Amtliches kreisblatt
Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda
56. Zahrg
Donnerstag, 22. August 1929
1.193
Vas soll am 1. September werden?
Aus
Schritt der deutschen Delegation im Haag
Und nun zur dritten Etappe des Deltflug»! Karte zur Streck« lofto Coe Angeles.
Kämpfe im Osten.
Zweistündiges Gefecht vor Mandfchuli.
punkt herbeizuführen. Der Unterredung wohnten auch Snowdens Mitarbeiter Leith Roos und Arbeitsminister Loucheur bei.
Admiral Takaraba, der japanische Marineminister, begrüßte als erper den „Graf Zeppelin" bei der Landung in Tokio.
wtb. Haan. 21. Aug. (Eig. Meld.) Der fo■> panische Botschafter in Paris und Führer der japanischen Delegation auf der Haager I Konferenz Adatschi, bei dem sich gestern nachmittag Briand und Snowden trafen, hat sich über, den i Verlauf dieser zweistündigen Besprechung emem I argentinischen Pressevertreter gegenüber sehr optimistisch ausgelassen. Er erklärte hierbei I u. a, daß er die große Ehre gehabt habe, Briand und Snowden, zwei äußerst freundliche, Manner, die sich bis zu diesem Tage nur von wertem gese- ben hätten, zusammenzuführen. Sie hatten sich bei l dieser Gelegenheit näher kennen gelernt und Ile i seien voneinander geschieden als gute Frey,n- I d e, die wichtige Angelegenheiten zu regeln hatten I und die von dem Bewußtsein durchdrungen, seien, I Safe sie bjese regeln müssen, weil die Wohlfahrt ei- I ms großen Teiles der W»lt davon abhängig sei.
Der ehemalige SchaKkanzler Churchill erklärte I in einem Interview, er sei mit Snowdens Haltung im Haag einverstanden, hoffe i-doch, daß die etwas rauhe Art seines Nachfolgers, an der im Unterhaus keiner Anstoß nehme, die aber für Ausländer etwas Ungewöhnliches darsteUr, keine unnötige Unzufriedenheit erzeugen werde.
Die Räumungsfrage.
Die französischen Generäle „brauchen" bekanntlich noch den bisherigen Aeußerungen Briands ! e i n I a h r, um 50 000 Soldaten abzutransportie- ren. Jetzt schwirren Meldungen aus dem Haag, wonach Briand überhaupt nicht an eine vollständige Räumung der dritten Zone denke, sondern in jedem Fall etwa ein Sechstel des in Betracht kommenden Gebietes bis zur letzten Möglichkeit, das helfet also bis 1935, besetzt halten wolle! M't- : glieder der französischen Delegation sprechen im Haag davon, die Fortdauer solcher teilweisen Besatzung sei erforderlich, weil Frankreich gewiss« Grenzbefestigungen noch nicht genügend ausgebaut habe, um sich sicher zu fühlen . . .
Ist es wahr, daß die Dinge so liegen? Die deutsche Oeffentlichkeit hat ein Recht darauf, unter- richtet zu werden.
Am Mittwoch.
wtb. Haag, 21. Slug. (Eig. Meldg.). Die Hauptdelegierten Frankreichs, Belgiens, Italiens I und Japans sind heute vormittag im Hotel der kranzösischen Delegation zu einer Besprechung des I von den finanziellen Sachverständigen ausgearoei- I teten Gutachtens zusammengetreten.
Loucheur bei Hilferding.
wtb. Haag, 21. Aug. (Eig. Meldg.). Der französische Arbeitsminister Loucheur stattete heute I vormittag dem deutschen Reichsminister Dr. Hil- I ferding einen Besuch ab.
I * Der Vorstand der Reichstagsfraktion der 3en- I trumspartei beschäftigte sich am Mittwoch in einer Sitzung mit der Reform der Arbeitslosenversicherung.
* Reichslagsabgeordneter Hermann Schulz gestorben. Der der sozialdemokratischen Partei angehörende, im 1. Wahlkreis (Ostpreußen) gewählte Reichstagsabgeordnete Hermann Schulz ist in Berlin einem Herzschlag erlegen. Der Verstorbene war 1872 in Elbing geboren und gehörte dem Reichs- I tag seit 1923 an.
lieber die Zusammenkunft zwischen Briand und I Snowden berichtet Havas aus dem Haag, daß im I Laufe der anderthalbstündigen, herzlich verlaufenen Unterredung eine Reihe von Mifeverstandni - | sen aufgeklärt werden konnte. Es habe ledocy nicht den Anschein, als ob Snowden bereit sei, auf die Vorschläge des interallierten Memorandums einzugehen. Es sei seit langem kein Geheimnis mehr' daß W Anteil. S;« 31 a 1/ e n
nach dem Young-Plan erhält, als übe rm afei g hoch betrachtet und daß er ihn herabsetzen mochte, um den britischen Anteil im gleichen Maße zu erhöhen. Es sei anzunehmen, daß Snowden fern m diesem Sinne Briand gegenüber geäußert habe. ] Es handele sich um eine Art britischer Off en« sjv« gegen Italien, auf die der italienische Außenminister übrigens schon reagiert habe. Frankreich wolle sich daran nicht beteiligen, und sein Vertreter im Haag halte sich nicht für befugt, irgend einen Druck auf eine der Delegationen auszuüben, die wie Frankreich seit Beginn der Konferenz für die restlose Annahme des Sachverstan- digenplanes eingetreten sind. Das schließe jedoch nicht die Möglichkeit aus, daß Frankreich bereit sei, in den Durchführunasmodalitäten England entge« genzukommen. Der Korrespondent kündigt ichlleß- I sich an, daß die vier Gläubigerstaaten in der em« berufenen Zusammenkunft der sechs einladenden Mächte Snowden ihren Standpunkt knndgeben werden. Snowden werde dann in voller Kenntnis des Umfanges und der Größe der die d>e vier alliierten Staaten für die wirtschaftliche Wiederherstellung Europas bringen wollen, sich bar» I über zu erklären haben, ob er bereit sei, seinerseits ihnen auf halbem Wege entgegenzukommen ober I ob er es vorziehe, allein gegen alle auf seiner Un- nachgiebigkeit zu verharren und das Werk der Wiederannäherung, das im Haag feinen Abschluß sm- j den sollte, zu gefährden
viel Munition. *
wtb. Schanghai, 21. Aug. (Egi. Meldg.). Wegen der Verschärfung der Lage, d>e sich durch die Sabotage-Akte auf der ostchinesischen Bahn kund tut, haben die chinesischen Behörden in der Zone der ostchinesischen Bahn dasKriegsrecht ver- hängt. *
Aus Chardin wird gemeldet: Bei Tapinlin wurde die Lokomotive eines aus Chardin kommenden Zuges in die Luft gesprengt, und zwar wie man glaubt, durch auf den Bahnkörper gelegte Bomben. Ein Zugbeamter wurde schwer, zwei an- bere Beamten wurden leicht verletzt.
* Deutsch-tschechoslowakischer Handelsvertrag- (Eig. Meldg.). Der deutsche Gesandte 'N Prag, Dr. Koch, gewährte einem Redakteur der „Derer , des Abendblattes des agrarischen Organs ,,-oen» kow", ein Interview. In diesem sprach er u. a. ! die Hoffnung aus, daß der der Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Tschechoslowal- über den schon seit einem Jahre verhandelt wird, in i Kürze abgeschlossen wird. Zhes lci?ie I im Interesse der beiden Staaten. Es seien zwar Schwierigkeiten zu verzeichnen, jedoch sei zu hos-
fen, daß ein Mittelweg gesunden werde, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten zu festigen.
* Todesurteil eines litauischen Kriegsgerichtes. Aus Kowno wird gemeldet: Das Kriegsgericht hat «inen litauischen Staatsbürger namens Lsauskas zum Tode verurteilt, weil er auf irischer Tat ertappt worden war, als er sich an die polnische Grenze begeben hatte, um dort von Pletschkaltis- Anhängern gelieferte Waffenvorräte, bestehend aus Revolvern, Handgranaten und emer Hollen- maschine, zu übernehmen. Da der Präsident der Republik das Gnadengesuch verwor en hat, ist das Urteil am Montag in aller Frühe vollstreckt worden.
* Die Verlängerung der Bündnisverträge der kleinen Entente. In P r a g fand ein Minisierrat statt, der u. a. das Protokoll über die Verlange- rUng der Bündnisverträge zwischen der tschechoflo- malischen Republik, dem Königreich,, derSerben, Kroaten und Slowenen und dem Königreich Ru mänien, ferner einen dreiseitigen Schiedsvertrag -wischen den drei genannten Staaten genehmigt«. Das Protokoll und der Vertrag waren bet ber letzten Zusammenkunst der Minister der Kleinen Entente in Belgrad unterzeichnet worden. Die Verträge werden nunmehr dem Präsidenten ber Republik zur Unterfertig’!’^ vorgelegt werden, worauf der Austausch bi. Ratifikationsurkunden erfolgen wird. f
*' Abänderung der amerikanischen Zoll-Novelle. Aus Washington wird gemeldet: Die von der i republikanischen Mehrheit des Finanzkomitees des • Senates ausgearbeitete Zoll-Novelle weist 430 Aenderungen gegenüber dem Entwurf des Repräsentantenhauses auf und zwar 177 Erhöhungen und etwa 253 Herabsetzungen. 13 Prozent der Erhöhungen betreffen Farm-Produkte des Abschnit- tes 7. Die republikanische Mehrheit des Finanz- ausschuffes des Senates erhöhte den Zoll für Roheisen auf 1,50 Dollar und für Spiegelelfen auf 1 Dollar pro Tonne.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Berlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
sofort das Tran. ,----....
Moratorium-Antrag befassen werde. Strese- mann habe im Unterbewußtsein auch eine andere Absicht. Er wolle, bevor er am Samstag oder Sonntag den Haag verlasse, daß in einem Dokument die eventuellen Räumungsfristen bestimmt
Die große Weltscchrt, die „Graf Zeppelin" vor einigen Tagen angetreten hat, ist in ihrer ersten Etappe vollendet. „Gras Zeppelin ist un fernen Tokio glücklich gelandet, von dem Jubel der Bevölkerung umbrandet, neidlos in seinen überragenden Leistungen anerkannt.
„Graf Zeppelin" hat das, was er von Anfang cm versprach, auch gehalten. Erst seine Probefahrten, dann die große Deutschlandfahrt,^semeüberwältigenden Amerika-Fahrten, schließlich setzt der grandiose Flug von Friedrichshafen bis nach Tokio. Was die Welt nicht glauben wollte, es ist wenigstens im ersten Versuch erreicht, nämlich «ine glanzend bestandene Probe für den kommenden Weltluftverkehr. Es war ja dem ruhmreichen Führer, dem sturmerprobten Kapitän Dr. Eckener niemals um Rekordaufstellungen zu tun. Nein, er bestrebte etwas ganz anderes, er wollte zeigen, daß das Lustfchisf am besten geeignet sein muß und wird, für die Verwirklichung eines regelmäßigen Ozeanluftverkehrs.
Diele Leidensstationen haben unsere beut feilen Lustriesen hinter sich, viele Vorgänger des „©taten Zeppelin" fielen den Elementen zum Opfer, ehe jetzt die aeronautische Spitzenleistung erreicht werden konnte. Wir wissen noch von ,enen Stunden, als „Z. 1" bei Echterdingen vom Sturm zerstört wurde, wie aber gerade damals im deutschen Volke die Dankbarkeit und die Verehrung für den Grafen Zeppelin ständig wuchs und damit auch die deutsche Opserwilligkeit bei jener bekannten Zeppelinsammlung.
Sechs weitere Zeppelinverluste hatten wir bis zum Ausbruch des Weltkrieges, der uns ebenfalls eine ganz beträchtliche Zahl von Zeppelinluftschiffen, die in Kriegsdienst eingestellt waren, gelüftet hat, zu beklagen. Nach dem Kriegs^ide wurden wir durch das Zwangsdiktat von Versailles verpflichtet, verschiedene Luftschiffe auszuliefern, so die „Bodensee" an Italien, bett „Nordstern an Frankreich und „Z R III" an Amerika.
Unablässig aber arbeitet deutsche Technik, deutscher Erfindungsgeist an der Vervollkommnung, an der Ausbesserung der Zeppeumuftschiffe. Allen voran auch der kühne Chefpilot, heute der Lieb- littg fast der ganzen Welt, Kapllan Dr. Eckener. Nennen wir nur jetzt seine Weltfahrt, dann stehen wir staunend still vor der Leistung des deutschen Luftschiffes und seiner tapferen Mannschaft. 1100 I bis 1200 Kilometer in rund 100 Stunden, das ist I die glänzende Bilanz, die unser Zeppelin mit sei- I nem Flug von Friedrichshafen bis Tokio auszu- I weisen hat. Hierin liegt aber auch das positive I Ergebnis der Leistung, die ungeahntem Entwrck-
Der Korrespondent des Petit Journal schreibt, die heuffge Vollsitzung werde zweifellos einer der interessantesten Augenblicke der Konferenz fein, sie werde vielleicht sogar einen stürmischen Verlauf nehmen.
Der Korrespondent des Oeuvre schreibt, wenn Stresemann in der Vollsitzung den Standpunkt vertrete, daß die monatlichen Zahlungen des Dawes-Planes für Deutschland zu hoch seien und es infolgedessen angebracht sei, eine Uebergangs- reaekunq zu treffen, dann werde man ihm sicher antworten, daß, solange der Dawes-Plan nicht abgeschafst sei, Parker Gilbert allein ine Reparationszahlungen zu regeln habe.
Der Finanzbericht.
Der Bericht der Finanzsachverständigen der fünf Gläubigermächte ist überreicht worden. Dem Vernehmen nach hat sich eine Uebereinftimmung ber Ansichten nicht erzielen lassen, doch ist tn verschiedenen Punkten eine Klarstellung erfolgt, wahrend in anderen der englische Standpunkt von dem der übrigen Sachverständigen abweicht. Auftragsgemäß ist ein gemeinsamer Bericht abgegeben worden, der die Uebereinstimmungen und die Av- weichungen der beiderseitigen Feststellungen enthält und nunmehr als Grundlage für die weiteren Verhandlungen dienen soll.
Briatib und Snowden.
Wie der Amtliche Britische Funkdienst berichtet, hat am Dienstag eine Besprechung zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Br'and und dem britifd)en Schatzkanzler S n o wden statt- gesunden. Beide Herren trafen sich Z»m Tee bet dem japanischen Delegierten Botschafter Adat.chl. Es fand ein Gedankenaustausch zwischen ihnen statt, der dazu dienen sollte, eine Annäherung zwischen dem britischen und dem französischen Staud-
lungsmöglichkeiten für den kommenden Weftver- kehr. t
Verglichen mit den Fahrzeiten ber schnellsten Dampser, mit ber Eisenbahn, bars man bie letzte Fahrt boch als eine Rekorbfahrt bezeichnen. Die schnellsten englischen unb amerikanischen Dampfer ber Asienlinie benötigen von London aus eine Fcchrtzeit nach Tokio von burchschnittlich 6 btä 7 Wochen, wobei natürlich bas Einlaufen unb Verschiffen in den Häfen zu berücksichtigen ist. Selbst bei günstigsten Umständen würbe sich bte Reifezeit immer noch zu Schiff auf fünf bis sechs Wochen erstrecken. Eine Fahrt mit bei Eisenbahn von Friebrichshafen nach Tokio unter ganz normalen Verhältnissen würbe 14 Tage unb von Berlin bis Tokio breizehn Tage bauern. Das Luftschiff hat aber nur 4V» Tage Zeit gebraucht zur Bewälftgung bieser Riesenstrecke, ber Dampfer aber sechs bis sieben Wochen, bie Bahn rund 14 bis 17 Tage, jeher weitere Vergleich erübrigt sich.
Aber „Graf Zeppelin" hat auch alle Lang- streckenrekorbe geschlagen, bie bisher von Zeppelin- Luftschiffen ober Lenkballons anberer Länbei jemals aufgestellt würben. Seine Durchschnitts- geschwindigkeit betrug bei ber Zurücklegung der
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wtb. Paris, 21. Aug. (Eig. Meld.) Hebe: bie Vollversammlung, bie heute nachmittag auf Veranlassung bes Reichsministers Dr. Stresemann im Haag stattfinden wird, äußern sich die Sonderberichterstatter der Pariser Morgenblätter.
Im Matin heißt es, Stresemann sei vollkommen berechtigt, Aufklärung zu verlangen und nötigenfalls Beschwerde zu sichre,:. er ? sich aber nicht in ber Adresse täuschen. Wen : o toben sich von jeder Verantwortung f.. tachen und Frankreich allein das Odium einer verzögerten Rheinlandräumung überlassen wolle, dann begehe er einen Irrtum; denn wenn die Absichten Englands so entgegenkommend seien, dann müsse es das in erster Linie dadurch beweisen, daß es das Inkrafttreten eines Zahlungsplanes möglich mache, den es im Augenblick um einer untergeordneten Frage persönlichen Prestiges willen fäbotieren wolle.
Der Außenpokitiker des Echo de Paris schreibt vom Haag, die französische Delegation wünsche eine Formel zu finden, die geeignet sei, Stress mann zufrieden zu stellen, denn sie befürchte daß die Berliner Regierung gemäß dem Dawes-Plan ~ *’ 'omitee mit einem
Die sich immer mehr zuspitzende Lage ber Haager Konferenz hat bie beutsche Delegation zu einem bebeutsamen, aber in biefern Zeitpunkt itotoenbigen Schritt veranlaßt. Sie hat em Schreiben an Jaspar als Vorsitzenben ber Ge- zamtkonferenz gerichtet, worin dieser gebeten wird, den Delegationen der sechs eingeladenen Machte um Ausdruck zu bringen, daß der heran- nahende Termin des 1. SeptemberVeranlassung biete, zu einer Besprechung über bte pnt bem Young-Plan zusammenhangenben Fragen einzulaben. .. _ r T
Die Einladung wurde an die Gesamtdelegation der sechs Mächte gerichtet und nicht an die Fmanzkommission, da sich die Haager Konferenz derart in einzelne Besprechungen und Unterhaltungen aufgelöst hat, daß gleichzeitig ein Appell <m die Gesamtkonferenz notwendig schien.
Deutschland, das an all diesen Besprechungen nur indirekt beteiligt war, wünscht jetzt Klarheit, in welcher Situation es sich nach dem 1. September, also in zehn Tagen, befinden wird, wenn die Konferenz noch nicht zur Annahme des Young-Planes geführt hat, der ja am 1. Sept, in Kraft treten soll.
Der Schritt der deutschen Regierung und die Besprechung, anscheinend nicht ohne Fühlung mit den Franzosen angeregt, sollen gleichzeitig bte Möglichkeit geben, in eine Diskusston über bte Gesamtlage ber Konferenz einzutreten. Die Konferenz, bisher zersplittert und auf der Stelle tretend, kann dadurch mögllcherweise endlich m Gang gebracht werden. *
Di« Dienstag um 20 Uhr bei ber deutschen Delegation eingetroffene Antwort des derzeitigen Konferenzvorsitzenden Jaspar setzt die deutscherseits gewünschte Besprechung der sechs> entladenden Mächte der Haager Konferenz auf Mittwoch 17% Uhr im Anschluß an die für 16 Uhr vorgesehene Zusammenkunft der Außenminister der vier Rhein« landmächt« fest.
Das Echo.
uldaerZeitung
wtb. Tokio, 21. Aug. (Eig. Meldg.). Mandschuli wird den hiesigen Zeitungen gemeldet, daß russische Panzerzüge sich gestern bis auf 500 Meter den chinesischen Stellungen inMand- schule näherten. Aus den Zügen stiegen Soldaten, die unter dem Schutz von Geichützseuer auf bte Chinesen schossen. Die Chinesen erwiderten das Feuer. Nach einem zweistündigen Kampfe zogen sich die Russen zurück. Die Chinesen verloren 30 Mann, erbeuteten jedoch zahlreiche Geschütze und
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