Fuldaer Zeitung
partei befriedigt werden sollten, Mr Abstimmuni gekommen wäre, so hätten die Antragsteller vielleicht eine unangenehme Ueberraschvng erleben tonnen. Wir wissen nicht warum die Abstimmung unterblieben ist. Jedenfalls hätte die Wirtschaftspar' tei im Falle der sehr wahrscheinlichen Ablehnung — die Linke hätte geschlossen gegen die Umbesetzunx der Ausschüsse gestimmt — kein Reiht gehabt, sich zu beklagen, da von ihren 23 Mitgliedern nicht weniger als zehn durch Abwesenheit glänzten.
im Zentrum, das im Vergleich M den Rechtspar- toten erheblich besser vertreten war, auch die Verbraucher für die landwirtschaftlichen Forderungen stimmten.
Zu 3. Wenn man die Präsenzziffern der Linken einschließlich der bei der namenllichen Abstimmung unbeteiligten Sozialdemokraten zusammenzählt, ergibt sich eine Gesamtzahl von 153. Die bürgerlichen Gruppen einschließlich der Bauern- bünAer und Deutschhannoveraner, die mit tter Wirtschaftspartei bezw. der Bayerischen Dolkspar-
S. Blatt.
Druck her Fuldaer Actiendruckerel, Fulda.
fe M Hl.
Donnerstag, den 20. Juni 1929.
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(Eine lehrreiche Abstimmung.
' Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:
/ Der Reichstag hat am Montag, den 3. März, in tiner mehr als sechsstündigen Sitzung die Beratung des Haushalts des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu Ende geführt und am Hhlusss der langen Redeschlacht die Abstimmungen über den Haushalt und die dannt verbundenen Anträge und Ausschußberichte vorgenommen. Hierbei mußte es manchem aufmerksamen Beobachter
tei in Fraktionsgemeinschaft stehen, waren mit 152 Abgeordneten vertreten. Nun ist zuzugeben, daß die Kommunisten wegen ihres Vorstoßes in der Frage der Kinderspeisungen außergewöhnlich zahlreich Mr Stelle waren. Aber das Bild ist im Allgemeinen nicht wesentlich anders. Di« bürgerlichen Fraktionen sollten daraus eine ernste Lehre ziehen. Wenn am Montag der als zweite Punkt auf der Tagesordnung stehende Antrag betr. anderweitige Besetzung der Ausschüsse, durch den die Wünsche der Wirtschftspartsi und der Bayerischen Dolks-
atrffallen, wie schlecht die rechte Seite des Hauses besetzt war. Im allgemeinen verlief die Abstimmung glatt, nur in einem Falle, nämlich beim zweiten Teile des Berichts des Handelspolitischen Ausschusses, der Zolländerungen für Schweinespeck und Schmalz empfiehlt, einer Frage, in der sich die Verbraucher- und Erzeuger-Interessen besonders scharf gegenüberstehen, blieb die Mehrheit zweifelhaft, so daß der amtierende Vizepräsident Esser, um in der späten Abendstunde eine Auszählung des Hauses zu vernteiden, die Vertagung der Ent- fcheidung über diesen Punkt bis zur dritten Lesung vorschlug. Eine einzige namentliche Abstimmung wurde vorgenommen, und zwar über den kommunistischen Antrag, in den Haushalt des Er- nährungsministeriums einen Betrag von 5 Millionen Reichsmark für Kinderspeisungen einzusetzen. Das amtliche Ergebnis dieser Abstimmung liegt vor. Es ist nach mehr als einer Richtung lehrreich. Wir stellen fest:
1. Obwohl es sich um eine für ihrs Parßei äußerst unangenehme Abstimmung handelte, ob« wohl die Abstimmung vom 3. Jun« in schroffstem Gegensatz zu der Behandlung der Frage der Kin- derfpeisungen im Wahlkampfe stand, stimmten hundert Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion geschlossen gegen den kommunistischen Antrag; nur einige weibliche Abgeordnete, darunter Frau Dohm-Schuch, die sich vor der Abstimmung noch sehr temperamentvoll gegen die Kommunistin Frau Arendsee zur Wehr gesetzt hatte, nahmen unter Verzicht auf ihre Tagegelder an der Abstimmung nicht teil.
2. Bei den wichtigen Abstimmungen über die landwirtschaftlichen Fragen waren gerade die Parteien am schwächsten vertreten, welche sich nach außen, in der Agitation, als die entschiedensten und tatendurstigsten Freunde der Landwirtschaft dar-
stollen.
3. Die L i n k e wies auch diesmal eine erheblich bessere Besetzung auf als die bürgerlichen Partei.
Bevor wir zu diesen Feststellungen das sich daraus Ergebende sagen, sei das Ergebnis der Abstimmung nach dem amtlichen Matenal hier wiedergegeben, wobei die Ziffern der Reihe nach die Stärke der betr. Gruppe, die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen, den Prozentsatz der anwesenden und der fehlenden Abgeordneten darstellen:
50,0
153
78
61
54
45
25
23
17
12
9
8
4
2
65,3
56,4
62,3
92,6
55,5
32,0
56,5
88,2
33,3
66,7
62,5
100,0
50,0
34,7 43,6
37,7
7,4 44,5 68,0 43,5 11,8 66,7
33,3 37,5
Sozialdemokraten Deutsch-nationale Zentrum Kommunisten Deutsche Dolkspartei Demokraten Wirtschaftspartei Bayerische Volksparter NationalsoMlisten Ehristl.-nat. Bauernpartei Bayerischer Bmrernbund Deutfchhannoveraner Volksrechtspartei
100
44
38
50
25
8
13
15
4
6
5
4
1
491 313 63,7 36,3
Zu 1. Die sozialdemokratische Fraktion hat mit dieser Abstimmung ein bemerkenswertes Beispiel von Disziplin und Einordnung in die Notwendigkeiten einer unter sozialistischer Führung stehenden Koalitionsregierung gegeben. Wäre es nicht mög. sich, das Gleiche auch bei der Entscheidung über die zweite Panzerkreuzer-Rate zu tun? Panzerkreuzer und Kinderspeisung wurden doch im Wahlkampfe stets im selben Atemzuge behandelt.
Zu 2 Die schwächste Besetzung unter den größeren Gruppen wiesen die Deutschnationa- len und die Deutsche Volkspartei auf; sie blieben erheblich unter der Durchschnittspräsenz des Hauses. GeradeM kläglich war die Präsenzziffer der Demokraten und der Nationalsozialisten. Aber auch bei den rein bäuerlichen Stan-despqr- teien klafften bei dieser wichtigen parlamentarischen Entscheidung bedenkliche Lücken. Die christlich- nationalen Dauern vermißten ihren Führer Hepp und die Abgeordneten Julier und Dr. Wendhaufen, die Deutsche Bauernpartei ihren Führer Dr. Fehr und die Abg. Haindl und Kling. Die günstigen Entscheidungen bei den verschiedenen grundsätzlich wichtigen Abstimmungen wurden nur dadurch möglich, daß in den bürgerlichen Parteien, namentlich
Gportecke der Deutschen Äugendkraft.
Joseph, Stadtpf. Fulda 12 S., 4. Pr. Lomb Willy, Dor
Das vezirkssportfest in Neuhof.
Mit Freude und Stolz kann die DIK. des Fuldaer Landes auf ihr diesjähriges Bezirksfeft in Neuhof zurückschauen. Großartige Beteiligung (169 aktive Jugend- kraftler), gute und z. T. lehr gute Leistungen, vorbildliche Ordnung und Disziplin auf dem Sportplätze und überall am ganzen Tage. Führer und Jungen fühlten sich eins und die Bande des Vertrauens und der Freundschaft unter ihnen wurden enger geschlossen. Kolpings- jünger und Jungmänner kämpften, fangen und freuten sich Seit an Seit. Da konnte man keinen Unterschied merken, ja nicht einmal der Gedanke daran kam auf. Deutsche Jugendkraft, hier hast du eine vornehme, wichtige Aufgabe zu erfüllen! Sei die Brücke zwischen den beiden Bruderverbänden! Das waren auch die Gedan- ten, die der Diözesanpräses. Herr Kuratus Kind, in der Festversammlung besonders zum Ausdruck brachte. Ein Appell an die berufenen Führer unserer kathol. Jugend, die Herrn Lehrer, alle geschlossen teilzunehmen an unserer Arbeit und Sorge für die Jugend; ein Appell an die Jugend, in die Tiefe zu gehen bei ihren Bestrebungen, in ihrer Gesinnung, den Gemeinschaftssinn in der kathol. Jugend noch mehr zu pflegen. Wir haben es wieder in Neuhof gesehen, daß in den Ortsgruppen, die von einem Führer betreut werden, Ordnung und Begeisterung für die Sache herrschen. Möge gerade in dieser Hinsicht der Tag in Neuhof recht Frucht bringen und unserer Bewegung viele neue Führer aus dem Lehrerstande gewinnen, möge die Jugend selber nach solchen Führern suchen und um sie werben. Diele von ihnen sind schon bet uns und arbeiten vorbildlich in der Leitung des Bezirkes und in den einzelnen Ortsgruppen.
Lehrer A g r i c o l a - Johannesberg hiell uns die Festrede und sprach zu den Jungen in feiner bekannten feinen und tiefgründigen Art über deutsche und religiöse Art in der Jugend Der Bezirkspräses konnte unter vielen anderen Präsides H. Herrn Kuratus Kind- Marborn und H. Herrn Dechant Dicke, Neuhof begrüßen. Der hochw. Herr Domdechant Prälat Prof. Dr. Leimbach ließ feine Grüße und Wünsche der Versammlung überbringen, da er persönlich am Erscheinen verhindert war. Ein dreifaches begeistertes DJÄ-Heil wurde ihm, dem Begründer des Iungmännerverbandes und der DIK in der Diözese Fulda, ausgebracht.
mann, Willy, Dietershan 92 P., 4. Pr. Krönung, Jof., Johannesberg 88 P., 5. Vr. Zeier, Joseph, Deitsteinbach 85 P., 6. Pr. Bangel, Joseph, Hofaschenbach 84 P., 7. Pr. Mohr, Richard, Fulda (Kolping) 79 P., 8. Pr. Faust, Albert, Müs 68 P., 9. Pr. Mack, Melchior, Deitstein- bach 61 P., 10. Pr. Sorg, Karl, Deitsteinbach 56 P.
Jugend 2. 33 Teilnehmer:
1. Pr. Schneider, Walter. Hünfeld 222 P., 2. Pr. Axt, Hermann, Petersberg 197 P., 3 Pr. Storch, Karl. KKD.-Fulda 179 P., 4. Pr. Günther, Röhrig, Eiterfeld 171 P., 5. Pr. Schmitt, Peter, Petersberg 160 P., 6. Pr. Trott, Willy, Hofaschenbach 152 P., 7. Mahr, Willy, KKD.-Fulda 151 P., 8. Pr. Kunze, Egon, Stadt- pfarrei Fulda 150 P., 9. Pr. Stüber, Karl, Stadtpf. Fulda 142 P., 10. Pr. Kummer, Richard, Stadtpf. Fulda 129 P., 11. Pr. Diegelmann, Albert, Neuhof 126 P., 12. Pr. Willkomm, Alfons, Stadtpf. Fulda 112 P.
Jugend 2. 33 Teilnehmer.
1. Pr. Giebel, Karl, Eiterfeld 155 P., 2. Pr. Bonard, Franz, Dom Fulda 152 P., 3. Pr. Müller, Joseph, Stadtpf. Fulda 142 P., 4. Pr. Pappert, Hermann, Petersberg 127 P., 5. Pr. Groß, Joseph, Dom Fulda 121 P., 6. Pr. Scheller, Adelhard, Oberufhausen 121 P., 7. Pr. Göbel, August, Müs 121 P., 8. Pr. Kloos, KKD.- Fulda 118 P., 9. Pr. Volkmar August, Dom Fulda 115 P., 10. Pr. Hohmann, Leopold, KKD.-Fulda 112 P.
Schüler. 45 Teilnehmer:
1. Pr. Mahr, Hermann, Stadtpf. Fulda 193 P., 2. Pr. Larbig, Joseph, Stadtpf. Fulda 163 P., 3. Pr. Troll, Joseph, Hofaschenbach 151 P., 4. Pr. Reich, Willy Stadt- pfarrei Fulda 140 P., 5. Pr. Weißmüller, Ernst, Neu- Hof 119 P., 6. Pr. Ihrig. August, Neuhof 119 P., 7. Pr. Bufold. Heinrich, Eiterfeld 118 P., 8. Pr. Möller, Jos., Neuhof 118 P., 9 Pr. Vogel Herrn., Neuhof 116 P, 10. Pr. Füller, Richard, Neuhof 115 P., 11. Müller, Karl, Neuhof 109 P., 12. Pr. Sallmann, Hugo, Neuhof 105 P., 13 Pr. Selbach, Anton, Neuhof 105 P., 14. Pr. Klüber Herrn., Stadtps. Fulda 103 P.
Meisterfchafiskämpse. Linzeikampf.
100-Meter-Lauf. 10 Teilnehmer:
1. Pr. Bischoff. Joseph, Dom Fulda 11,4 Sek., 2. Pr. Hohmann, Willy, Dietershan 12,1 6., 3. Pr. Müller,
Fulda 12,4 S. „ t
400-Meter-Laus.
1. Pr. Bischofs, Joseph, Dom Fulda 55 Sek., 2. Pr Diezemann, August. Dom Fulda, 3. Habersack, Joseph. Hünfeld, 4. Pr. Faust, Val. Müs.
1500-Meter-Laus.
1. Gließ, Herrn-, Dom Fulda, 2. Pr. ?, 3. Pr. ? 5000-Meter-Laus.
1. Pr. Schwarz, Ferdinand, Müs 16,37, 2 Pr. Göb, Joseph, Dietershan, 3. Pr. Krönung, Joseph, Johannesberg, 4. Pr. Schickentanz, Emil, Neuhof.
Kugelstoßen:
1. Pr. Krönung. Joseph, Johannesberg 8,95 Meter, 2. Pr. Mohr, Richard, Kolping-Fulda 8,60, 3. Pr. Zeier, Joseph, Deitsteinbach 8,40.
Weitsprung:
1. Pr. Giebel, Karl, Eiterfeld 5,40 Meter, 2. Pr Lomb, Willy, Dom Fulda 5,40, 3. Pr. Krönung, Karl Johannesberg 5,25, 4. Pr. Diegmüller, Karl, Johannesberg 5,20.
Hochfprung:
1. Pr. Diezemann, August, Dom Fulda 1,55 Meter, 2. Pr. Mayer, Joseph. Dom Fulda 1,50, 3. Göb, Joseph, Dietershan 1,40.
Staffelläuse:
Schüler staffel: 1. Neuhof, 2. Stadtps. Fulda.
Jugend staffel 1. Wanderpreis Stadt Hünseld: 1. Stadtps. Fulda. 2. Hofaschenbach. I u- gend 2. Wanderpreis Kreisjugend am t I F u l d a: 1. KKD.-Fulda. 2. Dom Fulda. 3. Stadtps. I Fulda.
Altersklasse. Wanderpreis Jugendamt Fulda: 1. Dom Fulda, 2. Johannesberg. 3. Hofaschenbach.
D I K • Staffel. Wanderpreis Kreisjugendamt Hünfeld: 1. Dom Fulda. 2. Müs. 3. Dietershan.
Insgesamt haben an den Wettkämpfen 169 Turn« teilgenommen und zwar am Dreikampf 143, an de» Einzelkämpsen 52 und an den Staffeln 20.
Don der Kreisleitung der DIK war Lehrer Bauer, Frankfurt «schienen, aus dem Kreise Fulda Herr Kreis- jugendpfleger, Lehrer Pappert, Bachrain; als Vertreter des Landrats von Fulda Herr Regierungsaffeffor Dr. Stachels, der begeisterte Worte mck> Wünsche für die Jugend kraft fand. Kreisjugendpfleger Lehr« Loh- fink, Hünfeld, war durch anderweitige Inanspruchnahme am Erscheinen verhindert und übermittelte schrifll. herzliche Wünsche. Die DJK.-Jugend hat sich gefreut, daß auch ihre Kreis- und Staatsbehörde auf ihrem Fest war und dadurch wieder ihr Interesse für die DIK gezeigt hat.
Das Fest sand feinen Abschluß durch eine Fest versa m m l u n g am Abend bei Gastwirt Möller. Wer hier die Stimmung und die Begeisterung miterlebt hat, in der Jungen und Führer vereint waren, ist überzeugt von der Kraft und dem Geiste, der in der DIK lebt. I Der Bezirksleiter, Lehrer Kimmel, Soisdorf gab feiner besonderen Freude Ausdruck über die starke Beteiligung (45) in der Schülerklasse und überreichte den Kleinsten in der DIK Lorbeerkränze. Auch hi« fei nochmals allen Neuhofern, die zur Verschönerung und zum Gelingen des Festes mitbeigetragen haben, herzlichen Dank gesagt: Hochw. Herr Dechant Dicke für feine große Gastfreundschaft, hochw. H. Kaplan Mazu- rowski, dem Ortspräses der DIK für all feine Arbeit und Mühe in den Wochen vorher und am Tage selber, dem Ortsverein mit seinem Vorstand, Herrn Bretz, all den Vereinen, die sich am Festzug beteiligt haben, besonders der Musikkapelle, Feuerwehr und Sanitätern; Dank auch allen Neuhofern für den reichlichen Fahnenschmuck und die Beteiligung an dem Feste. Möge das diesjährige Bezirksfportfest in der Neuhöfer Gegend uns viele Jugendkraftler, Freunde und Führer gewinnen, damit der einst so blühende Bezirk wieder zu neuem Leben und Schaffen erstehe.
Vorwärts Deutsche Jugendkraft, Deutsche Jugend- krast frisch auf!
Ergebnisse der Wettkämpfe.
Dreikamps.
Altersklasse, 30 Teilnehmer:
1. Preis Diegmüller, Karl, Iohannesbe rg 107, Punkte, 2. Pr. (Bert, Georg, Müs 93 P., 3. Hoh-
Die DÄK-Länderels
Bereits am Sonntag mittag stand Ludwigshafen ganz im Zeichen des DIK-Länder» treffens. Kurz nach 16 Uhr waren weit über 10 000 Zuschauer im Ebert-Park versammelt. Die holländische Nationalmannschaft betritt unter stürmischem Beifall als erste den Platz. Der Beifall wird noch größer, als kurz darauf die Reichs «ls unter Führung von Jobst (Nürnberg) in schwarz-weißem Dreß den Platz betritt. Nach Begrüßung der holläiGischen Mann- schäft durch den Reichsspielwart Bürg« (Düsseldorf) antwortete der erfte Vorsitzende. des Internationalen Kcttholischen Verbandes, der Führ« der holländischen Expedition, Dr. Schrellen (Utrecht), im Namen der Holländer. Dann gibt der Schiedsrichter Brüschweil« (Zug, Schweiz) das Zeichen zum Beginnen. Die Mannschaften stellten sich dem Schiedrichter in folgend« Auf- stellung:
R. K. Holland: Wilhelmus (Marfana Meerfen); B. de Lange (Graaf Willem, den Haag), v. Laarhoven (Mulo Helmond); Hafsing (Limvio Amerfort), Jos. o. Eekeren (Mulo Helmond), Thissen (OBE Sittard); v. Waanroy (Neo Borne), Möller (Union Nijmegen), F. o. Eekeren (Helmond), F. de Lange (BVZ Zaandan), Kloo- ftermann (De Mer Amsterdam).
D I K Deutschland: Weidenbacher (Sparta Nürnberg); Keller (Freiburg-Wiehre), Fontein (Hom- berg-Hochheide)- Keppler (Sparta Nürnberg), Breuer (Rhemsr. Düsseldorf), Baumgärtei (Sparta Nürnberg); Maes (Rheinfr. Düsseldorf), Bickel, Jobst, Stoppelt (alle drei Sparta Nürnberg), Lechleitn« (Mannheirn-Neckar- ftadt).
Der Spielverlauf:
Der Fußball wurde durch einen in den Stiften kreisenden Flieger abgeroorfen. Holland stößt an, findet aber sofort Weidenbacher auf dem Posten. Ein Straf- stoh von Jobst streift knapp die holländische Torlatte. Einem Angriff der holländischen rechten Flanke findet Weidenbacher int letzten Moment auf dem Posten. Die
schlägt Holland 5:3.
deutschen Läufer fallen auf das halbhohe Spiel bet Holländer nicht herein, halten am flachen Paß unter allen Umständen fest und deherrfchen vorläufig das Feld. In der 11. Minute macht Jobst einen Alleingang. Er windet sich durch die Läuferreihe, umspielt die Verteidigung und sendet aus nächster Nähe unhaltbar ein-
1 : 0 für Deutschland.
Feldspiel. Hollands Läuferreihe wird leicht nervös. Der Freiburger Kell« ist unschlagbar, er rettet in der 20. Minute in höchster Not. Breuer, der deutsche Mittelläufer, fpieü sehr hart, verschuldet mehrere Sttasitöß«, die nichts einbringen. Bei einem solchen Strafstoß verschuldet Fontein eine Ecke, die sehr rasch nach vorn gegeben wird und durch den deutschen Halblinken nach kurzem, harten Kamps mit der Verteidigung Hollands zum zweiten Tor verwandelt wird.
2 : 0 für Deutschland.
Für das dritte und vierte Tor zeichnet der sich in glänzender Verfassung befindliche Nürnberger Mittelstürmer verantwortlich, so daß die erste Halbzeit
4 : 0 für Deutschland
abschließt. Nach dem Wechsel der Seiten ist die Reichs- els zuerst wieder tonangebend, aber dann scheint die deutsche Läuferreihe etwas abgekämpft. Bei einem typischen holländischen Angriff fällt durch de» Rechtsinnen der Niederlande der erste Gegentresser.
4 : 1 für Deutschland.
Die deutsche Halbreihe ist nun überlastet. Aber in der Hintermannschaft sind Weidenbach und Keller sehr auf dem Posten. Der deutsche Linksaußen rechtfertigt keineswegs die Erwartungen. Er vermasselt einige Bälle. Ein Strafstoß für Holland wird von der deutschen Verteidigung abgeschlagen, er kommt weit ins Feld. Der Sturm erzwingt eine Ecke. Tadellos wird sie getreten und Stoppelt, der deutsche Rechtsinnen, köpft geschickt ein. Das Tempo des Spieles läßt nach. Die rechte
Heinrich Sohnrey.
Zu seinem 70. Geburtstag am 19. 3uni.
Von Kurt Herbst.
Heinrich Sohnrey wird am 19. Juni siebzig Jahre alt. Ihn an diesem Tage zu grüßen, besteht eine innere Verpflichtung. Sohnrey ist kein Volksgunstjäger, der feiner Nächstenliebe ein sozialpolitisches Mäntelchen umhing
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und mit dem Strom des Zeitgeistes schwamm: Sohnrey ist ein „treuer Führer des deutschen Volkes". So grüßte ihn vor zwanzig Jahren Peter Rosegger. So grüßen wir ihn heute mit weit größerem Recht.
Wenn er von seinem Arbeitszimmer über die Vorortgärten von Steglitz blickt, fliegen feine Gedanken zu
denen hinaus, die hinter den Bergen feines südhanno- verschen Heimatdorfes Jühnde über Beeter und Wiesen schreiten. Sein Herz ist immer beim Landvolk. Das Land, gilt ihm als Quelle ursprünglicher Volkskrast.
Schon als junger Dorfschulmeister von Nienhagen begann « seine Volkstumforschung. Kein Sprichwort, keine Redensart, keine Sage und kein „Stipftöreten", kein Aberglaube und kein Stück Ortsgeschichte entgingen feinen Ohren. Alles verarbeiteten feine geistigen und seelischen Kräfte und schufen daraus echtes, ursprüngliches Volksgut. In den Romanen verwebt feine Erzählergabe volkstümliche Eigenart, Gestalten und Bräuche in eine packende Handlung, die jeder glaubt, irgendwo miterlebt zu haben: fo klar und faßlich ist alles erzählt. Die Spinn» ftube in „Dubenkropps Heimkehr" ober das „schwarze Huhn" und die „Sternfunten" im „.Bruderhof" sind festgefügt im ganzen Kunstwerk. Nach einigen Semestern Universitätsstudiums in Göttingen wurde Sohnrey in Geldnöten noch einmal Schulmeister, bis er durch eine glückliche Wendung die Schriftleitung der „Freiburger Zeitung" übernahm.
Seine Erzählungen und Romane rollen die soziale Frage des Landes auf. Die Gründe für die Landflucht erkannte Sohnrey in der seelischen Entwurzelung des kleinen Mannes. Schon in „j)ütte und Schloß" offenbarte er sich als Sozialreformer mit prophetischem Blick. Was Sohnrey als Dichter künstlerisch gestaltete, packte er auch praktisch an. Er schuf Arbeitsziele und wies Wege zu tatsächlicher Hilfe. Er gründete die Zeitschrift „Das Land" und schrieb das Buch „Wohlfahrtspflege auf dem Lande", das immer richtunggebend geblieben ist. Mit Hilfe des Preußischen Landwirtschaftsministeriums ent- stand der „Deutsche Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege", dessen Geschäftsführer Sohnrey Jahr- zehnte hindurch war.
Die erweiterte Tätigkeit und ein Ruf der „Täglichen Rundschau" zogen ihn nach der Reichshauptstadt, wo er sich besonders der inneren Kolonisation widmete. „Metz
Ziel", erklärte er damals „Mar vor allem die soziale Hebung der Arbeiterbeoölkerung, die Belebung und Stärkung des Volkstums, wie überhaupt die Bereicherung und Verschönerung des gesellschaftlichen Lebens auf dem Lande. Meine Mittel suchte ich aber nicht in der (patriarchalischen) Wohltätigkeit, wo die eine Seite gibt oder stiftet, und die andere Seite nimmt und dankt, sondern in dem freiwilligen Zusammenschluß aller Stände zu gemeinnützigem Tun, um dadurch auch dem geringsten Arbeiter die Möglichkeit zu geben, durch Entfaltung seiner schwachen Kräfte in Verbindung mit den Kräften der Gesamtheit sich selbst sozial und ethisch emporzuheben." So schließt sich der Schaffenskreis Heinrich Sohnreys, und die Neuherausgabe des „Wegweisers für ländliche Wohlfahrtsarbeit" mit der Zielsetzung zu sozialer Gemeinschaftsarbeit ist das äußere Sinnbild für die zwangsläufige Entwicklung feines Gedankens in der Gegenwart.
Noch bevor Adolf Bartels den Begriff prägte, wurde Sohnrey Pfadfinder echter Heimatkunst. Aeußere Anerkennung fand fein Schaffen durch die staattiche Ernennung zum Profesior, durch Verleihung der Ehrendoktorwürde der staatswisfenschastlichen Fakultät Tübingen und der philosophischen Fakultät der Universität Königsberg. Die Urkunde Königsbergs spricht von ihm als einem Manne, „dessen ganzes Dichten und Trachten, Forschen und Lieben dem deutschen Volke gilt, dem mutigen Vorkämpfer und Schützer der ländlichen Wohlfahrts» und Heimatpflege, dem edlen Manne, dessen reine dichterische Kraft Hoch und Nieder eint im festen Glauben an die Auferstehung des deutschen Geistes."
So kämpft Sohnrey auch heute noch wie einst in feiner ersten Erzählung, daß die „Gerechtigkeit" erhalten bleibe. Im frohen Glauben wendet er sich be- sonders an das werdende Geschlecht und sorgt als Herausgeber der „Zeitschrift für das ländliche Fortbildungsschulwesen" und der .Landjugend-Freizeit" für Zusammenfassung und Pflege all« jungen Kräfte auf
dem Lande. Den Kops hat er noch voll« Dorfgeschichten, und wir wünschen zu seinem 70. Geburtstage, daß ihm reichlich Zett bleibe, fein Werk zu vollenden.
— Verletzungen mit Tintenstift verursachen, wenn ein abgebrochenes Stiftstückchen im Gewebe zurückbleibt, ein Brandigwerden der Umgebung, das zu einer fortschreitenden Geschwulst führen kann und meist erst nach einem chirurgischen Eingriff heilt. Besonders gefährlich werden Tintenstiftverletzungen, wenn etwa durch den mit Tintenstift beschmutzten Fing« das Tin- tenstistgift auf die Binde- ober Hornhaut bes Auges gebracht wird. Diese schon feit längerer Zeit bekannten Erscheinungen, sowie Tierversuche, die russische Forscher kürzlich mit Tintenstift-Stückchen an Kaninchen anstellten, beweisen die große Giftigkeit des in den Tintenstiften enthaltenen Anilin-Farbstoffes für den Organismus. Es muß deshalb davor gewarnt werden, angefpitzte Tintenstifte ungeschützt in der Tasche zu tragen oder gar an die Lippen zu führen.
— Die Jlafe im Volksglauben. Es ist eine eigen tümliche Tatsache, daß große Männer entweder lest, große oder sehr kleine Nasen gehabt haben. Zange Rasen gelten als Zeichen der Gelehrsamkeit und besondere der Begabung, tief denken zu können, während kurze Nasen auf Unbeständigkeit schließen lasten. Eine „römische" Nase soll Schlauheit, eine „griechische" Adel bei Gesinnung verraten. Eine Nase mit ausgeweiteten Flügeln soll das Kennzeichen eines der bösen oft auch hysterisch veranlagten Menschen fein. Das den Backfisch- chen oft eigentümliche „Stumpfnäschen" verrät Naivität und Gutmütigkeit; dagegen soll derjenige scharf und zuweilen auch hart sein, der eine knochige, gerade and saft spitz auslaufende Nase besitze. Spitze Nasen sind nicht sonderlich beliebt, es gibt kaum einen impertinenten Menschen, der nicht übet eine solche verfügt. Eine weiße, schmale Nase beweist Feinsinnigkeit, dagegen eine nach oben gerichtete geistige Beschränktheit!