Einzelbild herunterladen
 

FuldaerZertung

E Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

7lr 116.

stiel',ernt sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagern „Die Welt tm SBilb" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Rc. 9.

Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw 48 Pf.r ohne Zustello

Sonntag, 19. Mai 1929.

Anzeigen-Preise- Kleinzeile (Colonel, loka, 0,15 JUL auswärts 0,20 Reklamezeile: lokal 0,60 5LM. auswärts 0,80 5U. Bei W > ederbol ungen Rabatt.

Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr 4051

Sö.Zahrg.

Sie pariser Uonseren;.

Das Pariser Oeuvre beschäftigt sich mit der Haltung der belgischen Delegierten auf der Repa­rationskonferenz, die es stark kritisiert. Das Blatt schreibt: Es ist unangenehm, Herrn Francqui so geschickt die Sympathien ausnützen zu sehen, die Belgien bei allen ehemaligen Alliierten genießt. Täglich erklärt er in Mitteilungen der Belg-schen Telegraphenagentur, daß sein Land in seinen Rechten durch die Verteilung der Annuitäten Doungs geschädigt werde. Das ist falsch! Bellens Anteil von 1925 beträgt 6 Prozent, und e'nzig und allein seine besondere Forderung hinsichtlich der Entschädigung für die während der deutschen Besetzung ausgegebenen Banknoten bleibt beste­hen. Diese Forderung hat aber nichts mit dem all­gemeineren Problem der Reparationen du tun und wird nur absichtlich in die Diskussion hineinge- 30 gen. * x

Der Vertreter deer Havasagentur in Wa­shington will aus autorisierter Quelle erfahren haben, daß die amerikanische Regierung, wenn sie auch — wie in der Erklärung von Staatssekretär Stimson zum Ausdruck kommt — eine direkte oder indirekte Beteiligung an der internationalen Re­parationsbank ablehnt, sie doch keine Einwendung dagegen erheben werde, daß amerikanische Bank­gruppen oder Privatpersonen an diesem Organis­mus sich beteiligen.

Das Konfcorbat.

Der Amtl. Preuß. Pressedienst teilt mit: Die Meldungen über den Abschluß des preußischen Konkordats geben Anlaß zu der Erklärung, daß alle Kombinationen über den formalen Ab­schluß oder Nichtabschluß verfrüht sind. Die Verhandlungen geben weiter.

Gemäß einer Meldung des Sozialdemokrati­schen Pressedienstes wird das preußische Kabinett den zwischen Vertretern der preußischen Regierung und des Vatikans vereinbarten Konkordatsent­wurf in der Form verabschieden, daß die Schule in den Vertragsentwurf nicht einbezogen ist. Der Entwurf hat dem Papst zur Kenntnisnahme var­gelegen und ist auf dessen Wunsch in Ueberein- stimmunq mit der preußischen Staatsregierung in einzelnen Punkten geändert worden.

Der Verabschiedung des Konkordates durch das Kabinett dürste unmittelbar darauf dessen Para­phierung durch den preußischen Ministerpräsi­denten und den Nuntius Pacelli folgen. Die Vor­lage wird dann zunächst dem Staatsrat und später dem Landtage zugehen, der sich voraussichtlich erst nach den Sommerferien mit ihm beschäftigen wird.

Der Reichsbahn-Lohnkonflikt.

Nach dem „B. Z." endeten die Besprechungen der Tarifparteien im Reichsbahnlohnkonflikt vor dem Schlichter Dr. Völckers damit, daß beschlossen wurde, am 24. Mai vormittags 11 Uhr im Reichs­arbeitsministerium noch einmal zusamme n- zukornrnen. In der Zwischenzeit wird jede Par­tei vier Beisitzer ernennen, damit wenn in den neuen Verhandlungen keine Einigung erzielt wird, sofort eine S ch l i ch t u n g s k a m m e r eingesetzt werden kann.

,, * Dr. Stresemann in Heidelberg. Reichsmini- 'ter Aeußeren Dr. Stresemann ist in Heidel­

berg eingetroffen. Er wird während der Pfingst- I feiertage in Heidelberg bleiben. Der Reichskanzler ist von Stuttgart nach Berlin zurückgekehrt.

* Das Streben nach Wirtschaftlichkeit. Das „Berliner Tageblatt" macht folgende, in der Jetzt­zeit kaum mehr zu verstehende Mitteilung: „Seit einigen Jahren besteht ein „Kuratorium für Wirt- chaftlichkeit", das aus Mitteln des Reichswirt- chaftsministeriums erhalten wird. Wie wir er» ähren, bezieht der Geschäftsführer dieses Kura­toriums ein Jahreseinkommen von nicht weniger als 36 000 Mark, also ein Ministergehalt. Wäre es nicht wünschenswert, wenn das Kuratorium mit der Wirtschaftlichkeit zu Hause anfinge?"

* Auflösung eines Demonstrationszuges. Gegen 8.30 Uhr Freitagabends wurde in der Rigaer Straße im Osten Berlins ein Demonstrations­zug der K. P. D. in Stärke von etwa 200 Per­sonen von der Polizei aufgelöst. Die Beamten gingen teilweise mit den Gummiknüppeln vor. Sechs Teilnehmer wurden dem Polizeipräsidium zugeführt.

* Einberufung des Hessischen Landtages. Der Hessische Landtag wird am 5. Juni zu einer 3—4- tägigen Sitzung zusammentreten. Am 7. Juni ist eine Besichtigungsreise nach Worms und Oppen­heim geplant.

* Bluttaten litauischer Terroristen. Aus Kowno wird gemeldet: Zwei Terroristen der Pleschkaitis- bewegung nahmen in der Ortschaft Krakes im Bezirk Kodaniniai in der Maske von Geheim­polizisten einen Arbeiter fest, der ihr Gegner war, und töteten chn im Walde. In der Ortschaft Skaisgirys im Bezirk Schaulen tötete ein Terro­rist bei seiner Verhaftung mit Hilfe eines Kut­schers einen Polizisten, nachdem er ihn entwaffnet hatte und entfloh dann. Der Kutscher wurde fest­genommen.

Herr Voigt.

Ueberkritl des Abg. Voigt zur Wirkschaftspartei.

Eine Erklärung der Deutschnationalen Landtagsfraktion stellt fest, die Behauptungen des zur Wirtschaftspartei übergetretenen Abgeordneten Voigt, die Deutschnationale Volkspartei habe in der Frage der G e werbe st euer Fraktionö- zwang geübt, sei frei erfunden und Herr Voigt habe weder in der Fraktion noch in den Landtaqs- ausschüssen irgendwelche positive Ar­beit für das Handwerk geleistet, ins­besondere auch nicht bei der Frage der Gewerbe­steuer. Wegen seines völligen Versagens hatet er mit einer Wiederaufstellung durch den Landesverband der Deuffchnationalen Volkspartei in Pommern nicht mehr zu. rechnen gehabt.

* In den deutsch-russischen Dirtschafisverhand- lungen. Nach Blättermeldungen dreht es sich bei den deutsch-russischen Verhandlungen um einige mit der Regierung der Sowjetuinon vertraglich noch zu vereinbarende Fragen. Sie betreffen Her­beiführung eines Zolltarifabkommens und von Abkommen über Urheberrecht, Meßverkehr, Post und Transitverkehr, lieber diese Fragen haben be­reits Vorbesprechungen stattgefunden, weil beide Teile eine genaue Kentnis der gegenseitigen Wün­sche zu erhalten bestrebt waren. Wie mitgeteilt wird, ist denn auch Klarheit gewonnen worden, und es bestehst der Wunsch auf beiden Seiten, die Verhandlungen möglichst bald beginnen zu lassen.

Steuerfreie Auleiheu iu Coivjel-RchlM.

. Kommunisten haben, so wird uns aus Echstag geschrieben, eine ganz außerordent- H VE-?"tacke. unternommen gegen den Plan des Reichsftnanzmmisters hinsichtlich der Ausgabe einer steuerfreien 500 - Millionen - Mark - Reichs- mileihe. Am heftigsten richtet sich wie immer der Kampf gegen die Sozialdemokraten, denen sie vor- werfen, daß sie mit der Zustimmung zu dieser Anleihe in die Front bet „Kapitalisten" einrücken.

ungeheurem Aufwand an Phrasen suchen sie des weiteren die bürgerlichen Parteien zu beschul- digen daß sie mit der Zustimmung zu einer solchen ^ußte Verbrechen am Werktätigen Volk" begingen.

Nun gab es aber im Haushaltsausschuß des Reichstags eine sehr niedliche Ueberraschung. Dort wurde festgesteM, daß das politische und wirtschaft­liche Paradies der Kommunisten, nämlich Sowjrt- rußland, schon seit langem den Typ der steuer- und abgabenfreien Anleihen kenne. Es wurde der Nachweis erbracht, daß die Sowjetanlechen schon heute einen offiziellen Zins von 10 bis 12 Prozent erbringen, und es wurde des ferneren ausdrücklich festgestellt, daß die Sowjet-Staatsanleihen samt und sonders vollkommen steuer- und abgabefrei sind.

Diese Feststellungen wirkten auf die getreuen Jünger Moskaus, die so viel für Sowjetrußland plädieren, ohne daß sie überhaupt über die dorti­gen Verhältnisse Bescheid wissen, wie eine kalte Dusche. Das wird sie aber nicht hindern, mit ihrem antikapitalistischen Geschrei nach wie vor auf die von ihnen irre geführten Massen Eindruck zu machen.

Für Deutschland ist allerdings eine von Steuern befreite Anleihe eine völlig neue Methode für die Beschaffung von Geldern. Es ist sowohl vom Reichsfinanzminister als auch von den Parteien hervorgehoben worden, daß sich diese Maßnahme uur dann vertreten lasse, wenn sie den Charak­ter der Einmaligkeit behält. Von sozialdemokra- tischer Seite ist sogar gesagt worden, daß die Vor­tage „gewissermaßen ein Akt der Verzweiflung"

sei. Es ist aber trotz vieler Bemühungen tatsäch­lich nicht möglich gewesen, einen anderen Vor­schlag zu machen, der die tunlichst rasche Herein­bringung mehrerer hundert Millionen Mark in die Kasse des Reiches ermöglicht hätte. Es ist in der Tat ein unwürdiger Zustand, daß das Reich zu jedem Monatsende bettelnd vor den Banken stehen muß, die dann ihrerseits die Bedingungen diktieren.

Aus den Vorgängen muß aber eines gelernt werden: Sollten wir wieder einmal in die Lage kommen, unerwartet hohe Eingänge von Reichs­einnahmen feststellen zu können, dann dürfte es nicht, wie früher, geschehen, daß überschüssige Gelder sofort wieder in den allgemeinen Topf fließen und frir alle möglichen Zwecke Verwendung fin­den. Es muß bann auch bezüglich solcher Gelder eine systematische Sparpolitik getrieben werden, um das Reich nicht wieder in eine solche Situation zu bringen, in der es sich jetzt befindet. Denn was sich jetzt vollzieht, ist nur die Folgswirkung verfehlter früherer finanzpolitischer Maßnahmen.

Aus dem Vergangenen soll gelernt werden. Aber es geht wirklich nicht an, toie es jetzt von kommunistischer und auch nationalsozialistischer Seite geschieht, die gegenwärtige Regierung für all das verantwortlich zu machen, und den Vorschlag die­ser Anleihe als etwas Ungeheuerliches zu bezeich­nen. Das oben erwähnte Beispiel in Sowjetruß­land, wo dieser Typ von steuer- und abgabesreien Anleihen geradezu die Regel geworden ist, zeigt, wie ein offiziell antikapitalistisches Regierungsi- system die Prämiierung des Kapitals sogar zum Prinzip erhebt. Soweit sind wir bei uns denn doch noch nicht, und damit wir nicht in diese Lage gebracht werden, müssen wir mtt allen Mitteln danach ttachten, die Reichssinanzpolitik von äußeren Ein­wirkungen der Bank- und Börsenseite her zu be­freien. Das ist aber andererseits auch nur dann möglich, wenn bezüglich der Reichsfinanzpolitik selbst das Verantwortungsgefühl der Parteien sich int Sinne eines systematisch und einheitlich sich aus­wirkenden Sparwillens ausprägt.

Zeppelins Notlandung bei Toulon.

Kapitulation vor dem Sturm. — Loyalität der französischen Behörden.

Die geheimnisvollen

Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Freitag um 20.35 Uhr, wie bereits gestern abend durch Extrablatt der Fuldaer Zeitung mitgeteilt wurde, auf dem nordöstlich von Toulon ge­legenen französischen Militärflugplatz von Euers-Pierrefeu glatt gelandet.

Die letzte Zahrt-Etappe.

Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hatte, wie ge­meldet, auf seiner durch Motorschäden erzwunge­nen Umkehr am Freitagnachmittag im Rhonetal mit außerordentlich starken Gegenwinden zu kämp­fen, die es ihm schließlich unmöglich machten, sei­nen Kurs nach Norden noch weiter fortzusetzen. Dr. Eckener bat daher in einem Telegramm an den Kommandanten der französischen Garnison in Valence um Bereitstellung von Truppen für eine eventuelle Landung. Ferner bat er um An­gabe eines geeigneten Landungsfeldes. Das fran­zösische Lustfahrtministenum sowie die französischen Militärbehörden trafen in loyalster Weise alle! erdenklichen Vorbereitungen, um dem Luftschiff in seiner mißlichen Lage zu Hilfe zu kommen. In den in der Nähe liegenden Garnisonstädten wur­den fofort Truppen alarmiert und in Autobussen nach den vermutlichen Landungsplätzen gesandt. Währenddessen hatte „Graf Zeppelin" den Kampf gegen den Sturm aufgegeben und ließ sich süd­wärts abtreiben. Das französische Luftfahrtmini- sterium riet Dr. Eckener, zu versuchen, nach Tou­lon zu gelangen und auf dem Felde der dor­tigen Mattnelustschiffftation niederzugehen, da dort geübte Mannschaften vorhanden seien.

Um 8 Uhr abends erschien das Luftschiff über dem Flugplatz von Toulon, nachdem es bereits bei Istres in der Nähe von Marseille einen vergeblichen Landungsversuch gemacht hatte. Um 8.25 Uhr fielen die Haltetaue, die von dm französischen Flugplatzmannschaften sofort ergriffen wurden. Die Einbringung des Luftschiffes in die Halle ging ohne Zwischenfall von statten und ge­schah unter der Leitung Dr. Eckeners, der die Mannschaft von der Führergondel aus dirigierte.

rotb. Newyork., 18. Mai. (Eig Meld.) Nach einem Telegramm des Zeppelinpassagiers von Kryda an Asso- ciadet Preß haben sich in den kritischen Stunden der Fahrt die er st en Anzeichen einer Motoren­störung ungefähr nach dem Verlassen der französischen Küste gezeigt. In der Nähe von Valencia erwies sich, daß die Hoffnung, den Schaden mit Bordmitteln beheben zu können, nicht in Erfüllung gehen könne und Dr. Eckener sah sich veranlaßt, die Pas­sagiere zu befragen, ob sie für einen Versuch, die Fahrt fortzusehen, oder für die Rückkehr stimmten. Die Mehr­zahl entschied sich für die Rückkehr. Dr. Eckener bezeichnete als einzigen Ausweg die langsame Rückkehr R h 0 n e-a u f w ä r t s. Bei dieser Fahrt, während der nur noch ein Motor in Betrieb war, sah sich die Fahrtleitung

schließlich gezwungen, das Luftschiff treiben zu lassen, bis man eine stillere Luftzone erreicht hatte. Dies erfolgte, nachdem Marignane passiert war. Die Passagiere legten keine übermäßige Besorgnis an den Tag. Die Stimmung an Bord war durchaus gut, zumal man in die Führung Dr. Eckeners volles Vertrauen setzte. Die warmen Mahl­zeiten mußten allerdings infolge der Lahmlegung der Maschinenanlage unterbleiben. Angesichts des starken Windes und der Tatsache, daß nur noch ein Motor dienst­fähig geblieben war, stellte es sich schließlich heraus, daß auch die

geplante direkte Rückfahrt nach Friedrichshafen nicht durchführbar

war. Trotzdem herrschte unter den Passagieren kein Zweifel daran, daß Dr. Eckener auch bei einer improvi­sierten Landung den Zeppelin sicher auf den Boden brin­gen würde.

Wie ganz natürlich sind die Passagiere über die Ver­zögerung der Fahtt nach Newyork enttäuscht, jedoch fiel kein Wort, das von einem Schwinden des Vertrauens zeugte. Die Mehrheit wird jedenfalls, sobald die Fahtt nach Amerika angetreten wird, ihre Kabinen wieder be­ziehen.

Wie die Landung erfolgte.

rotb. Paris, 18. Mai. (Eig. Meld.) lieber die Vor­bereitungen zur Landung und über die näheren Um-

Kurbelwellenbrüche.

stände bei der Landung berichtet eine Havas-Depesche aus Euers-Pierrefeu: Sofort nach Bekanntwerden, daß die Landung des Zeppelins in Cuers bevorstehe, wurden 500 Mann aus Cuers, 200 aus Toulon und 300 aus Hyeres abkommandiert. Eine Stunde nachher erschien der

Zeppelin, der nur noch mit einem Motor arbeitete, über dem Flugplatz. Einwohner halfen bei der Landung mit. Das Luftschiff fuhr einmal um den Flugplatz und ging dabei langsam nieder. Da ruhiges Wetter herrschte, konnten die unten aufgestellten Mannschaften die Fall­leinen faßen und das Luftschiff vertäuen. Dr. E ck e n e r stieg als erster aus. Er drückte dem französischen Kommandanten fj a gm 0 n t sehr herzlich die Hand und sprach einige deutsche Worte, in denen er sich entschul­digte, sich nicht in französischer Sprache ausdrücken zu können. Er dankte den Truppen und hob mehrfach die Wirksamkeit der von ihnen geleisteten Hilfe hervor. Er gab auch seiner Befriedigung Ausdruck über den herzlichen ihm zuteil ge­wordenen Empfang. Diese Ansprachen wurden von einem Mitreisenden ins Französische übertragen. Sämtliche Passagiere erklärten, daß sie während der Reise nicht gelitten hätten. Die Amerikanerin zeigte sich außer­ordentlich begeistert und erklärte, daß sie niemals auch nur einen Augenblick in Gefahr gewesen sei.

Dr. Eckener gab folgende

Einzelheiten über Motorschäden:

Der erste Unfall (Bruch einer Kurbelwelle) hat sich ereignet, als sich der Zeppelin über Spanien be­fand. Drei andere Kurbelwellen lockerten sich nach und nach. Als man nur noch über einen Motor verfügte, faßte Dr. Eckener den Beschluß zurückzukehren und in Richtung Rhone-Mündung zu fliegen.

Die Passagiere und das Kommando des Zeppelin sind einige Stunden nach der Landung in Euers Pieerefeu ge­blieben, um die notwendigen Formalitäten zu erfüllen. Sie haben sich bann in ein Hotel nach Toulon begeben. Die Besatzung ist auf dem Flugplatz Cuers Pierrefeu ge­blieben.

rotb. Paris, 18. Mai. (Eig Meld.). Wie Havas aus Maffaikle meldet, ist die offizielle Benachrichtigung der in Betracht kommenden Dienststellen seitens der Marinepräfektur Toulon, in der bekannt wurde, daß Dr. Eckener um die sofortige Alarmierung der Mannschaften des Flugplatzes von Euers-Pierrefeu ersucht habe, um 6 Ühr erfolgt. Um 7.30 Uhr wurde das Luft­schiff selbst gemeldet,

um 8 Uhr war es bereits in der Halle der ehemaligen „Dixmuiden" fest vertäut Während der Landugnsmannöver waren große Schein- roerfer in Betrieb.

Noch einer weiteren Havasmekdung war, als der Zeppelin die Gegend von Toulon erreichte, die Tages­zeit och ausreichte, um der Bevölkerung eine ein­gehende Beobachtu ng der Landungsmanö­ver zu ermöglichen. Das Luftschiff sei in geringer Häeh aber ziemlich schnell gefahren, lieber Cuers gäbe es Kehrt gemacht und die Richtung nach Cuers-Pie-re- feu eingeschlagen. Da man daraus ohne weitere« ent­nehmen tonte, daß die Landung auf dem ehemaligen Landungsplatz für Luftschiffe stattfinden würde, setzten sich gewaltige Menschenmassen dorthin in Bewegung. Truppen und Gendarmerie mußten einen Gordon ziehen, um die von Minute zu Minute wach­sende Menschenmenge zurückzuhalten.

Deutscher Dank an Frankreich.

Das französische Luftfahrtsministerium hat am Freitag abend von der Leitung der Zeppelin-Werke ein Telegramm erhalten, in dem diese dem Mini- sterium für die guten Dienste und die Hilfeleistung während der verflossenen Stunden ihren Dank aussprechen.

Ebenfalls hat Reichsverkehrsminister Dr. Ste­ge r w a l d dem französischen Luftfahrtminister Cy n a e und dem Minister des Aeußern B r i a n d telegraphisch den Dank der Deutschen Re- g i e r u n g für die bei der Notlandung des „Graf Zeppelin" von der französischen Nation bewiesene Hilfsbereitschaft ausgesprochen.

Der deutsche Botschafter von H 0 e s ch hat vor­mittags in Abwesenheit des Außenministers Briand zunächst den Generalsekretär des Ministe­riums Philippe Berthelot und hierauf dem Luftfahrtminister Laurent E y n a c den Dank der Deutschen Regierung für die tatkräftige Hilfeleistung bei der Landung des Zeppelin in Euers-Pierrefeu

■

Oben einer der 5 Maybachmotoren (12 Zyl., 550 P.S.). — Unten links eine der Maschinen­gondeln.

■ .

UM'

’*: ■ > V-» ' < ■ VV, V? vz4 . /

■ .Ä -■ *T-v. <5

MM.

’L- Z:

MM