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M 93.

Samstag, ven 2 7. April 1929.

Fuldaer Zeitung

s. Blatt.

Druck der Fuldaer Ackiendruckerel, Fulda"

FrUhjahrakur für

nnd Nervös - Erschöpfte. Spezlalkuransla l Hotbelm Im Taunus bei Frankfurt am Main. — Prospekte durch Dr. M. SchUize-Kahleyis, Nervenarzt

Der sächsische Wahlkrampf.

Don unserem besonderen Mitarbeiter.

Dresden, im April 1929.

Das unerwartete Urteil des Staatsgerichtshofes vom 22. März, das die Auflösung des sächsischen Landtages brachte, richtete zunächst eine starke Ver­wirrung unter den politischen Parteien an. Nickt allein, daß man mit einem solchen Ergebnis nicht gerechnet hatte und selbst die Sozialdemokratie, die doch das Urteil durch ihre Klage heraus beschworen hatte, äußerst überrascht war, sondern was bedeut­samer war: Keine Partei war sich über die Art und Weise klirr, in der der nun kommende Wahl- kampf geführt werden sollte. Man stand eben noch mitten in der Legislaturperiode, und fast zwei volle Jahre hätte der alte Landtag noch weiter arbeiten können. So war nichts vorbereitet für einen Wahl­kampf.

Erst allmählich löste sich aus dieser Verwirrung auf feiten der bisherigen bürgerlichen Regierungs­krise der Gedanke aus, eine Staatsbürgerliche Einheitsfront gegen die Wisd-»rkehr der früheren roten Herrschaft zu bilden. Da aus Grund des sächsischen Wahlgesetzes eine Listenverbindung ein­zelner Parteien nicht möglich ist, so trug man sich zuerst mit dem Gedanken, sämtliche bisherigen Re­gierungsparteien auf eine einzias bürgerliche Liste zusammenzuschließen. Man wollte damit dem rie­sigen Verlust der Reststimmen der einzelnen Par­teien vorbeugen, wodurch ja unter Umständen meh­rere Abgeordnetensitze für die bürgerlichen ver­loren gehen können. Der gleiche Gedanke mar auch schon bei der vorigen Wahl aufgetauckt, aber nicht verwirklicht worden. Cs ist für Sachsen eine Un- Möglichkeit. ihn zu verwirklichen, denn nirgends sind die grundsätzlichen Unterschiede in der inneren Struktur der Parteien größer als hier. Ein posi­tives Wahlprogramm für eine foiche Liste aufzu­stellen. ist gänzlich ausgeschlossen, und ein negati­ves, das sich in Abwehrmitteln gegen den Links­radikalismus erfckönft, genügt bei weitem nicht. So fam_ eine solche Liste auch diesmal nickt zustande. Dafür suchte man einen gewissen Ersatz. Die Mehrzahl der bürgerlichen Regierungsparteien rich­tete auf der Grundlage der bisherigen R e - gierungskoalition einen ständigenÄusfckuß ihrer verantwortlichen Führer ein mit dem Ziel eines gemeinsamen Abwehrkampfes gegen links.

Daß sich an diesem Abwehrkampf nicht die Alt­sozialisten beteiligen, die ja auch mit in der Regie­rung saßen, ist ohne weiteres einleuchtend. Sie können natürlich ihre Partei nicht einem Begriff unterurbnen, der das Zeichen des Bürgerlichen an sich trägt, denn schließlich sind sie doch immer noch echte Sozialdemokraten. Sie stehen also vollkom­men für sich allein, da sie sich auch andererseits nicht mit der eigentlichen Sozialdemokratie ver­binden wollen. Diel auffallender (allerdings nicht überraschend ist das Verhalten der Dem'okra- t e n, die auch zur Regierungspartei gehörten. Sie haben sich grundsätzlich von dem einheitlichen Dor- gehen der bürgerlichen Parteien ausgeschlossen und nehmen den Abwehrkamvf gegen links nicht auf. Schon kurz nach dieser Stellungnahme der demo­kratischen Partei äußerte sich einer der bedeutend­sten Führer der sächsischen Demokraten, der frühere Reichsinnenminister Dr. Külz in einer Form über fo?n jetzigen Wahlkampf, aus der ganz eindeutig hervorgeht, daß die Demokraten gar nicht abgeneigt sind, in Zukunft in Regierungskoalition mit dem Linkssozialismus zu treten. Würde das Wahler­gebnis einigermaßen zu Gunsten der Linken ausfal­len, sodaß es nur noch einer Ergänzung der Links- mehrhcit von feiten der Demokraten bedürfte, fo würde der Zusammenschluß ohne Zweifel geschehen. Aber nickt allein diese „Möglichkeit" liegt in der Berechnung der Demokraten, sondern man will, selbst wenn die Linke keinen Zuwachs erhielt, und die alte Koalition, wieder hergestellt werden könnte, hoch die Linkssozialisten in die Regierung hinein» gieren. Das wäre an sich kein unlöbliches Begin­nen, wenn erstens die Linke ihre radikalen Prin- Mien Preisgabe, und zweitens die Demokraten ihre Bemühungen nicht um jeden Preis zu Gunsten der Linken betreiben wollten. Es sind aber leider nicht ote geringsten Anzeichen dafür da, daß d-e Linke ihre Grundsätze revidieren will, und das bedeutet wieder eine Unvereinbarkeit mit den Prinzipien der weiter rechtsstehenden bürgerlichen Parteien, die sich unter so'cken Umständen nie mit Links einigen ^/n wird also, da die Demokraten in per Mitte liehen und mit ihren paar Abgeordneten immerhin den Ausschlag nach rechts oder links ge=

Iben können, mit sehr verworrenen Situationen nach der Wahl rechnen können.

Die Methoden nun, die die bürgerliche Abwehr, front im jetzigen Wahlkampf gegen Links anwen­det, find nicht gerade hervorragend. Sie er­schöpfen sich leider zu sehr in negativen Formen. Man hat in der Staatskanzlei eine eigene erwei- terte Prefseabteilung eingerichtet, um Öen Kamps ergiebiger zu führen, aber es werden in der Hauptsache alte Anekdoten aus der Vergangenheit aufgetischt, d. h. aus den Jahren des roten Terrors von 1919—23. Sie sollen als Abschreckungsmittel dienen und haben sicherlich diese unö jene gute Wirkung, denn das Volk vergißt ja so leicht die schlechten Jahre, wenn es ihm einigermaßen wieder besser geht. Aber wenn von diesen Dingen immer wieder die Rede ist, so wich es den Lesern bald zu viel, zumal wenn auch noch sehr viel Persönli­ches ans Tageslicht gezogen wird. Schließlich will man im Wahlkampf etwas Positives fehen und hören, man will ein großzügiges Aufbauprogramm der eigenen Partei sehen und nicht nur eine Kri­tik der Opposition.

Offenbar hat man eine große Scheu vor den bekannten Wahlversprechungen, weil die Wähler schon zu oft enttäuscht worden sind. Aber würde man sich nicht so sehr auf das rein Politische be­schränken, sondern auch das Kulturelle mit in den Vordergrund schieben, fo fände man hier eine dank­bare Aufgabe. Gerade das würde große Maffen weit mehr anregen, als alle politischen und wirt- fc.o-tlid)en Fragen. Freilich spielt auch hier wie­der die Zurückhaltung der einzelnen Parteien ge­gen d.e Gesamtheit der bürgerlichen Einheitsfront eine Rolle Wenn von den Regierungsparteien z. B. nur die Deutschnationalen (und ab und zu auch noch die Wirtschaftspartei) für das Reichsschul- aesetz eintreten oder für die konfessionelle Schule, für die Erteilung von ausreichendem Religions­unterricht u. ä., dagegen die übrigen Parteien weit freizügigeren Grundsätzen folgen, "fo ist auch in kul­tureller Hinsicht kaum eine große Propaganda möglich. — Das Zentrum, das tm letzten Landtag keinen Abgeordneten hatte, hat sich dem Abwehr­kamvf gegen die Linke angeschloffen.

Die Linke selbst ist mit den alten bekannten Me­thoden in den Wahlkampf gegangen. Da sie feit Jahren in Opposition steht, fo konnte sie ihre Wäh­ler durch dauernde Agitation in Bewegung erhal­ten. Sie vergrößerte diese Agitalion in dem Maße,

als ihr vom Reich her durch den Eintritt der Reichssozialdemokratie in die Regierung Schwierig­keiten erwuchsen. Die Zugeständnisse, die die So­zialdemokraten in Berlin machten, ttniröen in Dres­den immer mit großem Aufwand zu widerlegen versucht, und die soziademokratischen Reichsmini- fter hatten schon bald keinen guten Ruf mehr in Sachsen. Aeußerst unangenehme Situationen wur­den für die sächsischen Parteiführer he rauf beschwo­ren, wenn ihre Kollegen im Reich, wo sie zur Der- antwortung herangezogen waren, das Gegenteil von dem taten, was sie früher behauptet hatten, und was in Sachsen heute noch behauptet wird. Man denke nur an die f. Zt. beabsichtigten Steuern des Reichsfinanzministers, an den Panzerkreuzer ufw. Um nicht in dieselbe Situation in Sachsen hineingebrängt zu werden und bei einem Zusarn- menregieren mit bürgerlichen Parteien selbst von den früheren Behauptungen den größten Teil preiszugeben, gerade deshalb erstrebt die sächsische Sozialdemokratie eine abfotute Linksmehrheit. Denn die Massen würden es in der Tat nicht ertragen, wenn ihre so radikalen Führer sich auf einmal in ganz gemäßigte Dsrnunftpoiitiker verwandelten. Die Partei würde dabei großen Schaden leiden.

Die sächsische bürgerliche Presse hat der Linken prophezeit, daß sie info'ge der gegenteiligen Hand­lungsweise ihrer Kollegen im Reich recht arge Einbuße im Wahlkampf erleiden würde. Diese Behauptung ist nicht ohne weiteres einleuchtend. Man kann dagegen sagen, daß die säcksischen Füh­rer ihre Wähler gerade infolge der Vorkommnisse in Berlin nur noch ärger radikalisiert haben, um sie über foiche Dinge hinweg zu drängen. Auck der innere Zwist, der feit einiger Zeit in der sächsischen Sozialdemokratie zwischen den beiden HauptfüH- rem ausgebrocken ist, wird während des Wahl­kampfes geschickt verdeckt.

Bemerkenswert ist die vor einiger Zeit einge­tretene Spaltung der kommunistischen Par­tei. Die gemäßigten Rechtskommuniften, die ja schon eine eigene Fraktion im alten Landtag bilde­ten, sind ohne Zweifel bereit, mit den Sozialdemo­kraten eine etwaige Regierunaskoalition einzuge­hen. Sie werden es jetzt um so eher tun, als ihr Angebot an die Zentralstelle der kommunistischen Partei Deutschlands, einen geschlossenen Aufmarsch beider kommunistischen Richtungen wenigstens wäh­rend des Wahlkampfes zu erstreben, abgeroiefen wurde. Somit geht die neue reck^skommunistifcke

Gottesdienstordnnm.

katholischer Sotkerdienft.

Sonntaa, den 28. April. $ulba. t)om. 1. Deickck- aeleaenheiten sind? Samstag morgens von «,6 Ubr ab; nachmittags hon 2—8 für Rinder; von */»5—7 Uhr und von Vi8 Ubr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von x,»6 Uhr ab. 2. Sonntagsgottesdienste: 7,6, 6, 7,7 und 7 Ubr bl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der bl Kommunion. In der 6 Uhr-M-ffe Komm, des Mütter- Vereins und der trauen der Pfarrei. 8 Ubr Pfarramt mit Piedi t und Komm, der diesjähr. E ftfommumfanten. 7,10 Kathedralamt mit Prewot. •/<11 Christen!, der Jiin 'Iinge. >/«12 letzte bl. Messe mit Predigt. 7,2 Ubr Andacht zum hl. Erzengel Michael mit Se'en. 2 Ubr Cbristenl. für die Jungfr. • «3 Predigt und Andacht für den Sfiiittertierein. 4 Predigt, Andacht und Segen. Um 7 Uhr abends Andacht in der Marientapclle. 3. Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von V,6—7 Ubr halbstündlich bl. Messen mit Kommunion-Austeilung. 7,8 Pfarr ottesdienst mit hl. Kommunion. Um 9 Uhr letzte bl. Messe mit Austlg. der bl. nwmm. Montag nachm. 7 5 Ubr Andacht zum Leiden Christi. Mittwoch abend 7,8 Uhr fe-erl. Eröffnung der Maiandacht. Jeden Abend 1 8 Uhr Mci'andacht. DonneiStai abend 7,5 Uhr ab Beichtgelegenbeit wegen des Seiz-Iefu-^reitags und am Her^-Aefu-Freitag morgens von 7,6 Ubr ab — Stadtpsa-rkirche. Beichte ist: SamStag nachmittag von 3—7, 77«—87,, Sonntag früh 8—7. Sonnta Srottes- blenfie: 6 bl. Messe. 6’7 bl. Messe und Kommun, der trauen und Mutter. 8 Uhr erster SchulaolteSdienst, Predigt und Komm, des 5 und 4. Schuljahres. 7,10 Pfarramt und Predigt. 11 zweiter SchulgotteSdienst und Predigt. 9’ < Uhr Cbristenl. der Jünglinge in der ©eöeriftrcbe. 1*, Cbristenl. der Iungfr. Um 27, Ubr Bruderschaft vom hl. Erzengel Michael. 3'7 Andacht für den Mitterver. Die h. Komm, wird von 6—7 /, se^e halbe-etundegespendet, außerdem 8'/, und 97« Uhr. WerktaosaotteSdienste: 6. 67,, 7'7 und 8 Ubr vorm Donnerstag nachm. 5—7 Beicht'elegenbeit we en des Herz- esu.Freitaas, ebenso ffreitaa früh 6—7 Ubr. Am Mitiwoch abend 8 Uhr beginnt die Maiandacht. — pforriirdit zum hl Seift. 7 »riihmeffe und Ansprache und Komm des MültervereinS und des 5. und 4 Schul­jahres 8 Ufr Hochamt und Verlesung dcS Schulsonntag» Hirtenbriefes. 771 Kindergottesdienst und Ansprache 7,12 C ristenl der Junofr. 7,3 MüttervereinSandacht. 5 Ubr Michaeisdrudeischast. Mittwoch, 1. Mai, 8 Ubr abends feiert. Beginn der Maiandacht, die allabend ich, auch an Sonn- und Feiertagen abends 8 Uhr gehalten wird. Pom 1. Mai ab besinnt an Werktagen die erste Messe um 6 Ubr. Donnerstag, den 2. Mat, 4—6 Uhr Beichwelegenheit. Freitag 7 Ubr feiert. Herz-Jesu-Amt. — Sobn'ität Vormittags um 7,10 Uhr Gottesdienst. — St Sturmius-Pfarrkirche. 7*>4 Komm.-Austlg. 77, Uhr Frühmesse mit Predigt. 97, Uhr vormittags Hochamt mit Predigt, darauf Christenl. 7,2 Se. ensandacht. —

ffksselssrcheb. venedkktitterinnen Sonntag"«6 Konventamt, 3Vesper Weiktags7,6Messe,7 9.9onnentamt, 3Vesper — ker;-Iesu-6e!m. Sormtaas um 6 Uhr bl. Messe. 8 Uhr Promot und Amt. 2 Uhr Andacht und Segen Werktags 6 hl. Messe. Mittwoch abend 87« Andacht und Se en. — StiebhofsfopeHe cm Sranzosenwäldchen Sonntag: 6*7 bl. Messe mit Ansprache und Kommunion - Austeilung. Werktags: 7 hl. Messe mit Kommunion-Austeilung. — S«oeriftir*t. 7 bl. Messe. 8 Oberrealschuloottesdienst. — Frauenberg. Ablatzta r wegen des festes des sei. Luchesius, Bekenner vom 3. Orden. Hl. Messen von 5—7 Ubr. Um 8 Uhr BruderschastSmesse mit Predigt und liturg. ®rbeten. 9 Ubr Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr Kreuzweanndncht mit Predigt 'auf dem Kalvarienberge). 5 Uhr ist Predigt und Andacht für die Terziaren her Stadt Fwda. — St. Mtäne'rk rche. Nachm. um 2 Uhr Bruderschaft von den 7 Schmerzen Mariä.

Keyenberg. 7,9 Uhr Amt und Predigt. — tetr en. 7,lo Uhr Amt und Predigt. — Vleterrhan. 8 Uhr Amt und Predigt.

Freitag, 3. Mai. Herz-Jcsu-ssreitaa. grsittitberg Aussetzung des Ast erb Ist. von 7 6 Uhr muruens (nach der Maiandacht) bis 5 Uhr abends zur Anbetung des göttlichen Herzens Jesu. Um 9 Ubr vorm Levstenamt. Nachmittags um 4 Uhr ist Scblnßandackn mit Untcanx (Während des Monats Mai wird jeden Morgen tn der b Uhr-Messe eine öffentliche Maiandacht zu Ehren der asterseligsten Jungfrau Maria abgehalten).

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, den 28. April. $ulba. 8 und 97, Uhr Kreispfarrer Weber. 1t Ubr Kinderoottesdienst. 8 Ubr abends Zusammenkunft der Jungmänner im Schwestern­haus. Amtswoche Kreisp-arrer Weber — Schloß 8'eber- stein 97« Ubr vorm Pfarrer Sattendorff — Erosten- lilder 17« Uhr nachm. Plärrer Hatte»doiff. — Lad Salzschlirf. 10 Ubr vorm. Kandidat Rubesam.

Dienstag, 80. April, ku'da Um 8 Uhr abends BibelkretI der Schüler höherer Lehranstalten ('S. K.) im Pfarrhause

Mittwoch, 1. Mai. SttTba. Um 8 Uhr abends Bibelstunde im Schwesternhaus.

Donnerstag, 2 Mai $ulbo. 8 Uhr abends Mütteroerein tm Schwesternhaus.

Freitag 3 Mai. $u!6a 8 Uhr abends Jung- mädchenverein im Schwesternhause.

Lvongel. landerklrchl. Aemeinschast, $u!ba, vuttlarstr. 17.

Sonntag, 28. April. Abends 8 Uhr Evangeli- sationsversammtung. Dienstag abend um 87« Uhr Bibel, und Gebetstunde.

Partei selbständig in den Wahlkampf und hat sich noch weiter von Links entfernt. Da die übrigen Linkskommunisten durch die Spaltung ihre sämt­lichen ersten Führer verloren haben, fo sieht die Kandidatenliste dieser Partei dürftig aus. Wie die „Arbeiterpolitik", das neugegründete Organ der Reckt-tkommuniften, berichtete, wollte man sogar Mar Hölz als Spitzenkandidat für die Wahl hingen. Das Zentralkomitee hat jedoch abgelehnt, weil auch mit Max Holz zu viel Differenzen bestehen.

Dem sächsischen Wahlkampf fehlt die Großzügig­keit. Man merkt bei fast allen Parteien heraus, wie unwillkommen diese Landtagsauflösung war.

Diäten zurückzahlen!

Die Nichtigkeitserklärung der letzten sächsischen Landtagswahlen hat noch eine unvorhergesheens Situation gseckasfen: Die Abgeordneten müssen nach einem'Beschluß des bisherigen Landtagspraft- diums die ihnen bereits Ende März vorausbezahl- ten April-Diäten wieder zurückzahlen.

Sranhfurtcr Over.

Samstag, 28. April. 19% Uhr: Don Auan.

Samstag, 27. April, 19'/- Uhr: Don Juan.

Frankfurter Radio-Programm.

Samstag, den 27. April 1929.

6.30: Morgengr>mnastik — 12 30: Schallvlatten-Kon­zert: Große Sänger und Sängerinnen. — 12.45—13.15: Schulfunk: Deutsch. — 15.05—15.35: Stunde der Äu­gend. — 15.55—16 05: Hausfrauendienst — 16.35 bis 18 05: Konzert des Rundfunkorchesters: Spielopern — 1810—18.30: Lesestunde. — 18 35-18 50: Von Kassel: Fünfzehn Minuten Rasschläge für den Gartenfreund. — 20.00: Bunker Abend.

wie wird das weiter?

Der über Skandinavien fast unverändert liegende Tiefdruckwirbel beherrscht noch immer die Wetterlage. Da der Luftdruck zur Zeit besonders über West- und Südwesteuropa stärker fällt, kann auch bei uns bet westlichen Winden mit etwas milderer, aber bei weitem noch nicht frühlingsmäßiger Witterung, später aber er­neutem Temperaturrückgang gerechnet werden. Ver­einzelte Niederschläge, meist als Schauer, sind auch wei- terhin noch wahrscheinlich.

Witterungsaussichten für Samstag: Fortdauer der unbeständigen Witterung, Temperaturen später er­neut zurückgehend.

Das neue Wappen Italiens.

Die Symbole des Faschismus im italienischen Staatswappen.

Nachdem schon seit mehr als zwei Jahren das Liktorenbündel neben dem Wappen von Savoyen als Wappen Italiens gezeigt wurde, ist jetzt die Verschmelzung der Sinnbilder im offiziellen italie­nischen Wappen vollzogen worden. Tas Silberkreuz auf rotem Grunde, gekrönt durch die i'alienischr Königskrone, wird gestützt durch zwei Faschisten- Rutenbündel.

Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer,

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