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Dienstag, 11. Juni 1929.
*YYw A11 im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag «Pli« 1JJ der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.
Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48 Pf.), ohne ZusteNg.
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FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblati.
Der Zug, mit dem der Minister eintraf, wurde von dem Herzog von Saragossa, einem Mitglied der spanischen Königsfamilie geführt, der den Führerstand der Lokomotive während der ganzen Reise auf spanischem Gebiet nicht verlassen hatte.
Der Sonntag verlief ohne politische Ereignisse. Reichsminister Dr. Stresemann, der erst am späten Nachmittag das Hotel zu einer Spazierfahrt verließ, verbrachte den Tag mit der Orientierung über den Stand der Aussprache des Ratskomi- teeS für die Minderheitenfrage und der Geschäfte der bevorstehenden Ratstagung.
Das procramm Macdonalds.
wtb. London, 10. Juni. (Ciq. Meld.) Der diplomatische Korrespondent des Daily Herald veröffentlicht ein Interview mit Henderson, der u. a. erklärt: Ich sehe mit Bergnügen der Wiederholung unserer Bemühungen auf der Völkerbundsversammlung im September entgegen. Der Premiermini st er hat mir bereits die Zusicherung gegeben, daß er beabsichtige, wenn ir- gendmöglich, persönlich als einer der Vertreter der Regierung nach Genf zu gehen. Wir beide halten unsere Beziehungen zum Völker« bund für einen der wesentlichsten Be. standteile unserer Politik. Wir werden an unsere Probleme nicht vom Standpunkt nationaler Phraseologie, sondern vom Standpunkt internationaler Zusammenarbeit heran gehen. Der Außensekretär sagte weiter- Es werde alles geschehen, um die Bande zwischen England und den Vereinigten Staaten zu stärken. Es werde das äußerste getan werden, um dem Kelloggpakt volle Wirksamkeit zu geben. Die Regierung werde jede mögliche Gelegenheit zu persönlichem Kontakt und unmittelbaren Beratung mit Vertrete r n der amerikanischen Regie, r u n g benutzen, Wo? Sowsetrnßlcnd betreffe, so sei die Politik der Arbeiterpartei bekannt. Sie werde durchgeführt werden, wenn ielbstverftändstch auch Verhandlungen notwendig seien, um die diplomatischen und Handelsbeziehungen auf eine befriedigende Grundlage zu stellen. Henderson erwähnt schließlich noch, daß die Regierung drin- gend zur möglichst baldigen Räumung des deutschen Gebiete? durch alle fremden Truppen wünsche, daß aber sorgsam erwogen werden müsse, in welcher Weise dieses Ziel am besten zu erreichen sei.
Bevorstehende Zusammenkunft zwischen Macdonald und Hoover.
wtb. London. 10. Juni. (Elg. Meld.) Wie der diplomatische Korrespondent des Blattes der Arbei-
Die Ratstagung in Madrid
Tagesordnung der Montagssitzung.
scheine. Ebenso berichtet Morning Post aus Paris: In Kreisen der Sachverständigen hofft man, daß die Regierungen in der Lage sein werden, die Zurückziehung der Be s a tz u n g s tr u p - pen am 1. September zu vereinbaren.
Das Echo aus Frankreich.
Während die Pariser Morgenpresse den bisher vorliegenden Auszug aus dem Sachverständigenbericht vornehmlich unter dem Gesichtspunkt besprochen hatte, inwiefern der Plan Owen Poungs für Frankreich eine Sicherheit darstelle, auf Grund deren Frankreich seine Schuldenabkommen mit Amerika und England ratifizieren kann, greift die Abendpresse bei ihern Betrachtungen weiter aus.
Der „Temps" erklärt, daß Deutschland der Hauptnutznießer der getroffenen Vereinbarung fei, daß aber F r a n k r e i ch, da ja jedes derartige Abkommen notwendiger Weife nur ein Kompromiß sein könne, wichtige Garantien erhalten habe, zunächst dafür, daß es einen Teil des Geldes wieder erhalte, das es aus eigenen Mitteln für den Wiederaufbau seiner Kampsgebiete habe aufbringen müssen, zum anderen dafür, daß die Bezahlung der Schulden bei England und den Vereinigten Staaten gesichert werde.
Mit dem nunmehr a geschlossenen Abkommen, so fährt das Blatt fort, ist eine wichtige Etappe auf dem Wege zurückgelegt worden, der zur Liquidierung des Krieges führen wird.
Die Regierungen werden sich, wie das Blatt weiter meint, zu dem Plane Owen Poungs zu äußern haben, der ein Ganzes bildet und angenommen oder abgelehnt werden muß. Es ist sicher, daß Deutschland, sofald diese erste Etappe zurückgelegt ist, die Frage der Rheinlandräu- mung aufwerfen wird.
Bei Besprechung der Auswirkungen des Sachverständigenberichtes schreibt der „Soir": Die Schlußfolgerungen der Sachverständigen sind den Kanzleien unterbreitet worden; aber die Regierungen werden die Aussprache über das Rheinland, die von nun an im Vordergrund des europäischen Interesses steht, nicht vermeiden können. Die Reparationsregelung und die vorzeitige Räumung von Koblenzund Mainz bilden zwei miteinander verbundene Fragen. Poincare kann sich morgen einer englischen Initiative gegenübersehen. Cs gibt kein dringlicheres Problem als dieses. Man verletzt das Völkerrecht, wenn man eine rasche Räumung ablehnt, gegen die lediglich fanatische Jmperalisten protestieren.
Das „Echo de Paris" schreibt: Das Gesamtergebnis sei wenig zufriedenstellend. Der Haupt
fehler des Voungplanes beruhe darauf, daß er von der Voraussetzung ausgehe, daß Deutschland loyal und resigniert 60 Jahre lang seine Besiger und Gläubiger zufriedenstellen werde. Von der Loyalität Detuschland überzeugt, habe die Reparationskonferenz die ersten Annunitäten so weit ermäßigt, daß die Durchschnittsannuität von 2050 Millionen Reichsmark erst im Jahre 1940 erreicht werde. Das sei doch abenteuerlich, ober es sei dies nunrnal der Plan von Owen Young.
Erklärung Dr. Schachts.
Dr. Schacht hat der Agence economique et ft- nanoiere in Paris folgende Erklärungen gegeben:
Die Poung-Konferenz bedeutet die finanzielle Beilegung des Krieges. Ohne diese wäre auch die politische und moralische nicht möglich. Aber die Durchführung der sinan- ziellen Beilegung wird auch nur möglich sein, wenn der Krieg nicht nur politisch, sondern auch moralisch liquidiert wird. Wir müssen alle, entschlossen sein, unsere Augen nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft zu richten. Die Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs ist bei diesem Aufbau der Zukunft ein wesentliches Ele- ment. Die verschiedenartigen Fähigkeiten der beiden Rationen prädestiniert sie geradezu zu einet Zusammenarbeit, die bisher durch den geschichtlichen Ablauf der Dinge nur zu oft behindert wor- den ist. Der Strom der geistigen und zivilisaton- scheu Beziehungen, der zwischen den beiden Völkern hinüber und herüber geflossen ist, war oft unterbrochen, wurde aber immer wieder ausgenommen. Unsere Aufgabe muß es jetzt sein, diesen Strom zu einem ununterbrochenen zu machen dadurch, daß wir ihn auch wirtschaftlich fundieren. Wir müssen auf finanziellem, auf industriellem und auf kommerzionellem Gebiete die Interessen unserer beiden Völker miteinander eng verpflechten und so dem Drang nach gegenseitiger Verständigung. der die besten Männer und Frauen der beiden Völker beseelt, ein solides Fundament geben.
Raumungskonserenz im 3uli?
Havas berichtet aus Madrid, daß nach einer Meldung des „Heraldo" am Samstag in den Wandelgängen des Völkerbundsrates das Gerücht tm Umlauf gewesen fei, die Außenminister Deutsch» : lands, Englands und Frankreichs beabsichtigten, i Ende Juli in Baden-Baden zusammenzu- • treffen, um die Frage der Rheinlandräumung zu regeln.
Die 55. Ratstagung wird Montagvormittag wie üblich mit einer vertraulichen Sitzung eröffnet werden, in der neben der Genehmigung der Tagesordnung eine Reihe von Verwaltungsangelegenheiten erledigt werden wird. Die neue Tagung steht unter dem Vorsitz des japanischen Ratsmitgliedes Adatci, der nach dem Ablauf der dreimonatigen Amtsperiode des letzten Präsidenten Scialoja das Präsidium des Völkerbundsrates übernimmt. Die Eröffnungssitzung wird entsprechend der Genfer Tradition auch hier ohne besondere Feierlichkeiten vor sich gehen.
Auf der Tagesordnung der anschließenden öffentlichen Sitzung stehen an Fragen von politischer Bedeutung die beiden Optantenangelegenheiten Ungarns mit Rumänien und Südslawien, die jedoch, wie verlautet, angesichts der noch im Gange befindlichen Dele- gierten-Derhandlungen zwischen den einzelnen Parteien ohne weitere Aussprache auf September vertagt werden dürften. Unter den ausländischen Persönlichkeiten, die anläßlich der Ratstagung in Madrid weilen, wird besonders der italienische Unterstaatssekretär Grandi beachtet, der seit Samstagabend anwesend ist und mindestens bis Donnerstag zu bleiben beabsichtigt. Der ungarische Ministerpräsident Graf B e t h l e n, der bereits seit einigen Tagen in Madrid weilt, verläßt am Montag wieder die Stadt.
Ankunft des deutschen Außenministers.
Reichsminister Stresemann und Gemahlin sind am Samstagabend mit dem pünktlich ein- fahrenden fahrplanmäßigen Zug um 20.35 Uhr in Madrid eingetroffen. In ihrer Begleitung befanden sich Staatssekretär Dr. Pünder, Ministerialdirektor Dr. Zechlin und Botschafter Graf W e l c z e ck, die dem Minister nach Toledo entgegengefahren waren. Primo be Rivera empfing den deutschen Vertreter im Völkerbundsrat auf dem Bahnsteig, wo sich zwi- sehen den beiden Staatsmännern sofort ein sehr freundschaftliches Gespräch entwickele. Ferner waren der spanische Ratsdelegierte Quinones de Leon, der spanische Generalsekretär für auswärtige An- gelegenbeiten Palasios und andere leitende Beamte sowie die vollzählige deutsche Delegation, zahlreiche Journalisten und eine sehr starke Vertretung der deutschen Kolonie am Bahnhof erschienen. Nach gegenseitigen Vorstellungen und Begrüßungen begab sich Sttefemcmn zum Hotel Palace, dem Sitz der deutschen Delegation.
Auf dem Bahnsteig und auch vor dem Bahnhof hatte sich eine sehr große Menge Schaulustiger angesammelt, die den herzlichen Charakter der Begrüßung zwischen den beiden Staatsmännern spontan durch lang anhaltenden Beifall zu wiederholten Male unter Hochrufen bekräftigte.
Fahrt durch die flaggengeschmückten Straßen nach dem
vahnhof.
Prinz Mbrecht-Palais. — Zehntausende von Schaulustigen
Feierlicher Wang König FuM in Berlin.
Hindenburg und die Spitzen der Reichsbehörden zur Begrüßung aus dem
dann zum Ausgange des Bahnhofs, wo bte Vertreter der Reichs- und Staatsregierung und der anderen Behörden Auffteltung genommen hatten, die dem König vom Reichspräsidenten und vom Reichskanzler einzeln vorgestellt wurden.
Nach dem Verlassen des Bahnhofes wurde der König von den Mitgliedern der hiesigen ügypttschen Kolonie begrüßt, worauf er mit dem Reichspräsidenten die Front der Ehrenkom- pagnie abschritt, während die Musik die ägyptische Königshymne spielte und eine Batterie der Reichswehr 21 Salutschüsse abfeuerte.
Hierauf bestieg der König mit dem Reichspräsidenten den bereitgestellten Wagen und fuhr von Kavallerie eskortiert durch die ebenfalls geschmückten Feststtaßen zum Prinz Albrecht Mais, wo er während seines offiziellen Berliner Aufenthaltes Wohnung genommen hat. Bei der Ankunft nn Palais Prinz Albrecht wurde der König vom Chef des Protokolls vortragenden Legattvnsrat Graf Tattenbach begrüßt.
Der Besuch König Fuads von Aegypten bebeu- tete für die Berliner eine Sensation. Schon in den frühen Morgenstunden setzte der Zustrom der Schaulustigen nach den Straßenzügen ein, über die König Fuad seinen Einzug in die Reichshauptstadt halten sollte. Vom Lehrter Bahnhof bis zum Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmsstraße hatte man eine Bannerstrahe geschaffen von rund 160 hohen Masten, die über die ganze Strecke verteilt sind und die im Halbkreis den Vorplatz des Lehr- ter Bahnhofs, das Brandenburger Tor und den Pariser Platz schmücken, wehen die Farben des Reiches mit einem stilisierten Reichsadler und die grüne Fahne Aegyptens mit dem weißen Halbmond und drei weißen Sternen. Das Brandenburger Tor selbst zeigt die schwarzrotgoldenen und schwarz-weißen Farben des Reichs und Preußen. Alle öffentlichen Gebäude Berlins haben die Flaggen gehißt. Ebenso in der Umgebung des Platzes der Republik und der Wilhelmstraße, die Palais der ausländischen Vertretungen, die großen Hotels usw.
Bald nach 9 Uhr marschierte die Ehrenkompanie der Wachttruppe, eine badische Kompanie, mit Musik am Lehrter Bahnhof auf und nahm mit der Front zum Bahnhof Aufstellung, während etwas seitwärts eine Schwadron des Reitreregiments 4 sich postierte. Gleichzeitig fuhr an der tiefgelegenen Laderampe des Kronprinzenufers eine Batterie des Artillerieregiments 3 auf. Die Bahnhofshalle selbst war rei chmit schwarz-rot-goldenen und ägyptischen Fahnen bedeckt und an der Stirnseite nach dem am Mittelbahnsteig zu gelegenen Portal waren Bahnsteig und Trepppen reich mit Blumen und Lorbeerbäumen dekoriert. Ein 70 Meter langer roter Läufer führte zum Mittelbahnsteig hinab.
Während der Fahrt vom Lehrter Bahnhof zum Prinz Albrecht-Palais wurde das ägyptische Staatsoberhaupt und der Reichspräsident von den Tausenden auf den Straßen und an den Fenstern der umliegenden Gebäude mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Am Prinz Albrecht-Palais hatte eine Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 7 in Berslau als Ehrenkompanie Aufstellung genommen. Kurz nach 10% Uhr hörte man von der nördlichen Wilhelmstraße her das Anschwellen der brausenden Hochrufe. Die Ehrenkompagnie präsentierte unter den Klängen der Königs-Hymne und gleich darauf traf der lange Zug von Automobilen vor dem Palais ein. Während der König fortwährend salutierend an der Front der Ehrenkompanie vorüberfuhr .ging auf dem Docke des Palai? die Kö- nigsstandarte'in die Höhe. Es dauerte bis gegen mittag ehe die Straßen wieder ihr normales Aussehen annahmen.
König Fuad I. von Aegypten.
sämtliche Mitglieder der königlich-ägyptischen Gesandtschaft sowie deutscherseits Reichskanzler Mü I- ler, Reichstagspräsident Löbe, der preußische Ministerpräsident Braun und der Reichswehrmini- ter, der Reichswirtschaftsminister, der Reichsmini- ter für die besetzten Gebiete, der Reichsjustizmini- ter, der Reichsverkehrsminister sowie in Vertretung des abwesenden Reichsaußenministers, des abwesenden Staatssekretärs im Auswärtigen Amte Ministerialdirektor Dr. Köpke, weiter der Chef der Heeresleitung und der Chef der Marineleitung sowie Staatssekretär Dr. Weis mann, in Vertretung des abwesenden Staatssekretärs in der Reichskanzler Ministerialdirettor Dr. von Hage- now, Ministerialdirettor be Haas vom Auswärtigen Amt, Oberbürgermeister Dr. Böß, Reichs- bechndirektionspräsident Dr. Stapf, Polizeivizepräsi- dent Dr. Weiß, Polizeikommandeur Heimannsberg und weitere Herren des Auswärtigen Amtes ein- gefunden.
Als erster entstieg dem Zuge der ägyptische König, der sogleich vom Reichspräsidenten be- ßt wurde. Nach der Vorstellung des könig.
t Gefolges begrüßte König Fuad die Mitglieder der königlichen Gesandtschaft und begab sich
wtb. Berlin, 10. Juni. (Eig. Meldg.) König Fuad I. von Aegypten traf heute vormittag aus der Schweiz kommend um 10 Uhr im Sonderzuge in Begleitung des Reichsministers a. D. Dr. Rosen, des deutschen Gesandten in Kairo Stohrer sowie seines Ehrendienstes und seines Gefolges auf dem mit den ägyptischen und deutschen Reichs- sahnen festlich geschmückten Lehrter Bahnhof ein. Kurz vorher hatte sich der Reichspräsident in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner und seines persönlichen Adjutanten Oberstleutnant von Hindenburg auf dem Bahnhofe einge- funden, wobei die vor dem Bahnhof aufgestellte Militärkapelle das Deutschlandlied spielte, während die Ehrenkompagnie präsentierte. Ferner hatten sich zur Begrüßung des ägyptischen Königs
Wie Reuter erfährt, herrscht in maßgebenden Kreisen Londons Genugtuung über den erfolgreichen Abschluß der Sachverständigenverhandlungen in Paris. Es wird jedoch darauf hinqe- wiejen, daß der Befund des Sachverständigenaus- schusies für die Regierungen nicht bindend ist, sondern lediglich den Charakter von Vorschlägen triMt. Man erwartet daher, daß in absehbarer Zeit eine weitere Konferenz stattfinden wird, und zwar möglicherweise in London, wie auch seinerzeit bei der Unterzeichnung des Dawes- Planes. Diele Konferenz würde sich mit der Frage der Zustimmung der verschiedenen Regierungen zu dem Bericht der Sachverständigen zu befassen haben und wohl auch die Gelegenheit wahrnehmen, andere Fragen von Bedeutung wie die Frage der Räumung der Rheinlande zu besprechen.
Die Londoner Times sagt in einem Leitartikel:
Durch die Einigung in Paris wird der H e i - kungsprozeß der Versöhnung, der in Locarno begonnen hat, einen Schritt weiter geführt und die Tür für die Räumung des Rheinlandes geöffnet. „Financial News" erklärt: Der Poungplan hat den Geist von Versailles ein für allemal aus der Sphäre der Revaratio-
Die Liquidierung des Weltkriegs.
Der Widerhall der pariser Einigung. — Eine Konferenz der Regierungen. Die rasche Rhemiandraumung als dringendste Forderung.
nen verscheucht. „Financial-Dirnes" äußert sich dahin, der Ausschuß habe so gründliche Arbeit geleistet daß an die Annahme des Berichts durch die beteiligten Mächte kaum zu zweifeln fei.
, Daily' Cbronicle" sagt in einem Leitartikel: Der" Sachverständiaenbericht gibt Macdonald eine Gelegenheit sich zu bewähren. In erster Li- nie ist die R h e i n l a n d r ä u m u n g zu nennen. Wird sie bald erfolgen? Wird sie umfassend fein? Kann Frankreich veranlaßt werden das Saargebiet in die Räumung emzufchlleßen? In der roeiteftaebenben Möglichkeit hegt die größte Öffnung nuf Frieden in Europa Auf diese Möglichkeit muß Macdonald binarbetten. „Daily Te- legrawh" fiihrt aus: Eine internationale Konferenz wird voraussichtlich n otroendi g fein um die Durchführung der Vorschläge der Sachverständigen im einzelnen zu regeln und mag- licherweise die Grundlage der Verteilung zu redu- vieren An der Annahme des Berichtes ist kaum zu zweifeln. Es ist zu gute und zu gründliche Ar- bC!t Dally^Mail^erklärt in einem Pariser Tele- nrrtmm hnfe „ntir der Vmai"tietzung der Billigung de? Poungplanes durch Etliche Regierun- rungen die Räumung des Rheinlandes sicher