FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatl.
Ar. 140
Lychemt sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48 Pf.), ohne Zustellg.
Mittwoch, 19. Juni 1929.
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Sö.Zahrg,
Hilserding über seine Finanzpolitik.
Die Reichstagssitzung am Dienstag.
Auf der Tagesordnung der Reichstagssitzung am Dienstag stand die 2. Beratung des Haushaltes der allgemeinen Fianz- Verwaltung. Vor Beginn der Beratung ergriff Reichsfinanzminister Dr. H i l f e r d i n g: das Wort und führte etwa folgendes aus: „Ich habe in meiner Etatsrede mit voller Absicht das etwaige Ergebnis der Pariser Verhandlungen ganz außer Betracht gelassen. Ich habe unter Zustimmung der Mehrheit des Reichstages die Aufstellung eines Defizits-Etats abge- lehnt. Ich rechnete damals mit den stillen Reserven, die wir in der Alkoholbesteuerung hatten. Der Reichstag hat es abgelehnt, dieses Steuergebiet in Anspruch zu nehmen. Er hat das Defizit durch starke Abstriche ausgeglichen und alle Reserven aufgebraucht.
Es bleibt ein Fehlbetrag von 22 Mill. Dis zur 3. Lesung wird auch die Ausgabenseite erhöht werden müssen, beispielsweise für die Lohnerhöhung der Reichsarbeiter. In der nächsten Zeit werden dringen de und große Probleme der Finanzpolitik zur Lösung kommen müssen. Die Schwierigkeiten der Kassenlage des Reiches sind vor allem durch die steuerfreie Anleihe behoben worden. Damals war der Geldmarkt besonders ungünstig. Die Befürchtung eines Scheiterns der Pariser Verhandlungen hatte eine gewisse Panik erzeugt, die gefördert wurde durch die ganz verantwortungslose Agitation, die von gewisser Seite damals in der Oeffentlicbkeit getrieben worden ist. (Hört! Hört!) Kurzfristige Anleihen in Deutschland waren damals kaum möglich, aber auch die langfristige Anleihe hat unter den Zeitverhältnissen gelitten. Immerhin hat diese Anleihe es uns e r m ö g l i cht, die Schwierigkeiten unserer Kassenlage zu überwinden. Der Geldmarkt hat inzwischen eine Erleichterung erfahren, die deutsche Währung hat sich als absolut gesichert erwiesen.
Die Beunruhigung der Oeffentlichkeit über unsere Kassenlage muß endlich aufhören, denn sie schädigt auch den Kredit der deutschen Wirtschaft. Diese Diskussion wird vielfach ohne wirkliche Kenntnis der Verhältnisse geführt. Wenn beispielsweise von deutschnationaler Seite verbreitet worden ist, das Reich sei bankrott, so kann
Ätzung des Reichskabinetts.
Landwirkfchaftsfragen und Arbeitslosenversicherung.
In einer Ministerbesprechung am Montag beschäftigte sich das Reichskabinett zunächst mit den landwirtschaftlichen Fragen. Staatssekretär Heukamp vom Reichsernährungsministerium wurde beauftragt, nach Stockholm zu fahren, um angesichts der Notlage der deutschen Landwirtschaft mit der schwedischen Regierung wegen Beseitigung der Schwierigkeiten zu verhandeln, die sich aus dem deutsch-schwedischen Handelsverträge für eine Neuregelung der deutschen Agrarwirtschaft ergeben.
Weiterhin nahm das Kabinett zu der Frage der Arbeitslosenversicherung Stellung. Es war der Meinung, daß mit Rücksicht auf die gesamte politische Lage, die eine Spätsommertagung des Reichstages erfordert, von einer zweimaligen Gesetzesvorlage über die Arbeitslosenversicherung innerhalb so kurzer Zeit abzusehen ist und die endgültige Reform in diefer Sommertagung zur Verabschiedung gelangen soll. Der vom Reicbsarbeitsminister einberufene Aus- schuß soll bis Ende Juli seine Arbeiten beendet haben, so daß für die Spätsommertagung der abschließende Gesetzentwurf vorliegen wird.
* Slresemanns Heimfahrt von Madrid. Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann ist am Montag abend von Madrid nach Barcelona obgereift. Zum Abschied hatten sich auf dem Bahnsteig Primo de Rivera, der deutsche Botschafter Graf von Welczeck, Vertreter vor Behörden und zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie eingefunden. — Stresemann wird am Mittwoch vormittag in Paris eintreffen und am Mittwoch nachmittag mit dem Nordexpreß nach Berlin fahren, wo er Donnerstag vormittag eintreffen wird. Die Beratung des Etats des Ministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten wird am Samstag beginnen. Der Konferenzort der politischen Konferenz liegt noch nicht fest.
* Ein Festbankett für Geheimrat Kahl. Die Reihe der Ehrungen, die der berühmte Rechtsgelehrte und Politiker Wilhelm Kahl in Berlin zu seinem 80. Geburtstag erfuhr, wurde am Montagabend durch ein ungewöhnlich glanzvolles Bankett abgeschlossen. Begrüßt von Reichsminister Dr. von Euerard im Namen der Reichsjustizverwaltung wurde der Jubilar von dem preußischen Unterrichtsminister Dr. Becker als Mensch in außerordentlich herzlichen Worten geehrt. Theorie und Praxis seien in seinem Leben zu einer Synthese verschmolzen worden, wie sie sonst nur selten erreicht würden. Als dritter Redner sprach der Rektor her Berliner Universität Professor Hieß im Namen der Universität, der Technischen Hochschule und der Handelshochschule. Der Vizepräsident des Evangelischen Oberkirchenrats Dr. Duske widmete der kirchenrechtlichen Wirksamkeit Kahls warme und tiefempfundene Worte. Schließlich sprach Reichsminister a. D. Dr. Scholz im Namen der Partei und der Fraktion. ■ Geheimrat Kahl antwortete mit erstaunlicher Frische und tiefem
- Der Etat der Finanzverwaltung.
man eine solche Aeußerung nur als verantwortungslos bezeichnen. Um solchen Schwierigkeiten, wie wir sie in der letzten Zeit durchmachten, für die Zukunft vorzubeugen, wird es notwendig sein, wieder einen B e t r i e b sm i t - telfonds anzusammeln.
Das Ergebnis der Pariser Verhandlungen stellt uns vor ne ue Aufgaben auch in der Finanzpolitik. In erster Linie ist die Klärung der Finanzlage notwendig. Das aus 1928 übernommene Defizit von 150 Millionen muß noch aus den Ergebnissen dieses Etatsjahres abgesetzt werden. Das Finanzministerium muß darüber wachen können, daß die einzelnen Ressorts notwendige Vorsicht in ihren Aufwendungen anwenden.
Für das Etatsjahr 1930 müssen wir zu einer Klärung der finanzpolitischen Verhältnisse zwisch en Reich und Ländern kommen. Die z. T. recht großen Abfindungen, die die Länder vom Reich verlangen, sollen in einem Gesetzentwurf geregelt werden, den ich demnächst oorlegen will. Notwendig ist auch die baldige Verabschiedung des Steuervereinheitlichungs- ge fetz es. Ein erschöpfendes Finanzprogramm werde ich vorlegen zu dem Zeitpunkt, wo ich politische Handlungsfreiheit habe.
Dieses Finanzprogramm soll gehalten sein im Sinne der sozialen Gerechtigkeit und der Erhöhung der Produktivität unserer Gesamtwirtschaft. (Beifall bei den Regierungsparteien.)
*
Die Tagesarbeit des Reichstags wurde am Montag durch eine außergewöhnliche Kundgebung unterbrochen. Der gesamte Reichstag brachte nämlich Geheimrat Professor Dr. Kahl, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, bei seinem Erscheinen im Sitzungssaal eine feierliche Hratulations» kundgebung dar, worauf Dr. Kahl unter dem Beifall des ganzen Saales und der Tribünen in bewegten Worten dankte.
Die zweite Beratung des Reichswehretats wurde am Montag zu Ende geführt. Die Abstimmungen wurden auf Dienstag vertagt.
Ferner wurden am Montag nachträglich die Abstimmungen zum Verkehrsetat vorgenommen mit dem Ergebnis, daß der Haushalt in der Ausschußfassung genehmigt wurde.
Gedankenreichtum. Die Rechnungslegung seiner ganzen Laufbahn, die von den zahlreichen Gästen angesichts des tiefen Ethos der Persönlichkeit des ehrwürdigen Mannes mit sichtlicher Bewegung aufgenommen wurde, wurzelte in der Darstellung seiner parlamentarischen Arbeit. Mit einer Aufforderung, die ihm zugedachten Ehren zu über- tragen in einen Wunsch für Volk, Staat und Vaterland schloß Kahl seine formvollendete und von Herzenswärme getragene Rede unter donnerndem Beifall der Zuhörer. Unter den Gästen befanden sich neben den oben Genannten die Reichsminister Dr. Groener, Dr. Curtius und Dietrich, der preußische Justizminister Schmid, der österreichische Gesandte Dr. Frank, der Rektor der Wiener Universität Professor Dr. Jnnitzer, die Präsidenten des Reichsgerichts Bumke und des Kammergerichts Tigges, Mitglieder des Reichsrats und des Reichstags und zahlreiche Gelehrte und Angehörige der Reichs- und Staatsbehörden.
kluslandskredit für das Reich.
50 Millionen Dollar.
Die bekannten Anleiheverhandlungen des Reiches stehen nunmehr kurzvordsm Abschluß. Es handelt sich um einen mehrmonatigen Auslandskredit in Höhe von 50 Millionen Dollar, den das Reich wegen seiner angespannten Kassenlage aufnimmt. Angaben über Details und Herkunft können selbstverständlich erst nach dem endgültigen Abschluß gemacht werden. Die in den letzten Tagen vielfach verbreiteten Gerüchte jedoch, daß der Anleiheweg via Reichs- post führe, entsprechen nicht im geringsten den Tatsachen. *
Reichsbahnanleihe.
Wie das B. T. meldet, ist die Leitung der Reichsbahn bemüht, eine langfristige und mit erträglichen Zinsen ausgestattete Anleihe abzuschließen, jedoch hat sich noch kein befriedigendes Angebot gefunden. Alle Vorschläge erweisen sich bei näherer Prüfung als zu teuer, und insbesondere ist auch noch kein Angebot einer wirklich langfristigen Anleihe erfolgt. Der G e l d b e d a r f der Reichsbahn wird auf 4 0 0 M i l l i o n e n R m. geschätzt, jedoch dürste sie sich zunächst auf eine Anleihe von 250 Millionen im Höchstfälle beschränken.
Die Renten der Äandesherren.
Reichsjustizminister v. Euerard hat die den Regierungsparteien angehörenden Mitglieder des Rechtsäusschufses Dienstag nachmittag zu einer Besprechung über die Erledigung des Standesherren- qesetzes und des Sverrgefetzes eingeladen, durch das, falls das Standesherrengesetz nicht mehr vor den Ferien verabschiedet wird, die schwebenden Prozesse über derartige Renten, bis zum 31. März 1930 ausgesetzt werden sollen. Auch die Fraktionsvorsitzenden werden an der Besprechung teilneh- meru .
Oesterreich ohne Militärkontrolle. I
Die interalliierte Militärkontrollkommission endgültig liquidiert.
Der Vorsitzende der Botschafterkonferenz hat dem Generalsekretär des Völkerbundes in Genf mitgeteilt, daß die Liquidationsorganisa- tion der InteralliiertenMilitärkontlollkommission in Oesterreich ihre Arbeit beendet hat. Der Generalsekretär hat unverzüglich die Mitglieder des Völkerbundsrates von dieser Mitteilung in Kenntnis gesetzt.
Französische Gefpensterfurchk.
Zu der Meldung, daß die Liquidierungsorganisation der interalliierten Militärkontrollkommis- sion in Oesterreich nach eine Mitteilung der Botschafterkonferenz an den Generalsekretär des Völkerbundes ihre Tätigkeit eingestellt hat, wird ergänzend noch folgendes berichtet:
B r i a n d stellte bei diesem Anlaß im Namen der Botschafterkonferenz' fest, daß Oester- reich seinen Abrüstungsverpslichtun- g en nicht im volben Maße nachgekommen sei.. Zur Begründung dieser Feststellung werden Dokumente veröffentlicht, die von dem Liquidierungsamt ' bereits vor 1H Jahren verfaßt wurden, in denen u. a. erklärt wird: Presseberichten zufolge sei bei den Demonstrationen in Wiener- Neustadt die Tatsache klar in Erscheinung getreten, daß entgegen den Bestimmungen des Friedensvertrages von St. Germain bei den österreichischen Wehrverbänden über Maschinengewehre, Gewehre und Munition verfügt worden sei. Ferner sei auch die Herstellung von Kriegsmaterial nicht entsprechend den Abrüstungsverpflichtungen eingeschränkt worden, so daß Oesterreich sowohl für seinen eigenen Gebrauch wie auch für andere Länder im gewissen Umfange Kriegsmaterial herzustellen imstande fei. Mit der zur Zeit bestehenden Cadres-Armee fei Oesterreich in der Lage, eine regelrechte Feldarmee von 200—300 000 Mann aufzustellen und auszurüsten. Das Liquidationsamt weist ferner darauf hin, daß zwischen dem deutschen und österreichischen Hauptquartier geheime Beziehungen beständen. So finde ein Offiziersaustausch statt. Ferner würden für die österreichischen Soldaten Uniformen nach deutschem Muster eingeführt. Schließlich seien Bestrebungen imgange, einen österreichischen Generalstab nach deutschem Muster neu zu schaffen. In den Dokumenten wird schließlich erklärt, daß Wien das Zentrums des geheimen Waffenhandels geworden fei. Dabei werden mehrere Fabriken namentlich aufgezählt, die auch in Zukunft zu überwachen feien.
wtb. Wien, 18. Juni. (Eig. Meldg.). Die Blätter geben ihrem Erstaunen und Befremden über das Begleitschreiben Briands in seiner Mitteilung an den Völkerbund über die Auflösung der militärischen Kontrolle in Oesterreich Ausdruck. Die amtliche Nachrichtenstelle erfährt dazu: Bekanntlich ist das Liquidierungs-Organ mit dem 31. Januar 1928 aufgelöst worden. Die in dem Bericht des Präsidenten der Botschafterkonferenz an den Völkerbundsrat erwähnten Dokumenten stammen infolgedessen aus einem verhältnismäßig weit zurückliegenden Zeitraum.
Die „Reichspost" sagt, die Bemerkungen Briands erinnerten übrigens sehr an das f. Zt. bekannte Bestreben der Militärkontrollkommission, ihre D a- seins berechtigung in Oesterreich möglichst lange Zeit zu b e w e i s e n. Es kann sich hier kaum
um mehr als um einen historischen Nachhall nach dem letzten Unternehmen dieser Art handeln. Was insofern interessant ist, als er auch von Oesterreich Neues und Ungeahntes über unsere evtl, militärische. Schlagkraft mitteilt. Das „Neue Wiener Journal" sagt, Briand sieht Gespenster und die „Neue Freie Presse" nennt es eine Unfreundlichkeit gegen Oesterreich und fragt, welcher gute Freund wohl Briand durch Einflüsterung und Verleumdung irre geführt hat. Das „Neue Wiener Tageblatt" ermahnt schließlich die innere Abrüstung nun endlich in Angriff zu nehmen, da die Bemerkungen an den Völkerbunds» rat zeigten, wie leicht die innerpolitische Soldatenspielerei Oesterreich in unangenehme internationale Auseinandersetzungen verwickeln könne.
Frankreich und der youngplan.
wtb. Paris, 18. Juni. (Eig. Meld.) Die Vereinigten Kammerausschüsse für Auswärtige Angelegenheiten und für Finanzen treten morgen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, in deren Verlauf' Po incare über das Problem der Ratifizierung der Schulden abkommen sprechen wird. Wie „Echo de Paris" erfahren haben will, wird Poincare auf der Ratifizie- rung dieser Abkommen vor dem 1. August bestehen, jedoch nicht auf der Ratifizierung des Poung-Abkommens, die er bis zum Herbst aufschieben will. Die Tagesordnung, die dieJnter- pellationsdebatte, die am 25. Juni beginnen soll, abschließt, wird zum Ausdruck bringen, daß die Kammer der Regierung das für die kommenden internationalen Verhandlungen erforderliche Vertrauen entgegenbringt und dadurch implicite die Genehmigung zur Unterzeichnung des Poungs- planes gebe. In der Tagesordnung wird nach dem gleichen Blatt auch die Rheinlandräu- murtg erwähnt. Als Bedingung für die Räumung werde gefordert werden, daß zuerst mit der Mobilisierung der deutschen Schuld begonnen werde.
Daladier über die Räumung des Rheinlandes
wtb. Paris, 18. Juni. (Eig. Meld.) Die Zeitun „La Republique" veröffentlicht einen Artikel bex. Vorsitzenden der radikalen Partei, Abgeordneten Daladier, in dem es heißt, die Einigung zwischen Maedonald und Hoover sei ein entscheidendes Argument zugunsten jener Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland, für die die radikale Partei stets eingetreten fei. Diese Politik lasse sich nicht bei einer Aufrechterhaltung der militärischen Besetzung des Rheinlandes denken, zumal der Poung-Plcm hierfür nach dem 1. Sepiemder gar keine Kredite vorsehe. Nach Ansicht der Radikalen müsse die Räumung bis zu jenem Zeitpunkt durchgeführt sein, denn sonst werde dse deutschfranzösische Annäherung schwierig oder sogar unmöglich. Diese Räumung müsse auf die Initiative Frankreichs hin, nicht aber unter dem Druck der ehemaligen Alliierten Frankreichs erfolgen. Das Vorhandensein des im Vertrage von Locarno vorgesehenen ständigen Schlichtungsausschusses werde es zweifellos bei gegenseitigem guten Willen erlauben, Streitfälle über die vorgesehene Feststellungs- und Ausgleichskommission zu regeln. Dieses Problem werde übrigens durch das der Einführung einer internationalen Militärkon- trolle beherrscht, ein Problem, um das sich Frankreich ernstlich und entschlossen bemühen müsse.
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Weltkongreß der Frauen in Berlin.
Minister Severing spricht bei der Eröffnung.
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Frauen aus 44 Ländern der ganzen Well haben sich in Berlin versammelt, um über Fragen der staatsbürgerlichen Geltung und Erziehung der Frau zu beraten und gleichzeitig das 25jährige Jubiläum des Weltbundes für Frauenstimmrecht und staatsbürgerliche Frauenarbeit zu feiern.
Die Stadt Berlin hatte am Montag aus Anlaß der Tagung des Weltbundes für Frauenstimmrecht und staatsbürgerliche Frauenarbeit etwa 600 führende Frauen des In- und Auslandes zu einem festlichen Empfang nach dem Rathaus eingeladen. Oberbürgermeister Böß erinnerte in feiner Ansprache daran, daß vor 25 Jahren an derselben Stelle der Bürgermeister Georg Reicke gestanden und zu den vielen Frauen gesprochen hat, die damals aus allen Teilen der Welt zum Kongreß des Internationalen Frauen Weltbundes hier versammelt waren. Seit damals habe sich die Rolle der Frau im öffentlichen Leben entscheidend geändert. Die Frau nehme gleichberechtigt teil an der Arbeit der Well Di- Vorsitzende des Weltbundes, Mrs. Vorbett-Ashby (London) dankte in deutscher Sprache