itr. 155.
Fuldaer Zeitung (Kmtliches Kreisblatf).
Sonntag, den 7. 3uli 1929.
Fulda, den 6. Juli 1929.
Vas Polizeikostengesetz.
lieber eine auch für Fulda, das bekanntlich fett Jahren kommunale Polizei hat, sehr wichtige Angelegenheit wird uns aus Berlin berichtet:
Der Hauptausschuß des Preuß. Landtags nahm bei Beratung des Entwurfes des Polizeikostengesetzes einen Antrag der Zentrumsfraktion an, dem zufolge die Gemeinden mit kommunaler Polizei dergestalt in das Gesetz und damit in den Polizeilastenausgleich einbezogen werden, daß ihnen auf den Kopf eines jeden Polizeivollzugsbeamten im nächsten Jahre 1OOO Mark, im Jahre 1931 2000 Mark und im Jahre 1932 3000 Mark, also zwei Drittel der auf 4500 Mark festgestellten Kosten überwiesen würden. Die Mittel, im Jahre 1930 12 Millionen Mark, im Jahre 1931 24 Millionen Mark, im Jahre 1932 und fernerhin 36 Mill. M. werden durch Einbehaltung von 7,25 v. H. der Reichsüberweisungen gewonnen, an der alle Gemeinden über 2000 Einwohner beteiligt werden. Wenn auch die Wünsche der Gemeinden mit kommunaler Polizei damit noch nicht in diesem Jahre und restlos erfüllt sind, so ist doch mit diesem von den Abgeordneten Hensen (Godesberg) und Dr. Grebe eingebrachten und vertretenen Anträge das Prinzip des Lastenausgleiches auch für die.kommunale Polizei als richtig anerkannt und ein lange Zeit hindurch vergebliches Be- müben schließlich zum guten Erfolge gediehen.
In der Richtung des weiteren Lastenausgleichs lag ein volksparteilicher Entschließungsantrag, der das Staatsministerium ersuchen will, zur weiteren Durchführung eines gerechten zwischengemeindlichen Lastenausgleiches baldigst auch die gesetzliche Regelung des Wohlfahrtslastenausgleich e s in die Wege zu leiten. Beide Anträge fanden ebenso wie der gesamte Entwurf des Polizeikostengesetzes im Ausschüsse eine erhebliche Stimmenmehrheit, die auch für das Plenum gesichert sein dürfte.
500 000 Mark für die Straßen.
Beschlüsse des Landesausschusses im alten Kar°
Hessen. — Das Ergebnis der Juli-Tagung.
Die Landesverwaltung (Landeshauptmann in Hessen) in Kassel teilt uns über die abgehaltene Juli-Tagung des Landesausschusfes folgendes mit:
Das Wahlerg e bnis der Zusatzwahl für den Kommunallandtag im Gebiete des ehemaligen Freistaates Waldeck wird in Gemäßheit des § 20 des Wahlgesetzes für den Provinziallandtag und § 91 der Verordnung vom 14. Oktober 1925 dahin festgestellt, daß 1. von dem Wahlvorschlag „Arbeitsgemeinschaft" der Landwirt Karl Schnaar in Massenhausen, 2. von dem Wahlvorschlag „Sozialdemokratische Partei (S. P. D.)" der Landwirt und Müller Heinrich Bräutigam in Landau und 3. von dem Wahlvorschlag „Waldeckische Bürgerliste" der Landwirt Friedrich Zenke I in Niederense gewählt sind.
Aus Mitteln der Hessischen Brandversicherungsanstalt werden zur Förderung des Feuerlöschwesens 58 903 RM. an 53 Gemeinden zur Verfügung! gestellt.
Die Jahresabschlüsse der „Fürsorgeerziehung Minderjähriger", des Landeserziehungsheims „Karlshof", des Mädchenheims „Lahneck", der Landesbibliotheken in Kassel und Fulda sowie der Landesleihbanken in Fulda und Hanau und der Landestaubstummenanstalt in Homberg für das Geschäftsjahr 1928 werden genehmigt.
Zur Mitgliederversammlung des Gemeind e- unfallversicherungsv erbau des werden als Delegierte des Bezirksverbandes die Mitglieder des Landesausschusfes, die Herren Jordan, Justi und Thöne und als Ersatzleute die Herren Schnab- rich und Mink gewählt.
Zur Ausbildung von Landjägereibeamten im Brandursachenermittelungsdienst werden aus Mitteln der Hessischen Brandversicherungsanstalt 4000 RM. zur Verfügung gestellt.
Sehr umfangreiche Verhandlungen erforderte die gesamte Lage der Landstraßenunterhaltung. Besondere Schwierigkeiten entstehen dadurch, daß die Eeldmarktlage im Augenblick die Hereinnahme von langfristigen Darlehen oder Anleihen für den Bezirksverband unmöglich macht und andererseits die durch den Frost und die starke Vermehrung des Kraftwagenverkehrs entstandenen Schäden sehr starke Anforderungen an den Bezirksverband stellten. In der Vor- und Nachkriegszeit war es üblich gewesen, daß der Landesausschutz der
Landstraßenbauverwaltung den Betrag zur Verfügung stellte, der es ermöglichte, int Laufe des Winters die Steinmaterialien anzufahren, die zur Straßenunterhaltung im Laufe des nächsten Sommers erforderlich waren. Das war nötig, um einmal der Basaltindustrie auch im Laufe des Winters die erforderliche Beschäftigungsmöglichkeil zu geben und dann vor allem auch, um die An? fuhr in einer für die Landwirtschaft ruhigen Zeit zu ermöglichen. So sind z. B. für das Jahr 1929 seiner Zeit Mittel in Höhe von 600 000 RM. vorschußweise zur Verfügung gestellt worden. Die Beschaffung der Materialien bedingte natürlich einen entsprechenden Mehrbetrag an Löhnen und Walzkosten usw. Die Landstraßenbauverwaltung glaubt auf dies bisher übliche Verfahren dann verzichten zu können, wenn es möglich ist, ihr vorschußweise zu Lasten des folgenden Etats jetzt einen Betrag von 500 000 RM. zur Verfügung zu stellen, um diejenigen Landstraßen, die mit noch verhältnismäßig gut erhaltenen wassergebundenen Decken versehen sind (etwa 100 Kilometer) mit einer Oberflächenteerung zu versehen und so diese Straßen, die sonst bis zum nächsten Jahre vollständig zerstört sein würden und dann etwa das Vierfache der Kosten verursachen würden, zu erhalten. Der Landesausschutz hat nach eingehender Erörterung der Angelegenheit beschlossen, daß in diesem Jahre keinerlei Vorschüsse für Steinmaterialien gegeben werden, daß dagegen zur Erhaltung der genannten 100 Kilometer Landstraßen die erforderlichen Mittel vorschußweise zur Verfügung gestellt werden sollen, da wirtschaftliche Gründe im Interesse der Finanzlage des Bezirksverbandes ein anderes Verhalten unmöglich erscheinen ließen.
Als stellvertretendes Mitglied der Bezirkskom- mission zur Ausführung des Wa nderarbe its- stättengesetzes wurde anstelle des Stadffchul- rates Dr. Berensmann der Magistratsasscssor Dr. Rehm in Hanau gewählt.
Personennachrichten.
Im Beamtenerholungsheim im Habichtswald verschied am Donnerstag plötzlich der dort Erholung suchende Landgerichtsdirektor G u st a v Friedrich He rmann Schmidt, der seit 1920 in Kassel tätig war. Er stammte aus der Provinz Posen und hatte früher auch dort amtiert. Als Nachfolger des Grafen Posadowsky übernahm er int Jahre 1921 den Vorsitz des De utschnat i o- nalen Kreisvereins Kassel-Stadt.
Meisterprüfung.
Der Elektromonteur Ernst Völk, Sohn des Kaufmanns Hans Völk von hier, bestand vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer Kassel seine Meisterprüfung im Elektrohand werd.
Wichtig für Kleinrentner!
Am Dienstag, den 9. Juli 1929, 9—11 Uhr wird die Unterstützung für Juli an die hilfsbedürftigen Kleinrentner der Stadt Fulda ausgezahlt. Grüne Ausweiskarten sind vorzulegen. Die Unterstützungen, welche von den Empfangsberechtigten an diesem Tage nicht abgeholt sind, werden denselben auf ihre Kosten durch die Post über« sandt. _—■■■—
Der Rrbeitsmarfot im Monat Juni.
Vom Arbeitsamt Fulda erfahren wir:
Die Entlastung des Arbeitsmarktes hat sich int Monat Juni fortgesetzt. Die Zahl der Unterstützungsempfänger sank von 833 am Ende des Monats Mai auf 702 Ende des Monats Juni. Um Mitte des Monats waren nur 650 Personen in Unterstützung. Die Beschäftigungsverhältnisse sind vielfach kurzfristiger Natur, sodaß ein starker Wechsel an Ab- und Zugang zu verzeichnen ist. Der Bedarf an weiblichen Arbeitskräften konnte für die verschiedenen Industriezweige nicht beschafft werden ttotz Inserat und zahlreicher Hausbesuche.
An Vermittlungen wurden int 1. Halbjahr 1929 insgesamt getätigt: männlich 778, weiblich 279.
Die entsprechenden Zahlen des Vorjahres sind 353 und 116. Es ist somit eine Steigerung uim 120 bezw. 141 Prozent zu verzeichnen.
Die am Ende des Monats vorhandenen Unterstützungsempfänger gliedern sich in: männlich 662, weiblich 40.
Darunter sind insgesamt 121 Krisenunterstützungsempfänger. *
Man schreibt uns:
Der Rückgang der allgemeinen Arbeitslosigkeit beginnt endlich sich auch auf.dem kaufmännischen Stellenmarkt auszuwirken, wenn auch nur in sehr geringem Umfange. Die Kündigungen und Entlastungen gingen, nach den Beobachtungen der Stellenvermittlung des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes, im Juni zurück. Das
Stellenangebot erfuhr zwar keine Steigerung, aber I trotzdem konnten mehr Vermittlungen erzielt wer- I den. Das bisher vielfach zu beobachtende Z8- • gern bei der Neubesetzung frei gewordener Posten I zeigte sich seltener. In Stuttgart fehlte es sogar | an jungen tüchtigen Bewerbern für sofort zu besetzenden Stellen. An Stenotypisten, jungen Buchhaltern für neuzeitliche Buchhaltungsmethoden, Verkäufern für Eisenwaren, Speditionskräften mangelte es in einigen größeren Städten. Der Gesamtbewerberbestand betrug bei der Stellenvermittlung de- DHV. am Ende des Monats Juni noch 14 342 gegenüber 14 594 Ende Mai, die Zahl der zu arbeitenden offenen Stellen 2 795 gegen 2 807.
Recht uneinheitlich ist der Stellenmarkt noch immer in der Metallindustrie. Besonders in Süddeutschland war die Beschäftigungslage unbefriedigend. In anderen Bezirken wird die Lage als gut bezeichnet, obwohl in Westdeutschland, im Zusammenhang mit neuerlichen Rationalisierungsmaßnahmen, Entlassungen kaufmännischer Angestellter ftattfanben. Aus der Textil-Jndustrie lauten die Berichte noch immer recht ungünstig, ebenso aus der Schuhindustrie. In Crimmitschau sind die Tuchfabriken gut beschäftigt. Die Chemische Industrie zeigte stärkere Nachfrage. Im Groß- und Einzelhandel ist Aenderung der Lage nicht eingetreten.
Dom Finanzamt
wird uns über Aufbringung folgendes mitgeteilt: Durch Verordnung vom 28. Juni 1929 ist für den zweiten Teilbetrag der Jahresleistungen nach dem Aufbringungsgesetz für das Kalenderjahr 1929 der an die Finanzämter zu entrichtende Tau- sendfatz des aufbringungspflichtigen Betriebsvermögens um 20 vom Hundert herabgesetzt.
Gegen die Ueberlastung.
Im preußischen Landtag wurden Anträge des Ausschusses für Beamtenfragen angenommen, worin die Negierung ersucht wird, für die Studienräte an den höheren Schulen die Pflichtstundenzahl von 25 auf 24 und von 23 auf 22 baldigst herabzufetzen, die Altersermäßigungen bei 42 statt 45 bezw. 52 statt 55 Jahren eintreten zu lassen und die entsprech end een Erleichterungen gleichzeitig bei den Volksschullehrern durchzuführen.
Anträge auf Genehmigung von Haussammlungen für das Jahr 1930 müssen nach einem im Amtsblatt der Regierung zu Kassel Nr. 25 vom 22. Juni veröffentlichten Hinweis des Regierungspräsidenten mit dem Kollektenorganisationsplan spätestens bis zum 15. August d. I. bei ihm eingereicht werden. Bei Kollekten, die sich über den hiesigen Regierungsbezirk hinaus auf den Regierungsbezirk Wiesbaden erstrecken sollen, sind für jeden Bezirk getrennte Anttäge einzureichen. Anträge, die nach dem 15. August d. I. eingehen, können nur Berücksichtigung finden, wenn die Kollekten zur Beseitigung eines Notstandes dienen sollen und Anttäge nicht vorher eingereicht werden konnten.
Fuldaer Kunst.
Herr Kunst- und Kirchenmaler Hugo Pfister- Fulda hat für die Kirche zu Blankenau als freie Komposition ein großes Heiligenbild geschaffen, das die Hofbuchhandlung Aloys, Maier für einige Tage ausftellt. Es ist das visionäre Bild des Apostels und Märtyrers I u d as T h a d d ä us. Das Werk nimmt uns sofort gefangen durch die einheitliche Stimmung seiner zarten Farben, die in stumpfem Grünblau und Rot, in weichem Violett und Gold zu einem wohltuenden Gesamtton verschmelzen. Aus tiefen Schatten in Gewölk und Gewand locken und lichten sie sich nach oben hin mehr und mehr auf, bis sie in der Glorole des reichlich flutenden überirdischen Lichtes nur noch wie hingehaucht erscheinen. Und schauen wir näher hin, fo beachten wir erstaunt die feinen Wiederspiegelungen auf den belichteten Flächen und die farbigen Schatten. Dieses Farbenspiel, Tiepoloscher Kunst nachempfunden, viel zarter und buftiger als die an harten Gegensätzen reiche Barockmalerei, gibt den wohl abgewogenen leicht bewegten Linien der Gestalt und Gewandung greifbar plastische Wirkung, und so enffteht ein Bild, das in Komposition und Farbbehandlung reinen ästhetischen Genuß gewährt. Aber höher noch werten wir im Hinblick auf seine Bestimmung dies, daß es zugleich der packende Ausdruck tief innerlichen Erfassens ist. Die von Sorgen bedrückte Seele wird diesem Kirchenbilde den himmlischen Fürsprecher sehen, der trotz überirdischer Entrückung ihr helfend naht. Die milden Augen dieses edlen Greisenantlitzes, das die Härten eines mühevollen Lebens durchfurchen, wirken gar tröstend auf den bedrängten Beter. Und so ist das Bild in Wahrheit das, was es fein muß,
ein erhebendes Andachtsbild. — Der Studi e n - köpf desselben Künstlers, von packender Wirklichkeit bei geisttger Durchdringung, reiht sich dem Bilde würdig an. Rudolf Happ.
Mittel gegen die Fliegenplage.
Um Fliegen von Spiegeln und Fenstern fernzuhalten, poliere man das Glas mit einem Leder- lappen, auf den etwas Essig geträufelt wurde. Von seidenen Lampenschirmen entfernt man Fliegen- schmutz mit einem in lauwarmes Essigwasser getauchten Lappen. Man reibt vorsichtig die bettef- fenden Stellen ab und läßt dann gut trocknen. Der Schmutz verschwindet sofort, ohne die feine Seide anzugreifen.
Ausscheiden weiblicher Beamten aus dem Reichs bahndieust.
Durch eine Verfügung der Reichsbahn-Haupt Verwaltung wird, wie die Deutsche Beamtenbund- Korrespondenz erführt, die Gewährung einer Abfindungssumme an freiwillig ausscheidende un- . kündbar angestellte weibliche Beamte geregelt. In der Verfügung der Reichsbahn-Hauptverwaltung wird ausgeführt: § 25 Perso. regelt die Frage, in denen die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft von dem Recht der Kündigung Gebrauch macht. Jr den durch die Perso. nicht geregelten Fällen, in denen kündbar und auch unkündbar ange- stellte Beamte den Wunsch erkennen geben, wegen beabsichtigter oder vollzogener Verheiratung das Dienstverhältnis unter Verzicht auf Versorgungsansprüche gegen Gewährung einer Abfindung zu lösen, ist hierher zu berichten. Dabei würde auch zur Höhe der Abfindungssumme, de- ren obere Grenze das Doppelte der nach § 25 Perso. errechneten Sätze nicht übersteigen soll, (Stellung zu nehmen sein.
Der nächste Viehmarkt
findet am 11. Juli dieses Jahres statt. Der Abtrieb des Viehes am Vor-Markttage von der Dieh- laderampe am hiesigen Bahnhof erfolgt über die Straßenecke Kurfürstenstraße—Zieherserweg nach der Äraße „Arn Viehmarkt" und von da unmittelbar nach den einzelnen Stallungen in der Stadt. Der Auftrieb des Viehes zum Markttage selbst beginnt um 6 Uhr und muß um 8 Uhr beendet fein. Hierbei ist das nichtuntersuchte Vieh durch die Schloßstraße, das voruntersuchte Vieh durch die Lindenstraße aufzutreiben. Im Interesse der ungehinderten Abwicklung des Marktverkehrs wird die Bevölkerung ersucht, auf die vorstehenden Vev hältnisfe Rücksicht zu nehmen.
Um die Nrankenkassenbeitrage.
Stellungnahme der chriftt. Gewerkschaften zur Frage der Beitragsregelung und Senkung der Mehrleistungen bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse.
Man schreibt uns:
Auf Donnerstag nachmittag hatte das Kartell de» christl. Gewerkschaften zu einer Versammlung eingeladen, um zu der vielbesprochenen Frage der B e i t r a gs- erhöhung oder Senkung der Mehrleistungen bei der Allg. Ortskrankenkasse Stellung zu nehmen. Die Versammlung, die den großen Saal der Harmonie füllte, leitete Gewerkschaftssekretär Stahl ein, indem er auf die vielen Anfeindungen der Sozialversicherung hinwies. Die zur Beratung stehenden Fragen der Krankenkasie wären von ganz besonderer Bedeutung, so
Ein letzter Grutz
an die alte Milseburgkapelle.
Ich frage nicht, wie mancher feilen Spottes, Warum ein Blitz dich jählings durst' verderben. Es muß am Ende jeder Diener Gottes Auf die und jene Weise einmal sterben.
Soll ich dein letztes Lebenswerk bedauern, Well du den Feuerstrahl doch ausgefangen. Der sonst vielleicht, ganz nahe deinen Mauern Durch junge Herzen tödlich wär' gegangen?
Verarmt im Krieg, mit morschgewordnen Wänden, Darfst du wie Simeon in Frieden scheiden.
Schon steht das Volk um dich mit hundert Händen, Um deine nackten Schultern neu zu kleiden.
Wenn noch der Glaube glüht, der dich gemauert, Der Deist noch lebt, den du am Werk gesehen, Soll bald aus allem Schutt, der dich umtrauert, Ein neues Heiligtum dem Herrn erstehen.
Wer hilft den Stein von deinem Grab mir wälzen, Daß froh du auferstehst in Pracht und Prangen.
Am Kreuz hängt einer hoch dort über Felsen, Mit offnen Armen Helfer zu empfangen.
Der Milsburgpfarrer Ludwig Nüdling.
DIE WELTMARKE BÜRGT FÜR QUALITÄT!
LIEFERUNG nur durch anerkannte HÄNDLER