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Samstag, den 20. Juli 1929.

zuwaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt).

Nr. 166.

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Die erste Schwebebahn im Harz eröffnet

Die Schwebebahn verläßt die halle.

Auf dem Burgberg bei Harzburg wurde die erste Schwebebahn im deutschen Mittelgebirge fei* eilicö einaeweibt. Die Bahn soll später über das Molkenbaus bis zum Brocken durchgefübrt werden.

Usinger Land gingen bedeutende Wasser­massen nieder, die allerdings dem ausgetrockneten Boden und den Hackfrüchten die nötige Feuchtigkeit brachten, das reifende Korn aber vielfach niederdrücktem Die Aufiaugfähigkeit des Bodens war so groß, daß die Wassermassen ohne besondere Ueberschwemmungen vom Boden ausgenommen wurden.

Dagegen tobte sich das Unwetter in der Umgebung von Oberursel bis tief nach Oberhessen hinein mit furchtbarer Gewalt aus. Der das Unwetter begleitende Hagel zerfchlug im Obertaunuskreis di« vor der Reife stehende Frucht, riß von Obstbäumer große Mengen Früchte und deckte verschiedentlich von den Dächern zahlreiche Ziegel ab.

Im Kreise Friedberg zerstörte der Hagel gleich, falls weite Getreidestrecken. Außerdem walzten die

Sm Wandelkonzrrt

im Schloßgarten veranstaltet heute abend von 6 — 7 Uhr das Trompeterkorps des 5. Artillerieregimentes.

Derfassungskag und katholische Kirche.

Das Kirchliche Amtsblatt für die Diözese Fulda ordnet an: Aus Anlaß des Verfassungstages ver­ordnen wir, daß am Sonntag, den 11. August, in dien heiligen Messen die oratio pro pace einge­legt werde. Außerdem veranlassen wir die hochw. Pfarrgeistlichkeit, in der Predigt auf den Verfassungstag hinzuweisen und die Gläubigen zum Gebete für den Frieden im Va­terland und für di» Versöhnung der Völker aufzufordern.

Ein warmer Sommerabend

beendete den gestrigen heißen Tag. Jeder, der konnte, eilte ins Freie, um Erholung von der brüt» kenden Hitze zu suchen, die noch in den Häusern zurückgeblieben war. Ueberall am Strände der Fulda lagerten die Badenden, besonders in Zie­gel, Kohlhaus und im Freibad an der Rosenau. Die Anlagen waren mit Spaziergängern überfüllt. Das Trompeterkorps der hiesigen Reichswehr hatte zu einem Konzert auf der Schloß­gartenterrasse eingeladen. Und man war In einer für Fulda ungewöhnlichen Stärke gekom­men. Im Schloßgarten man* kein Stuhl mehr frei. Zu Hunderten wandelten die Zaungäste auf der Pauluspromenade aus und ab, um den Klän­gen der Walzer, Märsche und Potpourris zu lau­schen. — Das trockene heiße Wetter behauptet vor­läufig noch die Herrschaft. In Fulda hält sich am Tage die Quecksilbersäule fast bei 40 Grad ad Aus dem Maintal und aus den anderen Seite tälern des Rheines, wo nächtliche Abkühlung du ) frische Bergwinde sich weniger geltend macl ’. kann wie in Fulda, werden Temperaturen bis u 45 Grad gemeldet. Alles dürstet auch nach Was­ser. Der Lauf der Flüsse ist nur noch eine Kette aneinander gereihter Pfützen. Aber am Tage strahlt die Sonne, und nachts leuchtet der Mond vom wolkenlosen Himmel.

10 000 Polizeiverordnungen aufgehoben.

Der vom preußischen Innenministerium zu Be­ginn dieses Jahres herausgekommene Erlaß, durch den die preußischen Regierungsstellen angewiesen worden sind, die vor dem 1. Januar 1890 erlasse­nen Polizeiverordnungen außer Kraft zu setzen, hat, tote der Demokratische Zeitungsdienst mitteilt, zur Folge gehabt, daß bis fetzt insgesamt

Zehn Gebote für heiße Tage.

1. Stehe frühe auf, lüfte zeitig die Betten und schließe spätestens gegen 7 Uhr die Fenster und Läden.

2. Im Zimmer lasse Wasser verdunsten m mög­lichst zahlreichen und flachen Gefässen und du wirst über die angenehme Kühle erstaunt sein.

3. Pei Spaziergängen trage leichte Kleidung und bei praller Sonnenhitze eine ebensolche Kopf­bedeckung.

4. Beim Trinken vermeide alle Hast und kühle dich erst gehörig ab. Das Durstgefühl läßt ganz bedeutend nach, wenn man einen Schluck Wasser solange im Munde behält, bis es warm gewor­den ist. , _

5. Plötzlich kalte Bäder an heißen Sommer- tagen können Tod zur Folge haben. Abkühlung des Körpers und eine schnelle kalte Abreibung der Arme und der Brust ist dringendes Erfordernis.

6. Am Abend nach Untergang der Sonne öffne alle Fenster und Türen und lasse sie während der Nacht möglichst offen. Alle übermäßig warmen Decken beim Schlafen sind zu vermeiden.

7. Sei vorsichtig mit Speisen. Unter keinen Um­ständen dürfenUcht verderbliche Lebensmittel der Sonne ausgesetzt fein. Der setzt unbenutzte Zimmerofen ist für kleine Gegenstände eine vor­zügliche Kühlstelle.

8. Habe ein besonderes Augenmerk auf den Magen und das Wohlbefinden der Säuglinge. Hitzewellen haben fast stets größere Säuglingssterb­lichkeit zur Folge. Die junge Mütter stille ihr Kind nach Möglichkeit selbst.

9. Eingetretene Hitzschläge suche bis zum Ein­treffen des Arztes durch Doffnen der Kleider und Abwaschungen des Kopfes und des Körpers mit kaltem Wasser abzudämmen.

10. Gedenke auch der Tiere in dieser heißen Jahreszeit. Vieh, insbesondere Pferde und Rind­vieh, aber auch Kleintiere aller Art der Sonne stundenlang auszusetzen und sie womöglich festzu­binden,, ist eine arge Tierquälerei. Gib deinen Haustieren mehrmals am Tage reines, frisches Trinkwasser. __

Bekämpfung des Kartoffelkäfers.

Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten weist durch Erlaß vom 1. Juli 1929 darauf hin, daß die Gefahr der Einschleppung des Kartoffelkäfers aus Frankreich nach wie vor sehr ernst ist. Es sei daher erforderlich, den be­teiligten Kreisen erneut eine verstärkte Beobach­tung ihrer Kartoffeläcker zur Pflicht zu machen. Nach der Polizeiverordnung über die Bekämpfung des Kartoffelkäfers vom 30. November 1926 sind den Verdacht des Vorhandenseins des Kartoffel­käfers begründende Erscheinungen binnen 24 Stunden der Ortspolizeibehörde oder der Ge­meindebehörde anzuzeigen. Die Anzeigepflicht liegt dem Nutzungsberechtigten des Grundstücks und in dessen Abwesenheit dem Vertreter ob.

Die Gebühren der Standesämter.

Der Reichsstädtebund hat an den Reichs­justizminister einen Antrag gerichtet, in dem ge­beten wird, eine zeitgemäße Gebührenerhöhung für alle standesamtlichen Handlungen baldigst in die Wege leiten zu wollen. Es wird darauf hinge- wiesen, daß die Vorkriegsgebühren höher waren als es heute der Fall ist. Der Reichsjustiz­minister hat in seinem Antwortschreiben rnit- geteilt, daß er Bedenken habe, dem Gedanken einer Erhöhung der Gebührensätze näherzutreten. Die Lage der Wirtschaft erscheine zu einer Er­höhung öffentlich-rechtlicher Gebühren wenig ge­eignet. Auch die vür kurzem gefaßten Beschlüsse des Reichstages über die Gerichts- und Anwaltsgebüh­ren gehen sämtlich auf eine Ermäßigung der Ge­bührensätze. Aus Gründen gleicher Art haben sich auch mehrere Landesregierungen gegen eine Aen- derung des standesamtlichen Gebührentarifs ausge­sprochen. — Die Bedenken des Ministers sind gerechtfertigt. Durch die Gebührenerhöhung würde die Finanznot der Gemeinden doch nicht beseitigt werden und in vielen Fällen eine unsoziale Belastung eintreten.

Der Fernsprechverkehr mit Italien.

Vom 15. Juli an sind im Fernsprechverkehr mit Italien Monatsqespräche in der verkehrsstar­ken Zeit, und zwar sowohl für sämtliche Tage des Monats (30 Tage rechnend) als auch unter Aus­schluß der Sonn- und Feiertage (25 Tage rechnend), sowie Auskünfte zugelassen.

Disziplmar-Amnestie iy Preußen.

Einem Wunsch des Landtages entsprechend, wird laut „Voss. Ztg." die preußische Regierung in der nächsten Zeit eine Diszivlin/rr-Amnestie

10000 Polizeiverordnungen aufgehoben sind. Dre Zahl der Behörden, die zum Erlaß von Pollze^- verordnungen befugt sind, st>ü.beschrankt werben, und zwar sollen Ortspollzeibehorden unter oOOO Einwohnern in Zukunft Polrzerveror d - nunaen nicht mehr erlassen. Eine solche Maßnahme wird zur Folge haben, daß statt der jetzt in Preußen vorhandenen 11500 Behörden, die sum Erlaß von Polizeiverordnungen befugt sind, m Zukunft nur noch etwa 1500 Behörden em solches Recht haben.

Das kostet das Kranksein?

Nach einer soeben fertiggestellten Statistik, an der sich gut die Hälfte aller deutschen Ortskranken­kassen, mit über % aller Mitglieder beteiligt ha­ben, sind im Jahve 1928 für die Zwecke der Kran- tenlnlfe über 780 Millionen Mark ver­ausgabt worden. Fast 184 Millionen Mark betrugen die Kosten der ärztlichen Behandlung, fast 35 Millionen Mark die Ausgaben für Zahnbe­handlung, etwa 104 Millionen Mark wurden für Arzneien und Heilmittel, etwa 122 Millionen Mk. für Krankenhausbehandlung ausgegeben. Die so­genannten Barleistungen, das heißt Krankengeld, Haus- und Taschengeld beliefen sich auf fast 332 Millionen Mark. Für Genesendenfürforge wur­den 3V» Millionen Mark verausgabt. Auf den Kopf des Versicherten fallen von diesen Kosten 77 Mark. Das Kranksein ist also eine kostspielige Sache. Um so wichtiger ist die auch von den Kran­kenkassen in jeder Weise geförderte Vorbeu­gung. Allein nach der vorliegenden Statistik wurden für allgemeine Fürsorge über 9 Millio­nen Mark, darunter für Kinderfürsorge 4% Mil­lionen Mark ausgegeben. Ader auch im Interesse des einzelnen liegt es, die Krankheitskosten so­weit als möglich durch eine gesundheitsgemäße Lebensführung zu vermindern, denn natur­gemäß müssen mit den Ausgaben der Krankenkas­sen auch die zu zahlenden Beiträge erhöht werden, die ja zu % dem Arbeitnehmer vom Lohn abgezogen werden.

lautete auf 70 bezto. 60 Mark Geldstrafe. — Der M. F., hier, vorbestraft, der ate Nacht­wächter in einer hiesigen Fabrik tätig war, nahm verschiedentlich Treibriemenstücke mit, deren Wert auf 25 Mark geschätzt wurde. Er bat der Firma den Schaden ersetzt. Wegen Diebstahls erhielt F anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von einer Woche 50 Mark Geldstrafe. — Ein Gastwirt von hier war angeklagt, Fleisch von drei Ziegen- kümmern vorsätzlich der Fleischbeschau entzogen zu haben. In der Hauptverhandlung konnte nicht festgestellt werden, daß der Beschuldigte das fleisch vorsätzlich der Untersuchung entzogen hatte. Es erfolgte seine Freisprechung. - Freigespro­chen wurde auch der A. Sch. von hier, der gegen einen Strafbefehl über 10 Mark Einspruch ein­gelegt hatte.

— Aus der Dompfarrei wird uns geschrieben: Am kommenden Sonntag, den 21. Juli, macht der kath. Ju­gend- und Jungmännerverein wie alljährlich {einen Fa­milienausslug nach Kleinheiligkreuz. Nicht nur alle Mitglieder und deren Eltern und Angehörigen wer­den erwartet, sondern auch alle Psarrangehörigen sind herzlich willkommen. Das Programm verspricht einige frohe Stunden in Gottes schöner Natur im Kreise fröh­licher junger Menschen. Abmarsch pünktlich morgen« 6.30 Uhr vom Vereinshause, Kronhofstraße. Nach An- kunft in Kleinheiligkreuz hl. Messe mit Predigt. Danach Abkochen, Spiele, Unterhaltung aller Art rote Ballspiele, lebender Rasen usw. Am Nachmittag Ausführung eines Freilichtspiels. Nach einer kurzen Andacht Abmarsch und abends Einzug in die Stadt mit Fackeln und Musik; Abendlied vor dem Vereinshaus in der Kronhofstratze.

= Evangelischer Volksverein. Man schreibt uns: Die Halbjahrs-Äeneralversammtung. Die gestern abend stattsand, war schwach besucht. Beschlos­sen wurde das diesjährige Sommerfest am 18. Auguft bei Mitglied Gastwirt S-bob in Soras abzuhalten. Die Ausarbeitung der Festfalge wird dem Vorstand überlassen. An dem nächsten Sonntag stattflndende Ausflug nach Schlitz-Hersfeld (Abfahrt 8 Uhr W in Autos ab Gemeindehaus) können noch einige Mitglie­der teilnehmen. Anmeldungen müssen ,edoch bis heute (Freitag) Abend 8 Uhr bei Herrn Zirkenbach erfolgt fein. Am 30. Juli vormittags trifft hier von Soden- Salmünster kommend der Mozartchor von Berlin em, der Abends im Stadtsaal ein Konzert veranstaltet. Es fehlen noch Quartiere für 15 Mädchen. Evangelische Familien, die geneigt sind, ein Mädel wahrend der Nacht aufzunehmen, werden gebeten sich an Herrn A. Zirkenbach, Brauhausstraße 5, zu wenden.

--- Userini-Theaker. Der Zauberkünstler im Bürger- verein tritt morgen (Samstag) abend wieder mit einem neuen Programm, das viele interessante Experimente, wie „Phantom" und „Rätsel der Luft enthält, vor das Publikum.

— Großes Wiedersehen der Kameraden des ehema­ligen Ref.-3nf.-Kegt 87 findet am 27. und 28. 7. 29 ?,u Limburg statt. Auskunft erteilt bereitwill'gst: Hu- binger, Hofpitalstraße und Ball, Efchhöferweg, beide tr Limburg. —*■■■—

Schwere Nachtgervitter.

Unwetterfchäden im Taunus, in der weikerau und der Provinz Oberheffen. — 122 Schafe vom Blitze erschla­gen. — Großfeuer im Wölfersheimer Transsormakoren- haus. — Das Gewitter brachte aber auch den erfhenlen Regen.

Nach der tropischen Hitze, die feit Sonntag ge­herrscht hatte, entluden sich Donnerstag früh im Taunus und im Westerwald schwere Gewitter, die vielfach mehr als eine Stunde wüteten. Wäh­rend sie in den meisten Fällen als sogenannte Höhen- gewitter mit geringem Regen auftraten, richteten sie an den Südhängen des Taunus besonders schweren Schaden an. In der Idsteiner Senke und im

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Saison

Fulda, den 19. Juli 1929

Fuldaer Zerienfreude.

Sn diesen schönen Wochen der Sommerferien sind manche gutgestellte Eltern mit ihren Kindern an die See und an sonstige gepriesene Erho­lungsplätze gereist. Da wir aber auch in unserem schönen Fuldaer Land die hauptsächlichsten Fak­toren gesundheitlicher Kräftigung: Sonne, frische Luft, grüne Wiesen und erfri­schendes Wasser zu Verfügung haben, hat die fürsorgliche Stadtverwaltung sich bemüht, daß auch die Daheimgebliebenen für die Serien» «it nicht zu kurz kommen und, wenn das Gebot der Pflicht wieder zur Schule ruft, von ebenso fro­hen erlebnisreichen und genußvollen Ferientagen erzählen können wie weitgereiste Hätschel-Hänschen. An allen Nachmittagen sammeln sich seit Ferien­beginn über 200 Fuldaer Schulkinder in der Jo­hannisau, um bet Spiel, mannigfaltiger Kurzweil und erlesenen Genüssen für Zunge und Magen echte Ferientage zu erleben. Durch die sachkun­dige und hingebende Mitwirkung einer größeren Zahl von Pflegern und Pflegerinnen ist es mög­lich geworden, verschiedene Gruppen nach Geschlecht und Alter zu bilden und so den Betrieb recht leb­haft zu gestalten. Auf den geräumigen Platz an der Südseite des Borussen-Stadions, auf dem ein geräumiges Zelt aufgebaut ist, kommt gleich nach Beginn der Spielzeit, mit Jauchzen begrüßt, der Wagen der Fuldaer Molkerei und bringt köstlich erfrischende und nahrhafte Milch. Alles labt sich an dem kühlen Trank. Dann treten Tanz und Spiel in ihre Rechte. Es wird in luftiger Klei­dung gesungen und gesprungen nach Herzenslust. Juli - Sonne und Bergluft von den über dem Fuldatal aufsteigenden Rhöngipfeln haben reich­lich Gelegenheit, die oft recht erholungsbedürftigen kleinen Mitbürger zu kräftigen. Die Freude er­reicht ihren Höhepunkt, wenn die muntere Schar gruppenweise in die natürlichen Plansch-Becken, die die Fulda in der Johannisau gebildet hat, un­ter besonderer Ueberwachung hineinspringen dür­fen. Was ergibt so ein bewegter Nachmittag in Luft und Wasser ein gesundes Hungergefühl! Mit Begeisterung geht es deshalb, wenn die Vesper­glocke verklungen ist, in Reih und Glied zum Hl.- Eeist-Hospiz, wo die Schwestern ein kräftiges Abend­essen bereithalten. Leuchtenden Auges erzählen die Kleinen, daß bei dieser Mahlzeit solange Speis und Trank zur Verfügung stehen, als sich noch Be­gierde nach leckerem Mahl regt. Ein gesunder und reichlicher Schlaf in der Obhut besorgter Eltern krönt dann die Ferienkur der Kleinen und im Einschlafen denken sie an die bevorstehenden Ge­nüsse des nächsten Tages. Höhepunkt der Ferien­zeit ist ein größerer Ausflug, der sowohl von der Knaben- als von der Mädchenabteilung mit Post- krastwagen in das schöne Fuldaer Land unternom­men wird. Gestern war für die Knaben dieser Festtag. In der nächsten Woche kommen die Mädchen dran. Dank sorgfältiger Vorbereitung durch das Städtische Wohlfahrtsamt und durch be­reitwillige Mitarbeit anderer in Betracht kommen­der Stellen kann die Einrichtung mit bescheidenen finanziellen Mitteln durchgeführt werden. Besser gestellte Eltern bezahlen für die ganze Ferienzeit 3 Mark, für leistungsschwache Ellern gibt es Er­mäßigung ober Freistellung. Es ist jetzt schon das dritte Jahr, in dem diese wohltätige Einrichtung durchgeführt wird. Für das nächste Jahr sind wei­tere Verbesserungen der Ferienspiele in Aussicht genommen. Sie bilden eine sehr zweckmäßige E r- gänzung der auch weiterhin durchgeführten Unterbringung besonders schwächlicher und erho­lungsbedürftiger Kinder in auswärtigen Kinderheimen. Letztere Erholung wird in diesem Jahr etwa 80 Kindern zuteil. Mit diesen Maßnah­men für die gesundheitliche und geistige Wohlfahrt der Kinder namentlich der unbemittelten Schichten kann sich die Stadt Fulda im Vergleich mit ande­ren Städten wohl sehen lassen. I. K.

erlassen, für die die Vorbereitungen bereits im Gange sind. Es sollen alle Disziplinarurteile darauf­hin durchgeprüft werden, ob und inwieweit sie Raum für einen Gnadenerweis lassen. Es hau- bett sich also, ähnlich wie bei der letzten preußi­schen politischen Amnestie, um Einzelbegnadigungen, in die auch Disziplinarvergehen nichtpolitischer Natur einbegriffen werden.

wann sind die preußischen Sommunalwahlen?

Vor einigen Tagen wurde mitgeteilt, daß es ziemlich feststehe, daß die preußischen Kommunal­wahlen am 17. November ftattfinben werden. Nun hören wir von Regierungsseite, baß man wohl mit diesem Termin rechnen kann. Das preußische Staatsministerium habe sich aber noch nicht endgültig entschieden. Es wollte erst noch die Verabschiedung des Umgemeindungsgesetzes für bas rheinisch-westfälische Jnbustriegebiet ab» warten, bamit bie bort notwendig roerbenben Um­bildungswahlen mit den eigentlichen Kommunal­wahlen zusammenfallen. Vor Mitte August ist eine Entscheidung des Staatsministeriums nicht zu erwarten. — In eingeweihten Kreisen bezeich­net man unter Hinweis auf die verfassungsmäßigen Schwierigkeiten in der Durchführung der Umge« meindungsangelegenheit den Termin vom 17. No. vember noch als sehr ungewiß.

Die Verzeichnisse der Heimarbeiter, Zwischenmeister und Ausgeber, die von Un­ternehmern Zwischenmeistern und Ausgebern ge» führt werben müssen, sinb nach einer im Amts­blatt Nr. 27 der Regierung Kassel vom 6. Juli 1929 veröffentlichten Derorbnung von den zur Führung Verpflichteten alljährlich bis zum 1. Sep­tember in je einer Abschrift der Ortspolizeibehörde unb bem Gewerberat einzureichen. Für bie zu führenden Verzeichnisse sind besondere Muster vorgeschrieben, die ebenfalls im Amtsblatt abge» druckt sind. Die Formulare für diese Verzeichnisse sind in der Waisenhaus-Buchdruckerei in Kassel er­hältlich.

Die Ausstellung im Stadlsaal, die in wirksamer Weise die Kunstschätze, die kul­turellen Leistungen und die wirtschaftliche Lage des feit kurzem unserer Provinz angegliederten Lan­des Waldeck zeigt, dauert nur noch we­nige Tage. Sie wird am Sonntag, den 21. Juli, abends 7 Uhr geschloffen. Um jedem Bürger den Besuch zu ermöglichen ist das Ein­trittsgeld auf 20 Pfennige ermäßigt wor­den. Wir empfehlen unfern Lesern nochmals drin­gend den Besuch dieser anregenden unb aufschluß­reichen Veranstaltung.

2Han muß für feine Tat einstehen.

Gestern nachmittag wurde eine hiesige Rad­fahrerin in der Künzeller st raße vor der Gärtnerei Angeli von einem Motorrad- f a h r e r, der entgegen der Vorschrift rechts statt links überholte, angefahren unb vom Rab geschleudert und verletzt. Der Motorradfah­rer versuchte, ohne sich um die Verletzte zu kümmern, davon zu fahren. Die Nummer des Rades konnte jedoch von Passanten festgestellt und der Motorradfahrer zur Anzeige gebracht werden.

Radfahrer überrennt ein kleines Mädchen.

Von einem Radfahrer angefahren wurde ge­stern abend ein 4jähriges Mädchen am Butter­markt, das Kind kam zu Fall und wurde am rech­ten Knie sowie an der Oberlippe verletzt. Der rücksichtslose Radfahrer, der in über­mäßig schnellem Tempo vom Steinweg nach dem Schweinemarkt fuhr, kam zur Anzeige.

Aus dem Gerichtssaal.

Der K. R., hier, hatte in 1926 bei einem Tapeten- unb Farbenhaus in Kehl' verschiedene Posten Tapeten im Werte von über 181 Mark bestellt, aber bis heute keine Zahlung geleistet. Mit Rücksicht auf seine wiederholten Vorstrafen wegen Betrugs wurde R. zu sechs Monaten Ge­fängnis verurteilt. — Vier Einwohner von Mittel­robe waren des gemeinschaftlichen Jagdvergehens angeklagt. Bei Eintritt in bie Hauptverhandlung stellte sich heraus, daß einer der Angeklagten bei Begehung der Tat noch keine 18 Jahre alt war. Deshalb mußte seine Aburteilung an das Jugend­gericht überwiesen werben. Die Vier fanden im Walde bei Mittelrode einen frisch angeschossenen Hirsch. Sie schafften das Tier nach Fulda und verkauften es an ein Geschäft. Bei diesem Ver­kauf wirkte auch der Färber F. D. von hier mit. Der I. I., der bereits wegen unbefugten Jagens vorbestraft ist, erhielt einen Monat Gefängnis, E. M. statt einer verwirkten Gefängnisstrafe von 14 Tagen 70 Mark Geldstrafe, R. M. erzielte Freisprechung. Wegen Beihilfe beim Absatz des Hirsches erhielt F. D. 30 Mark Geldstrafe. — In angetrunkenem Zustande leisteten am 8. März zwei junge Männer aus einem Nachbarort in der Petersbergerstraße einem Polizeibeamten, der sie wegen Feststellung ihrer Personalien zur Wache führen wollte, energisch Widerstand. Das Urteil

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