Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.
Mittwoch, 5. Ium 1929.
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Mlmsterprafiiiettt SalDwin ist zurückgetreten
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dessen Antwort von der deutschen Regierung erwartet wird. Die deutsche Regierung hat diesen Vorschlag in dem Geiste des Entgegenkommens und mit dem festen Willen gemacht, dieses Hindernis für die normale Ent- wicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Landern zu entfernen.
Ich hoffe, daß diese Feststellungen alle Mißverständnisse beseitigen werden, die hinsichtlich der Stellung der deutschen Regierung in der belgischen Mark-Frage be- stehen. Im Hinblick auf diese zur Zeit bestehenden Miß- Verständnisse wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie den übrigen Mitgliedern des Ausschusses von der Stellungnahme der deutschen Regierung, wie ich sie hierin dar- gelegt habe, Mitteilung machen würden."
Der Brief ist vom Vorsitzenden an sämtliche Mitglieder des Ausschusses verteilt worden.
Sür Räumung des Rheinlanües.
deutsche Regierung bereit ist, folgende Maßnahmen zu ergreifen:
1. unverzüglich ein pactum de contrahendo mit der belgischen Regierung (fei es durch Notenwechsel, sei es durch ein gemeinsames Protokoll) abzuschließen, wodurch die beiden Regierungen sich verpflichten, Verhandlungen auf einer neuen Basis aufzunehmen mit dem Ziel einer endgültigen Regelung der Mark-Frage.
2. diese Verhandlungen alsbald aufzunehmen und darüber übereinzukommen, daß diese Verhandlungen abgeschlossen werden sollten, bevor der neue Reparations- plan von den Regierungen in Kraft gesetzt wird.
Die deutsche Regierung hat Herrn Ministerialdirektor Ritter zu ihrem Sonderbevollmächtigten für diese Frage ernannt; er ist bereit, die Verhandlungen alsbald zu eröffnen.
Der wesentliche Inhalt der vorhergehenden Punkte ist dem belgischen Gesandten in Berlin mitgeteilt worden,
entschlossene Initiative noch vor der neuen Ernte die in unmittelbare Nähe gerückte Gefahr einer Katastrophe abzuwenden.
Das Reichskabinett hat am Samstag bei Besprechungen über die Not der Landwirtschaft eine Sachverständigenkommission eingesetzt, die innerhalb drei Monaten Bericht erstatten soll. Die Zusammensetzung dieser Kommission ist folgende: Präsident Brandes vom Deutschen Landwirtschaftsrat, Reichsminister a. Dr. Dr. Hermes (Ztr.), Reichsminister a. D. Schiele, Staatsminffter Fehr-Mün- chen, Senator Everling-Hamburg, Frau Reichstagsabgeordnete Toni Sender, Reichstagsabgeordneter Schmidt-Köpenick, Reichstagsabgeordneter Graf zu Stolberg - Wernigerode , Reichstagsabgeordneter Schlack (Zentrum), Reichstagsabgeordneter Oskar Meyer. Als Berichterstatter ohne Stimmrecht nimmt teil der Leiter der landwirtschaftlichen Stelle für Marktforschung Dr. Baade. Die erste Sitzung wird Ende dieser oder Anfang der nächsten Woche angesetzt werden.
Es sind Klagen geführt worden, daß die Erhebungen über die Ausgestaltung des Lagerschem- wesens verzögert würden. Dazu ist zu sagen, daß die Vorarbeiten mit großen Schwierigkeiten verknüpft sind. Sie betreffen den Ausbau der Rechtsvorschriften, Verbesserung der technischen Lagermöglichkeiten und die Einführung einhei.Iicher Handels- klassen für Getreide. Zum ersten Punkte waren bereits Ende September v. I. Vorbesprechungen
gepflogen worden. Ende Oktober wurden die in Betracht kommenden Länderregierungen und Wirtschaftskreise zur Stellungnahme aufgefordert. Von den letzteren sind noch nicht alle Antworten eingegangen. Zum zweiten Punkt: Erbe Oktober ist durch das Statistische Reichsamt eine Erhebung über Lagerräume veranlaßt worden. Auch hier sind die Fragebogen noch nicht alle zurückgegeben. Zum dritten Punkt: Die Anregungen des Deutschen Land- wirtschastsrates sind den Länderregierungen und anderen Stellen zugeleitet worden. Die Antworter» stehen hier noch alle aus.
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wtb. London, 4. Juni. (Gig. Meldg.).
verhindern, daß eine Stagnation wie die gegenwärtige eintritt."
Zu dem Vertreter des „B. T." sagte Mac- donald:
„Es ist die Politik der Arbeiterpartei, daß sie dre Zusammenarbeit der europäischen Staaten anstrebt. Auf keinen Fall darf England Partei für
amtlich bekannt gegeben wird, ist Premierminister Baldwin zurückgetreten.
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Aus zuverlässiger Quelle wird bekannt, das der bisherige Außenminister Chamberlain nicht zur bevorstehenden Ratstagung nach Madrid geht, sondern daß der britische Botschafter in Madrid mit der Vertretung Großbritanniens beauftragt werden wird.
„Zugang zum Frieden."
Aufnahme der Verhandlungen zwischen Kirche und Regierung in Mexiko.
Die „Times" berichtet aus Washington über das lebhafte Interesse, das die amerikanische Regierung an der bevorstehenden Rückkehr des Erz- bischofsRuiznachMexiko in seiner neuen Eigenschaft als apostolischerLegat nimmt. In Washington hält man die Beendung des Religionsstreites für unerläßlich, wenn die so sehnlich erwünschte Stabilität der Regierung Cortez Gil nicht illusorisch bleiben soll. Die amerikanische Regierung schreibt sich daher das Verdienst zu, mit Hilfe ihres Botschafters in Mexiko, Dwight Morrow, die Ernennung des väpstlichen Legaten, wenn
Ministerrat in Paris.
wtb. Paris, 4. Juni. Der Ministerrat hat sich gestern mit der Frage der Ratifizierung der interalliierten Schulden ab k ommen und des Sachverständigen-Berichts be- schäftigt, über die Interpellationen vorliegen. Die Kammer wird sich am Ende der heutigen Sitzung mit der Frage der Erörternug dieser Interpellationen zu beschäftigen haben. Die Regierung wird eine Debatte über die Außenpolitik a b l e h n e n und Vertagung bis in die zweite Hälfte des Monats Juni fordern. Ende Juni wird, wie „Petit Journal" annimmt, die Regierung vom Parlament die Ermächtigung zur Ratifizierung der Schuldenabkommen mit Amerika und England verlangen. Man halte es für sicher, daß die Regierung heute bei der Entscheidung über einen Vertagungsantrag eine starke Mehrheit erhalten werde und daß sie diese Mehrheit auch finden werde, wenn die Frage selbst zur Beratung gelange.
Die Agrarkrise.
Die Führer der landwirtschaftlichen Spitzenorganisationen haben an den Reichsernährungsminister Dr. Dietrich ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt:
Am 20. März haben wir der Reichsregierung Vorschläge für eine Ueberwindung der gegenwärtigen Agrarkrise unterbreitet. Seitdem sind über zwei Monate verflossen, ohne daß die Reichsregierung etwas über das Ergebnis der uns in Aussicht gestellten Prüfung unserer Vorschläge hat verlauten lassen. Inzwischen habe (ich 'Je Lage außerordentlich verschärft. Das Schreiben schließt mit der dringenden Bitte an den Minister, durch eine
wtb. London, 4. Juni. (Eig. Meldg.). Ministerpräsident Baldwin hat sich um 10 Uhr mittags nach Windsor begeben, wo er König in Audienz empfangen wurde.
Macdonalds
Reuter meldet aus London: Der Ministerrat, der in Downing Street abgehalten wurde, dauerte ungefähr eine Stunde. Baldwin entschied sich für den Rücktritt.
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M ReiWBebatte über -en Kung-Plan.
Der Auswärtige Ausschuß tagt. — Auch das Reichstagsplenum wird vor der Sommerpause eine Reparations-Aussprache haben.
Aus parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben:
Am Montag nahm der Reichstag seine Tätigkeit wieder auf. Der äußere Rahmen zeigt keinerlei Veränderungen. Auch im Plenum das altgewohnte Bild. Doch in den Wandelgängen und in der Wandelhalle herrschte umsomehr Betrieb. Ein lebhafter Meinungsaustausch über die Pariser Reparationskonferenz war überall im Gange. Allen voran die deutschnationalen Abgeordneten. Scheinbar wollten sie das Spiel vorbereiten, das nach Eröffnung der Sitzung begann. Der Abgeordnete Graf W e st a r p versuchte einen deutschnationalen Antrag zu begründen, nach welchem der Reichstag die sofortige Debatte über die Pariser Konferenz beschließen und wonach ferner der Reichskanzler sowohl wie der Reichsaußenminister verpflichtet werden sollten, den Standpunkt der Reichsregierung im Plenum zu vertreten. Entweder in dieser Woche roch ober aber mindestens Anfang der nächsten Woche müsse die Generaldebatte um das Pariser Ergebnis kommen. Sein Fraktionskollege von Lindeiner-Wildau unterstützte ihn, wobei er sich sogar zu der Behauptung verstieg, daß die Sachverständigen politisch abhängig gewesen seien bei ihren Entschließungen und daß der Reichs- tag die Pflicht habe, die Reparationsfragen auch politisch zu behandeln. Allerdinos versuchte er später diesen Eindruck wieder zu verwischen. Es mutet seltsam an, aus deutschnationalem Munde solche Ausführungen zu hören. Früher, als sie in der Regierung faßen, wehrten sie sich leidenschaftlich dagegen, daß über Pläne oder noch nicht fertige Beschlüsse, ganz gleich, welche Gebiete sie betrafen, diskutiert würde. Immer mußte erst die Entscheidung abgewartet werden. So hatte der kommunistische Aba. M a s l 0 ws k i nicht Unrecht, wenn er den Deutschnationalen vorwarf, daß sie ein Doppelspiel trieben.
Wir müssen die Herren von rechts daran erinnern, daß sie ja mitverantwortlich sind an dem Zustandekommen des Dawesplanes, durch den Deutschland mit 2.5 Millmrden belastet wurde, während jetzt nur 2 Milliarden Zahlungen m Frage kommen sollen. Was wollen sie nun eigentlich? Eine Antwort werden wir wohl nie | bekommen. Der Reichstag beschloß schließlich, dem Wunsche der Reichsregierung und der Anregung ' des Aeltestenrates folgend, eine Debatte über die Reparationskonferenz erst vorzunehmen, wenn das ’ Endergebnis von Paris amtlich bekannt ist. Im übrigen werden am Dienstag int Auswärtigen Ausschuß Reichskanzler Müller und Reichsaußenminister Dr. Strefemann über die Pari- I fer Konferenz sprechen.
In einer über das übliche Maß hinaus verlän- I gerten Sitzung wurde dann endlich die zweite Be- I ratung des Etats für Er n ä h r u n g und La n d - I wirtschaft zu Ende geführt. Minister Dietrich I teilte mit, daß für die Zollfragen, die das Brot- I getreide berühren, ein Sachverständigen-Ausfchuß I I eingesetzt ist, und daß diese Fragen noch vor der I [ Sommerpause erledigt werden sollen. Die übrigen I : Zollfragen sollen in Verbindung mit den sich aus I K der Pariser Reparationskonferenz ergebenden Wirt- I schaftsfragen in einer Sondertagung des Reichs- I tags im September behandelt werden.
Der Landwirtschastsetat wurde schließlich unter I Ablehnung vieler Aenderungsanträge nach den I Vorschlägen des Ausschusses angenommen.
Belgien als Störenfried.
Belgiens Finanzsachverständiger Ernest Franc- I qui, dessen Bild unten folgt, hat, nachdem zwischen I allen Sachverständigen in Paris eine Einigung er- I zielt worden war, das Ergebnis der Pariser Kon- I ferenz aufs Neue in Frage gestellt. Zu allen Lasten, I die Deutschland zu tragen sich bereit erklärt hat, ver- I langt Belgien noch eine Entschädigung für die von I den deutschen Besatzungsbehörden während des I Krieges ausgegebenen und später durch die Infla- I tion entwerteten Marknoten. Solange diese Frage I •JW geregelt ist, will Belgien das Protokoll der Pariser Verhandlungen nicht unterstützen.
In der belgischen Mark-Frage hat der Vorsitzende I der deutschen Gruppe Reichsbankpräsident Dr. I Schacht an den Vorsitzenden des Sachverftändi- I gen-Ausschusses Owen Poung folgenden Brief ge- I nchtet:
„Sehr geehrter Herr Vorsitzender!
In Ergänzung der Unterhaltung, die ich am letzten I fIhnen in der belgischen Mark-Frage ge- I oatit nabe, beehre ich mich, Ihnen mitzuteilen, daß die 1
Der Führer der siegreichen Arbeiterpartei Rarn- say Macdonald empfing am Montag den Londoner Korrespondenten des „Vorwärts".
. Ramsay Macdonald äußerte sich zunächst befriedigt über den Ausgang der Wahlen, den er als „außerordentlich günstig" bezeichnete. „Unser Sieg hat mir eine ungeheure Menge von Telegrammen . aus der ganzen Welt gebracht. Alle Länder sind in diesen Glückwünschen vertreten. — Mit der einzigen bezeichnenden Ausnahme von
VDZ. Berlin, 4. Juni. (Eig. Meld.) Bei den heutigen Ausschußberatungen tm Reichstag konzentrierte sich das Hauptinteresse auf den bald nach 10 Uhr zusammengetreten en Ausschuß, in dem sich die Führer der Fraktionen bezw. die Referenten für außenpolitische Fragen eingefunden Hanen, um neben der Erörtemng des internationalen Opiumabkommens vom 19. Februar 1925 vor allen Dingen vertrauliche Darlegungen des Reichskanzlers Müller über die pariser Sachverständigenkonferenz entgegenzunehmen. Rach den neuerlichen Dispofittonen solle auch das Reichstagsplenum Gelegenheit haben, noch vor der Sommerpause eine Repara- tion§be6atte zu führen. Freilich werde dann im Herbst noch eine zweite Reparationsdebatte notwendig fein aus Anlaß der Ratifizierung des Youngplanes.
Ob er glaube, daß in der gegenwärtigen Situation mit Erfolg außenpolitische Schritte von Groß- britannien getan werden könnten, antwortete Macdonald: „Es ist immer an der Zeit, etwas zu tun und die Dinge vorwärts zu treiben. Wenn wir morgen an die Macht kommen, werden wir am nächsten Tage mit der Sondierung der Situation und der Ausstreckung von Fühlern beginnen."
Macdonald wandte sich gegen den Versuch, rhn auf 'bestimmte Aktionen und Formeln festlegen zu wollen. „Die richtige Methode ist, mit Gesprächen mit Staatsmännern und Diplomaten zu beginnen und diese internationale Aussprache ständig in Fluß und Bewegung zu halten, um zu
I auch nicht erwirkt, so doch beschleunigt zu haben. I Sachlich erwartet der Korrespondent der „Times" geringe Schwierigkeiten bei den Kompromißverhandlungen über die behördliche Registrierung der Priesterschaft. Weniger leicht wird es nach seiner Ansicht sein, sich über den Religionsunterricht in den mexikanischen Schulen zu verständigen. Ein weiterer Grund, keine raschen Erfolge zu erwarten, ist das zurzeit bestehende versassungs- mäßige Recht jedes einzelnen mexikanifchen Bundesstaates, die Zahl der Priester in seinem Bereich nach eigenem Ermessen zu beschränken.
* Sitzung des Demokratischen parkeworstandes. Derd emokratische Parteivorstand trat im Reichstag zusammen. Er beschloß, den preußischen Par-
: Programm.
den einen der europäischen Staaten nehmen oder gar ein Land gegen das andere Land ausspielen. Was erforderlich ist, ist ein allgemeiner guter Wille, der die Probleme lösen muß, mögen sie, auf Angst und Argwohn oder aber auf wirtschaftliche objektive Schwierigkeiten zurückgehen. Erfolge können aber nur durch gegenseitige Verständigung und Vereinbarungen erzielt werden."
Zur Abrüstung machte der Arbeiterführer einige hochinteressante und politisch bedeutungsvolle Feststellungen. Macdonald machte einen prinzipiellen Unterschied zwischen den kleinen und den großen Nationen. Sie seien beide in durchaus verschiedener Lage: „Es gibt kein kleines Land, das sich wirklich verteidigen kann. Wird es übers«llen, so Helsen ihm 10 000 Mann und ein Panzerkreuzer nicht im geringsten. Es kann sich militärisch und machtpolitisch weder schützen noch sichern. Eine große Nation ist in einer etwas anderen Situation. Sie kann sich machtpolitisch bis zu einem gewissen Grade schützen, aber auch sie kann keinen Krieg verhindern. Ihre militärische Macht stellt für sie einen Einsatz (booty) dar, mit dem sie verhandeln kann. Ihre wirkliche 2Tb- rüstung hat daher ein internationales Abrüstungsabkommen zur Voraussetzung. Darum muß sich ihre Politik, was die Abrüstung betrifft, in der Richtung auf die Herbeiführung eines solchen internationalen Abkommens bewegen."
Liberale Hoffnungen.
Die liberale Londoner „Daily News" sagt in einem Leitartikel: Die liberale Partei ist i m U n- terhaus die Zunge an der Waage. Die liberale Partei ist verpflichtet, einzutreten für Freihandel, Wahlrechtsreform, eine entschiedene Politik des Friedens und der Abrüstung und Ueberwindung der Arbeitslosigkeit. Wenn die Arbeiterpartei unter Weglassung der extremen Punkte ihres Wahlprogramms sich auf diese großen nationalen Fragen beschränken will, bann werden die Liberalen ihr eine faire Möglichkeit.zur Bewährung ihrer fachmännischen Eigenschaften geben. Aber in zwei Punkten wird Macdonald die Methoden ändern muffen, die für feine vorige kurze Amtsperiode bezeichnend waren: In erster Linie muß er bedenken, daß er der Diener nicht des Vollzugsausschusses seiner Partei, sondern des Parlaments und der Nation ist. In zweiter Linie rnuß er feine Haltung gegenüber den liberalen Unterbausmitgliedern einer vollkommenen inneren Umwandlung unterziehen. Die Liberalen werden sich niemals wieder den gewöhnlichen und kleinlichen Kränkungen unter- werfen, die ihnen. 1924 die Arbeiterpartei zuteil werden ließ. Wenn nicht die allgemeinen Regeln des Anstands gewahrt werden, wird praktische Zu- fammenarbeit unmöglich sein. „Daily News" schließt: Diese Warnung wird von uns in allem Ernst und bei voller Kenntnis der Sachlage gegeben.
Sieger Habib Ullah.
wtb. Bombay, 4. Juni. (Eig. Meldg.). Di- Truppen Habib Üllahs haben Kandahar, die ehemalige Dperotionsbafis Aman Ullahs kampflos und ohne Blutvergießen besetzt.
Der Pariser „Soir" erklärt, daß es h ö ch st e 3e 11 fei, das Rheinland zu räumen. Die Verständigung auf der Reparationskonferenz fei so gut n>ie erzielt. Nun sei auf der sogenannten Rheinland-Konferenz vereinbart worden, daß die Räu- mung sofort nach der Unterzeichnung des neuen Abkommens beginnen würde. Der Fälligkeits-Termin _ .........
fei ba; man könne ihn trotz des Widerstandes der I Rußland. Die" Wahl en' h ab en vor' ä lle in ' zwe i nationalistischen Fraktion (Marin und anderer) nicht I Dinge eindeutig bewiesen: Das Land will eine mehr ausschalten. Die englische Arbeiter- andere Regierung, und zweitens: Das Land hat Partei habe sich stets für die Räumung der Kob- I Vertrauen zur Arbeiterpartei und wünscht, sich lenzer und der Mainzer Zone ausgesprochen; sie I und sein Interesse von der Labour Party in der werde ihr Wort nicht brechen. Die Regierung Poin- I Regierung vertreten zu sehen. In einem gewissen cares könne jetzt nicht mehr bei der von ihr ver- I Abstande hierzu konnte man noch eine dritte Schluß- Mgtsn verhängnisvollen Politik bleiben. Wohl oder folgentng aus dem Ausgang der Wahlen ziehen, übel werde sie das Rheinland aufgeben müssen, Die Nation betrachtet jede dritte Partei als uner- wenn sie mcht vor aller Oeffentlichkeit als Friedens- wünscht." Beinahe gereizt fügte Macdonald hinzu, ftorer erscheinen wolle. In dieser Hinsicht würben die Liberalen interessierten ihn nicht, eine Be- die englischen Wahlen ein Unglr". ck für die hauptung, die er später noch einmal mit großem französischen Nationalisten fein, die I Nachdruck wiederholte. ö D
mcb^3 KAemt und nichts vergessen hätten. I Ob et glaube, daß in der gegenwärtigen Situ-
* Der neue Präsident der griechischen Republik. Aus Athen wird gemeldet: Die aus Kammer und Senat bestehende Nationalversammlung wählte mit 259 Stimmen Konduriotis zum Präsidenten der Republik.
China.
Verhaftung des sowjetrussischen Generalkonsuls in Mukden durch die Chinesen.
wtb. Shanghai, 4. Juni. (Eig. Meld.) Wie aus Mandschuly gemeldet wird, sind der russische Generalkonsul in Mukden, der russische Vizekonsul in Charbin und der russische Direktor der chinesischen Ostbahn direkt am Sonntag im Zuge von Soldaten verhaftet und den chinesischen Behörden übergeben worden.