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Anzeiger für die Stadt Aulda und den Landkreis Auida. Amtliches Kreisblakk
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Samstag, 1. Ium 1929
Sö.Zahrg.
sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt tm ßtlb ' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag ?mnn^ biaQtn^Ct['I?mU^rei ^ulda. Fernsprecher Nr. 9 ^onatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw -18 Pf.s ohne Iustellg.
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eine andere Familie diese Untertnteterpartie darstellt. Diese Tatsache ist eines der erschütterndsten Zeugnisse für die wirtschaftliche Notlage gerade der
Sommerreife und Reisegepäck.
Bon Landgerichtspräsident Hartmann, Liegnitz.
kinderreichen Familien und eine der Quellen, aus denen geradezu Ströme non psychischem und physischem Gift ins Volk fließen. In 16 Großstädten leben gerade die kinderreichen Familien fast doppelt so gedrängt wie die übrige Bevölkerung. Durchschnittlich entfallen auf eine Wohnung überhaupt mnd 4, auf eine Wohnung der kinderreichen Familien dagegen 7 Personen. Erst wenn in dieser
* kommunistische Sprechweise. Bekanntlich ist die bayerische LandtagsabgeordneteR osaA sch e n° b r e n n e r aus der Kommunistischen Partei ausgetreten auf Grund der Berliner Mai-Vorgänge. Dafür wird sie nun in der Münchener kommunistischen „Neuen Zeitung" als „stinkender politischer Leichnam" bezeichnet. Wahrhaftig ein feiner Ton, der kaum übertroffen werden kann.
* Landtagsabgeordneter Garbe-Bochum gestorben. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnet: Garbe ist in Bochum an einem nach einer Blind- darmoperafton aufgetretenen Lungenschlag im Alter von 33 Jahren gestorben. Der Verstorbene war politischer Schriftleiter 'des „Bochumer Volksblattes" und das jüngste Mitglied der sozialdemokratischen Landtagssraktion.
die bisherigen Wahlergebnisse seien für die Arbeiterpartei glänzend . Die Regierung habe das Vertrauen des Landes verloren und die Arbeiterpartei habe es gewonnen.
Der Außenminister in der konservativen Regierung Austen Chamberlain siegte in seinem Wahlkreis Birmingham-West gegen den Arbeiterkandidaten mit einer Mehrheit von nur 43 Stimmen. -Die Arbeiterpartei gewann nicht weniger als 4 Sitze int konservativen Bollwerk Birmingham. Der konservative Abgeordnete Hannon wurde wiedergewählt. Das konservative Parlamentsmitglied Lady Aster wurde in ihrem Wahlkreis Plymouth mit einer Mehrheit von nur 211 Stimmen wiedergewählt, während ihre Mehrheit
Die Parteien in Belgien.
Nachdem auch die noch ausstehenden Wahlresul- tate eingegangen sind, ergibt sich von dem Stärke- verhaltnis der Parteien in der neuen Kammer folgendes Bild: Katholiken 76 gegenüber 78 bet den Wahlen von 1925, 70 Sozialisten (früher 78), 28 Liberale (23), 11 Frontisten (6), 1 Kom-
(2), 1 Wilder (0). Die Gesamtzahl der Abgeordneten bettägt 187. Im Senat hat sich m den Stärkeverhältnissen der Katholischen und Liberalen Partei nichts geändert. Die Sozialisten mußten drei Sitze an die Frontisten abgeben.
Der Magdeburger Parteitag.
wtb. Magdeburg, 31. Mai. (Gig. Meld.) Auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Magdeburg wurde heute der Parteivorstand in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt. Von insgesamt 386 Stimmen erhielten die beiden jetzigen Vorsitzenden Wels und Crispien 306 Stimmen bzw.273 Stimmen. Der Posten des Gruppenvor- sttzenden wurde für den Reichskanzler offen ge- lassen.
' * Neue Erkrankung des Königs von England. W:e von offizieller Seite in London mitgeteilt w-rd, leidet der König an einem Fieberanfall und muß das Bett hüten. Die nächste Mitteilung über das Befinden des Königs wird nicht vor morgen früh ausgegeben werden.
(Erdbeben in Argentinien.
Zahlreiche Todesopfer. — Viele Häuser zerstört.
In den argentinischen Provinzen Mendoza, San Luis und Cordoba wurden am Donnerstag heftige Erdstöße verspürt. Der Telegraphen- und Telephon-Verkehr wurde unterbrochen. 2 0 Personen kamen ums Leben. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht tu übersehen. Zahlreiche Häuser gerieten in Brand und wurden zerstört. Eine Brücke stürzte ein. Die Schulen mußten wegen Einsturzgefahr geschlossen werden.
Auch in der Ortschaft Las Malvinas wurden zahlreiche Häuser zerstört und viele Personen verletzt. Eine Hilfsaktion ist eingeleitet worden.
Das Erdbeben dauerte von 5.45 Ubr nachmittags bis 9 Uhr morgens fast ununterbrochen. In Villa t u e l sind alle Gebäude zerstört. In der Ortschaft Melvinas wurden 18Menschengetötet und 40 verletzt. Alle Verbindungen dorchin sind unterbrochen. In der ganzen Umgegend setzten zugleich mit dem Erdbeben Schneestürme ein, die von ungeheuerlicher Külte begleitet waren.
Dr. Wirft) in Trier.
wtb. Trier, 31. Mai. (Eig. Meld.). Der Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Wirth weilte vorgestern und gestern in Trier. Der Minister hatte eingehende Besprechungen über schwebende politische Fragen mit dem Vorsitzenden der Zen- trumspartei Saas. Er erörterte sodann mit dem Regierungspräsidenten Dr. Saassen die Notlage im Regierungsbezirk Trier. Der Minister entschloß sich aufgrund der Besprechungen, nach Abschluß der Pariser Verhandlungen den Bezirk Trier zu bereisen, um mit berufenen Vertretern der Bevölkerung wegen Einleitung einer Hilfsaktion in Verbindung zu treten. Der Minister stattete auch dem Bischof von Trier einen Besuch ab. Er trat gestern abend die Rückreise nach Berlin an.
Kindersegen und Kinderproblem.
Statistik der kinderreichen Familien und ihr Wohnungsproblem.
Tarifwesen
— Der Lohnkonflikt bei der Reichsbahn. Die offiziellen Erklärungen der Tarifparteien zu dem im Lohnstreit bei der Reichsbahn gefällten Schiedsspruch sind am Donnerstag irrt Reichsarbeitsministerium abgegeben worden. Wie bereits angekiindigt, haben die Gewerkschaften der Lohnregelung zugestimmt, während hie Reichsbahn in Verfolg des Verwaltungsratsbeschlusses ihre Ablehnung des Schiedsspruches zum Ausdruck gebracht hat. Der zu erwartende Antrag der Reichsbahnorganisa- tionen auf Verbindlichkeitserklärung dürfte, wie eine Berliner Korrespondenz berichtet, kaum vor Anfang der kommenden Woche gestellt werden, da zunächst noch eine Verständigung der beteiligten Verbände untereinander erfolgen muß.
Soziales.
— Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die endgültigen Zahlen über die unterstützten Arbeitslosen am 15. Mai 1929 zeigen, daß die Arbeitslosigkeit in der ersten Hälfte des Mai weiter erheblich zurückgegangen ist. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen ist in der Zeit vom 1. bis 15 Mai von rund 1126 000 auf rund 972 000 gesunken. Der Rückgang beträgt also 199 000 ober 17.6 v. H. Nach den vorläufigen Mitteilungen der Landesarbeitsämter ist diese Zahl auch in der Zeit bis zum 25. Mai wiederum zurückgegangen. Sie dürfte gegenwärtig etwa 850 000 betragen.
100 Kilometern für D-Züge. Die ganze Strecke war auf diese Fahrt vorbereitet. Personen- und Eüterzüge wurden während der Durchfahrt des Versuchszuges auf ein Nebengleis abgestellt, damit er nirgends Aufenthalt hatte. Die Fahrt sollte zeigen, ob auf dem nach modernsten Prinzipien erneuerten Bahnkörper bedeutend höhere Geschwindigkeiten als die sonst üblichen möglich sind. Kurz vor 20 Uhr traf der Zug auf der Rückfahrt von Nauen wieder in Hamburg ein.
Landwirtschaftlicher.
— Einheitliche Richtlinien für die „Frischei"-Genos- senschaslen. Das Reichsernährungsministerium hat einheitliche Richtlinien für die Gescbäftsordnung der Eierverwertungsgenossenschaften veröffentlicht, die den Stempel „Frischei" verwenden dürfen und Mittel aus dem Notprogramm erhalten. Danach müssen sämtliche in einer Genossenschaft gewonnenen Hühnereier an die Genossenschaft abgeliefert werden, soweit sie nicht verschenkt, im Haushalt eines Mitgliedes oder als Bruteier verwendet werden. Eier unter 50 Gramm dürfen nicht den Einheitsstempet „Deutsches Frischei" erhalten.
*
London, 31. Mai. (Eig. Meld.) Der Ar-
Jn Paris ist folgende amtliche Nachricht aus- gegeben worden:
Die Sachverständigen der Gläudigermächte und die, deutschen Sachverständigen haben sich schon seit ewiger Zett bereit erklärt, die Annunitätsziffer 0 Millionen Mark, wie sie vom Vorsitzenden vorgeschlagen ist, anzunehmen, obwohl bezüglich einiger Auslegungsfragen noch Meinungsverschiedenheiten bestanden. Diese Meinunqsper- schiedenhetten sind jetzt geklärt, und eine" Aus- 999'0, die sowohl für die Gläubiger wie für Deutschland annehmbar ist, ist gesunden worden oorbche.lt lich allerdings der Einigung über die un- geflartcn Bedingungen, deren Entscheidung nock »ffen steht.
Auf Grund der Ergebnisse der Reichswobnungs- zahlnng vom 16. Mai 1927 lind für die deutschen wroßstadte und für eine Reihe kleinerer Gemeinden die Wohnverhältnisse der kinderreichen Familien besonders sestgestellt worden. Es gälten dabei als kinderreiche Fami- mn alle Elternpaare und Elternteile, die in einer Wohnung mit mindestens 4 eigenen, lediaen Sin- pern (einschließlich Stief- und Adoptivkinder) zu- ™menrao!)nten, von denen wenigstens eins unter 18 Jahre alt war. Nickt erfaßt wurden von der Untersuchung demnach ttnderretche Familien, wo nur noch 3 oder weniger Kinder mit den Eltern zirsammenwohnten; desgleichen nicht kinderreiche tfamihen der älteren Generation, die nur Kinder über 18 Jahren hatten.
, wurden bei der Reichswohnungszählung von 1927 nach dem bereits angedeuteten Prinzip in 45 Grvystadten Deutschlands rund 280 000 kinderreiche uomtlten ermittelt, sodaß also jede 15. Familie als kinderreich im Sinne dieser Untersuchungen zu betrachten ist; jede 30. Familie weist mindestens 4 Kmder unter 18 Jahren auf. Den stärksten Prozentsatz dieser kindereichen Familien stellen naturgemäß diejenigen mtt 4 Kindern. Man zählte 151 495 solcher Familien, denen erst in weitem Abstand 70 807 Familien mit 5 Kindern, bann rote» öerum 32 922 mit 6 Kindern und immerhin noch: 14 598 mit 7 Kindern folgten. Acht und mehr Kmder hatten rund 10 000 Familien. Was nun tue Wohnverhältnisse der kinderreichen Familien betrifft, so sehen rund 25 Prozent dieser 280 000 Familien in Wohnungen mit 5 und mehr Räumen. 60 Prozent verfügten immerhin über Wohnungen mit 3 oder mehr Räumen, doch sind 10 Prozent ber kinderreichen Familien in Wohnungen von 2 Räumen zusammengedrängt und noch 1500 kinderreiche Familien Hausen in einem einzigen Raum. Dazu haben von den im Besitz einer eigenen Wohn- j nng befindlichen kinderreichen Familien noch 35 400 Untermieter ausgenommen, wobei in 23 000 Fällen
Broker Ersch der englijdjen Arbeiterpartei.
Die Krbeiter-partei gewinnt 55 Mandate. — Der Nettoverlust der
„Voss. Ztg. u. a. ein Vortrag des Reichsaußen- Mimsters Dr. S t r e s e m a n n über die kommende Ratstagung in Madrid entgegengenommen werden soll.
Das Reichskabinett wird vermutlich auch das Problem der Reform der Arbeitslosenversicherung beschäftigen.
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Im Namen der deutschnationalen Reichstaqs- flaktion.hatte der Abg. Graf Westarp in einem Telegramm an den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Scheidemann', die Einberufung des Ausschusses gefordert. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages ist nuMiehr auf Dienstag, den 4 Juni, vormittags einberufen worden. ' Als einziger Punkt steht die Beratung der Ergebnisse der Sachverständige'n konferenz in Paris auf der Tagesordnung. An der Sitzung wird voraussichtlich auch der Minister des Auswärtigen, Dr. Stressmann, teilnehmen, da zunächst nur Staatssekretär von S ch u b ert zu der Tagung des Völkerbundsrates nach Madrid fährt.
Der Reichskanzler und die sozialdemokratischen m er *3es Kabinetts, die am sozialdemokrati- ichen Parteitag in Magdeburg teilnahmen sind aach Vertin zurückgekehrt. Für Freitag ist eine Sitzung des Reickskabinetts anberaikint, in der laut
745 Dollar pro Kopf.
I , wtb Washington, 31. Mai. (Eig. Meld.) In einer Sonderbeilage des Berichtes Hoover über bie wirtschaftlichen Wandlungen der Vereinigten
I Staaten wird das Nationalvermögen im ^a^re 1928 auf 89 Milliarden, das sind 7 4 5 Dollar pro Kopf, geschätzt.
120 Kilometer Geschwindigkeit.
Versuchsfahrt der Reichsbahn zwischen Hamburg, und Rauen.
Vom Hamburger Hauptbahnhof wurde dieser -rage ein leerer D-Zug mit ungefähr 15 modernen -ffiagen aus Stahlkonstruktion abgefahren, der mit einer Stundengeschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern bis an die Grenze des Direktionsbezirks in Nauen die Strecke durchfuhr. Der Zug benötigte für die 251 Kilometer lange Strecke eine Zeit von zwei Stunden 37 Minuten und entfaltete eine Durchfchnittsgeschwindigkeit von i 120 Km. gegenüber einer Durchschnittsgeschwindig- | feit von 88 Km und einer Höchstgeschwindigkeit von
Hinsicht von Staatswegen oder durch kommunale Fürsorge gerade die kindereichen Familien deutlich und betont bevorzugt werden, ist einerseits zu hoffen, daß das Verhängnis des Rückgangs der Geburtenziffern gerade in den Großstädten beseitigt oder doch wenigstens fein Tempo verlangsamt wird, andererseits daß die Zahl der geschlechtlichen und tuberkulösen Erkrankungen in diesen Vevölkerungs- schichten zurückgeht.
Außerordentlich überraschend ist die Gliederung der kinderreichen Familien hinsichtlich ihrer Verteilung in, Deutschland. Während ihr Prozentsatz in Berlin nur 3,1 vom Hundert sämtlicher Familien ausmacht, stellt er sich in Hindenburg (O. S.) aus 19,9, in Hamborn, Gelsenkirchen, Oberhausen auf mehr als 17, in Bochum und München-Gladback auf 16, in den meisten übrigen Großstädten des Industriebezirks auf mehr als 12 vom Hundert Bei der Mehrzahl der übrigen Großstädte hält sich der Prozentsatz zwischen 4 bis 9 vom Hundert, wobei immer der ausgeprägtere industrielle Charak- ter der Stadt die Zahl nach oben steigen läßt. Man sieht also, daß die Arbeiterschaft in allererster Linie an der Erhaltung des Dolksstandes beteiligt ist und darum in erster Linie Hilfe erwarten und beanspruchen darf und muß.
o .Die Statistischen Reichsamt herausgegebene Zeitsckrrft „Wirtschaft und Statistik" hat nunmehr , Auswertung der aus der Reichsroohnungszäh- mng hervorgegangenen Ziffern beendet und legt He tn einer ausführlichen Abhandlung vor, aus der N..!f'!chf nur kulturvolitisch äußerst wichtige Aus- lchluste über he kinderreichen Familien im allae- ?ck'"en, über ihre teilweise bemerkenswerte Ge- wetzugehoriaekeit ergeben, sondern auch ebenso tö ebhge AufichPsse über ihre Wahnverhältnisse. , 5 'ft zu hosten, daß diese Ergebnisse die Aufmerk- lamkeit der Oeffentlichkeit und damit der für die ^olksgesundheit und Volksmkunft verantwortlichen -öet?criH.en auf dieses wichtigste Problem des Be- - ^lkerungsschicksals Deutschlands lenken. Es ist nicht neu. ober es muß immer wieder laut und ? U".ter gesagt werden, daß die Wolmunaspolitik der L A.rwatunternebmer unentwegt und unbeirrt dem | tfiel Zustrebt, Kindersegen als Last und Verhängnis ' a»--‘lnn^e't$ricn un,k kinderreiche Familien von dem k moderner, hygienischer und zugleich erschwing- l 'yjer Sabnungen auszuschalten. Das allmählich | '' Sicht kommende Zeitalter des Abbaues der Moh- D nungszwangswirtfchaft wird diesen Verrat am | Alksganzen immer klarer in Erscheinung treten I ‘allen — existierte er doch schon unverkennbar vor
dem Ausbruch des Weltkrieges — und wind darum dem Staat und den Kommunen immer dringlicher unb unabwe'sbarer bie Pflicht auferlegen, ihre Fürsorge auf diejenigen Familien zu konzentrieren, die den wichtigsten Anteil an der Erhaltung des Volkes tragen.
Wichtige Entscheidungen stehen bevor
Zahlen-tkinigung in Paris. - Sitzung des Reichskabinetts.
[ Die Reisezeit naht, mit ihr nahen bie Sorgen. I Denn wer reift, braucht Gepäck. Mit ©ummifra- I gen und Zahnbürste kommen nur wenige Menschen I längere Zeit aus. Glücklich derjenige der alles, I was er gebraucht, in einem Handkoffer unterbrin- I gen kann. Er macht sich unabhängig von mißmutigen Dienstmännern, streikenden Straßenbahnen, Autopannen und Unregelmäßigkeiten in der Ge- I päckbeförderung, welche in dem Massenferienbetrieb I nun einmal auch bei der besten Eisenbahnoerwal- I tung nicht zu vermeiden find. Wer viel im Ausland gereift ist, weiß von solchen Unregelmäßigkei. ten ein Lied zu fingen, und er weiß auch, wie gut roir es in Deutschland in dieser Hinsicht haben. Und doch schadet es keinem Menschen, wenn er weiß, wie er es auf der Bahn mit seinem Gepäck zu halten hat, welche Rechte und Pflichten er der Bahn gegenüber hat. Lernen wir a* einigen Beispielen:
1) Herr Kluge reift grundsätzlich nur mit Handgepäck, auf das er gut achtet; und doch wird es ihm eines Tages während eines Schlummerstündchens von einem Mitreisenden gestohlen. Dafür hastet die Bahn natürlich nicht; denn das Handgepäck st nicht „zur Beförderung aufgegeben", und deshalb haftet die Bahn nur, wenn ihr ein Verschulden nur Last fällt (§ 465 HI HGB), also zum Beispiel, wenn ein Schaffner den Diebstahl begeht, denn der Schaffner ist Beförderungsgehilfe im Sinne von 8 458 HGB. Herr Kluge muß also besser aufpal- en. Dagegen kann er seinen Handkoffer beim Umftetgcn ruhig einem von der Bahn befteliien Gepäckträger übergeben, denn nach § 38 4 Cif
SJerf O. haftet die Bahn in diesem Falle ebenso wie für ihr zur Beförderung übergebenes Gepäck Aber ur Nebenleistungen des Gepäckträgers, zum Beispiel Belegen eines Platzes, Aufbewahren, Besör- derung zur Wohnung haftet die Bahn nicht, dafür haftet immer nur der Gepäckträger allein, selbst
Mac Donald der Führer der Baldwin, der Konservative. Lloyd George, der Liberale, siegreichen Arbeiterpartei.
KonDervßtiöen beträgt 53 Mandate. — Der Einfluß des Frauenwahlrechts
Die englischen Wahlen, an denen in stark erweitertem Umfang die Frauen teilnahmen, haben em überraschendes Ergebnis: Große Erfolge der Arbeiterpartei.
wtb. London, 31. Mai. (Eig. Meld.) Für die Aroetterpartei wurden nach den bisher vorliegenden Berichten bei den gestrigen Wahlen 3 294175, für die Konservativen 2 893 569, o" Liberalen 1623 542 Stimmen abgegeben.
Um 12,15 Uhr mittags war der Stand der Parteien wie folgt: Konservative 80 (Netto-Der- lust 53), Arbeiter-Partei 122 (Netto-Gewinn 55) Liberale 15 (Netto-Berlust 1), Unabhängige 5.