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Mittwoch, 14. August 1929

SiSJSM mW Wtt.«. M. 4051.

7lr. 187

Zehn Jahre Völkerbund

fett fest.

In einem Beitrag zu dem von der Arbeitsge­meinschaft deutscher Verbände herausgegebenen Werk „Zehn Jahre Versailles" schreibt der frühere Reichskanzler Dr. Marx über „Die Rechtsgrund­lagen der Pariser Friedensverhandlungen und ihre Verletzung durch den Vertrag von Versailles em- leitend: „Wenn das deutsch« Volk auch heute noch.

Berlin beglaubigten Botschafter und Gesandten tm Besuchsbuch des Reichspräsidenten eingetragen.

Dem Reichspräsidenten sind ferner von den Teilnehmern an den Derfassungsfeiern tm 3n« und Auslande, insbesondere von Sportveremtgun- gen, die an diesem Tage ihre Wettkampfe aus- truqen, sowie von deutschen Auslandskolonten zahlreiche Begrüßungstelegramme SUgegangen; u a. gingen Telegramme em von den deutschen Kolonien in Tokio, Antwerpen, Bern, Lugano, Genf, Neapel, Palermo, Lissabon, Liverpool.

aus Latein-amerika.

Niederlage der Aufständischen in Venezuela, wtb. New Bort, 13. Aug. (Eig. Meldg.). Wie aus Caracas berichtet wird, unternahmen venezue­lanische Ausitändische den Versuch, sich der Stadt Cumana zu bemächtigen, erlitten jedoch eine schwere Niederlage. Wie die venezuelanische Re­gierung bekannt gibt, endete der Angriff mit dem Tod der beiden Führer der revolutionären Bewe­gung; ihre Truppen ergaben sich. General Emi­lio Fernandez, der Befehlshaber der Regierungs­truppen, ist während des Kampfes gefallen.

Peru und der Dölkerbund.

wtb. Neuyork, 13. August. (Eig. Meld.) Wie aus Lima gemeldet wird, hat die Regierung von Peru beschlossen, wieder vollen Anteil an den Arbeiten des Völkerbundes zu nehmen

Englands Schahkanzler Snowden hat es verstanden, von der Eröffnungssitzung der Haager Konferenz an den Verhandlungen eirw un­erhörte Spannung zu geben. Er geht rücksichtslos gegen die neuen Verteilungsquoten des Youwg- plans vor und fordert Rückkehr zu dem Schlussel von Spaa. Snowden hat damit als erster engli* scher Nachkriegsminister einen außerordentltch scharfen Vorstoß gegen Frankreich unternommen. (Nach einer englischen Karikatur aus dem Haag.)

Natürlich ärgert Snowden Frankreich nicht etwa aus dem Grunde, um Deutschland eine au Luiu... Das ist lediglich und aus- schließlich br i tis ch e P o litik. Ms denselben Grüichen, aus denen Snowden und Macdonald

beizutragen. *

wtb. Haag, 13. August. (Eig. Meld.) Der englische Handelsminister Graham empfing heute vormittag I eine Anzahl Pressevertreter, denen er Darlegungen über I den bekannten britischen Standpunkt in der Sachliefe- I rungsfrage machte. Dabei legte er besonderen Nachdruck I auf den Rückgang des englischen Kohlenexportes nach Italien und mehreren anderen Ländern, den er auf die | Konkurrenz der Reparationskohle zurückführte. Er er­kannte an, daß es für Deutschland schwierig sei, seinen 1 Reparationsverpflichtungen ohne Sachlieferung nachzu- I kommen. England sei bereit, in fairneß auf diese Not- I wendigkeit Deutschlands Rücksicht zu nehmen, doch er- I scheine ihm der Zeitraum von 10 Jahren, der für den I Ablauf des Sachlieferungssystems im Poungplan vor- I gesehen sei, zu lang. In Beantwortung von Fragen gab I Graham weiter zu erkennen, daß der von der deutschen I Delegation in dieser Frage eingenommene Standpunkt I auf englischer Seite durchaus als korrekt und verständig I empfunden werde.

I Das Problem derMeilslosenVersicherimg.

Die beiden Minister Severing und Wissest ha- I ben im Haag mit ihrem Kollegen Hilferding, dem 1 Manne der Reichsfinanzen, und Curtius, dem I Reichswirtschaftsminister, die Frage der Reform I der Arbeitslosenversicherung besprochen. Sie sind bereits am Montag abend wieder nach Berlin zu­rückgefahren. Wie die Blätter melden, ergab die

I Aussprache der im Haag weilenden Kabinettsnnt- I I glieder mit den Reichsministern Wissest und Se- I vering die einhellige Auffassung, daß weitere po- I sttische Konsequenzen aus der Arbeitslosenfrags zur I Zeit nicht entstehen dürfen. Der sozialpolitische I Ausschuß soll erst am 22. August zusammentreten.

Herr Wissest, der Nachfolger Brauns, steht tn I einer wenig beneidenswerten Lage. Er hat den freien Gewerkschaften schon gar sehr nachgegeben I und in ihrem Sinne das Sachverständigenpro- I gramm zur Reform der Arbeitslosenversicherung I — das gewiß auch keine ideale Lösung bringt I korrigiert. Und auf der anderen Seite findet sein Gesetzentwurf starken Widerstand nicht etwa nur I jm Lager der Arbeitgeber, die unter dem Zwange | ihrer Interessen naturgemäß schon die Sachver- I ständigenvorschläge ablehnten, sondern auch in I einem politischen Lager, von dem er glaubte, Un- I terstützung finden zu dürfen. Nicht einmal der I Ministerkollegen der eigenen Partei ist der Reichs- I arbeitsminister sicher. Es ist kein Geheimnis, daß I der Reichsfinanzminister Dr. Hilferding andere Auffassungen über die finanziellen Notwendigkei- I ten bei der Versicherungsreform vertreten hat. I Kein Wunder, daß man ganz offen von Rücktritts- I absichten Wissells hörte, jetzt aber mit einer Ver- I tagung dieser Krise zu rechnen ist. Die außen- I politische Lage läßt sie auch nicht angebracht er- I scheinen.

I Berlin, 13. Aug. (Eig. Meld.) Privatmeldung: I Wie wir von unterrichteter Seite hören, wird nach I der Rückkehr der Rrichsminister Wissell und Seve- I ring aus dem Haag aller Voraussicht nach ein I Meinungsaustausch der in Berlin anwesenden I Minister über die Frage der Arbeitslosenversiche- I rung stattfinden. Diesem Meinungsaustausch wer- I ben Besprechungen mit den Führern I der Ret'chstagsfraktionen folgen. In wet- I teren Kabinettsbesvrechunaen wird es wahrscheinlich I zu einem Beschluß des Kabinetts kommen, dem I sozialpolitischen Ausschuß des Reichs- I tages eine Vorlage über die Regelung der Ar- I beitslvsenversicherung zugehen zu lassen.

Die Erörterungen im Haag in der Montag-sitzung T her politischen Kommission, die sich um die Einsetzung der Sachverständigenausschusse für die I technischen Räumungsfragen, eventuell zweier oder dreier Unterausschüsse, drehten, brachten hinter den I Einzelerörterungen offenbar emen Mampf der Meinungen um viel wichtigere gründ,atz iche Fra­gen. Für die französische Seite handelt es sich j habet um die Hinausschiebung von Entscheidungen, um die noch kaum begonnene Debatt e der I finanziellen Kommission, also die An- I nähme und Sicherung des Poung-Planes zu- I nächst gewissermaßen räumlich heranzuholen. Tas steht mit dem deutschen Standpunkt in Bezug auf Räumung im Widerspruch, den Dr. Stresemann deshalb entschieden vertreten mußte. Ta man sich nicht ohne weiteres einigen konnte, wurde die von Henderson vorgeschlagene Aussprache in engerem Kreise allseitig als zweckmäßig empfunden. An der Aussprache nahmen von deutscher Seite die Reichsminister Dr. Stresemann und Dr. Wirth, seitens der Besatzungsmächte Henderson, Briand und Hymans teil. Die Sitzung ist auf Dienstagnachmittag 4 Uhr angesetzt. Das politische I Komitee wurde auf Mittwochnachmittag 4 Uhr ver­tagt. Dagegen wird das Juristenkomitee bereits Dienstagnachmittag 3 Uhr zusammentreten.

Stresemann hat dem französischen Außenmini­ster Briand ein Memorandum zur Saar- fraqe übergeben. Es sei außerordentlich knapp gehalten und beschränke sich im wesentlichen äußern Resumö der Besprechungen, die zwischen dem deutschen Botschafter in Paris, Herrn v. Hoesch, und dem Generalsekretär des ftanzosischen Außen­ministeriums, Philipp Berthelot, über die Modali­täten einer eventuellen Rückgabe des Saargebietes vor deni dafür im Friedensvertrag vorgesehenen Termin stattgefunden haben. Darüber hinaus seien in dem Memorandum Vorschläge für em Zoll- und wirtschaftspolitisches Uebergangs-Regnne ent­halten. Briand habe versprochen, das Dokument sorgfältig zu prüfen. *

Die Beratungen des politischen Ausschusses wer­ben am Dienstag von verschiedenen Pariser Blättern erörtert. Es ist bemerkenswert, daß der offiziöse Petit Parisien zugibt, daß Briand sich bemühe, den Rhythmus der Verhandlun­gen innerhalb dieses Ausschusses zu verlang­samen, da keine politische Entscheidung getroffen werden könne, solange die Finanzkommisslon nicht zu einem Ergebnis gekommen ser. Briand habe, so erklärt das Blatt, Stresemann an diese Tatsache erinnert. Dieser habe sie jedoch Nicht zugegeben. Echo des Paris stellt ebenfalls fest, daß Briand sich bemühe, den Gang der Verhand- lungen im politischen Ausschuß zu verlang­samen. Zwischen Briand und Stresemann, so will das Blatt erfahren haben, bestehe nicht nur kein Einverständnis über den Zeit­punkt für die Räumung, man fet sich auch über den Grundsatz der Verbtndun g nicht einig, die zwischen der Durchführung des Young- planes und dem Beginn der Räumung hergestellt werden müsse. Außerdem sei auch noch keine Ver­ständigung über das Mandat erzielt worden, daß der t e ch n i s ch - m i l i t ä ri s ch e n K o m m i ss i o n übertragen werden solle.

Das Zinanzproblem.

Derverlrag Preußens mit dem Vatikan ctet Ausiausch der Ratifikationsurkunden des Konkordats ist erfolgt.

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teils zu bringen bereit sei, das der Hauptfor­derung Englands entsprechen würde. Briand soll, ehe er sich zu diesem Schritt entschloß, die Zu- stimmung des Gesamtkabinetts eingeholt haben. Die französische Regierung soll zu diesem Opfer be­reit sein, um die Konferenz zu retten und um mit der Liquidierung des Krieges cm für alle Mal fertig zu werden.

wtb. London, 13. Aug. (Eig. Meld.) Der diplo­matische Korrespondent des Daily Telegraph er­fährt: Der Gouverneur der Bank von England Montage Norman hat am Mon­tag Macdonald mitgeteilt, daß das Ergebnis fernes eben beendeten Besuchs in Amerika und einer Besprechungen mit dem Leiter der Bundesreserve­bank sei, daß die Bank von England m der Lage sein werde, jeden Versuch des Auslandes, die Goldreserve der Bank erheblich in Anspruch zu nehmen und dadurch einen politischen Druck auf England auszuüben, Einhalt zu tun. Der Korres­pondent fügt hinzu, die französische Delegation gibt Deutschland die Veranlassung, England eine besondere Barzahlung zu lei- sten bei gleichzeitiger Verminderung der Sachlieferungen. Dafür werde Briandwohl politische Zugeständnisse wegen des Rheinlandes oder noch wahrscheinlicher wegen der Saar anbieten.

„ch Berlin, 13. August. (Eig. Meld.) Wie tut Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, sind Lute im preußischen Staatsministerium die Rati- ukalionsurkunden zu dem vertrag Preußens mit dem Heiligen Stuhl zwischen dem Apostolischen Nuntius Dr. Pacelli und dem preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun ausgetauscht worden. An dem Austausch nahmen alle preußi­schen Minister, Staatssekretär Dr. Lammers, die Ministerialdirektoren Dr. Nobis, Trendelenburg und Dr. Schnitzler, der Ministerialrat Dr. Meyer und der Unioerfitätsprosessor Dr. Heyer-Bonn teil.

Zum Verfassungslag

sind dem Reichspräsidenten telegraphische Glück­wünsche seitens des Königs von Aegypten, des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, des Präsidenten von Bolivien, des Präfwenten der Republik Kuba sowie vom Schah von Persien zin aeaanqen. Der Präsident der Republik Oesterreich L durch den österreichischen Geschäftsträger in Berlin seine besonderen Glückwünsche übermitteln lassen. Ferner hat sich eine große Anzahl der in

Snowdens Widerstand m der Fmanzkommlsston dauert fort. Wie Havas aus Brussel meldet, will der Sonderberichterstatter des Sow im Haag, aller­dings unter allem Vorbehalt erfahren haben, daß trüb und*England^imGange seien, und daß i Freude zu bereiten. BÄd ?m Namen Frankreichs ein Opfer hin- scküießlich britisch jichtlich des ungeschützten Jnnuttaten» I ---------

Zur Jubiläumstagung im September.

In diesen Monaten jähren sich eine Fülle von Ereignissen, wie sie markanter in der Gerichte nicht vorgekommen sind. Fünf Monate nach Ab schluß des Weltkrieges wurde Deutschland das jol- qenschwerste aller Friedensdiktate auferlegt. Da- zwischen liegt die unglücklichste Schicksalsphase un­seres Volkes. Mit dem militärischen Zusammen­bruch sank das Kaiserreich. An ferne ©teile trat die Republik, deren zehniahriges Bestehen von der Mehrheit unseres Voltes soeben sestlich begangen <D Zehn Jahre Versailles — Zehn Jahre Völker­bund. Sie hatten eine gemeinsame Geburtsstunde. Der Völkerbundvertrag steht an der Spitze des Versailler Vertrages. An ihrer Wiege standen die Führer der alliierten Armeen. Das war der der pruch, der die willkürliche Ausnutzung des Sieges mit einem Werk des Friedens verquicken ließ. Ein Widerspruch umsomehr, als sich öie amerikanische Nation, deren damaliger Präsident der eigentliche Vater dieser Völkergemeinschaft ist, bis heute dem Bunde ferngehalten hat.

Die meisten unserer Volksgenossen haben im­mer noch nicht begriffen, was Versailles und Völ­kerbund für uns bedeuten. Wir unterscheiden beide grundsätzlich voneinander. Wir be)ahen den Völkerbund, weil wir in ihm in erster Lime eme Völkergemeinschaft erblicken, die ernsthaft die Si­cherung des Weltfriedens erstrebt. Wrr suchen die- sen Frieden; nicht nur weil wir ihn brauchen, sondern weil die große Mchrhest unseres Volkes und namentlich die junge Generation den Krieg als einen politischen Faktor ablehnt.

Seit nunmehr drei Jahren gehört Deutschland dem Völkerbund an. Mit dem Geiste dieser Vol- keraemeinschaft ist es aber nicht S" vereinbaren, daß die bestehenden Verträge die Gleichberechtl- qunq und Gleichbehandlung dauernd noch mißach­ten. Diese Verletzung des Gleichberechtigungs- Prinzips hat notwendigerweise zur Folge, daß die großen internationalen Reformplane, rote Kriegs- Verhütung und Kriegsverhinderung, Abrüstung, Mandatsqedanke, Minderheitenschutz, Selbs.be­stimmungsrecht, Weltwirtschaft usw. bis letzt noch nicht zu internationalen Rechtsätzen ausgestaltet

I n)er®enn°roir den umfangreichen Bericht über das zehnte Tätigkeitsjahr" des Völkerbundes zur Hand nehmen, so sehen wir mit erftaunen, mit wie wenig Sorgfalt die angedeuteten Fragen bann behandelt sind. Der Abrustungsfrage sind zwar 20 Seiten - Folio eng gedruckt " gewid­met. Diese lange Abhandlung ist aber Nichts an« deres, als eine gedrängte Wiedergabe der S>,.

I zungsprotokolle der 6. Tagung der vorbereitend en Abrustungskommission, die im April und Mai die

I sxs Jahres in Genf tagte. Man kennt das völlige Versagen dieser Kommission. Heber die Geschichte der deutschen und kanadischen Anträge aufder Märztagung des Rates, die grundsätzliche Frage j des Minderheitenschutzes betreffend, geht der Be richt mit einer seltenen Oberflächlichkeit hinweg. Knapp eine Seite füllt die Darstellung der Vor- qänge am Ratstisch. Dagegen werden die zwar tm

I einzelnen wichtigen, aber neben der Prinztpien- I frage unbedeutenden Petitionen deutscher und pol­nischer Minderheitenangehdriger auf neun Setten

I behandelt. Die große Rede Stresemanns un Marz wird lediglich als Tatsache erwähnt: ,,Der Dertre- ter Deutschlands legte seine Ansicht über die Prin- zipien des Minderheitenschutzes dar. Die emzel- neu Petitionen indessen werden teilweise im Wort- laut wiedergegeben. Der Verfasser mag selbst ge-

I spürt haben, daß hier ein fühlbarer Widerspruch zwischen Bedeutung und zugemessenem Raum be- steht Deshalb sagt er im Vorwort gleichsam ent- schuldigend, daß die Vorgänge während der Juni- sitzunq des Rats in Madrid und der Tagung des Minderheitenkomitees in einem erst spater fertig werdenden Nachtrag zu diesem Bericht behandelt würden. Der Abschnitt über die Verwaltung des Saargebietes begnügt sich damit, einiges aus den regelmäßigen Vierteljahrsbenchten der Regie- rungskommission über die wirtschaftliche, finan­zielle und politische Sage des Gebietes zu wieder­holen. Wenn auch der Bericht tn allgemeinen Ausdrücken von einer befriedigenden Entwicklung des Arbeitsmarktes spricht, reden doch die nackten Zahlen, die dann später gegeben werden, eme et­was andere Sprache. Im März 1929 gab eg tm Saargebiet fast 14 000 Arbeitslose, wozu selbst der Berichterstatter bemerkt, daß diese Zahl „bisher "'^Nklst nur hier, auch überall sonst, wo man den Bericht anfaßt, sei es bei der Würdigung der Mandatskommission, wo er einfach nur die Fragen aufzählt, mit denen sich diese Kommission befaß hat, notgedrungen aber zugeben muß, daß sie fast alle Gesuche abschlägig beschieden hat, - se. es bei den politischen Fragen des polnifch-l.tauischem wie des bolivianisch-uruguayischen Konflikts (ou wenn auch formal gedämpft, natürlich westerbe- ktehen), ober fei es bei den technischen Fragen bet Hygiene- und Wirtschaftsorganistionen, .immer stoßen wir auf den Versuch, die Schwierigkeiten und Probleme möglichst zu unterdrücken und ledig­lich das „Erreichte", das sich bei näherem Zu- sehen als gar nicht fo bedeutungsvoll herausstellt, hervorzuheben. Wir stellen das nicht ohne Bitter-

Erfcheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: »Die West im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Der ag der Fuldaer Ä'ctiendruckerei in Fulda.. Fernrufe: Schrift- :: lestunq 1152, Fuldaer Acttendruckerei 1150 und 1151. -

Der ttellogg-pakt.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat dem Dölkerbundssekretariat eine Abschrift des Kellogg-Paktes zugestellt. Wie verlautet, wird Frankreich während der nächsten Völkerbundsver­sammlung die Eintragung des Kriegsachtungs- paktes in die Völkerbundsarchive und seine Ver­öffentlichung beantragen, so daß dann der am 27 August vorigen Jahres in Pans unterzeich­nete Vertrag über den Verzicht auf den Krieg als Instrument der nationalen Politik im Sinne des Art. 18 des Völkerbundspaktes international rechtsverbindlich werden wird.

Wand und Stresemann im Gegensatz.

DL§ Diskussion der Räumungssrage. — Die AmanzkommWon ist nach Frankreichs Anficht zu weit hinter der politischen komm.sfion zuruck. _ briand soll bremsen. — Die Bank von England ist gegen politischen Druck gerüstet.

mit den Franzosen derart dreist und unbekümmert , umgehen, wollen sie uns Deutschen im Ernstfall eines deutschen Widerstandes gegen Reparations­zahlungen die Märkte sperren, wollen sie unsere Ausfuhr eindämmen durch Auflegung der Aus­fuhrabgabe. Was das für unsere deutsche Wirt­schaft bedeutet, für die Unternehmer wie für deren Arbeiter und Angestellte, wird wohl nicht naher ausgeführt zu werden brauchen. Nur die Helden Hugenberg und Hitler gehen über solche Probleme zur Tagesordnung über.

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wtb. Haag, 13. August. (Eig. Meld.) Der sitzungsfreie Vormittag des Dienstag diente in Privatbefprechungen zur Ausgleichung der be­stehenden Differenzen. Besonders scheinen sich die belgische und japanische Delegation eifrig um eine Vermittlung zu bemühen. Von englischer I Seite wird mit Nachdruck betont, daß die franzö­sisch« Unterstellung, England wolle den Youngplan überhaupt zu Fall bringen, durchaus unrichtig sei. Vielmehr sei Snowden durchaus bereit, bei einem Eingehen auf seinen grundsätzlichen Standpunkt zum Zustandekommen des Werkes nach Kräften

Anieiaer für die Stabt Julba unb ben Lanbkreis Aulba. Amtliches Kreisblatt. --- 56.Zahrg 0,20 XX. Reklamezeile: lokal0,60.0, auswärts0,80 X*.

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