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mit der mythischen Frau fierte, wenn an jenem Tag Korn und Flachs noch im Feld standen. In Mecklenburg muß um diese Zeit der fiafer gemäht sein; sonst kommt Bartholomäus dazwischen und knickt ihn, womit wohl die fierbstunwetter gemeint sind. Eine hannövrische Sage erzählt: Bor langen Zeiten sei einmal ein Knecht, den der geizige Gutsherr gezwungen habe, am Bartholo- mäustage Bohnen einzufahren, zum Entsetzen der ganzen Gegend mitsamt Wagen und Pferden spurlos verschwun- den. Nach dem Volksglauben durfte also das Fest des Apostels nicht mißachtet werden!

Neue Arbeit beginnt jetzt nach dem Einbringen der Ernte. „Bartholomä — Bauer sä!" Die Winter- saat nimmt ihren Anfang. Die Aenderung in der Arbeit seit dem Bartholomäustage hat auch eine Wandlung in der bäuerlichen Lebensweise zur Folge. Die Knechte dürfen jetzt nicht mehr den vom 1. Mai ab üblichen Mittagsschlaf halten; die leichtere Arbeit und die zunehmende Kürze der Tage verbieten das. Auch die Nachmittagsmahlzeit des Gesindes .die feit Ostern mit Kaffee, Brot, Butter und Quarkkäse gegeben wurde, fällt nach dem 24. August aus. Deshalb sagte man früher am Niederrhein, an Bartholomäi würden zwei gefangenge- setzt, die am 1. Mai des kommenden Jahres erst wieder frei kämen: nämlich das Mittagsschläfchen und der Nach­mittagskaffee des Gesindes. „Bartholomäs verbietet Butter und Käs"; diese Regel kehrt immer in bäuerlichen Redensarten wieder, wie es z. B. in der Eifel heißt: ^Bartholomäs holt dem Kühjungen den Käs."

Mit Butter und Käse mußte vom fierbstbeginn ab sparsamer umgegangen werden, da das Frischfutter fürs Vieh rarer wird. Noch einmal erhielt am Bartholomäus» tag in Obersteier jedes Mitglied des Gesindes einen psundschweren Butterstriezel, den „Bartelmäbutter". In der Eifel schrieb man der ungesalzenen Bartholomäus» butter eine besondere fieilkrast zu. Aus dem Badensi» schen wird folgendes berichtet: Wer am Bartholomäus- tag in Unteralpfen Butter „ausrührt", der behält feinen „Anken" auf Jahre hinaus gut; dieser wird nicht grau und besitzt fieilkrast. Das Schwinden der sommerlichen Wärme bedingt nach den Bauernregeln vom Bartholo» mäustage ab auch eine Aenderung in der Bekleidung. „Bartholomäus verbietet leinene fiosen und Strohhüte", sagt der Volksmund, und in Aachen hieß es früher: „Sankt Bartholomäus verbietet die weißen Strümpfe".

Ein so wichtiger Einschnitt ins Jahr mußte natur­gemäß auch in Festen des Volkes seinen Niederschlag finden. Vielfach brachte der Bartholomäustag früher auch das Ende des Schuljahres. Schon aus der Zeit der fiumanisten ist ausgezeichnet, daß die Schüler an den Fingern die Tage bis zum Fest des hl. Bartholomäus, dem letzten Schultag, abzählten. In manchen Gegenden war es Brauch, das Schuljahr dann mit einem Fest der Jugend abzuschließen, wie in Kamenz die Schüler das „Forstfest", kurz vorher die Schüler von Ravensburg das „Rutenfest" feierten.

Häufig nahm Bartholomäi das Gepräge eines Ern­tefestes an, das am Tage des Apostels selbst oder am folgenden Sonntag gefeiert wurde. Vor allem Haden dann auch die Schäfer ihr Fest mit fröhlichem Tanz. Im schwäbischen Markgröningen findet alle zwei Jahre Schä­fermarkt mit dem Schäferlauf statt, den die Burschen um einen Hammel, die Mädchen um ein Schaf auf einem Stoppelfeld barfuß veranstalten. Anderswo in Schwa­ben ist an Bartholomäi ein „Hahnentanz" üblich. In Luxemburg beginnt am 24. August die vierzehntägige „Schobermesse". Nach der anstrengenden Sommerarbeit veranstalteten mancherort die Fischer am Bartholomäus- fest fröhliche Fischerzüge. Am bekanntesten ist wohl der „Stralauer Fischzug" in dem vor den Toren Berlins gelegenen Fischerdorf Stralau gegenüber dem durch seine Sternwarte bekannten Treptow; es war weit ins 19. Jahrhundert hinein ein Volksfest für ganz Berlin. In Stralau pflegten am 24. August die Fischer mit Musik hinauszufahren, um fünf Züge mit dem großen Netz zu tun, deren Ertrag zu besonderen Zwecken verwandt wurde, wie z. B. zur Besoldung des Predigers. Nach ihrer Rückkehr ins Dors entwickelte sich dort ein echter Jahrmarktstrubel mit Buden und Zelten und den übli­chen — Prügelszenen; Tausende waren dazu aus Berlin in geschmückten Kähnen und Wagen oder zu Fuß unter Gesang und übermütigem Lärmen nach Stralau hinaus­gezogen.

Als wichtiger Jahrestag war Bartholomäi in vielen Gegenden au chgeheimnisvoller Lostag. Namentlich 'ah man in ihm einen Wetterpropheten. Schönes Wetter im 24. August ließ eine gute Traubenlese erwarten; an­dererseits sagten die Winzer: „Regen auf Bartholomä — das tut den Trauben weh." In der Bauernregel heißt es: „Gewitter um Bartholomä — bringen Hagel und Schnee." Anderswo sagt der Volksmund: „Regnet es auf Bartholomä — schreit der Bauer: o weh!" Denn der Bartholomäustag soll das Wetter des ganzen Herbstes bestimmen. Zahlreiche Wetterregeln aus den verschieden­sten Gegenden betonen das. So heißt es an der Saar: „Nach Sankt Bartholomäi Gesicht — meist der ganze Herbst sich richt." Anderswo sagt man: „Wie Laurenz (10. August) und Bartel sind — wird der Herbst, rauh ober lind", ferner: „Wie Bartholomäi der Wind steht, so

bleibt er ein ganzes Vierteljahr." Sollte diesmal am 24. August das Wetter schlecht sein, dann möge die folgende Prophezeiung nicht in Erfüllung gehen:

„Wie sich der Bartholomäus verhält. So ist ein Vierteljahr das Wetter bestellt."

Dr. fi. Schiffers.

$ommer*$amsfagabeni).

Herbe, fruchtruchgefüllte Luft wogt durchs geöffnete Fenster. Sie scheint mich aus dem Zimmer hinaus zu führen, in eine sorglosere, zeitlose Sphäre.

Der duftschwere Abend reifster Zeit trägt auch den Ton ferner Glocken zu mir. Sie läuten auf dem Dorf den Sonntag ein — den Tag des Herrn. Ihre harmo­nisch zusammenschwingenden Stimmen paffen nicht recht in die Zeit der „neuen Sachlichkeit". Die so gerne den Verstand als den Alleinherrscher proklamierten möchte. Als absoluten Diktator, der Gefühle als drohende Feu­erzeichen künftiger Revolten unterdrücken, eintertern möchte.

Und der Tag des Herrn — Er scheint dieser Zeit ebenso fremd wie der volle Glockenklang. Mit sei­ner eindringlichen Mahnung zu besinnlichem Aufblick. Was den Zweiflern und ewigen Verneinern so ab­strakt, fo sinnlos scheint.

Doch die Glocken klingen auch in ihnen nach. Pochen eindringlich an verstockte Herzen.

Von weither schallt gedämpft der Lärm fpielertber Kinder, mählich verstummend. Nur ein Grammophon quietscht noch in der Nachbarschaft einen modernen Gassenhauer in die sinkende Nacht.

Mir scheint, als ob er die Stille nicht störe, nicht stören könne. Seine lästige Aufdringlichkeit kann •’nrhftens das Gefüllt einer unklaren Sehnsucht wecken. Wonach? Nach geläuterter Ruhe? — Daß man wieder zu sich selber zurückfinden könnte . . .?

Ich weiß es nicht. Nur, als der wirre Rhythmus verstummt ist und der blau gedunkelte Himmel mir in feiner unendlichen Größe näher gekommen scheint, als ein frischerer Hauch sich dem schweren Duft in meinem Zimmer gesellt, weiß ich: Bald ist es Herbst. — —

Doch dieses Wissen läßt in mir nur eine stille Freude keimen, kein Trauern um Geschiedenes. Sommerliche Reife, herbstliche Fruchtschätze — am Rande der Zu-

Gezeiten im Meer der Ewigkeit . . . kunft steht wieder lenzliche Blüte . .

Josef Gutberlet.

Der Schrankenwärter.

Von Paul A. Schmitz.

Haben sie schon einmal ein Grab auf einem Bahn­steig gesehen — die letzte Ruhestätte eines Schranken­wärters auf dem verkehrsumsluteten Perron eines Bahnhofs . . .? i

In Deutschland werden sie das kaum finden. Aber wenn sie vor einigen Jahren von Murcia nach Aguilas fuhren, tief im südlichen Spanien, in Andalusien, und auf dieser Reise in Lorca den Zug wechselten . . . bann konnten sie dort auf dem zweiten Bahnsteig das Grab eines Schrankenwärters finden. Auf feinem Grabstein steht der Spruch der Schrift: „Der hat die größte Liebe, der sein Leben hingibt für feine Brü­der .. ."

Den Namen deffen, der dort begraben liegt, habe ich vergessen, aber feine Geschichte hat man mir er­zählt, und ich will sie wiedergeben, denn sie verdient, bewahrt zu werden. Sein Grab ist heute von dem Bahnsteig zu Lorca abgeräumt. Es war „verkehrs­störend". Sein Denkmal ist verschwunden — möge diese, seine Geschichte ihm ein neues setzen im Herzen einiger Menschen . . .

Seine Geschichte aber spielt in den Jahren nach der Jahrhuichertwende. Um diese Zeit wurde die Bahn dort unten eröffnet. Die Bauern bekamen das Land enteignet, darüber die Schienen der Bahn gelegt werden sollten . . . Sie bekamen es schlecht vergütet, ihr ent­eignetes Land . . Und das gab böses Blut. — Aber soviel die Bauern murrten — die Bahn fuhr doch, fuhr Tag für lag an ihren Bauernhöfen vorüber, und sie fühlten sich verhöhnt, verspottet durch diese Eisen­bahn — verletzt in ihren Rechten. Und einer dieser Bauern, ein rechter Hitzkopf, beschloß sich an der Eisen­bahn zu rächen . . . Heißes Blut strömt dort unten, tief im Süden, in den Adern der Menschen, und ihre Entschlüsse sind oft jäh — unüberlegt. So riß der Bauer eines Abends, kaum eine Stunde bevor der Abendzug passieren mußte, die Schienen auf. Mit wutverbisse­nem Gesicht hieb er mit Stemmeisen und Hammer auf das Eisen ein . . .sprengte die Schrauben und der glatte Schienenstrang klaffte wund auseinander. Dann schlug der Bauer, der zum Verbrecher geworden war, sich in die Büsche ... Er wollte sehen, wer stärker war, die Bauern dieser Scholle — oder die Eisen­bahn . . Er wollte sehen ... Er hatte sich gerächt.

Und seine Rache wäre ihm geglückt, wenn nicht — ja, wenn nicht jener Schrankenwärter, den man in

Lorca auf dem Bahnhof Begraben hat, um jene Abend­stunde die Strecke abgeschritten hätte. . .

Bedächtig trottet der den Schienenstrang entlang, von Schwelle zu Schwelle. Vielleicht sinnt er über den Unsinn dieser Kontrollgänge nach, die er unternehmen muß Tag für Tag zweimal — morgens und abends . . . Tapp — tapp — fo torkelt der Schrankenwärter über den Schienenweg. Noch zweihundert Schritte — bann ist fein Revier zu Ende . . . Dann wird kehrt gemacht . . . Dann kommt der Abendzug nach zwei Minuten, und dann geht er den Weg zurück zur Wärterhütte, die Abendsuppe löffeln . .. Dann — so träumt der Wärter feinen Weg entlang, bis er jäh auffchreckt. Er reibt die Augen . . . Träumt er? Er tastet mit der Rechten die Schiene ab. Er träumt nicht, er täuscht sich nicht. Die Schiene ist gesprengt, zerrissen mit Gewalt. Die Schiene . . .? — Wer . . .? — sinnt der Wärter. Aber bann sinnt er nicht mehr, denn wie ein Blitz zuckt ein Gedanke durch sein Hirn: „In zwei Minuten kommt der Abendzug vorbei!" Der Zug mit Reisenden, mit Kindern, Müttern, Vätern . . .mit Menschen. Der Zug — der Zug . . . Der Schrankenwärter keucht in der Erregung: „Ich muß den Zug aufhalten" — denkt er. Dann stürmt er rasend den Schienenweg entlang, er stolpert — er schlägt hart auf die Schwellen nieder. Er rafft sich wieder auf ,in der Erregung spürt er seinen Schmerz nicht. Der^tzM — der Zug — Er muß den Zug aufhÄten, den Zug mit Menschen.

Noch anderhalb Minuten, lsetzt steht der Wärter still. Er lauscht .... Ein Vogel singt, und eine Grille zirpt — und in der Ferne donnert schon der Zug. Man hört ihn deutlich, wenn man das Ohr dicht an die Schie­nen preßt.

Zweihundert Meter ist er nun von der zerrissenen Schiene fort. Wenn er den Zug hier anhält, dann kann der Fahrer auf der Lokomotive bremsen. Das Unglück ist vermieden dann . . . Wenn er ihn anhält. Wenn.. Nun faßt den Wärter die Verzweiflung . . . Wie

soll er den Zug aufhalten . .? Die rctc Fahne — das Signal für „Halt!" liegt in der Wärterhütte. Wenn er nur eine rote Fahne hätte.

Da kommt ihm ein Gedanke ... Er reißt das große gelbe Taschentuch aus feiner Tasche . . . Er reißt das Mester aus dem Schaft des Stiesels. Tief sticht er sict in feinen linken Arm. Er trifft die Aber, die man blau unter der Haut sehen kann. Das Blut spritzt wie ein kleiner Brunnen. Und dann färbt sich das gelbe Tuch rot, Mutrot.

Jetzt hat der Wärter seine rote Fahne. Er schwenkt sie in der rechten Hand. Hoch reckt der Arm sich: — Fahnenstange . . . Nun hält der Zug, rocim man sein Zeichen sieht. Stolz, wie ein Sieger steht der Wärter an der Schiene .. .

Aber die Wunde, die er sich mit eignem Messer bei- gebracht, hort nicht zu bluten auf. Er greift danach, wi l sie zusammenpressen. Umsonst, das Blut fließt Sein Herzblut. „Wenn doch der Zug käme" — denkt der Wärter, denn er fühlt sich wankend. Der Zug . . . Er reißt die letzte Kraft zusammen. Nicht niedersinken...

Und er steht ausrecht ... Er sieht den Zug, auf der Maschine sieht man ihn, die rote Fahne . . . Die Bremsen knirschen auf. Mit letzter Kraft springt der Wärter zur Seite. . . Er ahnt es noch: Der Zug steht still. Dann sinkt er einer Ohnmacht in die Arme . . .

Der Sechs-Uhr-Zug auf der Strecke Aguilas—Lorca war gerettet — Gerettet Kinder, Mütter, Bäter . . . Menschen. Den Retter bettete man auf. Man schnürte seine Wunde ab . . . Sie horte auf zu Bluten . . .Und später trug man ihn ins Hospital . . . Allein das war vergebens. Am anderen Morgen war der Schranken- Wärter, der Retter, tot. Blutvergiftung — stellten die Aerzte fest ... .

Und diesen Schrankenwärter hat man in Lorca auf dem zweiten Bahnsteig ins Grab gesenkt. Auf feinem Grabstein steht: „Der hat die größte Liebe, der fein Leben hingibt für feine Brüder.,,,

Fünf Minuten Denksport.

Kreuzworträtsel.

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Die Wörter bedeuten von links nach rechts: 1 Kurze Unterbrechung, *6 Getränk, ^.Hafendamm, 10 Größerer Splitter, 12 Jüd. Satzungsbuch, 14 Pers. Fürwort, 16 Gunst, 17 Männl. Vorname, 19 Bezirksstadt in Böhmen, 21 Nebenfluß der Donau, 22 Bekannter Kreuzfahrer, 24 Körperzeichen, 25 Nomadendorf, 27 Franz. Dramatiker, 29 Nebenfluß der Wolga, 30 Gleichwort für „gleich", 31 Türk. Beiname, 32 Paradies, 33 Gegensatz von „An­fang", 35 Art Knoten, 37 Teil des Rades, 39 Brust­bewegung beim Lustholen, 40 Altes Gesäß, 41 Auerochs, 42 Ostasrik. Wiederkäuer.

Von oben nach unten: 1 Jtal. Längenmaß, 2 Präpo­sition, 3 Hilferuf sinkender Schiffe, 4 Baum, 5 Edel­metall, 7 Verblendung, 8 Gebranntes Korn, 9 Weib. Vorname, 11 Häßliche Eigenschaft, 12 Ruff. Stadt, 13 Artikel, 15 Aegypt. Sonnengott, 16 Art Gartenmesser, 18 Musikinstrument, 20 Land in Afrika, 22 Einschnitt im Gelände, 23 Franz. Wort für „Straße", 24 Nebenfluß der Elbe, 26 „Abscheu", 27 Disch. Romanschriftsteller, 28 Hirsch, 29 Gleichwort für „Atem", 32 Männl. Wild­schwein, 34 Fluß in Spanien, 36 Behälter, 38 Mittel­hochdeutsche Bezeichnung für Knecht.

Silbenrätsel.

Aus den Silben: a, a, ant, bett), bett), char, cho, de, de, di, e, e, e, e, es, fau, feu, fo, fung, ga, gen, gie, he, imp, in, is, fi, kreis, land, le, li, li, ling, mac, mi, mo, na, na, na, naf, ne, ne, nef, on, pun, put, qui, ra, re, fa, fa, schmet, se, ft, sthe, ter, ti, ti, u, wa, wen, zel, sind 22 Wörter zu bilden deren Anfangs- und End­

buchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Goe» thesches Wort ergeben (ch — ein Buchstabe).

Die Wärter bedeuten: 1 Gefährt, 2 Frucht, 3 Be­kannter Schachmeister, 4 Jtal. Provinz, 5 Tragödie von Shakespeare, 6 Dänische Insel, 7 Prophet, 8 Griechischer Redner, 9 Vorbeugungsmittel gegen Krankheit, 10 Schlinggewächs, 11 Größtes Buchformat, 12 Klagelied, 13 Salat, 14 Japanische Handelsstadt, 15 Teil des Ka­mins, 16 Insekt, 17 Stadt in der Türkei, 18 Zum Aequa- tor gedachter Kreis, 19 Widerhall, 20 Glaubensgerich^ 21 „Tierwelt", 22 Weibl. Vorname.

Rätsel.

Ich werde einen Gruß dir nennen, Den wir seit alten Zeiten kennen; Doch, liest du mich von rückwärts, mahne Ich dich an deine ält'ste Ahne.

Auflösungen ans der vorigen Sonnlagsuummer.

Lösung de« Silbenrätsels.

1 Zylinder, 2 Urkunde, 3 Divan, 4 Eifack, 5 Nelke, 6 Berberei, 7 Einstein, 8 Rosine, 9 Galopp, 10 Eismeer, 11 Sarajewo, 12 Golem, 13 Invalide, 14 Patron, 15 Fulda, 16 Eduard, 17 Lafette, 18 Nansen, 19 Finow, 20 Uhde, 21 Essig, 22 Hyäne.

Der Spruch lautet: Zu den Bergesgipfeln führen keine Promenadenwege.

Auflösung de« Rüffel«:

August.

Lösung de« Kreuzworträtsels.

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denen noch viel Angst, aber doch auch schon ein Stück­chen Glück stand. „Sage mir zu allererst, wie es mög­lich ist, daß ich dich an diesem Orte finde, den ich auf­suchte, um treu an dich zu denken. "

Ein heißes Erzittern rüttelte an seiner Seele, daß er nahe daran war, sich von ihm übermannen zu las­sen und ihr das Geheimnis ihres und feines Lebens in harter Rücksichtslosigkeit zu offenbaren. Etwas wie Brutalität hatte er niederzuringen, ein Gefühl, wie er es bisher in seinem Leben noch nie an sich gekannt. Es kostete ihn das Aufwenden feiner ganzen sittlichen Kraft, um dieses wahnsinnigen Verlangens Herr zu werden.

Er vermochte es endlich, zwang sich zu starrer Ent­schlossenheit und suchte nach Worten, mit denen er zu ihr reden wollte.

Sie kam seinem Bemühen zu Hilfe. Durch sein ihr immer verwunderlicher erscheinendes Wesen zu neuer Bangigkeit aufgescheucht, von wilder Unruhe erfaßt, fragte sie mit zitternder Stimme:

„Was quält dich, Jürgen, was ist es, daß dich fo ganz, ganz anders macht?"

Er wich ihrem dringend forschenden Blick aus und stieß heraus: „Etwas Schweres, Ernstes, das uns beide trifft"

„Das unsere Liebe angeht?--Sage nein, denn

das ertrüge ich nicht."

„Du wirst es ertragen müssen, Erika. Wie ich, wie ich." Er sprang hart auf und warf die Hände auf den Rücken. Tat ein paar Schritte vor ihr weg. „Man glaubt nicht, wieviel man ertragen kann. Unsere Seele ist viel fester gefügt, als wir denken. Sie erzittert, schwankt, scheint vernichtet zu werden, zusammenzubre­chen, wenn das Schicksal mit seinen gewaltigen Händen stößt und schlägt. Und sie geht doch nicht zugrunde denn sie ist auf Ewigkeitswerte gestellt, die über dunkle Strome hinwegreißen und abgrundtiefe Schluchten über­brücken. Du siehst mich so wunderbar eigen an, Erika. Du hast ein Brennen in deinen Augen" ....

Sie erhob flehend beide Arme. „Du redest, um nichts sagen zu müssen. Du sprichst und schweigst doch — Mach ein Ende mit dieser Qual und spanne meine Seele nicht länger auf diese furchtbare Folter. Sage mir alles, erläse mich von der Enffetzlichkeit dieser Stunden."

Sie hatte sich während ihrer letzten Worte erhoben und war dicht vor ihn fjmgetreten. Ihr fliegender,

heißer Atem ttaf sein Gesicht und küßte ihm Mund und Augen. __

Ihre namenlose Angst erschütterte ihn. Seine wäh­rend einer ganzen Nacht mühsam erkämpfte Ruhe drohte verloren zu gehen. — Das durfte nicht fein. Er mußte der stärkere bleiben, um ihr tragen zu helfen, mußte sein klares, festes Denken bewahren, um ihr zurechthel­fen zu können, wenn es nun dunkel für sie ward. So dunkel, wie es ringsum für ihn gewesen.

Er nahm ihre Hände fest in die seinen und preßte sie. „Erika!" tastete sich seine Stimme in scheuer Zärt­lichkeit zu ihrem Ohr. „Du kennst die Geschichte von Törris Manders Heimkehr."

Sie nickte stumm und angstvoll zu ihm hoch. Tiefe Derständnislosigkeit lag in ihrem Blick. „Was soll sie uns jetzt?"

„Diel — — alles ---- Es ist unsere Geschichte.

--Sie findet in unserem Geschick ihre Wiederholung. — Verstehst du nicht? Weißt du"---

Ihr Blick weitete sich, nahm etwas Starres, Totes an. Eine jähe, graue Bläffe sprang in ihr Gesicht, daß er meinte, sie stürbe. Er ließ ihre Hände und legte seine Arme um ihre Schultern. „Erika, bleibe stark!" flehte er voller Angst. „Beruhige dich, laß dich zu den Steinen führen und setze dich dort."

„Nein, nicht diese Steine!" stöhnte sie, wilder­schauernd. „Diese entsetzlichen Steine! Sie töten mich — Es ist wie blutiger Nebel vor meinen Augen, 3ür« gen, ich--Törris Mander? Du? Und ich? — Io-

linbe. — O Gott, wirklich dies? Sage es, daß es an­ders ist, daß ich im Irrsinn bin. Geliebter, hilf mir, mache mich sehend." —

Ihr Sprechen war ein abgerissenes Stammeln, ein herzzerreißendes Flehen. Er hatte sie ganz dicht zu sich herangezogen, ihr Kopf lag schwer auf feiner Schulter, und ihre Augen waren geschlossen. Wie leblos ruhte sie in feinen Armen.

<Etn heißes, trockenes Würgen stieg in feiner Kehle hoch, daß er zu ersticken glaubte. Er mußte sprechen, um davon freizukommen. Heiser und mißtönend stieß er hervor: „Du bist sehend, Erika, du siehst recht, Erika --meine"--

Sie fuhr wild auf: „Nicht!" Schloß seinen Mund mit ihrer Hand. „Nicht!" Ein irres Licht glühte aus ihren Augen. „Ich kann es nicht hären. Ich will das nicht fein. Ich muß meine alte Liebe behalten. — Das

I Neue tötet mich. — O Gott, Jürgen, sage mir, daß du nicht mein“--

Sie schüttelte sich wie in einem grausen Entsetzen und heftete ihre Augen brennend auf fein Gesicht, schien zu warten, daß er beruhigend lächelnd, verneinen möchte.

In tiefer Qual, seine Blicke zu Boden gesenkt, die Züge verzerrt, verharrte er regungslos. „Es ist", keuchte sein Mund nach endlos erscheinenden Sekunden des Stummseins. „Du bist meine — Schwester. — Wir sind eines Blutes."---

Augenblickslang verharrte Erika noch im starren Er- schütterffein. Dann ging ein klagender Laut über ihre Sippen. Sie taumelte. Jürgen fing die Niedersinkende in feinen Armen auf, bettete den Körper der scheinbar Leblosen in das hohe Waldgras und brach neben ihr in die Kme. Eine riesige Angst bemächtigte sich seiner, als er in ihr marmorweißes Gesicht starrte, in dem Augen und Mund geschlossen waren, und es vergingen Minu­ten, ehe er fein entschlossenes Handeln wieder fand.

Dann aber war er in Sorge und Umsicht um sie be­müht. Seine zitternden Hände strichen den kühlen Tau von den schlanken Halmen der Waldgräser und netzten mit ihm die Stirn und Schläfen der Bewußtlosen.

Als sie unter einem tiefen Seufzer die Augen öff­nete, atmete er erleichtert auf. Lange noch tag sie ohne Bewegung, die Augen starr in die Höhe gerichtet.

Dann richtete sie ihren Oberkörper mühsam auf und bat mit leiser, stiller Stimme: „Führe mich heim, Jür­gen. Das Glück im Waldwinkel ist gestorben. — Ich fürchte mich fo."

Er vermochte kein Wort zu erwidern. In stummer, qualvoller Pein ging er ihr zur Seite. — Der Wald- minkel tag längst hinter ihnen. In stiller hehrer Ein­samkeit. Die Sommersonne warf eine Fülle greifend»- tenber Strahlen über die Lichtung und schüttete über beide Granitsteine im grünen Rahmen schottender Farne feurige Lohe wie Blut, das aus frischen Wunden tränst. — Fern im Walde fang ein kleiner Vogel ein Lied voll tiefer Sehnsucht. Es klang wie leises, stilles Weinen.

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Brief Jürgen Rasmussen an Erika v. Lindstedt. „Im Schnlhause zu Trebnitz, den 25. Juni 19..

Meine geliebte Schwester!

Jenseits des düsteren Wassers liegt ein verschlossener Garten, vor dessen einst eröffneten Pforten wir beide I

gtückszitternd standen. Die Brücken zum anderen Ufer find abgebrochen. Ich stehe diesseits allein. Unsagbar schweren Herzens lasse ich meine Augen über den brei­ten, trüben Strom schweifen als einer, der vor dem Gehen Abschied aus der Ferne nehmen muß.

Laß mich mit Dir vom Abschied reben, gib mir fm Geiste Deine Hand, die liebe, gute, steh mir ins Auge und neige Dein Herz dem meinen zu.

Es ist vor allem ein Gefühl tiefen, unsagbaren Danke«, das durch meine Seele zittert, feibem ich die Gewißheit habe, daß Du auf dem Wege der Genesung bist. Die Tage Deiner Krankheit, diese Tage des Schwankens zwi­schen Sein und Nichtsein, waren für mich eine Kette qualvollster Empfindungen. Ich war ruhelos wie krei­sendes Blut, die Angst um Dein Leben lag mir wie ein erzener Block auf der Brust. Stundenlang, während der ganzen Nächte oft, bin ich durch den Park geirrt, immer die matterleuchteten Fenster Deines Kranken­zimmers suchend, ständig in zitternder Furcht, daß das stille Licht hinter den weißen Vorhängen erlöschen mochte, weil Deine Seele entflohen. Hätte ich zu Dir gedurft, ich hätte meine Seligkeit dafür geopfert Aber ich durfte je nicht! Ms der Verstoßene mußte ich um das Haus streichen. Das war einer der elendesten Augenblicke meines Lebens, als ich an jenem Tage, da ich Dich aus dem Walbwinkel heimgeführt hatte, mit dir vor dem Manne stand, der uns beiden fein Blut gab und nur Dich als fein Eigen anerkannte, mir aber bas einem rohen Peitschenhieb gleichende Wort vom „ver­luderten Dasein" ins Gesicht schleuderte, mir mit feinen Hunden drohte, wenn ich mich nicht „sofort au« feinen Augen packe". Ich fühlte mich zum Tier erniedrigt,.ich meinte, meine Seele müßte in Stücke brechen und nicht mehr sein. Da bekanntest Du Dich zu mir. Du legtest Deine Arme um meinen Hals und küßtest mich, nanntest mich Bruder und ließest Dich erst mit Gewalt von mir reißen. Und als ich wie aus einem wüsten Taumel erwachte, mich zähneknirschend aus dem Schmutz hochrichtete, in den man mich geschleudert, stand ich allein. Ich vernahm den knackenden Laut eines vorge­schobenen Riegels und wußte: das bedeutet das Ende für immer.

Ich wollte Dir nur Gutes, Siebes schreiben. Daß es nun doch nicht dies allein ward, bitte ich Dich, mir zu verzeihen. Cs flieg noch einmal so gewaltig in mir hoch,

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