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Der Abenteurer.

Von D. W h i t e l a w.

Aus dem Englischen von Wilhelm Entz.

AU- beutWn Rechte bei Grete von Ui banib'ti W eit.

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Siebentes Kapilel.

Das Haus in der Rue (Batike.

Nur einmal noch seit ich an jenem Morgen hungrig vnd mit wunden Füßen in Begleitung des alten Hein­rich bei Jean Christophe im Goldenen Vlies Herberge nahm, habe ich — es sind nun nahezu dreißig Jahre her — die Stadt Nantes wieder betreten. Die alte Schenke in der Jakobinergasse fand ich nicht mehr; an ihrer Stelle stand ein stattliches Steingebäude, das Geschäftshaus ir­gendeines prosperierenden Schiffseigners, und die Stadt selbst schien keinerlei Erinnerung mehr an ihre grauen­volle Vergangenheit zu tragen. Die Loire floß friedlich­heiter in ihrem Bette, und ihre Wellen kräuselten sich und glitzerten in der Sonne über der Stelle, wo mancher seit langen Jahren auf dem Grunde lag.

Das Gefängnis von Le Bouffay drohte noch immer grimmig von jenseits der Brücke herüber, aber um die Strebebogen der Brücke spielten Kinder, ohne einen Ge- danken an die Verzweifelten, die vor dreißig Jahren hier vorüber schritten. Ich wanderte bis zu der Uferstelle, wo mich in der Nacht des Schreckens der Fluß ans Land getrieben hatte, und ich fand noch die Grotte in dem Wäldchen, wo ich meine Kleider getrocknet und den An­bruch der Nacht abgewartet hatte. Ich stand unter den Uferweiden und sah hinaus auf die im Sonnenschein tan­zenden Wellen des Flusses und quälte meine Seele mit Erinnerungen, bis sich mir die Loire mit einem grauen Nebel umzogen, durch den die schattenhastenUmrisse einer Galliote dämmerten ... ein Zimmermann nahebei ar­beitete in einem kleinen Schuppen, und die Schläge sei­nes Hammers waren wie Schläge auf mein Herz . . .

Ich ging nach der Stadt zurück und nach der Rue Galile. Das Haus des Doktors stand noch, aber es trug die Spuren des Verfalls; gebrochene Fensterscheiben,

Spinnweben in den Fensterhöhlen, die Gartenwege mit Unkraut überwuchert. Wer es heute etwa in dem La­byrinth der neuen Straßen suchen wollte, würde es wohl nicht mehr finden. —

Im Jahre 1793 stand dieses Haus auf halbem Wege zwischen der Place Delorme und der Rue Regulus, ge­rade gegenüber der hohen Mauer des Kalvarienklosters. Inmitten des wohlgepflegten, buschigen Gartens mit fei­nen dicken, viereckig zugeschnittnen Hecken sah es behäbig und stattlich aus.

Der Abend nach meiner Ankunft in Nantes mit dem alten Heinrich fand mich lauernd hinter einem Strebe­pfeiler der Klostermauer versteckt. Es war Weihnachts­abend, und mir schien es gewissermaßen bedeutungsvoll, daß ich hier in einer Straße wachte, deren Namen einen so innigen Bezug auf das Leben unseres Herrn und Hei­lands hatte, und daß der Zweck meines Wachens war, Gerechtigkeit an einem Menschen zu üben, der sich ver­maß, den Tempel des Allmächtigen umzustoßen, um an seine Stelle die falschen Götzen der Revolution und den Altar ihrer sogenannten Vernunft zu setzen.

Alte Sitten lassen sich nicht so leicht ausrotten, und weder der Terror Earrieres noch die eisigen Schnee- und Regenschauer jener bitterkalten Winternacht vermochten die ehrenwerten Bürger von Nantes abzuhalten, das Fest der Christenheit, die Geburt des Erlösers, in ge­bührender Form zu begehen. Sie gingen die von dem wässerigen Schnee weißgetünchten Straßen entlang, die Köpfe gegen den Wind gebeugt, zu sehr mit sich selbst be­schäftigt, als daß sie ihre Aufmerksamkeit mir zuwen- beten. Gedrückte Gestalten waren in jenen Tagen in Nantes nichts Seltenes, und niemand hielt es für rat- fam, sich in Angelegenheiten zu mischen, mit denen er nicht selbst unmittelbar zu tun hatte.

Der Wind vom Flusse her brachte die verhaßten Glockenschläge vom Uhrturm von Le Bouffay an mein Ohr, und diese Laute brannten in meiner Seele von neuem mit Erinnerungen und trieben mich zu der Auf­gabe, die ich mir gesetzt hatte, um bann auf immer den höllischen Staub von Nantes von meinen Schuhen zu schütteln. Mich verlangte nach dem Anblick des Mäd­chens, das ich in dem dunklen Haufe dort wußte, und ich fieberte nach dem Augenblicke, wo ich meine Geliebte

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An dem gedeckten Tisch in der Mitte saß Raoul Per» rancourt und ihm gegenüber Marie Tabouret. Einige Minuten stand ich dort in der beißenden Kälte »es ©ar­tens; meine Augen, keine zwei Zoll von der Fenster­scheibe entfernt, sogen gierig die bleiche Schönheit des Mädchens ein.

Ich habe nie die volle Wahrheit über die Teufels- fünfte erfahren, die Raoul anwendete, um mich in den Augen des Mädchens als Verräter erscheinen zu lassen, aber an dem vollen Erfolg dieser Künste zweifelte ich nicht, denn die beiden schienen, als sie so bei Tisch saßen, die besten Freunde. Ich weih jetzt, daß Marie keinen Schimmer von Verdacht gegen den Mann hegte, der ihrem Bruder ein so aufopfernder Freund gewesen, ihnen die Warnung gebracht und mit ihnen auf dem Sumpfe von Sa Tourbiere gekämpft hatte.

Als Marie und ich später verheiratet waren und hier im schönen Land Devon in Frieden und Eintracht leb­ten, sprachen wir selten über die Sache, und ich vermute, daß Marie sich stets ein wenig schämte, weil ihr Glaubt, an mich den Lügen des Doktors aus der Rue Galilee nicht standgehalten hatte. Aber weiß Gott, wenn ich an Lanchon denke und an den Mann, den ich an der Doverstraße hatte liegen lasten, dann kann ich mich nicht darüber wundern.

Ich hatte bereits, während ich im Schatten der Klo­stermauer wartete, einen nebelhaften Plan ausgeheckt wie ich in das Haus meines Feindes einbringen könne, boch bet solchen Sachen ist es immer bester, keine allzu starren Pläne zu fasten, fanbern feine Entschlüsse den Anforberungen ber jeweiligen Sage anzupassen. Beim Anblick Mariens, wie sie dem Doktor Perrancourt so vertrauensvoll ins Auge lächelte, flogen mir alle meine Gedanken wie Spreu vor dem Wind aus dem Kopf,

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in die Arme schließen und mich von jedem Verdacht in ihren Augen reinigen würde. Einen ganzen Monat lang war sie in täglichem Kontakt mit Raoul Perran­court gewesen und hatte stets mit wachsender Bitterkeit im Herzen feine Sügen gegen mich eingefogen. Sie würde dabei an jenen anderen Trug von Sanchon den- ken, für den sie zu einer anderen Zeit Verzeihung gehabt hatte, und würde sich nun sagen, daß ein Mensch, der den Namen und das Erbe eines Toten an sich nehmen konnte, es auch fertig brachte, feine Freunde im Stich zu lasten, wenn es feine eigene Haut galt. Ich rieb meine froftftarren Knöchel, erfüllt von dem zitternden Verlangen, meinem Feind an die Kehle zu springen.

Bei meinem Vorgehen machte ich mir die Beobach­tungen zunutze, die der alte Heinrich zu Beginn des Monats, noch ehe man ihn durch Drohungen adge- fchreckt, angeftellt hatte. Als die Uhr von dem Gefäng- nisturm neun Schläge über die Stadt dröhnte, über­zeugte ich mich, daß das Schloß meiner Pistole in Ord­nung war, überquerte die Straße und fetzte mit einem leichten Sprung über das niedrige Gartengitter.

Die Straße war um diese Zeit so gut wie menschen­leer, ausgenommen etwa in großen Zeitabständen ein eiliger Passant und ab und zu die Streifwache auf ihrem Rundgang. Die letztere bildete meine hauptsächliche Sorge, denn ich hatte kein Verlangen, die Gastfreund­schaft von Se Bouffay neuerdings in Anspruch zu neh­men. So blieb ich einige Augenblicke im Schutz der dichten Hecken, auf mein pochendes Herz lauschend und auf den Hall ber Schritte, ber mir Gewißheit gab über die Bewegungen meiner Freunde, ber Maratbuben. Dann, als mir bie Suft rein schien, kroch ich vorsich­tig, als Weg ein Rasenbanb wählenb gegen ein er­leuchtetes Fenster im Erbgeschoh.

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JV» 172.

Samstag, ven 27. Juli 1929.

politischen Möglichkeiten und die Weltrevolutionen marschierten. Auf diese Weise würde auch aus einem anderen Wege das erreicht, was der zari­stische Imperialismus vergeblich anstrebte: dte Vormachtstellung Rußlands am Stil- len Ozean.

Große Hitze in Norditatten.

wtb. Rom, 26. Juli. (Eig. Meldg.). Aus Norditalien wird eine immer größer werdende Hitze gemeldet, die schon in verschiedenen Orten Opfer gefordert hat. In M a i l a n b fmb zwei Personen an Sonnenstich gestorben, wahrend drei schwer krank im Krankenhaus liegen. 3n -öo» logne wurde ein Zugführer mit einem Sonnen­stich in das Krankenhaus,, eingeltefert. Er ftarr bald darauf.

* Um das Reichsehrenmal. In einer Versamm. hing des Bürgervereins in Chrenbreitstein wurde die Mitteilung gemacht, daß berechtigte Hoffnun­gen vorhanden seien, daß das Reichsehren­mal auf den Ehrenbreitstein käme. Der Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, der in diesen Tagen eine Reise durchs besetzte Ge­biet macht, und mit dem in dieser Sache auch Fühluna genommen wurde, soll sich dahm ausge­sprochen haben, daß er sich dafür einsetzen wolle, daß das Reichsehrenmal nach Abzug der Besatzung nach Chrenbreitstein käme.

* Russischer Fliegerbesuch in Italien. Am Dienstag nachmittag um 5.10 Uhr ist aus Le Bourget kommend das russische Flugzeug „Flü­gel der Sowjets", das einen Rundflug durch die Hauptstädte Europas unternimmt, im italienischen Flughafen Littorio glücklich gelandet, Hum Empfang der Flieger hatten sich auf dem Flug­feld der Unterstaatssekretär für Luftfahrt, Balbo, zahlreiche Fliegeroffiziere und eine große Men- schenmenge eingefunden.

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hältnismäßig leicht mit der bolschewistischen Ge­fahr fertig geworden ist. Nur ein kleiner Flügel der Kuomintang ist heute noch bolschewistisch, die Mehrheit vom Kommunismus abgerückt und hat im Jargon der Moskauer gesprochen, die dritte Internationale verraten.

England hinwiederum hat den bolschewisti­schen Druck in Indien zu spüren bekommen. Ein Teil auch der nichtrussischen Presse will uns glau­ben machen, das englische Gerede vom bolschewi- stischen Einfluß in Indien sei grundlos und habe nur den Zweck, Vorwand zu Maßnahmen gegen den indischen Nationalismus zu bieten. Wir glau­ben das nicht. Es kann kein Zweifel daran sein, daß der nun schon jahrelang dauernde Textilarbei­terstreik in Bombay von Moskau aus angezettelt und unterhalten wird. Es ist ein Gebot der eng­lischen Selbsterhaltung, daß sie gesetzgeberische Maßnahmen ergriffen hat, um die nichtindifchen, darunter auch die englischen Kommunisten des Landes zu verweisen.

Moskau hat sein asiatisches Ziel oft genug dar­gelegt. Die Weltrevolution marschiert den Leuten von Komintern in Europa zu langsam. So ent­stand der Plan, die Weltrevolution von Asien aus marschieren zu lassen. 3n China hat das aufstre­bende chinesische Nationalbewußtfein die Vorberei­tung solcher Pläne rechtzeitig zerstört, weiter ist man in Niederländisch-Indien gekom­men und in Britisch-Indien war man auf dem besten Weg dazu. Was sollte es geben? Einen Ring asiatischer Räteregierungen, die ihre politischen Richtlinien von Moskau empfin­gen etwa so, wie heute die mongolische Regierung von Moskau aus geleitet wird.

Dieses Ziel ist durchkreuzt worden. Könnte Rußland in der Mandschurei einen siegreichen Krieg entfachen, der zum Sturz der russenfeind­lichen Nanking-Regierung führte, so wäre die Lage wiederum eine ganz andere: Moskau würde den größten Teil Asiens beherrschen, ein bolschewisti­sches Asien läge abermals im Bereiche!) er west-

Wos6aus Ostpolitik.

Von Dr. Alphons Nobel.

Das Gespenst eines bolschewistischen Asiens steht hinter den politischen Vorgängen in der östlichen Mandschurei, steht hinter den Entschlüssen des ja­vanischen Kabinetts, steht hittter dem Vermitt- lunasvorschlag des amerikanischen Außenministers. Das Gespenst eines bolschewistischen Asiens ist das aufreizende weltpolitische Faktum der Gegenwart. Das Gespenst eines bolschewistischen Asiens hebt auch diesen kleinen Eisenbahnkonflikt am Amurfluß in die weltgeschichtliche Spannung ganz großer Ereignisse.

Die Komintern haben in Öftesten eine schwere Niederlage erlitten — sagte bereits schadenfroh der interviewte Trotzki. Der Wunsch dieses Renegaten mag der Vater seines Gedankens sein, in Wirklich­keit ist es nicht so weit. Ob Rußland nur mit einer Niederlage (vorerst nur im politischen Sinne) sich aus dieser Affäre ziehen kann, werden erst die kom­menden Wochen und Monate lehren.

Rußland, und das sollte man bei allen Betrach­tungen über diesen wichtigen Gegenstand nicht aus dem Auge verlieren, hat zweierlei Ziele zu verfolgen. Es hat erstens getreu seines bolsche­wistischen Charakters zu versuchen, die Welt- r e v o l u t i o n auch auf die eine ober anbere Weise auszubreiten unb es hat zweitens bie zar i- stisch e Erbschaft zu verwalten. Denn fo leicht läßt bie Weltgeschichte keine Nation aus ber Folge ber zwangsmäßigen politischen Logik, baß mit einem Systemwechsel auch bie außenpolitischen Ziele bes vorigen Systems erlebigt wären. Das finb sie keineswegs. Der Bolschewist hat ben Za­ren, bie Zarin, die Prinzen und Prinzessinnen, die zaristischen Minister und einen großer Teil der nicht­zaristischen Mitglieder ermordet; aber in ihrem Blute sind ihre Ziele nicht erstickt worden. Die zaristische Politik war auch den Imperialisten in St. Petersburg von äußeren Umständen diktiert worden, die man ruhig mit dem Worte Schicksal zusammenfassen kann. Das Schicksal läßt auch Sowjet-Rußland nicht aus. Und so kommt es, daß im Kreml zu Moskau der alte Zarimperialis­mus seine gehorsamen Schüler und Erben findet.

Die mandschurische Bahn, oder wie sie offiziell heißt, die ost chinesische Bahn, war ein In­strument jenes altrussischen Imperialismus. Diese 1500 Klm. lange Schienenstrecke war 1897 von Rußland auf chinesischem Territorium gebaut wor­den und durch Verträge, welche auch das neue China und das neue Rußland erneuert haben, wurde längs dieser Bahn ein 22 Klm. breiter rus­sischer Korridor durch die chinesische Mandschurei geschaffen. Die Bahnstrecke verbindet Sibirien mit der Küste des Stillen Ozeans. Sie kommt von Tschita, durchfurcht die gewaltige Kette des mand­schurischen Randgebirges, tritt in die fruchtbare Ebene der Nordmandschurei ein, hat inCharbin eine Zweiglinie, von der gleich noch zu reden fein wird, und" führt bann weiter burch Gebirge zur Bucht Peters bes Großen, an ber ber russische Ha­fen mit bem stolzen Namen „Macht über Osten", Wladiwostock, liegt. Cs ist bies übrigens nicht bie einzige Verbindung Tschitas unb Sibiriens mit Wlabiwostock. Unfern Tschita zweigt eine anbere Bahnlinie ob, bie auf russischem Territorium bleibt und im Tale des Amur längs der chinesisch-russi­schen Grenze ebenfalls nach Wladiwostock führt. Die oftchinefifche Bahn ist aber nicht nur kürzer als diese Strecke, sie hat auch in Charbin eine Abzwei­gung, bie ebenfalls zur Küste läuft unb an berem süblichen Enbpunkt zwei Namen liegen, von benen ber eine Dairen in Europa kaum bekannt fein dürfte, während ber anbere, wenigstens bei Äel- teren unter uns, in einer sehr bestimmten Erinne­rung steht. Cs ist Port Arthur. Unb bamit ist

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bie ganze Geschichte biefer vom russischen Imperia­lismus gebauten ostchinesischen Bahn angebeutet, eine Geschichte, bie für Rußlanb schon einmal tra« gischen Charakter trug. Denn im russisch' japanisch en Kriege 1905 würbe Port Arthur von ben Japanern erobert unb bie Abzweigung von Charbin bis Dairen ist heute japanisches Eigen­tum, Dairen sogar japanische Kolonie. In biesem Zusammenhänge gesehen, haben bie kürzlichen Er­eignisse an biefer Bahn ben Sinn, bie Hauptstrecke vor bem Schicksal ber Nebenstrecken zu bewahren. Diesmal ist nicht Japan, sonbern China ber Geg­ner, aber China will genau bas Gleiche, was ba- mals Japan wollte: Rußlanb unb seinen Einfluß aus ber Manbfchurei entfernen. Das ist ein Plan, gegen ben Rußlanb sich wehren muß, obwohl feine Verwirklichung vorn chinesischen Interesse aus nur recht unb billig ist. Die Manbfchurei ist chinesisches Lanb unb mit chinesischen Menschen bevölkert. Ruß­lanb aber müßte, wollte es ben chinesischen An­sprüchen nachgeben, seine gesamte sibirische Poli­tik ber letzten hunbert Jahre liguibieren. Das aber kann keine Regierung vor ihrem Volke verantwor­ten, auch eine bolschewistische nicht. Sie benken auch garnicht bran.

Alles was ene tun können, unb damit kommen wir zu dem wahren Gesichte der russischen Pohtik, ist, dieses macktpolitische Ziel mit ber bolsch e = wistischen Politik zu vermengen. Die chinesi­schen Staatsmänner haben, autzerorbentlich klug unb weitschauenb, ben Russen bas leicht gemacht, inbem sie zum Vorwanbe ihres Vorgehens gegen die russischen Beamten der ostchinesischen Bahn deren bolschewistische Propaganda nahmen. Klug war das deshalb, weil so China auf die Weltsym­pathie rechnen kann. Das Gespenst eines bol­schewistischen Asiens läßt nicht nur Amerika, son­dern das auch um Indien besorgte England, ja auch Japan aufhorchen, das von der kommunisti­schen Propaganda mehr als je beunruhigt wird Es war wohl der tatkräftigen Mithilfe ameri> konischen Kapitals zu danken, daß China ver-

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Die Vorhänge waren schlecht zugezogen, so daß ein Spalt Einblick in das Innere des Raumes gewährte. Es war ein kleines, quadratisches Zimmer mit grau­braunen Wänden, an denen einige Bilder, meistens Porträts berühmter Reoolutionshelden, hingen. Die Einrichtung war spärlich und von spartanischer Schlicht­heit. Aber nicht die Einrichtung des Zimmers war es, die mich interessierte

und nur eine Idee beherrschte mich: es galt jetzt, zu handeln, rasch und unverzüglich zu handeln. Ich trat von dem Fenster zurück und kam, einen Rasenplatz über querend, an die Haustür, wo ich ohne weiteres Besinne, mit den Knöcheln der Faust laut anklopfte. Dann war tete ich pochenden Herzens auf das, was kommen sollte. Der Würfel war gefallen.

(Fortsetzung folgt)