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Nr. 124.

Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisbf oft).

Donnerstag, 30. Mai 1929.

*

SSI

Wie Pharao einst hieß Das Volk den Joseph ehren. Und dessen Ruhm zu mehren Durchs Reich ihn fahren ließ So laßt die Kirche heut' Dich, Gottessohn, erfreut Durch alle Straßen tragen. Sie will, daß alle sagen: Dank, Ehr' und Preis sei dir

Fulda, den 29. Mai 1929

Fronleichnam.

D Gottes ew'ger Sohn, Vor dem die Engel b?b'en Und ihn mit Lob erheben Dort an des Vaters Thran Dir singt auch unser Mund' Das Lob aus Herzensgrund: Denn diese Broteshülle Birgt deiner Gottheit Fülle, Wre du uns selber lehrst

Lomond oerbirgl Die meisten werden auf den Ober­inspektor Bliß getippt haben.

Bei diesem Stück kommt alles darauf an, daß es flott und schmissig gespielt wird. Die gestrige Ausfüh­rung der Südwestdeutschen Bühne ließ in dieser Be­ziehung kaum etwas zu wünschen übrig und fand den dankbaren Beifall eines zahlreichen Publikums, das über zwei Stunden lang durch Schrecken, Aufregung /nd Zweifel gejagt worden war. Die Inszenierung von 3tv tendant Dr. Bauer hatte alle Effekte herausgsholt. Besonders gut gefielen wieder einmal die von Ernst Hummel entworfenen Bühnenbilder. Mit den ein­fachsten Mitteln war die Nüchternheit der Polizeire viere und die reiche Pracht im Zimmer des berüchtigter Rechtsanwaltes Messer erreicht.

Das Spiel stand in seiner Geschlossenheit und Flüs sigkeit auf der bei der Südwestdeutschen Bühne ge< wohnten Höhe. Karl W e i n l e i n spielte den Doktor Lomond, diesen Sonderling und schottischen Geizkra­gen, hinter dem sich der gefürchtete „Hexer" verbirgt, mit überzeugender Natürlichkeit. Seine Partnerin, So- fieolett Hallender, war als Cora-Ann Milton ganz die überlegene, sichere, aber heimlich leidende und lie­bende Frau. Eine hervorragende Leistung ist der Rechtsanwalt Maurice Messer von August Mayer- Pa b st. Bruno P a l i tz s ch gab dem Gauner Samue Hackitt die passend-humoristische Note, und brachte damit die erheiternden Zwischenfälle in eine unheimliche Hand­lung. Der sympathische, warmherzige Inspekt. Wernbury, den K. H. Fritsche gab, konnte gefallen. Walte- Laven, der eine Doppelrolle als Oberst Walford und Sergeant Carter spielte, verfügt über eine verblüffend, Wandlungsfähigkeit. Der Oberinspektor Bliß des Han! Stolle war etwas ins Unwahrscheinliche übertrieben was die Schuld der Regie fein mag. Wolfgang Kaeh l e r ist der junge, auf die abschüssige Bahn geraten« John Senkt), wie er echter nicht fein kann. Für Sw sanna Brieg als Mary Lenley war Minni Wolf eingesprungen. Sie besitzt offensichtlich schauspielerisches Talent, muß aber besonders noch einige sprachtechnische Mängel abstellen.

Mit dem gestrigen Gastspiel hat die Südwestdeutsche Bühne die Spielzeit 1928-29 beendet. Wenn man !>--- das kommende Jahr einen Wunsch mitgeben darf, so ist es der, daß sie auch in Zukunft die Auswahl bet Stücke nicht zu einseitig treffen möge. Besonders soll­ten nicht zu viel Spiele von der Art des senfationellei Hexers gezeigt werden.

Fronleichnam,

Helland du, in der Altäre Schrein, Herzschlag bist du unsrer Welt und Mitte, Unsrer Alltagsmühen Elorienschein, Letztes Ziel all unserer Wanderschritt«.

Sind wir arm und elend, — du bist reich Sind wir schwach, so bist du unsre Stärke Sind wir wechselnd, bist du ewig gleich, Ruhe, Maß und Sinn all unsrer Werke.

Sonne du, die unser Sein umkreist, Glücksmeer, daraus unsre Freuden steigen, Ewiges Mahl, das unfern Hungern speist. Siebe schließt dich ein und heiliges Schweiger Aber einmal, wenn des Senzes Hand Deiner Erde Teppich vor dir breitet, Wenn in Schönheit leuchtet alles Sand, Wirst du singend in das Sicht geleitet.

Schwebst du, höchste, heilge Kostbarkeit, Durch der Menschen enge Häuserstraßen Und die Herzen, die sich dir geweiht, Faßt ein seliger Jubel ohne Maßen.

Und du hebst gen Ost, West, Nord und Süd Die allmächtgen, milden Heilandshände, Wie die ewige Sonne Segen sprüht, Segnest Flur du, Häuser und Gelände.

Segnest Herzen, die dich niemals sahn. Und die nun in dunklen Schauern beben, Segnest über Hohn und Spott und Wahn Alles schmerzenoolle Erdenleben.

Und dann kehrst du in Tedeum-Stürmen Heim zum ewigen Sicht in unsrer Mitten, Und es jubelt Dank von tausend Türmen Durch die Sande, die dein Fuß durchschritten.

Martha Sfje.

Begegnis in der Prozession.

Zum Aronleichnamskage.

Von Peter Rufus.

Frühmorgens am Tage der Prozession war das Wetter trübe, kalt und windig. Der große Junge Phil, eigentlich Philipp, wachte vom Gewinsel eines Wind­stoßes auf. Er warf hastig einen Blick in den däm- mernben Morgen und freute sich. Als der jüngste Sohn eines Mannes, der es mit seiner Autoreparaturwerk- stätte zu etwas gebracht hatte, war er etwas verwöhnt roorben. Er erkältete sich leicht, und immer träfe den Hals. Wenn heute das Wetter schlecht wurde, brauchte er mit der Prozessio nicht durch die Straßen des Städtchens und im großen Bogen durch die Felder ge­hen. Deshalb freute er sich, kuschelte sich erneut in fein Bett und schlief mit einem Sächeln ein.

2tk er nach einer Stunde aufwachte, hatte sich der Wind gedreht. Zwischen Wolken leuchtete bas Blau bes Himmels wie ein ausgeweintes Auge. Der Wind war auch viel ruhiger geworden.

Phil machte ein verärgertes Gesicht. Beim Morgen­kaffee hustete er. Die Mutter fragte besorgt, ob er sich schon wieder mal erkältet habe. Da meinte er, es n-ä'se wohl so sein. Am liebsten wäre es ihm gewesen, wenn ihm die Mutier von selbst gesagt hätte, daß bei einem Wetter, worin wie heute, Wärme und Kühle wechsele, die Prozession einem empfindlichen Hals gefährlich wer­den müsse. Aber die Mutter empfahl ihm nur, er solle doch ja sein seidenes Halstuch zum Ueberzieher nicht vergessen. Etwas zu heftig lehnte er es ab, weil es ihn erhitze. Nach einer Weile des Schweigens fing er dann von feiner Haupffache an Er jagte im Tone des Bedauerns, daß er doch wohl zu Hause bleiben müsse. Das wollte die Mutter, die sonst so nachgiebig i ihm g-genüber war, nun keineswegs einfehen, es fehle 1 ’vifl doch nichts Ernstes. Der Vater fragte sogar, ob I er vergäße, daß er heute als Katholik zu repröfentie-

ernst andes erkannt und ist man grundsätzlich zui Hilfeleistung des Bauerntums bereit. Leider geben die Meinungen hinsichtlich der Mittel und Wege zur Errettung auseinander, lieber der Auseinander­setzung, wie dem Bauernstände am besten geholfen werden kann, muß der Bauer rettungslos zu Grunde gehen, wenn nicht bald zur Tat geschritten wird.

ist sehr zu begrüßen, daß die führenden Per­söhnlichketten der landwirtschaftlichen Spitzenorgani- sationen vor einigen Monaten sich endlich zusam­mengefunden und gemeinsam ein Programm aus­gearbeitet haben, welches die deutsche Landwirt­schaft vor dem Untergänge bewah-en soll. Die ge­meinsamen Beratungen der Führer der landwird schaftlichen Spitzenorganisationen seit Februar 192? sind nun erfreulicherweise soweit gediehen, daß die ersten Anträge des Rettungsprogrammes in Ge­setzesanträgen dem Reichstage unterbreitet sind. Es handelt sich hierbei um folgende Anträge:

1. Ein Gesetzentwurf zur Ergänzung des Vieh- seuchengesetzes von 1909. Hierdurch soll eine bes. sere und einheitlichere Durchführung der veterinär- und sanitätspolizeilichen Vorschriften ermöglicht werden und ferner die Reichsregiening die Ermäch­tigung erhalten, Bestimmungen' über die Ernchtun- gen von Seegrenzschlachthäusern, über den Betrieb in ihnen und über sonstige erforderliche Maßnah­men zu treffen.

2. Ein Gesetzentwurf über Aenderungen de- Zolltarifes. Die Zwischenzölle für Getreide sollen aufgehoben werden. Mit Schweden sollen Vorhand lungen zwecks Beseitigung der im Schwedenoer trag erfolgten) Bindung der Getreidezölle gepflogen werden, damit sich diese auf die autonomen Sätzi erhöhen Ebenso sollen die Bindungen des Mehl- zolles im deutsch-französischen Handelsvertrag auf­gehoben werden. Rach dem Gesetzentwurf würde der Zollsatz pro Dopvelzentner für Roggen von 5 * auf 6 dl. für Weizen non 5 dl auf 6 50 dl, für sjafer von 5 dl auf 6 dl , für Futtergerste von 2

auf 5 dl erhöht werden. Auch die Zwischen­zölle für Speck und Schmalz würden verschwinden :md die Zollsätze für Speck von 14 dl auf 20 dl, für Schmalz von 6 dl aus 10 dl herausaesetzt wer den.

3. Ein Gesetzentwurf zur Aenderung des Zoll­tarifs hinsichtlich der Diehzölle, um die Zölle für lebendes Vieh und lebende Schweine in ein rich- ftges Verhältnis zu den Fleisch >öllen zu bringen.

Wird dem Bauernstände geholfen?

Von Dr. Mösenfechtgl- Fulda.

gemacht. Er hat von Regierungen und Parlamen- ten Befestigung offenkundiger Ungerechtigkeiten in per Gesetzgebung verlangt, zunächst zaghaft, dann immer lauter. Wer das Leben und die wirtschaft­liche und finanzielle Lage der Bauernfamilien kennt, kann Verständnis gewinnen für verschiedene Vorgänge, die feit etwa einem Jahre im deutschen Daterlande sich ereignet haben. Die Verzweiflung bringt derartige Vorgänge gar zu. leicht mit sich. Be- por der Bauer feinen Hof preisgibt, greift er zum äußersten Mittel, auch wenn diefes rechtlich und moralisch verwerflich ist. um den Ruin für sich und ferne Fanulie fernzuhalten.

x;!1 9uä,r.. Wie mir nun hören, trägt sich

£ie. Reichsbahn für den Fall der bisher noch aus- stehenden Verbmdlichkeitserklärung mit Tarifer- mit denen sie alsdann an das Reichskabinett herantreten dürfte. Die zustän­digen Kreise haben sich, da formell die Voraus- setzungen fehlen, solange der Schiedsspruch nicht verbindlich erklärt, und ein entsprechender Antrag eingegangen ist, damit noch nicht beschäftigt. Jedenfalls bietet aber die allgemeine wirtschaftliche Lage keine Empfehlung für eine Er- bobung der Tarife. Ob die Gütertarife erhöbt werden können, wissen wir nicht. Erhöhungen der B e_?J onenfahrpreise werden zu weiterem Nachlassen des Reiseverkehrs führen. Heute schon fahren Tausende, die früher die Eisenbahn benutzen mußten, im Automobil. Der Kraftwagen wird im- mer volkstümlicher. Die zahlreichen Eisenbahn- Unfälle halten ängstliche Menschen von Reisen nut der Eisenbahn ab. Bei erhöhten Fahrpreisen der Eisenbahn werden weitere Schichten der Be­völkerung auf jede vermeidbare Reise verzich­ten.

Äm Anschluß an das Ave-Lauten um 6 llbr T»rm/s9^ronleichnamtages ouf dem der Pfarrkirche feierliche E h o r a l m u s i k spielt folgende Weisen- 1 Ge- Ä* k Zion, greife beinen

Komg, 3. Mana zu heben, 4. Preiset Livven Himmelsfürsten, 6. Meerstern ich dich grüße, 7. Beim frühen Morgenlicht. Rach L m1,r Gottesdienst: Großer Gott w»r laben dich, mit Böllerbegleitung.

Anerkennung.

f*Sr-ZD?u®rc,riilt Frieda Biber, Fulda die ^Erzest tn München ihr staatl Examen als Pri- ablegte, wurde auf Gnmd ihrer pädagogische und musikalischen Qualifikation vom SiSS'Ä'ä”we -s,MeidK »n.

Cer Ruf nach Ruhebänken.

13" Kreisen der älteren Mitbürger ist d« Wunsch laut geworden, an ge- R§b^n? nnf^°rStadtmäge ein oder die andere muyeowik aufgestellt werden. Soviel wir willen hat auch das Stadtbauamt in Aussicht gesellt haft «um neuen Friebhof der für ältere Friedhofsbesucher recht lang ist an oe- foE6" fle Ruhebänke errichtet werden

tekÄS T” inTr "*• d--°° ST Zuschrift aus unserem Leserkreis die gleichfalls dm Ruf nach Ruhebänken erhebt geben 3m Namen der alten müden nft »^e As der Stadtverwaltung Anfragen ob die fehlenden Bänke auf bem Kran »nhlvÄ £ "XfSber °^en. Namentlich ^wäre

Wird die Eisenbahn noch teurer?

der vergangenen Woche ergan- gmen bekannten Schiedsspruch sind bekanntlich die Abcr Nerchsbahnarbefter erhöht worden.^ Die ^Z^^ehende Mehrbelastung macht für di; Reichsbahn nach ihrer Berechnung rd. 43,2 Mill.

i ren habe, nämlich vor den einfachen Leuten. Das Wort repräsentieren war für diesen Mann, der durch sich selbst etwas geworden war, ein höchst wichtiger Begriff. Wenn es gefallen war, gab es keinen Einwand mehr. Auch letzt.

Daher mußte Phil in der Prozession repräsentieren, trotz feines gekünstelten Hustens. Er mußte gerade dos tun, was ihn so anwiderte, nämlich in der Oesfentlich- teit fromm fein. Oder empfand er jetzt diese Scheu doppelt stark, weil er in Gegenwart von Tony Hopwä- ger an die Adresse von seinem Klassenkameraden Franze, beide Nichtkatholiken, geprahlt hatte, dies Mal rmit ber Prozession? Fränze hatte ihn gehänselt und sein Wort angezweifelt. Darauf hatten sie sogar gewettet, daß der, der verlor, die Kosten eines Ausflugs auf dem Motorrad bezahlen solle. Alles we- gen dieser Prozession! Oder wegen Tony? Würde sie mcht unter den vielen Neugierigen Zuschauer fein? Zu Wtt>an3en magte er nicht. Auf solche Weise recht zu be- halten, hatte ihn noch viel mehr gedemütigt. Nur nicht "Od) pE-nlicher und lächerlicher machen! Bor auter Empörung bekam er ein nervöses Zittern, das er mit noch so angestrengten Gesichtsmuskeln lange n'cht zu bändigen vermochte. Den Mund hielt er fest ge- .U"d schaute, um ja nichts anderes sehen zu r7“f,en; f/in Gesangbuch. Als der Kaplan Werler ^Eund-gte, warum er nicht mitsänge (sie fangen ge- rabe), zeigte er nur auf feinen Hals und hustete. Dann erst antwortete er mit rauher Stimme, daß er sich den Hals schonen müsse.

War er nun wirklich erkältet? Er glaubte es nun aft selber und bekam einen Schrecken. Er wäre über ne von Blumen überstreuten Unebenheiten der Straße aft ausgeglitscht. Dann gab er sich einen Ruck und er» d)ien so groß, wie er wirklich war und schaute um sich. Sie waren fast am Ausgang der Stadt. Zerschnittene Schäfte des gelbgrünen Kalmus lagen zwischen den braunroten Blättern der Pfingstrose auf der Straße. Beides war zertreten. Der berausgequetschte Saft stieg

Erfreulicherweise hat die gema’tiae Rot des Bauernstandes bei vielen Landwirten, leider noch .angst nicht bei allen, die Erkenntnis reifen lallen .sie nur m machtvollem Zusammenschluß, unter Zurückstellung aller persönlichen Eifersüchteleien und lokaler .Interessen, ihren berechtigten Forde­rungen zum Erfolge verhelfen können. Auch in der brettert Oeffentlichkeit bat man im Laufe der Jahre die Bedeutung eines gesimden und kräftigen Bau-

mit einem heftigen Geruch in seine Nase. Er öffnete den Mund, wie um diesen Geruch besser zu schmecken. Wirklich schmeckte er ihn stärker, aber es mischte sich auch dazwischen der weiche Dust des welkenden Laubes ab gehauener Birkenstämme, die längs der Straße eingt stammt waren. Merkwürdig, früher hatte er diese Blumen, diesen Kalmus, diese'Birken nicht so gerochen Es machte ihn ruhiger. Auch mit den Augen sah er anders wie sonst. Er erlebte bas silbrige Blinken ber kleinen Birkenblätter „ber Maibäume" als etwas so hartes unb Feines, daß er vor einem plötzlichen (Ent- Zücken die Augen größer aufriß. Dor ihm trug jemand eine große Fahne, ein blutiges Rot, die Farbe bes Op­fers. Daraus leuchteten mit einem mächtig strahlende, ©ofb die Buchstaben I. H. S. Jesus, Heiland. Selig, macher. Er aber las in hoc signo, gleich: in diesem Zei­chen wirst du siegen.

Da stolperte er, als wäre er betrunken. Sein Her? 'chlug laut. Er glaubte, zwischen dem bebenden Laut der Maibäume das neugierige Gesicht Tonys gesehen zu haben.

Aber er hat sich geirrt! Ein leiser Windhauch weht ihm Weihrauchduft her. Er atmet ihn mit offenem Munde ein unb schreitet gerabe unter bem mächtigen Flteberbaum ber Gartenwirtschaft Düchting. Seine Backe rührt an eine bitte Liladolbe, noch ganz funkelia von Feuchte. Ihr Duft berauscht ihn leicht. Die Pro Zession steht. Don vorn her klingt Geklingel. Stör- kerer Weihrauchbuft mischt sich mit bem Fliederdust Ph'l ist fast betäubt Der Vordermann kniet. Er knie! auch mitten in bas Violett einer Schwertlilienblüte Si< war zufällig noch von keinem Fuß berührt Se n, Kme matscht in sie hinein. Cs ist ihm nicht eingefai len sie wegzuschieben ober sein Taschentuch unt-rzule 9e.n. «• wirb gebetet. Er betet mit; er ist heiser Er betet lauter mit, wie um bie Heiserkeit zu brechen. Aber er bleibt heiser. Sein Knie am Bob-» bebt heftig uni schmerzlich Seine Augen füb't er naß w- d--- Aber danach, als er sich wieder erhebt, fteiat mit ihm hoch

-_5“r Aufrechterhaltun g ber Ordnung afft Nvozession ist es imbebtngt notwendig daß berStÄn Weisungen d-rMitglieder Auch ln $ E.ue rwehr nachkommen.

eine keine Gruppe j mapauffcyen Landes-Versicherungs-Anstalt in der

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zum sofortigen Stillstehen gegeben hat

trag abzuschließen; alsbald nach Fertigstellung des Sparkassenneubaues in der Wolfsschlucht wer­den hier die Verwaltungsräume der Hessen-Nassau- ischen landwirffchaftlichen Berufs-Genossenschaft be­zogen werden. Der unter dem Vorsitz des Ober- bürgermeisters und Mitgliedes des Preußischen Staatsrates Dr. Antoni-Fulda Dienstagnachmittag in Kassel zusammengetretene Provinzial-Aus- schuß für die Provinz Hessen-Nassau hat diesen Beschlüssen seine Zustimmung gegeben, sodaß der Genossenschaftsvorstand weitere Handlungsvoll­machten auf diese Weise erhalten hat.

Züdwestdeutsche vühne.

Edgar Wallace „Der Hexer".

Der Engländer Edgar Wallace ist einer ber erfolg» Eettc *,e,n Romanschriftsteller unserer Zeit. Nicht einfach deshalb, weil er Kriminalgeschichten erzählt, sondern weil er nut feinem psychologischem Verständnis bie Men- lchen auf ber Nachtseite bes Lebens zeichnet und ihr Handeln motiviert, vor allem aber, weil kaum einer so mte er die Leser in den Bann eines aufregenden unb nervenkitzelnben Geschehens zu ziehen weiß. Seme Erf°-ge sinb ohne Zweifel zum großen Teil barauf zu- ruckzufuhren, daß er den Geschmack bes großen Publi­kums verblüffend sicher trifft. Man braucht über ötefen Geschmack nicht besonders erfreut zu sein, selbst w°nn man zugibt, baß Wallace unbebingt etwas kann.

Das hat er auch in bem Kriminalstück „Der Hexer" bewiesen, bas wochenlang vor vollen Häusern auf den -Bubnen ber Großstädte gezeigt und meist auch von der Kritik nicht unfreundlich ausgenommen wurde. Man bat versucht, in bas Stück alle möglichen tieferen Ge- öanren hinein zu pressen vor allem auch geschrieben, ber Englanber habe bie Mangelhaftigkeit bes Jnbizien- beweises zeigen wollen. Das ist aber höchstens eine 2an;ULetne Nebenabsicht. „Der Hexer" ist kein Ten- denzstuck. Cs kam Wallace lebiglich barauf an, ein bu b ne nro ir tf am e5 Kriminalstück zu schreiben. Die Hanblung ist äußerst geschickt geschürzt. Die Zu- Wauer werben bis zum letzten Augenblick in atemloser Spannung gehalten wie in einem Wildwest-Film Es herrscht eine unheimliche Atmosphäre. Alles rät, wer mm eigentlich der Herer ist. Die wenigsten werden eine Sßette boruber abgeschlossen haben, daß er sich unter Der Maske bes harmlos tuenben Polizeiarztes Doktor

steht auch das katholische Fulda am Hieran6 a hochheiligen F-ovleichnamsfest. dem Erdkrms, wo Katholiken wohnen, begeht^man das Fest der hl. Euchariftte mit allem feierlimen Gepränge, das unserer Kirche zum Lob und Prerse Gottes zur Verfügung steht. Das tOüHnnhriin °ber Keine 3enlralifation!

in uie innerliche Ten nähme an diesem einria- I —. . „ '

^kigen Gottesdienst von lo vielen glaubenstreuen I ®te Hessen-Nassauische Landwirtschaftliche Berufs- Menschenkindern, alten und jungen, aller Stände I Genossenschaft wird nicht zentralisiert. — Di: muTm 1s aCer Bildungsgrade, aller Gesellschafts- Verwaltung bleibt in Kassel. — Die auch in Fulda

9 0 n 3 e n katholischen Volkes. So vertretenen Anschauungen haben sich durchgesetzt. Esd es morgen auch wieder in Fulda sein. An

^nntniszug. bei dem in der Diaspora der aufrechte katholische Mann nicht zu Hause rmiD in der alten katholischen Stadt Fulda suhlen, der sich zugehörig fühlt der großen fischen Gemeinschaft. “ Ben

Eingehend ist hier vor längerer Zeit gegen , ^.en .Plan Stellung genommen worden, die Hessen- bleibt, I Nassauische Landwirtschaftliche Berufsgenossen- ke'ner I schäft, deren Verwaltung jetzt zu einem wesenti- katho- I uchen Teil der einzelnen Sektionen übergeben ist, I 3“ zenttalisieren. In letzter Zeit kam gar noch der I Gedanke auf, die zentralisierte Verwaltung in das I aus Mittel- und Südhessen schwer zu erreichende Marburg zu verlegen. Mit diesen Planen ist jetzt aufgeräumt worden. Unser Kasseler Mitar­beiter schreibt uns: Am Dienstag fand in Kassel I die ordentliche Genossenschafter-Versammlung der I Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft unter Vor­sitz des Bürgermeisters und Landwirts Betten- | Häuser-Dörnhagen im Sitzungssaale des Stände- I Hauses statt. Nach einem Bericht des Landrats Dr. I Goßmann-Biedenkopf wurde mit großer Mehrheit I beschlossen, die Einführung der Zentrali­sation der Verwaltung im Hinblick auf I otc Notlage der Landwirtschaft abzulehnen,- I die einzelnen Sektionen werden daher durch ihre I Seit der Stabilisier»im he« hentfAe»

SÄ* b,i MW« d>° -InAnm Bezirke Ift H. bteiSKsS wahrnehmen. Dahingegen wurde der Organi- getreten. Die Gründe hierfürünh

I sation saus schuß beauftragt, erneut die Frage I faltig und können hier unmöglich im Einzelnen bar- I iefeige” Organisation I gelegt werden Trotz verschiedener Hilfsmoßnah-

I V1?bwtrtfaftl 1 cf}cn Berufs-Genossenschaft eine I men hat sich die Notlage des benschen Bauern- I " b 1 ll i g u n g der Verwaltungs- und Betriebs- I standes seitdem von Jahr zu Jahr verschlimmert' kosten^ erreicht werden könnte. Landesrat Dr. Eine deutliche Sprache reden die ZMen der"vo!> I Schrader von ber Zentralverwaltung in Kassel be- I der Statistik ausgewiesenen Zwana«versteiaeninaei- Ä.hT1 di-„Beschaffung neuer in der LandwirtsL'^Allein^

I tUrk die Berufs-Genossen- ten im Jahre 1924 nach der Statistik bereits 248

I Mn;o e 1 ?Hause der Hessisch- landwirts-baftliche Betriebe zur Zwanqsversteige-

^Landes-Versicherungs-Anstalt in der rang, im Jabre 1925 war es die d^ppe?te Anzahl

IÄä-S SL3SSÄSÄÄ MoE Wurden, um cun 1 Oktober für lich genug sind, der beachte die Fläche die diesen

I der Verwaltung der Landes-Verjicherungs- I Zahlen entspricht. Im Jahre 1924 tarnen 2125 werden. Die Stadt Hektar, im Jahre 1928 rficht weniger a^ 44 553

Wohnhäuser für die Oberbeamten und^Be- I ^,ner ^,o(Ie(^nc>n Huus und

amten der Genossenschaft zu erstellen wenn diese de? SS °u.deren Platz zu machen,

ihren Derwaltungssitz nach Marburg verlegen n^^u^^^^ialkrafttger ist oder auch besser Um^gsbeihilfen^ geleistet^werdMs"Miete wollte I hE^/K^^^ucht ist. °Sei" Iahren h!?'da- Schuldenabtrag von 5000 Mk. sowie 1875 Mark At°A^ungsbeitrag, sodaß im Höchstfälle jähr­lich 30 000 für die gesamten Verwaltungsräume zu zahlen wären. Die Stadt Kassel bot der Ver- waltung der Hessen-Nassauischen landwirtschaft­lichen Berufs-Genossenschaft ausreichende Ver­waltungsräume in dem Neubau der städtischen Sparkasse in der Wolffchlucht in Kassel an; diese Raume sind noch größer als die in Marburg und kosten nur jährlich 21500 Mk. Der Organisation^. ausschuß der Hessen-Nassauischen landwirtschast- lichen Berufs-Genossenschaft hat nach Prüfung aller Verhältnisse beschlossen, der Eenossenschaster-Ver- sammlung zu empfehlen, aus gmndsätzlichen Er­wägungen den Derwaltungssitz in Kassel als dem Hauptsitz der Provinzialverwaltung, deren Glied die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft sei, zu belassen, und die Genossenschaftsversammlung be­schloß hierauf einstimmig, einem Anträge ihres Organisationsausschusses zuzustimmen und mit der Stadt Kassel einen zehnjährigen Mietver- |