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Vor Ser Ratifizlerung her Latecas-VertrSge
päpstliche Verwahrungen.
Zer Belicht her Reparatiollssachoerstönhigen
Die Frage der Unterzeichnung und Veröffentlichung.
Der Unsinn der Rüstungen
Zur Teilnahme an der Ratstagung des Völkerbundes in Madrid hat Reichsaußenminister Dr. Stresemann mit seiner Gemahlin Berlin verlassen. In seiner Begleitung befanden sich Staatssekretär Dr. Pünder, Reichspressechef Ministerialdirektor Dr. Zechlin und Vortragender Legationsrat D. Redlhaminer.
Inzwischen sind die letzten Delegattonen für die Ratstagung in Madrid eingetroffen, darunter die französische unter Führung von Briand. Rach den Höflichkeitsbesuchen, >!e einerseits der fipanv scheu Regierung abgestai . worden sind und andererseits auch bereits, die Fühlungnahme zwischen den einzelnen Delegationen gebracht haben, treten die Delegierten der Ratsmächte Donnerstag vormittag im Gebäude des spanischen Senats als Rats- komitce für die Minderheitenfrage zusammen, um die vertrauliche Aussprache und Prüfung des Bericht des Dreierkomitees zu beginnen. Dieser Bericht hat bekanntlich immer nur vorbereitenden Charakter getragen. Er sollte dem Rats- kornitte als Grundlage für die weitere Aussprache über die Minderheitenfrage und die deutschen und kanadischen Anträge zur Verbesserung des Verfahrens bei der Behandlung von Minderheitenbeschwerden dienen und gleichzeitig die grundsätzliche Stellungnahme des Völkerbundsrates zu der vom Völkerbund übernommenen Garantie des Schutzes der Minderheiten vorbereiten. Am Vorabend dieser wichtigen Beratungen sind, wie zu erwarten war, die Gegensätze der verschiedenen im Völkerbundsrat vertretenen Auffassungen unverändert vorhanden. Die deutsche Regierung hat ihren Standpunkt, wie
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Mussolini und Geburtenrückgang.
wtb. Rom, 6 Juni. (Eig. Me'dg). In der gestrigen Kammersitzung unterbrach Mussolini einen Redner, der sich in optimistischer Weise über die Zunahme der italienischen Bevölkerung ausgesprochen hatte und wies darauf hin, daß in den ersten vier Monaten dieses Jahres die Geburten um 17 000 zurückgegangen feien und die Todesfälle um 90 000 zugenommen hätten. Mussolini bemerkte, daß unter solchen Umständen Optimismus nicht am Platze sei. Wenn die Zunahme der Todesfälle und der Rückgang der Geburten so weiter fortgehe, dann werde das Jahr 1929 der Beginn des demographischen Zusammenbruches der italienischen Ration sein.
der Verteilung interessiert sind. Allgemein wird angenommen, daß der Bericht noch am Abend des Tages der Unterzeichnung der Presse übergeben werde.
Das päpstliche Blatt, „Osservatore Romano" veröffentlicht einen Brief des Papstes an den Kardinalstaatssekretär Gasparn. In diesem Bries gibt j der Papst seine Eindrücke wieder, die die beiden f Reden Mussolinis in der Kammer und im Senat sowie die sich daran anschliessende Grörteruna auf ihn gemacht haben. Der Papst erklärt, daß es seine Pflicht sei zu reden. Zunächst gibt der Papst in dem Brief seinem Bedauern über die harten Ausdrücke Mussolinis Ausdruck. Es fei für ihn ferner eine bittere Enttäuschung gewesen, über das Wesen des Christentums und dessen göttlichen Ursprung Auffassungen hören zu müssen, die häretisch und noch mehr als häretisch seien. Diese Auffassungen seien in der zweiten Rede Mussolinis nicht vollkommen zurückgenommen worden. Der Papst wendet sich sodann gegen diese Anschauung, die er auf modernistische Aussprüche zurück- führt. Der Papst bemängelt ferner in den genannten Reden den Hinweis auf die geringen wissenschaftlichen Arbeitsergebnisse der italienischen Geistlichkeit und erklärt, daß diese Aufzählung und Schilderung der Punkte gegen die weltliche Herrschaft der Päpste nicht gerade rücksichtsvoll gewesen sei. Besonders aber erklärt es der Papst als eine falsche Auffassung, daß der Staat in Italien die Souveränität über die katholische Kirche habe. Mit großer Energie betont Pius XI., daß der Pacht allein über die Kirche souverän sei und allein die großen Entschlüsse zu fassen habe. Der Papst bedauert auch die wiederholten Ausdrücke, daß der Staat auf seine Hoheit nicht verzichtet habe, und daß der Staat sich eine Kontrolle vorbehalten habe, gleichsam als ob die Strebe bestrebt sei, den Staat zu schädigen. Ferner wendet sich der Pacht gegen die Ausführungen über die katholischen Kulte, und mit großer Entschiedenheit erklärt er sich gegen die gewährte Erörterungsfreiheit. Der Papst nimmt weiter gegen die gewährte Gewissensfreiheit Stellung und vertritt die Meinung, in einem kath. Staat müsse sich die Gewissensfreiheit nach den
weil die Angeklagten auch bei der Hauptverhandlung gemeinsam auftraten und einen Sprecher! hatten, der die Interessen der sämtlichen Angeklag- ten vertrat. Die beiden Iungstahlhelmer gaben zu, daß sie ohne Eintrittskarten das Theater betreten hatten, bestritten aber, von irgend einer interessierten Seite beauftragt worden zu sein, sondern wollten lediglich aus persönlichem Interesse der Vorstellung beigewohnt haben.
Der Staatsanwalt rechnete den Angeklagten ihren „jugendlichen Leichtsinn" zugute und nahm an, daß sie nur aus irregeleitetem Nationalgefühl heraus gehandelt hat- ten. Die Veranstaltung sei aber legitim gewesen, und den deutschen Behörden seien durch den Ueberfaö schwer st eUnannehmlichkeiten bereitet worden. Der Anklagevertreter fuhr fort: „Wir sind verpflichtet, der polnischen Minderheit in Deutschland Schutz zu gewähren. Wir haben nur bann Grund zu Beschwerden, wenn die deutsche Minderheit in Polen geschädigt wird. Deshalb müssen die Strafen empfindlich sein." Sämtliche Angeklagte wurden wegen gemeinsamen Hausfriedensbruchs zu zwei Wochen Gefäng- n i s verurteilt. Der angeklagte Nationalsozialist der sich des Widerstandes gegen die Staatsgewalt schuldig gemacht hat, erhielt eine Zusatzstrafe von einer Woche.
Der Panzerkreuzer.
Die deutschnationale Reichstagsfraiktion hat laut „Daz" beschlossen, der zweiten Baurate für den Panzerkreuzer A ihre Zustimmung zu erteilen. Dieser Beschluß hat insofern erhebliche politische Bedeutung, als durch die Stellungnahme
Grundsätzen der katholischen Kirche richten Das Recht der Kirche bei der Erziehung wird besonders betont und gesagt, daß die Erziehung nicht auf den Religionsunterricht beschränkt und nicht vom Staat gehindert werden dürfe.
Der Pavst gibt ferner zu verstehen, daß, wenn in der katholischen Kirche Vorträge über Emmanuel Kant stattfänden, dies nur geschehe, um seine Irrtümer auszudecken. Der Staat brauche die kath. Wissenschaft nicht zu fürchten. Der Papst nimmt weiter Stellung dagegen, daß Mussolini gesagt hätte, niemand werde die Katholiken zwingen, die kirchliche Eheschließung einzugehen. Der Papst erklärt demgegenüber, daß die Kirche diesen Zwang ausüben werde, und er exkommuniziere mit sofortiger Wirkung jeden Katholiken, der sich allein mii der zivilen Ehe begnügen werde. Der Papst gibt endlich seinem Mißfallen darüber Ausdruck, daß die Geistlichen, die die Kirche verlassen haben und sich in staatlichen Stellungen befinden, nicht aus i nhreStellungen entfernt werden sollen. Mit großem Nachdruck erklärt er, daß der Aussöhnungsvertrag und das Konkordat ein unteilbares Ganzes bilden, und daß mit dem einen auch das andere fallen würde.
wtb. London, 6. Juni. (Eig. Meldg.). Pusina meldet dem „Daily Telegraph" aus Pans: Bnand hat dem Ministerrat in seiner letzten Sitzung er- klärt, daß in Madrid äußerste Zurückhaltung gewahrt werden sollte. Es ist indessen selbstverständlich, daß Briand mit Dr. Stresemann über die neue Lage, die durch eine einstimmige Annahme des Sachverständigenberichts entstehen wird, einen Meinungsaustausch haben und daß er die Notwendigkeit betonen wird, dem sogenannten VersöhnungsaussäMß für die entmilitarisierte Rheinlandzone Gestalt zu. geben. Der Korrespondent berichtet weiter, daß Briand auch die französische Auffassung über die strittige Frage einer Beibehaltung des Ausschusses über 1935 hinaus, die in einer Denkschrift niedergelegt worden ist, zum Ausdruck bringen wird. Er will wissen, daß eine Denkschrift derselben Art vorn Foreign Office >n London vorbereitet worden ist. Es gilt, so schließt Pertinax, als wahrscheinlich, daß eine Konferenz veranstaltet werden wird, ähnlich der im August 1925 in London abgehaltenen, in der damals die Räumungssrage erörtert worden mar.
Briand und Stresemann in Madrid
Die Rheinlandfrage.
Abrüstungsfrage führe, so wird sie, meint Lord Cecil, von einem ungeheuren moralischen ein- luß sein. Amerika, Japan und das britische Reich würden einen Druck auf die Militärmächte ausüben, damit sie ihrem Beispiel folgen, und sie würden bereit sein, sich aus vollem Herzen mit anderen Ländern zu verbinden, die eine wirkliche Herabminderung und Einschränkung der Rüstungen der Land- und Luftkräfte erstreben. Em solcher Zusammenschluß könne kaum zu einem Mißerfolg führen. Deshalb haben wir, Befürworter eines dauernden Friedens, so schloß Lord Cecil ferne Ausführungen, „jeden Grund, mit Zuversicht m die Zukunft zu sehen. Im Verttauen auf die Gerechtigkeit und die gute Sache, die wir vertreten, wollen wir uns vom Pessimismus befreien und den Erfolg erzwingen."
Schweiz und Uellogg-pakt.
Aus Bern wird gemeldet: Der Nationalrat hat mit allen gegen zwei kommunistische Stimmen den Beittitt zum Kelloggpakt beschlossen. Bundesrat Motta, der Vorsteher des politischen Departements, hatte vor der Abstimmung gegenüber der von kommunistischer Seite geübten Kritik u. a. dargelegt, daß nur unter der im Völkerbund geschaffenen Atmosphäre der Kelloggpakt habe entstehen können, der eine Annäherung an den Völkerbund bedeute.
flus dem Reichstage.
In der Reichstagssitzung am Mtimoch nahm bei der Fortsetzung der Beratung des Wirtfchafts- etats der Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius noch einmal das Wort zu einer Rede, die als poli- tifche Sensation wirkte. Während der Minister sich in seiner Einleitungsrede ftreng an das Manuskript gehalten hatte, sprach er im Abwehrkampf gegen seine Kritiker von rechts und links frei und mit einem Temperament, das an manchen Stellen feiner Ausführungen große Bewegung auch m den Reihen der Koalitionsparteien heroornef. So sagte er gegenüber den Ausführungen des sozialdemokratischen Redners, daß sie ihn zu der Frage nötigten, welches Bedürfnis denn im gegenwärtigen Moment der Koalitionspolitik vorliege, den Kampf gegen das Privatkapital zu predigen und die Heilsbotschaft des Sozialismus zu verkünden. Das 'Mittel dauernder Lohnerhöhungen könne in der gegenwärtigen Wirtschaftsperiode auch zu Lähmungen führen. In der Koalition habe man sich nicht gegenseitig auf Weltanschauungen gebunden Er frage sich nur, ob es richtig ist, in diesem Augenblick das Trennende voranzustellen, anstatt das Einigende zu suchen. Der Minister wandte sich auch gegen die Ausführungen des Ab. Wels auf dem Sozialdemokratischen Parteitag, in denen dieser gesagt habe, daß die bürgerlichen Parteien einen Cr-
erinnerlich, vor zwei Monaten in einer für das Dreierkomitee bestimmten Denkschrift umgehend begründet. Sie wird bei den bevorstehenden Bern- hingen an ihren Argumenten sesthalten beren grundsätzliche Bedeutung den Abschluß eines Korn promisses nicht zuläßt, wie es sich sonst rm konkreten Fall der einzelnen Minderheltenbeschwerde vielfach als praktisch notwendig erwiesen hat.
* Verschwörung in Niederländisch-Indien. Telegraphischen Meldungen aus Niederländisch-Jndien zufolge wurde im westlichen Teil auf der zu den kleinen Sundainseln gehörenden Insel Flores unter den Eingeborenen eine Verschwörung entdeckt. Führer der Aufrührer ist ein gewisser Dokopah, dessen Vater bereits 1916 einen Aufstand unter den Ein- geborenen von Flores entfacht hatte. Durch schnelles und gemeinsames Vorgehen der Zivil- und Militärbehörden gelang es, Dokopah mit bett weiften seiner Anhänger während der Zeremonie der Blutvereidigung zu überraschen und zu verhaften. Mehrere andere Häupter der eingeborenen stellten sich hierauf freiwillig den Behörden.
Irregeleitetes Nationalgefühl.
Die Oppelner Ausschreikungen vor Gerichk.
Unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Janis- sek wurde in Oppeln der erste Prozeß gegen zehn Angeklagte, darunter zwei Iungstahlhelmer und acht Nationalsozialisten verhandelt, die sich an dem Ueberfall auf Mitglieder des Kattowitzer Stadttheaters beteiligt haben. Die Anklage lautete auf gemeinsamen Hausfriedensbruch und groben Unfug in Tateinheit mit tätlicher Beleidigung. Es handelt sich dabei um den Vorfall, als im'Stadttheater selbst während der Vorstellung der Kattowitzer Theatertruppe junge Leute im Alter von 19 und 20 Jahren Stinkbomben warfen und beleidigende Zurufe gegen bas Theaterpersonal machten. Die Beweisaufnahme ergab lediglich die Schuld der Angeklagten bezug- lich des Hausfriedensbruches. Das Gekickst nahm gemeinsamen Hausfriedensbruch an,
folg dieser Regierung garnicht wünschten, weil die Regierung von der Sozialdemokratie geführt werde. Er und seine Freunde protestierten auisentschie- denste gegen eine derartige Auffassung. Es „komme nicht darauf an, daß wir uns gegenteilig andern, wir dürften nur nickst negativ eingestellt sondern müßten gemeinschaftlich positiv eingestellt sein, und er glaube auch für die sozialdemokratischen Mn- glieder des Kabinetts feststellen Ml ollen, daß die Regierung bis heute ohne irgendwelche Panei- preftigepolitit nur versucht habe, eine p^ve Wirt- schaftspolitik zu treiben. Nach dem Bericht der Reparationskonserenz werde em neues Reformprogramm vorzulegen sein. Die vier entscheidenden Fragen seien: 1. Revision des Sarnes plane 5 und Räumung unserer Westgebiete, 2. Re>chsre- form, 3. durchgreifende Agrarreform und schließ- lich 4. Erleichterung der Wirtschaft auf allen Gebieten Der Minister kam dann auf die Arbeitslose nv e r si ch e r un g zu sprechen, für die eine grundlegende Reform durchgesuhrt werden müsse, wobei auch der bisher gesteckte Kreis der Versicherungspflichtigen nicht unangetastet bleiben könne. Zur Frage der Schutzzollpolitik übergehend sagte er- Wenn andere Staaten die Torheit begehen, die Schutzzollmauern immer weiter zu erhöhen, so brauchen wir nicht die gleiche Torheit zu begehen. Man muß die Selbstkosten herabdnicken aus dem Gebiet der Zinsen unb Steuern. Den Vorschlägen des deutschnationalen Redners kann ich nicht folgen; ebenso deutlich muß ich dem fozraldemokrati- schen Redner sagen, daß die Krise der Landwrrt- schast unmöglich mit der grundsätzlichen Verneinung jeder ZollerlMung gelöst werden kann. Die von den Deutschnationalen geforderte Herausnahme der Landwirtschaft aus den Handelsverträgen lehne er ab und ftnbe es unverständlich, wie man die Vor» läge zur Ausführung der Empfehlungen der Welt- wirtschaftskonferenz von deutschnattonaler Seihe ablehnen könne.
Am Donnerstag erfolgt Weiterberatung.
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Die Reichstagsrede des Reichswirtschaftsmini, sters Dr Curtius hat den Blättern zufolge bet den Sozialdemokraten eine scharfe Verstimmung, besonders feine Bemerkungen Über die Reform der Arbeitslosenversicherung, ausgelöst, der der „Vorwärts" m längeren Ausführungen Ausdruck verleiht. Das sozialdemokratische Organ schreibt u. a.:
Es ist durchaus ungewöhnlich, daß ein Minister in einer Frage, die im Kabinett nod) nicht entschieden ist, im Reichstag seine Parteistellung vertritt und der Kabinettsentscheidung damit vorgreift. Die Regierungsparteien wollen mit einer interfraktionellen Erörterung dieser Probleme beginnen Die Sozialdemokratie wird dabei keinen Zweifel daran lassen, daß sie nicht bereit ist, den Abbau der Erwerbslosenversicherung mitzumachev oder zu dulden.
Weltindustrie und Welthandel werden ftr ihrer Entwicklung gehemmt.
Ms den wichtigsten aller Gründe für die W- rüstung bezeichnet Lord Cecil den Schutz des Friedens. Dieser ist ebenfalls sehr eng mit dem Wirtschaftsleben verbunden. Große Heere führen zur Bedrohung der internationalen Sicherheit und zur Schädigung des Kredits und des Derttauens, aus'die sich der moderne Handel stützt. Ferner erzeugt das Vorhandensein großer Rüstungen Miß- trauen gegen fremde Länder, und Mißtrauen und Furcht sind die furchtbarsten Quellen des Krieges. So würde eine Herabminderung der Rüstungen einmal eine gewaltige Geldersparnis mit sich bringen, andererseits eine Erfüllung der Verttagsver- pflichtungen bedeuten und endlich zu einer Beschwichtigung des internationalen Mißtrauens füh- ren. Damit würde ein entschiedener Schritt au: dem Wege des Friedens getan werden können.
Freilich ist der gegenwärtige Stand der Abrüstung nicht gerade dazu angetan, um große Er- Wartungen zu erwecken. Es sind bis jetzt nur geringe Fortschritte auf dem Wege der Entwaffnung des Landheeres, die Deutschland am meisten interessieren, erzielt worden. Lord Cecil ist aber optimistisch genug, um doch die Ergebnisse nicht ganz so ungünstig zu beurteilen, als es sonst geschieht. Wenn die letzte Versammlung der Vorbereitungskommission zu dem erwarteten Ergebnis einer Re- gelang des auf die Flotte bezüglichen Teiles der
Die DertcAung der Yotmg-Ammitäten.
wtb. Paris, 6. Juni. (Eig. Meld.) Der „Petit Parisien" will berichten können, daß die Verteilung der Durchschnittsannuität des Young-Planes von 1988,8 Millionen Reichsmark unter die Gläubigerstaaten in den Bericht der Sachverständigen festgesetzt wird, für Frankreich auf 10’39, Großbritannien 418, Italien 211, Belgien "115, Vereinigten Staaten 66, Japan 13 Millionen RM. Der Rest werde zu verschiedenen Prozentsätzen auf Südslavien, Rumänien, Griechenland, Polen und Portugal »erteilt.
Dieser Tage sprach im Reichstagssitzungssaal auf Einladung des Komitees für internationale Verständigung der englische Lord Robert Cecil über Abrüstung. Lord Robert Cecil ist konservativer Politiker und er hat seit Liquidierung des Weltkrieges den Gedanken der Friedenssicherung auf der Grundlage der Abrüstuiig beitreten. Er ist ja damals mit der englischen Regierung Baldwin in Konflikt geraten, weil die Seeabrüstungskonferenz durch Schuld Englands nicht zu einem Ergebnis führen konnte. Seither hat er sich immer wieder der Vertiefung der Abrüstungsidee gewidmet. Es mußte von Interesse fein, diese Persönlichkeit ihre Auffassungen vertreten zu hören. Lord Cecil hält für die Verwirllichung der Abrüstung nur ein internationales Abkommen für möglich. Nur auf der Grundlage eines internationalen Vertrags kann eine Abrüstung dauernd sein, unb nur bie bauembe unb allgemeine Herabsetzung der Rüstungen hat einen ernsthaften Wert für bie Sache bes Friedens.
Neben Vertragsverpflichtungen, bie sich aus ben Dölkerbunbsabmachungen ergeben, sind es vor allem wirtschaftliche Gründe, die eine Abrüstung für not- wendig erscheinen lassen. Nach Lord Cecils Angaben nehmen in England die Rüstungen allein ein Achtel der gesamten Staatsausgaben in Anspruch. In anderen Ländern ist der Prozentsatz vielfach ebenso hoch. Durch diese unproduktiven Ausgaben wird die Wirtschaft ungeheuer belastet.
wtb. Paris, 6. Juni. (Eig. Meld.) Die ,Mi- cago-Tribüne" berichtet: Der ftonzösische und der englische Text des Berichts der Sachverständigen wird wohl kaum vor Freitagnachmittag vollständig vorliegen. Man beschäftige sich zur Zeit auch nut der Frage, in welcher Reihenfolge die Unterzeichnung vor sich gehen solle. Man nimmt an, daß nicht Owen D. Young als Vorsitzender, wie man erwarten könnte, als erster unterzeichnet, daß viel- mehr die Reihenfolge der Länder nach dem französischen Alphabet maßgebend sein würde und daß also die Delegierten Deutschlands zuerst unterzeichnen würden. Weiter erörtert man die Frage der Veröffentlichung des Berichtes. Man sucht darüber Klarheit zu schaffen, ob eine Abschrift des Berichts der Reparationskommission den Bot- schäften und Gesandtschaften der kleinen Gläubigermächte übermittelt werden soll, bie an bet Frage
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FuldaerZeUung Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.-----
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