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Oppiner für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Anzeiger für oie ^iuv> j--——------- >.»

i^m Bild" und^Buch-MStter«. Rotationsdrucki und Verlag Dienstag, 6. August 1929. I Bei WK^erhcNungen Ra^att. Postschecks Franks, a. M. 4051

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Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheck!. Franks-

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$ie Seulschen im Haag eingettofieti

Photographen eine große Menschenmenge ange- sanrmelt, die den deutschen ReichsaußenmiNlster, als er zusammen mit dem deutschen Gesandten nn Auto Platz nahm, lebhaft begrüßt, wofür Dr. Stresemann durch mehrmalige Abnahme des Hu tes freundlich dankte. Die gesamte deutsche Dele- gation fuhr vom Bahnhof sofort in Automobilen nach Scheveningen weiter, wo sie im Orange-yo

letzt worden seren. t n

In den Abendstunden zwischen 8 und 9 Uhr aab Wolf Eitler den Befehl aus. daß sämtliche Nationalsozialist en in ihre Qua rtrere zurückzukehren haben. Nichtbefolgen des Befehls habe den Ausschluß aus der Partei zur Folge. Außerdem solle jede Provokation von der Gegenseite unbeachtet bleiben. Der Befehl wurde mit Autos überbracht und an bestimmten Punkten laut verlesen. In kleinen und großen Trupps zogen die Nationalsozialisten darauf rn chre Quar- fiere. Um 8.80 Uhr abends war die Ruhe m der Swift wiederhergestellt.

Unter den Ehrengästen der nationalsozialistischen Tagung befanden sich Prinzen und Herzoge und sogar auch Prinzessin Hermine die Gemahlm des ehemaligen Kaisers. So berichtet der „Tag (Nr.

„Vernichte KataslrophenpolMk".

nie volitik" der Nationalsozialisten. - Blutige Zusammenstöße in Nürnberg

Der nationalsozialistische Führer in Schleswig- Holstein, Bode Uhse sprach Ende Juli 'N einer Versammlung in Husum in Holstein. Cin -jung- ieutid)er zwang den Redner zu einer Aussprache, iie nach dem Bericht im jungdeutschen Organ sol­lenden Standpunkt des Nationalsozialisten zu Lage förderte:

„Wenn der Young-Plan durch Volksentscheid abge- ehn't wird und dadurch der Dawes-Plan in Kraft bleibt, o wird der Dawes-Plan die innerpolitischen unb au= ienpolitischen Gegensätze um so eher zum Austrng Irinaen. Lieber die Katastrophe als ein Fortleben un- er solchen Verhältnissen, Wir treiben bewußte katastrophenpolitik, die der Jungdeutsche Or- >en wahrscheinlich ablehnt."

.Leider haben wir noch nicht so terrorisieren können, nie wir wohl möchten. Unser Ziel ist, alles kaputt- >uh au en, was heute ist." . , ,

Nicht mit Verstand wird Deutschland befreit Zwischenruf: Also ohne Verstand?), sondern mit der saust!"

Solche Weisheit wird in manchen Kreisen noch »-wundert.

Die Vorfälle in Nürnberg.

tel abstieg. *

wtb. London, 5. August. (Gig. Meld.) Dor der Abreise aus London erklärte Sno wd en in einer Unterredung mit einem Vertreter des Daily Ex­preß, daß er seine Pläne bereits fertig gestellt habe. Er sagte: Wir gehen nach dem Haag, um dieses Ganze durch ein anderes zu ordnen. Ich glaube, daß es uns gelingen wird. Jedenfalls^wer- den wir unser Möglichstes tun. Wir trafen dieses Durcheinander an, als wir an die Regierung ka­men. Aber wir wollen ihm nicht mehr gegenüber- treten müssen. Snowden bemerkte weiter: Wir werden vielleicht wochenlang wegbleiben mus- sen. Wir sind jedoch bezüglich der Ergebnisse der Konferenz der Nationen voller Hoffnung und Zu­versicht. _________ ,

sozialisten, die es bisher innehatten, fallen, sondern an einen Fachminister, Damit waren alst' drei Ministerien aus den Händen der Parteien heraus genommen und — wenn man will vor einer einseitigen Verwaltung geschützt.

Nun haben aber die übrigen bürgerlichen Par­teien, die Deutschnationalen, Deutsche Dolkspartei und Wirtschaftspartei ihre Ministersatze sämtlich behalten, ja der volksparteiliche Ministerpräsident hat neben seinem Präsidentenposten auch noch das Volksbildungsministerium inne. Das bedeutet, vatz man die drei kleinen Parteien einfach teer ausge­hen ließ und die drei großen um so mehr bedaww. (Die Nationalsozialisten haben freiwillig verzich­tet.) Hier liegt der große Fehler des jetzigen Ka­binetts. Es war zwar notwendig, den Anmahnn- qen der kleinen Parteien entgegen;utret-n und vor allem der winzigen demokratischen Partei das wichtige Innenministerium zu nehmen, ja man konnte sogar rrihig ohne Demokraten regieren, aber zugleich die Aufwertler und Altsozialisten zuruck- stoßen, war so unklug wie möglich. Man kann nicht ohne ihre feste Bindung an das Kabinett regie­ren. Und wenn schon der Gedanke, die eine Hälfte des Kabinetts aus Fachministern und die andere aus Parteianhängern zusammenzusetzen, hochft peinlich wirkt, so wird die Sache um so schlimmer als die beiden Fachminister zwar äußerlich keine Parteimänner sind, im übrigen aber durchaus d e n Parteien nahestehenden, die bereits je einen Mim-

dem Gummiknüppel auseinander, wobei es blutige Köpfe gab. Außer an den Sammelstellen der Nationalsozialisten sieht man nur wemg Hitler- leute unterwegs. Am Hauptbahnhof, von wo aus der größte Teil der Besucher bereits abends die Rückreise angetreten hatte, herrscht reges Treiben. Schutzpolizisten mit Karabinern sind m großer Zahl , verteilt, um den Verkehr in normalen Bahnen zu halten. Auch in den Hauptstraßen und am Ring ging es sehr lebhaft zu.. Um 9.30 abends wardie Ruhe in der Stadt wieder hergestellt. ^Genicht- weise verlautet, daß es in den spaten Abendstun­den nochmals zu Zusammenstößen gekommen ist.

Wie zu den gemeldeten Ausschreitungm weiter bekannt wird, wurde das Kommumstenlokal „Zum Engel" am Grünen Markt von einer großen An­zahl Nationalsozialisten gestürmt unb be. fchädi gt. Ein in der Nähe stehender Schutz­mann gab einen Schutz in die Lust ab. Aus dem Getümmel löste sich eine Zivilperson los, die von den Nationalsoziallsten verfolgt und zu Boden ge­schlagen wurde, so dah sie bewußtlos liegen blieb. Das Ueberfallkommando und 50 berittene Poli­zisten sperrten den Hauptmarkt ab. Die Abfverrung des Hauptmarktes wurde bis gegen 7,30 Uhr abends aufrechterhalten. Infolge der an den ver­schiedenen Stellen der Stadt vorgekommenen Zu- sammenstötze >ar der ganze Wagenpark und das gesamte Personal des Sanitätsdienstes unterwegs, um die Verletzten weiter zu transportieren. Wei- ter verlautet, datz etwa 10 bis 12 Personen »er­

ster im Kabinett haben.

Der Ministerpräsident mußte also, wenn er ein­mal den Weg der Fachministerien gtng, alle Mi­nisterien mit Fachleuten besetzen. Er hatte stch bann aber zugleich ein weiteres großes Verdienst

Sachsens neue Regierung.

Dresden, im August 1929. |

Seitdem die Landtagsferien vor kurzem begon- ten Haden und der Wiederbeginn der Arbeit sehr veit hinausgeschoben ist, wird der Anschein er- veckt, als stände in Sachsen alles in bester Ord- mng. Man könnte glauben, der neue Landtag ,abe endlich Ruhe und Frieden in der politischen Atmosphäre gestiftet. Und doch beweist die tat- ächlicke Lage genau das Gegenteil. Die erhoffte Festigung der Verhältnisse, nach den Wahlen ist »urchaus nicht gekommen, die Parteien, die die bis- ,engen Träger der Regierung waren und auch etzt wieder dafür in Frage kommen, stehen sich kindlicher gegenüber als vorher.

L Als die Nationalsozialisten ihre Forderung aus- lefprochen hatten, daß die bürgerlichen Par­tien die Regierung bilden sollten und dann der Unterstützung der Nationalsozialisten germß sem würden, kam schließlich ein bürgerliches Minder- jeitsfabinett zustande. Der zum Mmisterprasidew •en gewählte Volksparteiler und bisherige Dolks- nldungsmi nister Dr. Dünger bildete es Er ver- ließ die alte Taktik und besetzte zwei der wichtig­sten und umstrittensten Ministerien, das Innen- und Justizministerium nicht mehr nut Partei-son­dern mit Fachleuten. Dadurch glaubte er allen ge­recht zu werden und die Steine des Anstoßes aus Mafien. Das Innenministerium hatten nämlich die radikalen Deniokraten gehabt und das Justizministerium die scheinbar nicht ler stungsfähigen Aufwertler. Ern drittes Ministerium, das Arbeitsministerium blieb oorlauftg unbesetzt. Aber es soll gleichfalls nicht wieder an die W

fchloffen haben, auch diesem neuen Eingrfff stand halten ^u tönnen. Bei solchen kulturpolitischen Ab- SmuangÄen „atü,”» dl- un6

Nationalsozialisten gern "" lmks.

Man trägt sich auf der nlcht-fozialisti^>en weile andererfeits mit dem Gedanken nun auch die zwei, bekannten sächsischen Staatsfeiertage, deni 1. Mar lind 9 November fo fchnell wie möglich abzuschaf ftn Eine M? he t dafür wäre wohl zu erreichen

wünscht, daß der radikale sozlaststlfche Einfluß s

- sä ">

Ser s?n als die Abschaffung der beiden Feier- taae Diese Tage spielen in Sachsen nun einmal fi* vorläufig noch das ganze sozialist sche Denken. Die Regierung, die sie all zu ostentativ und übet- ftürxt aus der Welt schafft, erregt um so.arger den ^Widerstand. Was 10 Jahre lang der Inbegriff des Denkens war, kann man nicht von heute auf morgen andern. Dazu fehlen in Sachsen noch die ^De^neugewählte Landtag scheint keine Vorteile ... dringen Keine Partei fühlt sich auch eigentlich Lhl "n d-r ietnen Mm°lph-r-. Au--m°mm°n vielleicht die Nationalsozialisten, die so plötzlich zur Bedeutung gelangten undzwisch^nlmks »"d rechts stehend die Dinge entscheiden können. Alleroings sind durch den 'Wahlausfall die National-Sozia i- sten zum ersten Mal vor die Notwendigkeit gestellt w°rd« Ä im gewissen Sinne fUr eine am Staate zu entscheiden. S,e haben es insofern getan, als sie eine bürgerliche Regierung überhaupt

heißen, daß die sächsischen Nationalsozialisten schon

Die Gesamtfahrtdauer des „Graf Zeppelin beträgt 84 Stunden 1 Minute. D-e Marmebehor- den haben ausgerechnet, daß das Lchts-Hiff insgesamt 5 3 31 Meilen mit einer mittleren G e s chw l n d i g leit von 80 Sim. die Stunde zurucklegte.

Glückwunsch des Reichspräsidenten.

wtb. Berlin, 5. Aug. (Eig. Meld.) Der Herr Reichs- Präsident hat an Dr. Eckener folgendes Telegramm ge- sandi: , , .,

„Meine herzlichsten Glückwünsche zum erfolgreichen zweiten Amerikaflug des Luftschiffes „Graf Zeppelin. Ich wünsche auch weiterhin guten Erfolg. Mit freund- licken Grüßen m „

; von Hindenburg, Reichspräsident.

Der bfinbe Passagier in hast genommen.

wtb. Lakehurst, 5. Aug. (Eig. Meld.) Der blinde Passagier des Graf Zeppelin wurde gleich nach der Lan- düng durch Einwanderungsbeamte einem Verhör unter- zogen und dann sofort nach Gloucester (New stersew) gebracht, wo er in Haft behalten wird, bis der nächste Dampfer nach Europa zurückkehrt. Dr. Eckener und seine Offiziere lehnen es ab, seinen Namen bekannt zu geben damit der Eindringling keine ungebührliche Publizität erhalte. Die Passagiere erklärten jedoch, es handele sich um einen Albert Buhskow aus Dortmund.

Die Zeppelin-Passagiere über ihre Amerika-Fahrt.

wtb. Lakehurst, 5. August. (Eig. Meldg.) Sämt- liche Zeppelinpassagiere äußerten ihre große Be- friedigung über den Atlantik-Flug, der voll herr­licher, unvergleichlicher Eindrücke gewesen fei unb weder Unbequemlichkeiten noch Befürchtungen ver­ursacht habe. Don vielen Passagieren wurde her- vorgehoben, daß der Atlantikflug ein reiner Genuß gewesen sei und daß man nicht unter See­krankheit zu leiden gehabt habe. Das Luft­schiff sei ruhig dahingeglitten, wahrend unten die Schiffe auf den Wellen tanzten. Herr und Frau Gregroy Burowitsch, die ihre Zeppelmfahrtmach- ten, sprachen begeistert von der genußreichen Fahrt. Wilkins äußerte sich in gleichem Sinne. Oberst Nilson Morris bemerkte, er habe niemals ans einem Dampfer eine so glatte Seereise erlebt wie im Zeppelinluftschiff. Crouse erklärte, sie ziehe eine Fahrt mit dem Zeppelinluftsch lff beiweitem einem Flug mit etnemI ug- zeng vor. Dr. Walter Stief vom Retchsverkehrs- ministerium meinte, bis (Sißraltar_jet bte durch das Wetter etwas beeinträchtigt worden. Später jedoch sei sie außerordentlicher Gmutz ge­wesen. Die gute Organisation der Wettermfor- mationen habe zu dem glanzenden Erfolg der At. lcmtikfahrt beigetragen.

Zahlreiche Plahgesuche für den wellslug de» „Graf Zeppelin".

Wie das Newyorker Büro der Hamburg-Amerika- Linie bekannt gibt, sind zahlreiche Platzgesuche für den Weltrundflug des „Graf Zeppelin emgegangen davon viele von Frauen. Das Büro kann tedoch nur drei Plätze zuteilen, von denen zwei bereits vergeben sind, und zwar an Joachim Richard der den gegenwärtigen Amerikaflug als Paffagier mitmadjt und an Morris Shunofsky, den Inhaber einer Großbäckerei in New Rochelle. Die Teilnahme an dem Weltrundflug kostet 9000 Dollar für iede Person.

erwerben können, durch die Einschränkung der Zahl der Ministerien. Die Tatsache, daß wstr sieben Ministerien mit großen Derwaltungsappara- ten in Sachsen haben, wächst sich allmählich zu einem öffenttichen Skandal aus. Keme Gelegen­heit zur Zusammenlegung und Sparsamkeit wäre günstiger gewesen. Man hätte dabei die tlemen Parteien, die auf alle Fälle leer ausgehen sollten, nicht so abgestoßen und die Gesamtsttuatlon wett erträglicher gemacht. Nach der letzigen Verteilung der Ministersitze aber treten die Schwierigkeiten schon ganz offen zu Tage. Abgesehen von den Demokraten, die sich als ausgeschlossen von der Regierungsgemeinschast.betrachten, um dieses aber weiter nicht bedauerlich ist, haben auch die Altsozia. listen schon in der kurzen Arbeitszeit des neuen Landtags ihre veränderte Stellung ziemlich deut­lich durch Opposition zum Ausdruck gebracht. Und

i die gleiche Widerspenstigkeit zeigen die

Sollte auch das Arbeitsministerium noch, ww es von einflußrecher Seite geplant tötrb, Mit einem Mann besetzt werden, der der Deutschen Dolkspar­tei nahe steht, so würde sich die Situation weiter \ ^^M?dftch'ristliche Bevölkerung Sachsens hat her "neue Landtag bereits eine Ueberrafdjung ge­bucht Inder kurzen Zeit, in der er existiert und in der sehr dringende wirtschaftliche und finanz­politische Probleme auf ihn warten, hat er auch | fthon Zeit gefunden, Kulturpolitik zu betreiben und | türs erste den Religionsunterricht für bte ersten I zwei Unterrichtsjahre in den Volksschulen ab zu- L fAaf f en Wenn man sich erinnert, daß im ver | gangenen Jahr durch den neuen Landeslehrplan I ganz allgemein verbindlich der Religionsunterricht I „uf nicht mehr als zwei Wochenstunden festgesetzt I Wurde, in denen nicht einmal mehr ^atechismus- I unterricht, sondern nur biblischer Geschichtsunter- I richt gegeben werden kann, so begreift man, ba6 I diese neue Kürzung in den ersten zwei Schmoren I eine nicht geringe Beunruhigung unter der christ- I tieften Elternschaft hervorruft. Die wenigen t a t b o» kijchen Schulen hoffen auf Grund ihrer priva-

I ten Verträge, die sie 1918 mit dem Staat abg

-nie deutsche Delegation ist Sonntag abend um 5 nbr in der bereits bekannten Zufammenset-

23Ber her Führung der Reichsminister Dr. -Niemann, Dr. Wirth, Dr. Curtius und Dr. Hil-

' . Sonderzug nach dem Haag abge - Ä? Zum Abschied hatten sich der Geschäftsträ- rV her Königlich-holländischen Gesandtschaft, Tor- ?eL fomie öie leitenden Beamten der beteiligten Mnisterien auf dem Bahnhof eingefunden.

wtb. Haag, 5. August. (Eig. MeD.) Die deut­le Delegation für die Haager Konferenz mtt den ^ktominiftem Dr. Stresemann, Dr. Curtius Dr. ®irtb, und Dr. Hilferding an -der Spitze traf heute Zmittag im Sonderzug um 11,15 Uhr m Haag •in Zur Begrüßung hatten am Bahnhof u. , einaefunben niederländische A-benmimtte^ »Claris van Blockland und sek Kablnettschef

Reen, ferner die Gattin des deuffchen Gefand- im Haag, Frau Gräfin von Zech sowie Ge- ^ndtschaftsrat Dr. Rüdiger und Gesandschastsfe- •retär Dr. Gregor. Der deuffche Gesandte Gra, ,vn Zech-Burkersrode war der deutschen Delega- ■ion bis Utrecht entgegengefahren. Vor dem Bahn- ws hatten sich neben zahlreichen Journalisten und

Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist nach gfftun- diger Fahrt am Sonntag abend um 9.25 amerika­nische Zeit (2.52 Uhr nachts deutsche Zeit) tm Lust Hafen von Lakehurst glücklich gelandet.

*

Obwohl diesmal die Landung des Graf Zeppe- Tin nicht, wie im Oktober im letzten Schimmer des Tageslichtes, sondern bei völliger Dunkekhrtt erfolgte, ging sie trotzdem erstaunlich glatt und rafd)9 vonstatten. Während riesige Scheinwerfer die Landungsfläche bestrahlten, e-Aien das Luft- schiff plötzlich aus der Richtung New York,, flog quer Über die Halle und verschwand dami nach einer großen Schleife im Dunkel der Nacht. Nach etwa einer Viertelstunde kehrte das Luftschiff zu- rück und warf sofort das erste Haltetau ab, das von der Landungsmannschaft "saßt wurde. D" Zeppe­lin wurde dann an den kleinen Ankermast gezogen und festgemacht. Zur Begrüßung waren an­wesend Konsul Heuser fflr die deuffche Botschaft , und für das New Yorker Eenerallonsulat, der ‘ Kommandant des Flugplatzes Lakthurst, der Kom­mandant der Marinestation Ph'ladelvhia, ferner | mehrere Fliegerinnen, unter ihnen Thea Rasche.

Nach einer Meldung des New York World aus Washington werden die für das Luftschiff be­nötigten Landungsmau n s ch a st« » und das Material von den Vereirngten Staaten nicht kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern von der Zeppelmgesellschast bezahlt.

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I Tine Luftschiff nahm wegen starkem Gegenwind feinen Kurs nicht! wie vorgesehen über Wafhington-Balti-

I more—Philadelphia, sondern flog direkt nach La I kehurst, wo es um 5.30 Uhr amerikanische Zeit (12-30 | Uhr nachts deutsche Zeit), von zahlreichen zu seiner- Be- | qrüßung aufgestiegenen Flugzeugen umkreist. erschien. | Di?Silberhülle des Zeppelins bot an dem Abendhim- I mel wie eine Silhouette erscheinend, einen prächtigen I 2(nblict Dr. Eckener funkte dem Stationskommandeur. I ba5 Luftschiff fliege zunächst nach Newyork und «äre m 20.30 UDr (1.30 MEZ.) zuruck Das Luft.

I schiff steuerte dann nordwärts und entschwand in kurzer I it in den Wolken. Die zahlreichen Zuschauer Melten I dem Schiff zu, bis es außer Sicht war, und räumten I hann den Flugplatz. Um 20 Uhr abends (1.00 Uhr I MEZ.) erschien „Graf Zeppelin"über der Buch tvon I Newyork und um 20.20 Uhr über der Stadt New I 9°rt‘ Begeisterte Begrüßung in Newyork.

I Als Graf Zeppelin" über Newyork erschien, eilten I Tausende von dem Surren der Motoren angelockt, auf Ne Straßen und Dächer der Häuser und bewunderten I das majestätisch dahingleitende Luftschiff. Besonders am I Times Square", wo Sonntag abends reges Leben I herrscht, blieben die in die Theater und Kinos hasten- | den Menschen stehen, um die Fahrt des durch die eikud) I teten Kabinen erhellten Zeppelins zu beobachten, der eine I Schleife nach Lakehurst zu beschrieb.

LTr gulbaMÄXei fn Fulda.. Fernruf-: Schrift .. leitung 1152, Fuldaer Actlendruckerei 1150 unb_115L_.

Als das Lusschiff den Hafen überflog, wurde es von einem wilden Chorus von S ch i f f s s t e ne nbegruht worauf Lichtsignale aus der Hinteren Gondel den Dank zurückblinkten. Die Offiziere und Mannschaften der tm Hafen liegenden deutschen Schiffe waren begeistert, bte Schiffe prangten in vollem Flaggenschnutck. Auf dem Times Square" drehten zahlreiche Ftlmphotographen 'ihre Kurbeln. Ein Flugzeug flog dem „Graf Zepp-' (in" als Führer voran. Hinter her flog eine Eskmcke aus mehreren Flugzeugen. Die aanze Luftparade wurde von verschiedenen Stellen aus durch Scheinwerfer ma­gisch beleuchtet.

Glücklich in Lakehurst gelandet.

Die zweite Llmerikafahrt des Graf Zeppelin. — 94 Stunden Fahrt. - Mittlere Geschwindigkeit von 80 Kilometer.

Um 21.28 Uhr (2 28 MEZ.) wurde das Luftschiff aufs Neu« in Lakehurst gesichtet. Um 21.30 Uhr (2.30 Uhr MEZ.) kreiste das Luftschiff über dem Flugplatz von Lakehurst, um die Landung vorzunehmen.

In Nürnberg hatten die Nationalsozialisten ihren Parteitag. Schon am Samstag wurde von einem zwischenfall berichtet, der den Tod einer Frau iu Folge hatte. Auch im Laufe des Sonntags­nittags kam es im Zusammenhang mit dem Reichs- tarteitag an den verschiedensten Stellen Nürn­bergs zu zum Teil fchweren 3ufammeiv tößen, wobei oft von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wurde, fo am Cafe Merk, dem Treff- juntt der Kommunisten und vor dem Gasthaus lutn Wilden Mann, das beschädigt wurde. Auch iuf dem Hauptmarkt kam es zu Ausschreitungen. Ein berittener Schutzmann wurde am Hauptmarkt >urch eine geschleuderte Flasche im Gesicht verletzt. Bei dem Zusammenstoß am Hauptmarkt im Cafe Uteri wurden etwa 20 bis 25 Mann feftgenortv nen. Der Ueberfall an der Lorenz-Kirche soll sich o abgespielt haben, daß zwei Passanten von Hit- erleuten angerempelt wurden. Als sie sich das »erbaten, fielen die Hakenkreuzler über sie her und >ie beiden Beläsffgten wurden geschlagen und ge- reten. Am Kulturverein hatten sich etwa 400 Kommunisten angesammelt, die sich den National- sozialisten entgegenstellten. Das Ueberfallkommando _ oar bald zur Stelle und trieb die Streitenden mit 184).