Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Donnerstag, 29. August 1929
Ne Arbettsloseuveeficherungs-Refom
Aew-Iork emarkel die Zeppelln-Vesatzung
Die Religionskämpfe in Palästina
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Atlant. Ozean^
Oben: Karte der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika.
Unten: Profillarte der Strecke Los Angeles—New Bork (LakehurfK
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Prärien
Die Fahrt über Nordamerika. —
wtb Tkewyork. 28. Aug. (Eig. Meld.) Die Blätter lieben die Begeisterung hervor, mit der der Zeppelin in El Pasa begrüßt worden ist. Seit den Tagen des Waffenstillstandes fei dort ein solcher Jubel nicht mehr gehört worden. Für den Empfang Dr. Eckeners in Newyork ist der Freitag vorgesehen. Man plant ein umfassendes Programm, in dem der Triumphzug durch die Stadt wie im Falle Lindbergh und der Bremen-Flieger, nicht fehlen wird. In Kreisen der Deutsch-Amerikaner plant man die Ueberreichung einer Ehrengabe, die
Wenigstens ist das die Meinung der Times, dis den Anlaß des Streites in einem solchen Zusammenstoß zwischen „jungzionistischer Anmaßung und mohammedanischem Fanatismus" erblickt. Die Engländer haben bereits aus Aegypten und Malta Truppen und Kriegsschiffe nach Palästina gesandt, die Ordnung wieder herzustellen. Der jetzige englische Oberkommissar in Palästina ist Lord Sir John Chancellor. Beim Ausbruch der Streitig* leiten weilte er in London, befindet sich aber jetzt bereits auf der Durchreise nach Palästina. Mel bemerkt worden ist die Nachricht, daß der Ministerpräsident Macdonald den bei dem Präsidenten Masaryk im Haag zu Besuch weilenden früheren Oberkommissar für Palästina, Sir Herbert Samuel, telegraphisch nach London beordert hat» um mit ihm wegen der Wiederübernahme des Oberkommissariats in Palästina zu verhandeln. Offenbar traut ihm Macdonald eine größere Es« schicklichkeit zu, um der Schwierigkeiten in diesem Mandatsgebiet Herr zu werden. Bekanntlich hat die Wiederherstellung der ägyptischen Souveränität bei den englischen Konservativen starken Wider- spruch gefunden. Diese werden das Aufflackern der nationalistischen Bewegung in Arabien sich sicher nicht als ein Agitationsmittel in ihrem Parteikampf gegen das Arbeiterkabinett entg r lassen.
Seit etwa 10 Tagen sind zwischen den Juden und den Arabern in Jerusalem Religionskämpfe ausgebrochen, die sich inzwischen über ganz Palästina ausgebreitet haben. Die Spannungen zwischen den Arabern und Juden stammen nicht erst aus der letzten Zeit, sondern gehen wohl schon in die Zeit des Weltkrieges zurück, da der englische Lord Balfour die Araber, die den Engländern Waffenhilfe geleistet hatten, dadurch enttäuschte, daß er den Juden der ganzen Welt in Palästina die Wiedergewinnung einer nationalen Heimstätte in Aussicht stellte. Die Araber hatten gehofft, daß Syrien, der Irak, Transjordanien und Palästina zu einem großen autonomen Araberreich vereinigt werden würden. Die Bal- fournote mußte sie schwer erzürnen, noch mehr erzürnte sie aber das Ergebnis der Pariser Friedensverhandlungen, in welchen der Irak, Transjordanien und Palästina englische Mandatsgebiete
wurden, während die Aufsicht über Syrien den Franzosen überlassen wurde. Zudem hat gleich nach dem Friedensschluß die zionistische Siedlung in Palästina begonnen, deren Wachstum den Arabern ein Dorn im Auge war. Die Engländer haben viele Schwierigkeiten gehabt, um die Araber zu besänftigen. Die Zwiespältigkeiten unter den adeligen Araberfamilien selbst haben schließlich die Engländer auch gesellschaftlich die Oberhand gewinnen lassen. Der auch durch religiöse Motive bedingte Gegensatz zwischen den Juden und den Arabern aber hat dauernd zugenommen und sich bereits im vorigen Jahre einmal sehr leidenschaftlich entladen, als die Juden bei den Feierlichkeiten am Neujahrs- und Versöhnungstage an der Klagemauer in Jerusalem eine Wand aufrichteten, um die Männer und Frauen, die zu den Festlichkeiten in großer Zahl herbeigeeilt waren, den ritualen Vorschriften entsprechend, leichter von
Die letzte Strecke des Weltflugs.
wissenschaftliche Zeppelinflüge ermö-'-chen soll. Man erwartet, daß das Luftschiff a m M i t t w o ch um 8 Uhr abends in Lakehurst eintreffen wird. Bei der Begrüßung wird das Marineamt durch Kontre- admiral Latimer, den Kommandanten der Werst und Philadelphia vertreten sein.
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„Graf Zeppelin" ist von Uuma (13.43 Uhr (MEZ.) aus der Southern-Pacific- Bahn gefolgt und hat die Orte Aztek, Maricopa, Tucson, Benson, Wilcour, Bowie (sämtlich im Staate Art,
einer Sitzung, die sich fast bis Mitternacht fii'uog haben sich Briand und Snowden in letzter «tunde über die Reparationsfrage und die Verteilung der Reparationserträgniffe geeinigt. Noch in der Nacht wurden auch die deutschen Delegierten berbeigeholt, um zu gewissen Punkten der Eini- Lng ihre Zustimmung zu geben. Stresemann kam irdrt da er zu ermüdet war, dagegen erschienen Dr '§urtius, Dr. Hilferding und Dr. Wirth.
Nach Mitteilungen aus Kreisen der Delegierten ergibt die zwischen den Gläubigermächten erzielte Vereinbarung eine Quote von rund 78,5 Prz. fcr von England beanspruchten Beträge. Die Jahressumme, die dabei aus die ungeschützten Annuitäten entfällt, soll auf 96 Millionen gegenüber 88,5 Millionen vorigen Angebots erhöht worden sein. Die übrigen Glüubigermächte sollen gemein» £nn England einen Jahresmehranteil von 40 Millionen Reichsmark garantieren. Ein endgül- tiges Abkommen soll erst nach der angestrebten Einigung mit Deutschland festgelegt werden.
V. Gute Aufnahme der Einigung in Paris.
' wtb. Paris, 28. Aug. (Eig. Meldg.). Die Nachrichten über den Verlauf der Nachtsitzung der Haager Konferenz sind so spät in Paris einge« troffen, daß kaum ein Blatt sich äußern kann. Nur sder radikale „Ouotidien" nimmt Stellung. Er Ähreibt: Nicht nur Frankreich wird Briand für Seine Geduld eine tausendmal verdiente Dankbarkeit zollen, auch Deutschland, das die Ausgabe jdes Boungplanes in eine schreckliche poli - tische Verwirrung gebracht hätte, ja selbst England, das in letzter Minute der Mißbilligung der gesamten Welt entging. Bemühen wir uns zu vergessen, auf welch dornenvollem Wege, den uns Snowden geführt hat, man zu einem Ergebnis gelangt ist, über dessen Preis wir nicht diskutieren wollen. Von nun ab haben die guten Anhänger des Friedens, den Höchstpreis, um die großen Pläne durchzuführen, für die der Boungplan nur erst ein Beginn ist.
Der „Avenir" erklärt kurz: Das Kompromiß ist gefunden. Der Boungplan ist gerettet.
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Die Lage.
wfb. Jerusalem, 28. Aug. (Eig. Meldg.). Der Sonderkorrespondent des Reuterfchen Büros meldet: Es sind jetzt genügend Streitkräfte vorhanden, um alle Ruhestörungen, die über vereinzelte Ausschreitungen hinausgehen, zu verhindern. Am Freitag und Samstag war die Lage ä u ß e r st kritisch, da nur 1200 Polizisten, davon meistens britische, zur Verfügung standen. Anzeichen für eine englandfeinliche Stimmung wurden nicht wahrgenommen. Von arabischer Seite wird erklärt, der Zusammenstoß sei die unvermeidlir' » Folge der aggressiven Politik, des immer anmaßender werdenden Tones und der immer weiter gehenden Ansprüche der Zionisten. Ein öffentlicher Tadel der furchtbaren Ausschreitungen von Hebron ist aber von maßgebender arabischer Seite nicht erfolgt. Der Reuter-Korrespondent erklärt die Unruhen aus der Psychologie des arabischen Bauern, der alles so lange über sich ergehen lasse, wie es möglich fei und dann plötzlich Amok laufe. Es handele sich, so sagte er, um einen plötzlichen Ausbruch eines lange aufgespeicherten, mit Eifersucht und Angst gemischten Gefühles, dos durch das Selbstbewußtfein der Zionisten noch stärker geworden fei. Die Meldung schließt: Die Straßen von Jerusalem sind nahezu menschenleer. Die meisten Läden sind geschlossen, die Privathäuser sind verriegelt und verbarrikadiert. Die vormaligen russischen Pilgerhäuser sind in Kasernen nmgewan- delt, die mit Soldaten, Polizisten und Automobilen vollgestopft find. Alle älteren Beamten sind freiwillige Polizisten geworden. Die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln, Wasser und Beleuchtung ist gesichert.
Chicago Michigan-See
Ne Haager Konferenz ist gerettet.
Einigung zwischen England und den übrigen Gläubigermächten
punkt weder von der Reichsregierung noch vom Reichstag ein entscheidender Schritt getan worden. Der von der Reichsregierung vorgelegte Gesetzentwurf sieht keine Deckung der zu erwartenden Fehl- bträge vor. Die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände hält nach wie vor eine Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung über 3 v. H. mit der gegenwärtigen Lage von Wirtschaft und Reich nicht für vereinbar. Die Absicht der Regierungsvorlage, die Wirtschaft durch die in Aussicht gestellte Beitragserhöhung um weitere 140 Millionen Mk. im Jahre zu belasten, steht aber auch im Gegensatz zu der von allen Kreisen anerkannten und auch vom Reichsfinanzminister wiederholt betonten Notwendigkeit, die Wirtschaft endlich steuerlich zu entlasten. Die Vereinigung ist nach wie vor der Auffassung, daß es möglich und notwendig ist, die Reichsanstalt unter Vermeidung einer Beitragserhöhung und ohne weitere Gefährdung des Reichshaushaltes durch Reform- und Ersparnismaßnahmen zu sanieren und eine auch ihren sozialen Aufgaben genügend Rechnung tragende Arbeitslosenversicherung zu schaffen. Sie weist mit besonderem Nachdruck auf die ernsten Folgen hin, die entstehen müssen, wenn eine Reform der Arbeitslosenversicherung nicht vor Eintritt der Wintererwerbslosigkeit erfolgt, die Reichsanftalt und das Reich noch um weitere ungedeckte Hunderte von Millionen Mark belasten müßte.
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Die Reichstagsfraktion des Zentrums hält am Samstag, den 31. August, in Freiburg gelegentlich des dort stattfindenden Katholikentages eine Sitzung ab. Für diese Sitzung steht eine Besprechung 5er politischen Lage und ein Bericht über den Stand der Frage der Arbeits- lo s e n v e r f i ch e r u n g auf der Tagesordnung. Am Nachmittag wird die Fraktion das Andenken Fehrenbachs ehren und auf feinem Grabe einen Kranz niederlegen.
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einander scheiden zu können. Die Araber, die unmittelbar auf ber anderen Seite der Mauer ihr zweitgrößtes Heiligtum, die Omarmoschee, besitzen, sahen in der Errichtung der Scheidewand einen Versuch, den alten jüdischen Tempel .der Juden wieder zu errichten, also einen Ausdruck des national-jüdischen Expansionsdranges. Und da die Klagemauer selbst sowie auch das Pflaster unmittelbar davor juristisch als Eigentum der mohammedanischen Glaubensgemeinschaft gilt, fühlten sie sich berechtigt, die Beseitigung der Scheidewand zu verlangen. Die englischen Polizeibehörden haben damals den Forderungen der Araber nachgegeben, sie waren aber so unklug, die Beseitigung der Wand während des jüdischen Gottesdienstes vorzunehmen, sodaß es darüber zu unbeschreiblichen Szenen gekommen ist. Das war int Oktober vorigen Jahres.
Inzwischen haben die Gegensätze zwischen den Arabern und den Juden durch das Aufflammen einer jungnationalen arabischen Bewegung im letzten Jahre neue Nahrung bekommen. Aber es sind wohl zwet wichtige Ereignisse von allgemeiner Bedeutung, die den arabischen Nationalismus zu einem Bruch des Landfriedens veranlaßt haben. Das eine wird in den Ergebnissen des Züricher Zivnistenkongresses zu suchen sein, auf dem das Palästinawerk an die erweiterte Jewish Agency übertragen und damit zu einer gesamtjüdisch en Sache gemacht worden ist. Dieser Ausgang des Zionistenkongresses konnte den arabischen Nationalismus nur schüren und seine religiösen Leidenschaften beleben. Er glaubt nun einmal an den Expansionsdrang der Juden in Palästina, der ein arabisches Gebiet wieder beherrschen möchte. Das andere Ereignis besteht ohne Zweifel in der Herstellung der Souveränität Aegyptens. Die Araber werden schlecht einsehen, daß ihnen selber nicht gewährt wird, was man den Aegyptern gewährt hat und darum das Bedürfnis empfunden haben, die Engländer an ihre alten Wünsche einmal wieder deutlich zu erinnern. Nach den letzten Schätzungen gab es in Palästina unter 850000 Einwohner 100000 Juden und 75000 Christen. Der große Rest sind Mohammedaner, die in Glaubensgemeinschaft stehen mit den Mohammedanern von ganz Asien. So wenig es den Engländern erwünscht sein kann .wenn die Mohammedaner an irgendeiner Stelle Asiens aufständisch werden, so sehr sind sich die arabischen Stämme, wenn sie einmal zum Aufstande greifen, bewußt, die Sym>- pathie der ganzen mohammedanischen Welt auf ihrer Seite zu haben. Die Ausbreitung, welche die Araberangriffe auf die Juden in Palästina in den letzten Tagen gewonnen hat, ist also für die Engländer politisch nicht niedrig einzuschätzen, und es wird Macdonald noch einige Sorge machen, zu verhüten, daß seine pazifistischen Bestrebungen in Aegypten nicht zu ausgedehnten Kämpfen in Palästina und im weiteren Orient Anlaß geben.
Die ersten blutigen Zusammenstöße in Jerusalem scheinen dadurch enfftanden zu fein, daß die Zionisten an der Klagemauer Demonstrationen abgehalten haben, wodurch die Araber auf der anderen Seite der Mauer gereizt worden sind.
I Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchcnblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152 Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
Unter dem Vorsitz des Zentrumsabgeordneten Esser fanden im Reichstag interfraktionelle Besprechungen der Regierungsparteien statt, in denen versucht wurde, einen Ausgleich der Differenzen zu suchen, die nach wie vor über die Reform der Arbeitslosenversicherung bestehen. Die Verhandlungen führten bisher zu keiner Verständigung und sollen fortgesetzt werden.
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Die Vereinigung der deutschen Arbeigeberver- bänbe bittet uns um Veröffentlichung einer Erklärung, in der es u. a. heißt:
Die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberver- verbände hat bereits im Mai ds. Js. ein Programm zu der dringend notwendigen Reform des Arbeitslofenverficherungsgefetzes unterbreitet, das Unter voller Wahrung des Verficherungscharakiers der Arbeitslosenversicherung und unter voller Anerkennung der Notwendigkeit dieses Versicherungs- zweiges eine Sanierung der Reichsanstalt ohne eine weitere Mehrbelastung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ermöglicht. Die inzwischen auf diesem Gebiet eingetretenen Ereignisse, insbesondere der vorliegende Regierungsentwurf zur Abänderung des Gesetzes, zwingen die Vereinigung, nochmals auf die dringende und sofortige Reformnotwendigkeit ohne weitere Mehrbelastung ber Wirtschaft, nicht zu letzt im Interesse der Sicherung der Reichsanstalt, hinzuweisen und insbesondere Bedenken gegen die jetzige Regierungsvorlage zu äußern.
Die Reichsanstalt hat eine derzeitige Verschuldung von 350 Millionen Mark und muß mit einem weiteren jährlichen Fehlbetrag von 280 Millionen Mark und mit einem besonderen Mehrbedarf für den kommenden Winter von 106 Millionen Mark rechnen. Im Reichshaushalt find Mittel in nennenswertem Umfang für diese Zwecke nicht mehr verfügbar, ebenso wenig wie ihre künftige Beschaf- fung bei der Finanzlage des Reiches erwartet werden kann. Trotzdem ist bis zum heutigen Zeit-
Grosser Ozean
Los
Angeles
Sierra Nevada Rody Mountains
In der „Ere Nouvelle" heißt es: Wenn ein grundsätzliches Einverständnis erzielt worden ist, bann haben wir uns barüber zu freuen und uns bazu zu beglückwünschen, baß bie nationalen Interessen einem Ministerpräsibenten anvertraut würben, ber ben Mut hatte, gegen jebe Hoffnung zu hoffen unb in Beharrlichkeit ein Einverstänbnis zu wollen, trotzbem alles bagegen war.
Die Rheinlandfrage.
In ben politischen Auseincmbersetzungen war ber finanziellen wegen am Dienstag nachmittag eine Unterbrechung eingetreten. Dr. Wirth soll beim Verlassen ber Rheinlanbbesprechung sol- genbe Erklärung an bie Presse, von der er behauptete, daß er sie sich besonders überlegt hätte, abgegeben haben: „Die zur letzten Anprobe fertigen politischen Gewänder sind an den Nagel gehängt worden, bis die finanziellen Fragen entschieden sind."
Weiter verlautet:
Der englische Außenminister Henderson hatte für ben Fall bes Scheiterns ber Konferenz ein Schreiben an Dr. Stresemann vorgesehen, in bem er noch einmal schriftlich seine Zusage über die Zurückziehung ber englischen B e- satzungstruppen vor Enbe bes Jahres wie- berholt.
Am Mittwoch.
wtb. Haag, 28. Aug. (Eig. Melbg.). Die Heutage Konferenz biente ber Aufklärung über bie gestrigen unter ben Gläubigermächten getroffenen Vereinbarungen, soweit biefe Deutschland betreffen. Zur weiteren Aufklärung unb Besprechung werben finanzielle Experten von deutscher Seite zugezogen, bie sich zunächst untereinanber mit diesen Fragen befassen sollen. Um 3 Uhr nachmittags finbet eine Konferenz ber Besatzungsmächte mit Deutschlanb statt. Um 4 Uhr nachmittags wirb bie Besprechung ber sechs einlabenben Mächte über bie heute vormittag erörterten finanziellen Fragen fortgefetzt.
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