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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

Dienstag, 27. August 1929

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:: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151

Em neues Angebot an England

Das Ziel: Der Flugplatz von Los Angeles. Im Hintergrund die Luftschiffhalle.

wtb. L o s A n g e l e s, 26. Aug. (Lia. Meld.). „Graf Zeppelin" ist um 1.16 Uhr nachts parisi­scher Zeit (10.16 Uhr AttkZ.) überLosAnge- les ei ng et r off en.

nicht einen Rückblick auf die letzte Derbangenheit der deutschen Politik vornehmen, mußte sich viel­mehr damit begnügen, die Unerbittlichkelten der deutschen Forderungen zu unterstreichen, ja konnte vielleicht auch zum Ausdruck bringen, daß die deutsche Delegation auf einen sehr ungnädigen Empfang bereit sein müsse, wenn sie mit lee­ren Händen nach Deutschland zu rück - kehre. Aber der erste Artikel des „Deutschen" nahm die ganze Vergangenheit seit Locarno unter die kritische Lupe und betrat damit die Bahn, die sonst die Hugenbergpresse abzuwandeln pflegt. Es waren durchaus ihre eigenen Töne, die sie jetzt aus den Spalten des „Deutschen" herausklingen hörte.

Auch wir erhofften nichts besonderes mehr von Briand, der uns ein großer Schaumschläger und eine sehr schwache politische Natur zu sein scheint. Auch wir hätten manchmal gewünscht, daß S t r e- semann energischer aufgetreten und nicht so behutsam Rücksicht genommen hätte auf das, was man die „Genfer Atmosphäre" zu nennen pflegt. Aber wir unterscheiden stark zwischen dem Kurs unserer Außenpolitik und den Methoden, mit denen sie betrieben wird. Wir können an den Me­thoden mancherlei bemängeln und doch den Kurs selbst für notwendig, ja für selbstverständlich hal­ten. Weil „Der Deutsche" beide Begriffe etwas unklar gebraucht, ist es ihm nicht möglich zu sagen, wie die Dinge geändert werden müssen. Im übri­gen hätte er auch unterscheiden sollen zwischen der juristischen Seite der versprochenen Rückwir­kungen von Locarno und unserer politischen An­schauungsweise. Was Briand in Locarno und durch späteren Briefwechsel versprochen hat, wirk­lich exakt versprochen bat, das hat er er- füllt. Und wenn diese Erfüllung etwas spät eingetroffen ist, so lag es daran, daß auf der deut­schen Seite dis verlangten Vorausletzungen nicht erfüllt waren. Voraussetzungen, die sich auf die deutsche Abrüstung bezogen. Heber die politische Bedeutung des Locarnövertraaes hinsichtlich der von uns m wünschenden Rückwirkungen hat es zwischen Deutschland und Frankreich jahrelange Mißverstänbnisse gegeben, die auch heute noch nicht beseitigt sind. An diesen Mißverständnissen ist aber nicht die Locarnopolitik selbst schuld, sondern das Auswärtige Amt in Berlin, an seiner Spitze Stresemann, das in dieser Hinsicht weder Klarheit suchte noch Klarheit gegeben hat. Wer aber eini­germaßen die französische Presse verfolgt hat, wußte ganz genau, wieweit die Rückwirkungen ge­hen würden. Wir haben also, keinerlei Enttäu­schungen erlebt, die nicht durchaus selbstverschul­dete Selbsttäuschungen gewesen sind. Es ist aber jetzt nicht die Zeit, deswegen Stresemann zur Rechenschaft zu ziehen. Das hätte vielmehr vor zwei oder drei Jahren geschehen muffen, aber damals ist mit Fleiß vermieden worden, daß au­ßenpolitische Debatten im Reichstag stattfanden und am meisten hat sich die Seutschnationale Volkspartei bemüht, von Außenpolitik zu schweigen, solange sie noch selbst in der Regierung saß. Es ist jetzt nicht an der Zeit, nervös zu werden, stärken wir vielmehr den Rück­halt unserer Delegation und reden wir vor allem nicht von kritischen Zuständen — auch Stresemann selbst sollte das nicht tun — dadurch eine Regie­rungskrise als solche die Dinge im Augenblick wirk­lich nicht in eine andere Richtung gebracht und zu­gleich besser gemacht werden können. Es gibt für die jetzige Regierung keine Ablösung, die nicht eine Katastrophen Politik machen würde.

wtb. Los Angeles, 26. Aug. (Eig. Meldg.). Das Luftschiff, das, wie bereits gemeldet Los An< geles bereits um 1,16 Uhr erreicht hat hat di« Stadt und den Flughafen passiert und den Weg nach San Pedro eingeschlagen, das weiter süd­lich von Los Angeles an der Longbeach, ebenfalls an der Küste des Pacifischen Ozeans, gelegen if* Es will erst bei Morgengrauen landen.

Gelandet.

wtb. Los Angeles, 26. Aug. (Eig. Meld.) Dav Luftschiff „Graf Zeppelin" ist um 2.16 Uhr m. e. Z. zu Boden gegangen; die Haltetaue wurden er­griffen.

Gras Zeppelin in Amerika.

Die Strecke Tokio-Los Angeles glücklich zurückgelegt. — Die

Schwierigkeiten geworden ist, unter denen die Ver­ständigung zwischen Paris und London augenblick­lich noch leidet. Alles in allem muß man mit einer gewissen Verwunderung den zähen Kampf betrachten, mit dem auch hier wieder eine eng­lische Arbeiterregierung für die Wiederherstellung der alten Vorherrschaft Englands auf dem euro­päischen Kapitalmarkt arbeitet.

Die Rheinlandrönmnng.

In der Frage der Rheinlandräumung kündigen die Sonderberichterstatter aus dem Haag einen Fortschritt in der Verhandlung an. Es wird na­mentlich betont, daß in der Frage der F e ft ft e l< lungs - und Ausgleichskommissior eine Angleichung des französischen Standpunktet an den deutschen Standpunkt stattgefunden habe So berichtet man dem „Exelsior" aus dem Haag: Einer der Gründe zur Besorgnis sei, daß die poli­tische Beratung über die Rheinlandräumung zuw Ziele führe, bevor man noch über den Ausganx der Finanzberatung Bescheid wisse.

Man scheine sich über den oft erwähnten Vev gleichsausschuß so gut wie geeinigt zu haben Es würde sich nicht mehr um einen FeststellungSi ausschuß handeln, der im Rahmen der Locarno« abkommen und des Völkerbundsstatuts ständigem

Fahrt über San Franzisko. —

„Graf Zeppelin" hat sich am Samstag und Sonntag in wechselvoller Fahrt, aber doch recht schnell der amerikanischen Küste genähert und sie am Montag vormittag unserer Zeitrechnung bei San Franzisco erreicht, von wo noch 540 Kilo­meter bis nach Los Angeles zurückzulegen waren. Aus einer Zusammenstellung der Positionsmeldun­gen ergibt sich eine Reisegeschwindigkeit von durch­schnittlich VA Längengraden in der Stunde oder 127 Stundenkilometer. Zeitweise entwickelte aber das Luftschiff auch Geschwindigkeiten von 160 bis 170 Kilometer. Um Mitternacht von Samstag auf Sonntag war es am weitesten nördlich in seinem bisherigen Kurs gekommen (46 Grad 30 Min. nördliche Breite), von da ab drehte es langsam südlich und fuhr am Sonntag um 16 Uhr wieder auf dem 4 2. Grad nördl. Breite.

Zeppelin über San Franzisro.

wtb. San Franzisco, 26. Aug. (Eig. Meldg.). San Franzisco und die Orte an der Bay haben den Zeppelin nur etwa eine Stunde für sich ge­habt, aber sie haben das große Ereignis der lieber« querung der Pacific mit Sirenengeheul von allen Schiffen im Hafen, mit den Hupen der Taufende von Autos, mit jubelnden Menschenmassen auf allen Dächern und allen Fenstern gebührend ge­feiert, solange der silberglänzende Leib des Luft­schiffes von zahlreichen Flugzeugen, Infekten gleich, umschwärmt zu sehen war. Um 6.45 Uhr glitt das Luftschiff über Marketstreet, San Franziscos bekanntester Straße, dahin und überflog dann das Stadtinnere. Diejenigen, die den Ereignissen mit dem Radiohörer an den Ohren folgten, hörten, wie die Beamten einer Funkstation sich bei der Fahrt- leitung des Zeppelins erkundigten, ob ihnen da oben San Franzisco gefalle. Nach UeberfHegen des Präsidiums drehte das Luftschiff südwärts ab find schien der Küste zu folgen. iv,-

Um 7.45 Uhr Ortszeit meldete die Stadt Santa Cruz das Auftauchen des Luftschiffes. Dort halte man drei mächtige Scheinwerfer bereit gestellt, die den Zeppelin aufs Korn nahmen und ihn 10 Mi­nuten lang in ihr weißes Licht tauchten, ehe er in der Richtung Los Angeles verschwand.

Los Angeles.

wtb. Los Angeles, 26. Aug. (Eig. Meldg.). Die Stadt harrte mit immer gespannterer Erwar-

16880 Kilometer zurückgelegt.

tung dem Augenblick entgegen, wo der Zeppelin nach der Bezwingung des Pacifischen Ozeans auf dem Flugplatz von Los Angeles eintreffen wurde. Längst vor Anbruch der Nacht hatte die Pilgerfahrt der ungezählten Tausende nach dem Flugfeld ein­gesetzt. Die meisten zeigten durch ihre Ausrüstung ihre Entschlossenheit, wenn notwendig, die ganze Nacht über draußen zu lagern, um auf alle Falle dem großen Ereignis beiwohnen zu können. An Absperrungs- und Ueberwachungsmannschasten standen, wenn man Polizei, Marinesoldaten und die ebenfalls herangezogene Feuerwehr zusammen- rechnet, insgesamt 1200 Mann zur Verfügung. Der Flugplatz wurde die ganze Nacht von zahlreichen kräftigen Scheinwerfern in Helles Licht getaucht, um auch den Zuschauern zu ermöglichen, jede kleine Einzelheit der Landung deutlich zu verfolgen. Über 100 Flugzeuge hielten sich bereit, dem Luftschiff das Geleit zu geben, sobald es in der Ferne auf» tauche.

Dr. Eckener hat, wenn er auch erst bei An»- bruch des Tages zu landen beabsichtigt, bereits das Ende seinerd ritten Etappe erreicht und damit 16880 Meilen der Strecke seiner Welt­reise hinter sich gebracht, während ihm noch 2500 Meilen zu bewältigen bleiben.

Am die ftärtffen Nerven.

«n der Hugenbergpresse ist ein Artikel des Deutschen", des Blattes des Deutschen Gewerk- f*ntt-Jbunbe«, mit großem Jubel ausgenommen Eden der das Fazit der deutschen Politik seit or,nrno zu ziehen versuchte und dabei außerordent- liw vessimistische Töne anschlug. Der Tenor Wes Artikels war etwa der, daß wir aus einer Enttäuschung in die andere geraten seien, daß die fSeaenieite ihr Wort nicht gehalten habe oder nur durch fortgesetzten deutschen Druck zur Erfüllung ibrer Versprechungen veranlaßt worden sei. Der Artikel kam nicht zu dem Schluß, daß der Kurs der bisherigen Außenpolitik radikal geändert wer­den müsse, er sprach höchstens davon, daß die bis­herigen Staatsmänner den Fehler begangen hät- len/aIles auf eine Karte zu setzen und von diesem Fehler wahrscheinlich nicht so leicht würden abkommen tonnen. Es wird zwar das Wort vom neuen. Kurs gebraucht, aber es ist mehr in dem Sinne von „neuen außenpolitischen Metho­den" gemeint. Die Forderung des Artikels lautet: Wechsel der verantwortlichen Persönlichkeiten der Außenpolitik. Es heißt zum Schluß: „Es wird gut fein, wenn andere Manner und Führer den neuen Kurs, der gesteuert werden muß, steuern. Wobei wir — nebenbei gesagt, — nicht an Herrn Hugenberg denken. Doch darüber zu entscheiden, ist jetzt noch nicht die Stunde."

Wenn „Der Deutsche" nicht klar sagen kann, welcher Kurs nun gesteuert werden müßte und welche Männer besser als die bisherigen die Ge­schicke des Landes in die Hand nehmen sollten, dann hätte er diesen Artikel klugerweise nicht ver- öffentücben sollen. In einem neuen Artikel „Krise"? wehrt sich der „Deutsche" nochmals gegen die Aus­nützung oder den Mißbrauch feiner Ausführungen durch die Hugenbergpresse. Er hat gut daran ge­tan, aber er hat in seinem ersten Artikel trotz der vorhin zitierten Schlußbemerkungen auch alles getan, um die Hugenbergpresse zu einem Miß­brauch seiner ersten Ausführungen zu reizen. Siele wäre sicher nicht mit einem solchen Heißhunger über den Artikel des „Deutschen" hergefallen, wenn sich der Verfasser einer größeren Deutlichkeit be­fleißigt hätte, wenn er nicht nur kritisiert, sondern auch den Weg angegeben hätte, wie die Dinge besser gemacht werden müßten. Aber in dieser Hinsicht übt auch der neue Artikel größte Zurück­haltung. Geht aber dann soweit, zu sagen, daß er (ehe Krisenpolitik ablehnt. Und der Hugenberg- prcfse sagt er noch einmal deutlich ins Stammbuch, daß er den Dawesplan für belastender ansieht als den Aoungplan, daß die deutsche Außenpolitik leider unter gewissen Zwangsläufig­keiten stehe und daß für ihn vor allen Singen im Augenblick keine Politik sichtbar sei, die uns mit einem Ruck in die Höhe führe. Sas sind Erklä­rungen, die die anfänglichen Mißverständnisse wie­der aus dem Wege schassen. Der erste Artikel konnte garnicht anders aufgefaßt werden, als eine Aufforderung, die feit Locarno gemachten Be­mühungen um eine direkte Verständigung mit Frankreich aufzugeben und andere Mittel und Me­thoden zu wählen, um die deutsche Freiheit wie­derzugewinnen. Es war ein Vorstoß gegen: Stresemann in einem Augenblick, da Strese- mann die deutsche Selegation im Haag führt. Hätte der Artikel nur die Tendenz verfolgen sollen, die deutsche Selegation im Haag zu unterstützen, so mußte er anders angelegt sein, durfte jedenfalls

Mrd SnoWden abermals ablehnenj?

wtb. London, 23. Aug. (Eig. Meld.) Die Mel­sungen aus dem Haag sprechen von einer leich­ten Besserung der Lage. Reuter berichtet, daß Snowden ein neues finanzielles Angebot der 4 Mächte zugegangen ist, die jetzt glauben, in der Lage zu sein, 75 Prz. der Forderungen Snowdens zu befriedigen. Italien ist, wie verlautet, be­reit, 10 Millionen Mark seiner geschätzten Annui­tät preiszugeben, während die anderen Mächte bereit sind, 26 Millionen Mark ihres Anteils beizusteuern.

Pertina meldet dem Daily Telegraph aus dem Haag folgende Einzelheiten über die neuen Vor­schläge der 4 Delegationen: 1) wird darauf hinge­wiesen, daß das britische Schatzamt eine Summe von 100 Millionen Mark übersehen habe, die Eng­land bereits über seinen normalen Anteil an der Annuität hinaus erhalten habe; 2) erklärt Frank­reich sich bereit, 220 Millionen Mark aus dem Dawes-Heberschuß, die ihm größtenteils zugewie- Kn worden waren, preiszugeben. Sollte übrigens die britische Delegation mit der Auffassung einver­standen sein, daß Deutschland noch immer ver­pflichtet sei, die Differenz des Heberschusses unter dem Dawes-System (ungefähr 80 Millionen Mk.- ?u zahlen, bann würde der britische Anteil sich uoch um diese Summe erhöhen. Die französischen Sachverständigen versichern noch immer, daß Snowdens Einwände gegen eine Vergrößerung der deutschen Last sich nicht auf diesen Punkt be­gehen können, doch wird die Sache nicht erwähnt kerben, da bie vier Delegationen nach ben Er­fahrungen bet letzten Tage nicht wünschen, Dr. Stresemann um irgenbetwas zu ersuchen: 3) hat sich bie italienische Regierung bereit erklärt, bie Zahlung von 150 Mill. Holdmark voll zu garan­tieren, bie sie ä conto der sogenannten Befreiungs- anleihe von ber Tschechoslowakei fordert. Dieses Zugestänbnis, sagt Pertinar, wirb wahrscheinlich Briand in einen Konflikt mit ber Tschechoslowake: bringen: da wird ber im»

— Der S!M ber Riiumungssrage.

verteilte Ueberschuß bes geschützten Teiles ber Annuität England zugewiesen werden. Die vier Delegationen waren bereit, auf Deutschland einen Druck auszuüben, damit der geschützte Teil ber Annuität um 80 Millionen Mark erhöht werde, doch wird der Versuch nicht unternommen werden, weil Snowdens Note als ein Veto dagegen aufge­faßt wird: 5) Frankreich verpflichtet sich, den klei­nen Staaten auf eigene Kosten und außerhalb des Poungplanes eine Entschädigung für den Ver­lust ihres Telles der geschützten Annuität gu geben; 6) bezüglich bet Nachlieferungen wirb vereinbart, baß nach 10 Jahren im Falle eines Moratoriums Sachlieferungen nur wieder ausgenommen werden sollen, wenn zuvor ein internationaler Ausschuß, in dem England vertreten sein würde, ein gün­stiges Gutachten abgegeben hat. Pertinax schließt, man glaube, daß hierdurch 60 Prz. der britischen Forderungen erfüllt werden.

Der Haager Korrespondent ber Daily Mail melbet, bet neue angebotene Betrag sei ebenso hoch tote ber vorige, ben Snowden als d urch - aus unbefriedigend abgelehnt habe. Nur die Zahlungsgarantien seien besser.

Am die Reparationsbank.

Obwohl man in ber Oeffentlichkeit nicht viel davon hört, wird um die kommende Reparations­bank im Haag sehr heftig gekämpft. Dieser Kampf geht zunächst um die Organisationsform und beson­ders den Aufgabenkreis der Bank, bann aber auch um ihren künftigen Sitz. Sie Pariser Sachverstän­digen haben für hinsichtlich der Aufgaben der Re­parationsbank einen Plan konstruiert, der, soweit er ihre Aufgaben über die einer reinen Abrech­nungsstelle für Reparationszahlungen hinaushebt, sehr dehnungsfähig ist. Sas gilt besonders für die Frage der Sachlie'kerungsfinanzierung und für Y: Frage der Aufschließung neuer Wr-ffch^frsgebiete für den deutschen «s gibt gewisse Kreise,

züi aüem unter" ben englischen Lanken zu su- ,

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chen sind, die aus Konkurrnzgründen den Aufgaben­bereich ber Reparationsbank möglichst eng halten möchten. Auch bemühen sich biese Kreise um eine Einschränkung ber transferpolitischen Aufgaben der Bank. Nach dem ursprünglichen Plane sollte die Bank die Möglichkeit haben, bei einer Stockung in ber Seoifenübertragung in verstärktem Maße auf Sachlieferungen zurückzuareifen. Aber Eng- lanb will bekanntlich von deutschen Sachlieferungen nichts wissen, sodaß aus diesem Grunde die trans­ferpolitischen Rechte der Bank von ben Englänbem fehr intensiv erörtert werden.

Im allgemeinen herrscht aber der Eindruck vor, daß die Reparationsbank eine wirklich überrag« gende Bedeutung bekommen wird, was ja im Au­genblick auch durchaus im deutschen Interesse zu liegen scheint. Symptom für diese Auffassung ist der hartnäckige Kampf um den Sitz der B"-.k. Auch hier stehen im Vordergrund der täTZipfenben Parteien wieder die Cfnglänber unö Franzosen. Wenn Englanb bie Bern' sür London und Frank­reich sie für gaben will, dann in der Heber« teau"* Lay ein solches Geldzentrum auf die eige­nen Finanzkräfte bes Lanbes von förbernbem Ein­fluß fein mürbe. So ist es denn nur zu natürlich, daß die Frage des Sitzes der Bank bereits eine Komoensationsfrage für die anderen bekannten