WMM
Fuldaer Settung (Amtliches Ureisblatt).
Sonntog, den 9. Juni 1929.
M bring! Ihnen die „Jnldner Ieiinng"?
In Anwesenheit der Spitzen der Behörden und der führenden künstlerischen' Kreise Kassels wurde die vom Kunstoerein veranstaltete Ausstellung eröffnet. Vorausgegangen war eine Führung für die Presse. Die drei großen Räume der Orangerie in der Karlsaue sind durch den Architekten Prof. Dr. ing. Söder in überaus glücklicher Werse dem Zwecke angepaßt worden, indem durch geschickte Aufstellung der Scheren wände die beiden Langfäle zur Aufnahme der Bilder auf geteilt sind, die Rotunde birgt hauptsächlich Großplastck. Durch Abblendung der hohen Fenster bis zu dreiviertel Höhe ist gute Lichtführung erzielt und somit erreicht, daß nicht ein Bild in falschem Licht hängt. Das Problem des Ausstellungsraums ist hier in nahezu vollendeter Weise geäst. Die Ausstellungsleitung ließ energische Konzentratton auf Qualität bet der Zusammenstellung obwalten. Mt verschwindend wenigen Ausnahmen ist nur vollwertige Kunst ausgestellt. Die Zeitspanne umfaßt etwa die letzten fünf Jahre, die Grenzen sind also sehr eng und bestimmt gezogen.
Es gewinnt den Anschein, als ob in der zeitgenössischen Kunst sich eine Art Weltsprache herausbildet. Landschaftliche und nationale Eigenarten schlerfen sich ab. Man könnte versucht sein, die moderne Kunst auf einen Generalnenner zu bringen. Die Unterschiede sind jeweils nur gradueller Art bezüglich der schaffenden Persönlichkeiten. So ist z. B. der Weg von dem deutschen Plastiker Hütten- bach-Berlm zu dem Franzosen Majoll, oder von Gotffried Graf-Stuttgart zu Picasso relativ kurz. (In der neueren und neuesten Musik haben wir die gleichen Erscheinungen).
Man wird der Ausstellung nicht Mangel qp Vollständigkeit vorwerfen können, weil die Namen Beckmann, Dix, Kokoschka und Schmidt-Rottluff fehlen. Ich bin so kühn zu sagen, daß deren Fehlen eigentlich gar nichts besagt. Die Dominante wird durch die Namen Feininger, Groß, Heckel, Hofer, Müller-Breslau, Pechstein und Rohlfs sicherlich nicht minder bedeutungsvoll angeschlagen. Gruppen, wie das Dessauer Bauhaus und die Dresdener „Brücke" sind vertreten. Hinzutreten die Plastiker: Albiker, Kolbe, Hüttenbach, Fiort, Sintenis mit klingenden Namen. Und der Lokalton wird durch die Kasseler Kay Nebel, Burmester, Dersch, Leyhausen, Schliephacke, Sy, Witte und die Plastiker Docke, Sauter, Schwarzkopf u. a. bestimmt. Aus der Frankfurter Gruppe haben der Maler Ferd. Lammeyer-Fulda und der Bildhauer Anton Grauel-Salmünster ein naheliegendes Interesse für uns als Mitglieder des Künstlerbundes Fulda. Das find alles zunächst nur Namen. Aber sie geben doch äußeren Aufriß.
Als Ganzes genommen, bringt die Ausstellung nichts Ewig-Gestriges, sondern nur lebendige Gegenwart. Auswüchse und Verfallserscheinungen frü- herer Jahre scheinen überwunden zu sein. Die Kasseler 1929 kann von sich sagen, daß sie eine der besten modernen Ausstellungen der letzten Jahre ist. Sie bietet Abbild und Querschnitt des zeitgenössischen Schaffens.
I. Die Bilder.
Den Feinden des vielverlästerten Dessauer Bauhauses Wägt diesmal Lyonel Feininger die Waffen aus der Hand. Seine noch vor wenigen Jahren ob ihres betont konstruktiven Elements proble- mattsche Art hat sich verinnerlicht und geklärt. Das Konstruktive^ ist Träger einer Färb- und Lichtsttm- mung von überzeugender und faszinierend starker Wirkung geworden. Man kommt von diesen Bildern einfach nicht los. Ihnen gegenüber haben die Form- und Farbspiele Kandinskys und Klees einen schweren Stand; in nicht weiter Entfernung zu
diesen steht Willi Baumeister-Frankfurt mit feinet Sportgruppen, einer Art „Tnadisches Ballett" im Sinne Oskar Schlemmers. Als figürliche Kompositionen hart und scharf umrifsen, präsentieren sich, zu einer Gruppe zusammengehängt, drei Werke von Cesar Klein-Berlin und Ludw. ten Hompel- Düsseldorf in starkem Gegensatz zu dem verfließenden Kontur Christian Rohlfs'-Hagen, dessen fließende Farbgebung einer „Frau mit Spiegel" starken koloristischen Reiz verleiht. Erich Heckel-Berlm, der wandlungsfähige, zeigt drei stack divergierende Stücke: ein zartes SMeben „KaftamenbMen", eine groß geschaute „Neckarlandschaft" und eine figürliche Komposition „Spanische Clowns". Joachim Ringelnatz, der geisttg bewegliche und vielgewandte, überrascht durch zwei Landschaften: „Alpenlandschaft" und „Polareis", wie zwei Welten einander gegenübergestellt. Der Kasseler G. Burmester verbindet schweren Farbenauftrag bei breitem Pin- selstrich mit Sorgfalt des Details. Unter den Landschaften ist der „Wildhauser Schafberg" von L. Vartning-Berlin bemerkenswert durch eine fast „altmodische" Sorgfalt im Kleinen, in der Durchsichtigkeit grüner und blauer Töne geradezu an die niederländischen Jtalisten des 15. und 16. Jahrhunderts erinnernd.
Ein gleiches Feingefühl für Durchsichttgkeit der farbigen Atmosphäre erweisen die Landschaften von Otto Müller-Breslau. Geradezu in eine Glut der Farbe sind die Provence-Landschaften von Karl Leyhausen-Kassel getaucht. (Bemerkenswert, daß Südfrankreich Neuland für die Maler wird.) In einer „Landschaft mit Steinbruch" von Max Cla- renbach-Düsseldorf zerfließt ein dämmeriger Wintertag in matt grünen und grauen Lichtern.
Einige Curiosa seien hier eingeschaltet. Ein RundbiL, 1.60 Durchmesser, von Alb. Aerboe-Sylt: Inneres eines nautischen Observatoriums. Der Bruder des Malers fitzt am Tisch, vor ihm Fernrohr und Zeichnungen. Ein Schiffsmodell und eine Glaskugel hängen von der Decke herab. Die Glaskugel durchschneidet halb das Gesicht des Mannes. Regen trieft in Bächen das Fenster herab. Ausblick auf stürmische See. Fortuna mit dem Schleier tritt durch die Türe ein. — Ein problematisches Bild. —
Wie eine groteske Schnurre mutet der „Gang durch die Wüste" von Werner Gilles-Düsseldorf an: Mitten in der Wüste liegt em Teppich (sog. Brücke), im Vordergrund rechts und links zwei zoologisch nicht bestimmbare Tiere. Nachtschwarze Wüste, schwarzblauer Himmel von starker malerischer Wirkung.
Erne „Sache für sich": die konstruktiven Form- und Farbspiele in geometrischen Figuren von Kandinsky. (Vgl. oben.)
In die heutige Arbeiterbewegung greift ein Bild ein: „Verschneite Halden", tm Vordergrund her Kopf eines „intelligenten Proletariers", eines Streikhetzers. Ein aufwieglerisch-aufreizendes Bild, eine Menetekel.
Wie ein friedliches Idyll stehen dem gegenüber die Stilleben, wieder mehr denn früher geachtet und beachtet. Darunter em Atelier-Stilleben von Ferd. Lammeyer, Frankfurt a. M.-Fulda, der auch mit einem Aquarell „Südliche Landschaft" vertreten ist, Frucht seiner Jtalienreise. Unter den Porträtisten wären zu nennen: K. Fr. Brust-Frankfurt a. M. mit dem Bildnis von Joachim Ringelnatz, George Groß mit dem Porträt von Max Hermann-Neiße. Cbarmungslos realistisch dieser deformierte Schädel, dieser grüblerische Ausdruck des in sich zusammengesunkenen Menschen. Dann ein köstliches Bild: Baptist Hundt-Düsseldorf, Frau Ey mit Manttlle. Mutter Ey! Die Mäzenatin und
Kunstausstellung Kastel 1929 Neue Kunst. — Hessische Kunst.
Don Eugen Metzler.
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„großen Fund" sprach. Belastend fiel ins Gewicht, daß Sch. den „angeblichen Fund" nicht alsbald bec der Polizei ablieferte, ja sogar die Sachen bet einer polizeilichen Haussuchung verheimlicht hatte. Der Oberstaatsanwalt hatte gegen Sch. wegen Diebstahls 1 Monat Gefängnis und gegen K. wegen Begünstigung zwei Wochen Gefängnis beantragt. Das Große Schöffengericht verurteilte Sch. wegen Hehlerei statt zu einer verwirkten Gefängnisstrafe von drei Wochen zu 150 Mk. Geldstrafe. Der Mitangeklagte wurde freigespro- chen. — Am 19. April d. I. entftanb im sogen. Willhardts Wald in der Nahe von Burghaun ein Wald brand, der recht großen Schaden anrichtete. Der 66jährige Hüttner I. O. G. von Großenmoor stand unter der Anklage, diesen Brand verursacht zu haben. In der gestrigen Hauptver- Handlung gab der Angeklagte zu, an jenem Tage vormittags auf seinem Acker, der in dem Walde liegt, Dornen verbrannt, geeggt und gesät zu haben. Währmd der Mittagszeit habe er, seine Frau und zwei kleine Kinder in einer Mulde gesessen und das Essm eingenommen. Er bestreitet, daß der umfangreiche Waldbrand durch sein Verschulden entstanden sei, zumal das Feuer in seinem Walde erloschen gewesen sei. Durch die Zeugmaussagen eines Landjägermeisters und eines Oberförsters wurde darauf hingewiesen, daß der große Waldbrand nur durch Funkenflug aus G.'s Waldung herrühren kann, zumal an jenem Tag beständig ein heftiger Wind herrschte und der Angeklagte den Funkmflug nicht so genau beobachten konnte. Der in den Privatwaldungen entstandene Schaden beläuft sich nach Schätzung des Oberförsters auf 5000 Mk. Der Oberstaatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 150 Mk. oder 15 Tage Gefängnis. Das Große Schöffengericht verurteilte den Angeklagten, der noch nicht vorbestraft ist, in schlechten Vermögensverhältnissen lebt und mit Rücksicht auf sein hohes Alter toegen fahrlässiger Brandstiftung zu 75 Mk. Geldstrafe oder einer Woche Gefängnis. Die zivilrechtlichen Ansprüche der Geschädigten Werben später zur Verhandlung kommm. — Herr W. L. aus Eichenzell teilt uns mit, daß er entgegen unserer gestrigen Notiz, nach der er angeblich wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 10 Mk. verurteilt worden fei, freigesprochen worden ist.
„Vie Post-Luftkutsche."
tetlii die
fam gemacht.
— Die kurhessische Ziegenzucht auf der D. C. G.- Schau in München. Der Kurhessische Ziegenzuchtverband war durch die beiden Kreisziegenzuchtvereine Hanau und Marburg mit 4 Böcken und 17 Ziegen vertre- tcn. An Preisen wurden im Einzelwettbewerb 2 Ehrenpreise 5 erste 6 zweite, 3 dritte, 1 vierter und 2 Io- bcnde' Anerkennungen erzielt. Im Sarnrnlungswett- bewerb erhielt der Kreisziegenzuchtverein Marburg den 1. Preis und im großen Sammlungswettbewerb der größten deutschen Zuchtgebiete gelang es dem Kurh. Ziegenzuchtvcrband den la und Siegerehrenpreis für sich zu gewinnen. In Summa gewann Kurhessen auf 21 Tiere 23 Preise. Dieser außerordentliche Erfolg muß die Kurhessischen Ziegenzüchter anspornen, auf dem eingeschlagenen Weg tatkräftig weiterzuarbeiten.
— Turngemeinde 1848 e. V. Die Mitglieder werden nochmals auf den heute, Samstag abend, im Ball- Haus-Saal stattfindenden Familienabend aufmerksam gemacht mit dem Hinweis auf die vorgestrige Anzeige.
— Bischofsweihe des hochw. P. wenzeslaus Kiuold. Auf die am Sonntag stattfindende Weihe des hochw. Herrn P. Wenzeslaus Kinold zum Bischof der Franziskanermission in Nordjapan sei noch einmal hingewiesen. Wie schon berichtet, wird der Apostolische Delegat von Japan, der Hochw. Herr Erzbischof Jardini, die hl. Weihe vornehmen. Als Mitkon- sekratoren wirken Erzbischof Chambon von Tokyo und Bischof Sauer von Genzan in Korea. Außer diesen be- "igen sich noch die Bischöfe von Osaka und Hiroshima, Apostolischen Präfekten von Niigata und Kagoshima sowie eine Reihe von Oberen einzenler Klöster und Ordensgenossenschaften. Die Titelkirche des neugeweihten Missionsbifchofs ist Panemotico in Kleinasien.
— Auf die Konferenz der Priesterkongregation am Dienstag, den 11. Juni, nachmittas 3.30 Uhr, im Herz- I e f u - H e i m wird an dieser Stelle besonders aufmerk-
poffuerlabung auf ein Reichsposfflugzeug Berlin-London.
Für die wichtigsten Linien benutzt die Reichs- post jetzt eigene Flugzeuge, besonders auch um die Post für die ausfahrenden Ozeandampfer noch in letzter Minute an Bord liefern zu können.
Gesperrte Straße.
Die Bezirksstraße Brückenau—Kissingen ist ab Montag, den 10. Juni d. I., bis auf Weiteres nur mehr von der Abzweigung hinter Römershag bis zur Ortschaft Geroda für den Durchgangsverkehr mit Fahrzeugen aller Art gesperrt. Die Umleitung erfolgt demgemäß nicht mehr über Oberleichtersbach—Hammelburg, sondern über Oberleichtersbach—Schondra—Geroda.
Mindestalter für Zulassung zum Schiffsdienfie.
In einem mit dem Datum vom 30. Mai 1929 verkündeten neuen Reichsgesetz, wonach den Internationalen Uebereinfommen über das Mindestalter für die Zulassung von Kindern zur Arbeit auf See, vom Jugendlichen zur Beschäftigung als Kohlenzieher oder Heizer und über die pflicht- mäßige ärztliche Untersuchung der in der Seeschiffahrt beschäftigten Kinder und Jugendlichen zuge- ftimmt wird, wird nach Mitteilung der Deutschen Beamtenbund-Korrespondenz auch die folgende Aenderung der Seemannsordnung vom 2. Juni 1902 verkündet: „Der § 7 Abs. 2 erhält folgende Fassung: Personen, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen im Schiffsdienst nicht beschäftigt werden. Minderjährige über 14 Jahre dürfen nur beschäftigt werden, wenn die Ermächtigung des gesetzlichen Vertreters vorliegt. Der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts bedarf es nicht."
klr. 132
Fnlva, den 8. Juni 1929.
— 870
Schwingungen
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Oberrealschule.
3n den Schaufenstern der Hofbuch- und Musikalienhandlung Al. Maier, Friedrichstraße ist ge- genwärtig die neue Fahne der Oberrealschule ausgestellt. Sie ist aus dem Reinertrag des letzten Bunten Abends, den die Schülerschaft im Dezember 1928 veranstaltete, beschafft, und von den ehrwürdigen Chorfrauen der hiesigen Benedikttnerinnen- abtei nach dem Entwürfe des Herrn Gewerbeober- lehrer Feldmann, hier, kunstvoll ausgefihrt. Die eine Seite ist in weißer Seide gehallen und zeigt in schöner Blattumrankung das Wappen der Stadt Fulda, unter deren Patronat die Anstalt steht. Von den für die Geschichte der Anstalt bedeuffamen Zahlen führt diese Seite der Fahne das Gründungsjahr der Schule, 1838 sowie das Jahr 1928 an, in dem sich der Tag der Anerkennung als Vollanstalt zum 25. Male wiederholte. So ist die neue Fahne gleichzeitig auch eine Jubiläumserinnerung an Diesen bedeutsamen Abschnitt m der Entwicklung der Anstalt. Auf der anderen Seite der Fahne find die Symbole des Fleißes wiedergegeben, — in der Mitte der Bienenkorb mit emsig eintragenden Bienen und am Rande Aehrenbündel und reife Trauben —, die sich in Bundstickerei von dem grünen Untergründe wirkungsvoll abheben. Diese Sette versinnbildlicht in Wort und Bild den alten schlich- | ten Leitspruch, daß auch auf der Schule „ohne Fleiß kein Preis" zu erringen ist. Die Fahne ist ein wirkliches Kunstwerk und wird der Schule bei feierlichen Aufzügen zur Zierde gereichen.
Die steuerliche Behandlung der Veichsanleihe von 1929.
Auf wiederholte Anfragen wird aus dem Reichs- ' finanzministerium mitgeteilt: In der Cinkommen- fteuererklärung wttd lediglich nach dem steuerpflichtigen Einkommen, nicht dagegen nach den steuerfreien Beträgen gefragt. Infolgedessen brauchen die Zinsen der steuerfreien Reichsanleihe von 1929 in der Einkommensteuererklärung als Kapital- ertrage auch nicht angegeben zu werden. Ebenso braucht m der Bermögenserklärung die steuerfreie Reichsanleihe wegen ihrer Vermögenssteuerfreiheit als Kapitalvermögen nicht angegeben zu werden. Unberechtigt sind auch die Befürchtun- gen, daß die Zeichnungslisten von den Finanzämtern eingefordert werden können; diese Liften gehören zu den Gefckäftspapieren der Banken und kommen nicht zur Kenntnis der Steuerbehörden. Abgasleikungen und Schornsteine für (Basfenerftäffen.
Zur Verhütung von Unglücksfällen durch Austreten der Verbrennungsprodukte (Abgase) von Gasseuerstätten, (Gasbadeofen, Heiß. waffer-Äutomaten, Gtsherzöfen) in Badezimmern und in Wohnräumen, ist die ordnungsgemäße Ableitung der Abgase in besondere Abgasrohre oder Schornsteine, in die anders Feuerstätten für feste Brennstoffe nicht einmünden, n o t« wendig. Die Städtische Baupolizei in Frankfurt a. M. hat neuerdings Bestimmungen über die Ausführung, lichte Weite und Anordnung der Abgasrohre, bezw. Schornsteine erlassen. Auch in Fulda wird man mit der Ausbreitung der Gasfeuerung dieser Angelegenheit Beachtung schenken müssen.
Sledlungsgesellschaff „Hesfische heimaf.
Aus Berlin wird gemeldet: Der preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten hat auf eine Kleine Anfrage folgende Antwort erteilt: Die Staatsdomänenverwaltung hat die gesamten an die Siedlungsgesellschaft „Hessische Heimat" verkauften Grundstücke der ehemaligen Domänen Wabern, Kreis Fritzlar, im Jahre 1928 an die „Hessische Heimat" aufgelassen. Eine frühere Auflassung war nicht möglich, weil aus Antrag der „Hessischen Heimat" mehrfache Aen- berungen des Kaufvertrages vorgenommen werden mußten. Die Auflassung der an die ehemalige staatliche Erziehungsanstalt in Wabern abgetretenen domänenfiskalischen Grundstücke, die durch Tausch in den Besitz der „Hessischen Heimat" gelangt sind, ist ebenfalls erfolgt und zwar am 30. ■ April dieses Jahres. Die „Hessische Heimat" hat im übrigen der Negierung in Kassel mitgeteilt, daß sie ihrerseits mit den Siedlern wegen der Auflassung der Grundstücke an diese in Verhandlungen stehe.
Steht uns ein kühler Sommer bevor?
Von meteorologischer Seite wird ein kühler und nasser Verlaus des bevorstehenden Sommers prophezeit. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent wird der Sommer 1929 im Durchschnitt von ganz Mitteleuropa (Holland, Dänemark, Deutschland, Nordschweiz und Oesterreich) kühler als normal sein. Die bis 31. Juli fallende Niederschlagsmenge wird in Norddeuffchland mit 80 Prozent Wahrscheinlichkeit, in Süddeutschland mit 92 Proz Wahrscheinlichkeit, in der Nordschweiz mit 86 Prozent Wahrscheinlichkeit größer als die normale Niederschlagsmenge sein. Die naßkalte Witterung der letzten Woche stimmt uns dazu, den Prophezeiungen der „Wettermacher" Glauben zu schenken. Hat doch in vielen Häusern wieder der Ofen gebrannt. Schließlich kann aber doch wieder alles anders werden, besonders in diesem Jahr. Ans dem Gerichtssaal.
Vor dem Großen Schöffengericht Fulda fand Freitag der Diebstahl bei H. Dentist A. Walter, Kanalstraße, der in der Nacht zum Ostermontag ausgeführt wurde, seine gerichtliche Sühne. Angeklagt war der 33jährige Krankenpfleger und Masseur A. H. Sch. von hier; der Beihilfe hezw. Begünstigung war mitangeklagt der vorbestrafte 26jährige H. K., hier wohnhaft, gebürtig von . Elberfeld. In jener Nacht war im Behandlungs- M zimmer des Dentisten W. von der Straße aus durch das Fenster eingestiegen worden, der Schreib- . tisch geöffnet, sämtliche Kästen durchwühlt, Goldkronen, Goldabfälle, Medaillen u. a. m. im Gesamtwert von 512 Mk. gestohlen worden. In der Hauptverhandlung, zu der sieben Zeugen geladen waren, wurde wiederholt betont, daß Sch. in jener Nacht sehr stark betrunken war und daß er in einer Wirtschaft gegen 1 Uhr nachts von einem