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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.
Donnerstag, 16. Mai 1929
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Sö.ZaHrg.
Die pariser Uonserenz.
Havas berichtet, daß der englische Vertreter Sir Josiah Stamp Paris verlassen hat, um sich zu einem kurzen Aufenhalt nach London zu begeben.
Zwischen Reichsbankpräsident Dr. Schacht und dem Vorsitzenden der Reparationskonierenz, Owen D. Young, fand eine neue Besprechung statt.
Der König von Belgien hat in Brüssel den bei« gtzschen Delegierten bei der Reparationskonferenz Francqui empfangen.
Paris und Warschau.
wtb. Warschau, 15. Mai. (Eig. Meldg.) Der sozialistische Robotnik greift das polnische Ministerium des Aeutzern sehr scharf an mit der Begründung, daß die Arr, m der sich das Ministerium gegenüber dem geplanten Besuch französischer Parlamentär ier in Polender- halten habe, eine Beleidigung Frankreichs rarstelle. Während der Obmann des Auswärtigen Ausschusses des Senates, Fürst Zdzialaus Lubo- mirski, schon nach Paris gefahren sei, um dort mit den ftanzösischen Parlamentariern das Programm der Reise zu besprechen, die als eine Erwiderung auf den Besuch der polnischen Abgeordneten und Senatoren im März 1927 in Frankreich gedacht war, habe das polnische Ministerium des Auswärtigen dem Pariser Botschafter Chlapowski plötzlich den Auftrag gegeben, diese Reise abzusagen. Der Botschafter habe dies ausgeführt, ohne überhaupt den Fürsten Lubomirski davon zu verständigen. Robotnik, der darüber sehr empört ist, en- klärt, daß, abgesehen von der Absage selbst, die vom polnischen Ministerium des Aeußern gewählte Forin einen geradezu ve^weifelten Mangel an Takt und unerhörten Leichtsinn beweise.
Schweden eröffnet!
Die Beitrittserklärungen zur Gencralakte des Völkerbundes.
Die erste Beitrittserklärung zur Generalakte, die von der letzten Völkerbundsversammlung zur friedlichen Regelung internationaler Streitfälle ausgearbeiter wurde, ist von Schweden im Völkerbundssekretariat eing^trotfen. Dis schwedisch? Beitrittserklärung betrifft die Bestimmungen über Vergleich und gerichtliche Regelung internationaler Rechtsstreitigkeiten. Belgien hat seine ebenfalls bereits beschlossene Bei- frittserkläruno zur Ksnera'akte noch nicht amtbch mitgeteilt Die Generalakte tritt nach der amtlichen Beitrittserklärung von zwei Staaten in Kraft.
Nach der Uommumsten-5kkt-on.
Die Kommunisten wollten glaubhaft machen, daß sie an den Berliner Maivorqängen ganz unschuldig sind Sie versuchen, die Vorwürfe zu entkräften, die an auf Grund von tatsächlichen Beweisen go He erbebt, daß sie nämlich auf Befehl von Moskau in Berlin den Anfang zu einer ..Weltrevolution" zu wachen hätten.
Da der Versuch Gott sei Dank gescheitert ist, hat sieh nun — und das ist das Interessante — S'rr Thälmann in Moskau (!) einzusinden, U!P persönlich Bericht über die nositischen Dor- innerhalb der kommunistischen Partei Oeu.schlands zu erstatten. Man ist in Moska" un- zutru en mit dem Ergebnis der blutigen Ma>- umub-'n und vsr'angt Aufklärung. Damit ist doch bewir'en daß Moskau diktiert Ein Glück nur daß die Rotbh.stngarde wenigstens in Deutschland verschwunden ist.
Alles Kritisieren an dem erfolgten Verbot d?s Rotsroutkamns?rbundes hat keinen Zweck Wer noch nicht von t^r heg 'fi?rbo»=
übemeugt mar mußte die Land tags st tz u n - und Di-nstag in Preußen miterlebt haben. Was sich dort die Kommunisten lei- steten. fvottet iedm Beschreibung. Wir hätten nur gewünscht, daß allx d>e das Treiben und G-barm ihrer sogenannten Andrer s-h-n können v"scbe ß-ute roti für kommunistisch» wen. Arme Arbeiterschaft, me'che sich Ns>n so'chen "Volksvertretern am hsrumführen läßt
Kus den Parlamenten.
Beichstag.
Zur zweiten Beratung stand im Dienstag die Novell? zum . Dranntweinmonopolgesetz, ein** der Vorlagen, mit denen der Finanzminister das Defizit im Etat ausgleichen will. Rach der Vorlage sollen die Abgaben des Branntweinmonopols an das Reich vergrößert werden. Um eine entsprechende Erhöhung der Preise des Monvvol- branntmeines zu ermöglichen, soll weiter durch diese Novelle ein gesetzlicher Preisschutz durchgeführt werden. Im Privathandel 'oll der Berkaus von Schnaps unter b-'m Monopolpreis ver' o- ten werden. Daneben sollen de Einnahmen des Monopols durch den Wegfall früher gewährter Er- leichtenmgen erhöht werden. Andere Bestimmungen richten sich gegen die ,,Schwarzbrennerei Schließlich wird den Brennern e'ne größere Garantie für die Abnahme ihrer Produffe durch das Monopol gewährleistet Der Auslchuß hat an der Vorlage zugunsten der süddeutschen Kleinbren- ner Aenderungen vargenommen.
Die Vorlage wurde nach der Ausschußfassung mit den Stimmen d-r Regierungsparteien in zweiter Beratung angenommen.
Die 500-Millionen-AnleiHe kam noch nicht zur «Veiten SRernhm« weil der s>aushaltsausfchuß da
mit noch nicht fertig geworden war. Die zweite Beratung steht auf der Tagesordnung der Mittwochssitzung, die um 15 Uhr beginnt. Auch die Vorlage zur Sanierung der Schichauwerft ist auf die Tagesordnung der Mittwoch-Sitzung gesetzt worden.
Preußischer Landtag.
Der Preußische Landtag beendete am Dienstag zunächst die Debatte über die Mai-Unruhen. Die Abstimmung über den zugrundeliegenden Mißtrauensantrag gegen den Ministerpräsidenten Braun und den Innenminister Gresinski soll am Donnerstag stattfinden. Bei den letzten Reden zu diesem Gegenstand fand nochmals eine Auseinandersetzung zwischen den Sozialdemokra- t e n und den Kommuni st en statt. Als der Kommunist Kasper zahlreiche Briefe von in den Maitagen Mißhandelten vorlas, die ihm aus bürgerlichen Kreisen zugegangen seien, wurden die Einzelheiten von den Kommunisten mit steigender Erregung zur Kenntnis genommen.
Besonders erbost waren die Kommunisten darüber, daß während der weiteren Verlesung von Augenzeugenberichten Staatssekretär Weismann und Ministerialdirektor Klausner sich zum Präsidenten begaben, der gleich darauf die fernere Verlesung beleidigender Aeußerungen für Schutzpolizeibeamte verbot.
Das Haus begann die allgemeine Aussprache zur dritten Etatsberatung mit belanglosen E-ör- terung des Kasseler deutscknationalen Parteisekretärs Steuer.
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VDZ. Berlin, 15 .Mai. (Eig. Meld.) Dor Eintritt in die Taoesordnung der Landtagssitzung am Mittwoch, weist A>g. Golke-Kornmunist Be- 'bauptungen des Innenministers über fein Verhalten bei den Unruhen am 2. Mai als unzutreftend .zurück. Das Haus überweist dann zunächst einen Urantrag des Zentrums über Maßnahmen zur Verhinderung von Hochwasserschäden in der Provinz Oberschlesien dem kauptausschuß.
Der Einspruch des Abg. Haake (National-So- zialist) gegen seine Ausweisung aus der Sitzung vom 13. Mai während der stürmischen Auseinandersetzungen über die Mai-Unruben wird gegen die Antragsteller und Kommunisten abgelehnt. Dann wird die allgemeine Aussvrache beim ffaus- hgstsagfetz und dem Etat d-s Staat sministeriu ms im Rahmen der dritten Etatsberatung fortgesetzt.
* Der Bote ‘V',onfeätnnferbn"b ist auch in Olde n b e r g, in Württemberg und in Anhalt aufgelöst worden.
* Urteil im Veleidiaunasprozeß Hillers gegen n. Graefe. Vom Amtsgericht München, Abteilung Strafgericht, wurde das Urteil in dem B-üeidi- gungsprozeß Adolf Hitlers gegen fünf politische ttzegner verkündet. Die Angeklagten Albrecht v. Graefe und (äatmtf-h-irtf,'it?r Ioffph Osterhuber vom „Bau "rischen Kurier" sowie Bcbri't'eiter ?u- iius Z-rtaß von der „Münchener Bost" wurden zu einer Geldstrafe von se 10 0 3 Mark, die Angeklagten Stadtrat Thomas Wimmer, Vorsitzender des Saeigld-emokratiscben V-reins, und Bar- tetsekretör ?t^olf Dickül Ge'dstrasen von ie ROO Mark verurteilt v Grause. Osterhuber und Wimmer hatten W-derfCggo erhoben von der aber Adolf ffstler frein-svroetzen cm-rhe Stn der Begründung r-"hrte Amtsoericht?vrösident Frank aus. daß der ^orwurf Httter habe Südtirol vreisaege- h e n ein tadelr-d-s prte'f üh»r Hitlers °eifhtnaen fei. we nbram heha"vt tm Tatschen r4»n üble Nachrrtz» und nicht er'T'!ef<,n worden Wahrimg berechtigter Interessen sieg? n'ebt vor. Die Ava-Na-st-m hät<»n volitifche Inte- ■•eh’en w"hraenommen D-e üble Nmßrede fei lehr bw"rer Art, 'n?- Vorwurf, rin Vnriyii-nsttik"r teße sich durch GeOsu»"tz?n in sejuer Hastung be- fsiwmen verletze die Ehre eines Politikers besonders stark.
der Arbeitslosenversicherung die auf 320 Millionen Mark gestiegene Belastung des Reiches durch die Arbeitslosenversicherung verursacht hätte. In dieser Stellungnahme heißt es, daß die nicht vorauszusehende Dauer und Strenge des Winter 1928-29 die Arbeitslosenversicherung so stark belastet haben, daß die Beitragsmittel nicht ausreichten und in erheblichem Umfange die im Gesetz vorgesehenen Reichsdarlehen in Anspruch genommen werden mußten. Der Gewerkschaftsring erwartet, daß durch eine zielbewußte Arbeit, insbesondere durch Mitwirkung bet öffentlichen Auftraggeber die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt behoben werden. Die Reichsanstalt müsse beschleunigt die Einrichtungen der Arbeitsämter zur Durchführung besserer Ermitt- hing, Vermittlung und auch Kontrollen ausbau e n. Der Gewerkschaftsring verwahrt sich energisch gegen einen Leistungsabbau und die Einführung der Bedürftigkeitsprüfung in der Arbeitslosenversicherung. Der Gewerkschaftsring glaubt, daß die zweckmäßige Durchführung notwendiger Verwaltungsreformen nicht unwesentliche Ersparnisse in der Arbeitslosenversicherung Bringen wird. Solange die anormale ungünstige Lage des deutschen Arbeitsmarktes keine Verbesserungen erfahre, sei die Gewährung öffent
licher Mittel für die Arbeitslosen unvernieidlich unb notwendig.
Notwendige Verwaltungsreformen, das scheint auch uns das dringlichste zu sein!
Das Attentat auf woldemaras.
Der Polizei sind, wie das Memeier Dampsboot aus K o w n o meldet, alle Beteiligten an dem Anschlag auf Woldemaras bekannt geworden. Insgesamt handelt es sich um 1 0 Studenten der Ausra-Organisation. In dem Walde in der Nähe der Demarkierunqslmie wurden zwei weitere Täter, darunter der Vorsitzende der Ausra- Organifation, Taoiltfchius, festgenommen. Bei der Verhaftung wurden sie verletzt. Bezüglich der Verhaftung der Studenten der christlich-demokratischen Ateiteninkoi-Organisation hat sich der Vorsitzende dieser Organisation beim Innenminister für die Freilassung der Verhafteten verwandt. Wie ver- lautet, erhärte der Innenminister, daß er der Intervention keine Folge geben könne, da die verhai« teten Ateiteninkai sich politisch betäi’gt hätten. Sie würden aus Kowno nach ihren Heimatstädten abgeschoben werden.
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Zum zweiten -Amenkaslug öeö „Gras Zeppelin".
Start des Luftschiffes erst Donnerstag früh.
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Dr. Eckener in der Führergondel.
Der auf Mittwochmorgen festgesetzte Start des „Graf Zeppelin" mußte auf Donnerstagfrüh verschoben werden, da die bereits vor 14 Tagen nachgesuchte Erlaubnis zum Flug über Frankreich erst am Dienstag spät abends in Friedrichshafen eingetroffen ist. Das Luftschiff darf befremdlicherweise die französische Grenze nur zwischen 7 und 9 U h r vormittags überfliegen. Ta es nicht mehr möglich war, das Besatzungspersonal und die Haltemannschaft srüh-ei ig genug zu bestellen — ein großer Teil wohnt außerhalb Friedrichshafens — wurde der Aufstieg auf Donnerstag morgen 6 Uhr verschoben.
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wtb. Paris, 15. Mai (Eig. Meldg.) Matin will berichten können, daß die Verzögerung in der Genehmigung zum Ueberfliegen französischen Ge
bietes für das Luftschiff „Graf Zeppelin" daraus zurückzuführen sei, daß das Navigations-Personal des Luftschiffes gegen gewisse Formeln eingegan- gener Verpflichtungen beim Ueberfliegen französischen Gebietes bei der zweiten Mittelineerfahrt verstoßen habe.
Berufung Knud Eckeners nach Amerika.
Die New Yorker 33 .dreier der Goodyear Zeppelin Company in Akron (Ohio) geben bekannt, daß der Sohn Eckeners, Knud Eckener, von der Gesellschaft als Konstruktionsingenieur für die beiden Luftschiffe „Z. R. 4" und „Z. R. 5", die die Goodyear Zeppelin Company für die amerikanische Marine baut, engagiert worden fei. Tas erste dieser beiden Luftschiffe wird, tote man erwartet, 1931 fertiggestellt sein.
Sfcta* * und Landwirffch^t.
Vom 14 bis 17 Mai Hübet an d-w Landwirt- '■rfmftlichen Hochschule in Ber'in ein Lehrgang zur staatswisfenschciftsichen Fortbildung von Lehrkräften landwirtschaftlicher Schulen statt, her am Dienstag vormittag in Anwesenheit von Vertretern b?r Staatsbehörden, der Landmfftlchastskommern und der Hochschulen v"m preußischen Landwirts'.asts- minifter Dr. H. c. Steiger mit einer fur’.en An- wrache eröffnet mürbe, in der er betonte, daß die ßanhirirtfrhaff als lebendiges Gsieb an her Volkswirtschaft Anteff nehmen rm"’ffe. Die ftaataroiffen fchaftliche Schute bilde die Brnausfetzung u> e:mer "rfo'greichen Mita-beit am Staatswesen. In der Zell der wirt^chaffichen Vot feien die Augen auf sen lantzwlrfichafflichcn Nachwuchs gerietet, dessen Aufgabe es fei, das Ziel a>’f weite Sicht abzust-'cken Der hmanwachfenden Generation von Landw'rtschrfftsleHrem solle eine bessere Ausdil- i'ung als bisher aegcb.cn werden. Dazu fallen die Vorträge her Toterten in erster Lmie bdtragem. Der Minister schloß mit dem Wunsche, daß alle an len ftactanrrtfchaftlichen Lehrgang geknüpften Erwartungen sich zum Wohle des Staates und des Volkes erfüllen mögen.
Die A^be^s^oferverftrf’crunq.
Die Stellungnahme des Gewerkschaftsrings zur Reform.
Der Gewerkschaftsring Deutscher Arbester-, Angestellten- und Beamtenverbände hat in einer Sitzung zu der in der Oeffentlichkeit erhobenen Kritik an der Arbeitslosenversicherung Stellung genommen, insbesondere gegen die Darstellungen, als ob lediglich eine falsche Handbabuna
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Der kommende Weltverkehr mit Luftschiffen.
Der Amerikaflug des „Graf Zeppelin" erinnert an die großen Weltverkehrsprobleme, die das Luftschiff zu lösen hat. „Graf Zeppelin" selbst wird auch nach feiner Amerikafahrt wichtigen Forschungs- und Vcrkehrsaufgaben dienen, während in England unb den Vereinigten. Staaten weitere Schiffe gebaut werden, deren Konstruktion durch die Pionierarbeit des großen deutschen Erfinders ermöglicht । wurde. Unsere Karte zeigt die geplanten Routen: I a) Der Amerikaflug des „Graf Zeppelin", b) Eng
lisches Projekt: England-Kairo-Kapstadt mit R. 100 (in Bau), c) Spanisches Projekt: Trcmsozean- dienst Barcelona-Südamerika mit „Gras Zeppelin". d) Luftschiffdienst England-Indien mit dem englischen Luftschiff R 101 (in Bau), e) Projekt der internationalen arktischen Studiengesellschaft: Alaska-Nordpol mit „Graf Zeppelin", f) Luftschiff, dienst über den stillen Ozean mit zwei zu bauenden Schiffen der amerikanischen Goodyear Zeppelin Co,