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Nr. 109.

Zuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt).

Samstag, 11. tltai 1929.

Frauen

Senior des Fuldaer Gesellenvereins. Alle sechs Her­ren sind zugleich Obmänner für den Kreisausschutz Fulda-Stadt der Kurhessischen Zemrumspartei. — Heute, Freitag, abend 8/» Uhr findet im „G o l- denen Karpfen" die Versammlung des 7. Bezirks statt, wozu die Parteifreunde aus dem Bezirk nochmals freundlichst eingeladen wer­den. Welche Stratzen zu dem Bezirk gehören, geht aus der Anzeige in der letzten Nummer der „Ful­daer Zeitung" hervor.

Das Welker

war am Himmelfahrtstag nicht besonders festlich. Zwar hätten sich viele gefreut, wenn uns ein aus­giebiger warmer Mairegen beschert worden wäre. Der kalte Wind hat aber die dichten Regenwolken vertrieben. Bis auf kleine Regenschauer blieb es trocken, aber kalt, windig und' unfreundlich. Erst heute Nacht regnete es etwas. Wie das Wetter weiter wird, läßt sich schwer, in diesem Jahre überhaupt nicht voraussagen.

10 Gebote für den Muttertag.

Zur Beherzigung für die Jugend.

1. Nimm deiner Mutter am Sonntag alle Arbeit ab, damit sie einen Feiertag hat.

2. Stelle ihr frühmorgens Blumen aus den Tisch.

3. Schicke ihr, wenn du fern von ihr weilst, einen Brief, eine Karte, füge Blumen oder sonst eine Kleinigkeit bei.

4. Gehe zum Friedhof, wenn dort deine Mut­ter liegt oder eine andere Mutter, die zu deinem Verwandtenkreis gehört, und wie Allerheiligen und am Totensonntag düstere Kränze niedergelegt wer­den, so schmücke das Muttergrab mit lachenden Blüten des Frühlings.

5. Horche um in der Nachbarschaft, wo eine Mutter Not und Sorgen leidet, bringe ihr Blu­men und biete ihr sonst eine Aufmerksamkeit.

6. Weißt du eine Mutter im Krankenhaus, im Siechenhaus, im Altersheim usw., gedenke ihrer!

7. Frage nicht, ob andere dazu verpflichtet wären!

8. Sei zuvorkommend gegen jedes alte Mütter­chen, dem du auf der Straße begegnest.

9. Nimm einer Mutter, gleichviel, ob jung oder alt, Lasten ab, geleite, stütze sie, wenn es nottut., dies gilt vor allem der Jugend.

10. Werbe jetzt und am Muttertag selbst für den Gedanken, setze ihn in die Tat um und sorge, daß es auch andere tun.

Ehre die Mutter!

Sozialbeamken-Tagung in Fulda,

Heute und morgen findet im Stadtverordneten­sitzungssaal zu Fulda unter Leitung des Landes­hauptmanns eine Arbeitstagung der So­zialbeamten des Regierungsbezirks Kassel statt. Es werden aktuelle Probleme der Wohlfahrtspflege und der Gesundheitsfürsorge be­handelt. Zu der Tagung sind etwa 50 Teilnehmer erschienen.

Erfreulicher Erfolg eines heimischen Züchters.

Auf der Frankfurter Mastviehausstellung hatte die Domäne Maberzell (Besitzer Kersten) eine Gruppe von 30 vier Monate alten Lämmern ausgestellt. Wie wir hören, wurde sie mit einem 1. Preis, einem Siegerpreis, einem dritten Preis und zwei Anerkennungen ausgezeichnet. Das Durchschnittsgewicht eines Lammes betrug ca. 80 Pfund. Dieser schöne Erfolg eines heimischen Züch­ters ist sehr anerkennenswert.

Fulda, den 10. Mai 1929

Zentrum und Gemeinde.

S)te Frankfurter Tagung der Kommunalpolitischen Vereinigung der Zentrumspartei.

vom Reichsstädtebund.

Der Ruf nach dem gerechten Finanzausgleich.

Der Vorstand des Reichsstädtebundes, der Spitzenorganisation der Klein, und Mittelstädte, tagte in Berlin, um zu den aktuellen kommunal- politischen Fragen Stellung zu nehmen. Zur Fi- nanzlage wurde folgende Entschließung an­genommen:

„Die im Reichsstädtebund zusammengeschlossenen mittleren und kleinen Städte sind seit Jahren bemüht, ihre Ausgaben auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Die Minderung der gemeindlichen Cinnah- men durch Reich und Länder für 1929 — trotz Stei­gerung der gemeindlichen Zwangsausgaben — mrcht aber vielen, insbesondere kleinen Städten, die Erfüllung ihrer Pflichtaufgaben teilweise unmöglich oder führt mit Notwendigkeit eine Zunahme der gemeindlichen Defizit­etats herbei. Da eine Beseitigung dieses unhalwaren Zustandes im dringenden öffentlichen Interesse liegt, er­neuert der Reichsstädtebund seine unterhalten, aber von der Regierung und Parlamenten bisher nicht be­rücksichtigten Forderungen: ausreichende Rück­sichtnahme auf die mißliche Finanzlage der mittleren und kleineren Gemeinden bei der Steuergesetzgebung und beschleunigte Verwirklichung eines neuen gerechten Finanz­ausgleichs und eines foforttgen Ausgleichs der Polizei- und gesamten Schuldenlasten."

Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am 22. und 23. August in Kiel statt.

In großer Zahl sind die in dm verschiedenen kommunalen Körperschaftm tätigen Männer und grauen der Zentrumspartei in Frankfurt, das in Aller Frühlingspracht einen überraschend schönen Eindruck macht, zusammen gekommm, um sich in die kommunalen Ausgaben zu vertiefen und grund­sätzlich zu ihnen Stellung zu nehmen. Den Bera­tungen voraus ging ein feierlicher Gottes­dienst am Vormittag des Himmelfahrtstages in der ehrwürdigen und stimmungsvollen St. Leon­hardkirche am Main. Kanonikus Jansen- Sachen hielt eine packende Predigt, in der er die

praktische Tätigkeit der Kommunalpolittker der Zmttumspartei in das Licht des Christen-Glaubens stellte. Heute ruht bei der Fülle der Probleme in Politik und Wirtschaft in unseren Staatsdemokra­tien das Auge der Welt auf den Verttetem der katholischen Weltanschauung. Deshalb Mutz unsere arbeit lediglich aus heißer christlicher Liebe zum Volke geleistet werden. Verschwinden muß jeder selbstsüchtige Gedanke. Der beschei­denste Dorfbürgermeister, der so nach christlichen Grundsätzen arbeitet, ist höher zu schätzen als ein großer Würdenträger und Amtsinhaber, der denk.: „Der Staat bin ich." Die Tagung wurde von dem Vorsitzenden der Kommunalpolitischen Vereinigung, Justizrat M o e n i g - Köln, eröffnet. Der Ober- Mrgermeiftet von Frankfurt, Dr. Landmann, ttchtete eine herzliche Begrüßungsansprache an die Erschienenen. _ Er fand für die Fähigkeit der Zen­trumspartei in den Gemeinden warme Anerken­nungsworte. Dringend forderte er von Reich und Land bessere Beachtung der kommunalen Not­wendigkeiten. Finanzminister Kirnberger aus Darmstadt ging in seiner Begrüßungsansprache auch auf die Reform der Verwaltung ein und trat für fortschrittliche Lösung dieser Fragen ein. Vom Deuftchen Städtetag war Präsident Dr. Mu leit erschienen, dessen Teilnahme von der Kommunal­politischen Vereinigung als sehr ehrenvoll emp­funden wurde. Er stellte der Arbeit der Kommu­nalpolitischen Vereinigung der Zentrumsparrei ein sehr ehrenvolles Zeugnis aus. Auch der Reichs­städtebund, der Landkreistag und der Landgemein­denverband waren bertreten. Das preußische Innen­ministerium hatte einen Vertreter entsandt. Reichs­tagsabgeordnete und Landtagsabgeordnete waren in größerer Zahl erschienen. Herzlich begrüßt wurde u. a. Regierungspräsident S t i e l e r-Aachen. Wäh­rend von der Zenttumsftaktion der Stadt Fulda Stadttat Dr. Kramer teilnahm, waren aus dem Landtteis Fulda u. a. Landrat Frh. v. Eagern Kreisdeputietter Vieth, die Kreisausschußmitglieder Vogel, Srppel, Bürgermeister Pütz-Bad Salzschlirf erschienen, ferner Kommunallandtagsabgeordneter Herbert-Zirkenbach. Vom Kreis Gersfeld war Landrat Dr. Wiechens anwesend. Auch die Ha- nauer ZentnimSftaktion war ti et treten. Abg. Prä- c? e?1" Wiilkens namens der Reichstags- staktwn des Zenttums und gab Richtlinien für eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Dettretung der Kommunen und der Parlamente. Ein großes, Referat über Probleme derKom- munalwirtschaft erstattete der einzige der Zenttumspattei angehörende besoldete Frankfutter Stadttat Dr. Lingnau. Seine sehr gut geglie­derten Darlegungen über Berechtigung und Gren- »en kommunaler Bettiebe fanden durchweg Beifall «nd schufen auf diesem heiß umstrittenen Gebiet klare Gesichtspunkte. Die sozialen und städtebau­lichen Momente, die gegen privatwittschaftliche An­schauungen in mancher Beziehung sprechen, wurden 6«naßrgt formuliert, wie es fachliche und weit- anschauliche Zusammenhänge angebracht erscheinen

Zweckmäßiger Weise waren die wetteren Ver­handlungen in Heinere Gruppen aufgelöst. Es taa- ten Gruppen für städtische und für ländliche der Gruppe für städtische

£.aIp£ttir wurde ». a. behandelt: Miß- in renJifFA^ sahrtspflege, Erfahrungen Wohnungsbau, Kinosteuer. In j zur Kommunalpolitik standen |

fas.

mF? er Kreisdeputierten, Erfahrungen

$CT Kreis-Kommunalwittschast und die Frage die die KommunW

Am Freitag^ dem Schlußtag der Äeralver- fcmnnftmg, finden auch mtereffante Besichtigen

Die Flurprozeffionen - —m I

fanden am Feste (Hjrifti Himmelfahrt wie in der

°->n Fulda Stadt Ein Waldbrand und Land statt, um Gottes segen auf die im erfton I u mu, . . ... .„

(Brün stehenden Felder herabzuflehen 5™ brach Mittwochnachmtttag gegen Uhr im Walde war dieses Iabr die Beteiligung der Bevölkerung ®ernf>arbs und Marbach aus

besonders der Männer größer als seit Jahren § fotzen Trockenheit schnell um sich griff.

' * I Unter Leitung des Oberförsters Loffelmann wurde Dm Wandelkonzerk I der Brand von der Feuerwehr aus Steinau

des Trompeterkorps des Fünften Artillerie-Regimen- I uftd Waldarbeitern energisch bekämpft. Da auch tes findet morgen (Samstag) von 17—18 Uhr bei eine in der Nähe gelegene Mühle stark gefährdet günftiger Witterung im Schloßgatten statt. I war, hatte man auch die Fuldaer Motorspritze Bestandene Itrfifunn I ^armiert, die jedoch nicht m Tätigkeit zu treten

™ K E r 9'. c ri brauchte. Nach Zuständiger Tätigkeit war der

®or der Prufungskommifton 3» Fulda bestand Waldbrand erstickt. Ungefähr 8 Hektar jünge-

Adalbert Roder aus Elters be Meisterpru- rer Wald fiel den Flammen zum Opfer. Die Cnt- Ttntg nn Schmiedehandwerk. I stehungsursache ist noch nicht festgesiellt.

Aus der Fenlrumspartei. I Die Feldblumen für unsere Dienen!

Am Mittwoch abend hatten sich die Partei- I Vor kurhessifchen Bauernverein wird uns ge- freunöe aus dem 2. Bezirk im kle'nen Saal des I schrieben: Nach dem langen harten Winter ist end- Bürgervereins versammelt. Stadtverordne- I lich der Frühling ins Land gezogen. Ueberall ter Peter Schmitt erstattete ein kurzes Referat, I ergötzt sich des D-enfchen Auge an dem zatten m dem er einige Punkte des Fuldaer Stadthaus- Gttin, womit Wald und Wiesen sich in kurzen Ta- Haltsplanes erörterte. Aus der Versammlung her- I gen geschmückt haben. In üppiger Fülle prangt aus wurde anschließend der Wunsch geäußert, be- I der Blumenflor auf den Wiesen. Die fleißigen sonders wichfige Fragen im Zusammenhang zu be* I Bienen sind unermüdlich tätig, um den köstlichen horch ein. Zu diesem Zwecke sollen öfter Aussprache- I Schatz, der in den Blumen versteckt ruht und von obenbe stattflnden. Die Vorstands mahl ergab fol- I Menschen in gesunden und kranken Tagen gern genöe Zusammensetzung. Vorsitzender: Bankdirek- I in Anspruch genommen wird, einzuheimsen. Aus- tor Singer, der langjähttge Vorsitzende der Ge- I gesprochene Honigjahre haben wir in der Vergan- famtortsgruppe Fulda- stellvettretender Vorsitzen- genheit leider selten gehabt. Bedauerlich ist es ba­de: Konrektor Peter Schmitt; Schttstführer: I her, wenn man sehen muß, wie wenig rückfichts- Syndikus Dr. Muth; Beisitzer: Generalsekretär volle Menschen Herkommen und auf den Wiesen Dr. Mösen fechtel, Oberlokomotivführer Wilh. die Blumen pflücken, um sie für einige Groschen zu Weißmüller. Stadtbote Jos. Plur, früher t verkaufen. Am gestttgen Feiertage konnte man

auch wieder viele Ausflügler mit riesigen Blumen­sträußen heimkehren sehen. Sie bedenken nicht, daß sie den Befitzem die Wiesen durch das Zer­treten der Gräser Schaden zufügen und vor allem den Bienen die mühsame Sammelarbeit für Honig außerordentlich erschweren, wenn nicht gar un­möglich machen. Diese Blumenpflücker übersehen ganz, daß der Honig eine beachtenswerte Rolle in unserer Volkswirtschaft darstellt. Für eine nicht unbedeutende Anzahl von Menschen bildet die Im­kerei ein besonderer Erwerbszweig im Rahmen un­serer Ernährungswirtschaft. Wenn deshalb die Jmkervereine sich mit der Bitte an die breite Oes- fentlichkett wenden, daß das Blumenpflücken auf den Wiesen unterlassen bleiben möge, so sollte sie Beachtung und Unterstützung finden. Nötigenfalls dürften auch die Behörden dieser Frage mehr Be­achtung widmen.

Der kaufmännische Stellenmarkt.

Die Belastung, die der kaufmännische Stellenmarkt in den letzten Monaten durch die Verschlechterung der Wirtschaftslage und durch den Zustrom an neuen Ar­beitskräften infolge Beendigung der Lehrzeit erfahren hat, ist im April nicht gewichen. Wie die Kaufmän­nische Stellenvermittlung des DHV. feststellte, meldeten sich noch dem Ouartalsentlassungstermin noch zahlreiche Stellenlose. Auch der Zugang an neu gekündigten Be­werbern war weiter recht lebhaft. Da andererseits mit der Wiederbelebung der Geschäftstätigkeit nach dem lan­gen und strengen Winter das Stellenangebot im April sich wieder besserte, trat eine weitere Verschlechterung der Stellenmarktslage für kaufmännische Angestellte tm April nicht ein. Die Zahl der Stellensuchenden ist mit

14.271 bei der Stellenvermittlung des DHV. im Aprll nahezu unverändert geblieben. Dagegen stieg die Zahl der zu bearbeitenden offenen Stellen um ungefähr 5 Proz. aus 2.728. Kündigungen erfolgten in der Hauptsache im Zusammenhang mit Zahlungsschwierigkeiten, Konkursen und Betriebsstillegungen einzelner Firmen. Der Rück­gang der allgemeinen Arbeitslosigkeit führte zur Ent- lassung von Aushilfskräften bei den Arbeitsämtern. Das Bankgewerbe schritt an verschiedenen Plätzen zu grö­ßeren Personaleinschränkungen, ebenso die Kieler Werf­ten. Recht ungünstig ist im allgemeinen noch immer die Lage in der Textilindustrie. Dagegen zeigten sich Nah- rungs- und Genußmittelindustrien, Chemische Industrie, Spedition und Baugewerbe etwas belebter. Im Groß- und Einzelhandel wurden weniger Kündigungen ausge­sprochen. Das Stellenangebot ist aber noch immer

gedrückt.

Gesucht waren im April wieder hauptsächlich junge Kräfte mit guten Kenntnissen. Leistungsfähige Steno­typisten fehlten wie immer. Auch für junge Buchhal­ter für neuzeitliche Systeme waren vielfach günstige Der- mittlungsmöglichkeiten vorhanden. Die mit dem Aus­lands in Verbindung stehenden Firmen zeigten einen steigenden Bedarf an Angestellten mit perfekten Kennt­nissen in Fremdsprachen, an denen es mangelte.

Im April zeigte es sich erneut, daß der kaufmän­nische Stellenmarkt durch die Saisongewerbe (Außen­berufe) kaum irgendwie beeinflußt wird, sofern nicht ihre besonders gute Beschäftigung oder ihr Darnieder­liegen auf die Lage der übrigen Wittschaftszweige stark einwirkt, wie es in diesem Winter der Fall war. Der starken Abnahme der allgemeinen Arbeitslosigkeit tm April steht ein völliger S t i l l st a nd auf dem kaufmän­nischen Stellenmarkt gegenüber. Eine spürbare Ent- lastung wird auf dem Stellenmarkt für Angestellte erst zu erwarten sein, wenn der Rückgang der allgemeinen Arbeitslosigkeit nicht nur auf die Saisongewerbe, son­dern auch auf die übrigen Wirtschaftszweige übergreift.

Der Stand der Zivilversorgung.

Eine Denkschrift über den Stand der Ziviloer- forgung ist durch den Reichsinnenminister dem Reichstag in Vorlage gebracht worden. Die Zivil­versorgung vor dem Kriege gründete sich auf das Mannschaftsversorgungsgesetz vom 31. Mai 1906. Die Gesamtzahl der für eine Zivilversorgung in Betracht kommenden Kapitulanten des Heeres und der Marine entsprach kurz vor dem Kriege unge­fähr dem Bestand unserer heuttgen Wehrmacht, nämlich 110 Ö00 Mann. Während des Krieges hat die Zahl der Planstellen für Kapitulanten eine Aenderung nicht erfahren, Anstellungsscheine für den unteren Beamtendienst sind während des Krie­ges in außerordentlich großer Zahl ausgestellt wor­den. Die Zahl selbst läßt sich nicht einmal feststel­len. Nach dem Kriege konnten die noch im Dienst befindlichen Militäranwätter bei der Auflösung des alten Heeres nicht in die neue Wehrmacht über­nommen werden. Sie wurden entlassen.

An die Stelle des Zivilversorgungsscheines ist auf Grund des Wehrrnachtsveiforgungsgesetzes vom 4. August 1921 der gleichwertige sogenannte Zioildienstschein getreten, den auch die vettor- gungsberechtigten Offiziere bis zu einem Dienst­grad mit dem Diensteinkommen eines Obersten einschließlich erhalten können.

Am 26. Juli 1922 sind besondere Anstellungs­grundsätze ettassen worden, die im wesentlichen auch heute noch gelten. Der „Anstellungsschein" für den unteren Beamtendienst wird nicht mehr

ausgestellt und die „Aussicht auf Anstellung im Zioildienst" an ausgefchiedene Offiziere nicht mehr verliehen. Die Inhaber eines Versorgungs­scheines werden nunmehr als „Versorgungsanwär­ter" bezeichnet. Als solche gelten also die alten Militäranwärter sowie die Inhaber des Zivil- dienstscheines, des Polizeiversorgungsscheines und des Beamtenscheins. Ihnen sind vorzugsweise Vorbehalten: sämtliche Stellen des unteren Dien­stes, mindestens 75 v. H. der Stellen des Kanzlei» dienstes und mindestens 50 v. H. der Stellen jm mittleren Dienst. Den Versorgungsanwättern mit gewissen Einschränkungen gleichgestellt sind die Personen, denen früher die Aussicht auf Anstellung im Zioildienst verliehen worden ist.

Ueber den Stand der Zivilversorgung ergibt sich nun folgendes Bild:

Der jährliche Zugang an Versorgungsanwär­tern hat durch Hinzuttttt der Inhaber des Polizei- versorgungs- und des Beamtenscheins eine außer­gewöhnlich starke Vermehrung erfahren. Dieter sehr hohen Anwärterzahl steht eine ungewöhnliche Verminderung der Anstellungsaussichten gegen­über, weil <

a) zahlreiche Beamtenstellen in den abgetrete­nen Gebieten dauernd verloren gegangen sind,

b) eine große Zahl von Beamten, die entweder aus den abgetretenen Gebieten stammen oder in den einstweiligen Ruhestand versetzt oder in das Arbeiterverhältnis zurückversetzt sind, vor den Ver-

iJeßjslversländli^i!

II

Diese off in gutem Glau^ ben gegebene Auskunft trifft leider nicht Immer* zu. Gewißheit, daß eins Stoff indanthrenfarbig Und damit unübertroffen waschecht, lichtecht^ wetterecht ist, haben Sie erst, wenn das vor ge­legte Stuck das bekannte ierwiedergegebene In- anthren-Etikett trägt,’ Achten Sie darauf!

ndanthren