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Fuldaer Zeitung

Rund um die Woche

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wer darf hinein?

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Deich die Tortum bezwungen habe.

Aber die Tortum gab sich nicht, sie war schlau, schluckte und fraß nicht mehr, sie nagte und holte sich

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Nun noch ein Wort zur Reklameausstellung in I Berlin, das mir niemand verübeln möge. Nicht I wahr, wenn auf einer Mauer ein einziges Plakat I ist, dann wirkt das. Wenn dann aber ein Dutzend I neben und übereinander stehen, dann verliert das I Einzelne an Kraft. Darum bin ich für eine Re- | Harne in den natürlichen Grenzen. Ferner: Wenn | die Reklame lügt, dann wird man ihr bald nichts I

heulte und schmiß den schweren Regen durch die Luft. Der starke Uwe ging mit dem Deichwärter oben auf der Kuppe. Der Sturm tat dem Riesen nichts — alle Visser- leute sind Riesen gewesen. Da vollendete die Tortum ihr Werk, an dem sie zwei Jahre gearbeitet hatte, da machte sie sich bereit, die faule Stelle einzustohen und sich die Tür aufzumachen in die Marsch, die ihr gehörte. Heute konnte sie sich schadlos halten, drei Bauernhöfe standen unten, und kaum, daß ein paar Aengstliche das Vieh heimgetrieben, sie waren alle stolz und trotzig, die Bau­ern. wie ihr Asega und vertrauten auf ihr Wert.

buch geschrieben: „Am Tage der vierzig Märtyrer hat die Tortum die alte Mannswarp zusammengerissen, nur die Magd Wiebe mit dem zweijährigen Knäblein wurde von einem treibenden Scheunendach geborgen, sonst ist alles zu Tode ertrunken, Mensch und Vieh. Gott sei den Seelen gnädig." So steht es in dem Kirchenbuch, aber, anders, so wie sie damals sprachen, die Leute. Der Uebergebliebene ist auf die Geest gezogen, wo wir noch sind.

Wir waren nicht die Einzigen, und deshalb rief Uwe Visser, der der Häuptling war, die Männer zum Ding, und brachte durch, was er wollte. Da mußte das ganze Friesenvolk aus dem Gau zugreifen, und sie bauten den ersten Deich. Da waren alle sehr stolz darauf, wo sich niemand darüber wundern kann, denn sie hatten zwölf Stunden jeden Tag gewühlt; das mußten sie, wenn sie vor dem Frühlingshochwasser fertig werden wollten. Sie wurden fertig.

Am stolzesten war Uwe Visser, der den Plan ausge­dacht und dann mitgerackert hatte wie zwei andere. Er konnte wohl stolz sein, denn zwei Jahre kriegte die Tor­tum kein Vieh zu fressen, die Weiden gediehen wie noch nie, und die Warpen blieben heil. Ja, die Leute wurden so sicher, daß sie anfingen, in die ebene Marsch zu bauen, und Uwe hinderte sie nicht, denn er war trotzig und wollte nichts anderes wissen, als daß er mit seinem

der Wärter nun los, er schüttete und stampfte den Kör- per des toten Urne fest. Im Tode hatte der gesiegt und die Tortum ihr Spiel verloren!

Aber sonderbar, die Stelle hat man nie wieder gefun­den, und so steht denn Uwe Visser immer noch im Deich, denn wie der jetzige gebaut wurde, hat man den alten mitbenutzt. Run ist das seitdem gewesen, als ob der Tote die Marsch auch weiter beschützt hat, so sagt man, denn das Kirchenbuch weiß nachher von keinem großen Durchbruch wieder zu erzählen, aber man sagt auch, daß der Tote die Erben des Warphofes festhält. Keiner hat sich lösen können, und alle sind sie rechte Visser geworben, wenn es auch nicht immer danach aussah!"

Der fröhliche Didde Meinert sah scheu zu dem ruhig dasitzenden Detmar hinüber. „Das ist schauerlich, und ich glaub wohl, daß die Geschichte wahr ist, weil ich Detmar kenne; sonst wollte ich wohl sagen: das ist lange her und nur Sagenwert. Denn von keinem andern, den ich kenne, wollte ich das glauben."

„Ra," meinte Tom Dyck, der noch dicker war als fein Weib u. bereits angebufelt, „wenn Rot steht, stehen andere auch ihren Mann."

Da lachte Dnnen DItmanns: „Ja, das Zustopfen hät­test Du auch ganz gut gekonnt, aber das Springen, das Springen!"

Run lachten sie alle. Man legte sich sehr wenig Zwang auf und nahm nicht sonderlich Notiz davon, daß dort ein paar Schritte weiter die tote Lena lag. Man dachte kaum mehr an den Zweck des Hierseins, auch bei den Frauen nicht, wo die Unterhaltung-nicht minder lebhaft mar. ___

Detmars Antlitz zeigte keine Veränderung, das Tres- ben beleidigte ihn keineswegs; es war etwas, das zur Beerdigung gehörte, er kannte es nicht anders.

Die Zeit rückte voran. Schließlich waren alle satt, recht satt sogar, nur die Männer mochten noch immer Schnaps, und die Frauen tranken Kaffee, beides war reichlich vorhanden. Schließlich war es halb drei gewor­den, und es mußte an den Aufbruch gedacht werden. Während hinten Frauen und Männer voll Ausdauer den letzten Schluck nahmen, war Detmar mit Tischler Rein­ting nach vorn gegangen.

(Fortsetzung folgt)

Wer seine Kinder zum vernünftigen Sparen erzieht, erweist ihnen den besten Dienst fürs Leben.

Mäuse, die halfen wühlen. Viel Kraft brauchten nicht dazu, eine faule Stelle genügte, und der Stelle man von außen nichts an! Im dritten Jahren stieg Frühlingsflut nicht höher als sonst, aber milder, viel milder. In einer buntlen Nacht tarn sie. Der Sturm

«um Sinn der Tagungen. — Der Haag und Moskau. — Aeber Windung des Bolschewismus. — Reklame-Ausstellung.

MOBEI

WOHNUNGSEINRICHTUN GEN KÜCHEN - KLEINMÖBEL POLSTERWAREN—LINOLEUM

3. Blatt

Druck der Fuldaer Ackiendruckerei. Fulda.

ag, den 18. August 1929.

AMMEYERI

STURMIUSSTR. 2

sandte in Wien und der österreichische Gesandte in Prag anwesend waren. Die Bewegung ist offt« zielt als eine „zufällige" ausgegeben worden und dieser Ausdruck wird wohl auch insoweit stimmen können, als nicht irgend ein festes politisches Ziel zur Erörterung stand. Vielleicht ist in der Tat diese Bewegung in kurzer Ueberlegung lediglich improvisiert worden. Wäre es anders, so wurde die Presse wahrscheinlich Konkreteres über die Pil­sener Besprechungen zu berichten wissen. Aber Die Mitteilungen waren ziemlich allgemeiner Natur und verblieben im Rahmen offensichtlicher Kombi- Nation. Es heißt, daß der Briandsche Plan einer Konferenz der europäischen Staaten zur Begrün­dung der „Vereinigten Staaten von Europa, oder mindestens einer „Europäischen Zollumon" Ge­genstand der Erörterungen gewesen sei. Daß dieser Plan für Oesterreich große Bedeutung hat, liegt auf der Hand. Es ist ja auch nicht ohne einen gewissen politischen Einfluß geblieben, daß der Mann, der den Paneuropagedanken popularisiert hat, Graf von Coudenhove-Kalergi seinen Wohn- fitz in Wien hat. Der gegenwärtige österreichische Bundeskanzler Streeruwitz gilt als Anschluß- freund. Der Gedanke liegt durchaus nahe, daß Benesch, vielleicht im Auftrage von Briand, bet ihm einmal zu sondieren versucht hat, wie er zu dem Gedanken eines Paneuropa oder einer Euro- päischen Zollunion sich stelle und wie er über die Konsequenzen eines solchen Planes hinsichtlich der Anschlußfrage denke. Solche Kombinationen find gewiß begründet die Paneuropafrage wird aua.

g-n „iHe Aufzeichnungen habe ich mir auf so und , Tagungen gemacht, die ich alle meinen Ehrten Lesern und Leserinnen mitteilen wollte, Eibene Worte prächtiger Führer, Stimmungsbil-

Entschlüsse, erbauliche Züge, daß ich nun alles Bausch und Bogen zerreißen muß. Es ist zu ntel und man muß zufrieden sein, daß es M tnVmirft Dabei bewahre man sich den Blick für T°, Wesentliche. Ihr Hauptversammungsort ist «ir die Christenheit doch die Kirche. Wenn da überall ein St. Stephanus auf der Kanzel steht ,,nd wenn da die Menschen sich innerlichst in die Geheimnisse einer andern Welt versenken und wenn dort die Gewissen und die Herzen erwachen, dann ist das Wichtigste schon geschehen. Ja, es haben alle die großen Tagungen eigentlich nur bann einen Sinn, wenn sie sich gewissermaßen an bie Kirche anlehnen oder auch je nachdem an den Staat, jedenfalls an die großen Mächte, die unser Dasein formen. Jedes Blatt muß an einem Stamme fitzen, sonst verweht es in den Lüsten. Und so muß jede Rede und jede Versammlung verbunden sein mit einer lebendigen Macht, die eben durch al! dieses ihren Ausdruck findet und die es treulich bewahrt. Ein Steinchen auch nm, in den Bau der Weltkirche gefügt, wird von Dauer fein wie diese.

Mit Absicht hebe ich eine solche Wahrheit eben fetzt hervor, weil es einmal toll in der Welt zu- geht. Die Reparationsbank scheint im Werden, und es ist eigentlich nicht verwunderlich, wenn die Teilhaber sich nicht einigen können. Irgendwie wird es schon gelingen, und wenn heute nicht, bann morgen. Man darf nicht vergessen, daß der Weltkrieg nur in seinem sichtbaren und blutigen Teil auf den Schlachtfeldern gekämpft worden ist, in Wahrheit ging es darin um den Lebensraum der gesamten Wirtschaft, und der ist der endliche Sieger, der das größte Bankkonto in die Zukunft gerettet hat. Hatten wir bis jetzt in dieser immer noch anhaltenden Kriegsepoche der Finanzen ge­wissermaßen den Stellungskrieg, so hat Snowden, wieder mit Bomben gearbeitet und gleich so kräf­tig geworfen, daß man ausgehorcht hat in der gan­zen Welt. Schließlich sind mir die klaren Worte lieber, als die schleppende Verhandlungsweise frü­herer Konferenzen. Ich glaube aber, daß man sich einigen wird, denn allenthalben sind in der Menschheit Kräfte am Wachsen, die man nach eini­ger Zeit nicht mehr wird bändigen können.

Da ist S o w j e t r u ß l a n d. Irgend jemand hat dem verhungernden China den Rat gegeben, dem russischen Bären in die Flanke zu fahren. Die Dinge hängen zusammen, Ost und West, der Haag und Moskau. Außergewöhnlich interessant war für mich eine Unterredung, die mir zufällig mit einem Finnen zuteil wurde, der ursprünglich ein wackerer Westfale ist, Gutsbesitzerssohn, konserva­tiv, dem Glauben nach vrotestantisch. Er sym­pathisiert nicht mit der Sowjetunion, sagte mir aber, er könnte aus unmittelbarster Beobachtung der Tatsachen beurteilen, daß es in Rußland nicht so aussähe, wie eine gewisse westliche Presse uns glauben machen wolle. Trotz allem sei das Volk nicht so glücklich, da es ja bekanntlich auch in der Zarenzeit nicht im Paradies gewesen sei. Der rus­sischen Kirche gegenüber würden manche harte Paragraphen der Gesetzgebung nicht durchgeführt, wenn man auch die römisch-katholischen Priester

Der Warphof

und das Sumpfmoor.

Roman von Alfred Manns, Bremen.

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„Weiß ich wohl, kenn ich, will ich auch wohl erzählen, wenn Detmar das recht ist. Detmar," rief er diesem zu, „hier wollen einige die Geschichte von Uwe Visser hören. Hast du was dagegen, wenn ich die erzähle?"

„Nein, Dnnen, erzähl nur."

„Das ist jetzt vierhundert Jahre her," begann Dlt- man'ns, „da hatten die Friesen gerade angefangen, einen Deich gegen die Tortum zu bauen. Sie machten's, wie sie's konnten. Heutzutage legt man Gleise, und dann kommen tausend Arbeiter und hundert Maschinen, und dann fahren sie eine Unmenge Sand auf von wer weiß woher. Aus alledem machen sie dann ein flaches Pro­fil, stützen es noch und mauern es aus, so daß sich da selbst die Sturmflut an zu Tode frißt. Ra, das gab's damals nicht. Alles Werk mußte mit den Armen und Fäusten geschafft werden. Die taugten wohl was, aber na, fo einen Deich bauen, wie wir jetzt haben, das sollten sie wohl lassen."

„Ja, hm — — Didde, gieß mir noch mal einen einfo--. Ja, was ich sagen wollte, das Ding

war so: Bis dahin hatten die Bauern in der Marsch sich, wie ihr wißt, die Häuser auf kleine Hügel gebaut, und wo keine waren, hatten sie sich mühsam Sandhaufen zu­rechtgekarrt. Außen packten sie Grasfoden auf wie bei Deichen. Lief dann die Tortum über, so kam sie selten nach oben. Aber eine schlimme Arbeit war's doch, denn das Vieh ging nicht überall bei Hause; bas mußte von den weiter wegliegenden Weiden auf die Geest ge­trieben werden. Das gelang nie ganz, immer versoffen eine Menge Kühe und Rinder. Und denn, die Weiden wurden auch nicht besser, weil die Tortum viel Sand führt. Ja, die Tortum hat manches geschluckt; sie sagte auch wohl bei Eisgang und auch sonst ganz Warpen ab Wir DItmanns wissen da ein Lied von zu fingen. In derselben Zeit, wo die Geschichte mit Uwe Visser passierte, da hat der Pastor von Torfleth in fein Kirchen»

Aeltestes Spezial-Geschäft

B. Trabert, Fulda 'lelepbUTC

Teilzahlung gestattet. *^MI

Kohle — em Haager Problem.

. Durch die deutschen Sachlieferungen auf Reparations- konto fühlt England die Jntereffen feines Kohlenberg, baus gefährdet. Snowden hat daher in feiner tempern- mentvollen Weife auf der Haager Konferenz die Eindäm­mung der deutschen Sachlieferungen gefordert.

mehr glauben. Darum bin ich auch hier für die Wahrheit. Es geht jetzt ein Film durch die Städte mit der Reklame „Revolution der modernen Iu- aend". Modern ist an der Geschichte nur, daß em paar Buben liederlicher tanzen usw., als nne das früher der Fall war, und daß sich einer aufhangt,

, weil er Mn bleibt. Zu unserer Zeit nahm man toredli* »erfolge -nd immer neue n«d> Strdmm d-rg-e'chen E f° SSM-WS-öP WMMs-- -Z

es steht Idee gegen -öbee. I &effe Reklame der innere Wert. Wen ich

Habt Geduld mit mir, meine Freunde, wenn aber dorthin wünschte, das wären die Faulen

es in der Plauderei nicht bloß geht um die Jnteres- im Christentum in Stadt und Land, damit sie

santheit des Daseins, mit denen die Menschheit un» von den Reklameleuten einmal lernten, wie man

terhalten wird, während man um ihr Schicksal wur» I für eine Idee wirbt. In dem Sinne ist Reklame feit. Europaflug, Zeppelinfahrt, Alpenrennen, das I wirklich eine hohe und eine heilige Sache.

sind mehr oder weniger wichtige oder reizende I DerMann imMonde.

Dinge. Aber man muß sich zwischendurch doch die .....--

Ӏ,n W Die polltit in Oesterreich.

S SÄ'Ä SS — >"— -- I. Schweig! übersetzt, die ursprünglich in ttahent» I geschrieben.

scher Sprache versaßt waren und das Problem des I Kürzlich hat sich der Bundeskanzler streeru- Bolschewismus zum Gegenstand haben. Volks- I witz mit dem tschechischen Außenminister Dr. Be- tümlich ist die kleine Schrift nicht, in der jetzt eben nesch in Pilsen zu einem kurzen Stelldichein zusam- diese Aufsätze gesammelt wurden. Aber sie stellt I mengefunden, bei dem auch der tschechische Ge- eine der gründlichsten Arbeiten dar, die über den Bolschewismus geschrieben worden sind. Dieser Schriftsteller macht es sich nicht leicht, wie so viele andere, die das Problem mit der Erzählung eini­ger Schauermärchen gelöst glauben. Er begnügte sich auch nicht damit, ein paar Reiseeindrücke wie- derzugeben, die oberflächlich bleiben müssen. Und darum eben, weil er die gesamte Gesetzgebung und die Entwicklung seit Jahrzehnten studiert hat, kommt er zu der Mahnung: „Möge die Kirche noch entschiedner nach gründlichem Studium die Fundamentalnormen Leos XIII. besonders hin­sichtlich einer scharfen und klaren Umschreibung des natürlichen Eigentumsrechtes und der sozialen Pflichten des Reichtums auf die veränderten mo­dernen Verhältnisse anwenden und der gequälten Gesellschaft dazu verhelfen, auf dem Wege der Wahrheit und der Gerechtigkeit das ersehnte Ziel ihres Wohlbefindens, des zeitlichen und nicht we­niger des ewigen zu erreichen." Bei aller Energie einzelner Kreise, bei all den vorzüglichen Reden, rote sie auch jüngst noch auf dem herrlichen Tag des KKV. in Magdeburg gehalten worden sind, muß man doch sagen, daß der Prozeß der allge­meinen Verweltlichung noch immer weiter um sich greift. Das hat zur Folge, daß die inneren Quel­len versiegen und daß die Kraft zum Opfer ab­nimmt. Und solch eine Welt treibt bann von selbst zu äußerlichen Lösungen, wie der Krieg eine ist, wo denn Krieg und Revolution so lange einander folgen werden, bis man spürt, daß das soziale Problem nur von der freien, sich für das Wohl der Menschen hinopfernden Persönlichkeit gelöst werden kann. Bitte, nimm das nicht zu allgemein, sondern tue heute einem Armen etwas Gutes.

Dann hast du mich recht verstanden.

Städtische Sparkasse gegr. 1825

früher Friedrichsmarkt — jetzt Bahnhofstraße Nr. 5 Ausgabe von Helmsparkassen.

। Langsam sog der Fluß das durchwühlte Erdreich von der Stelle ab, wo er durchwollte, Klumpen auf Klum­pen schmolz ins Wasser. Wenn erst ein armdicker Strahl durch den Deich konnte, gehörte in einer Viertelstunde der Tortum die ganze Marsch mit Mensch und Vieh.

Schon zeigte sich auf der Kuppe ein Riß. Der Sand schloß ihn, aber gleich kam er breiter wieder. Schließlich kam Uwe Visser doch an die Stelle, und was jetzt folgt, das hat der Deichwärter erzählt und der Pastor hat es aufgeschrieben:

Der Riß war nun mannsbreit, und in dem Augenblick, wo Uwe ihn sah, war er gerade so tief wie der Fluß, und dicke Wasserstrahlen stürzten schon hinüber. Da soll Uwe Visser, der sonst wenig sprach, wie ein Tier gebrüllt haben und gesagt: „Du! Du! Du willst mich zwingen, mich? Willst du meinen Ruf zuschanden machen, und daß die Leute mir vertrauten, du verfluchtes Wasser, du?"

Der Deichwärter hat sich gefürchtet bei den Worten, am liebsten wäre er weggelaufen, denn zu retten gab es ja nichts. Wie sollten die beiden mit ihren Spaten den Riß verschütten; das wenige, was sie hinunter­warfen, konnte nichts ausrichten. Blieben sie aber hier, fo mußten sie mit verderben, denn jeden Augenblick konnte sich der Riß hausbreit erweitern. Aber keine Warnung brachte Uwe von der Stelle. Da fetzte der Wärter sein Horn an die Lippen und blies hinein, um die Gefahr zu künden. Unheimlich drang der Ton durch den Sturm, aber er brach kurz ab. Uwe Viffer riß dem Mann das Horn van den Lippen: „Paß auf! Gleich schaufelst Du las und kümmerst Dich um nichts und schau­felst und stampfst, bis Du das Loch bis zur Kuppe dicht hast. Schwöre mir das, Mann!"

Sa furchtbar und drohend klang das, daß der Wäch­ter schwor. Kaum hatte er das getan, da schien es ihm, als ob Uwe noch größer wurde als er war. Nicht mehr voll Wut. sondern voll Hohn und Genugtuung rief er über das Waffer: „Du zwingst keinen Uwe Viffer, er zwingt dich!" Dann senkte er einen Augenblick den Kopf und sprach leise: „Gott sei mir gnädig," und sprang in den Riß hinunter, ihn mit feiner Körpermasse verstopfend, daß das Wasser nicht mehr fließen konnte.

Der Deichwärter, vor Entsetzen starr, wollte davon­laufen, da rief ihm aus der Tiefe eine halderstickte, doch immer noch gewaltige Stimme zu: „Schaufle, Mann, denke an Eid und Seligkeit!" Wie von Sinnen arbeitete l

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