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uldaerZettung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

56. Zahrg

Mittwoch, 28. August 1929

ta» im Bild- und „Buchenblätter--. Rotationsdruck und Verlag

-Itl?« INS der Fuldaer Actiendruckere, in Fulda. Fernrufe: Schrift- J*** .. (eftung H52, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Vor dem Abbruch der Haager Konferenz?

er-

je sah.

*

Hawaii-

Tokio

Omsk

Neri York

Bermudss-

Azorasi

drei Viertel der rund 33 000 Kilometer betragen

den Weltfahrtroute zurückgelegt. Für das letzte

rechnet man 48 Stunden,

auf der

letzte Etappe über Nord* Amerika

giere des „Graf Zeppelin" in Autos in das Ver­waltungsgebäude gebracht, wo die Behörden die Formalitäten ohne Verzug erledigten. Als Dr. Eckener an der Spitze seiner Mannschaft, begleitet von amerikanischen und japanischen Offizieren, er­schien, wurden ihm stürmische Ovattonen dar­gebracht. . .

Gouverneur Poung von Kalifornien oegrutzte Dr. Eckener namens des Staates und drückte seine Bewunderung aus für die Leistung, die in die Annalen der Weltgeschichte eingehen werde. Du Passagiere wurden dann vor Mikrophone gestellt und bezeugten übereinstimmend, daß die Rech überaus bequem und angenehm verlaufen sei. Alb, Passagiere und auch die Mannschaft sahen frisch und ausgeruht aus. Die Passagiere und die Offi­ziere wurden dann in die Hotels nach Los Angeles gefahren, wo ihnen ein anstrengender Empfang zuteil wurde. Die Mannschaft verblieb auf dem Flugfeld, wo ein Pullmanzug mit Schlafwagen, Klubwagen und Speisewagen zu ihrer Verfügung stand.

Zur Begrüßung des Luftschiffes war namens der deutschen Regierung Generalkonsul von Heutig aus San Franzisko erschienen, um Dr. Eckener und den Flugteilnehmern seine Glückwünsche aus- zusprechen. Hohe Offiziere der amerikanischen Armee und Marine sowie die Konsularvertreter Japans und anderer fremder Regierungen waren ebenfalls zur Stelle. Dr. Eckener drückte den Wunsch aus, sobald als möglich zu starten, um den Weltslug zu beenden.

Seit dem Start in Lakehurst in der Nacht vom 7. auf den 8. August ist der „Graf Zeppelin" 16 550 Meilen geflogen. Von Lakehurst nach Friedrichshafen 55 Stunden 23 Minmen, Friedrichshafen—Tokio 101 Stunden 50 Minu­ten, Tokio—Los Angeles 78 Stunden 58 Minuten. Totale Flugzeit mithin 235 Stunden 31 Minuten oder 18 Tage, 8 Stunden 31 Minu­ten. Der bisherige Weltrekord beftug 23 Tage 15 Stunden.

Lady Drummond-Haye erklärte, die Fahrt sei interessant aber nicht so aufregend gewesen, wie der Rekordflug Newyork-Friedrichshafen. Die bemer- kenswertesten Erlebnisse für die Passagiere seien die Schauspiele gewesen, die sich boten, als das Luft, schiff bei farbenprächtigem Sonnenuntergang San Francisco überflog und als es bei herrlichem kla­rem Sonnenaufgang Los Angelos erreichte.

Commander Rosendahl meinte: „Es war der schönste Flug, den ich je mitgemacht habe, und ich

wtb. Los Angeles, 27. Slug. (Gig. Meldg.). „Graf Zeppelin" ist 12.14 Uhr nachts (9.14 MEZ.) zur letzten Strecke des Weltflugs, nach Lakehurst, an der Ostküste Nordamerikas, gestartet.

*

Dr. Eckener war zwei Tage infolge einer Ver­dauungsstörung unpäßlich.

*

Der Polarflieger Herbert Wilkins erklärte Pressevertretern: „Es war eine angenehme und sorgenfreie Fahrt, die mitzumachen ein Vergnügen war. Ehe jedoch ein regelmäßiger Verkehr mit Luftschiffen erfolgreich durchgeführt werden kann, brauchen wir eine bessere und weitgehendere Zu­sammenarbeit der Wetterbüros und Meteorologen. Vor allem müssen dem Luftschiff Wetterberichte aus viel mehr Gebieten zur Verfügung stshcn. Ich beglückwünsche Dr. Eckener zu dem Erfolg des Flu­ges. Wir sahen zahlreiche interessante Gegenden der Erde unter einem ungewöhnlichen und neuen Gesichtswinkel. Die nicht anbaufähigen Steppen Sibiriens, die regendurchweichten Wälder des Orients, die Wolkenbänke des Stillen Ozeans zäh­len zu den interessantesten Erscheinungen, die ich

nicht mehr ihre Sache sei, einen Vermittlungsver­such zu unternehmen. Sie werde wohl deshalb kein neues Angebot machen und der eng- Ir*en Delegation die unerläßliche moralische Frist V n, über den Ernst der internationalen Lage, d die Aufrechterhaltung ihrer Ablehnung schaf­fen würde, nachzudenken.

Man nimmt nicht an, daß diese Ablehnung mit einem Abbruch der Verhandlungen gleichbedeutend ist, sondern erwartet Bemühungen der vier übrigen Gläubigennächte, um England in irgendeiner Weise noch etwas weiter entgegenzu­kommen. Die Ablehnung stellt in ihrer Form, ge­messen an den scharfen Ausdrücken, mit denen frü- ber Bemühungen zur Ausgleichung der Gegen­sätze von Snowden zurückgewiesen wurden, immer­hin eine gewisse Milderung dar.

Die zwei Tendenzen.

wtb. Paris, 27. Aug. (Eig. Meldg.). Der Be- rickterstatter des „Echo de Paris" im Haag be­richtet, es fei gar kein Geheimnis, daß innerhalb der französischen Delegation sich zwei Tendenzen geltend machen. Louckeur habe von Anbeginn an Briand empfohlen, die Verhandlungen als guter Europäer zu führen und den Ruin zu verhindern, der den Zusammenbruch des Poungplan und den Sturz Stressmanns im Gefolge haben mürbe., Die im Haag anwesenden Beamten des Quai d'Orsai und wahrscheinlich die Mehrheit der Finanzsach­verständigen seien im Gegenteil der Ansicht, daß man sich den schlimmsten Ungelegenheiten aus­setze, wenn man den Erpressungen (!) des englischen Schatzkanzlers nachgäbe.

*

Von einem Berliner Mitarbeiter wurde uns am Montag abend aus Berlin geschrieben:

In näher derTag heranrückt, an dem derPoung- plan in Kraft treten sollte, umso mehr scheinen sich die hohen Herren im Haag ihrer Verantwor­tung bewußt zu werden. Noch ist an den Nach­richten, die von der Konferenz zu uns gelangen, sehr vieles unübersichtlich und auch der eifrige Zeitungsleser, der die Haager Meldungen gewis- senhaft verfolgt, wird sich oft gefragt haben: „Wie ist diese Nachricht gemeint?" Die anfänglichen Hoffnungen, daß die Haager Konferenz, wie es im Poungplan vorgesehen ist, ein wirkliches Aufräu­men besorgen werde, eine völlige Liquidierung des Kriegs und vor allem des Kriegsgeistes, daß es eine Konferenz fein würde, deren polit. Blick durchaus in dis Zukunft gerichtet fein würde, sind nicht erfüllt worrden und werden auch in dieser Woche nicht mehr erfüllt werden können. Und wenn man den ei­gentlichen Grund dafür suchen will, so liegt er in dem Auftreten Briands. Man mag es etwas auf­fällig gefunden haben, daß das neue englische Ka­binett gewisse Vereinbarungen des Poungplanes so scharf angegriffen hat, daß es Revisionen ver­langte, die uns, die wir zu zahlen haben, zu,etwas bitteren Vergleichen Anlaß geben mußten, wir kön­nen doch nicht umhin, zuzugeben, daß England sehr gute Gründe für ein solches Revisionsverlangen batte. Wir haben früher oft genug bedauert, daß sich die englische Politik so bedenkenlos ins franzö- sifche Fahrwasser begeben hatte, wenn wir konse­quent sein wollen, müssen wir heute zugeben, daß die neue englische Regierung den etwas zur Iro­nie reizenden Kampf um die Revision des Poung- planes führen muß, wenn England feine alte Un- abhängigkeii gegenüber Frankreich wiederaewin- nen wollte. Es ist merkwürdig, welchen Mangel an politischer Elastizität Briand in den sinanzpost- tischen Fragen der Haager Konferenz zu offenba­ren vermocht hat. Das englische Revisionsverlan­gen bedeutet selbstverständlich eine gewisse Zumu­tung an die Franzosen. Aber wie politisch kurz­sichtig war es seitens Briand, das englische An­sinnen zunächst einmal abzulehnen, um dann Schritt für Schritt langsam nachzugeben, dabei aber immer wieder neue Möglichkeiten zu ersinnen, um die Engländer zu täuschen. Gerade wenn er der Ueberzeugung war, daß die jetzigen Regierungs­männer in London feine allzu starken Sympathien für Frankreich und seine Nachkriegspokitik verspür­

Statt des „Stof Zeppelin" nach Lalehutst In 48 Stunden mitt man an der Ostküste Nordamerikas sein.

woch gewünscht.

Darüber wird jedoch erst in der nunmehr heute nachmittag 5 Uhr anberaumten Sitzung sechs einladenden Mächte enffchieden werden.

Snowdens Absage.

In einer Havas-Meldung aus dem Haag klärt der Sonderberichterstatter dieser Agentur, daß die französische Delegation angesichts der er­neuten, auf acht Schreibmafchinenzeilen sich be­schränkenden Ablehnung des Schatzkanz- I r s Snowden die Ansicht vertrete, daß es

ten, hätte er alles daran setzen müssen, um sie zu gewinnen. Das Opfer, das Snowden von Briand verlangte, kann Frankreich sehr leicht bringen, es braucht nur seine militärischen Ausgaben einzu­schränken. Hätte Briand die schöne Geste gemacht, fo hätte er sicher ein politisches Gegengeschäft da­gegen eintauschen können, mindestens für die nächste Zukunft. Und Frankreich wird die engli­schen Sympathien wohl noch oft nötig haben. Eine größere politische Elastizität hätte er aus , dem Grunde beweisen müssen, weil die Snowden'schen Forderungen z. Zt. von ganz England vertreten werden. Nirgendswo ist in England eine Stimme laut geworden, die Snowdens Auftreten verurteilt hätte, auch die berufenen Parteigegner des engli­schen Schatzkanzlers haben in dieser ihrer Gegner­schaft nicht den Grund gefunden, jetzt Snowden zu kritisieren.

Sich völlig enthüllt aber hat der französische Ministerpräsident durch sein Verhalten in der Rä!u- mungsfrage. Wie er hier um Wochen und Mo­nate hat feilschen können, das war bereits grotesk, da er doch einsehen mußte, daß der politische Wert einer vorzeitigen Rheinlandräumung für Frankreich wesentlich darin begründet fein würde, daß diese Räumung sehr schnell in einer eindrucksvollen Form erfolgte. Jetzt muß er sich von dem belgi­schen militärischen Sachverständigen erklären taf­fen, daß die Beseitigung der französischen Trup­pen aus dem besetzten Gebiete viel schneller und leichter vonstatten gehen könnte, als es ihm feine eigenen Generale erzählt haben, jetzt muß er es über sich ergehen lassen, daß die Engländer bereits mit großer Geste den Räumungsbefehl erlassen und ihm zuvor gekommen sind. Ausgerechnet Briand, der der Empfänger des Friedensnobel­preises ist, und seinen Weltruhm durch seine gro­ßen pazifistischen Reden gewonnen hat. Ebe die Haager Konferenz begann, sorgte er noch dafür, daß das Wort Pan-Europa aktuellen Wert be­kam, kaum batte sie begonnen, da schämt er sich nicht, kleinlichster Partikularist zu fein.

Nein, die Haager Konferenz ist kein Ruhmes­blatt in der diplomatischen Geschichte der „Grande Nation". Das französische Ansehen hat im Haag erheblichen Schaden genommen. Wir müssen das sagen, wenn wir uns auch bewußt sind, daß nach wie vor die deutschffranzöfische Verstäudigunqs- politik der Kernpunkt der deutschen Außenpolitik auch weiterhin bleiben muß, weil die deutsch- srcmzösische Verständigung die erste Voraussetzung für ein neues Europa ist.

Um dieses neuen Europa willen, hoffen wir ober auch sehr, daß die deutsche Delegation ent- fchieden und ohne Konzessionsneigung bei den For­derungen beharren wird, mit denen sie nach dem Haag gefahren ist. Dieses neue Europa kann nicht kommen, fo lange nicht Deutschland völlig frei ge­worden ist, so lange in Frankreich noch „berech­tigte Ansprüche" bestehen, Deutschland formell oder faktisch unter eine einseitige Kontrolle zu nehmen. Der Kampf, den die deutschen Delegierten im Haaq zu führen haben, ist sicher nicht leicht, vor allem deshalb nicht, weil sich im Haag in dem Gewirr ausländischer Diplomaten und Journalisten die Stärkemomente unserer Position nickt immer so bemerkbar machen werden, wie die Schwäche­momente. Es ist eine kluge Maßnahme gewesen, daß die deutsche Delegation sich ziemlich dicht ab« aefchlossen hat und sich nickt von iehem ^beliebigen Journalisten ausfragen läßt. Mögen die letzten Stunden, die noch zu bestehen sind, ein Ergebnis zeitigen, daß die deutsche Delegation befähigt, es ohne Vorbehalt vor dem Reichstag zu vertreten.

*

Graf Westarp hat in seiner Eigenschaft als Mit­glied des Auswärtigen Ausschusses und als Vor­sitzender der deutschnationalen Reichstagsfraktion an die Delegation im Haag einen Brief gerichtet, in dem er von neuem das Verlangen nach Ver­öffentlichung jenes Memorandums erhebt, das die deutschen Sachverständigen vor dem Abschluß des Pariser Plans an die RÄchsregierung gesandt ha­ben. Das deutsche Volk habe im jetzigen Zeitpunkt ein Anrecht darauf, genau zu erfahren, wie die Sachverständigen in Paris zu der Ueberzeugung gekommen feien, daß die über das zweite Angebot hinausgreifenden Forderungen der Alliierten wirt­schaftlich nicht oertretbar seien und nur unter neuen politischen Instruktionen angenommen wer­den könnten. Gras Westarp beruft sich darauf, daß sein Wunsch nach Veröffentlichung dieses Gutach­tens, der im Reichstag von verschiedenen S-it-'N Unterstützung gesunden habe, auch von Dr. Strese- mann als berechtigt anerkannt worden fei.

Außer diesem Schreiben bat Graf Westarp eine Stellungnahme seiner Fraktion nach dem Haag übermittelt.

* Das „Volksbegehren" und seine Unterschriften. Der „Iungdeutscke" weist darauf hin, daß immer mehr Unterschriften des sogenannten Reichsaus- schusies für das Volksbegehren sich als gefälscht erweisen. Ein Mitglied des Iungdeutschen Ordens teilt nämlich mit,'daß auch die Unterschrift des Weinheimer S. C„ der eine große Anzahl studen­tischer Verbindungen zusammenfaßt, vom Reichs­ausschuß mißbraucht worden sei.

* D-c millionste Besucher der „Gruga". Die Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung in Essen,„Eru- ga", die in ganz Deutschland und weit über die Landes- grenzen hinaus großes Interesse hervorgerufen hat, konnte am Montagabend nach noch nicht ganz zwei­monatiger Dauer den millionsten Besucher registrieren. Es war ein Essener Einwohner, der vom Oberbürger­meister begrüßt wurde und als Ehrengeschenk eine Zim­mereinrichtung im Werte von 1000 Mark erhielt. ,

wtb. Haag, 27. Aug. (Gig. Meldg.). Der fran- zsische Ministerpräsident Briand hat heute vor- -■ einen Brief an den Konferenzvorsitzenden «Lpar gerichtet, dem sich nach telephonischer Ver- lländigung auch die italienische Delegation ange- fchlossen hat. In diesem sehr kurzen Schreiben wird dargelegt, daß die sofortige Ginberufung zu einer Sitzung der fechs einladenden Mächte erfor­derlich erscheine, um einen Zustand zu beenden, der nunmehr keinen Ausweg finde. Snowden, mit dem ebenso wie mit dem anderen Delegierten telephonisch Fühlung genommen wurde, hat seiner­seits dieser Einberufung zugestimmt und dabei für den Fall eines Abbruches der Verhandlungen die Abhaltung einer Plenarsitzung am morgigen Mitt-

„Eraf Zeppelin" hat also jetzt die dritte Etappe Tokio—Los Angeles trotz feindlicher Winde und .... -------- „ „ - -

Gewitter in der enorm schnellen Zeit von 67 Stun- Stück quer über den nordamenkarujchen Kontinent den 29 Minuten bewältigt. Damit sind mehr als rechnet man 48 Stunden,

Beim Start des „Graf Zeppelin" kam es zu einem Zwischenfall, da die Schwanzflosse kurz nach dem Aufsteigen eine elektrische Hospannungs- leitung streifte. Als man im Luftschiff bemerkte, daß der Aufstieg sich nicht rasch genug vollzog, wurde eine ziemliche Menge Proviant in Gestalt von vollen Konservenbüchen, Tee und Gemüsen über Bord geworf. Die Radio-Korporation of America hat eine drahtlose Mitteilung des Luft­schiffes aufgefangen, wonach die Beschädigungen, die das Hcmgenbleiben an der Leitung verursachte, nur unbedeutend sind, und nicht die Absicht besteht, die Fahrt deshalb zu unterbrechen.

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wtb. Los Angeles, 27. Aug. (Gig. Meldg.). Die Passagiere des Luftschiffes begaben sich um 11.10 Uhr abends an Bord. Sie tarnen direkt von dem ihnen zu Ghren gegebenen Empfangsban­kett und waren unterwegs durch den riesigen Ver­kehr zwischen Start- und Flugplatz aufgehalten worden. Um 11.15 Uhr gab Dr. Eckener Befehl, Ballast abzuwerfen. Dann wurde die Spitze des Luftschiffes vom Ankermast gelöst und die Halte- mannfchaft bewegte sich mit dem Luftschiff über das Flugfeld, etwa eine halbe Stunde hin und her. Während dieser Zeit wurde noch Post an Bord genommen und die technischen Einrichtun­gen wurden einer letzten Prüfung unterzogen. Schließlich machten die Haltemannschaften inmitten des Flugplatzes Halt. Der Bug des Zeppelins war nach Osten gerichtet; alles war bereit, es blieb nur noch übrig, den Befehl zum Loslassen der..fialtetaue zu erteilen.

Auf den Landstraßen in der Umgebung he*s Flugfeldes drängten sich viele Kilometer weit die Autos derjenigen, die die Abfahrt hatten miter­leben wollen.

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wtb. Los Angeles, 27. Aug. (Eig. Meldg.). Nach dem Aufstieg, der bereits gemeldet wurde, verschwand der Zeppelin sehr bald im Dunkel des östlichen Horizonts. Die Verspätung bei der Ab­fahrt erklärt sich daraus, daß die Post und die Passagiere erst mit beträchtlicher Verspätung den Flugplatz erreichen konnten, da die Landstraßen kilometerweit von den Automobilen derer ver­stopft waren, die den Abflug miterleben wollten. Für die Nachfüllung des Luftschiffes sind von einem Chemiekonzern Westvirginiens 1000 Kubikfuß einer Mischung von Natur- und Kunst- qas gestiftet worden.

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Die Besatzung des „Graf Zeppelin" schätzt, daß Lakehurst in 48 ©tunben erreicht wer­den wird. Die Passagiere des Luftschiffes sind ein­mütig der Ansicht, daß die Zeit für den Trans- ozeanluftschiffhandelsverkehr gekommen fei.

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Don den Ereignissen in Los Angeles ist noch nachzutragen:

Die Landung des „Grasen Zeppelin" in Los Angeles erfolgte im Morgengrauen um 5.17 Uhr pazifischer Zeit (2.20 Uhr mitteleuropäischer Zeit). Unter dem Händeklatschen der begeisterten jubeln­den Menge, die sich trotz der weitgezogenen Ab­sperrung mustergültig benahm, wurden die Passa-

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