Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.
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Sonntag, 28. April 1929.
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In Genf begann am Freitag die Dorbersi- lende Abrüstungskommission mit der zweiten Lesung des K o n ve n ti o n s e n t w u r f s , d. h. mit seinem ersten Artikel über die für die Abrüstung maßgebenden Effektivbestände.
Dazu ergriff als erster Redner der amerikanische Delegierte Gibson das Wort zur Abgabe einer längeren Erklärung, die eine vollständige Preisgabe des bisherigen amerikanischen Standpunktes zur Frage der ausgebildeten Reserven bildete.
Bisher, so führte Herr Gibson aus, sei die Regierung der Vereinigten Staaten auf dem Standpunkt gestanden, daß die ausgebildeten Reserven in den Rüstungsabbau einbezogen werden müßten. Es sei auch heute noch ihre Auffassung, daß Logik und Billigkeit dafür sprächen, weil es keinen Zweifel darüber geben könne, daß Länder mit unbeschränkt ausgebildeten Reserven vor Ländern ohne solche sich in einem starken Vorteil befänden. Wenn aber die beiden in dieser fundamentalen Frage stark einander gegenüberstehenden Parteien jede auf ihrem Standpunkt weiter beharren, so könne keine Verständigung erzielt werden, und darum sei die amerikanische Delegation bereit, eine große Konzession zu machen in der Hoffnung und Erwartung, daß die anderen Delegationen ihrerseits ebenfalls nachgeben werden. In diesem Geiste erkläre die amerikanische Delegation, sich in der Frage der ausgebildeten Reserven auf die Seite der Mehrheit der daran hauptsächlich interessierten Staaten zu stellen. Dabei verwahrte sich Herr Gibson dagegen, daß dies etwa aus dem Grunde geschehe, um dafür auf anderen Gebieten Vorteile zu erhalten. Im Gegenteil sei es die Auffassung der amerikanischen Delegation, daß auch die anderen Delegationen eben in dieser wichtigsten Frage einander so weit als möglich entgezen» kommen sollten, um die Arbeiten der Vorbereitenden Kommission rasch vorwärts und zum guten Ziele bringen zu können.
Graf Bernstorff, der Vertreter Deutschlands, der sich bereits zum Wort gemeldet hatte, erklärte unter dem ersten Eindruck der amerikanischen Erklärung vorzuziehen, diese eingehend zu prüfen und erst am Samstag zu sprechen.
Dagegen ergriffen der f r a n z ö s i s ch e und der f a p a n i s ch e Delegierte sofort das Wort, um ihre G enu gtuung über d i e amerikanische Erklärung auszudrücken. Es sei immer das größte Bedauern der französischen Reg'.erung gewesen, erklärte Herr Massiqli, in der sehr wichtigen Frage der ausgebildeten Reserven, In der sie von ihrem Standpunkt nicht abgehen könne, sich in radikalem Widerspruch zur amerikanischen Regierung zu befinden. Er dankte der amerikanischen Delegation für ihr Entgegenkommen, das geeignet sein werde, die Arbeiten der Vorbereitenden Kommission stark zu fördern, und schloß damit, seine Delegation werde weiterhin mit offenen Karten spielen und alle Konzessionen machen, die ihr möglich seien. Der Japaner Sato äußerte sich in genau gleichem Sinne.
Neue wichtige Rede des amerikanischen Vertreters. — Graf vernstorff erwidert. — Die U-Voot-Z!otte der Großmächte.
des amerikanischen Hauptdelegierten Gibson gab Graf Bernstorff der Meinung A
Gebiete eine Einigung zu finden.
Vie U-Voote.
Im englischen Unterhaus erklärte der erste Lord der Admiralität auf eine Anfrage, das gegenwärtige Verhältnis der im Dienst befindlichen U« Boote aller Typen sei das folgende: Britisches Reich 50, Vereinigte Staaten 122, Frankreich 52 und Italien 42.
Fochs Nachfolger.
Nach dem Petit Parisien dürfte von der Academie francaise Marschall Petain auf den durch den Tod des Marschalls Fach frei gewordenen Sitz der Academie francaise gewählt werden.
Gibson gestern an den Geist des Entgegenkommens appelliert und auf die Notwendigkeit hingewiesen, durch rechtzeitige Konzessionen die Arbeiten des Vorbereitungsausschusses so weit wie irgend möglich zu beschleunigen. „In dieser allgemeinen Auffassung," so führte Graf Bernstorf im wesentlichen weiter aus, „stimme ich mit dem amerikanischen Delegierten vollständig überein. Auch ich bin der Ansicht, daß eine Abbrüstungskonvention nur bei gegenseitigem Entgegenkommen in denjenigen Punkten, in denen Meinungsverschiedenheiten bestehen, zustande kommen kann. Ehe ich auf das Entgegenkommen eingehe, das Deutschland selbst beweist, lassen Sie mich einen Punkt klar Herausstellen. Eine Abrüstungskonvension und zwar auch eine solche, die den ersten Schritt darstellt, kann zuerst nur in Betracht gezogen werden, wenn sie eine fühlbare Herabsetzung der Rüstungen bringt. Ich hoffe, daß ich mich mit diesem Wunsch auch in ein Uebereinstim- mung mit dem verehrten Vertreter der Vereinigten Staaten befinde, denn es wäre wohl kaum möglich, eine fühlbare Herabsetzung bei den See - rüftungen durchzuführen, bei den Rüstungen zuLande aber alles beim Alten zu lassen.
Solange über die Art der Konzeffionen nichts bekannt ist, die die europäischen Landmächte zu machen bereit sind, lassen sich aus der amerikanischen Erklärung und über den Gang der westeren Arbeiten, deren Schwierigkeiten vielleicht erst nach der Beratung des Kapitels über das gelagerte Kriegsmaterial erkennbar werden, noch keine Schlußfolgerungen ziehen.
Graf vernstorff spricht.
wtb. Genf, 27. April. sEig. Meld.) Zur Frage der Herabsetzung der Effektivbestände begründete heute vormittag Graf Bernstorff im Vorberei- tungsausschuß für die Abrüstungskonferenz den bekannten deutschen Standpunkt über die Notwendigkeit der Einbeziehung der ausgebildeten Reserven und führte insbesondere die Gründe an, aus denen Deutschland auf die Anrechnung der ausgebildeten Reserven nicht verzichten kann. Bezugnehmend auf die gestrige Erklärung
In diesem Punkte, nämlich in der Frage der fühlbaren Herabsetzung der Rüstungen, kann Deutsch- Zugeständnisse machen, da es selbst be- ________kommen abgerüftet ist. Für uns kommt es in dieser Beziehung nur darauf an, ob die anderen an den Landrüstungen interessierten Staaten bereit sind, in Ausführung der Verträge und des Völkerbundpaktes eine fühlbare Herabsetzungen der Rüstungen ins Auge zu fassen. Deutsche Konzessionen können bei der gegebenen Sachlage nur erwartet werden, hinsichtlich der M e» thode für die Durchführung einer fühlbaren Abrüstung der nicht abgerüfteten Staaten." Eine solche Konzession habe ich im ©elfte des Entgegenkommens hinsichtlich der jetzt im Vordergrund der Debatte stehenden Fragen der ausgebildeten Reserven ins Auge gefaßt. In meinen Bemerkungen habe ich bereits bargeleat, daß die deutsche Regierung bereit ist, einen Weg zu suchen, auf diesem
Graf Bernstorfs zum Schluß seiner Ausführungen der Meinung Ausdruck, daß es feines Erachtens sehr zur Klärung der Lage und zu einer Beschleunigung der Arbeiten des Ausschusses beitragen würde, „wenn die Delegierten, die sich zu Konzessionen bereit erklärt haben, möglichst bald ich darüber äußern mürben,, auf welchem Gebiet ie etwa Konzessionen zu gewähren geneigt sind". Ich lege, fuhr Graf Bernstorff fort, auf diese Aeuße- rungen den größten Wert, da von ihnen zum größten Teil nicht nur die Zielsetzung der Arbeiten des Ausschusses abhängen wird, sondern infolgedessen die Stellung, die meine Regierung diesen Arbeiten gegenüber einnehmen muß. Graf Bernstorff erklärte eingangs, er ergreife erst heute das Wort, weil er es für notwendig gehalten habe, den wichtigen Erklärungen des amerikanischen Vertreters in seinen Ausführungen diejenige Bedeutung zukommen zu lassen, die sie beanspruchen können. In eindrucksvollen Worten habe Herr
Nus den Parlamenten.
Reichstag.
Im Reichstag wurde am Freitag zunächst die Vorlage aus Erhöhung der Anleiheermächtigung der Regierung um 200 Millionen hi dritter Lesung endgültig angenommen.
Bei der Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministermm nahm Reichsarbeitsminister Wissest das Wort um in einer längeren Rede den Forderungen auf Atbau der Sozialversicherung entgegenzutreten. Er verwies darauf, daß auch die deutschnationalen Arbeitnehmerkreise mit aller Entschiedenheit an dem bewährten System der deutschen Sozialversicherung festhielten. Die Sozialversicherung fei ein notwendiger Bestandteil der deuffchen Wirffchast. , Der Minister wandte sich dann gegen die Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts, die in einem bestimmten Falle die Werkvereine als tariffähig anerkannt habe. Auch das Urteil des Reichsarbeitsgerichts hinsichtlich der Derbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs in der nordweftdeuffchen Metallarbeiteraussperrung wurde vom Minister als sehr bedenklich bezeichnet Er kündigte eine eingehende Denkschrift über das Schlichtungswesen an, die dem Reichstag demnächst zugehen werde. Weiter beschäftigte sich der Minister mit den finanziellen Schwierigkeiten bei der Arbeitslosenversicherung.
Die Redner des Zentrum, der Deutschen Bolks- vartei und der Sozialdemokraten erklärten sich mit der Sozialpolitik des Arbeitsministers einverstan
den. Von den Kommunisten wurden die üblichen Angriffe gegen die Politik des Arbestsrninisteriums vorgebracht.
Am Samstag um 1 Uhr soll die Beratung fortgesetzt werden.
preußischer Landtag.
Der Preußische Landtag erledigte am Freitag die erste Beratung der großen rheinisch- westfälischeu Ümgemeinbungsgefe^e und überwies die Vorlagen dann zur weiteren Vorbearbeitung dem Gemelndeausschuß. Die Entwürfe wollen die verwaltungspolitlschen Folgerungen aus der wirtschaftlichen Entwicklung des westlichen Industriegebietes ziehen und sind wegen der verschiedenen kommunalpolitlschcn Neuerungen wie der zwischengemeindlichen Arbertsgemeinschaf- ten, ferner der Kompetenz-Kompetenz der Kreise und der Dekonzentration innerhalb der neu zu gründenden großen Stadtgebilde nicht nur von hervorraaendem Allgemeininteresse, sondern auch recht stark umstritten. Mnister Grzsesinski erklärt» der Sinn der Gesetze sei eine merkbare Rationalisierung und damit' Verbilligung der Verwaltung.
Die Debatte an der sich alle Fraktionen lebhaft beteiligten, ergab, daß die Regierung hn Ausschuß und bei den weiteren Arbeiten mit kräftiger Opposition der Rechtsparteien zu rechnen haben wird, die der Meinung sind, daß die Reform eine Verteuerung der Verwaltung bringe
Das Haus führte noch die Abstimmungen zum Kultusetat durch, wobei zahlreiche Aus
schußanträge Annahme fanden. Abgelehnt wurde jedoch der' Ausschußantrag aus Nachprüfung des Erlasses über körperliche Züchtigung in den Schulen, der den Lehrern mehr Bewegungsfreiheit verschaffen wollte.
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DDZ. Berlin, 27. April. (Eig. Meld.) Der preußische Landtag erledigt am Samstag zunächst kleine Vorlagen. Es folgt die dritte Beratung der Gewerbe st eueroorlage für 192 9, die bekanntlich in der 2. Lesung im wesentlichen nach dem Kompromißantrag der Regierungsparteien mit gewissen Ermäßigungen ausgestattet worden ist. Da keine Wortmeldungen erfolgen, kommt das Haus sofort zu den Abstimmungen.
Zunächst wird in namentlicher Abstimmung über einen Abänderungsantrag Ladendorf (Wirtschaftspartei) entschieden, der u. a. wieder die freien Berufe gewerbesteuerpflichtig machen will. Der Antrag wird mit 206 gegen 105 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.
Namentlich abgestimmt wird dann über den Entschließungsantrag des Hauptausschusses, auf die Reichsregierung dahin einzuwirken, daß der frühere Beschluß des Landtages auf Einbeziehung der freien Berufe beim Steuervereinheitlichungsgesetz weitgehend berücksichtigt werde. Bel dieser Abstimmung geben die Kommunisten und die Rechtsparteien, einschließlich Wirtschaftspartei, Deutsche Fraktion und Nationalsozialisten keine Karten ab. Insgesamt werden nur 195 Stimmen gezählt, sodaß der Landtag beschlußunfähig ist.
Nunmehr wird der ständige Ausschuß des Landtages, der voraussichtlich am nächsten Donnerstag zusammentritt, die Gewerbesteuer im Wege der Notverordnung erledigen. (Es ist nun aber höchste Zelt, daß die Regierungsparteien in Preußen Maßnahmen treffen, um dem Treiben
der Opposition einen Riegel vorzuschieben. Das Versagen der Regierungsparteien in der rein t e ch- Nischen Praxis des Parlaments macht auf die Anhänger im Lande den denkbar schlechtesten Eindruck. Fehlt da die Führung?)
In einer auf sofort anberaumten neuen Sitzung beschäftigt sich das Haus mit der zweiten Beratung der Novelle zum preußischen Ausführungsgesetz zum Finanzausgleichgesetz. Der Ausschuß hat na« menluch eingefügt, daß für die Provinz Grenzmark, Posen-^Zestvre'iben das ^'"Mack». für den Stadtkreis Berlin und für die Provinz Ostpreußen das Doppelte der Bevölkerungszahlen bei der Verteilung zugezählt werden solle.
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Der Landtag verabschiedete schließlich endgültig die Novelle zum Finanzausgleichsgesetz und vertagte sich auf 13. Mai.
(England vor der Wahl.
Wie „Daily Telegraph" erfährt, hat Ministerpräsident Baldwin, da er mit einem Sieg der Konservativen bei den kommenden Wahlen rechnen zu können glaubt, sich bereits mit der Frage der Umbildung des Kabinetts beschäftigt. Die Verteilung der wichtigsten Posten soll dem Blatt zufolge bereits geregelt fein. Chamberlain wird noch weitere zwei Jahre als S t a a t s s e k r e- t ä r des Auswärtigen tätig fein. Wie verlautet, hat Baldwin den Wunsch, daß dann der derzeitige Vizekönig von Indien Irwin fein Nachfolger wird. Lord Irwins Amtszeit als Vizekönig läuft im Jahre 1931 ab. Er wird jedoch im Laufe dieses Sommers zu einem Besuch nach England kommen, um mit den Mitgliedern der Regierung Fühlung zu nehmen.
3ui*e 6er
wtb. Paris, 27. April. (Eig. Meld.) Der „Newyork Herald" stellt fest, daß in den letzten 24 Stunden in Konferenzkreisen der Optimismus betreffend die Möglichkeit einer Verständigung über die Höhe und Anzahl der deutschen Annuitäten etwas g eit i egen sei. Freilich fei es noch ein langer Weg bis dahin und eine Reihe von Hindernissen müßte beseitigt werden. Die optimistischere Stimmung werde eher als bas Ergebnis einer entgegenkommenderen Haltung der Konferenzmitglieder angesehen, denn als Ergebnis irgendwelcher neuer Vorschläge. Der amerikanische Delegierte Morgan, der während der letzten Woche eine Fahrt im Adriatischen Meer unternommen hatte, werde heute vormittag wieder in Paris eintreffen.
Hebet die Lage schreibt der Außenpolitiker des „Matin", nachdem er feftgeftellt hat, daß der Bericht des Siebener-Ausschusses über die Konferenz etwas über 100 Seiten umfassen werde und daß an dem ersten Rohentwurf nur die Gläu- bigerstaaten beteiligt seien, daß auch die Verhand- lungen über die Ziffern hinter der Kulisse fortgesetzt werden. Man könne nicht sagen, daß bisher die Verhandlungen, die hinter der Kulisse geführt werden und streng privat sind, die in der Ziffernfrage eingenommenen Standpunkte einander näher gebracht hätten. Diese Unterredungen seien bisher ergebnislos gewesen, und wenn man einen alliierten Sachverständigen um seine Meinung frage, werde er antworten, daß das Komitee Owen Pöring zwar ein bemerkenswertes System aufgestellt habe, aber in einem Teil seiner Aufgabe, nämlich der einmütigen Feststellung der deutschen Schuld, versagt habe. Die deutschen Delegierten seien weniger kategorisch. Eines ihrer kompetentesten Mitglieder
in Paris.
habe ihm, dem Korrespondenten, erklärt, daß er di« Presse sowohl in Deutschland wie in den übriger Ländern zu pessimistisch finde und daß es noch nicht an der Zeit sei, die Leichenrede auf die Konferenz zu halten. Man würde aus diesen SBemen fmtgen schließen können, so fahrt der Berichterstatter des Matin fort, daß Dr. Schacht auf bei Suche nach einer Formel ist, die ihm eine ander« Einstellung ermöglicht. Aber es sei sehr zweifelhaft, ob diese neue Einstellung Dr. Schachts ihr den ihm unterbreiteten Ziffern der Alliierten genü gend näherbringe, daß eine Verständigung erzieh werden könne. Man müsse wiederholen: das ganz« Annuitäten-System könne geändert werden untei der Bedingung, daß man eine Ziffer und einer Grundsatz respektiert. Die Ziffer ist diejenige bei Reparationsbetrages: 13 Milliarden Mark, uni der Grundsatz ist: die Deckung der Schuld bei brr Vereinigten Staaten. Von diesen unerschütterliche, Grundsätzen ausgehend, könne man versuchen, fick hinsichtlich der verschiedenen Modalitäten zu vev ständigen. Aber was nicht einmal diskutierbar fei was zweifellos aufgegeben werben müsse, das fei die Absicht Dr. Schachts, jede Kommerziallsiernnc der Schulden dadurch unmöglich zu macken, das die Annuitäten einer Transferkl aufe' unterworfen werden sollen.
Vor IHonfag keine Sitzung.
wtb. Paris, 27. April. (Eig. Meld.) Ueber die Arbeiten der Sachverständigen berichtet die Morgenpresse, daß die Sitzung desRedaktions- a u s s ch u f s e s, also der Siebener Kommission, die den Bericht über die Arbeiten der Konferenz fertig stellen soll, nicht heute, sondern erst am Montap vormittag 11 Uhr stattfinden wirb.
Die (Ebbe in der Reichskasse.
Anlagepflicht von Sparkassengeldern.
Zur Milderung der schwierigen Saffenlage des Reiches denkt man, wie das Berl. Tagebl. mitteilt, in parlamentarischen Kreisen an einen Gesetzent- wurf, der die Sparkassen und a n 6 e re öffentlichen Geldinstitute verpflichten soll, einen Teil ihrer Gelder in Anleihen des Reiches und der Länder anzulegen. Unter diese Anlagepflicht würden auch die Vorzugsaktien der Reichsbahn fallen, die bei dieser Gelegenheit in einem recht umfassenden Umfange mc- bilifiert werden dürften. Jedoch soll in irgendeiner Form dafür Vorsorge getroffen werden, daß das Stimmrecht dem Reiche verbleibt.
vor einem (Eisenbahner-Streik?
Eine Führerkonferenz der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner hat sich in Berlin mit dem Stand der Lohnbewegung bei der Reichsbahn beschäftigt. Die Gewerkschaft teilt darüber mit:
Auf der Konferenz ist einmütig die Auffassung zum Ausdruck gekommen, daß die Notlage der Ci- fenbobnarbeiter unbedingt eine alsbaldige und befriedigende Erledigung der Lohnfrage erforderlich macht. Im Bewußtsein ihrer Verantwortung erwarten die verantwortlichen Führer, daß die Reichsbahnverwaltung dem Ernst der Lage Rechnung trägt und ihren ablehnenden Standpunkt aufgibt Eine Verschleppung der Bewegung ist nur geeignet, die Sage zu verschärfen. Deshalb wird erwartet, daß die von den Spitzenorganisaticnen eingeleiteten Schritte zu einer friedlichen Verständigung alsbald zu einem positiven Eraebnis führen, bevor von dem letzten, dann unvermeidlich werden
den gewerkschaftlichen Mittel, dem allgemeinen Verkehrs streik, Gebrauch gemacht wird.
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Dem „Deuffchen" zufolge sollen aufgrund des von der Z e n t r u m s f r a k t i o n im preußischen Landtag eingebrachten Antrages am Montag Verhandlungen in der Lohnfrage der Reichs- und Staatsarbeiter zwischen dem Reichskabinett und dek preußischen Staatsregierung stattfinden.
Innere Schwierigkeiten.
Die Sozialdemokraten und auch die Demokraten drängen darauf, daß dock noch im Recktsau-ckckuß die unter der früheren Regierung behandelte Ehescheidungsreform »eiter beraten wird. Das Zentrum feM diesen Bestreb»-neu entch'ed.'- nen Widerstand entgegen. Nach der vom Zentrum vertretenen Meinung könnte diese Frage nur bann weiterverfolgt werben, g?enn Einmütigkeit unter den fetzt zur Regierungsgemeinschaft zü- fammengef^offenen Parteien besteht. Denn nach den für die Arbeit dieser Regierung getroffenen Vereinbarungen dürfen Anträge von grundsätzlicher Bedeutung nur nack vorheriger Verständigung mit allen an der Regierung betcli« ten Parteien eingebracht oder weiterverfolgt werden. Das Zentrum hat Schritte emgeieitet. um eine Klärung der Absichten der Sozialdemokratie in dieser Frage berbeizuführen. Die Stellung d»s Zentrums zu diesen Dingen ist natürlich nicht zweifelhaft.
* Neuwahlen in Württemberg? Das Urteil des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich, bas ben Artikel 20, Abs. II des württembergischen Landtagswahlgesetzes vom 4. April 1924 als verlassungs- w&ng erklärt hat, liegt jetzt, nach einer Stuttgarter Meldung des Berl. Tagebl. in der schriftl»