Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt
Nr 95.
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Mittwoch, 24. April 1929.
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Sö.Zahrg.
I
Zur wahlrechtrresorm.
Die Essener Tagung des Zenirumsvorstandes.
Der Reichsparteivorstand der Deutschen Zen- lrunispartei hielt am Sonntag in Esten unter dem Vorsitz des Abgeordneten Dr. Saas eine gut gesuchte Sitzung ab. Der Vorstand erledigte verschiedene geschäftliche Angelegenheiten und befaßte äch dann besonders mit der politischen Lage. Einen Hauptpunkt der Beratungen bildete die Wahlrechtsreform. Hierzu wurde folgende
Entschließung angenommen:
Der Neichsparteivorstand hat sich in seiner heutigen Sitzung in eingehender Aussprache mit dem Problem der Wahlrechtsreform beschäftigt. Er hält eine B e > seitigung der Schäden des bisherigen Wahlrechts für dringend notwendig. Dabei war er von der Ueberzeugung geleitet, daß die Aenderung des Wahlrechts, in welcher Form sie auch erfolgen wird, keinesfalls den a einigen Weg zur Reform der politischparlamentarischen Zustände bedeute.
Soweit die Mißstände auf das heutige Wahlsystem zurückzuführen sind, ist die Herstellung einer engeren persönlichen Verbindung zwischen Wählern und Gewählten vordringliche Aufgabe, insbesondere auch bei Aufstellung der Kandidaten. Das in letzter Zeit lebhaft erörterte System der sogenannten Freien Listen kann trotz mancher Vorteile keine brauchbare Lötung bieten. Es birgt vor allem die Gefahr in sich, daß die zu fordernde Geschlossenheit und Verantwortlichkeit des parlamentarischen Systems nicht die notwendige Stärkung erfährt.
Als geeigneter Weg zur Verbesserung des bestehenden Wahlrechts erscheint dagegen die V e r k l e i n e r ung der Wahlkreise, verbunden mit einer festen Begrenzung der Mandatsziffer für die einzelnen Parlamente. Der Reichsparteivorstand erwartet von den Fraktionen der Zentrumspartei, daß sie in Ausführung dieser Leitgedanken die parlamentarischen Möglichkeiten für eine beschleunigte Wahlresorm mit Nachdruck wahrnehmen.
Am Montag sprach Prälat Dr. Kaas zur politischen Lage. Er erklärte u. a.:
Mit bitterer Enttäuschung nimmt daS deutsche Volk Kenntnis von der Wendung, die in Paris einzutreten beginnt. Nichts wäre falscher, als wenn der Eindruck bestände, daß das deutsche Volk in einer Art Reparationsdrückebergerei versuche, sich vor den finanziellen Konsequenzen des Krieges zum Nachteil anderer Nationen zu retten. Wir lehnen die Begründung des Reparationsgedankens durch die Kriegsschu ldfrage ab, aber wir sind unS realpolitisch klar über die Größe der Lasten, die wir und die, die nach uns kommen, auf diesem Gebiete zu tragen haben. Deutschland beugt sich dem Gesetz wirtschaftlicher Vernunft, keinem politischen Diktat. Eine geradezu verhängnisvolle Welle optimistischer Beurteilung geht durch die Finanzwelt deS Auslandes und läßt Deutschland in einem Trugbild wirtschaftlicher Prosperität als reparationskrästig erscheinen, das der harten und tragischen Wirklichkeit leider nur zu wenig entspricht. Ich fürchte, am grünen Tisch in Paris haben die Finanzmagnaten der Welt keinen Einblick genommen in die geradezu veitzweifelte Lage der deutschen Landwirtschaft, in die steigende Proletarisierung der wertvollsten Kulturschicht der Vorkriegszeit, dos deutschen Mittelstandes, in die seelischen und körperlichen Nöte derjenigen, die von der Geißel der Arbeitslosigkeit gehetzt werden, in den teilweise unglaublich niedrigen und menschlich unwürdigen Lebensstandard weiter Kreise unseres Volkes, die früher bessere Zeiten gesehen haben. Die Leidens- und Leistungsfähigkeit eines jeden Volkes hat ihre Grenzen. Wir nähern uns immer mehr und mehr dem Stadium, da die wirtschaftlichen Kräfte des Staates und Volkes nicht mehr auSreichen, um die lebensnotwendige Hilfe zu bieten, die die einzelnen Notstände verlangen. Es gibt nur einen Weg zu einer vernünfftgen Lösung der Reparationssrage: Deutschland die Voraussetzungen mit schaffen zu Helsen, die zu einer Steigerung seiner Produktion, seines Exportes, seines Nationalkapitals und damit seiner Leistungsfähigkeit führen. Vielleicht ist die rein sachlich orientierte nüchtern: Einstellung des Wirtschaftlers noch nicht in der Lage, die Mauer politischer Wünsche und Forderungen niederzulegen, die bisher die reparationspolitische Liquidierung verhindert hat. Vielleicht braucht die Welt einen noch drastischeren Anschauungsunterricht deutscher Not und deutschen Elends. Bei allem Ernst der Gesamtlage kann nur d:e unbeirrte sachliche und nüchterne Fortführung der bisherigen außenpolitischen Linien Deutschland vor dem Vorwurf sichern, als ob es an diesem vorübergehend ungün- stigen Ausgang der Reparationsdebatte se.nerseits Schuld habe.
Unter diesem Gesichtspunkt bedauere ich es, daß mit einer mir nicht begreiflichen Voreiligkeit ab- sprcchende und ablehnende Urteile gegenüber den Derhandlungsmethoden unserer Unterhändler öffentlich ausgesprochen wurden, bevor der einwandfreie amtliche Tert des den'scheu Memorandums zur Grundlage solcher Urteile gemacht werden konnte. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, fehlst wenn Paris negativ ausgeht, daß dann nur für kurze Zeit die rcnarationspolitische Liquidation des Krieges gehemmt ist.
* Strafantrag des Prinzen August Mlhelm gegen die „Ulmer Abendxost". Nachdem die „Ulmer Abendpost", die Urheberin von M tteilungrn über eine Rede des Prinzen August W lhelm von Preußen bei einem Stahlhelmtag in Ulm, Im Anschluß an eine Berichtigung ihre Behaup tu n g wiederholt hat, ist laut „Kreuzzeitung" gegen sie von dem Rechtsbeistand des Prinzen, Rechtsanwalt Dr. Friedrich Everling-Berlin, Stra'antrag gestellt und Privatklage erhoben worden.
Ergebnis der Dienstagssitzung in Paris.
Die , Voss. Zig." veröffentlicht das deutsche Memorandum, das am letzten Freitag den Abbruch der Pariser Konferenz herbeizuführen schien, im Wortlaut. Es heißt darin u. a.:
„Um Deutschland in die Lage zu versetzen, die im neuen Plan festzulegenden Verpflichtungen zu erfüllen, ist es unbedingt notwendig, daß ihm dazu in stärkerem Maße als bisher die erforderlichen wirtschaftlichen Grundlagen gegeben werden. Der Bericht des Sachverständigenausschusses soll daher Mittel und Wege finden lassen, durch die Deutschlands Zahlungsfähigkeit gesteigert werden kann."
Und weiter: Wenn Deutschland die in diesem Plan festgelegten Zahlungsverpflichtungen ohne eine immer zunehmende neue Verschuldung an das Ausland erfüllen soll, muß Deutschland Gelegenheit gegeben werden, sich wieder eine eigene überseeische Rohstoffbasis zu schaffen, die es mit eigenen Produktionsmitteln, mit eigener Währung und unter eigener Verantwortung entwickeln und ausbauen kann. ... Es sollten daher geeignete Maßnahmen vereinbart werden, um diese abträglichen Bedingungen, welche Deutschlands Zahlungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen, zu beseitigen.
Was Dr. Schacht gesagt hat ist sehr vernünftig. Die Entente will es allerdings nicht gerne hören. Namentlich die Sache mit den Kolonien klingt ihr nicht lieblich. Der englische Außenminister Chamberlain hat schon im englischen Unterhaus vorsichtshalber erklärt, die Mandatsfrage fei endgültig geregelt. Chamberlain fuhr fort: Für den unwahrscheinlichen Fall, daß eines der jetzigen Mandate frei wird, wären wir bereit, den Anspruch Deutschlands ebenso wie jeder anderen großen Völkerbundsmacht in Erwägung zu ziehen. Für diese rein hypothetische Möglichkeit können wir im voraus jedoch keine Verpflichtung übernehmen. — Es sind schon die unerwünschtesten Hypothesen Tatsachen geworden.
Dr. Vogler hat recht.
mtb. Paris, 23. April. (Eig. Melda.). Chicago Tribüne veröffentsicht Aeußerungen, die Geheimrat Dr. Bögler, einer der deutschen Delegierten in Paris, einem ihrer Vertreter nach seiner und Dr. Schachts Rückkehr abgegeben hat. Dr. Vogler habe, so berichtet das Blatt, erklärt, d i e deutschen Zahlen könnten nicht erhöht werden. Wenn es geschehe, dann würde Deutschland die Summen nicht zahlen können, denn sie würden seine Zahlungsfähigkeit übersteigen. Dr. Vogler habe besonders hervorgehoben, daß die Reichsregierung Dr. Schacht und ihm keinerlei Beschränkungen cmferlegt habe. Die deutschen Delegierten würdet weiterhin nach eigenem Ermessen handeln. Auf die Frage, was eintreten würde, wenn die Konferenz scheitern sollte, habe Dr. Vogler geantwortet:
„ In diesem Falle wird der Dawes-Plan weiterhin in Kraft bleiben. Wir wollen soviel bezahlen als wir können, aber wir können nicht so viel zahlen, wie man von uns gefordert bat. Wir können jederzeit nachweisen, wir groß unsere Pro- duktionsmöglichkeit ist. In unserem Memorandum ist nichts Politisches enthalten. Es legt lediglich den bedauernswerten Zustand der deutschen Wirtschaft dar."
Dr. Vogler habe auch den amerikanischen Gesicht punkt erörtert. Er habe den Bemühungen der amerikanischen Delegierten um eine unparteiische Leitung der Konferenz Anerkennung gezollt. Aber A m e r i k a sei so r e i ch und so p r o- fperierent, daß es mir schwer die Schwierig-
ßus dem Parlamenten.
Reichstag.
Nach den verlängerten Osterferien trat der Reichstag zu seiner ersten Sitzung zusammen. Er fand das ergänzte Kabinett vor. Die Sitzung verlies kurz und fclMerzlos. Auf der Tagesordnung standen nur Verträge und Vorlagen, die normaler« weise keine großen Debatten Hervorrufen. Die Kommunisten rerlancten zu Beginn der Sitzimg eine große politische Aussprache über die inzwischen erfolgte Umwandlung des Kabinetts. Außerdem wollten sie Anträge auf Aufhebung des Demonstrationsverbotes am 1. Mw und auf Wioderauf- . nähme der Verhandlungen mit den Reichsarbeitern zur Beratimg bringen. Sie fanden damit keine Gegenliebe, aber Präsident Lobe tröstete tle damit, daß ja bei der Beratung des Etats des Reichskanzlers dazu eine Gelegenheit gegeben fei. Ohne große Debatte wurden die deutsch-litauischen Verträge und Abkommen in zweiter und dritter Beratung, die deutsch-rumänische Erklärung über d'e Wiederinkraftsetzung der Zivilprozeßbestimmungen des Haager Abkommens, der Weltfunkvertrag und das internationale llebcreinfommen über dis Einrichtungen von Verfahren zur Festsetzung von Mmdeltlöhnen in erster und zweiter Beratung angenommen.
Auf der Tagesordnung der Dienstagssitzung, die um 14 Uhr beginnt, steht neben kleineren Vorlagen die zweite Beratung des Etats für 1929.
Eine Kanzlerrede?
Die Beratung des Haushcllts beginnt am Dienstag im Reichstagsplenum mit den Etats des Reichspräsidenten und des Reichst anders. Reichskanzler Müller-Franken, der jetzt vollends genesen ist, wird, wenn der Verlauf der Debatte es notwendig machen sollte, in einer kurzen Rede auf die inner
feiten, mit denen Deutschland zu kämpfen habe, zuermessen vermöge. Die amerikanischen Wirt, schaftler hätten ein hohes Derantwortlichkeitsgesühl. Sie könnten aber nicht leicht die Schwierigkeiten des Lebens in Deutschland und die Lage der deutschen Wirtschaft und Industrie, der es durchaus an Rohstoffen fehle, verstehen. Die Vereinigten Staaten könnten ein Land nicht tzanz verstehen, das durch einen schrecklichen Krieg und eine ganze Reihe wirtschaftlicher und sozialer Umwälzungen heimgefucht worden sei. Das seien Wunden, die sehr langsam heilten.
Ministerpräsident P o i n c a r e hat als Vorsitzender des Generalrates des Maasdepartements in Bar-le-Duc die Tagung mit einer Rede eröffnet, in der er nach Erwähnung der in dem Budget für 1929 enthaltenen oder angebahnten Reformen auf dem Gebiete des Steuerwefens, der Aufbesserung der Beamtengehälter und der Hebung der Wirtschaft erklärte, daß Frankreich als Schuldner stets seinen Verpflichtungen treu geblieben sei und daß es infolgedessen nur fein gutes Recht fei, in der EintreibungfeinerKriegsforderun- gen Mittel zu suchen, um seine Schulden bei seinen Alliierten oder Assoziierten abtragen zu können.
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Sir Charles Addis, der bis jetzt stellvertretender Delegierter Großbritanniens für die Reparationskonferenz gewesen ist, wurde an Stelle des verstorbenen Lord Revelstoke zum zweiten o r- de-ntlichen Delegierten Englands ernannt.
„Siehe unter letzten Nachrichten!“
Die Zinanznot des Reiches.
Schon zum letzten Ultimo hat das Reich bei den Danken einen 150-Millwnen-Kredit aufnehmen müssen, um angesichts der Ebbe in den Reichskassen den Verpflichtungen Genüge leisten zu können. Der Kredit ist pünktlich ausgeglichen worden. Nun aber ist das Reich erneut genötigt, zu Ende April sich eine Summe von etwa 150—180 Millionen zu beschaffen.
Dabei stellt sich etwas Merkwürdiges heraus. Die Banken, die an dem letzten Geschäft mehr als eine Million verdient haben, tun jetzt sehr gespreizt und stellen an das Reich politische Bedingungen. Sie verlangen nämlich, daß das Reich die Kapitalertrags st euer, die allein etwa 170 Mill. Mark im Jahr einbringt, auf gibt, und daß noch andere für das Börsengeschäft bestimmte Erleichterungen stattfinden 'ollen.
Gegen diese Forderungen der Banken gibt es nur den entschiedensten Einspruch. Die Behandlung solcher Dinge steht nicht einer Banken- Nebenregierung, sondern der Volksvertretung zu. Wenn die Sanfee, die sich ihre Hilfe sehr gut vom Reich und den steuerzahlenden Bürgern bezahlen lassen, auf solche Bedingungen versteifen, so muß das Reich unter Ausschaltung her Banken nach a n- deren Geldquellen sich umsehen.
Prüfung der Kassenlage des Reiches.
Am Dienstag finden laut Börfen-Courier Besprechungen der Regierungsparteien mit dem Reichsfinanzminister D-r. H i l f e r ö i n g statt, bei denen die Kassenlage des Reiches und die Anleiheermächtigung der Reichsregierung behandelt werden sollen.
Gleichzeitig hat der Reichswirtschastsminister die Regierungsparteien zu einer Besprechung über das Reichswirtschaftsratsgesetz gebeten.
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politische Situation und auf die Vorgeschichte der Kabinettsumbildung eingehen.
Preußischer Landtag.
'Der Preußische Landtag begann am Montag die zweite Beratung des Haushalts des Staatsministeriums und des Ministerpräsidenten, mit der u. a. auch der kommunistische Mißtrauensantrab gegen den Innenminister wegen der Demonstrationsverbote verbunden ist.
Der Abg v. Rohr (Dn.) wandte sich mit sehr scharfen Ausführungen, die auf weite Kreise heute wie Atavismus wirken, gegen die heutige politische Ordnung. Der Zentrumsredner Dr. Schwering hielt v. Rohr vor, er hätte nicht als ein Deutscher gesprochen, sondern sich von rein parteipolitischen Erwägungen leiten lassen. Hierauf nahm Ministerpräsident Dr. Braun das Wort, um sich zunächst mit einem eindringlichen Appell an die Pariser Cxpertenkonferenz zu wenden. Er sagte u. a., daß in der Geschichte der K r: e g s t r i b u t stets nach der Leistungsfähigkeit des trt- butpftichtigen Volkes bemessen worden fei. Diese geschichtliche Wahrheit scheinen die Vertreter der alliierten Saaten sehr wenig beachtet zu haben Man solle sich hüten, von dem eine geschickte Regie - verratenden Entrüstungsaetue der französischen Presse über das deutsche Memorandum sich initiieren zu lassen Er habe bange Zweifel, ob der Vorsch'ag der deutschen Erperten mit unserer Leistungsfähigkeit noch in Elnklana zu bringen sei Wenn nicht im letzten Augenblick wirtschaftliche Einsicht den Sieg über die politischen Hetzereien davontrage, müsse man sich damit abfinden, daß für eine Regelung der Reparationsfrage die Zeit nochnicht gekommen fei. Braun wies bann auf die Forderungen der Länder an das Reich bin. In der Reichsreform zeige sich bei konkreten Anlässen stets, daß der Weg nur über ein großes Preußen gehe».
(Bibfons Vorschlag in Gens.
Reue amerikanische 2lbrüflungs-Anregungen.
Der in Brüssel tätige Botschafter von Nordamerika, Hugh G i b s o n, der amerikanische Vertreter auf der Genfer vorbereitenden Abrüstungskonferenz, dessen Bild unten zu sehen ist, hat konkrete Abrüstungsvorschläge vorgetragen und gefordert, daß man sich nicht mit einer bloßen „Beschränkung" der Rüstung begnügen, sondern eine allgemeine „Her absetzun g" her Rüstung herbeiführen solle. Amerika wünscht insb sondere die Rüstung zur See herab- z u s e tz e n u. möchte die genaue Tonnage der erlaubten Seerüstung zahlenmäßig festgesetzt wissen.
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Die Rede Eibsons hat große Beachtung gefun den. Sie hatte zur Folge, daß die Vertreter Eng> Intis, Japans, Kanadas, Frankreichs, Italiens und Sowjetrußlands sich ebenfalls zum Abrüstungsproblem in feiner Gesamtheit und namentlich in bezug auf die Seeabrüstung äußerten, wobei die neue amerikanische Anregung zur Aufftel» lung einer Vergleichsmöglichkeit über den Gefechtswert der einzelnen Schiffe besonders beachtet wurde. Litwinow charakterisierte den Verlauf der Sitzung als die Aufnahme einer Generaldebatte, wie er sie in der letzten Woche vergeblich angestrebt habe. Diese allgemeine Aussprache sei viel wichtiger und fruchtbarer als die Behandlung von Einzelfragen.
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Litwinow hat an den Präsidenten des Vorbe reitungsausschusses für die Abrüstungskonferenz ein Schreiben gerichtet, in dem er verschiedene Fälle der Behandlung der Sowjetdelegation durch den Präsidenten aufzählt, in denen sie Versuche sehe, „für die Sowjettielegation besondere Bedingungen zu schaffen, die deren Teilnahme an den Arbeiten ties Ausschusses höchst erschwere." Am Schluß des Schreibens wird erklärt, die Sowjettielegation könne und werde sich selbstverständlich nicht mit einer solchen Lage abfinden, die den Grundsatz der Gleichberechtigung aller Delegationen verletze. Sie halte es daher für notwendig, den Vorsitzenden und den Ausschuß selbst schon jetzt zu warnen. Gleichzeitig ersucht Litwinow den Vorsitzenden, sein Schreiben tien Mitgliedern ties Ausschüsse? zur Kenntnis zu bringen.
• Der Reichspräsident empfing Dienstag vormittag den türkischen Minister des Aeußern, Dr Tewfik Rusch di Bey, sowie den General sekretär des Präsidenten der Türkei, T e w f i I Bey. Die beiden Herren waren vom türkischen Botschafter Kemal eddin Sami Pascha begleitet
* Der Besuch des Fürsten von Adine in Berlin. Prinz Ferdinand von Savoyen-Genua. Fürst von Udine, ein Mitglied des italienischen Königshauses, der als Vertreter des Königs von Italien an der Hundertjahrfeier des Archäalogilchen Instituts des Deutschen Reiches teilnimmt, hat in Begleitung ties italienischen Botschafters seine Karte im Hause des Reichspräsident en abgegeben. In Erwiderung der Aufmerksamkeit hat" der Reichspräsident durch Staatssekretär Dr. Meißner seine Karte für den Fürsten in der italienischen Botschaft abgeben lassen.
Der Bürgerkrieg in China.
Nach einer Meldung aus Tschifu (Provinz Schantuncff griff unter dem Schutz der Dunkelheit General Liutschenjen die Truppen des Generals Tfchangsuntfchang an «nd brachte ihnen eine ' ch w e're N i e d e r l a ge bei. Marschall Tswangb suntschang fei nach Serien geflüchtet Seine 25 000 Mann starken Truppen seien vollkommen aufgelöst und stellten für den nördlichen Teil der Provinz Schon tu ng eine große Gefahr dar.
Die Nanking-Truppen in Tschisu.
mtb. Tschisu, 23. April. (Gig. Meldg.). Die Nanking-Truppen sind heute vormittag, ohne W:- derftanld zu finden, in die Stadt ein gerückt. Die geschlagenen Truppen ziehen sich in großer Unordnung in nördlicher Richtung zurück.
* Kommunistische, Zerwürfnisse und ihre Folgen. Nach einer Blättermeldung aus Stuttgart wurden auf -einem Bezirkspartestag die beiden kommunistischen Landtagsabgeordnet'en Becker und Hammer aus der Partei ausgeschlossen und aufgefordert, ihre Mandate niederzulegen. . Die beiden Ausgeschlossenen weigerten sich, auf ihre Man-