Heimer, der den Wagen geführt hatte, und seine zwei Begleiter — aus den Trümmern hervor. Sie hatten alle drei wohl äußere Verletzungen erlitten, konnten aber nach Anlegung von Not
verbänden in ihre Wohnungen entlassen werden. Der Zustand der drei wie durch ein Wunder mit dem Leben Davongekommenen ist völlig unbedenklich.
Ein Dornier-Riesenflugzeug.
40 Passagiere. — 10 Mann Besatzung. — 12 Motore mit 6200 P. s. —
250 Kilometer Höchstgeschwindigkeit. — Dor dem ersten Flug.
Ein großes Geheimnis lag ausgebreitet über das neue Riesenflugzeug (Do X), das Dr. Dornier in aller Stille erbauen ließ. Jetzt steht es vor uns mit seinen 48 Metern Spannweite und einer Länge von etwas über 40 Meter. Allerdings scheint uns die Zeit noch nicht gekommen, mit solchen Flugbooten schon jetzt an die Lösung des Transozean-Flugzeugverkehrs zu denken. Da müssen denn doch noch eine Reihe von Versuchen gemacht und Erfahrungen gesammelt werden. Das sah auch Dr. Dornier ein, der mit seinem neuen Flugzeug einen Apparat schaffen wollte, der über einen Aktionsradius von etwa 100 Kilometern, die nur erdenklich größte Belastung mit genauer Sicherheit zu transportieren vermag.
Das Flugzeug ist in d r e i D e ck s eingeteilt. In dem untersten befinden sich die Räume für die Betriebs- stoffe, für die Unterbringung des Gepäcks der Passagiere. Daneben befinden sich die Schlafräume für die Besatzung, die nicht mehr als zehn Mann betragen soll. Den Passagieren gehört das Mitteldeck mit behaglich eingerichteten Räumen, mit Schlaf- und Wohnkabinen, sowie einem Speisesaal, in ihren Ausmaßen sogar größer als beim Zeppelin. Man rechnet mit der Unterbringung von ungefähr 40 Passagieren. Im Mitteldeck befinden fick ferner die Küche, die Waschräume, die Toiletten und einige kleinere Lagerräume.
Auf dem Oberdeck interessiert in erster Linie der Führerstand. Was die moderne Technik bis heute ge
schaffen hat, ist hier zusammengestellt. Ganz vorn a* der Spitze ist der Platz der Piloten, dahinter kommt das Kartenhaus, ihm schließt sich die Maschinenzentrale in, während sich am Ende der Funkerraum befindet. Ue- berraschen muß jeden, der die sonstige Einrichtung bei Flugzeugen kennt, die auf vollkommenste ausgestattrt« Betriebszentrale, die die Bedienung der Motore varzu« nehmen hat. Die Monteure sind in dauernder Verbiw düng mit dem Kommandanten wie den Piloten, sowohl durch Maschinentelegraphen, als auch durch besonder« Rohrpostanlagen. ,
12 Siemens-Iupiter-Motore befinden sich auf dem Flugzeug, sie sind tandemartig angeordnet und vermögen mit ihren 6200 PS. eine Höch stge - schw ind igkeit von ungefähr 250 Kilometer pro Stunde dem Flugzeug zu verleihen. Sie sind auf dem Haupttragdeck aufgestellt und durch Hilfsslügel miteinander verbunden, um jede Vibration zu vermeidend Die Mechaniker können durch einen besonders eingerichteten Kriechgang jederzeit die einzelnen Motore nachprüfen und die eventuell erforderlichen Arbeiten an Ort und Stelle vornehmen, da jeweils ein Motorpaar mit einer für die Zwecke sehr geräumig gehaltenen Umkleidung versehen ist.
Das neue Flugzeug bedeutet wieder einen Fortschritt deutschen Erfindungsgeistes und deutscher Technik. Wir wünschen ihm ein herzliches Glückauf.
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Do x, das größte Augzeug der Delk. 3m kreis: der Chefpilot Dagncr.
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Ein Blick zwischen die Motoren.
Der päpstliche Botschafter macht Besuch beim König von Italien.
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Der neuernannle Botschafter Dorgoncini Duca (Mitte) mit dem Kammerherrn Fürst Ruffo
Als sichtbares Zeichen des Friedensschlusses zwischen Heiligem Stuhl und Ouirmai empfin. der König von Italien den neuen Nuntius Monsignore Vorgoncini Duca, um dessen Vealan, bigungsschreiben entgegenzunehmen.
Fuldaer Zeitung
Von Dr. Ewald Neinhard.
3. Blatt,
Druck der Fuldaer Actiendruckerel, Fulda.
M 160.
Samstag, den 13. Juli 1929. |
durch das Konkordat mit Preußen erfolgende Neuchaffung von Bistümern in Aachen und Ber- lin sowie die Erhebung der Bistümer Breslau und Paderborn zum Range von Erzbistümern ruft ganz von selbst die Erinnerung an die vormalige kirchliche Gliederung Deutschlands wach.
In Norddeutschland, also auf einem heute vor- wlegend preußischen Gebiete, bestanden im Mit- telalter die Erzbistümer Köln, Bremen, Hamburg
Riga, dazu Magdeburg an der Elbe. In Mitteldeutschland waren kirchliche Metropolen Trier, Mainz und Prag, während der Süden seine kirchlichen Zentren in Salzburg und Aguilaja-Görz besaß.
Von diesen Kirckenprovinzen verschlang die Reformation eine große Anzahl, so daß schließlich in nachreformatorischer Zeit auf dem Gebiete des verengten Deutschlands nur noch vier Kirchenfürsten den Crzbischofstitel fiihrten, und zwar die Regenten der Sprengel Mainz, Trier und Köln, die überdies auch als weltliche Herren durch die Kurfürsten- ^"^de ausgezeichnet waren, und außerdem ' der von Salzburg, dem seit dem Jahre 1750 öer Titel „Primas von Deutschland" allgemein zuerkannt wurde.
.. 3ri diese überkommenen Verhältnisse brachte die napoleonische Zeit und die daran anschließende Periode der Landeskonkordate eine große Veränderung. Der erzbischöfliche Stuhl von Mainz wurde zeitweise nach Regensburg übertragen, im Westen erstand neu das Bistum Aachen; die Konkordate schufen dann grundsätzlich Landesbistümer, und so wurden Lüneburg, Rottenburg, Freiburg Novelle zum hypothekenbankgesetz
Von unserem wirtschaftspolitischen Mitarbeiter:
Der Entwurf eines vierten Gesetzes zur Abän- verung und Ergänzung des Hypothekenbankgesetzes ch dem Reichstag zugegangen. Er bestrebt die Wiederinkraftsetzung einiger früherer Bestimmungen des Hypothekenbankgesetzes, die während der Inflation zur Erleichterung des Geldverkehrs abge- andert worden waren. Das wichtigste aber wird in dem Entwurf die Vorschrift sein zum Schutz der Bezeichnung „Pfandbrief", wobei gleichzeitig die Bestimmung über die Bekanntgabepflicht der Banken ergänzt wird. In dem Gesetz vom 14. 3uni 1923 zur Aenderung und Ergänzung des Hypothekenbankgesetzes war die Umlaufgrenze für Pfandbriefe und Kommunal-Obligatwnen erweitert und die Beschränkung des Depo'fitengeschäftes der Hypothekenbanken beseitigt worden. Es wurde das Verbot, bei Tilgungshypotheken einen Verwaltungskostenbeitrag zu vereinbaren, aufgehoben und- der abzugsföhige Teil der Agiu-Reserve um den Betrag der Herstellungs- und Begebungskosten der Pfandbriefe erhöht.
Durch den neuen Entwurf werden nicht alle Erleichterungen wieder aufgehoben. So hat man vorläufig in Folge der ungewissen Lage des Kapitalmarktes die Wiederherstellung der früheren Umlaufsgrenze für die Pfandbriefe nichtvorqenom- men, um auch noch in der Zukunft die Pfandbriefe zu sichern. Ware jetzt schon die Umlaufsgrenze vermindert worden, dann müßten die Hypothekenbanken größtenteils schnellstens Kapitalerhöhungen vornehmen. Die Folge davon wäre eine Kredit- zrteuerung, daneben aber auch bestünde bei einer Vstgeren Kapitalerhöhung die Gefahr, daß der satz der Pfandbriefe stockt und die Vornahme
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flt zum Studium der deutschen Heeresverhältnisse in Berlin eingetroffen. Er wird die Artillerie- schule in Jüterbog besichtigen und an mehreren militärischen Uebungen teilnehmen.
wurde auf der außerordentlichen Tagung des Deutschen Sängerbundes in Nürnberg zum Nachfolger des zurückgetretenen Rechtsanwalts Friedrich L i ft zum Präsidenten des Bundes gewählt. Dr. Ham- merschmidt ist Gymnasialprofessor in München und mit mehreren Romanen und politischen Schriften an die Oeffentlichkeit getreten.
Prof. Dr. Karl hammerfchmidk-München
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i. Br., Mainz usw. ausgesprochenermaßen Residenzen von Bischöfen, deren Sprengel nicht über die Grenzen der Staaten hinübergriffen, in denen sie ihren Sitz hatten.
Dem Rang nach gab es nun zwei Erzbischöfe m Bayern, die von Bamberg und von München- Freising, ein Erzbistum für die „oberrheinischen" Gebiete: Freiburg i. Br. — wofür Konstanz unterdrückt wurde; für Preußen aber rief man im Westen die neu zirkumskribierte „niederrheinische" Kirchenprovinz ins Leben, deren Mittelpunkt Köln wurde. So blieb Köln als einziges von den ehemaligen geistlichen Kurfürstentümern Metropoli- tansttz, wahrend Mainz und Trier zu einfachen Bistümern gemacht wurden.
Im Osten der alten preußischen Monarchie blieb das Erzbistum Pofen-Gnefen bestehen, das durch den Weltkrieg verloren ging und an Polen kam. Das nun zum Erzbistum erkorene Bistum Breslau war bisher exemt, ebenso Osnabrück und Erm. land.
In all diese Verhältnisse wird das neue Konkordat nun eine klärliche Scheidung bringen. Das Bistum Aachen wird neu gebildet und erstreckt sich über den Regierungsbezirk Aachen und die Kreise Grevenbroich, Gladbach, M.-Gladbach, Rheydt, Krefeld und Kempen, welch letzterer bisher zur Diözese Münster gehörte. Ebenso wird Berlin selbständiges Bistum. Der Fürstbischof von Breslau und der Bischof von Paderborn werden Erzbischöfe- der Paderborneer Kirchenprovinz werden die Bistümer Hildesheim und F u l d a unterstellt.
von Grundstücksbeleihungen erschwert wird, von einer möglichen Störung der Real-Kreditversvr- gung gar nicht zu sprechen.
Die Aufhebung verschiedener Erleichterungen, ste jetzt in dem vorliegenden Gesetz beschlossen m ber Besserung der wirtschaftlichen
Verhältnisse auch am Platze. Was das Recht der Depofltenannahme anlangt, so wird wieder die Bestimmung in Kraft gesetzt, wonach die Annahme von fremden Geldern auf die Hälfte des einqetraqe- nen Grundkapitals beschränkt wird. Des weiteren wird das Verbot, bei Tilgungshyoptheken einen Verwaltungskostenbeitrag zu bedingen, wieder her- gestellt mit einer Ausnahme für die Hypotheken, die für ein Darlehen aus Mitteln der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt bestellt sind, weil die Bedingungen der von dieser Anstalt aufgenommenen amerikanischen Anleihen die Bestellung von Ver- waltungskostenbeiträgen vorschreiben. Außerdem soll der abzugsfähige Teil der Agia-Reserve wegen der Erhohungs- und Begebungskosten auf VA Prozent erhöht werden.
Nun kommen wir zu dem Kapitel Schutz der Bezeichnung „Pfandbriefe". Hier wird ein neuer Paragraph in das Hypothekenbankgesetz eingefügt und der alte dadurch ergänzt. Das war notwendig, weil in den letzten Jahren Unternehmungen gegründet wurden, die zwar rechtlich nicht als Hypothekenbanken angesehen sind, deren Geschöfts- betrieb aber dem wirtschaftlichen Ergebnis nach dem der Hypothekenbankbetrieb entspricht.
Mit den Sicherungen und Vorrechten des Hypothekenbankgesetzes sind die von diesen Unternehmungen ausgegebenen Schuldverschreibungen nickt ausgestattet. Würden diese Schuldverschreibungen als „Pfandbriefe" bezeichnet werden, so könnten leicht bei dem Anlage suchenden Publikum falsche Vorstellungen erweckt werden; denn unter Pfand- Briefen versteht der Verkehr realgedeckte Schuldverschreibungen, die nach Maßgabe besonderer gefetz- licker Vorschriften mit bestimmten Vorschriften aus- gestattet sind. Demgemäß bestimmt § 13 des Gesetzes über dis Pfandbriefe und verwandten Schuldverschreibungen öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten vom 21. Dezember 1927, daß Schuldverschreibun- gen, die den Vorschriften des Gesetzes über Pfandbriefe nicht entsprechen, unter der Bezeichnung als Pfandbrief oder unter einer anderen Bezeichnung, die das Wort Pfandbrief enthält, von einer öffentlich-rechtlichen Kreditanstalt nickt in den Verkehr gebracht werden dürfen. Diese Vorschrift richtet sich nur gegen öffentlick-recktliche Kreditanstalten. Privatrecktliche Kreditanstalten werden von dem Verbot nickt berührt. Hier greift der vorgeschlagene § 5 a (Artikel 1 Ziffer 2 des Entwurfejs) ergänzend ein, indem er ein entsprechendes Verbot für alle privatrechtlichen Kreditanstalten vor- sieht, die nicht Hypothekenbanken sind. Eine Ausnahme soll für Sckuldoerschreibungen gelten, die mit staatlicher Genehmigung unter der Bezeichnung als Schiffspfandbrief in den Verkehr gebracht worden sind oder werden. Eine weitere Ausnahme für die im § 42 Absatz 2 Hyp.-Dk.-Ges. bezeichneten Genossenschaften vorgesehenen (Artikel 1 Ziffer 7 des Entwurfes), die also auch künftig Pfandbriefe ausgeben dürfen. Der Entwurf sieht ferner die landesrechtliche Einführung eines Zwangsvollstrekkungsrechtes zugunsten der Pfandbriefgläubiger solcher Eenosienschaften vor, die das Hypotheken- bankgeschäst betreiben dürfen.
* Kommunisten überfallen eine Stahlhelmgruppe. Im Dorfe Schwante bei Kremmen in der Mark wurde nach einer Meldung des „Lok. Anz." nachts eine Gruppe von Stahlhelmern von Kommunisten überfallen. Dabei wurde der Gutsbesitzer v. Bülow, der Sohn des früheren Kommandeurs General v. Bülow durch Messerstiche und Stockschläge schwer verletzt.
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Glück im Unglück.
Saltomorkale eines Autos. — Die Insassen, wie durch ein Wunder nur leicht verletzt.
Der Privatkraftwagen eines Direktors Fritz Oppenheimer stieß am Mittwoch an einer Straßenkreuzung in Spandau mit einem Lastkraftwagen, dem Direktor Oppenheimer ausweichen wollte, mit voller Wucht zusammen. Dabei verlor der Privatwagen die Richtung, sauste gegen einen Baum, fuhr den unter der Last sich biegenden Baum bis in die Krone hinauf, überschlug sich, brach einen zweiten Baum und blieb auf dem dritten Baum vollständig zertrümmert liegen. Als die entsetzten Zeugen des Unglücksfalls herbeieilten, krochen zu ihrem Erstaunen die drei Insassen — Oppen-