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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Aulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 161

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Sonntag, 14. Juli 1929.

Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48 Pf.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0,15 5UL, auswärts 0,20 jUl. Reklamezeile: lokal 0,60 .M., auswärts 0,80 'M. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheck!. Franks, a. M. 4051.

Sb.Zahrg.

Da es sich bisher um eine erste Lesung handelte, wurden endgültige Entschließungen noch nicht ge­faßt. In zwei weiteren Tagungsabschnitten soll die Kommission bis Ende Juli noch den Personen­kreis der Arbeitslosenversicherung, verschiedene kleine Probleme und schließlich die finanziellen Fragen noch einmal in ihrer Gesamtheit erörtern.

Stilblüten.

Die Ausdrucksweise der Hugenberg-Bundesgenosfen.

In dem nationalsozialistischen Kampfblatt „Nie­dersächsischer Beobachter", in der Ausgabe vom 6. Juli, finden ft 'd<in einem Artikel, der die ge­schmackvolle Ueberschrift trägt: „Wer wird man zuerst hängen?" folgende Bekenntnisse der nativ- na lsozialistischen Seele:

„Die national-revolutionären Kräfte werden fanatischer als vorher und ohne die seitherigen Organisationen und ihre Führer im Dunkel der Illegalität einen Vernichtungskampf des einzelnen wider den einzelnen begin­nen, von dem Schüsse auf Eisner, Erzberger, Scheidemann, Rathenau nur ein schwacher Vorge­schmack sind."

Und an einer anderen Stelle: „Daß der feiste Geschäftemacher Matthias Erzberger, den die Pistolenschüsse fanatischer Nationalisten dem Tode langsamer Ueberernährung und qualvoller Herz- Verfettung entzogen, ebenfalls neben Ebert's Pla­kette gesetzt wurde, das würden wir uns an Frau Ebert's Stelle ganz entschieden verbitten."

So sehen die Leute aus, die sich als die ein­zigen wahren Retter Deutschlands hinzustellen be- liehen. Erzberger hat bekanntlich damals, als durch „die Irrungen und Wirrungen der Führer" Deutsch­land den Krieg katastrophal verloren hatte, unter Aufopferung seiner Person den völligen Untergang

Poincarä redet weiter.

dow 7 Wochen, bei Leo und Eugen Hirsch so­wie bei Bela Grosz eine Woche und bet Schneidt 5 Tage.

Sämtliche Angeklagte nahmen den Antrag ohne ein Zeichen äußerer Erregung auf.

Aktive Außenpolitik der Zentrumspartei.

Die Forderung des Rheinländer. - Deutsch-belgisches Markabkommen abgeschlossen. — poincare in Bedrängnis.

Der Vorsitzende der Deutschen Zenttumspartei, Professor Dr. Kaas, der zurzeit in einem Sana­torium in Berlin von Prof. Dr. Sauerbruck be­handelt wird und auf dem Weg der Genesung ist, hat an Reichsminister Dr. Wirth ein Schreiben gerichtet, in dem er seine Besorgnisse mitteilt über die neuerdings in einem Teil der französischen Presse aufgetauchten Bestrebungen, den Gedan-

Die Strafanträge im Stinnesprozeß

5lcht Monate Gefängnis gegen Hugo Stinnes beantragt.

Am Dienstag hat der Preußische Landtag das Konkordat angenommen. Die Entscheidung ist überraschend schnell gekommen, wenn wir bedenken, daß das Konkordat in kürzester Zeit eine Reihe von Gefahrenzonen durchlaufen mußte: Die Ge­fahr, nur bei gleichzeitigen Verträgen mit den protestantischen Landeskirchen angenommen zu werden. Das hätte die Annahme auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben, wenn nicht ganz vereitelt. Dis Gefahr, günstigeren Falles wenigstens erst am Ende des Jahres in Kraft zu treten. Die Gefahr, nicht ohne Zusätze und Klauseln den Landtag zu passieren. Die Gefahr, wegen seines Inhalts über­haupt abgelehnt zu werden. Die außerordentlich kritischen Stunden für das Konkordat am letzten Freitag, seinem zweiten Beratungstage, haben ge­zeigt, daß diese Gefahr viel größer war, als man vorher auch nur geahnt hätte. Eines ist jedenfalls sicher: Nuntius Pacelli hat im Konkordat alles er reicht, was sich darin überhaupt erreichen ließ. Hätte fein Inhalt auch nur einen Grad höher an Plus für die Kirche gestanden, so wäre es allem Anschein nach zu Falle gekommen. Wir haben unwillkürlich das Gefühl, daß da die Vorsehung ihre Hand im Spiele hatte.

Das noch mehr, wenn wir das unerwartet gün- {tifle Ergebnis der Endabstimmung in Rechnung

l)sregterung, die auf den Gedan- permanenten Kontrollkommission ein­gehen würde, in schärfste Opposition tte- ten. Dr. Kaas setzte in die politische Umsicht der Reichsregierung und in ihre Energie das Ver­trauen, daß jedem Versuch entgegengetreten wird, die Souveränität des Reiches in der entmilitari­sierten Zone noch weiter zu schmälern, und bittet Dr. Wirth — zusammen mit den übrigen Mitglie­dern der deutschen Delegation der bevorstehenden Konferenz — nichts unversucht zu lassen, um alle, die guten Willens sind, von dem aussichtslosen Versuch abzuhalten, das beabsichtigte Werk der Befriedung mit einer vertraglich unberechtigten und sachlich sinnlosen Demütigung des deutschen, insbesondere des r h e i n i s che n Volkes zu belasten.

Die Mittagsstunden des letzten Dienstags be­deuten Geschichte für die preußischen Katholiken. Die Bullen von 1821 und den folgenden Jahren, die noch bestehenden letzten Auswüchse und Aus­läufer der Kulturkampfsgesetzgebung, alles das liegt jetzt hinter uns. Es gilt nicht mehr. Es ist abzelöst von einem Neuen, und dieses Neue gibt der Kirche im Wesentlichen und Entscheidenden die Freiheit, die ihr die Weimarer Verfassung ver­sprochen hat. Was den Aufftieg des katholischen Lebens in einem Volke entscheidet, das ist in aller­erster Linie das katholische Priestertum, das sind tief religiöse, treu kirchliche, selbstlos apostolische Priester. Durch das Konkordat ist aber der Kirche gerade in der Ausbildung und Erziehung ihrer Priester,, in deren Einsatz für die Seelsorge, in der Priester, in deren Einsatz für die Seelsorge, in der Bischöfe eine Freiheit gesichert, wie sie ihr bisher in Preußen nie auch nur annähernd beschieden war. Andererseits sind die vernünftigen und be­rechtigten Wünsche von Heimat, Volk und Staat

Schäden während 37 Jahren folgende Annuitäten zahlen:

Im ersten Jahre 16,2 Millionen Mark, im 2., 3. und 4. Jahre je 21,5 Millionen Mark, vom 5.—12. Jahr je 26 Millionen Mark, vom 13.—20. Jahr je 20,1 Millionen Mark, vom 21.—37. Jahr je 9,3 Millionen Mark.

Das Abkommen tritt erst nach Ratifi­zierung in Kraft, die gleichzeittg mit der Ratifizierung der Staatsverträge über den Sach­

ten der sogenannten „Feststellungs- und Vergleichskommission" ungeachtet der deutscherseits mit Einmüttgkeit erfolgten Ablehnung als eine französische Forderung auf der kommen­den politischen Konferenz noch weiter zu vertre­ten. Die Deutsche Zentrumspartei würde zu je­der Reichsregierun kcn einer i

nämlich, daß Verfassungen genau so viel praktische . Wirkungskraft haben, als sie den Bestrebungen, den Auffassungen, dem Wollen der beherrschenden Volkselemente entsprechen. Ein Großteil der be­herrschenden Volkselewente in Preußen steht aber im Gegensatz zu dem Toleranzgedanken der Wei­marer Verfassung, jedenfalls da, wo es sich um die Rechte der Katholiken handelt. Wenn wir das noch nicht gewußt hätten — gerade die Landtags­oerhandlungen über das Konkordat haben es uns mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit gezeigt. Es sind in unserem Volke zu viele, die trotz Wei­marer Verfassung die Bindungen der katholischen Kirche durch das alte Staatskirchentum unbedingt erhalten wissen wollten und für ihre Auffassung hartnäckig das geltende Recht in Anspruch nahmen. Bei Scheitern des Konkordats wäre der Konflikt fast unvermeidlich gewesen: gerade kein Kultur­kampf, aber überaus lästige Spannungen, die sich für uns Katholiken auf anderen Gebieten, nicht zuletzt auf dem der Schule, sehr unangenehm aus­gewirkt hätten. Gerade um die Schule willen müssen wir froh sein, daß der Hl. Stuhl das Kon­kordat auch ohne Schulartikel unterzeichnet hat, so schwer und so hart ihm das angekommen sein mag. Jetzt ist gegenüber allen den Spannungen zwischen der Verfassung und entgegengesetzten kul­turpolitischen Bestrebungen im Volke, wenn nicht in allen, so doch in einem guten Teile wesentlich­ster katholischer Interessen durch einen internatio­nalen Vertrag klares und festes Recht geschaffen. Mit dieser Rechtssicherheit hat uns das Konkordat ein nicht hoch genug zu wertendes Gut geschenkt.

. Ein besonderes Wort des Dankes sagen wir un­serem Apostolischen Nuntius Eugen Pacelli. Ein Wort des Dankes für seinen unbeugsamen Mut und seine geradezu hartnäckige Ausdauer in den langen Jahren der Verhandlungen. Wenn andere die 'Hoffnung aufgaben und die Sache für aussichts­los hielten — er arbeitete mit absoluter Ruhe und Zielsicherheit weiter. Ein Wort das Dankes für seine überlegene Klugheit und Anpassungsfähig­keit an die ganz eigentümlich schwierige Lage. Das preußische Konkordat ist ein Musterbeispiel diplo­matischer Geschicklichkeit, genauer Abwägung und feinfühligen Ausgleichs verwickelter Verhältnisse. Ein Wort des Dankes vor allem für feine selbstlose, opfervolle Arbeit. Das Konkordat ist das Ergebnis unverdrossenen» jahrelangen Mühens bei Tag und Nacht. Das Andenken an Nuntius Pacelli wird bei uns Katholiken in Preußen und ganz Deutsch­land gesegnet bleiben.

Der Reichsminister Dr. Witth bestätigt in seinem Antwortschreiben, daß in der Tat die französische Presse die Forderung einer dauernden Feststel- lunqs- und Vergleichskommission für die entmili­tarisierte Zone am Rhein propagiere. Frankreich fei, aber schon jetzt, das heißt nach dem in Kraft befindlichen Vertragsrecht, mit einem doppelten Ringwall von Sicherungen umgeben.

„Ich wage zu sc-zen, daß jeder neue Orga­nismus, der auf ein Dauerkonttolle der entmili­tarisierten Zone gerichtet ist, Frankreich keine hö- beren Sicherheiten geben kann als die bisherige Regelung. Der Unterschied könnte deshalb nur der fein, daß unsere Rechtsgarantien vermindert wür­den. Da Frankreich auch bei Geltendmachung sei­ner Sicherheit von uns doch nichts verlangen'kann, was nicht recht und billig ist, so kann es auch nicht eme Verminderung unserer Rechtsgarantien an­streben, die doch künftigen Schikanen, Mißbräuchen und Bedrückungen gegen uns Tür und Tor offnen Wurden, ohne die Sicherheit Frankreichs int ge­ringsten zu verbessern. Wir halten fest an der Verbindung des Völkerbundes mit den Aufgaben der Friedenssicherung im allgemeinen und denen tn Bezug auf die entmilitarisierte Zone am Rhein

besonderen. Die bestehenden Dauerregelungen m Bezug auf die entmilitarisierte Zone weisen eine Verbindung mit dem Völkerbunde auf, die wir mcht ^lockern können. Die dauernde Neuschaffung von Sonderorganismen ist eine Verwässerung und Schwächung des völkerbundlichen Grundgedankens."

Zum Schluß heißt es in dem Schreiben: Eine Dauerkommission über die Rheinlande wäre, wenn- Eeich vielleicht in gleißender Verbrämung, ein Schlag gegen Deutschlands Recht, der mit dem Ruhreinbruch verglichen werden könnte, und em Rückschritt in der ganzen friedlichen Entwick­lung.

Belgiens lNark-Forderun?.

Brüssel, 13. Juli. (Eig. Meld.) Die Ver- yandlungen zwischen den Bevollmächtigten der deutschen und der belgischen Regierung sind heute zum Abschluß gekommen. Das Abkommen ist heute vormittag in Brüssel unterzeichnetwor­den.

Nach dem Abkommen wird Deutschland an Belgien wegen der im Zusammenhang mit der Besetzung Belgiens entstandenen wirtschaftlichen

Zwei Jahre Gefängnis für Motz.

Das Ende eines ehemaligen französischen Finanz- Ministers.

Die Pariser Sttafkammer hat den ehemaligen französischen Finanzminister und Senator Klotz wegen Ausgabe ungedeckter Schecks, Untreue und Betrugs zu zwei Jahren Gefäng- niS und 50 Franks Geldstrafe verurteilt. Klotz war es vor allem, der als Finanzminister für eine deutsche Kriegsentschädigung in der unsinnigen Höhe von 135 Milliarden Goldmark eintrat und der feinen Landsleuten immer wieder verkün­dete: „Le Boche qoyera tout", der „Boche" wird alles bezahlen.

bat, geregelt, so wie es dem Charakter und dem Recht der katholischen Kirche einzig entspricht. Der Preußische Staat hat diese rückhaltlos loyale und freundliche Haltung der Kirche gegenüber einge­nommen entgegen feinen bisherigen jahrhunderte­alten Hemmungen in diesen Dingen, trotzdem die Kacholiken in ihm eine Minderheit darstellen, trotz des weiteste Kreise feiner nichtkatholischen Bevöl­kerung beherrschenden Widerwillens gerade gegen ein Konkordat, ohne der sicher nicht berechtigten, aber hartnäckig geltend gemachten Forderung aus gleichzeitige Verträge mit den protestantischen Lan­deskirchen nachzugeben. Damit steht das Ereignis als ganz einzigartige Tatsache da in der Ge­schichte der katholischen Kirche in Preußen.

. , „ _±. . I btge Informationen über die Minderheitsfrage zu

zwhen. Von 415 Stimmen waren 243, also eine erhalten und bat die Völkerbundsunion, ihm alle

Mehrheit von 71 Stimmen, für den Vertrag. Da- Informationen zu senden, die von ihr für beson­

der bekannte sich nur das Zentrum rückhaltlos zum- I ders wichtig erachtet werden katholischen Standpunkt. Die große Masse der I Ä. .. .. , . , ..... ..

abgegebenen Stimmen kam von Abgeordneten und I Einschränkung des britischen Flotten-

Parteien, die uns Katholiken weltanschaulich dia- bauprogramms.

metral entgegenstehen. Achtung vor der Furcht- I — London, 13. Juli. (Eig. Meld.). Daily Tele- losigkeit des ostpreußischen Abgeordneten Goldau I kttaph berichtet: Wichtige Aenderungen in der vom katholischen Flügel der deutschnationalen I Flottenpolitik werden jetzt klar angekündigt. Die Volkspartei, der am Dienstag vor der Abstim- I Regierung, hat wie verlautet, aus Gründen sowohl mung offen erklärte, das Nein senier Partei zum I der hohen Politik als auch nationalen Ersparnissen Konkordat nicht mit seinem katholischen Gewissen I beschlossen, eine Revision des Schisfsbau- vereinbaren zu können, und der lieber seine Par- I Programms der letzten Regierung durchzu- tei als seine Ueberzeugung opferte. Es scheint, tuf)re"- vielleicht findet sogar eine volle Aufhebung

daß feine mutige Tat nicht ohne Wirkung auf an- °es Bauprogramms für das laufende Jahr statt,

bere Katholiken ber deutschnationalen Fraktion ge- öas unter anderem den Bau von drei Kreuzern,

blieben ist. Die Haltung der Fraktion und ihres j neun Zerstörern und sechs U-Booten vorfah.

katholischen Flügels im Ganzen hat die Katholiken I —————

aufs äußerste befremdet und enttäuscht. Ent- I * Zur Reform der Arbeitslosenversicherung, täuscht? Vielleicht haben die Einsichtigen gar nichts I Die Sachverständigenkommission zur Begutachtung anderes erwartet. Jedenfalls ist jetzt Klarheit ge- I von Fragen der Arbeitslosenversicherung beschäf- schaffen. Ein für allemal! I tigte sich in ihren beiden ersten Tagungsabschnitten

Die Mittagsstunden des letzten Dienstags be- I mit der berufsüblichen Arbeitslosigkeit, dem Ver- deuten einen großen moralischen Sieg der katholi- I hältnis zwischen Versicherungsbeiträgen und -lei- schen Kirche: Der Preußische Staat hat wesentliche I fhingen, den Begriffen der Arbeitslosigkeit Ar- Beziehungen zwischen Kirche und Staat durch einen beitsfähigkeit und Arbeitswilligkeit sowie mit den förmlichen internationalen Vertrag, ein Kontor- I Fronen ber Höbe und Dauer ber Unterstützung

Ministerpräsident Poincare kämpft in einer Rede, die schon mehrere Tage dauert, um die Zu­stimmung der Kammer zu der ©djulbenregelung mit Amerika. Er ging in großen Zügen auf die Verhandlungen ein, die zum Abschluß des Eail- laux-Churchill-Abkommens führten, und erklärte, daß Frankreich nicht eine eigentliche Schutzklausel, sondern nur das Recht erlangt habe, im Falle der Einstellung der deutschen Zahlungen eine Revision zu verlangen. Das britische Schatzamt habe erklärt, daß Frankreich, wenn es die zehn Milliarden an Amerika zahle die gleiche Summe an Großbritan­nien zahlen mühte. Poincare bezeichnet es als sicher, daß England und die Vereinigten Staaten, falls die Kammer in den Text des Ratifizie- „„„ ullu WUU1

rungsgesetzes irgend einen Vorbehalt aufnehmen in ber Besetzung der kirchlichen' Aemter durchaus sollte, sich für berechtigt halten wurden, die Ab- entgegenkommend und weitherzig berücksichtigt, kommen als nicht ratifiziert anzusehen und die Das Konkordat atmet ganz den Geist der gegensei- in ihrem Besitz befindlichen französischen Schatz- I tigen Achtung, des Friedens und der Verständi- scheine im Betrag von 653 Millionen Pfund m gung zischen Kirche und Staat.

Umlauf zu setzen, anstatt diese Schuld auf 62 Jahre Die Mittagsstunden des letzten Dienstag haben zu verteilen. , I uns eine überaus wertvolle, ja dringend notwen-

Am nächsten Dienstag will Poincare werter dige Rechtssicherheit in entscheidenden kirch- reden. * I lichen und politischen Belangen gebracht. Wir wis-

cm. m • „z I fen, daß die Weimarer Verfassung auf möglichste

wtb. paris, 13. 9uh. (Gig. Meld.) Pomcars I Fr^heU in religiösen und kirchlichen Dingen ange-

hat m der gestrigen Kammersitzung ferne Zwangs- Iegt ift Das ist gut und schon. Aber von ver- P0£iiit gegenüber Deutschland zu r^ütferttgen ver- I Siebenen Schwierigkeiten ganz abgesehen, bedarf suchi- Gegen ihn wendet sich, mcht nur „®re I Weimarer Verfassung der Ausführung. Und

Nouvelle , dre den Ba nke r ott dieser Politik fest- I bei beir Ausführung von Verfassungen macht sich

stellte, sondern auch die radikale ,,V o l o n t e Das immer ein Gesetz der Geschichte geltend, das Gesetz Blatt schreibt-Der Ministerpräsident Poincare, der > J Q

mehr scharffinnig als geschickt ist, hat sich darin ge­fallen, einen Streit zu entfachen, in dem ihn kein Republikaner, der guten Willens ist, unterstützen kann. Wenn Frankreich wie vor dem Kriege nicht eine tolle nationalistische Politik ent­

faltet und anstatt übertriebene Forderungen zu stellen, durch die Deutschland erdrückt worden , - x .

wäre, damals schon verlangt hätte, daß Deutsch- | A ^uli. (Sig. Meldg.). In dem

land seinen Gläubigern die Summe von 38 Mil- I ^e9e" ®tmne unb @enoffen roegen der liarden Golbmark zahle, auf die man jetzt feine I - Manipulationen mit

Schuld festgesetzt hat, wäre ohne Zweifel die Re- I ^ule mittag Oberstaats­parationsfrage bereits seit Jahren geregelt. Auch I r w, nach dem Staatsanwaltsrat Dr.

die Schuldenfrage wäre geregelt und Frankreich I $\rIInec insgesamt achtstündiges Plädoyer be« und Europa würden nicht dort stehen, wo sie heute «J« . M unter außerordentlicher Spannung sind. Wir hatten keineswegs von Poincare er- sämtlicher Prozeßbetelllgter folgende Straf an - wartet, daß er sich für schuldig erklären würde, ryc: .■ „ __

aber wir hatten gehofft, daß er eine Debatte ver- m Agen Hugo Stinnes junior 8 Monate meiden würde, von der seine Freunde nur eine I ® e fn n 9 n is und eine Geldstrafe von 100 000 Verurteilung erwarten können. I Mark;

I gegen die Angeklagten N o t h m a n n und von Italiens Hohn. ß«° Hirsch und Eugen Hirsch je

‘ ' I 6 Monate Gefängnis;

3um pan-Europa-plan Briands. I gegen den Angeklagten Bela Grosz 5 M o - — Rom, 13. Juli. (Eig. Meld.) „Populo bi »ate Gescing nis und gegen den Angeklagten Roma" kommentiert den Plan Briands, ein wirt- I ® ebn ei dt 3M onate Gefängnis, schoftliches Pan-Europa zu begründen. „Populo I Durch die Untersuchungshaft sollen als verbüßt di Roma" meint, daß dieser Plan sich gegen | 9««n:

die Vereinigten Staaten von A m e r i ka I bei dem Angeklagten Stinnes 3 Wochen, wende. Ironisch bemerkt das Blatt, daß es des- I bei Nothmann 14 Tage und bei von WaI - ser für Frankreich wäre, wenn es seine „fried- I

Ä tfJS KTa bf„rbei J?. r. I m-cdonald und Völkerbund.

fetze, die nämlich 13 Milliarden Francs aus- London, 13. Juli. (Eig. Meld.) Staatssekretär machen, ferner durch schnelle Räumung bes I bes Aeußern Henderson, erklärte gestern einem fn.heinlandes, sowie der Doung-Plan unter- I Abgeordneten der Völkerbundunion, Premiermini- zeichnet sein wird. I ster Macdonald werde auf der Völker-

I bundsversamrnlung für Großbritannien und Nach Iler Annahme des preussischen Kvnkvriiats.