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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 129

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Donnerstag, 6. Ium 1929.

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Sö.Zahrg.

Auch Die belgische LanKnotenscage ist ecle-igt

Präsident Hoover wünscht Glück, — Der (Epilog des Malin.

wtb. Paris, 5. Juni. (Eig. Meldg.). Die Frage der belgischen Markbanknoten ist gestern ge­regelt worden und zwar auf der Grundlage der Vorschläge, die Reichsbankpräsident Dr. Schacht am 3. Juni in dem bereits veröffentlichten Brief an den Vorsitzenden der Reparationssachverstäln- digen-Konferenz, Owen D. Young, gemacht hat. Die deutsche Delegation hat gestern im Namen der Reichsregierung die Erklärung abgegeben, daß der Bevollmächtigte für diese Angelegenheit, Ministe­rialdirektor Dr. Ritter, berest fff, die Verhandlun- gen mit einem beglaubigten Vertreter der belgi­schen Regierung aufzunehmen und daß diese Ver- Handlungen entweder in Paris oder Brüssel statt­finden sollen. Es handelt sich um rein finanzielle Verhandlungen, in deren Verlauf selbstverständlich territoriale Fragen nicht aufgeworfen werden kön­nen. Ferner ist bestimmt worden, daß die deutsch- belgischen Verhandlungen vor der Inkraft­setzung des Youngplanes zum Abschluß gebracht werden sollen und daß diese Regelung auch dahin gehen könne, die EntschMgungszahlungen in Annuitäten in Anlehnung an das Zahlungsschema des Youngplanes festzusetzen. Durch diese gestern nachmittag erfolgte Einigung ist das letzte Hinder­nis aus dem Wege geräumt, sodaß der Unter­zeichnung des Berichtes der Sachver­ständigen nunmchr nichtsmehrimWege steht.

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wtb. Paris, 5. Juni. (Eig. Meld.) Das „Echo de Paris" nimmt an, daß nunmehr — nach der Pariser Vereinbarung — eine Regierungskonferenz in der Art tote sie im August 1924 aus Anlaß des Jnkraftsetzens des Dawes-Planes stattgesunden hat, zusammentteten wird und meint, daß das gegen Ende Juli in London geschehen wird.

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wtb. Paris» 5. Juni. (Eig. Meldg.). Die Vereinigung der Korrespondenten deutscher Zeitun­gen in Paris veranstaltete gestern abend, also zu einer Zeit, da die Beendigung der A r b e i t e n der Reparationskonferenz unmittelbar bevor­stand, zu Ehren der deutschen Delegierten ein Es­sen, an dem u. a. der deutsche Botschafter von Hoefch, der Botschaftsrat Dr. Rieth und andere Mitglieder der Botschaft, der Vorsitzende der Kriegs- lasten-Kommission Dr. Ruppel und einige unmittel­bare Mitarbeiter der Delegierten teilnahmen. Der Vorsitzende der Vereinigung Dr. Stahl dankte den Delegierten für die mühsame und schwierige Auf­gabe, die sie durchgeführt haben. Diesem Dank

schloß sich Botschafter von Hoefch an. Reichsbank­präsident Dr. Schacht hob in seiner Rede hervor, daß die Vertreter der deutschen Presse in Paris, trotzdem sie vielleicht nicht alles ge- bllligt haben, was seitens der Delegierten geschehen sei, der Lösung eines Problemes im höheren In­teresse der allgemeinen Verständigung und des Friedens ihre wirkungsvolle Unterstützung gelie­hen hätten.

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wtb. Paris, 5. Juni. (Eig. Meldg.). Der Außenpolitiker des „Mcttin" veröffentlicht heute eine Art Epilog zu den Arbeiten des Sachverstän­digenausschusses. Er schreibt, die Sachverständigen hätten unter ungeheuren Schwierigkeiten ihre Pflicht getan. Jetzt müßten die Regierungen und Parlamente auch ihre Pflicht tun. Sie würden daran denken müssen, daß das, was ge­schehen fei, unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden müsse. Wenn man auf die Vergangenheit zurückblicke, dann handele es sich um die direkte Fortsetzung der geschichtlichen Unterredungen von T h o i r y. Damals hätten sich Briand und Strese- mann über Gesamtleistungen verständigt und eine Teilmobilisierung des Dawes-Planes ins Auge ge­faßt. Zwei Jahre seien notwendig gewesen, da­mit der Markt und die öffentliche Meinung in Amerika sich zu dieser Operation herbeiließen. Aber ohne Widerspruch habe die Operation größeqe Ausmaße angenommen, denn man mobilisiere jetzt die gesamte eigentliche Reparationsschuld abzüg­lich der Kompensationszahlungen für die inter­alliierten Schulden. Wenn man in die Zukunft blicke, könne man sagen, daß man vorbehaltlich der Zusttmmung der Regierungen und der Parlamente den ersten Akt der Genfer Entschließung der Re­gierungen vom September durchgeführt habe. Das Reparationsproblem habe seine e n d gül­tig e L ö s u n g erfahren. Verhandlungen über die Rheinlandräumung könnten und müßten jetzt in vollem guten Glauben zwischen den interes­sierten Ländern eingeleitet werden.

t)oooers Glückwünsche.

wtb. Washington, 5. Juni. (Eig. Meld.) Präsi­dent Hoover und Staatssekretär Gibson haben an Owen D. Young und feine amerikanischen Kollegen bei den Sachverständigenberatungen in Paris Tele­gramme gerichtet, in denen sie die h e r z l i ch st e n Glückwünsche zur Erzielung einer Lösung des Reparationsproblems ausfprechen, die zur S t'a b i- I i f i e r u n g der Weltwirtschaft und zur Wiederherstellung des Vertrauens zwischen den Völkern in gewaltigem Maße beitragen werde.

Unser Recht auf Rheinlandräumung!

Warnung v^r übereiltem Optimismus.

Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:

Die vorläufigen Ergebnisse der Pariser Repa­rationskonferenz waren kaum bekannt, als auch schon die Frage erörtert wurde, was wird nun aus den besetzten Gebieten werden. Uebereilige Blätter schrieben bereits, daß man noch im Spät­jahr mit der Räumung der Rheinlande rechnen dürfe. Wir würden uns ebenfalls sehr darüber freuen und befreit aufatmen, wenn endlich einmal diese widerrechtliche Besetzthaltung deutscher Ge­biete ein Ende nähme. Aber wir sind es gewohnt, besonders bei den ewigen Bremsversuchen der französischen Regierung, daß immer neue Aus­flüchte gefunden werden, um ja nicht vor einer bestimmten Frist eine Räumung vornehmen zu müssen. Frankreich ist nie verlegen darum, wenn es gilt, irgendwelche Schwierigkeiten aufzutürmen.

Eigentlich wäre eine Debatte darüber völlig überflüssig, ob die Rheinlande sofort zu räumen sind. Nach dem neuen Zahlungsplan werden von Deutschland keine Summen mehr verlangt f ü r Erstattung von Besatzungskosten. Aus diesem Grunde müßten sämtliche beteiligten Regie­rungen selbst ein Interesse daran haben, die Trup­pen sofort aus den besetzten Gebieten zurückzu­ziehen, da sie in der Zukunft nur eine unnötige Belastung der eigenen Haushalte bedeuten. Was Frankreich anbelangt, so kann es auch nicht mehr

Unruhen in Lemberg.

Im Anschluß an einen noch nicht ganz aufge­klärten Vorgang bei der Fronleichnamsprozession ist es in Lemberg zu scharfen Zusammenstößen zwischen nationalistischen polnischen und j ü - dlschen Studenten gekommen. Es ist behauptet worden, daß in einer jüdischen Schule, als die Fronleichnamsprozession vorüberzog, von den Kin­dern unziemlicher Radau gemacht oder gar Brot­kügelchen und Steinchen auf die Prozession gewor­fen worden seien. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Jedenfalls erschienen im römisch- katholischen Kapitel zwei Vertreter des Rabbinats, die ihrem Bedauern über das Verhalten der jüdischen Jugend Ausdruck gaben. Inzwischen hat­ten aber schon schwere, judenfeindliche Ausschrei­tungen stattgefunden. Die nationalistischen pol­nischen Studenten waren vor die fragliche Schule gezogen, wo eine schwere Schlägerei stattfand. Es kam zu Verhaftungen einer Anzahl beteiligter pol­nischer Studenten. Die Studenten in Lemberg haben als Protest gegen diese Studentenver­haftungen den Vorlesungsstreik prokla­miert. Durch die Straßen der Stadt patrouilsie-

den Schein eines Rechtes für sich in Anspruch nehmen, noch weiter deutsche Gebiete besetzt hal­ten zu müssen. Es hat immer und immer wieder erklärt, daß die Besatzung für sie lediglich eine Sicherung ihrer Reparationsforderungen bedeute, daß es sofort die Truppen zurückziehen werde, wenn eine endgültige Losung des Reparationsproblems zustande kommt.

Jetzt haben wir diese Losung, hoffen wenigstens, daß sie zustande kommt. Damit gibt es aber für Frankreich keinen Vorwand mehr, die Rheinland­räumung hinauszuschieben. Nach deutscher Auf­fassung bedeutet die sofortige Räumung des Rhein­landes einen deutschen Rechtsanspruch. Be­weise dafür haben wir keine mehr zu erbringen. Dieser Rechtsstandpunkt galt schon vor dem Zu- sammenttitt der Sachverständigen in Paris. Er wurde auch teilweise anerkannt von der englischen Regierung. Mithin können wir e.ine alsbaldige Räumung der Rheinlande weder als einen Erfolg der Reparationskonferenz ansehen, noch können wir die Räumung als eine Art Handelsobjekt be­trachten lassen.

Die deutsche Forderung wich auf der poli­tischen Reparationskonferenz noch einmal deut­lich wiederholt. Bis dahin heißt es, sich in Geduld zu wappnen und ja nicht allzu optimistisch die Sage zu beurteilen.

ren zahlreiche Polizeiwachen mit aufgevflanztem Bajonett. Auch die Zeitungsredaksionen stehen unter scharfem polizeilichem Schutz.

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Ein Telegramm besagt noch:

Am Dienstag bemonftrierten 200 S.udeuten vor dem Polizeipräsidium in Lemberg für die Freilassung der 29 Verhafteten. Der Polizeiprä­sident, zu dem sie eine Delegatton entsandten, erklärte, daß er für Leute, die die Würde des polnischen Staates gefährden, nicht zu sprechen fei und ließ die Demonstranten von der Polizei aus- einandertteiben. Die Studenten versammelten sich dann im Gebäude der Technischen Hochschule, wo zwei Entschließungen angenommen wurden, deren eine sich gegen die jüdische Zeitung „Chwila" rich­tet, während die andere. den En.schluß kundgibt, den jüdischen Studenten den Zutritt zum Hoch­schulgebäude zu verweigern. Gegen Abend kam es zu neuen Ansammlungen, und die Studenten zogen vor das Gefängnis, in der Absicht, die Befreiung der Verhafteten zu erzwingen. Sie wurden jedoch auch diesmal von der Polizei aus- einanbergetrieben.

Stahlhelmseuerwerk.

Mit dem üblichen Aufwand von Fahnen und Standarten, von Ehrengästen und Hohenzollern- prinzen, von Parademärschen und „kernigen" An­sprachen ist auch die diesjährige Münchener Ge­neralversammlung des Stahlhelmbundes vonstatten gegangen. Auch Hugenberg, der Schreiber des Amerika-Briefes und Haupfopponent gegen den Zwangskurs der deutschen Außenpolitik, von dem man eigentlich hätte erwarten können, daß er sich während des parlamentarischen Kampfes seiner Reichstagsfraktion gegen den Young-Plan in Ber­lin aufhalten würde, hatte es vorgezogen, der „Heer­schau" seiner Privatarmee beizu wohnen. Da die unsachliche und demagogisch durchgefärbte Art des deutschnationalen Kampfes nicht der Grund ferner Zurückhaltung fein kann, muß man den Gerüchten und Andeutungen glauben, die von einer A b - nähme der persönlichen Geltung Hugenbergs in feiner Reichstagsfraktion zu erzählen wissen.

Der Stahlhelmtag hat, wenn man den Berich­ten der Rechtspresse glauben will, natürlich einen ungewöhnlich glänzenden Verlauf genommen. Ganz München habe ihm jubelnd zugestimmt und des Blumregens sei gar kein Ende gewesen. Aus an­

deren als rechtsgerichteten Blättern erfährt man freilich, daß die Münchener Bevölkerung nicht über­mäßig begeistert war und daß keineoffizielleStellej weder die Staatsregierung, noch die Stadtverwatt tung sich habe vertreten lassen. Selbst der baye­rische Kronprinz, der für Veranstaltungen „nativ naler" Frontsoldaten sonst allerlei übrig hat, weilte fern von München im Gebirge. Von dort her hat er dem Stahlhelm telegraphisch geraten, sich „künf­tig auf überparteilicher und zugleich wahrer föde­ralistischer Grundlage aufzubauen". Dies Tele­gramm, das weder von Hugenberg noch von sei­nem Stahlhelmgeneralstab mit ungemischter Freude empfangen sein dürste, drückt durch das Wort „künf­tig" einer negative Bewertung der Gegenwarts­haltung des Stahlhelms aus, die nicht nur vom bayerischen Prinzen, sondern auch von den meisten anderen Volksgenossen als durchaus richtig aner­kannt wird. Denn der Stahlhelm mag seinen un­parteilichen Charakter noch so oft betonen, er mag das Wort Föderalismus noch so oft in den Mund nehmen: er wird immer mehr zu einer Gefolg­schaft des Parteiführers Hugenberg und immer mehr zu einer Drganifation rein preußischer Prägung. Der ewige Aufmarsch, der Paradedrill, die Appells und das ganze äußere Drum und Dran

MomHi bildet das englische Kabinett.

wtb. London, 5. Juni. (Eig. Meld.). Macdo- nald, der heule vormittag in Windsor vom König in Audienz empfangen worden ist, hat den Auf­trag zur Regierungsbildung über­nommen.

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wtb. Paris, 5. Juni. (Eig. Meld.) Macdonald hat einer Mitarbeiterin des „Pettt Parisien" ein Interview gewährt, das Ausblicke auf die künftige englische Politik unter der Regierung der Ar­beiterpartei gibt. Maedonald betonte, daß die Arbeiterpartei eine praktische Abrüstungs- und Friedenspolitik nachdrücklich verfolgen werde. Hinsichtlich des Zusammenarbeifens der Nationen erklärte Maedonald: Es handelt sich nicht um Ententen ober um Bündnisse. Das find Manipulationen einer veralteten Mentalität. Die Arbeiterpartei will eine ganz neue Aera europäischer Zusammenarbeit einleiten. Es soll

keine Rivalitäten, keine Geheimdiplomatie mehr geben, keine Verträge zugunsten eines Landes ober gegen ein Sanb. Das alles muß verschwinden. Das ist es, was man im Verhältnis der Völker zueinander braucht: Luft, Licht und guten Willen. Auf die Frage „Glauben Sie, daß die Vereinbarung, die in Paris bevorsteht, die Frage der Reparationen und der interalliierten Schulden endgültig regeln wird?" antwortete Maedonald, man dürfe nicht zwei verschiedene Probleme ver­wechseln. Die Reparationen und die Schulden seien nicht dasselbe. Bei der Prüfung der letzten Frage würden die Vereinigten Staaten viel zu sagen haben. Die Diskussion müsse auf neuen Grundlagen wieder aufgenommen werden. In der Frage der Schulden wie in der Frag« der Abrüstung beabsichtige die Arbeiterpartei sich unverzüglich mit Hoover in Verbindung zu setzen und in enger Fühlungnahme mit diesem zusammenzuarbeiten.

Ramsay Macdonald, der kommende Arbeiter-Premier, mit Sohn und Tochter.

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WkMA'AH'

Vor -er Veröffentlichung -es Konlm-ates.

In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß noch im Lause dieser Woche der preußische Mini­sterpräsident mit den Führern Der preußischen Re­gierungsparteien wegen des Konkordats Fühlung nehmen werde. Es isi dies das erste Mal, daß der preußische Ministerpräsident einen derartigen Schrift unternimmt. Man darf darin eine neue Bestätigung sehen, daß die Verhandlungen über das Konkordat zwischen Preußen und der Kurie zum Abschluß gekommen sind.

Im Hinblick auf die vor dem Abschluß stehenden Konkordatsverhandlungen der preußischen Staats­regierung mit ber römischen Kurie haben dieeva n- gelischeu Landeskirchen Preußens einen gemeinsamen Schritt beim preußischen Staatsmini- terium unternommen und in einem Schreiben noch einmal ausführlich ihre Forderungen auf gleichzei­tigen und gleichwertigen Vertragsabschluß'mit der evangelischen Kirche erhoben. Das Schreiben be­rührt einleitend den Schriftwechsel, der im Herbst v. I. zwischen den Kirchenreqierunaen und dem Staatsministerium geführt worden ist, und fährt bann fort: „Nachdm inzwischen das Staatsministe- riurn, wie nach den Mitteilungen der Presse an­genommen werden muß, zu einer Verständigung mit der Kurie gelangt ist, sehen wir uns genötigt, van der preußischen Staatsregierung eine be- timmte Erklärung Darüber zu erbitten, ob sie nun­mehr bereit ist, die im Herbst 1927 eingeleiteten und nach einigen Monaten ohne erkennbaren Grund eingestellten Verhandlungen wieder auszu- k-' -men mit dem Ziele, auch mit den evangelischen

Kirchen zu einer vertragsmäßigen Regelung zu gelangen Diese Verhandlungen könnten, soweit eg an uns siegt, in kürzester Zett zum Abschluß ge­bracht werden."

Hinsichtlich ihrer grundsäftichen Stellung zur Konkordafsfrag verweisen die Kirchen aus frühere Erklärungen und behalten sich besonders gegenüber Den noch nicht bekannten Bestimmungen des Kon­kordats „volle Freiheit der Stellungnahme" vor „Daneben", so fährt das Schreiben fort, „müssen wir aber für den Fall des Vertragsabschlusses nut ber Kurie erneut die Forderung gleichzeitiger und gleichwertiger, dem Wesen Der evangelischen Kirch« entfpredjenber Verträge nachdrücklichst wiederholen Die Grundsätze Der Parität, zu denen sich auch das Staatsministerium im Schreiben des Herrn Mim- fterpräfibenfen vom 8. November 1928 ausdrück­lich bekannt hat, würden in einem entscheidenden Punkt verletzt fein, wenn Der katholischen Kirche für ihre Organisation und die finanziellen Bedürf­nisse ihrer Verwaltung eine vertragsmäßige Ga­rantie gegeben würde, während die evangelischen Kirchen lediglich auf einseitig erlassene und des­halb auch der Möglichkeit einseitiger Aenderung unterworfene staatsgesetzliche Bestimmungen ange­wiesen wären." Zum Schluß geben die preußi­schen Landeskirchen die Erklärung ob, daß es nicht als Sicherung der Parität angesehen werden könne wenn die Staatsregierung sich etwa grundsätzlich bereif erkläre, später, nach Verabschiedung Des Vertrages mit Der Kurie, auch mit den evangeli- schen Kirchen Verträge abschließen zu wollen.