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Fuldaer Zeitung (Amtliches ttreisbiatt).

Nr. 114.

Laßt Kindertransporte nie ohne Aussicht!

e/elbshierslänclliai!

■

Indanthren

Diese oft in gutem Glauben ge­gebene Auskunft trifft leider nicht immer xu. Gewißheit, daß ein Stoff \ indanth'renfarbig und damit un­übertroffen waschest, lichtecht, wette recht ist, haben Sie erst, wenn das vorgelegte Stuck das bekannte hier wiedergege­bene Indanthren - Etikett trägt. Achten Sie daraufl

Deutsche Zenkrumsparkei

(Ortsgruppe Fulda)

Die

Bezirks-Versammlung

für den

8. Bezirk

umiasiend die Straßen: Domdechaneistraße, Dompiatz, Domichulgasse, Gemüsemarkt, K analstraße, Kronhoistr., Luckenberg, Mühienslraße, Rittergasse, Roieniasse, Severiberg, Tränke, Wieienmühistraße, Wilhelmstraße, findet am

Freitag, den 17. Mai 1929,

abends 87« Uhr im vereinst)aus der Dompfarrei

Kronhositrahe 45 statt.

Referent: Stadtverordneter Enders.

Unsere werten Parteifreunde im 8. Bezirk bitten wir, an dieser Versammlung teilzunehm> n.

Der Instand. Shso* Ht^-sber.

Kinder in der Eisenbahn bedürfen Schuh «nd Führung.

Die Ferientransporte bringen den Erziehern und Gruppenleitern verantwortungsvolle Auf­gaben Kleinere Kinder dürfen um keinen Preis auch nur kurze Zeit unbeaufsichtigt bleiben. Gerade m letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen Kinder aus dem Zuge stürzten und so statt einer Erholung den Tod fanden. (Originalzeichnung von Oehlschlager.

ausgebaut. Bei Verdacht von Schwarzarbeit | kommt die Festsetzung der Kontrollstunden aus solche Tageszeiten in Frage, in denen das Angebot I stundenweiser Arbeit üblich ist oder die für 1 Schwarzarbeit ausgenutzt werden müssen. Schließ- I lich halten wir noch fest, daß Saisonarbeitslose vom Beginn ihrer berufsüblichen Arbeitslougkeit I nicht nur durch die allgemeine Abteilung des Ar» I beitsamtes betreut werden müssen. Die Landes- I arbeitsämter und Arbeitsämter sollen das Ergeb- I nis ihrer Nachprüfungen der Reichsanstalt mutet- I len. Der Präsident selbst wird durch Beauftragte 1 der Hauptstelle ebenfalls Erhebungen anstel» I len lassen. — Zu den eingeleiteten Maßnahmen I hat, wie wir hören, vor allem auch bie. Empörung I Veranlassung gegeben, die in Arbeit e r k r e i- I s e n des Industriegebietes darüber herrscht, daß I sich gewissenlose Leute auf Kosten der von dm 1 Arbeitern mit ausgebrachten Mitteln der Fürsorge I ein bequemes Leben machen. Vielfach wird da» I raus die starke Zunahme der Rat io n a l s o - I z i a l i st e n erklärt.

Die Fuldaer Danken und Sparkassen I

halten ihre Kassen und Büros am 18. Mat (Pstngst- I samstag) geschlossen.

Das Finanzamt Fulda

weist auf die heutige amtliche Veröffentlichung I über Melde- und Anzeigepflicht der ! steuerpflichtigen Körperschaften und Vermögens- I massen besonders hin.

Geologische Aufnahme-Arbeiten.

In diesem Jahre werden von der Preußischen I Geologischen Landesanstalt im Kreise Fulda I geologische Aufnahmearbeiten ausgeführt werden. I Mit der Durchführung der betreffenden Arbeiten ist im hiesigen Kreise der Professor Dr. Blau- k e n h o r n beauftragt worden. Mit Rücksicht auf die Gemeinnützigkeit des Unternehmens und seine Wichtigkeit für die Interessen der Land- und Forst, wirtschaft und der Industrie ist es dringend gebo­ten, daß alle Behörden und Kreiseingesessenen dem Genannten bei seinen Arbeiten unterstützen und ihn namentlich von etwa gemachten geologi­schen Funden und Beobachtungen, welche für die ] Ausnahmearbeiten von Interesse sein können, in Kenntnis setzen. Der Beamte ist seitens der Geo­logischen Landesanstalt mit Ausweiskarte versehen. Eine Darstelkmg des Landeshauptmanns.

Zu den Meldungen über eine Verlegung der Provinzialverwaktung nach Marburg teilt der Lan­deshauptmann der Provinz Hessen-Nassau folgen- des mit: Verhandlungen über die Verlegung der Provinzialverwaltung nach Marburg werden nicht geführt. Es handelt sich viellnehr (wie es hier von vornherein dargestellt wurde D. Schrift!.) lediglich darum, daß die zur ProvinzialverwaHtung ge­hörende Hessen-Nassauische landwirt- schaftliche Beruf sgenossenschaft und die Gemeinnützige landwirtschaftliche Haftpflichtversiche­rungsanstalt infolge des fortwährenden Anwachsens der Dienstgeschäfte gezwungen sind, sich andevweite Diensträume zu schaffen, da die bisherige von der Landesversicherungsanstalt gemieteten Räume nicht mehr ausreichen. Die Landesversicherungsanstalt hat weitere Räume nicht zur Verfügung, da stet selbst unter Raummangel leidet. Da die Errichtung eines eigenen Verwaltungsgebäudes nicht in Frage kommt, bemüht sich die Verwaltung, anbertoeit Räume in Kassel zu mieten. Hierüber schweben [eit einiger Zeit aussichtsreiche Verhandlungen mit der Stadt Kassel. Richtig ist, daß von besonderer Seite die Verlegung der BerufÄenoffenschaft und der HastpflichtversicherungsanstaÜ, nicht aber der Provinzialverwaltung, nach Marburg vorge­schlagen ist, und daß die Stadt Marburg die Ver­legung dorthin Betreibt. Ein förmliches Angebot der Stadt Marburg liegt noch nicht vor, ist aber in den nächsten Tagen zu erwarten.

Das Katzenauge erst zum 1. Just.

Für Preußen war die Einführung des Rück­strahlers, des sogenannten Katzenauges, bereits zum 1. April bestimmt wordsn. Man verschob dann den Termin auf den 1. Mai, weil bis zum April von der Industrie nicht die genügende Zahl der neuen Beleuchtungsart beschafft werden konnte. Aber auch zum ersten Mai haperte es. Rund 50 Prozent der Radfahrer find aus technischen Grün- den bisher nicht in der Lage gewesen, die Vor­schriften zu erfüllen. Nunmehr ist der Einfüd- runqszwang des Rückstrahlers auf das ganze Reich ausgedehnt worden. Als äußersten Schlußtermin bestimmte man jetzt den 1. Juli. Das Leuchtzeichen darf nicht größer fein als fünf Zentimeter und muß bei Dunkelheit für ein normales Auge in enter Entfernung von 150 Metern m einem Streuwinkel von 30 Grad gut erkennbar fein. Für alle zum Verkauf kommenden Rückstrahler werden amt­liche Prüfstellen eingerichtet.

Die Polizei als Quarllergeber.

Eine Frage, die auch in Fulda oft in die Er­scheinung tritt, wisid in interessanter Weise durch eine Entscheidung des D ber Dermal- tungsgerichts beleuchtet. Zur Unterbringung einer Frau B. in Bielefeld hatte die Pollzeibehörde Wohnräume beschlagnahmt, welche bei H. leerstan­den. Das OAerverwaltungsgertcht erachtete das Vorgehen ber Polizeibehörde nicht für ge- rechtfertigt, sondern führte u. a. aus, es hohe im vorliegenden Falle die Möglichkeit bestanden, durch Bau ein Obdach für Frau B. zu be- f»affen. Die Polizeiverwaltung hatte schon einige Wochen vor ihrer Verfügung erfahren, daß Frau B. aus ihrer Wohnung exmittiert werden würde. Die Polizei hätte an einer geeigneten Stelle eine Wellblechbaracke für Frau B. aufstellen lassen können, so daß für Frau B. ein notdürftiges Unterkommen vorhanden gewesen wäre. I m Sommer fei eine Wellblechbaracke als Obdach für Frau B. ausreichend. Obdach­lose seien notdürftig, nicht einigermaßen wohnlich unterzubringen. Es genüge für Obdach­lose ein Obdach, welches geeignet sei, Gefahren für Leib und Leben fernzuhalten. Die Unbequem­lichkeit des Obdachs und die räumliche Beschrän­kung haben eine große praktif Bedeu- t u n g; die Obdachlosen sollen durch das unbequeme Obdach veranlaßt werden, sich ein besseres Un­terkommen möglichst bald zu beschaffen. Es stehe fest, daß vielfach Meter für wenig angenehme Räume ihre Miet« nicht zahlen und sich ex­mittieren lassen, um eine billige und gute Wohnung für Obdachlose zu erlangrn. Möge oft die Unterbrinaung von Obdachlosen für die Polizeibehörde recht schwierig fein, an ber Ko­stenfrage ,dürfe aber die Unterbringung von Ob­dachlosen in neu errichteten Unterkommen nicht scheitern. Lediglich dann dürfe die Polizeibehörde Räume bei privaten Personen für Obdachlose mit Beschlag legen, weim sie objektiv nicht in der Lage fei, bte" »nba Gesab» der

Fulda, den 16. Mai 1929.

; von unfern höheren Schulen, r Dieser Tage sind die Jahresberichte der höhe­ren Schulen für Knaben in Fulda herausgekom- m£n, sämtlich in I. L. Uths Ho'buchdruckerei er- jichenen. Nach dem Jahresbericht über das Schul- ahr 1928/29 des Staatlichen Gymnaf,t - ums, den Studiendirektor I. Müller erstattete, zählte die Schule Ostern 1928 393 Schüler. Am Beginn des neuen Schuljahres zählte sie 406 Schü- (er, davon 81 neu aufgenommene. Von den am 1 Februar 1929 vorhandenen Schülern waren 364 römisch katholisch, 27 eranaelisch und 2 jüdisch. Einheimische waren 158. Von den 235 Auswär­tigen wohnten im Schulort 154, 81 waren Fahr­schüler. 32 Prüflinge bestanden die Reifeprüfung, davon 8 mit gut. Die Reife für Oberfekunda ha­ben 58 Schüler erlangt. Dem Elternbeirat gehören an Rechtsanwalt und Notar Schultheis, Dr. Se­bald, Hauptlehrer Agricola, Regierungsbaurat Bor- natfch, Werkmeister Handwerk, Jng. Köhl, Kauf­mann Ruppert und Frau Stegmaier. Die Anstalt ist vom Minister ab 1. April 1928 als „große Vollanstalt" anerkannt. Der Gesundheitszustand bei den Lehrern konnte nur im a Igemeirten als zu­friedenstellend bezeichnet werden. Kombinationen und Vertretungen waren in großer Zahl nötig. Es ließen sich typische Merkmale der Uebertefhing mit Sicherheit feststellen.

Den Bericht über die O b e r r e a l s ch u l e er­stattete Studiendirektor Dr. I. Lauwartz. Der Stand an Schülern zu Ostern 1928 betrug 435, zu Beginn des neuen Schuljahres 413, davon 49 Neuaufnah­men. Bon den am 1. Februar 1929 vorhandenen Schülern waren 187 römisch-katholisch, 181 evange­lisch und 54 jüdisch. Aus Fulda waren 323 Schü­ler von außerhalb, die mit voller Pension hier wohnen, 23, Fahrschüler 77. Das Reifezeugnis er­warben 27 Schüler, dos Zeugnis der mittleren Reife erwarben Ostern 1929 73 Schüler ber Unter­sekunda. Der Eltern-Beirat hat folgende Mitglie­der: Kaufmann Becker, Frau Ernst Kramer, Rechs- eisenbahnassistent Krönung, Kaufmann Pkeiffer, Zollinspektor Richer, Steuerobersekretär Richter, Kaufmann Oskar Schmitt, Reicbsbankobergeldzäh- ler Seibert und Kaufmann Weinberg. In dem Be­richt heißt es: „Die Frage eines Schulneubaues ist um keinen Schritt weiter gerückt; die Dringlich­keit der Losung kann im Ernst nicht bestritten wer­den. Noch aber stößt diese auf unüberwindlich scheinende geldliche Schwierigkeiten." Der Ge- fundheitszuftanÄ der Schüler wird als gut bezeich­net, der Gesundheitszustand der Lehrer als recht zu- friebenftellenb. Es brauchten nur in einigen weni­gen Fällen und nur für kürzere Zeit Vertretungen ängefordert zu werden. Die Anerkennung der Schule als große Vollanstalt ist noch nicht be­antragt.

Die W i n f r i e d fch u l e, Deutsche Oberschule in Aufbauform, über die Studiendirektor D. Franz be- richtet, hatte zu Beginn des Schuljahres 1928 168 und zu Beginn des neuen Schuljahres 165 Schüler, von denen 33 neu aufgenommen waren. Die Reifeprüfung bestanden 12 Schüler. Ostern 1929 erlangten 40 Schüler die Reife für Obersekunda, von denen 11 zu einem praktischen Beruf abgin­gen. Dem Elternbeirat gehören an: Betriebswerk­führer UM, Kaufmann Stolz, Frau Adele Rubiam. Maurer Mackenrodt-Künzell, Landwirt Bormann- Böckels. ________

Schärfere Bestimmungen für die Arbeitslosenver­sicherung.

Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, hat einen Erlaß an die Landesarbeits- ömter und Arbeitsämter herausgegeben, der den Versuch macht, den gesetzlichen Bestimmungen der Arbeitslosenversicherung mehr als bisher Gültig­keit zu verschaffen und dadurch eine Reihe ber in der Praxis in Erscheinung getretenen Mängel aus­zuschalten.

In erster Linie wird in dem Erlaß gefordert, starker als bisher geprüft werden muß, ob Dch/iuarbeitsverhältnisfe vovliezen. Solche Arbeiten könnten niemals eine Antwort- schäft erfüllen. (Austausch von Bauernsöhnen u.

’T-’l <~er. ?rlaß fordert Rückzahlung irr« bewilligter Unterstützungen, und zwar nn' erst nachträglich eine Scheinbe- schaftigung festgestellt wird. Für den Fall, daß Zwegel über die Arbeitsfähigkeit bestehen, soll aus Grund eines vertrauensärztlichen Gutachtens über den Unterstützungsanspruch ent- schleden werden. Wichtig ist die Fesfftellung, daß ein Arbeitsloser, ber Unterstützung verlangt, auch dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stehen muß. Das trifft z. B viel- fach fü r Fr a u e n nicht zu, die durch ihre 'häus­lichen Pflichten an dem überwiegenden Teil des Arbeitstages in Anspruch genommen werden. Den Arbeitsämtern wird in Zukunft auferlegt, sich mit den Fürsorgeverbänden des Bezirks in Verbindung zu setzen und sicherzustellen, daß diese Fürsorge­verbände Arbeitsfähige nur dann mit Geld unter­stützen, wenn sie arbeitswillig sind. Auch eine besondere Kontrolle über die Arbeitsbescheini­gungen soll durchgeführt werden.^ Die neue Ver­fügung macht sich auch die Bekämpfung der Schwarzarbeit zur Pflicht. Im Zusammen­hang damit wird das Kontrollwesen wefenttich

eigenen Mitteln ab zu wenden. Die Grundlage für das polizeiliche Einschreiten sei lediglich das Not­standsrecht des Staates. Nach § 10. H. 17 Les All­gemeinen LanVechts gehöre es zu den Aufgaben der Polizeibehörde, die nötigen Anstalten zur Er­haltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ord­nung zu treffen, Gefahren vom Publikum oder einzelnen Mitgliedern desselben abzuwenden. Es müsse der Verwaltungsbehörde überlassen werden, evtl eine Aenderung der Gesetzgebung anzuregen. (Aktenzeichen: HI. B. 65. 28). (Nachdruck verboten.)

Unter den Wagen geraten.

Das Vorgelände der Aufbauschule an der Leip­zigerstraße wird zurzeit gründlich erneuert. AN gestern mittag der Leerwagen eines hiesigen Un­ternehmers bas Gelände durch die westliche Ein­fahrt verlassen wollte, stieß er etwas an das nicht weit genug zu öffnende Tor. Der Fuhrknecht fiel durch den entstandenen Ruck vom Wagen und Vorder» und Hinterrad gingen über ihn hin­weg. Zum Glück konnten feine ernstlichen Ver­letzungen festgestellt werdm.

Heue Dahnhofs-Mrlschafi.

Am Bahnhof Gersfeld werden am Pfingst- sonntag neuerstellte Restaurations- räume eröffnet. Herr Jos. Peifchelaus Fulda

■ ist von ber Eisenbahnverwaltung als Pächter an- j genommen worden.

Freitag, 17. Mai 1929.

Gefahren des guto-verkehrs.

Don geschätzter Seite wirb uns geschrieben:

Obwohl die Konstruktion der Autos beständig auf eine Vermehrung der Slcherheft hma. beitet das Material und die Lenkbarkeit stetig verbesien werden, sodaß die Gefahren eigentlich geringer werden müßten, steigt doch die Zahl ber Unglvcks- fälle noch immer. Insbesondere nachiedemSonn tag oder Feiertag wird über eine größere Zahl von Unfällen, teils schwerer teils leichter Art berichtet.

Die meisten Unfälle sind derart, daß solche bei etwas mehr Vorsicht hätten vermieden werden können. , , , s.

Es dürste sich deshalb verlohnen, auf d eiemgen Gefahren hinzuweifen, welche für den Autoverkehr unserer Gegend hauptsächlich in Betracht kommen und anzugeben, wie solche am leichtesten zu ver­meiden sind.

Die Hauptgefahr bildet fast immer das zu rasche Fahren, welches bei dem Zustand der Straßen, der geringen Uebersichtlichkeit, in Folge der vielen Krümmungen und dem stellenweise Rat­ten Gefälle sehr häufig verhängnisvoll werden kann.

Während im ebenen Gelände, bei graben und genügend breiten Straßen, wie man solche in dem norddeutschen Tiefland meistens zur Verfügung

Unübertroffen wafchecht

lichtecht wetterecht