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Kreisblakt.

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Anzeiger für die Stadt Julda und den

is Fulda. Amtliches

Ar 107.

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Mittwoch, S. Mai 1929.

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Sö.Zahrg.

Ausdehnung des Rotfront-Verbotes.

Rot^ront-verbot auch in Hamburg.

wtb Hamburg, 7. Mai. (Eig. Meldg.). Der Senat hat sich dem Vorgehen Preußens ange­schlossen und den „Roten Frontkämpfer-Bund" so­wie die „Rote Jungfront" und die „Rote Marine" für das hamburgische Staatsgebiet aufgelöst.

Auch in Bayern ist Rot-Front verboten worden.

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Wie die Leipziger Arbeiterzeitung meldet, hoben die oppositionellen Betriebsräte Groß- Leipzigs in einer Versammlung eine Entschließung gefaßt, in der gegen das Vorgehen der Berliner Polizei Protest eingelegt und die gesamte Leipziger Arbeiterschaft aufgefordert wird, am Tage der Bei­setzung der Toten der Berliner Maitage am 8. Mai mittags 2 Uhr die Betriebe zu verlassen. In einem Gaubestht werden die Angehörigen des Roten Frontkämpferbundes und der Roten Jungfront zu Mitgliederversammlungen aufgerusen, die die Durchführung des in Hamburg verbotenen Reichs­treffens in Leipzig vorbereiten sollen.

Da in Sachsen zurzeit kein Parlament besteht, rann man wohl der dort besonders notwendigen Unterdrückung der sächsischen Rot-Front nicht nä­hertreten.

*

3m Verlaufe der leisten April- und ersten Mai­tage sind bei den durch die Demonstrationen der Kommunisten verursachten Unruhen i n s g es a m t 23 Personen, und zwar 17 Männer und fünf Frauen durch Schüsse ums Leben gekommen. Da­zu kommt noch ein Todesfall während eines Tu­multes auf dem Aleranderplatz, wo ein Passant unter ein Polizeiauto geriet.

verbot der Aufmärsche in Men. ^.Mener Rathaus-Korrespondenz zufolge gab mit -Rücksicht auf die Vorkommnisse bei den Auf- marichen in der letzten Zeit Bürgermeister Sein als Landeshauvtmann der Bundespolizeidirektion in Wien di? Weisung, bis auf weiteres alle Ä u s m a r f ch e uniformierter Selbst. fchutzverbande (Selbstschutz Wien, Heimo»'

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schutzverband Wien, Wiener Wehrverband, Wiener Heimwehr, Oesterreichische Frontkümpfervereim- gung, Republikanischer Schutzbund, Christliche Ar- beiterheimwehr, Wiener Arbeiterwehr und dergl.) in militärischer Ordnung unter freiem Himmel ge­mäß § 6 des Versammlungsgesetzes zu unter­sagen.

Sommunistenkundgebung in Kopenhagen.

Die Kopenhagener Kommunisten hatten aus Anlaß der Berliner Ereignisse eine Protest­versammlung in den Fälled-Park einberufen. Rach der Versammlung war beabsichtigt, einen Demon- strationszug zur deutschen Gesandtschaft auf dem Kastelswej zu veranstalten. Der Zug kam jedoch nur bis zum Trianglen. hier stellte sich ihm em Polizeiaufgebot entgegen, das die Demonstranten auseinandertrieb. Die deutsche Gesandschaft wurde von der Polizei bewacht. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen.

Das Nachspiel der Mai-Tumulte.

Dem Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium in Berlin sind bisher 85 Personen, die von der Polizei festgenommen worden waren, unter dem Verdacht der Beteiligung an den Mai-Unruhen vorgeführt worden. Der Dernehmungsrichter hat gegen 32 der Vorgeführten Haftbefehle we­gen Verdachts des Aufruhrs, Landfriedensbruchs und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt er­lassen.

Die Obduktion der Opfer der Mai-Unruhen, die von iber Staatsanwaltschaft angeordnet worden ist, muß vor einem Richter durch zwei Aerzte, darunter einem Gerichtsarzt, vorgenommen werden. Bei dem Amtsgericht Berlin-Mitte und Neukölln sind bisher acht Leichen der bei den Unruhen Getöte­ten obduziert und steigegebcn worden. Bei eini­gen der Leichen hat man Kugeln im Körper ge­funden, die einem Schießsachverständigen zur Klä­rung der Frage zur Untersuchung übergeben wor­den sind, von welcher Seite die tödlichen Schüsse ab= gegeben rvürdeu sind. -—■ —r—, •

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rung die Liquidation des deutschen Grundbesitzes in den abgetretenen Gebieten jetzt 11 Jahre nach dem Kriege aufs neue in Angriff. Im „Monitor Polski", dem polnischen Regierungs­anzeiger, sind allein in den letzten beiden Tagen des Monats April 33 Liquidationsbeschlüsse sowie ein Verkaufsausgebot veröffentlich: worden. Be­sonders bemerkenswert sind die Formen, unter denen bisweilen die Liquidationen vorgenommen werden. Ganz abgesehen ^davon, daß in allen Fäl­len bei dem Groß- und Kleingrundbesitz der Li­quidationserlös nur einen geringen Bruchteil des wahren Wertes darstellt, sodaß die Enteignung einer Verschleuderung des Besitzes aleichkommt, so ergeben sich bedauerlicherweise gerade bei den An­siedlern die größten Härten. Es handelt sich bei diesen durchweg um kleinen und kleinsten Besitz. Werden in solchen Fällen, wie es vorgekommen ist, die Grundlasten aufgewertet und die hohen Kosten des Liquidationsverfahrens in Rechnung gestellt, so ergibt sich die groteske Tatsache, daß den An­siedlern dafür, daß man sie von Haus und Hof vertreibt, noch eine Rechnung vorgelegt wird, die dann im „Gnadenwege" erlassen wird.

Deutschland und polen.

3» den Vorgängen in Oppeln und Warschau. „„,?n Appeln hat vor einigen Tagen eine Horde nationalistischer Rowdies eine polnisches Schauspie­lergruppe tätlich beleidigr Diese Tat, durch die 'Slt™ Verstand die ohnehin schon erheb- nd.en politischen Spannungen in Oberschlesien noch »eiter verschärft werden müssen, ist von der klar ^'^unftig denkenden deutschen Oefsentlichkeit entschieden verurteilt worden. Der preußische Staat 1 T. korrektester Weise alle Maßnahmen ergrif- m"' 3ur Bestrafung der Schuldigen und zur af’nli$er Vorfälle in der Zukunft not- °"ö"dem der Oberprüsident von Eh! « eJIen i>em polnischen Konsul in aller Form

ÄT* ausgesprochen hat, liegt für die geringste sachliche Grund vor, den deutsch"» reid) 5um Anlaß einer neuen anti- fZ SampQSne 3U nehmen.

Rowdies ° w§ es"scheid nationalistische Das tobt nun »r < k DJel nrehr als bei uns.

ihrerseits zu tun, um die an den Warschauer Nor »angen Schuldigen zu strafen und die Wiedecho- kung ähnlicher Ausschreitungen unmöglich au machen? M f

D-e .m Polen lebenden Deutschen haben schon öfters ähnliches und schlimmeres erlebt als die polnischen Schauspieler in Oppeln. Die’po-mtoen Stellen, aus tri» es dabei ankam, also in erster Linie die polnische Polizei, haben in diesen Fällen meist nicht dieselbe schnelle Korrektbeit, denselben Wil­len zur Wiedergutmachung an den Tag gelegt, den die deutschen Behörden in Opveln gezeigt haben. Die Belageruna des deutschen Gesandtschaftsgebäu­des, also praktisch die Freiheitsberaubung des Ver­treters des Deutschen Reiches ist weit schlimmer als die bedauerlichen Angriffe, die auf die polni- fchen Schauspieler in Oppeln geführt worden sind, hoffentlich erkennt man das auch in Warschau und verhindert durch eine entsprechende Praxis, daß das Verhältnis Polens zu Deutschland von politi­schen Kräften bestimmt wird, die immer verderblich bewirkt haben, wo sie auch auftraten.

Die Deutschen Zentrumspartei ist stets kür eine -Politik des Friedens und der Verständi- 6 u n g singet'eten. Sie will, daß auch Deutsch- * a n h und Polen zu einer versöhnlich e n, oile Teste zufriedenstellenden Regelung ihrer Bezie- wrnoen kommen. Deshalb bat sie das Recht, die Regierung in Warschau ernst und entschieden dar­auf hinAuweisen. daß eine solche Regelung geföbr- °et wird, wenn der polnisch? Chauvinismus sich öuch fernerhin so hemmungslos austoben darf, wie es jetzt und früher — man denke nur an die Maßlosigkeiten der polnischen Presse anläßlich un= '€r£5 Ostparteitags — getan hat.

Ertteuf Liquidierung des deutschen Grundbesitzes.

Aus Warschau wird gemeldete Wie hier be- rannt gegeben wird, nimmt die polnische Reale-

Genfer Lchsutz^ etrachiung.

Die vorbereitende Abrüstungskonferenz hat ihr Ende gefunden. Als letzter Punkt der Tages­ordnung wurden die Berichte des Sicherheitskomi­tees ohne Aussprache angenommen. Auf Vor­schlag des Vorsitzenden Politis wurde das Datum der Einberufung des Vorbereitungsausschusses zu seiner letzten Tagung dem Präsidenten Loudon überlassen, hierauf schloß der Vorsitzende Politis die Tagung mit einer längeren Rede, in der er nach einer Sympathieerklärung für den an Grippe erkrankten Präsidenten Loudon bereits den E r - f o l g der künftigen Abrüstungskonferenz eskomp­tierte, der man, wie er meinte, heute viel näher sei als vor drei Wochen.

Auf einem Presseempfang, bei dem sich Graf V e r nft.o r f f und die deutsche Delegation im Vor­bereitungsausschuß für die Abrüstungskonferenz oon den Vertretern der deutschen Presse verabschie­deten, gab der Führer der deutschen Delegation folgende Erklärung ab: v

Wenn Sie eine Erklärung von mir über die „ reJ?nLf,e dieser 6. Tagung des Vorbereitungs­ous,chusses für die Abrüstungskonferenz wünschen, ""r wiederholen, was ich in meiner .Wl$en Rede in der vorletzten Sitzung daß angesichts der Haltung, die der Ausschuß m der entscheidenden Frage der L a n d - ^"^eingenommen hat, wir deutlich a b- p"d von dem Programm, das die Mshr- £fSemC' unb-.2-Ltoir Don nun an diesem S x-ie ausschließlich alleinige Verantwor- Ä, m-Z ^Ibereitung der Konferenz über- wussen. Ich lege besonderen Wert darauf, Erklärung zu wiederholen. Angesiibts der ^s!^ußrede, mit der Politis die Tagung beendete mochte ,ch ausdrücklich festgestellt wissen, daß Po­litis nur namens seiner Mehrheit gesprochen haben kann und daß der überraschende Optimis­mus, mit dem er die Arbeiten des Ausschusses feierte, von der deutschen Abordnung, und wie ich wohl anneymen kann, von der öffentlichenMei- nnng der meisten Länder in keiner Weise geteilt wird. So kann ich keinerlei Erwartungen mehr an die anschließenden Arbeiten, die der Ausschuß I auf der letzten. Tagung vornehmen will, knüpfen I

Die einzige Hoffnung bleibt die Konferenz s e l b st, deren schleunige Einberufung das Ziel der verantwortlichen Organe des Völkerbundes bleiben muß, die nur dann zu einem Erfolg füh­ren kann, wenn, wie ich in meiner grundlegenden Erklärung am letzten Samstag sagte, die Regie­rungen ihren Vertretern andere Instruktionen er­teilen, als es bisher geschehen ist. Die deutsche Abordnung scheidet von dieser Tagung mit der Ueberzeugung, daß sie alles getan hat, was in ihrer Macht stand, um die Abrüstungsarbeit bei Berücksichtigung aller bestehenden Schwierigkeiten im positiven Sinne zu fördern, und daß, wenn sie dabei sich stets der kompakten Mehrheit des Aus­schusses gegenüberfah, sie zweifellos die kom­pakte Mehrheit der öffentlichen Mei­nung, und zwar nicht nut in Deutschland, hinter sich hatte. ___________________________

Attentat auf woldemaras.

Das „B. T." meldet aus Kowno, der Haupt­stadt Litauens: Als Ministerpräsident Woldemaras in Begleitung seines persönlichen Adjutanten Gu­binas, seines Pflegesohnes und eines Fräulein Jodinaite seinem Auto entstieg, um im Staats­theater einem Konzert beizuwohnen, wurde auf ihn ein Attentat verübt. Im Vorgarten des Thea­ters wurden von drei Personen sieben Schüsse abgegeben. Der persönliche Adjutant des Minister­präsidenten war auf der Stelle tot. Das Fräulein Jodinaite und der Pflegesohn Woldemaras' wur­den durch Bauchschüsse schwer verwundet. Wolde­maras selbst blieb unverletzt. Die Täter konnten bisher nicht festgestellt werden und sind anschei­nend entkommen. Die Kriminalpolizei und die politische Polizei haben sofort die Untersuchung eingeleitet.

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Man nimmt an, daß die Täter Anhänger des Führers der litauischen Emigranten im Wilna- Gebiet, Pleschkaitis, sind, zumal der schwerverwun­dete Hauptmann Verbickas, bevor er das Bewußt­sein verlor, ausgerufen haben soll: Sie haben vol- nisch gesprochen. Der Neffe von Woldemaras hat drei Bauchschüsse und einen Brustschuß erhalten. Er ist noch in der Nacht operiert worden und wird wahrscheinlich gerettet werden können. Fron Wolhmaras hat zwei Schüss durch den Mantl er- i'Ttlen, ist aber unverletzte geblieben, ebenso ist Woldemaras selbst vollständig unverletzt. Auf dem Platz fand man nachher zwei frfjarfe' Handgrana­ten und Munition. In der Ncht sind etwa 15 Per- Jonen verhaftet worden, doch haben sie mit dem Anschlag direkt wahrscheinlich nichts zu tun. Cs wurden auch Haussuchungen abgehalten und heute früh wurden die aus den Vororten nach der Stadt kommenden Personen auf ihre Pässe kontrolliert. Allem Anschein nach sind die Töter nach dem An­schlag in einem hinter dem Theater wartenden Automobil davon gefahren. Woldemaras und seine Gattin gingen ihren Begleitern etwas vor­aus, und so wurden nur ihre Begleiter verletzt da dr? Schüsse von rückwärts fielen. In Kowno herrscht Ruhe. Nach einer anderen Meldung wurde das Attentat auf Woldemaras von 4 Perlonen ausgeführt, von denen 3 Revolverschüsse abga^en, während der vierte eine Handgranate warf. Noch dieser Meldung ist bei dem Attentat auch gerade ein vorübergehendes junges Mädchen durch einen Schuß verletzt worden.

* Freiherr von Thielmann gestorben. Der frü­here königlich preuß. Staatsm'nifter und Staats­sekretär des Reichsschatzamtes, Mar Frhr. v. Thiel­mann. Mitglied des ehemaligen Herrenhauses, ist im Atter von 83 Jahren in Berlin verstorben.

* Mrchenprälldent Merz gestorben. Im Alter von 72 Jahren ist in Stuttgart der erste württem- bergifche Kirchenpräsident D. Dr. von Merz ge­worben. Kirchenpräfident von Merz vertrat die württemberische Kirche im deutschen evangelischen Äirchenausschuß, im evangelischen Kirchenbundes- rat und auf der Weltkirchenkonferenz in Stockholm.

wah^o'eerungen in §ranhreich.

Die Pariser Dresse über das Ergebnis der Munizipalwahlen.

Nach dem ersten Wahlgang urteilt das „Jour­nal des Debats" über di? Munizipalwahlen: Die weit links stehenden Parteien hatten gehofft, daß diese Wahlen sineBewegunggegendiena. tionale Politik kennzeichnen würden. Sie haben sich getäuscht. Der charakteftstische Zug der Wahlen ist Stabilität. Frankreich sehnt sich nicht sehr nach einer Aenderung.

Der „Pariser Soir" urteilt: Der erste Wahl­gang läßt keine merklich» Aenderung in der poli­tischen Zusammensetzung der Gemeinderäte erken­nen. Wie gewöhnlich hat in Paris die Mehrheit rechts gestimmt, in der Provinz dagegen links. Trotz der Voraussage von interessierter Seite wer­den die Parteien des alten Kartells der Linken, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Stellung behalten, die sie 1925 in den großen Provinzzen- tren errungen haben. In zahlreichen ländlichen Gemeinden scheinen sie sogar wesentliche FoR- schritte gemacht zu haben.

Die „Liberte" glaubt feststellen zu können, daß die Wahlen an der Verteilung der Kräfte der poli­tischen Parteien in der Provinz sehr wenig ge­ändert hätten. ________

* Austritt Graf Arcos aus dem Bayerischen Heimatbund. Den „Münchener Neuesten Nachrich­ten" zufolge ist Graf Arco-Valley, der seinerzeit Kurt Eisner erschossen hat, freiwillig -aus dem Bayerischen Heimat- und Königsbund ausgeschie­den, da die Landesleitung des Bundes die von Graf Arco-Nalle:i in Straubing gehaltene Rede als ihren Richtlinien widersprechend bezeichnete. Graf Arco hatte die unbedingte Reichstreue Bayerns in dieser Rede vr-isaegeben.

Die Sage in Paris.

Der erste französische Delegierte auf der Repa- rationskonferenz, Moreau, ist nach Paris zurück- gekehrt. Der Vorsitzende der Reparationskonferenz Owen B»ung, hat im Laufe des Nachmittags seine Ansichten über den von ihm den einzelnen Dele­gationen am Samstag angetünbigb.-n Kompromiß­vorschlag schriftlich zur Kenntnis gebracht. Wie man erfährt, sollen weder die französische noch die belgische Delegation sich bis jetzt zustimmend ge» äußert haben.

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wtb. Paris, 7 Mai. (Eig. Meld.) Reichsbank­präsident D r Schacht hatte heute vormittag eine längere Unterredung mit dem Vor­sitzenden der Reparationskonfe« renz Owen Poung.

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Eine außerordentlich scharfe Sprache gegen du Amerikaner führt die französische nationali- stische Presse. So schreibt das .Echo de Paris", übrigens herrsche der naive Glaube, daß das win- schafttiche Deutschland (von dem demokratische Deutschland wage man schon garnicht mehr zu spre. chen) uns von dem revanchelustigen Deutschland befreien werde, wenn man so klug sei, sich mit ihm zu verständigen. Nach dieser Feststellung brauche man sich nicht zu wundern, daß der Dollarim- perialismus, der durch Owen Poung und feine Freunde vertreten sei, mit den Deut» scheu ein gemeinsames Spiel treibe, da man Deutschland jenseits des Ozeans oft als das geeignetste Werkzeug für die Vorbereitung der Vereinigten Staaten von Eurova ansehe. Wenn die Bank für Internationale Zahlungen wirklich Gewinne abwerfen werde, so deshalb, weil sie auf dieser Forderung aufrrebaut worden sei. Es wäre möglich gewesen, und es wäre für anpassungs­fähigere Delegationen h»ute noch möglich, die Ver­bindung zu brechen, die hergestellt sei zwischen einem Schiedsrichter, der in diesem Falle wirklich zu sehr seines Mindestmaßes moralischer AutoriM entbehre, da er anderen Ländern ein Desinteresse­ment emvfeble, das er selbst nicht btfo’ge, und einem deutschen Nationalisten, dessen Absichten klar seien. __________

Zur Uasssnlaae des Reiches.

Der Plan, einen Teil der im Besitz des Reiches befindlichen Reichsbahnvorzugsaktien bei Sparkas­sen und sozialen Versicherungsträgern unter,zudrin- gen, wird aufrecht erhalten, aber kommt, wie mir erfahren, für den Augenblick nicht in Frage. Die Begebung einer Anleihe bis zu 500 Mil­lionen, die mit wesentlichen Steuervorteilen aus­gestattet ist, ist >n einem Gesetzentwurf feftgekgt, der zurzeit bereit dem Reichsrat vorliegt, welcher am Mittwoch dazu Stellung nehmen dürste. Als­dann kann das Gesetz an den Reichstag gehen. Maßgebend war der Wunsch, aus den dauernden Uttimo-Schwierigkeiten herauszukommen auf einem Wege, der zwar feine Bedenken hat, die aber zu­rückgestellt werden mußten. Die Gefahr des Zu- rücküfließens einer Anzahl anderer Anleihen ist nicht zu leugnen, z. B. bei der Reinhold-Anleihe. Ob eine Steueramnestie vorgesehen werden soll, kann noch nicht beantwortet werden, ebenso wirb die Frage, wann sie getilgt werden soll, noch er­wogen. Es sollte jetzt vor allen Dinaen die Mög­lichkeit zur Beschaffung einer solchen Anleihe ge« schaffen werden.

Die Lokmbeweouna.

Tas Preußische Staat sm inisteriuu hat Taut „Vorwärts" in der Lohnbewegung der Reicks- und Staatsarbeiter jetzt tue Initiative ergriffen und die am Tarifvertrag für die preu-- ßischen Verwaltungsarbeiter beteiligten Organisa­tionen zu Verhandlungen über die Neufestsetzung der Löhne eingeladen, die kommenden Mittwoch stattfinden.

und DipPmatenöierft.

Das Dr. Sfrefemann zu dieser Frage sagk.

Im Haushaltsausschuß des Reichstags wurde, dieser Tage Etats-Titel beraten, b:e die auslän­dischen Vertrettrngen des Reiches behandelt. Be­richterstatter Prälat Dr. Schreiber (Ztr.) for­derte stärkere paritätische Behandlung des Bürger­tums gegenüber dem Adel sowie einen wechselseitigen Austausch in der Besetzung der Botschalten, Ge­sandtschaften. Generalkonsulate und Konsulate. Für die wirtschaftliche Eingliederung des Saarreviers ins deutsche Reich werde nicht genug getan. Reichs- außenminister Dr. Stresemann protestiert hierge­gen in einem Zwischenruf und erklärt bann: Es gebe keinen Adel mit irgeiidwelchen Vorrech­ten mehr in Deutschland. Der Abel sei heute nur noch ein Namensadel, der nicht einmal die Bedeu­tung einer besonderen Gesellschaftsschicht habe. Wenn man vom Adel als von besonderen Menschen rede, so beruhe das a u f b r> z a n t in i sch er Ein­st e l l u n g mancher Schichten des „Bürgertums" das in Wehmut erschauere vor einem Adligen. Der Minister erklärte aber den Wunsch zu verstehen, daß alle jungen Leute, die in das Auswärtige Amt einträten, gleichmäßig ausgebildet werden sollten und war sowohl bei Gesandtschaften und Botschaf­ten und auch in dem mehr Wirtschaftlichen bei Konsulaten und Generalkonsulaten Bei allen Ve> tvachtungen über die Personalpolitik des Auswäv tigen Amtes müsse man aber mit dem Stand rech­nen, der aus der früheren Zeit hätte über­nommen werden müssen. Er habe im früheren Deutschland in emer Rede daraus hingemiefen baß das kaiserliche deutsche Reich 18 adlige