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Nr. 104.

Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisb!att).

Samstag, 4. Mai 1929.

Sutva, den 2. Mal 1929

Dandelkoazerl.

SDlotgen Somslaa. den 4. ds Mts., findet bei günstiger Witterung im Sch.otzgarten von 5—6 Uhr nachmittags ein Wandelkonzert des Trompeterkorps des Art.-Regt. 5 statt.

Hessen waldeckischer Slädtelag.

Die diesjährige Tagung unserer heimatlichen Städre mdet am 23., 24. und 25. Mai tn Fran- kenberg a. d. Eder statt. An Vorträgen sind vor» gesehen „Finanzierungen der Städte", Dr. Haeckel, Präsident des Reichsstädtebundes, Berlin; „Das Feuerlöschmesen <m Regierungsbezirk Kassel". Lan­desbaurat Fleischer, Kassel; „Die kommunale Elek- trizitätslvirtschaft", Direktor Dr. von Gündell, Kassel.

Die Notverordnung über die Gewerbesteuer.

Der ständige Ausschuß des preußischen Land­tages beschäftigte sich am Donnerstag mit der Not­verordnung, die oon der Regierung erlassen wor­den ist, um für die weitere Erhebung der Gewerbe­steuer die gesetzliche Unterlage zu schaffen Di- Notverordnung deckt sich inhaltlich mit den Beschläft sen, die in der vergangenen Wackre in der zwei­ten Lesung bei der Beratung der Regierungs­vorlage über die Gewerbesteuer geiaßt waren und die wir hier mitgeteilt haben Sie bringt bekannt­lich eine Erleichterung für die unteren Sleuerstusen. In der Notverordnung, die mit 15 gegen 14 Stim­men angenommen würde, ist die Besteuerung der freien Berufe nicht enthalten.

Aür Ordnung und Sauberkeit in den Zügen.

Im Hinblick auf den bevorstehenden stärkeren Reiseverkehr macht die Verwaltung der Reichsbahn darauf aufmerksam, daß es im Int-resse des reisen­den Publikums liegt, wenn es die Bestrebungen der Reichsbahn, in den Bahnhöfen, auf den Bahn­steigen und in den Zügen Ordnung und Sauber­keit zu halten, möglichst unterstützt. Leider ist es notwendig, van Zeit zu Zeit daran zu erinnern. Die Rerchsbahnverwattung begrüßt es mit Dank, wenn die Reisenden *hre Mithilfe zur Verfügung stellen. D»e große Bedeutting einer Mchen Unter« stübnng g-ht aus der Tatsache hervor, daß die meisten Züge erst nach längerer Fahrt während d s Stsltt-aens gründlich g-reini"t werden können. Auch das Rauchverbot fn den N'ckst-Raucherabteilen muß im Interesse der Gesundheit u nd Ordnung streng durchgeführt werden.

Aus der Zentrumspartei.

Am Donnerstag abend erstattete Stadtverord­neter Edvard Schmitt in der Versammlung des 10. Bezirks Bericht über die Aufgaben der Zen­trumsfraktion in d'n städtischen Körperschaften In der anschließenden Ausfvroche wurden Anregungen für die bevorstehenden Arbeiten innerhalb der Par. tei gea-ben. Zum Schluß wurde für den Bezirk der Vorstand aewählt Vorsitzender: Rektor Kokle, stellv. Vorsitzender: Amtsgerichtsrgi Dr. K e u l. Schriftführer: Ferd. Latsch, Glaser, Bei­sitzer: Weingroßhändler Ed. Schmitt, Gewerk­schaftssekretär P. Stahl und Iustizinspektor Dege. Alle sind zugleich Obmänner für den Kreisausschuß Fulda-Stadt.

Die poNzeiliche Vernehmung von Kindern.

Für die staatliche Polizei Preußens sind neue Richtlinien über die Vernehmung von Kindern und Jugendlichen ausgegeben worden. Die poli­zeiliche Vernehmung Jugendlicher soll sich nur auf das unbedingt Notwendige, d. h. auf den Tä^er und den Tatort und die Tateinheit erstrecken. Be­sonderer Wert wird darauf gelegt, daß der gute Ruf der zu vernehmenden Jugendlichen geschont wird. Der vernehmende Beamte soll sich so zu den Kindern einstellen, als ob er der Vater wäre. Drohungen oder Versprechungen dürfen zur Erlangung eines Geständnisses oder einer Aus­

sage nicht angewandt werden. Jugendliche sind geneigt, ihre Antwort nach der Formulierung der Frage, nach der Betonung oder einem sonsti­gen Zeichen einzurichken. In den Protokollen soll die natürliche Ausdrucksweise des Jugendlichen nie­dergelegt werden, damit man sich später ein mög­lichst wahres Bild von den Aussagen und ihrem Werte machen kann.

Akkumulatorenbatterien nicht mit dem brennenden Streichholz prüfen.

Wiederholt ist es vorgekommen, daß Kraft­wagenbesitzer oder -führer bei der Prüfung des Säurestand-s ihrer Batterie schwerverun- glück! sind, da sie bei ungünstiger Beleuchtung in der Garage mit einem Streichholz oder offenem Licht in die Zelle hineinleuchteten. Hierbei erplo- dierte die Batterie unter lautem Knall und die Schwefelsäure spritzte dem llnvorsichtigen entgegen, wobei es dann häufig an den ungeschützten Kör­perteilen schwere Berletzunaen gab. Be-m Laden einer Batterie bildet sich WasserstoffgM, das sich über den Spiegel der Akkumulatorensäüre aniam- melt. Werden mm die Zellenverschrau''unq-n ge­löst, ‘o tritt Luft hinzu, und durch die Benbindung des Wasserstoftgales mit dem Sauerstoff der Luft entsteht ein gefährliches Knallgas. W'll man den Säurebestand prüfen, fo tut man das am besten im Freien bei Tageslicht, oder man benutzt eine Taschenlampe. Also Vorsicht mit offenem Licht.

Eine Luftfahrk-Derbewoche vom 5.—12. Mai

hält der Deutsche Luftfahrt-Verband ab. Die Oesfentlichkeit soll aus die Gefahren und Hemmungen aufmerksam gemacht werden, die dem deutschen Flugwesen durch die beabsichtigten Elats- abstr-che im Reichstage und durch Die Beschränkung der Lufts"'wt in den internationalen Verträgen droben. rotz aller Schwierigkeiten hat das deutsche Flugwesen sich in der Welt Geltung ver­schafft. Wenn fetzt die Zuschüsse des Reiches zu stark gekürzt werden, wird die deuttche F'ugindu- strie ihre Betriebe einschränken und her Luftver­kehr einen Teil feiner Linien abbaum müssen. Be­sonders der Segelftug wird in seiner hoffnungsvol­len Entwicklung gehemmt werden. Durch m grosse Svarsamkeit des Reiches auf dem Gebiete des Flugwefens könnte tatsächlich der Vorsprung, den Deutschland hat, verloren gehen und die zi'lbc- wußten Bestrebungen anderer und wirtschaftlich stärkerer Länd"r indirekt gefördert mertrn. — Wft wir hören, wollen auch die am Flugwesen Interes­sierten Kreise in FuDa im Rahmen der. Wnbe- woche e*ne kleine Ausstellung von Fluggerät und ehre öffentliche Sammlung durch Blumen- oder Kartenverkauf veranstalten.

öle erlangt man das Armenrecht?

Zur Erlangung des Armenrechtes muß man sich zuerst ein behördliches Armutszeug, n i s besorgen. Das Armutszeugnis stellen meist die Polizeiverwaltungen, aus dem Lande also die Bürgermeister, aus In dem Armutszeugnis wird dem Betreffenden bescheinigt, daß er ohne Gefahr für sein-m Unterhalt die Prozeßkosten nicht tragen kann. Die notmenhmen Unterlagen sind dem Antrag beiuckügen. Das Armutszeugnis ist von dem Antragsteller mit dem Ggiuch um Demü­tigung des Armmrechtes bei dem Gericht einzurei- chen. Da das Gesuch nur bewilligt wird, wenn der Prozeß begründete Aussicht auf Erfolg M^et ist mit der Girre*chuna des Armenrechtsgefuches cheichzeftig der Promssstofs tu erörtern. u***er Bei­fügung der notwendigen Beweismittel. Das Ar- menrecht-gefuch kann bei den Gerichten schriftlich eingereicht werden, es kann aber auch zu Proto­koll Urkund'f'-'amten erklärt werden, ß’hnf das Gericht das Gesuch ab, so kann dagegen Be- schw"rde erhoben werden und zwar schriftlich ober zu Proto toll d-s Urkund^beamten. Gegen ab- lehrende Beschlüsse der Oberlandesgerichte ist eine Beschwerde nicht mehr zulässig.

Aus dem G-richkssaal.

Am 15. Dezember v. Is. fuhr der fetzt arbeits­lose Schlosser A. Gr. von E. mit einem feeren Lie­ferwagen, in dem außer dem Kraftwagenführer noch 3 Personen faßen, von Fulda nach Eichenzell.

In der Nähe der Hartrnannschen Fabrik kam der Wagen infolge der Straßenglätte ins Rmichen drehte sich um, fuhr einen Zaun an und fiel um. Hierbei wurde der 25jährige Arbeiter I. R. von Bronnzell leicht verletzt. Wegen fahrlässiger Kör­perverletzung wurde Gr. zu 30 Mark Geldstrafe ober zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt. — Der 24- jährige arbeitslose I. Z. von hier war am Abend des 20. Febr. aus einer hiesigen Wirtschaft mit Gewalt entfernt worden. Aus Zorn hierüber zer­trümmerte er von draußen einige Fensterscheiben u. verursachte ruhestörenden Lärm. Urteil 18 Mk Geldstrafe. Der in dieser Sache geladene und nicht erschienene Gastwirt W. L. von hier erhielt eine Ordnungsstrafe von 10 Mark. — Der Gastwirt I. H von M war angeklagt, sich im Dezember und Januar aus vier hiesigen Wirtschaften ohne Be­zahlung der Zeche entfernt zu haben. Der Amts­anwalt hatte wegen Betrugs 40 Mark Geldstrafe beantragt. Das Urteil lautete aber auf Frei­sprechung, da H. nicht nachzuweisen war, daß er beim «Betreten der Wirtschaften überh kein Geld bei sich hatte. — Der Kraftwagenführer K. von Lauterbach hatte gegen einen polizeilichen Straf­befehl über 5 Mark Einspruch eingelegt. Ihm wurde zur Last gelegt, einen Personenkraftwagen am 30. Januar nachmittags eine Viertel Sttmde fanq verkehrshind->rnd an einer Straßenecke aufge- stellt zu fragen. Es erging der Belchüiß. das Ver­fahren wegen Geringfügigkeit einzustellen. — Ver­tagt werden muhte eine Stroma*» gegen den P .ch- ter des Kllrbbäuschens am Röhlinqsmgld, Herrn «l oon hier, da er den Richter für befangen •:t- klärte. .

Pas Handwerk im April.

Die bereits im Vormonat gemeldete langsame allgemeine' Belebung der Handm-rks- wirtichaft hat nach den Mitteilungen des Reichs- Verstandes des deutschen Handwerks ihren Fort- gang genommen. Die Hauptbelebung ist m den Saisonhandwerken festzustellen. Nachteiilge Wir­kungen der Witterung waren jedoch im Dauge- merbe zu beobachten, wodurch die Bautätigkeit noch nicht in vollem Umfange einsetzen konnte und auch die Baunebengewerbe nur wenig in der Lage waren Außenarbeiten in Angriff zu nehmen. The

volle Entwicklung wurde ferner durch die in den meisten Zweigen des «Laugewerbes geführten Tarif- und Lohnverhandlungen gehindert.

In den Bekleidungshandwerken, für die der Berichtsmonat mit zur Hauptgeschäftszeit gehört, war die Beschäftigungslage einigermaßen zufrie­denstellend. Vor allem berichtet das Herrenschnei- derhandwerk über ausreichende Beschäftigung, während das Damenschneiderhandwerk sowie das Friseurhandwerk unter der Ungunst Der Witterung zu [eiben hatten. Auch bas Sattlerhandwerk wurde hierdurch stark betroffen. In den metallverarbei- tenben Handwerken machte bie immer weiter um sich greifende Normalisierung und Typisierung

3eöe MW M die einen Gefallenen betrauert, ab< auch jene, die Gottes Gnade ot diesem Leibe bewahrte, spendet am 5. Mai ein Opfer für die Arauc« frledenskirche zum Gedächtnis der Gefallenen.

(Baben nimmt d*e SeidtäftsfteHe der Fuldaer Zettuna sowie die Vorsitzenden der fattjo- ltjchen Frauenoraon laitonen an oder mar wolle Spenden e n enden au: Postscheckkonto KöinRr 337 i ür dieFrauen'eledens »rche.

zahlreicher früher vom Handwerk hergestellter Ar­tikel sich nachteilig für den Absatz des Ha"dwerks bemerkbar. In den Nahningsmitteibandwerken war die Geschäftslage nicht ganz einheitlich. Dor allem das Müllerhandwerk hatte unter der Konkur­renz der Genossenschaftsmühlen und sonstigen Großmühlen sehr zu leiden.

In den l ä n d l i ch e n Gebieten war infolge der Kapitalknappheit der Landwirtschaft die Laae des Handwerks überwiegend schlechter als namentlich :n größeren Städten. Nur bie Handwerksberufe, bie für «Reparaturarbeiten an landwirtschaftlichen Geräten in Frage kommen, wie beispielsweise bie Sattler Stellmacher und Schmiede hatten ein»n et. was lebhafteren Auftragseingang zu verzeichnen Nachteilig wirkte sich auch der von den lanbmirt* Ichaftlichen Drgamfationen verschiedentlich propa- .......M । irini-------——E--«

Sonn- iuiü zkiMWS-SiklesMH im Snlinet WniÄ

Altglashütten (am Dammersfeld): 9 Uhr Amt mit «ßrebiat (neral Maria Ehrenberg). -Batten: (ab- wechselnd mit Seiferts) 8 Uhr Hochamt mit Predigt ober 10 Uhr Hochamt mit kurzer Ansprache - Bischofsheim o. dRhön: 7Uhr Frühmesse 9 Uhr Hauptgottesdienst. — BrückenauBad:(15 Mai bu- 18. September) 6 Uhr Frühmesse, %10 Uhr Amt mit Predigt. — Brückenau Stadt: %7 Uhr Frühmesse, 9 Uhr Amt mit Predigt. — Dittershausen: 9 Uhr Hochamt mit Predigt. -Dipp e r j: 9 Uhr Hochamt mit Predigt — Eckweisbach: 7 Uhr Frühmesse, %9 Uhr Hochamt mit Predigt. - Elters: 9 Uhr Hochamt mit Predigt. — Friesenhausen: %9 Uhr Hochamt mit ^rebigt. Geisa: 8 Uhr hl Messe mit Predigt, 10 Uhr Aodiamt mit Predigt. (In der Hospitalskapelle am 2 und 4. Sonntag im Monat 7 Uhr hl. Messe). - ® er». ?eld' Wl Uhr Frühmesse mit Ansprache, 9 Uhi Amt mit Predigt (während der Geltungsdauer des Som- mersahrplans der Eisenbahn), für die übrige Zeit: 7 Uhr Frühmesse. 9 Uhr Amt. - Hilders: 9 Uhr Amt mit Predigt, (vom 15. Mai bis 1. Sept. 849 Uhr). — Hof. bieb er: 7 Uhr Frühmesse mit Ansprache, 954 Uhr Hochamt mit Predigt. Klein fas sen: 7 Uhl Frühamt. %10 Uhr Hochamt mit Predigt (am 2. Pfingstfe'errage und am 1. Sonntag im September findet der Ha-igt- gottesdienst auf der Milseburg statt.) — Kothen- (ab­wechselnd mit Sveicherz) 8 Uhr ober K10 Uhr Hochamt mit Predigt. (Bergt. Maria-Ehrenberg) — Kloster Kreuzberg: %7 Uhr hl. Messe, 9 Uhr Hochamt mit Predigt — Lahrbach: 7 Uhr Frühmesse mit Predigt 910 Uhr Hochamt mit Predigt. — Lütter: 10 Uhr Pfarrgottesd'-mst ausgenommen am 9. und 12 Mai, 2. und 9. und ^0. Juni, 21. Juli, 11. August und 1. Sept., wo der Gottesdienst um 9 Uhr ist. — M a r i a E h r e n - b e r g: 7 Uhr und 8 Uhr hl. Messen, 9 Uhr Hochamt mit Predigt tarn 30 Juni, 26. Juli, 15. August 8. Septbr. und 29. September). An diesen Tagen ist in Motten, Kothen und Altglashütten um 6 Uhr Frühgottesdienst

। Der angeführte Gottesdienst auf Maria Ehrenberg iin- bet nach ooraufgegangener Prozession statt: 1 am 29.

I Juni (Mariä Heimsuchung), 2 15 August (Mariä n m-

melfahrt) 3. 8 September (Mariä Geburt) - Mot­ten: 9 Uhr Amt mit Predigt (vergl Maria Ehrenberg).

Oberbach: 9 Uhr Hochamt mit Predigt. — O n e r • riebenberg: 9 Uhr Hochamt mit Predigt —Bad

Orb: %7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr Schulgottesdienst mh

Predigt. 5410 Uhr Hochamt mit Predigt, % 11 Uhr Schülergottesdienst mit Predigt (Juni, Juli August im Kurhaus St Elisabeth Frühmessen von 6 Uhr am —

Poppenhausen: 547 Uhr Frühmesse, 9 Uhr Hoch- irrst mit Predigt. (Von Allerheiligen bis Ostern Beg-nn

der vorgenannten Gottesdienste je 54 Stunde fpäter > —

Ried: 549 Uhr Gottesdiest (außer 9 und 19 Mai. 9. 30. Juni. 21. Juli. 11. August und 1 Sept). — 'Ro­me r s h a g: 549 Uhr Amt mit Predigt — Salz» ichlirf Bad: In der Pfarrkirche: K>7 Uhr hl M"sse,

9 Uhr Amt mit Predigt: im Schwesternhaus: 548 Uhr hl Messe — Schmalnau- 7 Uhr Frühmesse m’t An- spräche, 9 Uhr Hochamt mit Predigt. — Seifer t s: (abwechselnd mit Batten) 8 Uhr Hochamt mit Predigt ober 10 Uhr Hochamt mit kurzer Ansprache. — S ' eblos bei Abtsroda (1 Stunde vom Gipfel der Masserk-tppe entfernt): 9 Uhr Hochamt mit Predigt (Von Allerheili­gen bis Ostern Beginn des Gottesdienstes eine hübe Stunde fnäter). — Sveicherz: (abwechselnd mit Ko­then) 8 Uhr ober 5410 Uhr Hochamt mit Predigt. - Thalau- 7 Uhr Frühmesse, 9 Uhr Hochamt mit Vr» digt. — Vacha: 8% Uhr Hochamt mit Predigt. — Kloster Volkersberg: 9 Uhr Predigt, % 10 Uhr Hoch­amt. — Weyhers: 7 Uhr F-ohmesse 9 ltt"- (öochrnst mit Predigt. — Wickers: 9 Uhr Amt mit Predigt. — Wiefenfeld: Am 1 und 3 Sonntag im Monat 9 Uhr Hochamt mit Predigt. — Wildfle cken: 9 Uhr Amt mit Predigt. — Wüstensachsen: 9>tUhr Hoch­amt mit Predigt.

Grösste

Kilometer

Der 5ch'ot.

Don Marie Jonghaus.

Titan du!

Ragender Gigant!

Don der Schwielenfaust zu den Wolken gerückt, Mit der schwarzgrauen Flagge des Werkes geschmückt, Regierst du das Land.

Sirenenschrei

Kündet der Welt deine Macht.

Es wirft den Speer der junge Tag —

Amboßdröhnen, Hammerschlag,

Die Arbeit erwacht.

Heber Rädersaufen, Flammenglühn

Strebst du ins Licht.

Du adelst die Stirne in Staub und Ruß, Du prägst den Helden, der siegen muß Unter eiserner Pflicht.

die die Altertümer bergende Schicht trifft, tritt Spaten und Hacke, ja auch Hand und Finger in Tätigkeit. Dann heißt es mit größter Behutsamkeit oorgehen, denn die meisten Altertümer vertragen eine zu harte Berührung nicht. Und alles muß möglichst an Ort und Stelle ge­lassen werden, bis man einen Ueberblick darüber hat, um was für Gegenstände ober Baulichkeiten es sich handelt Da findet man zum Beispiel Steine in großer Menge. Es liegt der Schl: " !. he daß sie die Reste eines Hau­ses sind Sie werden an Ort und Stelle belassen, und nur von dem darüber liegenden Schutt befreit. Es be­steht ja vielleicht bie Möglichkeit, aus der Lage der Steine die Bauart und den Bauplan des ganzen Hauses zu erschließen, vielleicht sogar es in der alten Form neu auizubauen, wie man es mit einem Haus in Hercula- num plant. Wenn man nur erst das dem Sturz zu­grundeliegende System gefunden hat, bann ist es un- sckiwer, festzustellen, welchen Zweck ein feder Stein ge­dient und wo er sich befunden hat. In sehr vielen Fällen stehen auch noch die Grundmauern, was bie Er­

hebt, so übt er einen Druck aus, dem die Erde unter ihm, möge es auch noch so wenig wahrnehmbar fern nach den Seiten auswercht, so daß er schließlich in eine Ebene mit der Oberfläche zu liegen kommt. Sodann ist der Wind tätig, der unaufhörlich Staub und Erde übet den Boden weht und die Ruinen allmählich zudeckt Während sie infolge ihrer Schwere von der Erde gewis­sermaßen verschluckt werden, sorgt der Wind bafür. daß ihre Spur an der Erdoberfläche verwischt wird. Er hat dadurch für die Erhaltung der Altertümer wertvolle Dienste geleistet. Etwas Drittes kommt hinzu: bie Tä­tigkeit der Würmer, besonders der Regenwürmer die die Erde lockern. Sie unterstützen damit das Sinken der Ruinen, das in lockerem Boden natürlich schneller und leichter vor sich geht als in festem. Außerdem aber häufen sie auch an der Oberfläche Erde auf Man hat sogar experimentell festgestellt, um wieviel der Boden durch die Würmer gehoben wird und ist dabei zu recht ansehnlichen Wirkungsgraden gekommen. Dazu kommt endlich noch, daß die Trümmer selber infolge der Web

bereite neun Uhr und meint es ist saft neun Uhr. Denn fast neun Uhr und bereits neun Uhr ist zweierlei Wem man fast neun Uhr sagt so bedeutet das, daß es noch nicht ganz neun Uhr ist, sagt man dagegen bereits neun Uhr. fo erweckt man bie Vorstellung bei jebem sprachlich Geschulten, daß es minbeftens genau wenn nicht schon mehr wie neun Uhr ist. Wahrenb bei bei» Ausdruck fast der Eindruck des noch nicht aber bald Er­reichten besteht, erweckt der Ausdruck bereits bie Vor­stellung des Vollenbeten.

Eine ähnliche Verwirrung herrscht bei ber. Anwen­dung der drei Ausdrücke: wahrscheinlich — an- scheinend — und scheinbar. Wenn ich sage: er hat wahrscheinlich Geld, fo habe ich bie subjektive Ge­wißheit, daß er Geld hat. kann es nur nicht objektiv be­weisen Sage ich: er hat anscheinend Geld so habe ich weder die subjektive Gewißheit noch den objektiven Be­weis dafür daß er Geld hat. Wenn ich dagegen läge: er hat scheinbar Geld so bezweifle ich insgeheim daß er Geld hat, obwohl es fo aussieht, als ob er Geld hat

Ruf den Spuren der vergangentze't lleberall starke Ausgrabetäkigkeii. — nur der Spaten, auch die Maschine an der Arbeit. — wie kommt es. daß die Altertümer fo lief unter der Erde liegen?

Nachdem während des Krieges die 2Iusgrabetätigfeit fast vollständig geruht Hut. wird jetzt wieder allüberall mit wahrer Leidenschaft ans Werk gegangen, als gälte es, alles Versäumte in kürzester Frist einzuholen. Muft solmi läßt Herculanum, bas man bisher über Pompeji sehr vernachlässigt hat. ausgraben; in Aegypten wirb eine Pyramide nach der anderen erforscht; Rockefeiler hat zwei Millionen für die Ausgrabungen in Palästina zur Verfügung gestellt; in Mesopotamien, an der Stelle wo das alte Ur gelegen hat sind jüngst Funde von größter Bedeutung gemacht worden. Kaum jemand aber hat eine Vorstellung von den Schwierigkeiten, mit denen bie Ausgrabungen verbunden sind Meterttef geht es tn bie Erde, der von Menschenhand geführte Spaten ist feit einiger Zeit von besonders zu diesem Zweck kon- ftruierten Maschinen abgelöst, und erst wenn man auf

forschung des Planes natürlich sehr erleichtert. Ja, bei den neuesten Ausgrabungen in Ur hat man bei einem Haufe sogar stehende Wände von vier b>s fünf Metern Höhe gefunden, woraus sich ergibt, baß bas Haus mim bestens zweistöckig gewesen fein muß. Daß in Pompeji bereits ganze Häuser mit ihrem gesamten Inhalt stehen, vollstänbig nach altrömischer Sitte rekonstruiert, ist be­kannt.

Wie kommt es nun aber, wird man fragen daß man, um zu diesen Altertumsfunben zu gelangen, form- lick in ein Beiwerk hinnkst-m-n muh Wie kommt es daß das alles so tief in die Erde gesunken ist? $e; Vomneii und fie-rulanum b’» dn-ch ehren »ttsbru* des Vesuv nerf-hättet wurden, b-*greift man es noch am ehesten; sie wurden durch die Lava überschüttet. D'e Lava reicht jedoch nicht aus. um die tiefe Lage auch dieser durch ein außergewöhnliches Dtahreretgnis ver­schütteten Städte zu erklären. In der Hauptlache ist das Versinken der Ruinen anders zu ertlären. Mehrere Ursachen haben dabei mitgewirkt. Erstens werden bie Ruinen durch ihr eigenes Gewicht in den Boden gedrückt Die S^werkrast enthält eben eine nivellierende Ten­denz. Wenn ein Gegenstand sich über den Erdboden er­

tereinflüife verwittern d h zu Staub und Erde wer den. so daß die oberen Schichten bie unteren schützen und zudecken. So ist es zu erklären, daß die Ruinen der alten Kulturstätten heute von meterhohen Erb- und Sandschichten bedeckt sind und man sich den Zugang zu ihnen erst mühsam erkämpfen mutz

$prad)* I * * * s * * * 93rrtumer.

Es soll hier nicht von groben Versündigungen gegen den Sprachgeist berichtet werden. Vielmehr sollen einige Svrachunschönheiten Gegenstand dieser (Erörterungen 4 fein. Die deutsche Sprache weist eine ganze Reihe oon verwandten Ausdrücken auf: einige davon werden je doch recht häufig durcheinander geworfen. So kann man besonders häufig die falsche Anwendung ..von bereits und fast beobachten. Man sagt: ein „be­reits neuer Wagen" und meint damit „ein tast neuer Wagen" Hier mag es noch angehen, weil man doch weiß, d?ß es sich um einen nicht mehr neuen Wagen sondern um einen, der noch so gut wie neu ist Handeft Verwirrung richtet man aber an, wenn man lagt: Es ist

Die hier aufgetührten fünf Ausk^ücke haben asso nicht die gleiche Bedeutung, sonder« sixd nur untereinander ähnlich. In der Umgangssprache werden sie daher gern verwechselt. Man kann sich aber leicht an den richtigen Gebrauch gewöhnen, wenn man sich klarmacht was der einzelne Ausdruck bedeuten will Wenn man sich da- nur einmal richtig überlegt hat. ist es leicht diese Sprach­irrtümer aus seinem Sprachschatz auszumerzen.

— Allerlei Weisheit Bagdad ist einer der heißester Orte auf der ganzen Erde — Das Hundegehell ift bs einzige Geräusch bas von Luftschiffern noch bis 650 Meter Höhe vernommen werden kann. — Die Zahl de auf der ganzen Erde fetzt und früher gesprochene Sprachen beträgt nahezu 4000 rechnet man aber bi Dialekte mit. fo gibt es über 200 000 verschobene For men ber menschlichen Sprache.

Feines Kraut. „Wissen Sie nicht jemanb, der mh einige tausend Zigarren nbfnuft, bie ich in Zahlung ge rammen, habe?" — „Verschenken Sir sie doch wenn Sii sie unbedingt los fein wollen!" — „Geschenk! nimmt fit feiner!" (Flieg. Bl. und Meggend. Bl.)'