch etwas verspätet. Inzwischen hatte der Locarno- oertrag das deutsch-französische Verhältnis auf eine neue Grundlage gebracht und den Weg Deutschlands in den Völkerbund geebnet. Der Söttet« bunbsrat wurde seitdem das Gremium, in dem wir die Befreiung unserer Nation und die Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung mit den anderen europäischen Großstaaten immer wieder in Angriff nehmen und fördern konnten. Diese zähe Befreiungspolitik war sicher keine heroische Angelegenheit nach außen hin, aber sie hat von den Politikern, die sie verantwortlich durchsührten, manches heroische Opfer persönlicher Art verlangt. Der schlimmste Vorwurf, den man ihnen machte, lautete: Ihr- arbeitet für eine vergebliche Sache, bie Gegenseite täuscht euch, sie wartet nur auf eine günstige Gelegenheit, um auch die bereits gewährten Erleichterungen wieder rückgängig zu machen. Die Opposition arbeitete so mit den Mitteln eines systematischen Pessimismus, dieselbe Opposition, die jetzt angesichts des feierlich verbrieften Räu- mungstermiys unserer Regierung entgegenhält: „Was soll das schon besagen? Es wäre ja sowieso in kurzer Zeit geräumt wordenl" Nein, die sogenannte Erfüllungspolitik hat das Rheinland wieder frei gemacht. Der rheinische Bürger kann wieder frei aufatmen. Deutschland hat seine Einheit gerettet und seine Souveränität auch über den deutschen Westen wiedergewonnen. Das ist ein großer Erfolg unserer Politik. Wir wollen uns freuen und dankbar fein.