56. Zahrg
Samstag, 24. August 1929
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Itr. ISO der Fuldaer Actiendruckerei m Fulda.. Fernrufe: Schrift^ .. n ko stitihrti>r Aetrendruckerei 1150 und 1151. :
:: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151.
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kicher Richtung. Bereits um 3.20 Uhr war es bei. Blicken entschwunden.
Krokodil und Negerweiber.
Schiele und Hepp. — Deutschncrtionale und Christlich-Ratioirale Bauernpartei.
Es kriselt weiter innerhalb der Einheitsfront der Volksbegehrer. Der geschlossene Uebertntt einiger mitteldeutscher Kreislandbundorganifatto- nen von der Deutschnationalen Volkspartei zur Ehristlichnationalen Bauernpartei hat m den letzten Tagen ein lebhaftes Nachspiel gehabt. Erbost ob dieses Einbruchs der Bauernpartei tn bte eigene Parteidomäne hat der deutschnatwnale Parteivorsitzende des Wahlkreises Hafte-Merseburg, Dr. S chiele, ein Rundschreiben erlassen, m dem den Freunden von der Dauern- und der Wirt- schaftspartcr einige herzliche Liebenswürdigkeiten gesagt wurden. Es hieß da u. a.:
In der antiken Welt kannte man den Begriff der Banausen ... Das Wort heißt eigentlich „Handwerker,; es wurde aber zu einem Begriff für Engstirnigkeit und rein materialistischer Einstellung gegenüber der vaterländischen Politik . . . Nun bildet sich auch erne bäuerliche Banausenpartei, nennt sich „christlich-national . obwohl weder das Christliche, noch das Nationale die wirklich bewegende Kraft ist. Wenn diese beiden Banausenparteien die Deutschnationalen als eine aus allen Berufen zusammengesetzte staatspolitische und national-christliche Weltanschaüungspartei zur Strecke gebracht haben, so können sie sich zusammentun: Es wird aber daraus niemals eine wirklich große politische Partei werden können. Bei jeder ernsthaften Einzelfrage werden sie ausemander- fallen, wie man heute an der Wirtschaftspartei sehen kann . . Gegenüber der starken einheitlichen Weltanschau- unaspartei der Marxisten werden die beiden Splitterparteien oder Banausenparteien sich ausnehmen w i e z w e l alte Negerweiber gegenüber einem Kro-
Krieges das größte Stück vorwärts gebracht zu! haben, dann entsteht eine von Grund auf veränderte Situation, in der allen Beteiligten und ms-, besondere Deutschland jede Handlungsfreiheit wiedergegeben ist. * Franz E. Koch.
Reuter berichtet, aus französischer Quelle verlaute, die französische Delegation sei der Ansicht, daß Deutschland einen Töft der Opfer tragen sollte, die die vier Gläubigermächte zu bnn- gen bereit seien, um Großbritanniens Zustimmung zum Youngplan zu sichern.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Wel im Bild- und „Buchenblätter''. Rotationsdruck und Verlag
. Die Berliner Presse ver- ftere^wieHlich, jedes Matz und es sei, zu bei- fürchteu, datz Stresemann sich davon beemblussen lasse. Durch die Räumung des Rheinlandes mindestens 53 Monate vor dem vertraglichen Zeitpunkt spare Deutschland 600 Will. RM., den ungeheuren moralischen und politischen Erfolg der Operation gar nicht gerechnet. Der Youngplan bedeute, tm Vergleich Mm Dawesplan berechnet, nach Hmzufügen eines vernünfttgen Wohlstandsindex eine mindestens 25prozentige Ermäßigung und durch die Verbindung der Reparationen mit den alliierten Schulden könne diese Ermäßigung später auf 60 Prz- steigen. Die Saar - frage werde zwar auf der Haager Konferenz nicht behandelt; dies werde aber zweifellos beiden Besprechungen in Paris erfolgen. Die dritte Zone werd« 9 Monate nach Vorliegen des unerläßlichen Beschlusses des französischen Parlaments geräumt. Wenn man daran denke, daß England trotz seiner liberalen Beteuerungen 31/2 Monate brauche, um 5000 Mann ohne Ma-
Gras Zeppelin über dem Großen Ozean
Aach weiteren Verzögerungen glückt der Start.
Vor der Entscheidung im Haag.
Die sranzösische Presse rechnet mit dem Rücktritt Stresemanns. keine deutsche Mehrleistung möglich. — Was der Matin als Erfolge Deutschlands ansieht.
terial aus dem Rheinland zurückzubefördern, dann könne man doch nicht behaupten, daß 9 Monate eine zu lange Zeit für die Rückbesörderung von 35 000 Mann und ungeheure Materialbestande seien. Nichtsdestoweniger werde man, wenn dies möglich sei, auch diese Frist noch abkürzen. Wenn eine Regierung, die derartige Vorteile erzielt habe, tatsächlich der Gefahr ausgesetzt sei, gestürzt zu werden und wenn andererseits Briand, der diesen Vorteilen zugestimmt habe, wegen einer Differenz von 3 oder 4 Monaten so scharf in Deutschland angegriffen werde, dann beweise das, daß die Anhänger der Annäherung in Deutschland viel schwach er seien als man geglaubt habe. Wenn ihre Schwäche aber so groß sei, daß nicht einmal derartige Erfolge sie am Leben lassen, dann werde Frankreich die politische Lage in Europa einer neuen Betrachtung unterziehen müssen.
Die beiden Gouvernanten.
Hugenberg und Seldle schulmeistern Stresemann.
Der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren hat an den Reichsaußenminister Dr. Stre- femann folgendes Telegramm gesandt:
„Der Verlauf der Haager Verhandlungen zeigt, ! daß Methode und Taktik der deutschen Außenpolitik trotz aller Warnungen der nationalen Opposition und aller bisherigen Mißerfolge unverändert blieben. Ein Volk, dessen Diplomatie die einfachen und klaren Linien der eigenen Interessen nicht erkennt und vertritt, wird niemals Freunde haben. Denn niemand hat zu seinem Handeln Vertrauen. Die dortigen Erfahrungen haben bewiesen, datz die Stellungnahme der deutschen Regierung zum Pariser Tributplan nicht nur für Kind und Km- deskinder unverantwortlich, sondern auch taktisch falsch war. Der Youngplan ist ein Unglück sowohl I für Deutschland wie für die Ruhe und Entwicklung der anderen Völker. Er bringt die Liquidierung des Krieges nicht. Daß der deutsche Außenmmi- I fter fick dort bemüht, ihn zu retten, muß unserem Volke den Hohn der ganzen Welt eintragen. Diese diplomatische Methode führt Deutschland m eine
unmögliche Lage. Rach den ursprünglichen amt- lichen Ankündigungen sollten wir firr den unerträglichen Youngplan wenigstens die Räumung von Rhein und Saar bedingungs- und entscheid^ aungslos eintauschen. Die Gefahr, auch sie noch erkaufen zu müssen, wird umso brennender, wenn wir, die Opfer des Planes, als seine Verteidiger auftreten. Dieser Vorgang bedeutet die ge- schichtliche Verurteilung eines Systems, bei dem Jahre hindurch die Außenpolitik nicht auf Leistungen, sondern auf nackten Mehrheltsverhaltmssen beruht. Deutschland kann für die Zukunft durch die Ergebnisse einer solchen Politik nicht gebunden werden, zumal die Welt weiß, daß das wirkliche und gesunde deutsche Volk nicht hinter ihr steht Dies klarzustellen sowie zu verhindern, daß der Youngplan in Deutschland eine Mehrheil findet, werden wir keine Anstrengung scheuen.
Namens des Reichsausschufses sür das deutsche Volksbegehren:
gez. Hugenberg; gez. Seldte.
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Schlimmste Phrasen werden hier serviert. Der Stahlhelm, dessen Führer Seldte unterzeichnet, hat ja wohl an politischem Ansehen nicht viel zu verlie- ren. Aber um die Deutschnati0nale Bolks° v a r t e i kann es einem doch manchmal lew tun, wenn man die Leistungen ihres jetzigen Führers Hugenberg betrachtet.
Am Freitag.
Verhandlungen über Sachlleferungsfragen im Haag wtb. Haag, 23. August. (Eig. Meldg.). Die heute vormittag um 10 Uhr im Konferenzgebaude fortgesührte Sitzung der Delegierten Frankreichs, Belgiens. Italiens und Japans mit den deutschen Reichsministern Dr.Curtius und Hilferding dauerte etwa 1% Stunden und betraf wiederum im wesentlichen Sachlieferungsfragen. Die Besprechung wird heute nachmittag um 3 Uhr unter Heranziehung von Sachverständigen fortgesetzt werden Di« Sitzung der vier an der Rheinlandfrage interessier- | ten Mächte hat darauf um 11^ Uhr begonnen.
kodil. Das Krokodil hebt sie bis zuletzs “U Jetzt hat sich in Hafte die Reichsparteileitung der Christlichnationalen Bauern- und Landvolk- Partei mit der Angelegenheit befaßt. Das Ergeb, nis der Beratungen ist ein deutliches Ultima- tu m an Hugenberg. Die Parteileitung hat keinen Zweifel darüber gelassen, „daß sie eine umgehende Klarstellung darüber erwartet, ob die deutschnattonale Parteileitung den Standpunkt Dr. Schieles teilt, in welch letzterem Falle es der Land- Volkpartei, unbeschadet ihres grundsätzlichen Kamp- fes gegen unerträgliche Tributlasten, außer» 0 r d e n t l i ch e r s ch w e r t ^w e r d e n w u r d e^ weiterhin im Reichsaussthuß für das Volks, begehren mit der Deutschnaüonalen Volkspar- tei gedeihlich zusammenzuarbeiten.
* Reichskanzler Müller in Bühler Höhe. Reichs- kanzler Müller ist im Kurhaus Buhler Hohe bei Baden-Baden zu längerem Kuraufenthall emge- tr°*e6in GelreidehandelMonopol für Oesterreich? (Eig. Meldg.). Im Ministerrat in Wien ist dei Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft in einem Referat über die Notlage der österreichischen Landwirtschaft für die Einführung eines Getreide- Handelsmonopols eingetreten. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Die Frage dürfte beim Zusammen- tritt des Parlaments zur Beratung gelangen.
* Rücktritt der chilenischen Regierung. Auk I Santiago de Chile wird gemeldet: Die chile- 1 nische Regierung ist zurückgetreten. 4
FuldaerZeitung
hi» sfnhf ‘liifhrt und den Landkreis Sulba. Amtliches Kreisblatt.
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wtb. Tokio, 23. Aug. (Eig. Meld.) Die Wetter- laqe, die heute früh noch so ungünstig war, daß ein baldiger Wiederaufstieg des Graf Zeppelin nicht in Frage zu kommen schien, besserte sich in den etften Nachmittagsstunden. Die Windstärke nahm Plötzlich ab und Dr. Eckener beschloß mit Rücksicht darauf, daß bei längerem Verweilen in dieser Jahreszeit, in der die Taifune besonders zahlreich auftreten, der Sturm wieder auffrischen könnte, den Vorteil des ruhigeren Wetters wahrzunehmen und die Weiterfahrt anzutreten. Fah^ qäste und Besatzung erhielten die Weisung, sich an Bord des Luftschiffes zu begeben und man begann schnell mit den Vorbereitungen oes Ausstiegs, der, wie bereits gemeldet, um 3.13 Uhl japanischer Zeit erfolgte.*
wtb. Tokio, 23. Aug. (Eig. Meldg.). Das Herausbringen des Luftschiffes „Graf Zeppelin aus der Halle ging unter größter Vorsicht vonftatten, da zwischen der Luftschiffhalle und den Schwanzflossen nur wenige Zentimeter Zwischenraum waren. Dor der Halle tauschte man Abschiedsgrutze. Die Musik spielte die japanische und die deutsch, Nationalhymne. Die Anwesenden klatschten in bu Hänbe und winkten ben Insassen bes Lustschuses begeistert zu. Langsam ging das stolze Schift unter dem Jubel und den Banzai-Rufen der Bevol- kerung in die Höhe und entschwand dann tn schneller Fahrt in nordöstlicher Richtung.______________
Nachdem noch wiederholt Verzögerungen m der Abfahrt eingetreten waren, zuletzt durch sehr ungünstige Windverhältnisse verursacht, (Berliner Blätter hatten den Zeppelin allerdings schon um 24 Uhr japanischer, 4 Uhr nachmittag Berliner Zeit, abfahren kaffen) ist er tatsächlich erst um 3.13 Uhr nachmittags japanischer Zett (7.13 Uhr MEZ.) zur Fahrt nach Los Angeles aufgesttegen.
wtb. Tokio, 23. Aug. (Eig. Meldg.). Noch um 1 Uhr nachmittags hielt man es für unmöglich, daß „Graf Zeppelin" vor morgen seinen Wetterflug antreten könnte. Aufgrund der Meldungen des Wetterbüros nahm man an, daß die Abfahrt auf mindestens 24 Stunden verschoben werden müßte, da die starken Nordwinde unvermindert anhielten. Als die zahlreiche Menschenmenge, die sich auch heute wieder auf dem Flugfelde von Ka- sumigaura eingefunden hatte, von der Startver- chiebung hörte, zerstreute sie sich enttäuscht. Aber eine Stunde später bereits traten plötzlich Aende- rungen der Wetterlage auf und kurz nach 2! Uhr wurde aufgrund der neuen Wetterlage der Start des Luftschiffes auf 3 Uhr nachmittags festgesetzt. Wenige Minuten spater erfolgte die Alarmierung der Wach- und Haltemannschaften. Die Passagiere des „Graf Zeppelin" waren am Vormittag nicht nach Tokio zurückgekehrt. Sie wollten auch für den Fall, daß der Start auf morgen hätte verschoben werden müssen, in ihren Kabinen im Lustschh übernachten. Um 3.13 Uhr erfolgte dann unter den begeisterten Zurufen der Menge der Abflug, der sich ohne Schwierigkeiten vollzog. Das Luftschiff entfernte sich in schneller Fahrt in nordost-
Di- Initiative der deutschen Delegation, die eine Rückkehr zum eigentlichen Konferenzprogramm und -ive Abkehr von den Detailstreitigkeiten der letzten Mocken verlangte, hat die Haager Konferenz auf »in neues Gleis geschoben. In diesem Augenblick „ebt das erbitterte Ringen noch weiter, das mit dem Stresemann'schen Bries eingeleitet wurde. An diesem Freitag Nachmittag werden die Hauptdelegierten der sechs Mächte ihre schon zweimal unterbrochenen Besprechungen fortsetzen und man hat ganz allgemein die Absicht, bis zum Samstag zur Klarheit zu kommen.
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gmeiter testeten Miete mlltem einten Unter. „ S,«”?™ ,5« „?rteri« KZ« Wed. tat »» die Stelle ter SnweMnnuitat E’Äi’äw* Lichtet, eine der Y o un gannuit at entsprechende I hiniuaefüat daß bte Räumung des Rhein- I deutsche Reparationszahlung träte. Die -serteilung I jjurd) die britischen Truppen im September I der Zahlungen unter die Gläubiger mußte dann I . ffU.; Schicksal des Young-Planes I
nach dem Spa-Schlussel vorgenommen werden, da Lnen werde. Dr. Stresemann habe mit Bit- der neue Verteilungsschlüssel einmal einen Bse- I . * . geantwortet und die Sitzung sei in einer I
W aefpaimten Atm-spd-re tert-gt «orten.
solches mit vollem Recht mW angeboten. Denn ^uu a^ ber englischen Forderungen in ihm würde , die ungeheure Gefahr liegen, daß « Erhöhung des Anteils an dem ungeschützten die Gegenseite fedes Interesse an einer endgültigen ^il öer moungannuitäten zu beteiligen, berich- Regelung verlieren wurde. Sie wurde Zahlungen I , .. $[ätter verschiedene Versionen aus dem
in ber gleichen Höhe erhalten wie ber Youngplan I - Der Mehrzahl der Berichte zufolge soll ber sie gewährt, brauchte aber nicht auf bte Kontrolle I 'nJUüt.te Teil ber deutschen Annuitäten in falber beutschen Wirtschaftsführung zu verzichten. I „^ber Form erhöht werden: In dem ungeschütz- |
Und sie hätte zudem einenVorwand dafür, die mit | ”,n uin DOn 660 Millionen Mark befinden
der Rheinlandräumung zusammenhangen- I fid) $ We 88 Millionen für den Zins- und Tilden politischen Fragen immer weiter zu verschlep- I äungsdienst der Dawesanleihe. Nun soll diese
pen. , t r. ' I Summe von 88 Millionen herausgenommen wer-
Was Deutschland vorgeschlagen hat, steht zwar I Ö€n ohne daß sich dadurch die gesamten Jahres- im Schema ähnlich aus, ist aber grundsätzlich et- iMunaen D-utschlands echöhen. 88 Millionen ist
was völlig anderes. Stresemanns Anregung geht qerQt).e'bie Summe die zur Befriediguna ber engli-
von ber sehr nüchternen aber ebenso selbstverstänb- I rlen Ansprüche noch fehlt, wenn man Englanb 32 lichen Feststellung aus, baß bte tm Youngplan vor- Millionen der unaeschützten Annuitäten überläßt, gesehene Zahlungshöhe nach dem Urteil der Pari- yte fünften ber kleinen Staaten verfügt wev ser Sachverftänbigen das Höchstmaß dessen dar- I J>en roate. Diese Kombination soll jedoch, wie ber stellt, was Deutschland überhaupt leisten kann. Daß „Vorwärts" meldet, infolge des Widerstandes von dieses Urteil der Sachverständigen in Deutschland, I Eurtius und Hilferding spät abends wieder fallen aber nicht nur in Deutschland, sehr kritisch beur- aelassen worden sein, und es soll eine neue Mög- :eilt wird und daß für die tatsächliche Erfüllbar- I erörtert worden sein, die in folgender Neuheit der Youngverpflichtungen eine feste Garantie 1 erung bestehen würde: Während nach dem Young- ?on niemandem übernommen werden kann, das I p[an die ungeschützten Zahlungen mit 37 Jahren tritt hinzu. Aus dieser Feststellung ergibt sich die I oushören, und in den letzten 21 Jahren nur noch Forderung, die unmöglichen Dawesziffern nicht I geschützte Reparationen zu zahlen wären, will länger anzuwenden, sondern statt dessen in der I mau eine Art ungeschützten Teil in Höhe von 56 Voraussicht einer Einigung über den Youngplan I Millionen Mark zum Jahre 1988 neu schäften, einige seiner Bestimmungen, nämlich die finanziel- I Eine dritte Version findet sich in der „Voss, len, vorzudatieren vom 1. September ab, ganz I Ztg.", die folgendermaßen lautet: von selbst. Und das ist es, was von deutscher Seite I Die deutsche ungeschützte Annuität soll im Durch- am Dienstag Abend den anderen Mächten rnitge- I schnitt von 660 Millionen Mark jährlich nichts verteilt wurde. Aber nicht das allein. Die eigent- I ändert werden, dagegen soll eine gewisse Stufte« liche Bedeutung des deuftchen Schrittes liegt doch I lung eintreten, und zwar derart, daß man bte darin, daß die auseinandergeflatterte Konferenz I Annuitäten in ben ersten Jahren, wahrend der hier einmal von einer hauptbeteiligten Macht zur I Dienst der Dawesanleihe noch läuft, etwas erhobt, Tagesordnung gerufen wurde. Das Ziel ist nach I ihn dafür aber nach Ablauf der zwanzig Jahre ber wie vor die Endlösung, und sie ist auch der Sinn I Dawesanleihe entsprechend herabsinken laßt, so da» des deutschen Borstoßes, sie allein; nur von ihr I ein Durchschnitt von 660 Millionen berauskommt. aus kann das richtig verstanden werden, was nach I Bei ber Erhöhung für die nächsten Jahre soll es beutfdjer Auffassung vom 1. September ab zu ge- ! sich um eine Summe von etwa 20 Millionen yan- fchehen hat. I dein. # -
Die Vorwegnahme eines Teiles bes Youngpla- I
nes hat die Gegenseite a b g e l e h n t. Sie beruft I Reuter meldet aus Wiesbaden: Entgegen cm- stch Qnf jene Empfehlung der Sachverständigen, I derslauteudeii Presseberichten gab dach britische wonach vorläufig die Daweszahlungen weiterlau- I Hauptquartier keine Befehle betreffs Räumung fen sollen, um lediglich zu Deutschlands Gunsten für Anfang September aus. Selbstverständlich Water zuruckverrechnet zu werden, wenn der sind alle Dienststellen nut den notwendigen Vor- Youngplan in Kraft gesetzt ist. Die Gegenseite hat I Bereitungen beschäftigt.
v ai.tt j^rer Seite, wir haben nur die poli- I
tstche und wirtschaftliche Vernunft, — Waffen also | wtb. Dans, 23. Aug. (Eig .Meld., Der Außen- oie sich auf lange Sicht noch immer als die stär- Politiker des Matin erklärt in einer Betrachtung feren erwiesen haben, die aber nicht scharf genug über die Wirkungen der Haager Konferenz auf sind, um die Schwierigkeiten aus dem Weae räu- die Außenpolittk Deutschlands, Englands und men zu helfen, die der Einigung über den Young- I Frankreichs, es sei leider zu befürchten, daß. bte plan entgegenstehen. Nach wie vor spielt der Ge- Takttk Snowdens auf politischem Gebiet eine ziem- Ansatz zwischen England und der französischen I liche
SX“ ÄÄ KÄ'Ä Stemmmg tat b«lf<M«**a beziehen, die höchstens anderthalb Prozent der herbeigeführt habe. Leistungen betragen, die Deutschland auf Jahr- ' '
zehnte übernehmen soll. Die Arbeit der deutschen Delegation wird also in diesen fieberhaft angespannten Stunden hauvtsächlick die eines Vermittlers zu sein haben. Cs ist keine dankbare Rolle, aber sie muß übernommen werden, denn wir wissen: so wie die Dinge liegen, ist nun einmal die Bereinigung der politischen Fragen von der Schaffung einer finanziellen Einigung abhängig. Es wird nicht an Versuchen fehlen, Deutschland für diese Einigung mitbezahlen zu lassen. Daß es unmöglich ist, solchen Versuchen auch nur den kleinsten Finger zu reichen, das liegt auf der Hand. Auch die Eeaenseite wird erkannt haben, daß eine Reparationslösung, die auch nur um einen Pfennig über die ungeheure Last des Youngplans hinaus Deutschland belasten würde, niemals eine parlamentarische Mehrheit finden kann.
Nicht an Deutkchland, nur an ben Anberen und ihrem guten Willen hängt in diesen Stunden das Schicksal der Konferenz. Bricht sie auseinander, ohne auf dient Wege zur Gefamtliguidation des
Anzeiger für die Stabt Jülba unb ben Landkreis Fulba_________