M 132.
Sonntag, ven 9. Juni 1929,
Fuldaer Zeitung
3. Blatt.
Druck der Fuldaer Actiendruckerei, Fulda.
Der Mann im Monde.
uns an.
Bon der großen Landwirtschaftsausstellung in München
Fuldaer Actiendruckerei, Fulda
Iiuyt|ier Minoren an zufamrnen mit 1 der Gegenstand meines Mißtrauens.
stehen, die sich gewaltsam nimmt, was im geordneten Lauf der Dinge nicht erreicht werden kann. Darum Reform im Geiste des Christentums. Möge der Staat tun, was ihm möglich ist, versuche er aber nicht das Unmögliche, was der freien helfenden Liebe überlassen bleiben muß. Noch ist für viele der Sozialismus das verschleierte Bild von Sais. Aber der Augenblick nähert sich schnell, und das furchtbare Antlitz seiner Gottfeindlichkeit starrt
schränke und Kühlanlagen geschädigt worden ist aufgedeckt. Ein I n g e n i e u r der Fabrik, der ein neues Fabrikationsverfahren an eine Straßburger Konkurrenzfirma verraten hatte, wurde v e r h a f - t e t. Bei feinem Straßburger Helfer, der ebenfalls verhaftet wurde, fand man einen Teil der Originalpläne. Die Vernehmungen förderten weiteres Material zutage, das darauf hindeutete, daß die Angelegenheit auch nach Dresden, Stuttgart und Chemnitz hinüberspielt. In Chemnitz wurde auf Ver- anlassung der Saarbrücker Untersuchungskommission, die im Flugzeug die genannten Städte aufgesucht hatte, eine dritte Verhaftung vorgenommen. Auch nach Oslo sollen Pläne geschafft worden sein. Die Kommission ist bereits nach dort unterwegs.
* Werkspionage in Saarbrücken. Die Kriminalpolizei in Saarbrücken hat eine groß angelegte Werkspionage, durch die eine Fabrik für Kühl-
ach, zu ruhmreicher Niederlage führen sollte, als uns Westermanns Uebermacht in den Sümpfen der Loire übermannte. Du wirst aus diesen Blättern vieles lesen, was dir neu ist. Du wirst weinen über meine Leiden in Le Bouffay und frohlocken über den Streich, durch den ich dem Schlächter Carrier*) wenigstens eines seiner Opfer entriß.
Wie ich hier an meinem Schreibtisch sitze, mit dem Blick über Devons liebliche Gärten und Täler bis dort- rstn, wo das große Meer still und geheimnisvoll unter der Sommersonne liegt, wird es mir schwer, mich über so viele Jahre zurückzuversetzen, bis in den Lenz meines Lebens. Längst vergangenen Haß und längst ver- gangene Freundschaft muß ich wieder aufleben lasten, verstorbene Feinde muß ich aus ihren Gräbern rufen, damit sie ihre Rolle von neuem spielen, Kameraden von ehedem müssen aus dem Tal des Todes wiederkehren, um mit mir Zwiesprache zu halten. Ich brauche nur meine Augen zu schließen, so ziehen sie an mir vorüber, die Gespenster der Vergangenheit . . . Carrier, Robin und der unheimliche Doktor aus der Rue Galilee in Nantes, dessen hungrige Lippen aus dem Dunkel klaffen .. . Gegen die, die meine Feinde waren im Drange dieser Welt, hege ich keinen Groll mehr in meinem Herzen. Meine Rechnung mit ihnen ist quitt, sie sind mir nur vorangegangen zu der großen Rechnunglegung im Jenseits. Denen, die meine Kameraden waren, strecke ich meine Hände entgegen und grüße sie als Brüder.
Zu jenen Schatten der Geisterwelt werde ich eingegangen sein, Coleste, wenn deine Augen diese Zeilen lesen. Halte die Wage gerecht in deinen Händen, nur denke daran, daß auch ein gerechtes Urteil durch Gnade gemildert sein mag. Wenn du zu Ende gelesen hast, bann mag es wohl sein, daß du den Pfad, der sich hier vor meinen Augen hügelan windet, hinaufsteigst, dorthin, wo ich im Gottesacker liege und schlafe . . . bann setze bich eine kleine Weile zu mir an mein Grab.
Unb nun ans Werk!
Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:
Im Strafrechtsausschuß des Reichstages begründete Reichsjustizminister v. Guerard die Stellung der Regierung zum Abtreibungsparagraphen des Strafgesetzentwurfes (§ 253), der folgenden Wortlaut hat:
„Eine Frau, die ihre Frucht im Mutterleib oder durch Abtreibung tötet oder die Tötung durch einen anderen zuläßt, wird mit Gefängnis bestraft. — Ebenso wird ein anderer bestraft, der eine Frucht im Mutterleib oder durch Abtreibung tötet. — Der Versuch ist strafbar. In besonders leichten Fällen kann das Gericht, auch wenn die Voraussetzungen
*) Im, Baptist Carrier, „Volksbeauftragter", vorn Wohlfahrtsausschuß im Jahre 1793 zur Unterdrückung der aufftändischen Provinzen ausgesandt. Ihm fallen die schauerlichen „Noyaden" von Nantes zur Last.
An meine Eltern habe ich nur eine ganz dunkle Erinnerung; mein Vater war ganz von seinen Pflichten als Offizier der ehrenwerten Ostindischen Handelsgesellschaft in Anspruch genommen, unb meine Mutter folgte ihrem Gatten, wohin immer bas Schicksal ihn führte. Ich erinnere mich, wie mein Großvater von einem an der afrikanischen Küste gestrandeten Schiffe, dem Gros- venor, sprach und von meinen Eltern, die die Opfer bet räuberischen John Company (Spottname ber sehr verhaßten Ostindischen Handelskompanie) geworden waren. Dann erinnere ich mich noch eines hübschen schwär- zen Kleidchens, das ich damals bekam, und daß die Damen von Meadow Crost über mir meinten und viel Wesens machten. Ein Ding namens John Company überschattete in jener Zeit alle meine Gedanken. Ich stellte mir es als ein gefräßiges Ungeheuer vor, das in den dunklen Dschungeln Indiens auf die Väter kleiner Knaben lauerte, eine Kreatur mit einem halben Dutzend Arme und einem Gesicht wie die Elfenbeinfigur des Götzen Hanuman, die meine Mutter als Kuriosität aus Dschamalpur geschickt hatte, und die mich aus ifjren Glasgehäuse im Besuchszimmer zu Meadow Croß immer so bösartig angrinste. Ich nahm mir vor, wenn ich einmal groß wäre, mit einem Schießgewehr nach Indien zu gehen, um John Company zu töten . .. Inzwischen betete ich jeden Sonntag in unserem Kirchen stuhl zu Sankt Aegid inbrünstig zu Gott, daß er das scheußliche Ungetüm vertilge.
Blick über das Ausstellungsgebäude in München.
In München wird zur Zeft eine Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft gezeigt, die eine Uebersicht über alle Neuerungen in der Landwirtschaft und Viehzucht bietet. Unser Bild zeigt das Ausstellungsgelände. Im Vordergrund eine Eignungsprüfung für Reitpferde.
Der Schutz der Ungeborenen.
Line Rede des Reichsjustrzministers v. Guerard. — Lin bedeutsamer Antrag des Zentrums durch den Abgeordneten vr. Vell.
muß." Boi dieser Sachlage ist es durchaus verständlich, wenn der Bauer mit Rücksicht auf den Entwurf eines Wohnheimstättengesetzes sich bitter darüber beklagt, daß in der Kommission, in der dieser Entwurf ausgearbeitet worden ist, die Landwirtschaft durch kein einziges Mitglied vertreten war.
Wenn ich diese Sache so ausführlich darlege, dann geschieht dies aus einem ganz besonderen Grunde. Wer hätte nicht den Parteitag der Sozialisten in Magdeburg verfolgt und wem wäre es nicht aufgefallen, daß dort ein neuer Ton alle möglichen Mißtöne der Entzweiung überwunden hat? Der „Vorwärts" stellt als Bilanz dieses Tages den „Willen zur Macht" auf, von dem die Sozialdemokratie mehr und mehr erfüllt ist. Obwohl man die englische Arbeiterpartei nicht in einem Atem mit der deutschen Sozialdemokratie nennen darf, so wird doch gefühlsmäßig ihr großer Erfolg auf das Konto des Sozialismus gebucht. Es ist zweifellos, daß sich, bei Drohungen mit Diktatur die Sozialdemokratie daran erinnern wird, was in Magdeburg gesagt wurde, daß nämlich dann sie das erste Recht dazu habe. Zurzeit ist, wie mir scheint, die sozialistische Gefahr größer als die kommunistische. Es ist das eine schleichende Gefahr, auf die mancher erst aufmerksam wird, wenn es zu spät ist. Im innersten K'ern steht eine Diesseitsauffassung, die von der Tragik des Lebens nichts wissen will. Diese Tragik, auch vieles von dem, was nun einmal in der Gottesordnung an Not und Leid mit dem Dasein verbunden ist und was in der christlichen Auffassung seinen hohen Wert hat, soll beseitigt werden. Daher allem- halben Wirtschaftsprogramme, die in den Ausgaben das Maß des Möglichen überschreiten. Sie sehen sehr menschenfreundlich aus, bis die Stunde kommt, in der man ihre Unmöglichkeit einsieht. Dann aber steht der Bankerott vor der Tür und man weiß nicht, wie man mit den enttäuschten Massen noch fertig werden soll. Wie verhängnisvoll solche Anschauungen in einem verarmten Deutschland sind, liegt auf der Hand. Es ist da- rum dringend notwendig, daß wir sozialistischen Einschlägen überall, wo sie sich zeigen, mit schärfstem Protest begegnen. In Staat und Gemeinde werden wir mehr als früher ängstlich darauf bedacht sein müssen, daß Einnahmen und Ausgaben sich decken. Sonst werden die letzten Dinge bei uns schlimmer sein als die ersten, und vergeblich hat man sich darüber gefreut, daß endlich die Repara- tionÄommission eine feste Summe bestimmt hat.
Die Jugend, die in Osnabrück beisammen war, hat den rechten Instinkt gezeigt, wenn sie die Aufgaben auf dem Gebiete der Wirtschaft als die dringlichsten anschaut. Mit Recht hat sie Deffauer zugejubelt, dem ein Hauptverdienst an der Aufstellung eines eigenen, aus dem Geiste des Christentums geborenen Wirtschaftsprogramms zugesprochen werden muß. Die Weltanschauungskämpfe der nächsten Zeit werden auf dem Boden der Wirtschaft ausgefochten werden. Richtig war auch der Instinkt, der den Zusammenhang der Wirtschaft mit den obersten Ideen der Religion ganz neu witterte. Denn es ist nun einmal nicht gleichgültig, welche Ansprüche ich an das Leben stelle. Habe ich nichts mehr in einem Jenseits zu erwarten, so werden sich die Forderungen auf ein glückliches Diesseits um so mächtiger regen, und es wird naturnotwendig am Ende die Revolution
Rund um die Woche.
Bauer und Bodenreform. — Sozialistischer Wille zur Macht. — Der richtige Instinkt der Jugend.
Karl Hau
Rhönstr. 10 Dachdeckergeschäft Telephon 373
Zweimal an jenem Abend pochte Martha an die Türe des kleinen Speisezimmers zu Grey Tor, unb als auch bas zweite Mal keine Antwort kam, öffnete sie leise bie Türe unb blickte hinein. In bem verdunkelten Zimmer sah sie in bem Lichtkreise auf bem weißen Tischtuch einen Stoß sorgfältig übereinandergeschichteter Pa- pire unb barübergebeugt ben Blondkopf ihrer jungen Herrin in Lesen vertieft . . .
Um zehn Uhr brachte bie treue Martha ein Teebrett mit einem Glas warmer Milch neben einer silbernen Zwiebackdose. Sie stellte alles auf den Tisch zur Seite der Leserin, wünschte gute Nacht und schloß leise die Tür.
Erstes Kapitel.
Die Doverposk.
Die blanke Marmortafel an ber Südwanb ber Sankt Aegibiuskirche in Chipping Basset, errichtet zum Gedächtnis des seligen Herrn Benjamin Mannering, Ratsherrn von Eastheap und Meadow Croft in der Grafschaft Essex, ist weder der Form nach ein Kunstwerk noch bent Inhalte nach wahr; bennoch mag sie bazu dienen, die Bekanntschaft des Lesers mit meinem Vatersvater und nebenbei auch mit mir selbst zu vermitteln.
Oftmals als Knabe, wenn ich beim Gottesdienst in unserem hochgetäfelten Kirchenstuhl zu Sankt Aegid saß, las ich die marmornen Elogen jener Gedenktafel und suchte zu ergründen, welches wohl die innersten Gedanken Josef Masters, des Steinmetzen aus der Kiesl- gaffe, gewesen sein mögen, als er in den unvergänglichen Stein die christliche Sanftmut und Tugend des Mannes meißelte, der ihn erst vier Wochen vor feinem Tode Zu Ongar auf offenem Marktplatz verprügelt hatte, nur weil er es unterließ, bie Mütze vor ihm, bem Höhergestellten, zu ziehen.
Ich persönlich hatte jedoch keinen Grunde zur Klage über den Verstorbenen, der mir in feiner rauhen Art so manche Freundlichkeit erwies. Dort in Sankt Aegid hängt feine Gedenktafel für alle, bie sie lesen wollen; unb wer Lust hat, mag immerhin glauben, was barauf steht. Ich will niemanb bran hindern. Nur das eine machte ich meinem Großvater zum Vorwurf, nämlich daß er mich bei feinem Tode der Gnade unb Barmherzigkeit meines Onkels Gottfried ausgeliefert hatte,
Alle Arten
Dach- und Kirchturmarbeiten
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Asphaltieren von undichten Balkons, flachen Dächern und Kellerräumen
Beschlagen feuchter Wünde und Wettergiebeln mit Schiefer, Ziegel, Spitz- und Wettbrettern Einspeisen von Ziegeldächern Reparaturen werden sofort ausgeführt.
Der Abenteueren.
Von D. W h i t e l a w.
Aus bem Englischen von Wilhelm Entz.
Alle heutigen Rechte bei Stete Bon llrbanitzlv. Wien.
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Coleste nahm ein Messer vom Tisch unb durchschnitt den Bindfaden. Sie zog einen Stuhl heran unb richtete ben Lampenschirm so, baß bas Licht auf bas Paket fiel. Ihr Herz pochte merklich. Es war ihr, als ob ihr Großvater aus seinem Grabe bort auf bem Hügel, zu ihr sprechen wolle. Als sie bie Hüllen entfernt hatte, fand sie eine Menge beschriebener, sorgfältig zusammengehefteter Blätter, auf deren oberstem ein Brief lag:
Grey Tor, am neunten Juli, 1752.
Wie oft, meine teure Coleste, hast du mich gebeten, bie Geschichte meines Lebens auszuschreiben, die Erlebnisse jener Tage zu Papier zu bringen, da das Blut noch rot und warm in meinen Adern floß. Oft wollte es mir scheinen, daß es besser wäre, bie tote Vergangenheit begraben fein zu lassen, bann aber drängte sich wieder die Frage auf, ob ich meinem Schöpfer mit einer alten Schuld auf der Seele entgegentreten darf. Ich sage eine Schuld, Coleste .denn ich habe mir vorgenommen, in dem, was ich dir hier erzählen will, die Dinge bei ihrem rechten Namen zu nennen; ich will es verschmähen, bösen Taten den Anschein von guten zu geben, und will keine falschen Zeugen vor die Schranken deines Gerichtes bringen.
Ich weiß, es wird dich betrüben zu vernehmen, daß das Haus meines Lebens auf den Sand eines Betruges gebaut war, daß die Zweige meines Lebensbaumes, die durch Gottes Gnade gute Früchte bringen durften, aus dem Untergrund der Lüge gewachsen sind. Doch du wirst mir kein harter Richter sein. Unter den Habseligkeiten, die ich dir hinterlasse, befindet sich ein Gegenstand, den ich dir ans Herz lege, ein Schwert, das in einem reinen Kampf für eine gute Sache geführt wurde. Auch das Abzeichen mit dem Herz und Kreuz, das wir Männer der Vendee auf unserem Zuge nach Saumur führten, sollst du in Ehren halten. ... auf jenem Zuge, ber uns, |
des § 26 Abs. 3 nicht vorliegen, von Strafe absehen — Wer die in Abs. 2 bezeichnete Tat ohne Einwilligung der Schwangeren oder gewerbsmäßig begeht, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft. Ebenso wird bestraft, wer einer Schwangeren ein Mittel oder einen Gegenstand zur Abtreibung der Frucht gewerbsmäßig verschafft."
Minister v. Guerard führte unter anderem aus: Die Materie ist besonders schwierig, weil über das rein Strafrechtliche hinaus medizinische, politische, bevölkerungspolitische, sittliche und religiöse Ge- | sichtspunkte zu berücksichtigen sind. Der Minister i erklärte die Lösung des Entwurfs für gut. Die
Es ist nicht leicht, für den gründlichen Deutschen Plaudereien zu schreiben. Das habe ich wieder erlebt bei der Besprechung von Pesl's „Kirche und Bodenreform". Für meinen Teil fand ich in dem Buch viel Auffchlußreiches und wünschte andern den gleichen Profit davon. Keineswegs aber habe ich mich mit allem einverstanden erklärt, was dort gesagt wird. Namentlich habe ich in keiner Weife Stellung genommen zu den Aeußerungen des Verfassers über Nell-Breuning. Doch in einem Punkt glaubte ich Pesl Recht geben zu müssen. Es ist die Forderung, daß Damaschke den Trennungsstrich zwischen sich und dem Agrarsozialismus deutlicher ziehe. Das aber ist eine Forderung, die auch Nell-Breuning, z. B. in seinem Artikel im Staatslexikon der Görresgesellfchaft erhoben hat. Vor allem hatte ich eine klarere Fassung des Begriffes der Grundrente verlangt, und das ist nun nicht nach Pesl bloß, sondern ganz allgemein ein heute heiß umstrittenes Problem.
Einen wichtigen Beitrag dazu liefert das erste Heft der Sammlung „Deutsches Bauerntum", das die Frage „Bauer und Bodenreform" behandelt (Paul Parey, Berlin). Der Verfasser ist Dr. Dr. Ferdinand Jacobs, (Dr. Jacobs, den wir Fuldaer aus seiner hiesigen Tätigkeit beim Kurhesfischen Bauernverein kennen, ist über jeden Zweifel an seiner sozialen Auffassung erhaben. D. Schriftl.) und die Vorrede dazu hat kein Geringerer geschrieben als Reichsminister a. D. Dr. A. Hermes. Dieses Buch ist ebenfalls sehr reform-freundlich. Es heißt darin ausdrücklich: „Die Gemeinden für umgrenzte Aufgaben zu einer zweckentsprechenden Bodenpolitik anzuhalten, ist an sich gesund. Ein gewisses Maß von Grundbesitz muß die Gemeinde haben; es kann eine wesentliche Stütze für die Gemeindefinanzen bedeuten und gibt eine Möglichkeit zur Beeinflussung des Grundstückmarktes, der Bodenpreisentwicklung und der gesamten Gemeindesiedlung. Gegen eine solche gesunde, die Entwicklung der Gemeinden im Rahmen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit planmäßig vorbereitende Bodenwirtschaft stemmt sich der Bauernstand nicht." Nell-Breuning wird in dem Werk so oft als Gewährsmann genannt, daß da bestimmt eine vollkommene Uebereinstimmung in den Ideen obwaltet. Mit Nachdruck wird darauf hingewiesen, daß da ein Unterschied besteht zwischen der Grundrente in den Großstädten und auf dem Lande. „Wenn die Firma Wertheim in Berlin bei dem Erwerb des kleinen Gebäudes in der Leipziger Straße, für das nur der Grundwert in Betracht kam, 5000 Reichsmark für den Ouadrat- meter zahlen mußte, so ist der Anteil, der von diesem Preis auf die Arbeit des Grundstückseigentümers etwa anzurechnen ist, sehr gering. Für die Landwirtschaft aber liegen die Verhältnisse anders: Die verschiedene Güte des Bodens ... ist zu einem erheblichen Teil verursacht durch die Arbeit von Jahrhunderten. Keine verlorene Wildnis gibt von sich aus Frncht und Ernte. Die Arbeit von Generationen, die den Boden verbessert hat, wird derart eins mit dem Boden, daß sie sich nicht mehr von ihm trennen läßt, und auch im jährlichen Ablauf des Naturprozesses gibt die Erde nur demjenigen Frucht und Segen, der sie anbaut." Genau wie Pesl sagt auch Jacobs: „Die Unklarheit, die Damaschke über die letzten Ziele des Bundes deutscher Bodenreformer bestehen läßt, ist der Vorwurf, den man der Bodenreformbewegung machen
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Als mein Großvater starb, war ich nahe an achtzehn Jahre alt, ein schlanker, wvhlgewachsener Bursche, leidenschaftlicher Jäger unb, ich schäme mich, es zu sagen, auch schon ein recht guter Weinkenner. Es war bies bie Art meines Großvaters Benjamin; gute Pferbe urtt guter Wein waren fein Jbeal, unb er pflegte zu mir zu jagen, baß einer ein Narr wäre, wenn er freiwillig auf biefe Dinge verzichtete. Ja, er war ein leichtlebiger Kann, mein Großvater Benjamin Mannering, aber, was immer bie Moralisten bazu sagen mögen, er gefiel mir nicht übel. Onkel Oottfrieb hingegen war ganz anders geartet, untadelig und gerecht, und für mich — ber Moralist, wofern er sich für bie Familie Mannerino interessiert, wird bas Warum erklären können — von frühester Kindheit an zusammen mit „John Company"
----- ""r . : . . \ (Forts, f.) '
Seit mehr als 100 Jahren spart man in Stadt und Land bei der Städtischen Sparkasse gegr. 1825 früher Friedrichsmarkt — jetzt Bahnhofstraße Nr. 5
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