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Samstag, den 27. Juli 1929

Fuldaer Zeitung Amtliches Kreisblatt).

M. 172

ÄM

250 000,

1935

1931

ien vorjähri-

sind.

Das Endziel der Wohnungspolitik in einem

München mit 7 Stunden. In der Preisgruppe der größ. ten Höhensumme (Mk. 1500.—) rangieren: Krebs „Ka­kadu "mit 2035 Mtr., Neininger mit 1971 Mir. und der junge Berliner Bebau auf „Luftikus" vom Ber­liner Segelflugverein mit 1915 Mtr. Als voraussichtliche Bewerber um die Hauptpreise des Leistungswettbewerbes find vornehmlich zu nennen: Fernsegelflugpreis im Werte von 2500 Mk., der einen Streckenflug von mindestens 60 Kmtr. Länge verlangt, Robert Kronfeld auf „Wien". (Wie letzt endgültig feftfteht, legte er übrigens bei seinem „Frontensegelfluge", der den österreichischen Jungsegelflieger bis in die Gegend von Jena—Gera führte, 143 Srntr. zurück.) Die meisten Aussichten auf den Fernzielflugpreis. der da» Uebersliegen eines vor dem

FCreme Moäsonscl?flfft zarte, weißeWde and einen jggendfriscben, reinen Teint.

Massenmiethäuser der Großstädte lebten zufarm mengedrängt in räumlich-sozial und gesundheitlich vielfach ungenügenden Wohnungen. In den In­dustriegebieten waren die Kleinwohnungen der Städte und Landbezirke in gleicher Weise überfüllt. Längst abbruchreife Altstadtviertel, in denen die Bewohner von Licht, Luft und Sonne abgeschlossen waren, blieben bestehen. Immer weitere Kreise litten so unter einer nicht mehr zu verantworten­den Unterkunft.

Pie Finanzierung der Neubauten, besonders für Kleinwohnungen, stand, namentlich hinsichtlich der zweiten Hypotheken, vor stets wachsenden Schwie­rigkeiten. Eine in vielen Gegenden Deutschlands einseitige Verteilung des Grundbesitzes bei gleich- zeitig zum großen Teil unerträglichen Wohnver­hältnissen der Landarbeiter verstärkte wesentlich die Landflucht. So kam es zu einer stärkeren Ver­ödung weiter ländlicher Bezirke und damit zu dem Massenzuzua in die Großstädte.

Dieses Erbe aus unserer wirtschaftlichen besten Zeit belastet schwer die heutige deutsche Wohnungs­politik. Dazu tritt in der Kriegs- und Nachkriegs­zeit das völlige Mißverhältnis zwischen dem Woh­nungsneubau und der Zahl der Eheschließungen und neugsgründeten Haushaltungen.

Deutschland zählt eine Million Familien ohne eigene Wohnung. Dazu hunderttausende von Wohnungen, welche bei ihrer Ueberbelegung und ihrem baulichen Zustand auf die Dauer unhaltbar

Am Donnerstag, dem 8. Wettbewerbstage der dies­jährigen Jubiläums-Veranstaltung, machte die Wasser­kuppe zum ersten Male ihrem Namen alle Ehre. Es reg­nete in Strömen und man sah zeitweise die Hand nickt

im Auftrage des Kreis Wohlfahrtsamtes Anzahlungen für Unterbringung der Kinder tn Erholungsfürsorge einzuziehen habe. Im Zusammenhang damit hat er auch Betrage einge- zogen für Teekuren, die angeblich vor der Der- schickung zu Hause durchgeführt werden mutzten. Nach der Beschreibung ist der Mann gegen 1,70 Meter groß, hat rundes volles Gesicht, dunkel- blondes Haar, kleingestutzten Schnurrbart. Er ist elegant gekleidet und führt eine Aktenmappe bei sich. Der Mann ist den zuständigen amtlichen Stel­len unbekannt. Um des Täters habhaft werden zu können, werden die Kreiseingeseffenen gebeten, beim Auftreten des Mannes dem zuständigen Landjäger sofort Mitteilung zu machen.

Tatkräftige Helfer.

Wie wir vor einigen Tagen meldeten, geriet an der Horaser Fuldabrücke beim Baden ein junger Mann in Lebensgefahr und wäre infolge eines Krampfanfalls ertrunken, wenn ihm nicht alsbald tatkräftige Hilfe zuteil geworden wäre. Die bei­den Helfer, die sich in vorbildlicher Weise hilfsbereit und umsichtig erwiesen, waren zwei Angehörige des 5. Artillerie-Regiments, Gefreiter Sprenger und Obergefreiter Braun.

I Kraftpostsonderfahrten zum Zirkus Hagenbeck.

Am Samstag, den 27., u|tb am Sonn­tag, den 28., verkehren nach Beendigung der Zirkusveranstaltungen gegen 23,15 Uhr Kraftsonderposten von Neuenberg nach Gro­ßenlüder-Bad Salzschlirf, Hünfeld und Neuhof. Fahrpreise: Nach Großenlüder 1,50 RM., nach Bad Salzschlirf 2,- RM., nach Hün­feld 2.— RM., nach Neuhof 2,— RM. — Eben-

I falls verkehren Postkraftwagen ab 18 Uhr zwischen Fulda-Bahnhof und Neuenberg.

Kraftpostverkehr Fulda—Maberzell eingestellt.

Infolge allzugeringer Beteiligung werden von Sonntag, den 28. Juli. a!b bis auf weiteres die I Kraftpostfahrten nach Maberzell eingestellt.

I Auch Autos unter Laternen müssen beleuchtet sein. I Das Oberlandesgericht in Stuttgart hat ein | für die Kraftfahrer rocht erfreuliches Urteil ge- I fällt. Parkende Kraftfahrzeuge, die nicht auf ab­geschlossenen Plätzen stehen, gelten danach als ge- I nirgend beleuchtet, auch wenn sie nur von einer I fremden Lichtquelle beleuchtet sind. Das Kammer- I gericht zu Berlin hat aber bis heute sein Urteil, I das entgegengesetzt lautet, nicht abgeändert, so daß I nach wie vor die E i g e n b e l e u cht u n g eines I Kraftfahrzeuges notwendig ist.

I Aus dem Gerichkssaal.

Die Holzdiebstähle in den Staatswaltungen mehren sich wieder. Die gestrige Gerichtssitzung in Fulda hatte sich mit zwei derartigen Fällen zu

Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter:

I.

Wohl der wichtigste Ausschuß im Reichstag ist augenblicklich der für das Wohnungswesen, und kein Gebiet ist so heftig umstritten, keine Debatte ist so umfangreich wie die über die Beseitigung der

Neichsrichtlinien für den Woynungsbedars.

Beantragte Lnlfchlietzungen des wohnungsausschuffes des Reichstags. — Aufgabe der wohnungs- und Sieölungspolitilt.

nungen ist

für die Zeit von 1927 bis 1930 mit 225 000,

Wohnungsnot.

Unablässig berät der genannte Ausschuß über Mittel und Wege zur Belebung des Baumarktes, zur Förderung der Wohnungs- und Siedlungs- politik. Nunmehr hat er dem Reichstag neben dem Entwurf über Richtlinien für das Wohnungswesen eine Entschließung zur Annahme vorgelegt, worin einmal die vom Ausschuß vorgoschlagenen Richt­linien erlassen werden sollen, daß durch Reichs­gesetz festzulegen ist, wem die Hauszinssteuerhypo- theken gehören, daß die Rückflüsse für die Zwecke des Wohnungsbaues und der Siedlung festgelegt werden und eine ständige Nachprüfung der Ver­wendung der Mittel erfolgt; schließlich dem Reichs­tag bald der Entwurf eines Rahmengesetzes über baupolizeiliche Vorschriften vorzulegen ist, durch den das Verfahren der mit dem Bauvorhaben be­faßten Verwaltungsstellen vereinfacht, beschleunigt und verbilligt wird.

In dem vorgeschlagenen Entwurf von Reichs­richtlinien für das Wohnungswesen wird dann die Aufgabe der Wohnungs- und Siedlungspolitik näher umschrieben.

Schwere Mißstände im Wohnungswesen Deutsch­lands sind seit Jahrzehnten bekannt. Die Vor- i — kriegszeit hat sie nicht beseitigt. Die Bewohner der Kulturstaat, „jeder Familie die eigene Haushal-

tunq tn der eigenen Wohnung zu ermöglichen und ihr dadurch eine gesunde Lebensführung ebenso wie die Erhaltung und Stärkung der Arbeitskraft zu sichern", wäre angesichts eines solchen außer­ordentlichen Notstandes auch in geordneten Zeiten schwer und erst in Jahrzehnten zu erreichen ge- ^^He'ute unter der Last aiißerordentlicher Zahlun- gen an das Ausland bei eine^ erst chlmahlich fort- schreitenden Neubildung des deutschen Volksver mögens, angesichts einer Reche anderer Au gaben von grundlegender Bedeutung .^it umfassenden Kapitalanforderungen kann em Plan für die deutsche Wohnungspolitik nur die Pe ampfung der folgenden allerschlimmsten Notstände für dre näch­sten Jahre ins Auge fassen.

1. Herausnahme der Haushaltungen und Fa­milien, dis bisher mit anderen Haushaltungen zu­sammen in überbelegten Wohnungen untergebracht

2. Räumung der abbruchreifen Wohnungen und Herausnahme der Familien aus solchen Wohnvier­teln, die dringend gesundet werden müssen;

3. Herausnahme besonders der. kinderreichen und gesundheitlich gefährdeten Familien aus über» füllten ober unzureichenden Wohnungen;

4. Schaffung neuer Wohnungen für geroerb» liehe Arbeiter an den durch Umschichtung und Ra­tionalisierung der Betriebe sich ergebenden Stand- i "^5"'.Festhaltung ÜDn Landwirten und Landarbei­tern 'auf dem flachen Lande durch Ansiedlung auf

ö^EHmchgreifende Wohnungsaufsicht und Woh nungspflege zur Sicherung einer pfleglichen Be­handlung der Wohnräume.

Hinreichende Neubautätigkeit und Erhaltung wie Verbesserung des Altwohnungsraumes srnd zur Bewältigung dieser Aufgaben erforderlich.

Wenn wir von uns aus zu der Frage der Neubautätigkeit noch etwas sagen sollen, dann I möchten wir vorschlagen, nicht immer zu sehr von der Schaffung von Eigenheimen zu sprechen, son­dern auch an den Bau von größeren Siedlungs­häusern zu denken, die allen Erfordernissen der I modernen Hygiene gerecht werden. Am wlchtig- I sten aber erscheint uns die Frage der Mietsest- setzung. Was nutzen die schönsten Pläne und die I modernsten Neubauten, wenn die Wohnungsuchen, den aus den Arbeitnehmerkreisen nicht in der Lage sind, die modernen Mieten zu bezahlen. Auch die Ausbesserung der Altwohnungen ist ein wundes Kapitel. Man darf dabei aber nicht vergessen, daß die allermeisten Hausbesitzer überhaupt nicht mehr in der Sage sind, die notwendigen Reparaturen vornehmen zu lassen, weil die Belastung, die auf I den Häusern ruht, so groß ist, daß sie die Einnah­men durch Mieten um ein gewaltiges übertrifft.

Der zahlenmäßige Wohnungsbedarf.

Der durch den zahlenmäßigen Ueberfchuß der alljährlich neugegründeten Haushalte bewirkte laufende Zuwachs des Bedarfs an neuen Woh-

dem Leiter der Flugtechnischen Abteilung des For­schungsinstituts der Rhön-Rossitten-Gesellschaft, unter­sucht: Flugzeuge ohne Schwanz, welche an den Flügel- spitzen gesteuert werden („schwanzlose" Flugzeuge), oder mit einer vorn liegenden besonderen Steuerung (Flug­zeuge mit „Kopfsteuerung"). Auch die technische Lo­sung des „sensationellen" Raketenfluges, und zwar die ernsthafte, wird mit Erfolg bearbeitet in Anlehnung an den „schwanzlosen" Typ.

gen im Uebungs- und 33 Flügen im Leistung- — gegenüber einigen 60 Flügen in den beiöl . , gen Konkurrenzen — überraschte selbst den ältesten „Rhö­ner". Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen sind im Augenblick fast alle größeren Preise bereits ausge­flogen. Natürlich kann sich das Bild innerhalb der ein­zelnen Preisgruppen noch täglich bis zum Schluß ändern.

Die Lage des Wettbewerbs ist etwa folgende: In erster Linie waren die Flieger des Uebungswettbewerbs bemüht, die Bedingungen der Dauer- und Höhenaus- schreibungen zu erfüllen. Der Darmstädter Neinin­ger („Darmstadt") setzte sich mit etwa 13% Stunden an die Spitze der um die Preise für die größte Gesamt­flugdauer kämpfenden Maschinen (Mk. 1800), es folgen churtig vom Niederhessischen Verein für Luftfahrt, Kassel (Doppelsitzer „Herkules") mit 9% Stunden und Krebs auf „Kakadu" der Akademischen Fliegergruppe

Dielfeilige ernste Forschungsarbeit auf der Wasserkuppe. | gnsgefaml über 150 Wettbewerbsslüge — Fast alle Preise ausgeflogen.

Im Segelslug ist es wie auf allen anderen Gebieten *■ der Technik und Wissenschaft: ,e weiter man vorwärts kommt, um so schwerer ist es auch, nur ien wenig mehr zu erreichen. Das gilt nicht nur für die sportliche - Seite des Segelfluges, für Höhen-, Dauer- und Strecken- . Höchstleistungen, das gilt vor allem auch für die t e ch- nifchen und wissenschaftlichen Aufgaben, für die Nutzung und Erforschung atmosphärischer Energien. Der erste, beinahe gewaltsame Schritt war die Nutzung des Aufwindens am Hang im statischen Segelfluge. Die nächste Etappe wurde im vergangenen Jahre zuerst zielbewußt von K r 0 n f e l d, der erst soeben wie­der von sich reden machte, in Angriff genommen: der Wolkenflug, welcher auch als statischer Segelflug zu be­zeichnen ist. Unter gewißen Wolken findet der Segelflie­ger, wie sich immer wieder einwandfrei feststellen ließ, den „Aufwind", der ihn trägt. Das Geschick des Piloten ist es also, solche Wolken anzufliegen.

Je mehr nun die Wissenschaft und Technik des Segel­fluges fortschreiten, desto mehr macht sich das Bestreben bemerkbar, die Erscheinungen und die noch offenen j Fragestellungen theoretisch zu bearbeiten. Es genügt t nicht mehr die Feststellung, daß manchmal am Berghang ein „Aufwind" vorhanden ist, welcher die Flugzeuge trägt, sondern man sucht die Ursachen zu ergründen, die diesen „Aufwind" erzeugen oder verhindern. Es genügt nicht mehr, wenn man weiß, daß manche Wolken mit „Aufwind" verknüpft sind, sondern man muß die Luft- beroegungen und die habet entstehenden Wolken genauer । beschreiben.

Auch das Flugzeug und seine Flugeigenschaften sind ! Gegenstand mannigfacher Forschungsarbeit. Jede Mög­lichkeit zur Verbesserung der Flugeigenschaften wird teils spekulativ, teils experimentell untersucht. Tech-

V- Fulda, den 26. Juli 1929.

pic weihefeierlichkeilen im Dom,

unter zahlreicher Beteiligung des Klerus und

. , Gläubigen nahmen die W e i h e f e i e r l i ch- ?.; t e n am Jakobustage im Dome einen erheben- * *! Verlauf. Mit gewohnter Sicherheit und er» vVmstchrr Frische vollzog der Hochw. Herr Bischof ° sjturaischen Funktionen, die in der Würde ihrer

m und der Tiefe ihrer Gedanken Erhaben- Lit und Verpflichtung des katholischen Priester- E. wundersam verkünden. Der Westen und (ölten (Deutschland und Japan) oes katholischen Erdenrunds sandten ihre Söhne an die Stufen des Altars, ein Sinnbild katholischer Weite und Ver­bundenheit. Mögen die Glück- und Segenswünsche, die den Neugeweihten in großer Fülle entgegen» b-acht wurden, sich verwirklichen zum Segen des katholischen Volkes! Neben der Priester- und Sub- diakonatsweihe spendete der Hochw. Herr Bischof die bl. Diakonatsweihe an die Alumnen des Priesterseminars: Richard Burkard aus Hilders, Fofef Müller aus Niederkalbach, Gregor Nüdling aus Poppenhausen, Josef Schrimpf aus Ulmback, Karl Troche aus Fulda (Dizese Fulda), Leo Littfin aus Förstenau und Johannes Scherer aus Lichten­hagen (Apostol. Administratur Schneidemühl).

Rentenzahlung.

Die Zahlung der Militärversorgungs­gebührnisse für den Monat 21 u g u ft findet bei dem hiesigen Postamte am 29. Juli, die der I n- oaliden- und Unfallrenten am 1.—2. August statt. Die Zahlschalter sind von 8—12 und von 15—18 Uhr geöffnet. Um restlose Abhebung wird gebeten.

Die Fuldaer Wasserleitung

hat die Belastungsprobe, die ihr in der langen Trockenperiode auferlegt wurde, glänzend über* standen. Wenigstens ist uns nicht bekannt gewor­den, daß — auch in den hochgelegenen Stadtteilen — die Leitung sich auch nur eine Stunde gewei­gert hätte, das bei der Hitze doppelt kostbare Naß zu spenden. Diese Tatsache verdient umso mehr hervor- gehoben zu werden, weil die meisten uns. größeren und kleineren Nachbarstädte unter Wassermangel zu leiden hatten, sodaß durch Verordnungen zur Sparsamkeit im Wasserverbrauch aufgefordert, oder die Wasserleitung einige Stunden im Tage abgestellt werden mußte. In Fulda scheint durch den in den letzten Jahren vorgenommenen Aus­bau der Wasserleitung die Versorgung der Be­völkerung mit Wasser jetzt auch in heißen Som­mern gesichert zu sein. Immerhin wird auch der Leitung unseres Wasserwerkes ein Stein vom Her­zen gefallen sein, als das Wetter umschlug und der langersehnte Regen einsetzte. Eine schwierige Zeit ist noch zu überwinden: der Spätsommer uni Herbst, in dem es schon häufig zu Wassermangel gekommen ist. Im Schoße der Städtischen Kör­perschaften werden übrigens die Beratungen übet die Sicherstellung des Spitzende- barfs an Wasser fortgeführt. Wie wir hören ist zurzeit Herr Ingenieur Köhl mit einem Gui achten über die zweckmäßigste Wassergewinnung vom Magistrat betraut.

Reichliches Tränken der Tiere notwendig.

Der Leipziger Tierschutz-Verein, Leipzig, König­straße 9, schreibt uns: Die Zugtiere müssen nicht nur rm Stall, sondern auch unterwegs öf­ters und reichlich getränkt werden. Sie sind dann doppelt leistungsfähig. Falls dem Kör­per nicht genügend Flüssigkeit zugeführt wird, tritt eine Verdickung des Blutes ein. Schlappheit, unter Umständen sogar Hitzschlag, sind die Folgen. Auck kleinen Haustieren reiche man oft frisches Wasser. Es ist interessant zu beobachten, daß herrenlose bei uns eingelieferte Tiere, die sich oft tagelang ohne Nahrung herumgetrieben haben, in vielen.Fällen zuerst gierig nach dem Saufnapf ge­hen und dann ihren Hunger stillen. Man sieht, daß sie sofort mehr unter Wassermangel als unter Hunger gelitten haben.

Warnung vor einem Wohlfahrksfchwindler.

Ungeachtet der ergangenen Warnung hat in verschiedenen Dörfern des Kreises Fulda ein Wohl­fahrtsschwindler, der sich vielfach Hermann Debel genannt Hot, auch weiterhin bei Frauen größere Beträge erschwindelt unter der Angabe, daß er

Eine der wichtigsten und zugleich auch schwierigsten Aufgaben ist die Unterscheidung der Leistung des Führers von der Leistung des Flugzeuges. Diese Auf­gabe ist bei den Segelflug-Wettbewerben bereits häufig in Erscheinung getreten, ihre Lösung ist aber mit größ­ten Schwierigkeiten verbunden, weil die sehr schnell ver­änderlichen Vorgänge des Fluges dieserhalb sehr genau und zuverlässig festgestellt werden müssen. Eine kine- matographische Methode zur genauen Vermes­sung der Flugbewegungen, welche von Dr. Raethjen er­funden ist. wird diese Aufgabe ihrer Lösung entgegen führen. Die räumliche und zeitliche Vermessung des zurückgelegten Flugweges soll gemeinsam mit Auszeich­nungen im Flugzeuge die gewünschten Aufklärungen geben. Der Apparat besteht aus zwei Theodoliten mit einer Vorrichtung für kinematographische Aufnahmen, sowie Winkelregistrierungen.

Das Forschungsinstitut der R. R. G., dem als Di­rektor Professor Dr. Georgii vorsteht, ist an den vor­stehend kurz angedeuteten wichtigen wissenschaftlichen Arbeiten das ganze Jahr hindurch beschäftigt. Die Se- gelslug-Wettbewerbe bilden eine kurze Unterbrechung, während welcher auch das Forschungsinstitut und seine bewährten Mitarbeiter an der sportlichen Durchführung des Wettbewerbes beteiligt sind.

beschäftigen. Im Staatsforst Dietershan-Bernhards , verschwanden im Februar ds. Js. größere Posten | Kiefernknüppel. Mehrere der ermittelten Leute, , die deshalb einen Strafbefehl erhielten, bezahl en die Strafe, um keine weiteren Unannehmlichkeiten I zu haben. Nicht fo der 29jährige Holzarbeiter L. Kl. und dessen 52jähriger Vater von D., m deren | Remise der Forstbeamte Ende Febr. ds. Js. 3 rm 1 frische Kiefernknüppel entdeckte. Gegen die Straf­befehle legten sie Einspruch ein. Ihr Leugnen, kein Holz gestohlen zu haben, wurde jedoch durch Zeugen widerlegt, denen L. Kl. selbst erzählt hatte, Holz gestohlen zu haben. Das Urteil lautete gegen L. Kl. wegen Holzdleb­st a h l auf 60 Mk. Geldstrafe oder zehn Tage Haft und Wertersatz an die Oberförsterei. Die verwen­dete Säg- wird eingezogen. Der Vater Kl. er­hielt wegen Hehlerei 30 Mk. Geldstrafe oder 5 Tage Haft. Auch haben die beiden die Kosten des Ver- I fahrens zu tragen. — Der 58jährige Hüttner K. L. von I. hatte am 23. April ds. Js. im Staaks- walde drei Wrchen-Nutzknüppel gestohlen. Als er sie heimfuhr, wurde er vom Forstbeamten über­rascht. Wegen Forstdiebstahl erhielt L. 10 Mk. Geldstrafe oder zwei Tage Haft. Den Wert hat L. der Oberförsterei zu ersetzen. Auch wird die verwendete Säge eingezogen. — Weil ein Friseur- meister am 20. April ds. Js. abends um 8% Uhr noch drei Gehilfen beschäftigt hatte, erhielt er wegen ^Übertretung der Arbeitszeit einen Straf­befehl über 10 Mk. Wegen der Höhe der Strafe hatte er Einspruch eingelegt. Das Gericht verur­teilte ihn zu 5 Mk. Geldstrafe und Tragung der Kosten des Verfahrens. — Wegen übermäßigen Peitfchenknallens erhielt ein hiesiger Fuhrmann 2 Mk. Geldstrafe. — In Abwesenheit wurde der Techniker I. E. von hier zu 2 Mk. Geldstrafe ver­urteilt, weil er verbotswidrig den Bürgersteig am Waldfchlößcken mit seinem Fahrrad befah­ren hatte. — Vor dem Amtsgericht in Geln­hausen hatte sich her Ingenieur H. R. von hier zu verantworten. Er kam am Abend des 4. Mai gegen Uhr mit seinem Kraftwagen von Frank­furt herauf nad) G e l n h a u s e n und sah sich plötz­lich einem Kraftrad gegenüber. Es tarn zu einem Zusammenstoß und, als Nachfolge desselben, zu einem Strafbefehl über 30 Mk., gegen den R. Ein­spruch erhob. Das Gericht schenkte den Angaben des Angeklagten, fein Möglichstes zur Verhütung des Unfalles getan, und außerdem korrekt gefah­ren xu haben, Glauben und auf Frei­

spruch.

Herrenlos aufgefunden

wurde am 20. 7. vormittags auf dem hiesigen Gemüsemarkt ein kleiner Handwagen. Der Eigentümer kann den Wagen auf dem Fundbüro abholen. _____

------- " 1 nische Neuerungen werden von Chefingenieur A. Lippifch,

Iulbiäum--w-ttd-w-rb in »erNhön. |

vor den Augen. Die Täler und Bergrücken der Hohen Rhön sind in tiefen Nebel gehüllt, der bislang jede Flug- Möglichkeit ausschloß. Die durch die Witterung bedingte Flugpause wurde aber keinesfalls zur Ruhepause für unsere Besatzungen; denn nach dem „Grohkampf" der letzten Tage müssen schließlich auch einmal die Segel- flugzeuge gewissenhaft nachgesehen werden, um für den bevorstehenden Endkampf gerüstet zu sein. Immerhin läßt sich jedoch jetzt schon feststellen, daß die „10. Rhön" gerettet ist. Der bisherige Verlauf mit seinen 123 Flü- ^Wettbewerb

Fluge der Sportleitung anzugebenden Zieles mit Rück- kehr nach der Wasserkuppe fordert (Mk. 2000.—) und auf den Streckenforschungspreis (Mk. 2000.—) für über bis­her noch nicht beflogenes Gebiet durchgeführten Flüge, hat Wolf Hirth auf „Lore" des Würtembergischen Luftfahrt-Verbandes, Stuttgart.

Außerdem setzt die Sportleitung, die auch in diesem Jahre bemüht ist, die Flieger ständig vor neue Aufgaben zu stellen, „T a g e s p r ä m i e n" aus. Der Flugbetrieb war an allen Tagen außerordentlich rege. Mit zähem Eifer gingen unsere Segelflieger an ihre manchmal nicht leichten Bedingungen heran. Restlos wurden bei jedem Wetter die Höchstleistungsflugzeuge — meist frei­tragende, oder abgestrebte Hochdeckertypen — eingesetzt. Wiederholt konnte der Zuschauer 5—8 Flugzeuge stun­denlang über dem Weltensegler, und Pelznerhang segelnd beobachten, sodaß die Sportleitung aus Sicherheitsgrün­den den Start sperren mußte. Die zur Verhütung von Zusammenstößen in der Luft diesmal erstmalig in Kraft getretene „Flugverkehrsordnung", über deren Heraus gäbe man noch vor wenigen Jahren gelacht hätte, hat sich als durchaus notwendig erwiesen. Das Charakte­ristische der diesjenigen Jubiläums-Veranstaltung ist lei­der die Tatsache, daß man nicht mehr in der Lage ist, jeden einzelnen Flug zu registrieren!

In den letzten Tagen ist viel ausländischer Besuch studienhalber auf der Wasserkuppe eingetroffen, darunter auch französische Vertreter des Aero-Clubs von Frank­reich und andere namhafte Luftfahrtinteressenten — unter ihnen übrigens die älteste Pilotin Marvingt aus dem Jahre 1910 — die von der Wasserkuppe aus eine Reise durch Deutschland antreten zur Besichtigung mehrerer Flughäfen. Die Franzosen stifteten einen Segelflug- Preis in Höhe von 16 000 Francs. Ferner ist noch zu melden das Eintreffen des belgischen Majors Masiaux, der Ende Juli 1925 beim französischen Segelflug-Wett­bewerb in Vauville einen Dauer-Weltrekord von 10% Stunden aufstellte.

Hauptmann a. D. S ch r e i b e r.

„ 1936 „ 1940 „ 190 000 jährlich anzusehen. Von 1941 an tritt ein starker Rückgang ein.

Dazu kommt ein Rückstand von Wohnungen (man schätzt ihn auf 500—550 000 Wohnungen. Er ist durch die unzureichende Versorgung der breiten Schichten der arbeitenden Bevölkerung mit brauch­baren Kleinwohnungen in der Vorkriegszeit, durch das Darniederliegen der Bautätigkeit in und nach dem Kriege entstanden.

Weiter besteht ein durch Mangel und unter- brechungen in der Bautätigkeit entstandener Er­satzbedarf für abbruchreifen Altwohnungen und auf die Dauer nicht brauchbare Not- und Behelfswoh­nungen. Er beträgt zur Zeit wohl 300 000 Woh­nungen und erhöht sich alljährlich um weitere 30 000 Wohnungen. Die ständig wiederkehrenden Nachrichten über drohende Hauseinstürze zwingen hier zu einem verstärkten Eingreifen.

Ein weiterer Bedarf entsteht für die anderwei­tige Unterbringung der bisher in überfüllten Woh­nungen lebenden Familien. Dadurch werden je­doch in großem Umfange die bisherigen Wohnun- gen für eine anderweitige Belegung frei. Insge­samt waren im Zeitpunkt der Reichswohnungszäh­lung ungefähr 800—900 000 überbelegte Wohnun- gen mit ungefähr 5% Millionen Bewohnern vor- Händen. ,

Endlich ist vordringlich ein weiterer Bedarf für die An- und Umsiedlung von gewerblichen und landwirtschaftlichen Arbeitern und die Ansiedlung von besitzlosen Landwirten. Dieser betragt zur