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Fuldaer Zeitung

Rund um die Woche

3u den Gtraßenkämpsen in Berlin

I

ist das Grundprinzip

des neuen

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rascht sein.

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3. Blatt.

Druck der Fuldaer Acliendruckerei, Fulda.

M (05.

Sonntag, ven 5. Mai 1929.

nicht noch Aenderungen vorgenommkn werden, in Deutschland unmöglich sein, öffenlliche De^ohmn- aen des Christentums, wie sie im bolschewistischen Rußland an der Tagesordnung waren, zu verhin­dern So erklären wir Gott, wenn man den Aus­druck brauchen darf, für Vogelfrei und wn verges­sen daß Gott seiner nicht spotten loft.. Hatten wir nicht gerade in unfern Tagen seinen Beistand dop- pelt nötig? Aus den Feldern steht die halbe Saat erfroren, und der so schon notleidende Bauer gerat in noch schwereres Unglück. Die Genfer Verhand- lunoen enden wieder mit einem vollkommenen W. Sb« ist nicht gelungen, das Wrüften der Völker einzuschränken. In Paris sind die Ver­handlungen stecken geblieben, und wir daß man uns nichts schenkt. So cheint Menschen­kraft überall am Ende zu sein. Sollte uns das mcht veranlassen, umsomehr nun nach Gottes fitlf e auszuschauen? Müßte es uns nicht bewegen, die Kräfte einer höheren Welt, die w'r vergessen haben wieder zu wecken? Und nun dieses Schau,prsl kleinlichster Kulturkämpferei! Drsse sich Kaufenden Fälle von Verhöhnung der Religion! Gottes Mühlen mahlen langsam ....

Wir wollen dabei freilich nicht übersehen, daß die Oeffentlichkeit doch niemals ein klares Bild des Gesamllebens gibt. So vieles wirkt m der Stille, was niemand beachtet. Da schickt mir vor kurzem jemand 21 Mark für ein Heidenkind. Es soll Jo- sph heißen. Ist das nicht schön? Von einem Bur­schen hörte ich füngst, der zu einem Priester tarn und ihm ebenfalls 21 Mark gab für einen kleinen Reger, der losgekauft werden sollte. Woher hatte der arme Junge das Geld? Man denke sich, er hatte bei der ersten heiligen Kommunion den Vor­satz gefaßt, ein Heidenkind zu befreien. Armer Kötter Kind, hatte er die 25 Pfennig, die er jedes- mal bekam, wenn er nach dem Sonntagsgottes­dienst bei der großen Entfernung der Kirche brau- ßen Kaffee trinken mußte, sich zurückbehalten und war eben ohne Frühstück wieder den weiten Weg nach Hause gegangen. Das hat er Jahre lang so gehalten, bis er die 21 Mark beisammen hatte. Das gibt es also auch heute noch Von irgend- einem Exerzitienhause hörte 'ch, wie da die Arbeiter, nachdem 'sie Nachtschicht gehabt hatten, über Tags den Vorträgen folgten. Am letzten Tage gingen sie, von der Grube kommend, >n der Frühe zur heiligen Kommunion.

Das vollzieht sich alles m der Stille. Während Tausende und Zehntausend« nichts denken als «Sport und Film und Sommerfrische, gibt es andere Tau. sende — wer kennt ihre Zahl? — die im Verborge­nen ein Leben des Opfers führen. Wieder andere besuchen in freien Stunden arme Familien. Wieder andere sind aus freier Liebe tätig m der Fürsorge. Sie alle rufen den Segen Gottes herab. Sie sind im Tiefsten auch glücklich, obwohl ihr Los nach außen hin nicht besser ist als das der anderen.

Sie tragen ja in der Seele eine große Liebe und hat man die, so kann man leben. Gerade lie haben auch einen besonderen Sinn für die Schönheit der Natur, aus der nun von neuem das Antlitz Gottes lächelt. .,, ,, . ,

Sind die ersten Schwalben mcht schon dar Schlägt nicht schon wieder die Nachtigall? Drangen die Knospen nach der langen Wartezeit maft her­aus? Wenn nun die Wärme kommt und der Re­gen dann wird sich alles über Nacht in em Para­dies verwandeln. Im Hause aber springen dio Kinder, die nunmehr im Freien sein dürfen. Wie Hündchen sind sie oft, die schon wittern, daß der Herr spazieren geht .... Und du beginnst mit ihnen zu plaudern und freust dich des langen Lebens. Allzudrollig sind sie ja und viel gescheiter als die Eltern. Wie sagte doch der Bub: „Muttt, weißt du auch, was D. I. K. ist? Mutn schüt­telt den Kops, und Bubi triumphiert: „Aber das ist doch ein großer Sportverein!" . . . . Ernsthaft und fast vorwurfsvoll sagt das der Kleine um gibt dann noch den guten Rat: „Mutti, zieh Lackichuh an dann markierst du was . . . ." Und so geht e5 den ganzen Tag. Und verständen wir noch, was die Dohlen, die Elstern und die Wachteln alles schwätzen, so wüßten wir, daß es wirklich nock) Ge-

Der Fall George Groß mit seinem Christus in der Gasmaske hat die christliche Oeffentlichkeit weil- hin erregt. Das Schlimme ist, daß sich in diese Auseinandersetzungen immer gleich die Leidenfä>alt mischt, dft eine vernünftige Erörterung ausschaltet. Dieser Leidenschaft gesellt sich dann die Unehrlich­keit hinzu, die unter dem Vorwand der Freiherr der Kunst die Religion bekämpft. Der Ton macht auch hier die Musik, und achtet man aus den Ton, der in Linksblättern, vom „Berliner Tageblatt angefangen bis zur „Roten Fahne", sich bemerkbar macht, so weiß man genug. Künstler sind ott ei­gentümliche Leute. Sie verlieren in ihren Atellers nicht selten die Fühlung mit den übrigen Menschen. Verdient George Groß auch nicht im besonderen unser Mitleid, so könnte man sich denken, daß er in seiner Darstellung nur jenen Vorwurf bildhaft habe gestalten wollen, der auch auf ernster christ­licher Seite oft genug erhoben worden ist. Man hak eben nicht selten die Religion zur «klavin der Po­litik des Kapitalismus, der KriegspfyclMe gemacht, und das war ein Verrat an CH r l ft u s, wo immer es geschehen ist. Man könnte sich den­ken, daß ein Dichter in einem Zeitalter, «" dem der Expressionismus noch welterwirkt, d:ese Idee habe ausdrücken wollen. Er hat aber vergessen, daß seine Symbolik in der einmal gewählten Form sich nicht gegen den Mißbrauch 'des Christentums rich­tet, sondern daß sie den Stifter des Christentums selbst trifft. Darob sich zu empören, hatte die christ­liche Oesfenüichkeit allen Grund. Der ganze Fall hat das Gute gehabt, daß er die chnsülche Seele ein­mal wieder aufgerührt hat.

Eigentsich ist es doch nicht richtig, sich jetzt plötz- list über ein Bild aufzuregen, nachdem man dau- ernt) zu andern, die mindestens ebenso heraussor- dernd waren, geschwiegen hak. Man sehe sich doch nur die Illustrationen im „Vorwärts , in der „Frankfurter Dolksstimme", einem Blatt, das m fast jeder Nummer das katholisckze Gefühl schwer kränkt, oder in der „Roten Fahne' an, um von anderem nicht zu sprechen, und man lege sich die Frage vor, ob die Religion des Christentums sich in Deutschland dergleichen gefallen lassen muß. Das Wort von der Freiheit der Kunst hat gewiß fernen ernsten Sinn, aber seine Verwendung wird in b:m Augenblicke sehr schwierig, wo man sowohl übe» die Freiheit wie auch über die Kunst die allerversch'e- densten Ansichten hat. Da kann man denn ins Endlose streiten, und es haben die Leute, die unter der Maske solcher Schlagworte die Religion be­kämpfen, ein leichtes Spiel.

Diel betrübender als der Fall George Groß ist die Verhandlung, die im Ausschuß des Reichstages über den Gotteslästerungsvaragraphen geführt worden ist. Schließlich konnte nicht ein­mal erreicht werden, daß eine Beschimpfung reli­giöser Gebräuche strafrechtlich geahndet wird. Cs wird darum, wenn hier in der endgültigen Fassung

Der Fall Groß. - Gott läßt seiner nicht spotten. - Die Stillen im Lande. Mutter und Kinv.

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Wie wird das IPetter ?

Starker Luftdruckanstieg läßt den Rest des Tiefs, das über Süddeutschland liegt, sich ausfullen, wodurch clm ! äußerst gleichmäßige Luftverteilung hergestttlt wird, än I ihrem Bereich wird zwar im allgemeinen schönes Wetter ' herrschen, doch können immerhin stellenweise noch kürzere Regenfälle auftreten. Später wird ein Sch Zeit über England liegender Druckfall wieder em vorübergehende

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und im wesentlichen trockenes Wetter.

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