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Anzeiger für
Sonntag, 4. August 1929.
Nr. 179
gierung vor:
1. Die verhafteten Sowietarbeiter und Ange- ^^L^D^Snwfetregierung ernennt den Direktor
Existenz des Kelloggpaktes den Losschlagswillen kriegsbereiter Völker hemmte. Rom lst nuht an einem Tag erbaut, und große neue Ideen oder große neue Formen des internationalen Zusam menlebens haben sich noch nie ohne Reibungen und Rückschläge durchgesetzt. Auch künftig kann unv wird irgendwo in der Welt noch einmal em Krieg entstehen. Aber das darf und soll uns Nicht veranlassen, an der Zukunft des Friedensgedankens zu verzweifeln und eine andere Politik als die des Friedens und der Verständigung zu veriolgen^^
" Die großen Linksparteien ,die Kommunisten und Die Sozialdemokraten sind am 1. August mit lau- I ■em Tam-Tam auf die Straße gegangen, um der I Umwelt ihre Auffassung von Krieg und Friede wüberhörbar ins Ohr zu schreien. Die Kommunisten haben bei ihrer Berliner Kundgebung I I jeutlid) wie nie zuvor die Verlogenheit ihrer Pro- I jaganba aufgezeigt. Sie, deren "Vaterland , d vowietunion, in ihrer lOiahrigen Geschichte schon nancken blutigen Krieg geführt hat, bekämpfen ,a atsächlich nur die Kriegslust der anderen, nm.t hre eigene. Die bolschewistische Propaganda, die g gerne mit friedensfreundlich erscheinenden Ar- feilt, in Wahrb.lt schon-mm., ! iHt d.r h-rchhatt bn .mtien «nebens b etten, onbern der Vorbereitung der blutigen Weltrevo- ution. Die Bolschewiken wollten durch die Aus- leitfdi'una des nichtrussischen Proletariats, durch »ie scheinbare Willfähriakeit gegemiber der auch in >"r deutschen Arbeiterschaft mächtigen Friedens- nsucht nur Diejenigen schwachen, denen sie, zu levebener Zeit mit der Waffe tn der Hand ent- eoentreten wollten. Ihr letztes Ziel ist Krieg licht Frieden. Deshalb war der groß angekundigte .Internationale Antikriegstag" der Kommuhlsten igch Moskauer Geständnissen „em Teil der im <-ana befindlichen Gesamtaktion"-, deshalb konnte >er setzt in Ätoskau residierende ungarische -ool- chewikBela Kun sagen, der 1. Auaust. mu se „eme Garantie bringen, daß die breiten Massen sich vom kinlluß eines falschen Pazifismus befreien , bes- ,alb wurden bei der Berliner Kundgebung Trons- rnrente herumgetragen mit der bezelchnendLn .^ - chrift: „Der einzig gerechte Krieg ist der Burger
4 Die Sowjetregierung kann erklären, daß sie die nach dem Konflikt herrschende Lage nicht anerkennt und die nachsolgenden Verhandlungen für ^"^Fallo^ di-^Sowjettegl-ruag mit dich» Dor. ickläaen einverstanden ist, holt Tschang yfu-Imn.,
^Einverständnis ber
ÄTO Ä'SjS «. bi. Vorschläge bem Außenkommissariat mit.
Telegraphenagentur ber Sowjetunion meldet aus Moskau: . . .
Sim 1. Angust erhielt Karachan einen Doief des Hauptes der Mukden-Regierung, $al}9 Hsü - liang. Danach hat ein Meinungsaustausch zwischen dem sowjetrussischen Generalkonsul Melnikow und dem chinesisch^ Außenkommffsar Tsai stattgefunden. In diesem Brief werden zur, Losung k« chcheflsch-rusfischen Krise folgende Vorschläge 5CT^ie chinesische Regierung und die Sowjet regierung ernennen ihre leweiligen Vertreter s die Ostchinabahnkonferen^
Wie von zuständiger Stelle im Haag verlautech ltebt immer noch nicht mit Sicherheit fest, ob b-e Haagtt Konferenz am 6- August beginnen wirb. I Dw ^organisatorischen Vorbereitungen, soweit sie ?on b-n b°l,°nbifch.n »-d°»-u. bt° I-d-
die Delegierten der an der Konferenz teilnehmen den sechs Hauptmächte sich am Vormittags des 6. August ober vielleicht am Montag nachmittag zu einer vorläufigen Besprechung zusammenfmb n werden, an der sowohl.über den --n-uen 3-ft punkt der Eröffnung w,e auch über bte ®rnen rtuna eines gemeinsamen Generalsekretärs, der dann die weitere organisatorische Durchfurung der Konferenz von den holländischen Behörden zu übernehmen haben wird, ein Beschluß gefaßt wer« den wird. Es dürste sofort nach dieser gegenfett - gen Fühlungnahme der Regierungen eme offizielle Einladung an die Vereinigten S aaten zur Teil-
mistische Auffassung kein zureichender Grund. Wir wissen sehr wohl, daß der Völkerbund feme erheblichen Mängel hat, und daß der Kelloggpakt eine Garantie für die künftige und eubgUit'ge Ausschal- tunq des Krieges als politisches Mittel keineswegs bietet. Wir sehen auch die Schwierigkeiten, die der Durchführung einer vernünftigen, ausreichenden Abrüstung immer wieder bereitet werden. Mer auf der anderen Seite hat man doch auch schon die Erfahrung machen können, daß ber® ob ferbutib Kriege verhindern kann, und daß die
Krieg oder Frieden. i
Ein Rückblick auf den 1. August.
1 oiynuft waren 15 Jahre seit dem schick- Am 1. verQanqen, der die Volker Eu- ulsschrveren Tagen Stahlbad" des Welt-
wpas und de ^bQ3 f'eine5 von ihnen ohne dre trieges stuchke^ Qn $raft unb Gesundheit per- I ^k^Der 15 Jahrestag eines solchen Ereignisses wß- 2er1, u bazu geschaffen, ernster als ■strückzudenken und sich in ruhiger verant- °nrh,äen)uf3ter Ueberlegung zu fragen, wie das w°rtu-S t kommen können und was zu geschehen
die Wiederkehr eines derartigen Unheils ° verhindern. Wir hätten es gerne XS daß Jeder in Deutschland, gehöre er hm wolle, diese stille Einkehr gehalten hotte, »der wenn wir uns umsehen, besonders tn den vntren bes politischen Lebens, wenn wir kurz wr dem 1. August gewisse Zeitungen der Reichs- loiivtstadt durchflogen und hinhorten auf die Wil- ensauherungen in manchen politischen lagern, 2en wir leider finden, daß auch dieser surcht- ■>are und traurige Gedenktag vielfach ^3" herhal- ■-N mutzte, den Deckmantel für parteiegotfltfifje Demonstrationen und die Gelegenheit für eine neue Bärjung des innervolklichen Streites abzuge-
® « ginieitunftmet io Vkg. M jntitt. Beilage 15 m
uldaerZertung
. t„ efnhf -xvlda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt. __ tnieiaer für die Stadt juioa unu u_________ - I™ „ . „a /ao'hfjw. 48Df.t ohne Zustellg. I ___'
Tte®äs die Sozialdemokratie angeht, so wotten I Dir nicht daran zweifeln daß in den sozialistischen Nassen der Friedenswille stark unb lebendig ist. I Er es kann doch auch nicht bestritten werden- »aß die sozialdemokratische Parteileitung mit ihren I «roß aufgemachten Friedensdemonstrationen zu- I lei* kraß egoistische Parteiinteressen verfolg - S-e 'at wirklich nicht das Recht, so zu un, als ob Friedenswille und Friedenspolitik ausschließlich!^ nulistischs Parteireservate waren. . Man muß doch licht unbedingt Sozialdemokrat sein, um als wab= •er Friedensfreund zu gelten. Die wriMiche Weltanschauung gibt stärkere Impulse zum trteu- t*en und verständiaungsbereiten Zusammenleben I >er Völker als die sozialistische Doktrin, als dcw Befühl internationaler Klassensolidaritot.
Die Berliner Kundgebung der Kommunisten Md der Sozialdemokraten haben allem Anschsm lach doch nicht den Zulauf gesunden, den die bellen Parteileitungen erwartet haben. Die „Rote rahne" nennt klar imponierende Teilnehmerzah- en, do* hat man nach den bisherigen Erfahrungen 'einen Anlaß, Behauvtungen der „(Roten ahne n bezug auf ihren Wahrheitsgehalt SU uberfchch- ■l>n Außerdem wird von anderen Beobachter lorirf-M baß der Zustrom der Demonstranten en^Umfang6 ähnlicher Veranstaltungen Nicht er- •etot hätte Der „Vorwärts" nennt überhaupt 'eine Zahlen. Er begnügt sich damit, "ur von ei- ier mächtigen Massenkundgebung zu sprechen. Vll das sind erfreuliche Anzeichen dafür, daß i Dertschätzuna von Straßendemonstrationen im
äuien der gegenteilige Eindruck dessen erreich, )en ihre Veranstalter ursprünglich erreichen wall-
3«m ruM-chineftscheu Mfttfl.
V 2 Die Lage an der ostchinesischen Bahn wirb
für 'provisorisch erklärt und unterliegt nach der Konserenz der Regelung aufgrund ber Pekmg- Mnkdener Vereinbarungen. .
3 Die verhafteten Sowjetbürger werden frei- aelassen unb nach Rußland ausgewiesen. Ebenfalls werden die in Rußland verhafteten Chinesen ^Tsin schlug im Namen der Mukden - Re -
in Gens wird die Leitung der Geschäfte der Reichs- I regierung in Berlin in den Händen des nachstdienst- ältesten Reichsministers, des Reichswehrminlsters ® ^Auf" C&er ^Tagesordnung der Kabinettssitzung stand die Regierungskonferenz im Haag, deren gesamter Aufgabenkreis eingehend erörtert wurde, wobei die völlige Einmütigkeit des Kabinetts über alle im Haag zu behandelnden Fragen zum Ausdruck tarn.*
srnA «n Brüssel hat ein Kabinettsrat stattgefunden. Die belgischen Minister wollen sich für ben Young-Plan als Ganzes emsetzen.
Havas meldet aus Lissabon: Die p°rtugiesische Delegation zur Haager Konferenz besteht aus dem früberen Direktor der Bank von Portugal Ryl Mrick dem Gesandten int Haag, Santos Tavare, unb dem Delegierten bei der Reparatlonskomm.,- sion Oberst Thomas Fernandes
Für die Tschechoflowakei, die gleichfalls eme Einladung nach dem Haag erhalten hat, komm Benejch als Hauptdelegierter.
Die in Chardin im Namen ber Sowjetregierung überreichte Antwort Melnikows lautet:
Na* den Vorfällen an der ostchinesijchen Bahn
und ber Hanblungsweise der I^n *
kann bie Sowjetreglerung den Vorschlägen der Mukden-Regierung keinen Glauben fch^uleu. F, ieboch die Regierungen von Nanking und Muküen
fcJS&ßMEÄ "m ,Ä um werden" wird die Sowjetregierung iiit Vorschläge wohlwollend prüfen. Die Antwort Karachans aus dm Brief Tschang Hfü-Iiangs stellt | gSS. MeL aemacht hat. Der Brief Tschang Hsu-liangs lapt ben Vorschlag Tsais über bie Ernennung des BeS unb seines Gehilfen ber vstchmesffchen
bie durch die brutale Besitzergreifung an der ost- was^^eine" a?g?n^cheinstche^Verletzu^^
I Mukdener Vereinbarung barstellt. Der -o -i m aw KAIuft- Ich muß konstatieren, daß die
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I ren Verantwortung völlig und ausschlietzlic) • Regierungen in’ Mukden und Nanking tragen müssen. ——
Die Mrüstungs-Debatte.
mtb. London, 3. August. (Gig- Meld.) Dailx, I siprötb berichtet, Macdonald habe in einer heute tr
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vffentlichten Unterredung erklärt, em wirksamer
I ^ahl der jährlich einzuberufenden Rekruten und
I und Munitionsvorrate. Auch die Zahl der sch ren Geschütze, Bomben- und Kampf-fflugzeuge müsse festgesetzt toerben Mn wirksttmer 21b
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I fnnt mprben Die Ausgaben jedes Staates für I kÄ. Streitkräfte müssen in gleicher Weise festge- I -tit werden Für die internationale Ueberwachung be? Durchführung aller dieser Beschränkungen unb
I Verbote durch einen Völkerbunds oder ei e g bere Organisation, die auch die Nationen umwß.^
I dje nicht dem Völkerbünde angehoren, müsse Vor
I sorge getroffen werden. *
I Evening Standard" will erfahren Haben, daß Premierminister Maedonald mit dem amerikan,. fch-n Botschafter Dawes eine vorläufige Abmachung' Über die Flottenabrüstung, getrosftn habe,'die folgende Dorschlage enthalt: Die SGacht- I toiffbauprogramme werden beschrankt. Die Groß
Künftigen Schlachtschiffs
I fipbensbauer der augenblicklich tm -Oienil oesiiw I «icken Schlachtschiffe wird verlängert. Beide Laube? er^-n Ke Bereitschaft, keine Unterseeboote
:en'2Bäbrenb bie Linke am 1. August öffentlich de-
-noifftrierte, suchte die Rechtspresse ^S^dt ß>r;pnp notwendig waren, daß nie eine , eu
lammen folte. °-°d-r Kn-- endgültig
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Urner dl-den-wlg-n Frieden -rltr-d-n nnd dm
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en Frieden Hinsehen. Da es momentan kem Re ,u
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rnentationen ber ^^Uch urt-Uende Menschen
besteht trotz mancher Enttäuschungen für eine Pein
Auf der Reise nach dem Haag
Delegation.
Die deutsche
Auf der bevorstehenden Konferenz im Haag werden der Reichsminister des Auswärtigen D r. S t r e j e m a n n, der Reichswlrtschaftsminffter Dr Curtius, der Reichsminister ^r. die besetzten Gebiete Dr. Wirth und der RelchsmiNl- ster der Finanzen D r. H i I f e r b i n g Sie Deutsche Regierung als bevollmächtigte Delegierte Vertretern Der Delegation gehören außerdem an ber Staatssekretär des Auswärtigen Amts -t>r. v. Schubert, der Staatssekretär in der Reichskanzlei Ministerialrat Vogels, vom Auswärtigen Amt Variier Sachverständigenaus chus es, Reichsbank- präsident Dr. Schacht, Dr. Melchior und Geheimrat K a st 1, soweit es ielne berusliche Inanspruchnahme zulaßt; ferner von der. Reichskanzlei Ministerialrat Vogels vom Auswärtigen Amt I die Ministerialdirektoren Dr. ©aus unb Jtitter, bie Vortragenden Legationsrate v. Friedberg und Redlhammer, vom Reichssinanzmrnrsterium d.e Ministerialdirektoren Dorn, Ruppel und Ministerialrat Berger, vom Reichswirtichaftsminlsterlum Ministerialdirektor Schäffer und die MlNlsterlalra.e I Claussen und Ronde, vom ReichsmiNisterlum für bie besetzten Gebiete Ministerialdirektor Miller unb I Ministerialrat Mayer, vom Relchsverkehrsminffte- I rium Ministerialdirektor Vogel. Die Presseabteilung wird durch Ministerialdirektor Dr. Zechstn I vertreten sein.
Die Delegation wird Berlin voraussichtlich am I Sonntag abend verlassen.
Der „Kibberfaat“ im Haag, in bem bie Konferenz tagen wirb.
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10,20 Ml. Reklamezelle: total0,60 M ausroansu
I Bei Wiederbolungen Rabatt. Postscheckk. öirankp a.
Diese vorläufigen Vorschläge werben letzt den anderen großen Seemächten Frankreich, Italien °nd Japan zur Stellunanahn- unterbreitet werden Es verlautet, daß Maedonald bald eine r- fläruna über diese wichtige Froge abgeben werbe, m-gach-w-ll- nnrh »ot ber WII-rbu»d-»-r,°mm. ‘""ÄMbdatontertoei dagegen. °°n gut- unterrichteter Seite verlaute, daß die $efprea.un aen zwischen Botschafter Dawes und Macdonald über die Frage der Flottenabrüstung n o * n i * t abaeschlofsen sind und wahrscheinl»g nach der Rückkehr des Premierministers nach London wieder ausgenommen werden.
„Mitternachl-pottttber".
Die Polizeidrektion Nürnberg, wo zurzeit ein Nationalsozialistischer Parteitag ftattfinbet, teilt mit: Gegen 23% Uhr kam es an ber Lorenzkirche zwischen drei Mannsperwnen, die SahrLr sil un»,
I fniinUften zu einem Wortwechsel. EM schwarzhrot - goldener Wimpel an dem ?tohrrabe einer ber Mannsper onen mag die U r - s a ch e lsterzu gewesen sein. Don unbekannter Seite wurden dann plötzlich mehrere schul f
1 abge feuert, wodurch die Kaufmanns-
Das Reichskabinett trat am Freitag unter dem Vorsitz des Reichsministers Dr. Stresemann zu einer Sitzung zusammen. Eingangs gedachte der Vorsitzende in herzlicher Weise des erkrankten Reichskanzlers und sprach im Ramen sämUicher anwesenden Reichsminister die zuversichtliche Hoffnung aus, daß der Reichskanzler sich von feiner schweren Erkrankung völlig erholen möge unb in nicht zu ferner Zeit bie Leitung ber Reichsgeschafte wwder perMlich in bie Hand nehmen könne. Bis dahin werden, wie üblich, die Dienstgeschaste für d»n Reichskanzler durch den dienstältesten Reichs-
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