Sonntag, de« 25. August 1929
Fuloaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt)
flr. 196
Fulda, den 24 August 1929
Li
Milchwirtschaft in Kiel in einem jetzt erschienenen Aufsatz gebraucht hat: Wer wirkliches bakteriologisches Verständnis besitzt, wird durchaus gegen den oft unsicheren Rohmilchgenuß und gegen den Genuß von Rahm, Schlagsahne, Butter, Speise- quarg usw. aus Rohmilch sein. Die Gefahr der Aoitaminose (Vitaminmangel) infolge Verringerung der Vitamine durch Erhitzung der Milch kommt bei vernünftiger sonstiger Ernährung bei älteren Kindern (über einem halben Jahre) und allen Erwachsenen natürlich gar nicht in Betracht. Auch sollte man endlich aufhören, auf das Vorhandensein der Enzyme in Rohmilch Wert zu legen. Unser Körper und der der Tiere erzeugt aus sich heraus je nach Bedarf jede beliebige Menge aller möglichen Enzyme. Die Spuren der Milch spielen für die Ernährung des Menschen selbstverständlich gar keine Rolle. An infizierter Rohmilch und infizierten Rohmilcherzeugnissen sind im Laufe der Zeiten schon viele tausend Menschen zugrunde gegangen, nach dem Genuß von richtig pasteurisierter oder abgekochter und dann vorschriftsmäßig behandelnder Milch sicherlich noch kein einziger." (Milchwirtschafliche Zeitung.)
Ein Werbefeldzuq der KathMfchon Schulorgand- scrtiwn in der Diözese Fulda.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß in der nächsten Zeit Werber für die Katholische Schulorganisation die Familien unserer Diözese besuchen, um Förderer für diese, so überaus wichtige Organisation zu gewinnen. Die Kathol. Schulorganisation, eine Gründung des Reichskanzlers a. D. Dr. Marx, will Eltem, Lehrerund Geistliche zu gemeinsamer Erziehungsarbeit zusammenschließen, die ungeschmälerte Erhaltung und Entwickvung der kath. Bekenntnisschule sichern, die Rechte der Eltern, Lehrer und der katholischen Kirche schützen, sowie die Ordens- und Diasporaschulen sicherstellen und unterstützen. Bei der Heiligsprechung des hl. Petrus Kanisius, den die Kath. Schulorganisation sich zu ihrem Patron erwähA hat ,nannte der Hl. Vater sie wegen der hohen Ziele, die sie erstrebt, eine herrliche, vov- biMiche Einrichtung. Echten Kanisiusgeist will sie vor allem durch ihre reich illustrierte Zeitschrift „Elternhaus, Schule und Kirche" in alle Erzieherkreise tragen. Lebensvolle Beiträge über katholische Erziehungsarbeit, fesselnde Skizzen, Erzählungen, köstlicher Kinderhumor machen die Zeitschrift zu einem wertvollen Erziehungshelfer, der Eltern und Erziehern immer wieder neue Anregung und Freude bietet. Wenn wir bedenken, daß unsere Feinde kein Mittel unbenutzt lassen im Kampfe gegen die Konfessionsschule, dann dürfte kein Katholik der Kath. Schulorganisation fernbleiben. Niemals war unsere Jugend so gefährdet wie in der Gegenwart. Darum geht an alle der Ruf: Unterstützt die katholische Schulorganisation im Kampfe um die Bekenntnisschule, im Kampfe um die Seele des Kindes, um unser kostbares Kleinod. Gleichgültigkeit im Kampfe um die Bekenntnisschule könnte sich einmal furchtbar rächen. Katholische Eltern denkt an eure Kinder! Tretet der großen Kämpferschar bei und werdet Förderer der Kath. Schulvrganisation. Die Förderer erhalten die Elternzeitschrift „Elternhaus, Schule und Kirche" jeden Monat durch Boten ins Haus gebracht gegen einen monatlichen Betrag von RM. 0.40. Bei der Aufnahme wird dazu eine einmalige Einschreibegebühr von RM. 0.50 erhoben. Unsere Elternzeitschrift „Elternhaus, Schule und Kirche" ist nicht zu verwechseln
lische Hochschule (Jesuitenkollegium) gegründet, steht di- Freiburger Universität heute in den ersten Reihen unter den deutschen Hochschulen. Die Zahl der Studenten hat in diesem Sommersemester erstmals 4000 überschritten. Hervorragende Gelehrte wirken an der Alberto Ludo> viciana. Auch die höheren Schulen sowie die Volks- und Fachschulen stehen auf einer hohen, geistigen Stufe. Freiburg darf sich rühmen, eine bevorzugte Universitätsstadt und vorbildliche Bildungsstätte zu sein. Zu den Bildungsanstalten gehört auch das Stadttheater, wofür die Bürgerschaft alljährlich die gewiß respektable Summe von 600—700 000 Mark aufbringt. Es ist heute, da Freiburg Grenzstadt geworden ist, ein Eckpfeiler deutscher Kultur.
Das schöne Freiburg.
Freiburg wird nicht umsonst die „Perle des Breisgaus" genannt. Es gibt wenig Städte im deutschen Ba> terland, die sich an Schönheit und Anmut mit der Breis- gaumetropole messen können. Am Fuße der Schwarzwaldberge gelegen, weit hineingreifend in die Täler und sich lieblich anschmiegend an die Buchten — dabei eine stolze Herrscherin über die fruchtbare, rebenumsäumte Oberrheinebene — darf die Stadt mit vollem Recht den Ruhm in Anspruch nehmen, ein Juwel unter den deutschen Städten genannt zu werden. Freiburg ist eine unvergleichlich schöne und saubere Stadt, von der ein großer Sohn des Schwarzwaldes, Hans Thoma, sagt, daß sie „in alle Zukunft eine Perle unter den deutschen Städten, ein sicherer Hort deutscher Art und Sitte, ein. Sammelpunkt des Schwarzwaldes, ein Mittelpunkt des Alemannenlandes sein wird, in dem Religion, Wissenschaft und Kunst blühen, erfüllt von deutschem Geist, bei unvergänglich die Zeit überwindet." Ja, Freiburg liegt auf einem gar herrlichen Erdenfleckchen! Der Charakter als Gartenstadt, als Stadt der Parks und Alleen tritt jedem sofort ins Auge. Was Wunder, daß in früher« besseren Zeiten und auch heute noch die Stadt von vieles als idealer Ruhesitz erkoren wurde und der Fremdenverkehr von Jahr zu Jahr steigt. Die bevorzugte landschaftliche Lage verleiht der Stadt auch alle Eigenschaft«,, eines gesunden Ortes. Die sanitären und hygienischrn Einrichtungen sind mustergiltig, die Kliniken unb Krankenhäuser, die Heilanstalten usw. genießen Weltruf. Durch
l baut, aber im Jahre 1748 nach Schleifung der Befestigungen wieder mit Oesterreich vereinigt. 1797 wurde Freiburg sogar dem Herzog von Modena zugesprochen, nach dessen Tod (1803) sie aber erneut an Oesterreich fiel, bis die Stadt mit dem Breisgau im Jahre 1806 durch den Prehburger Frieden dem Lande Baden einverleibt wurde. Zu jener Zeit nur noch 7000 Einwohner zählend, wuchs die Stadt nunmehr unter Badens Schutz rasch empor und ist heute mit 93 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Badens. In der Reformationszeit ist die Bevölkerung ihrem alten Glauben treu geblieben und so hat sich Freiburg bis in die Neuzeit seinen katholischen Glauben gewahrt, lieber Zweidrittel der Bevölkerung sind katholisch.
Sehenswürdigkeiten.
Freiburg i. Br. und sein Münster muß man in einem Atemzug nennen. Das herrliche Stadtbild erhält erst durch dieses stolz emporragende Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst feine Krone. Der Bau wurde um 1130 begonnen und erst in verschiedenen Bauabschnitten nach einer mehr als 300sährigen Bauzeit im Jahre 1513 vollendet. Ganz aus rotem Sandstein erbaut, ragt das Münster „Unserer lieben Frau" mit seinem 116 Meter hoben, durchbrochenen Turm wie ein Juwel aus dem Häuse'rmeer der Stadt empor und gibt heute noch Kunde von der Opferwilligkeit und dem Kunstsinn der früheren Bürgerschaft von Freiburg. Die gotische Münster- pyramide ist das stolzeste Wahrzeichen der Stadt, das weit in den Breisgau hineinschaut. Die wie Filigranarbeit feindurchbrochene Pyramide gilt als das schönste und vollkommenste gotische Bauwerk der ganzen Welt. Neben diesem Wunderbau, der auch im Innern viele Kunstwerke birgt, treten die übrigen alten und neuen Monumentalgebäude der Stadt weit in den Hintergrund. Und Freiburg ist auch an solchen Bauwerken nicht arm. Wir nennen nur das spätgotische Kornhaus, das restaurierte Kaufhaus, das erzbischöfliche Palais (alle auf dem Münsterplatz). Nahe dabei steht das neue romanische Gebäude des erzbischöflichen Ordinariats, die alte und neue Münsterbauhütte; etwas weiter entfernt in der Kaiserstraße der ehemalige Basler Hof (jetzt Bezirksamt). Ferner sind zu nennen das alte und neue Rathaus mit
kannte auf Freisprechung, da trotz der schweren Verdachtsmomente der Angeklagte nicht h-inrei- chend überführt werden konnte. — Zwei weitere Strafsachen mußten vertagt werden. — In einer Privatklage der A. B. von Rückers gegen den R. H. von Veitfteinbach wegen Beleidigung war H. vom Amtsgericht Neuhof freigesprochen worden. In der Widerklage des S). gegen die B. wegen Be- leidigung hatte das Amtsgericht Neuhof letzter« zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte die B. Berufung eingelegt. Gestern wurde nun diese wenig erfreuliche Angelegenheit unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor der Kleinen Straf- kammer verhandelt. Die zweite Instanz hob das Urteil des Amtsgerichtes Neuhof auf und erklärte die B für straffrei, da die beleidigenden Schimpfworte im Amtszimmer eines Schiedsmannes gefallen feien, und eine gegenseitige Beleidigung vor- liege. Die Kosten der 2. Instanz hat die Privat- klägerin zu tragen bis auf 21,50 Mk., die von H. zu bezahlen sind.
Abschluß des SlSdkekags.
Die Tagung des Reichsstädtebundes in Kiel über die wir wiederholt berichteten, hat auf der zweiten Vollversammlung als Ort für die nächste Mitgliederversammlung Leipzig bestimmt. Der geschäfsführende Präsident des Reichsstädtebundes Dr. Haskel begründete dann die Entschließung zum Finanzausgleich, in der darauf hingewie- fen wird, daß die Belastungen der mittleren und kleinen Städte bis ins Unerträgliche gestiegen feien und eine stärkere Berückfichigung dieser Städte bei der Ueberweisung von Reichssteuern verlangt
Freiburg L B.
die Tagungsstätte des deutschen Katholikentages 1929.
Von H. Beuerle, Freiburg i. Br.
Das Münster grüßt — der Dergwald rauscht Den Gästen sein Willkommen!
Schon dreimal, in den Jahren 1859, 1875 und 1888. Oinb in Freiburg der große deutsche Katholikentag stakt. Zum viertenmale hat nun Freiburg die Ehre, Ende August b. I. bie Katholiken aus ganz Deutschlanb in sei- nen Mauern zu beherbergen. Die Vorbereitungen auf diesen großen Tag finb feit Monaten im Gange. Es kann schon jetzt gesagt werden, daß die Stadt und ihre überwiegend katholische Bevölkerung alles aufbieten werden, um den Katholikentag zu einer machtvollen katholischen Kundgebung zu gestalten. Freiburg ist als gastliche Kongreßstadt weit bekannt und bevorzugt und cs darf deshalb gleich oorausgeschickt werben, daß sich jeber Teilnehmer am Freiburger Katholikentag hier wohl und heimisch fühlen wird. Den vielen Tausenden, die nach Freiburg kommen, dürfte es wohl erwünscht fein, etwas über bie Stabt unb ihre Umgebung zu erfahren. Diesem Wunsch wollen bie nachfolgenden Zeilen einigermaßen Rechnung tragen.
Ans der Geschichte der Stadt.
Die Stabt Freiburg i. Br. kann bereits auf eine 800- söhrige Vergangenheit zurückblicken; sie wurde im Jahre 1091 durch Herzog Berthold II. von Zähringen gegründet unb 1120 von Herzog Bertholb III. zur Stadt erhoben. Nach knapp hundertjährigem Bestehen unb unb rascher Blütezeit gelangte bie Stabt, nachdem 1218 bie Zähringer Herzöge ausgeftorben waren, burch Erbschaft in ben Besitz ber Grafen von Urach, begab sich aber 1368 freiwillig unter ben Schutz bes Hauses Oesterreich Unb gehörte nun über 400 Jahre mit bem ganzen Breisgau als „Dorberösterreich" bem Habsburgischen Erblanb an. Die unglücklichen Kämpfe ber Habsburger sowie ber Dreißigjährige Krieg brachten ber Stabt unsägliches Leib und schwere Bedrängnis. Sie geriet bald in schwedischen, bald in bayerischen Besitz. Don 1678 bis 1697 wurde sie ..Frankreich einverleibt, zu einer starken Festung ausge-
Strafkammer Fulda wurde gestern in dieser Sache verhandelt. W. wird beschuldigt, am 2. Januar abends in die Wohnung eines Stellmachers in Friesenhausen eingestiegen zu sein und die Kommode gewaltsam erbrochen zu haben. Da er kein Geld fand, soll er zwei Lottevielose gestohlen haben. Fußabdrücke in der Wohnung stimmten überein mit denen, die man ein Stück Weges einem Bache entlang bis nach der Finkmühle entdeckte. Der Verdacht wurde dadurch verstärkt, daß W., als er in der Wohnung des Bürgermeisters durch den Landjäger vernommen werden sollte, plötzlich aus- knift und auf der Flucht etwas wegwarf. Der Staatsanwaltfchaftsrat beantragte d:e Verwerfung der Berufung, da der Angeklagte schon früher ähnliche Diebstähle ausgeführt habe. Die Kleine Straf- kammer hob das erstinstanzliche Urte-l auf und er«
Glockenspiel auf bem Franziskanerplatz, bas Augustiner- mufeum usw. Von ben Neubauten Freiburgs treten bas prunkvolle Stabttheater, bas Unioerfitätsgebäube (beibe kurz vor Kriegsausbruch vollenbet), bie monumentalen Schulgebäude usw. hervor. Von ben fünf alten Toren, bie bas frühere Stabtbilb belebten, stehen noch bas Mar- tinstor unb bas Schwabentor, beibe restauriert. Diese Tortürme geben im Verein mit ben zahlreichen Kirchtürmen ber Stabt ein ungemein malerisches, mittelalterliches Aussehen, befonbers wenn man vom Schloßberg aus bas Stabtbilb überblickt.
Das katholische Freiburg.
Freiburg ist eine katholische Stabt, in ber ein regsames kirchliches unb religiöses Leben pulsiert. Seit 1821 ist bie Stabt Sitz bes Erzbistums Freiburg (Baben unb Hohenzollern umfaffenb).- Der Erzbischof von Freiburg ist gleichzeitig Metropolit ber Oberrheinischen Kirchenprovinz. Im Erzbischöflichen Konvikt unb an ber Theologischen Fakultät ber Universität erhalten bie zukünftigen Kleriker ihre Ausbilbung, um bann im Erzbischöflichen Priesterseminar in St. Peter zu Priestern ber Erz- biözese geweiht zu werben. Auch zahlreiche Orbens- gefellschaften haben sich in ber Stabt niebergelaffen unb entfalten eine segensreiche Tätigkeit im Dienste ber Menschheit. Das Stabtbetanat ist in 12 Pfarreien unb Kuratien eingeteilt unb überall in ben Pfarreien unb katholischen Organisationen blüht ein frisches, aktives re» ligiöfes Leben. Mehr als 20 Kirchen unb Kapellen stehen ben Katholiken ber Stabt unb ihrer Dorstiibte zur Verfügung. Es mangelt unter ben Katholiken auch nicht an Opferwilligkeit, ©laubensfreube unb echter christlicher Nächstenliebe. Unter ben religiösen Festen nimmt bas Fronleichnamsfest mit ber berühmten Fronleichnamspro- zession ben ersten Platz ein. Von ber nahen unb weiteren Umgebung tommenbe Tausenbe in bie Stabt, um dieser machtvollen katholischen Kundgebung beizuwohnen und den prachtvollen Häuser- und Figurenschmuck zu bewundern.
Das geistige Leben
hat feinen Mittelpunkt unb feine vornehmste Pflegestätte in ber Universität, bie im Jahre 1456 burch Erzherzog Albrecht VI. gegrünbet wurde. Ursprünglich als katho-
Flugzeugunglück bei Elm.
4 lote.
Das Flugzeug D. 757 geriet heute vormittag gegen 9 Uhr bei Elm plötzlich in Rebel und verunglückte in dem bergigen Waldegelände. hierbei kamen der Führer Dauer und zwei Insassen, der Amerikaner Joseph Groß aus Louisville, der Polizeioberwachtmeister Rücker aus Frankfurt a. Ul. ums L ebar. Ein Fräulein Reubauer aus Berlin und 7 - Rücker wurden schwer verletzt. Die vc ctzten sind in lebensgefährdetem Zustand in das Kreiskrankenhaus nach Schlüchtern gebracht worden. Das Flugzeug liegt vollständig zertrümmert in der Röhe von Habertshof, der bekannten Reuwerksiedlung bei Elm.
*
Fräulein Reubauer aus Berlin ist inzwischen ihren Verletzungen erlegen, sodaß die Zahl ds loten 4 beträgt.
wie uns aus Schlüchtern gemeldet wird, kreuzte das Flugzeug, das wegen des Rebels scheinbar die Orientierung verloren hatte, dreimal über der Stadt. Der Unfall selbst ereignete sich zwischenLlmundhuttenin einem Walde bei dem sog. Schoppenhof. Das Flugzeug ist an den Bäumen zerschellt. Die Unfallstelle, die po- lizeilich abgesperrt ist, bietet einen schrecklichen An- blick. Die erste Hilfe brachten Kreisarzt Prof. Dr. Kerska und der Direktor des Schlüchtener Krankenhauses Dr. Clemens.
Der Zustand der verletzten Frau Rücker ist nicht hoffnungslos.
mit der in Berlin-Siegen herausgegebenen Zeitschrift „Schule und Elternhaus", die nicht unseren katholischen Standpunkt in Schul- und Erziehungs- fragen vertritt. Um Irrtümer zu vermeiden, wolle man darauf achten, daß der Ausweis, der mit der Werbung für die Zeitschrift beauftragten Per- sönlichkeiten mit der Empfehlung und Unterschrift des hochw. Ortspfarrers versehen ist.
Anspruch auf Militärsahrkarten.
Die Reichsbahndienststellen haben häufig die Verabfolgung von Militärfahrkarten verweigert und ihre Benutzung beanstandet, wenn der im Urlaubsschein angegebene Urlaub noch nicht zu laufen begonnen hatte oder bereits abgelaufen war. Nach einer Mitteilung der Deutschen Beamtenbund-Korrespondenz ist zur Beseitigung dieser Anstände für diejenigen Urlauber, denen von ihrem zur Urlaubserteilung ermächtigten Vorgesetzten eine vorzeitige Abreise gestattet oder ein Nachurlaub von einigen Tagen bewilligt wird, mit der deutschen Reichsbahn-Gesellschaft folgende Vereinbarung getroffen werden: Die Urlauber dürfen, sobald sie den Urlaubsschein in Händen haben, ihre Militärsahrkarte lösen, aber nicht früher als drei Tage vor dem im Urlaubsschein vermerkten Urlaubsbeginn. Die Gültigkeitsdauer der Fahr- karte (vier Tage) beginnt mit dem Tage der Lösung und wird durch vorzeitiges Lösen nicht verlängert. Die für die Benutzung von Eil- und Schnellzügen während der Festzeiten festgesetzte Urlaubsdauer von höchstens 14 Tagen darf durch die eingeräumte Vorfrist von drei Tagen aber nicht überschritten werden. Nach Ablauf der tm Urlaubsschein angegebenen Urlaubsdauer werden Militärfahrkarten nicht mehr verabfolgt; jedoch dürfen bie- in den letzten Tagen des Urlaubs gd= lösten Fahrkarten für die Rückreise auch noch nach Ablauf des Urlaubs innerhalb der viertägigen Gültigkeitsdauer benutzt werden. Bei Urlaubsver- längerung kommt somit die Ausstellung eines neuen Urlaubsscheins im allgemeinen nur in Frage bei Nachurlaub von mehr als zwei bis drei Tagen. Don der Reichspost.
Die Durchprüfung der Deutschen Reichspost durch den Reichssparkommissar ist nahezu beendet. Vor kurzem hat der Reichssparkommissar ein Gutachten über den Postbetriebsdienst vorgelegt, das eine wertvolle Anerkennung der Vev- waltungsarbeit der Deutschen Reichspost darstellt. In diesem Gutachten heißt es: „Die Durchprüfung des Postbetriebsdienstes hat ergeben, daß es sich dabei um einen Dienstzweig handelt, der seinen Aufgaben gerecht wird und den Anforderungen einer wirtschaftlichen Betriebsführung durchaus entspricht." In dem weiteren Sondergutachten über das Kassen- und Rechnungswesen der Deutschen Reichspost, das einen schwierigen und vielfältigen Dienstzweig darstellt, faßt der Reichs- sparkommissar sein Urteil dahin zusammen: „In seiner Gesamtheit bietet das Kassen- und . Rechnungswesen der Deutschen Reichspost ein in sich wohlgeordnetes und geschlossenes Bild, das in vieler Hinsicht für die von der Reichsregierung erlassene Reichskassenordnung richtunggebend gewesen ist."
Aus dem Gerickkssaal.
Am 16. 4. d. Js. verurteilte das Amtsgericht Fulda den Dienstknecht K. W. von Heckenhof bet Friesenhaüsen wegen schweren Diebstahls im Rückfalle zu einem Jahr Gefängnis. Gegen das Urteil hatte W. Berufung eingelegt. Bor der Kleinen
Mittwoch, den 4. September, abends 8 Uhr im Stadtfaal großer LudWMinß Abend unter gütiger Mitwirkung des gesamten Chors des Mannergesangvereins „WINFRIDIA" Fulda.
Der gefamle Reinerlös dient zum Vesten des Wiederaufbaues der Milfeburg- Kapelle.
Eintrittspreis l Mk. Alles nähere wird noch bekannt gegeben.
Rhönklub-Zweigverein Fulda e. V.
Oberstraßenmeister Küllmer wurde von Neuhof nach Gersfeld versetzt.
Wandelkonzert. t z _
Rei aünstiqer Witterung findet Sonntagvor- 11 30 bis 12.30 Uhr ein Wandelkonzert L? T?°mpeterk°rps des 5. Art-Reg. auf der Sparten ter raffe statt.
^gmHüe Bekanntmachung des Finanzamts bett. Oefsentliehe Aufforderung zur Abgabe von Steuer- „N „naen für die Herbstveranlagung 1929 wer- Lrt 3für die Herbstveranlagung 1929 in Be- tradit kommenden Steuerpflichtigen besonders hm- gewiesen.
Bestandene Prüfung.
c^rt Konrad Backes, Sohn des Elektro- leckmikers Heinrich Backes, bestand dieser Tage nn der Ingenieur-Schule zu Mittweida die Hauptprüfung als Elektro-Jngenieur mit dem Prädikat gut.
Ein Jubiläum.
Sim 27. August kann Herr Adam Frick, Werk- im hiesigen Emaillirwerk, auf ein 40- ;ädriges Jubiläum als Feuerwehrmann zurückblicken. 30 Jahre lang wirkte er in der hiesigen Aktiven Feuerwehr und brachte ,a bis zum Hauptmann und stellvertretenden Kommandanten. Auch das Amt als stellvertretender Kreisbrandmeister bekleidete er mehrere Jahre. Gleichzeitig wirkte der Jubilar ununtev- brochen in der Werkwehr des Ernaillir- Werkes, deren Kommandant er heute noch ist.
Trinkt keine Rohmilch!
Unter dieser Ueberschrift veröffentlichte Obermedizinalrat Dr. Koch-Braunschweig in den Braunschweigischen Tageszeitungen nachstehende Ausfich Hingen, die in wirkungsvoller Weise die Vorzüge der in den Molkereien behandelten Milch hervorheben. „Im April und Mai ist eine, wenn auch geringe Anzahl Typhusfälle in unserer Stadt aufgetreten. Die Erkrankungen waren darauf zurückzuführen, daß die Betreffenden f r i f ch e Milch ungekocht getrunken haben. Dieser Umstand veranlaßt mich, davor zu warnen, Milch ungekocht zu genießen. Infolge der Gott sei Dank jetzt schon wieder etwas abflauenden Vitaminbegeisterung — um nicht einen anderen Ausdruck zu gebrauchen — ist der Gedanke, daß man nur ungekochte Milch, Rohmilch, trinken dürfe, wenn man gesund bleiben wolle, sehr viel im Publikum verbreitet. Wer aber gesehen hat, welches Unheil daraus entstehen kann, der wird sich sehr überlegen, ob er wegen. einer auf grundsätzlich richtigen wissenschaftlichen Erfahrungen beruhenden, aber in der Anwendung falschen Zeitströmung sein oder seine Kinder Gesundheit aufs Spiel setzen will. Ich erinnere an die verschiedenen großen Typhusepidemien, die in den letzen Jahren in einer Anzahl von Städten aufgetreten sind, besonders aber auch die schwere Typhusepidemie, die Anfang dieses Jahrhunderts durch typhusverseuchte Milch unter den Querumer Waldspielkindern ausgebrochen ist und über hundert Kinder betroffen hat. Wer so etwas erlebt hat der wird doch vorsichtig. Selbst bei sauberster Milchgewinnung und bei besten Tieren ist man nicht sicher, daß nicht krankheitserregende Keime in dir Milch hineinkommen, z. B. durch Bazillenträger Außer dem Typhus kommen aber auch noch die Tuberkulose und andere Krankheiten in Betracht. Dazu kommt, daß sich in letzter Zeit auch die Mitteilungen über die sogen. Bangsche Krankheit, die als ein oft lang andauerndes Fieber bei den Menschen auftritt, in auffallender Weise häufen. Auch diese Krankheit wird durch ungekochte Milch verursacht. Gegen alle diese Krankheiten kann man sich schützen, wenn man die nur abgekochte oder dauererhitzte Milch trinkt. Diese darf aber nicht erst noch einmal gekocht, sondern nur angewärmt werden. Dabei ist der Einfluß, den das Dauerhitzen der Milch, wie es jetzt in den meisten großen Molkereien ausgeführt wird, und in den Vereinigten Staaten gesetzlich vorgeschrieben ist, so gering bezüglich der Vitamine und der sonstigen Eigenschaften der Milch, daß dies gar keine Rolle spielt. Ich schließe mit den Worten, die Prof. Henneberg vom Bakteriologischen Institut der Forschungsanstalt für