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Fuldaer Zeitung
Der Mann im Monde.
musik.
Montag, den 17. 3unL
Das englische Kabinett wird tongefilmt
Gartenkies
liefert
Weltreisen und Gesellschaftsjagden, für die Aufstapelung von Perlen und Brillantaeschmeide, für die Anlage von Privatmuseen mit Bildern, Jagdtrophäen, Statuen ausgegeben — aber für ben Pau von neuen Seelsorgestationen in rasch wachsenden Industriestädten, für die Heranbildung katholischen Gelehrtennachwuchses an den Universitäten, für die Schaffung überragender katholischer Presseorgane, für die Förderung katholischer Schriftsteller und Künstler, für die Errichtung katholischer Theater- und Filmunternehmungen fand sich — von wenigen Ausnahmen abgesehen — kein Geld, oder höchstens ab und zu ein größeres Trinkgeld." Solche Tatsachen der Vergangenheit als Warntafeln für die Zukunft aufzustellen, bedeutet wirklich ein Verdienst. Das ist die eine Seite der Sache. Auf der anderen nämlich sind eine Reihe von Aus- einandersetzungcn zwischen Theologen und Wirtschaftlern bei uns entstanden, die einen geschlossenen Vormarsch nur behindern. Es ist schon wahr, daß wir auch fortfahren müssen, die Grundbegriffe über das Eigentumsrecht usw. zu klären und auf unsere Zeit anzuwenden. Mr will aber scheinen, daß man mit dem alten Eigentumsbegriff, wie ihn Moraltheologen wie Cathrein vertreten haben, k^ute noch tadellos durchkommt. Die Notwendigkeit des Eigentums wurde in dieser Philosophie einesteils aus den Rechten und Ansprüchen der Persönlichkeit abgeleitet, dann aber auch — und das vor allem—aus der Lehrevonder Gemeinschaft. Es kann eben ohne Eigentumsrecht eine geordnet« Gemeinschaft nicht bestehen. Daraus folgt, daß wir vom Boden dieses Ggentumsrechtes aus all jene Forderungen stellen können, die auch Dr. Eberle erhebt. Latifundien-, Trust- und Spekulationswirtschaft, die die Gemeinschaft bedrohen, verlieren in dieser Auffassung wirklich den Rechtsboden unter sich.
hinzukommt.
In der Oesfentlichkeit ist die Frage aufgeworfen worden, warum diese Neuregelung nicht einfach durch Gesetz erfolgt. Dazu wird unterstrichen, daß bindende Pereinbarungen mit der Kurie bestehen, die nicht gelöst, sondern nur durch einen neuen Vertrag ersetzt werden können. Die lange Dauer uie uieu/CTt vcl ...... ....._ - -
der Verhandlungen erklärt sich auch daraus, daß I Elegie und im gleichen Atem das Schmutz-uno eine ganze Reihe von Fragen besprochen werden 1 - - - *■ ™ s-'
mußten, die in dem jetzt vorliegenden Vertrag nicht enthalten sind. Dazu gehört die Schule, die Pfarrerbesoldung, die Behandlung der Orden und die Frage der Minderheiten.
Die Hoffnung Italiens. .
Zur Ratifizierung der Laicranverträge.
Von unserem römischen Mitarbeiter:
Mst einigem Erstaunen hat selbst der Kenner des I italienischen Volkes die merkwürdigen Windungen | beobachtet, die die Parlamentsverhandlungen über I die Lateranverträge einschlugen, anstatt daß man I bei so scheinbar einfacher parlamentarischer Lage I geradewegs aufs Ziel losschoß. Mussolini muß das I ja nicht für möglich gehalten haben; sonst wäre I fein Verhalten ganz unverständlich. Vor den Wah- I len lautete es anders und doch hätten die eigent- I sich katholischen Kreise allen Grund zur Reserve I gehabt. Sie haben sich keinen Augenblick beson- I nen und Mussolini zu dem schönen Absstmmungs- I sieg verhalfen, aus dem nach seinen eigenen Wol- I len die jetzige Kammer hervorging. Er nennt sie I schwierig, weil sie so viele „Köpfe" enthalte. Viel- I leicht soll das die vielen Verbeugungen entschul- I digen.
Dennoch wäre ihm, auch wenn er sich vor der I Kammer wie hernach norm Senat gemäßigt hätte, I der Sieg sicher gewesen. Was hätten ein paar I Stimmenthaltungen oder dergleichen mehr viel scha- I den können? Und im Senat hätte er sicher nicht I mehr glatte oder umkleidete Ablehnung von libe- I raler, wohl aber einigen Widerspruch von kaiho- I lischer Seite weniger gefunden, die im Grunde gar- I nicht zur Sache gehörten.
Man hat sich und andere am Vorabend des Fe- I stes ohne ersichtlichen Grund die Freude verdorben, I wie es in einer Familie herzugehen pflegt, in der I alter Groll die Stimmung versauert.
In diesem Bild liegt wohl überhaupt des Rätsels Lösung. In der Kammer wie im Senat ist soviel davon geredet worden, sehr präzis« hat es besonders Senator Scioloja ausgeführt, daß die Lateranverträge eigentlich nur einen längst bestehenden Zu st and scknktio- vierten, und gerade der Letztgenannte wollte | daraus den Schluß ziehen, daß sie deshalb in gewissem Sinne überflüssig wären. Sicher liegt viel Wahres darin, daß der Friedensschluß keine allzugroßen sichtbaren Veränderungen gebracht hat. Und ebenso gewiß ist es, daß es sehr vielen Italienern ungeheuer schwer wird, ihre liberale Herkunft, Tradition und Erziehung zu verleugnen. Ein Volk kann nicht ungestraft durch mehrere Generationen die Ehrfurcht vor der kirchlichen Autorität so in sich ersticken, wie es das italienische getan hat.
Es ist deshalb kein besonderer Grund für die Kirche vorhanden, etwa über die Seitenhiebe Mussolinis beleidigt zu sein. Seine Haltung ist der schlagendste Beweis dafür, daß eine durchgreifende Wandlung erst zu erhoffen ist, wenn auf Grund der neuen Gesetze und Ordnungen ein neues Geschlecht herangewachsen ist.
Der Schwerpunkt liegt jetzt und künftig auf dem Gebiete der Erziehung, das erkennt auch Mussolini, und darum wies ferne Senatsrede in diesem Punkt auch die gering st en Zuge- st ä n d n i s s e gegenüber den Einsprüchen des Papstes auf. Im übrigen verstand er wohl, Formeln zu finden, wie sie vor dem Urteil der Wahrhaftigkeit, eben dem der Kirche, besser standhallen ’onnten. Jetzt wußte Mussolini einzuräumen, daß Rom zwar nicht das Christentum erst katholisch gemacht, daß es ihm aber ein „günsfiges Milieu" geschaffen habe. Das ist natürlich etwas anderes und dafür bedurfte es eigentlich kaum der Anrufung so vieler wissenschaftlicher Zeugen.
Wenn er vorm Senat vom Ziel der „kriegerischen Erziehung" sprach, so war das, selbst wenn der defensive Charakter nicht so ganz klar herauskam, doch etwa anderes als die „Erziehung zur Eroberung" vor der Kammer. Dann aber suchte er — für einen ehemaligen Lehrer recht unpädagogisch! — zwischen Erziehung und Unterricht zu trennen, und eigentlich verlangt er restlos nur den Unterricht für den Staat, weil die Familie nicht dazu imstande fei. Hinsichtlich der Erziehung beansprucht Mussolini nur die des Bürgers für sich. Leise liegt hier wieder ein liberales Erbe im Hintergrund, die Trennung des Religiösen vom Bürgerlichen in der Einzelpersönlichkeit.
Tatsache ist, daß Mussolini hier wie in anderen Stücken sich auf den Einspruch des Papstes unv den lebhaften, ernsten und sachlichen Protest im ganzen katholischen Lager hin, korrigiert hat, wenn auch gewiß noch nicht weitgehend genug.
Das Entscheidende ist nun, daß das ratifizierte Lateranabkommen nicht so sehr einen alten Zustand abschließt, als einen neuen heröeiführt.
In dieser Beurteilung sind sich alle entscheidenden Instanzen auf beiden Seiten einig. Beide Teile, Staat und Kirche, setzen nun ihre Hoffnung auf das kommende Geschlecht. Es ist klar, daß eine religiöse Erziehung so ziemlich des ganzen Volkes, dazu die Wiedereinführung der kirchlichen Trauung, als bürgerlich-rechtlicher Akt im Bunde mit der gesamten „Aufwertung" der Stellung der Kirche und ihrer Bischöfe und Priester im öffentlichen Leben nicht spurlos am Volke vorübergehen kann.
Auch Mussolinis Balilla- und Avanguardisten- erziehung wie die ganze nationale Struktur des neuen Italien werden das italienische Volk prägen. Es braucht keineswegs zu einer Rivalität zwischen den Kräften der Kirche und des Staates dabei zu kommen, im Gegenteil, wird die erstrebte und nun im Senat auch von Mussolini betonte gegenseitig« Ergänzung höchst heilsam sein. Sollte der Staat auch im Laufe der Zeit nicht den rechten Kontakt mit den erziehenden Kräften der Kirche finden, so würde doch das Konkordat immer wieder den Ansporn zu gegenseitigem Zurechtfinden geben.
Die Hoffnung Italiens find die Früchte der durch den Lateranvertrag neubegründeten Frei- heit der Kirche und der durch das Konkordat u e u f u n d i erten Erziehung, Es gehört
Wer seine Kinder zum vernünftigen Sparen erzieht, erweist ihnen den
besten Dienst fürs Leben.
3. Blatt.
Druck der Fuldaer Actleudruckerel, Fulda.
Macdonald und feine fiabineffsmifgfieber werden im (starken des Ministerpräsidentenpalais fk einen Tonfilm ausgenommen.
Rach einer ersten Sitzung des neuen Arbeiterkabinetts, die im Garten des Ministerpräsidenten- palais stattsand, wurde' das Kabinett für einen Tonfilm ausgenommen. Unser Bild zeigt Macdonald mit seinen Kabinettsmitglieder im Gespräch vor der Aufnahmeapparatur.
6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.05—15.35: Stunde der Jugend. 15.55—16.05: Hausfrauendienst. 16.35—18.05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lefestunde. 18.30—19.10: „Wanderlieder der Völker", Vortrag. 19.10—19.40: Max Halbe Vorlesung aus eigenen Werken. 19.40—19.50: Englische Literaturproben. 19.50—20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15: Vom Schloß in Bruchsal: Konzert. 22: Nach Stuttgart: Literarische Veranstaltung.
JV» 138.
Sonntag, ven 16. Juni 1929.
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wirklich kennt und auch noch da Bescheid weiß, wo sich die kapitalistischen Fronten unter den Rebeln der Anonymität verbergen Es wäre doch wirklich schade, wenn eine große Aktion vom Christentum aus daran scheitern sollte, weil sich ore gelehrten Herren über einige Begriffe nicht einigen können. Sie werden sich doch nicht einigen bis zum Ende der Welt. Dafür sind sie doch Profes-
Zranksurler Oper.
Samstag, 15. Juni, 18% Uhr Die Walküre
Sonntag, 16. Juni, 11 Uhr. 1. Dram. Ausführung der Frankfurter Opernschule. 19/- Uhr: Die Fleder. maus. ___
Frankfurter Radio-Programm.
Sonntag, den 16. 3unt.
8—9: Morgenfeier. 11—11.30: Stunde der Jugendbewegung: Lagerleben deutscher Jugend", Vortrag. 11.30—12: Elternstunde: „Wie können die Eltern ihren Kindern bei den Hausaufgaben in der Rechtschreibung helfen?", Vorttag. 12—12.30: Von der Festhalle: Funk- reportage vom Ballon-Verfolgungsrennen. 15—16: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Märchenborn. 16—17: Stunde des Landes. 17—18.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 19—19.30: Sportnachrichten. 19.30 bis 20.30: „Die Musik der Zigeuner", Vortrag. 20.30: Konzert. Anschließend bis 0.30: Von Berlin: Tanz-
Rund um die Woche.
Noch einmal Damaschke and vodenreform. — Kapitalismus und Professoren etwas über Nacktkunst.
Schandgesetz bekämpfte. Das Nackte in.der Kunst -st auch für moderne Kunst durch Michelangelos spirituelle Darstellung ein für allemal mit etnetn Adelsbrief bevorrechtet worden. Wenn aber Nacktes dazu herhält, sensationell und politisch aufreizendes Gift zu geben und „Schweinerei' wird .vergleiche Theater am Schiffbauer Damm: Pioniere in Ingolstadt), so trifft das ^uort Goethes (nicht das Wort der Goethebünde) gegen Tendenz in der Kunst zu: der Kunst wäre dann besser, man hinge ihr einen Mühlstein an den Hals und ersaufe sie." .... Christliche Auffassung hat das immer gesagt und sogar noch viel schöner - nd tiefer. Aber in solchen Dingen glaubt man's m Deutschland erst, wenn es ein Professor gesagt hat. Mochten es sich die tausend in Heidelberg tagenden Verlege? nun wirklich gesagt fein lassen.
hundert Jahren nur einige 10000 Katholiken wohn- i Richtige Begriffe kann auch ein Theologe haben, len, während ihre Zahl jetzt annähernd eine halbe I der nicht die ganze Dämonie der heu.igen
Million ist. Dieser Verschiebung wird durch die hältnisse durchschaut. Die richtige Anwendung Einrichtung des Bistums in der Reichshauptstadt allerdings kann nur einer machen, der die e inng Rechnung getragen. Die Regelung der finanziellen Fragen ist in dem neuen Konkordat von dem Gesichtspunkt ausgegangen, daß eine Erhöhung der Ausgaben für den Staat nur durch die Anpassung an die modernen Weltverhältnisse, nicht aber durch Mehraufwendungen für die Einrichtung der neuen Aemter entsteht. Die Ausgaben für das Kirchenregiment betrugen bisher 1,8 und betragen nach dem neuen Vertrag 2,8 Millionen, also eine Million mehr als bisher. Die Zahl für die evangelischen Kirchen beläuft sich auf 3,5 Millionen. Dabei wird darauf hingewiesen, daß diese Summen im Verhältnis zu den Kosten der Pfarrerbesoldung keine sehr erhebliche Rolle spielen. Die Pfarrerbesoldung erfordert bei der evangelischen Kirche 50,3 Millionen, bei der katholischen Kirche 21 Millionen Mark. Die Differenz ergibt sich zum wesentlichen Teil aus dem Zölibat der katholischen Kirche, während bei den evangelischen Pfarrern die Versorgung der Witwen und Waisen
soren .... .
Da ist noch eine dritte höchstwichtige Sache: Zur Tagung der Zeitungsverleger in Heidelberg ist ein hübsches Sammelbändchen erschienen: „Z e i- tung und Wissenschaft". ©arm fmbet sich ein ausgezeichneter Artikel von Geh. Hmrat Dr. Carl Neumann, ord. Professor der Kunstgeschicyte an der Universität Heidelberg. Er behandelt die „Sünden der öffentlichen Meinung und msbeson. dere „Das Verhalten der Presse bet Ausschreitungen sogenannter Kunst". Da wrd denn zunächst einmal von einem anerkannten Fachmann festgestellt, daß es „höchste Kunst ohne Nacktaufgabe gegeben habe und also geben könne. Nacheinander werden die Fälle behandelt, die bis auf die jüngsten Tage die Oesfentlichkeit beschäftigt haben, und dann lautet das Schlußurteil: »Die preußische Dichterakademie hat im Reichstag wirklich sehr unangenehme Reden zu hören bekommen, weil sie für die Freiheit her Kunst eine DowQuichote-Lanze
Damit die Sache ganz klar werde, möchte ich noch einmal auf Damaschke zurückkommen. Ich will genau den Punkt bezeichnen, wo ich fein Gegner bin. Das hat mst persönlichen Sympathien nichts zu tun. Ich lebte immer in der Auffassung, daß Damaschke nichts anderes wolle, als eine Reform, die offenbar schreiende Mißstände in der Bodenspekulation abstelle. Für diese seine Idee, die die Idee seines Lebens selber ist und die darum für ihn den Charakter von etwas Heiligem hat, das man unbedingt achten muß, hot er in allen Lagern geworben. Und er hat Anhängerschaft gewonnen, auf die dieses Echos etwas mehr gewirkt bat, als die Sache selber. Nun ist es aber sehr schwer, einen Weg zu finden, den sowohl die Sozialisten als auch die Vertreter des Christentums gemeinsam gehen können. (Knes Tages muß es sich zeigen, 'daß man in den Grundauffassungen nicht übereinstimmt, obwohl man das gleiche nächste Ziel erreichen möchte. Es scheint mir nun, daß Damaschke darum in Sachen der Grundrente gewissen, unzweideutig klaren Formulierungen ausweicht, weil sich hier die Wege scheiden nmssen!. Ich für meinen Teil kann, wie jeder Volksfteund, nur den Wunsch haben, es möchte gelingen, die kommende Reform so zu machen, daß die Ansprüche des Christentums dabei zur Geltung kommen. Wenn das nicht geschieht, so wird sich auch auf diesem Gebiete die Tragik der soMistischen Wirt- fchaftsauffassung unweigerlich erfüllen. Es wird gehen, wie m mancher Kommune, wo man unter dem Beifall der ärmeren Schichten eine „großzügige" Sozialpolitik machte — mit dem Erfolg, daß man geradewegs in den Bankerott hineinkam. wo dann Schluß ist sowohl für den Reichen wie auch für den Armen. Möchten die christlichen Kräfte im Lager Damaschkes hier Men Einfluß ! ausüben, damit die Lebensidee ihres Meisters in Wahrheit verwirklicht werde. Mag Pesl in manchem Punkte zu weit gehen, was ich nicht beurteilen will, ich habe bei ihm manche tiefe Einsicht gefunden und namentlich diS grundsätzliche Forderung, daß wir eine christliche Bodenreform brauchen. Und dafür wollen wir werben nach aller unserer Kraft.
Da ist noch eine Sache, die augenblicklich heiß umstritten wird. Dr. Eberle, der in der „Schöneren Zukunft" seinen Kampf um die Revision neuer Wirtschaftsauffassungen kämpft, muß man in diesem Punkte gewiß sympathisieren. ü-chp- nungslos werden die Sünden eines Kapitalismus aufgedeckt, der am Ende sich selbst irrtb uns alle m den Abgrund reißen wird. Tatsächlich sind Unsere Zustände in vieler Hinsicht unhaltbar. 1 Eberle | erzählt, um nur ein Beispiel zu bieten: „Die bekannte Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in Gutt- gart, die bisher über tausend Arbeiter und Angestellte beschäftigte, sich bisher auch dank glänzendtzr technffcher Einrichtungen gut rentierte, soll mit einem Federstrich stillgelegt werden, weil ihr Hauptaktionär, ein türkischer Tabakhändler in Paris, einen großen Teil der Aktien an die Konkurrenzfirma verkauft hat. Ein unbekannter Mensch aus der Türkei ist also imstande, mit einem FedÄr- strich tausend Menschen auf die Straße zu setzen und sie völlig unsicherer Zukunft auszusetzen." Noch eine andere Erwägung Dr. Eberles verdient besondere Beachtung: „Jahrzehntelang wurde gerade auch in katholischen Kreisen Mitteleuropas die soziale Verpflichtung des großen Besitzes — von einer Reihe schöner Ausnahmen abgesehen — verkannt. Millionen Mark und Goldkronen wurden für Schlösser, Rennställe, Luxuskleider, teure Kuraufenthalte in Cannes, Deauville und Monaco, für
Brähler & Nüchter
Jnh.: H. Nüchter im Friedhofsgässchen — Fernsprecher 284
also viel Geduld dazu, um der Lage restlos gerecht zu werden. Wenn man dafür aber erst einmal den rechten Blick gewinnt, wird die Freude an dem neu Erreichten nur um so größer. Man lernt erkennen, daß die Ratifizierung nicht selber schon die reife Frucht, sondern erst die ftuchtverheißende Knospe ist, die endgültig bezeugt, daß der Winter nun vorüber ist, wie sehr sich auch noch der Reif auf die jungen Blüten legen kann.
Erläuterungen zum preußischen Konkordat.
Zu dem am Freitag veröffentlichten Konkordat wurden der Presse von zuständiger preußischer Stelle noch einige Erläuterungen gegeben. Dabei wurde darauf hingewiesen, daß das Dokument nicht die Ueberschrift „Konkordat" trägt, sondern „Vertrag des Freistaates Preußen mit d em Heiligen Stuh l". Nach staatlicher Auffassung kam es darauf an, nun auch das Verhältnis zur katholischen Kirche auf eine feste juristische Grundlage zu stellen, nachdem die Stellung der evangelischen Kirche bereits vor einigen Jahren neuzeitlich geregelt worden ist. Der neue | Vertrag mit der Kurie soll den Boden für ein friedliches Zusammenarbeiten schaffen. Er ist aber bewußt möglichst auf die Behandlung der Fragen beschränkt worden, die bereits, in den alten Verträgen enthalten waren. Diese Tendenz kommt z. B. in der Formulierung der Einleitung und im Artikel 2 zum Ausdruck, wo vereinbart wird, daß die gegenwärtige Diözesan- Organisation bestehen bleibt. Die Notwendigkeit I des neuen Vertrages ergab sich daraus, daß zahl- I reiche Bestimmungen der Regelung aus dem Jahre 1821 überholt sind. Inzwischen sind territoriale I Veränderungen eingetreten, allein schon durch den I Versailler Vertrag, außerdem aber auch Bevölke- I rungsverschiebungen, wie z. B. in Berlin, wo vor
Städtische Sparkasse
gegr. 1825
früher Friedrichsmarkt — jetzt Bahnhofstraße Nr. 5 Ausgabe von Helmsparkassen.
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I Achtung Hausfrauen! |
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- hat begonnen =
I Willi. Hess!
Steinweg Nr. 26.