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Freitag, 19. April 1929

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Die letzte Phase der China-Revolution?

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Echo aus London

^richeint jechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen „Die Well im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruäerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monati. 1,80 einschl. Voltaeb. (30 beM 48 Pf.l ohne Jultella.

Die christlichen gläubigen sehen dieses Machwerk mit erblicken darin «ine Der- sittlichen Idee, nämlich der

üne Rede des Ministerpräsidenten Poincare bei >er Eröffnung des Generalrats in Bar-le-Duc an, reffen Vorsitzender er ist. Poincare werde in dieser Rede auch den französischen Standpunkt über die den Deutschen gestern von Dr. Schacht gemachten Vorschläge zur Regelung der Reparationsfrage nicht mit Stillschweigen übergehen können. Er werde entschlossener denn je den französischen Standpunkt aufrecht erhalten, wie er ihn in Caen und Chambery auseinander­gesetzt habe, d. h. die absolute Notwendigkeit Frankreichs, von Deutschland all das zu erhalten, was für die Zahlung der Schulden bei den Alli­ierten notwendig sei mit einem für die Repara­tionen annehmbaren Ueberschuß.

kann man eine ganze Weile sehr gut Zusammen­gehen, bis er bei seinem „jüdischen Belangen" ist. Also nicht bei den christlichen, wohl aber bei den jüdischen Belangen scheiden sich die beiden großen Geister Kube und Dr. Ausländer.

Eine eingehend« Erörterung sanden die Vor­gänge, die sich um die Karikaturen des Zeichners George Groß in letzter Zeit und in den letzten Tagen entwickelten Zu diesen Dingen äußert« Prcilat Professor Dr. Linneborn sich in folgender Weise:

„Der weitaus größte Teil des deutschen Volkes schaut in Verehrung auf die Person Jesu Christi. Christus gilt ihm als der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist, in liebevollem Gehorsam

Die gesamte französische Morgenpresse stellt fest, daß der Unterschied zwischen den Forderungen der Delegationen der 4 reparationsberechtigten Länder und dem Angebot der deutschen Delegation 13 Milliarden Mark betrage. Deutschland schlage 26Js Milliarden vor, die Gläubiger 39 Milliarden, bestehend aus 24 Milliarden für die Deckung der interalliierten Schulden, 13 Milliarden für die Re­parationsentschädigungen und 2—3 Milliarden für verschiedene andere Ausgaben. Wenn auch das Wort „unannehmbar" ausgesprochen wird, so wird andererseits die Bereitwilligkeit der Reparations­konferenz, das deutsche Memorandum zu erörtern, festgestellt.

„Echo de Pans" schreibt, ftanzösischerseits hält man die Konferenz für so gut wie been-

sitteten Volkes unwürdige Judenhetze, die vielfach in völkischen und nationalistischen Kreisen betrieben wird und sogar zu rohen Schändungen israelitischer Friedhöfe geführt hat.

Don nationalsozialistischer Seite, und zwar durch den Abgeordneten Kube, ist kürzlich behauptet worden, daß das Konkordat zwischen Apostolischem Stuhl und Preußen eine Forderung einer macht- lusteren kleinen Gruppe — und soll das das Zentrum sem — wär. Kube sagte, er spräche im Namen der KathaLiken .aller poetischen Richtungen, die nicht zum Zentrum gehörten. Abgeordneter Linneborn stellt nun an jene Katholiken, in deren Namen Herr Kube Angeblich gesprochen haben will, die Frage, ob fie Herrn Kube wirklich zu dieser Erklärung bevollmächtigt haben, ob sie ler- ner, auch, wie er gesagt hat, das Konkordat, um dessen Zustandekommen der Vertreter des Papstes sich nun bald zehn Jahre bemüht, das die preu­ßischen Bischöfe als notwendig fordern, auch als eine Forderung einer machtlüsternen kleinen Gruppe betrachten. Diese Katholiken haben- dann einen eigentümlichen Vertreter gewähll; sie finden aber die Billigung des kommunistischen Abgeord­neten Dr. Ausländer, der nach der eben zitierten Rede des Herrn Kube erklärte: „Mit Herrn Kube

Die neuen Minister.

Im Reichsministerium für die besetzten Gebiete fand die Verabschiedung des ausscheibenden interi­mistischen Ministers S e o e r i n g und die lieber« nähme der Geschäfte durch den neuen hauptamt­lichen Reichsminister Dr. Wirth statt. Staats­sekretär Schmid richtete im Namen der Beamten­schaft warme Dankeswort« an den Minister Seve- ring und begrüßte sodann den neuen Minister Reichskanzler a. D. Dr. Wirth.

Reichsverkehrsminister Dr. h. c. Dr. S t e g e r - w a l d begrüßte am Mittwoch die Beamten, Ange­stellten und Arbeiter seines Ministeriums. In län-

nnjielgen-Preile Sletnseile (Colonel» Iota. 0,15 Ml, auswärts 0,20 Ml Reklamezelle: lokal 0,60 Mt auswärts 0,80 Ml. Bei Wiederbolunqen Rabatt.

BoMckieckkonto Frankfurt a. m. Nr 4051.

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Gottes Willen zu erfüllen, als Herold der Gottes­und Menschenliebe, der freuvillig zur Vollenduna seines Erlöserwerkes den Händen seiner Feinde sich auslieferte und sterbend für seine Feinde betete. Groß hat seinem Christusbilde die Gasmaske vor­gelegt und es mit Kommißstiefeln bekleidet. Un- die Worte: „Maul halten

wtb. Paris. 18. April. (Cig. Meld.).

§cho de Paris kündigt für kommenden Montag

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fliegt die Konferenz auf?

bet Aber Amerikaner und Engländer wollen noch einen letzten Rettungsversuch machen.

London, 18. April. (Eig. Meld.).

Korrespondent der Times schreibt „ Denkschrift Dr. Schachts: Bedeutungsvoll ist, daß der Revelstoke-Ausfchuß mit der Prüfung der deutschen Vorschläge betraut wird, da die Prü­fung dadurch nicht in die Hände der Körper­schaft gelangt, die die alliierte Denkschrift verfaßt hat. Der Ausschuß muß im Stande sein, als Vermittler zwischen Deutschland und den Gläubigern aufzutreten und Kompromißvorschläge zu machen, ohne auf Owen D. Poung zurückzugreifen, der seine Hände so frei wie möglich zu halten wünscht. Es soltle nicht überraschen, wenn der Revelstoke-Aus- schuß die Zahl von 2 Milliarden als Verhand­lungsgrundlage annähme und eine Einigung auf dieser Grundlage zustande zu bringen versuchen sollte. Diese Annahme wird durch die Tatsache be­kräftigt, daß gestern vormittag, während die deut­sche Denkschrift noch ausgearbeitet wurde, die Ver­treter der 4 Gläubigermächte mit den Delegierten der Reparationskommission der auf der Konfe­renz nicht vertretenen Mächte zusammen kamen und sie fragten, zu welchen weiteren Zugeständ- nissen sie bereit sein würden, wenn die alliierten Ansprüche nochmals herabgesetzt werden würden. Der Times-Korrff-wndent meint, man behaupte,

Idee der freiwilligen opferfreudigen Hingabe an Gott und die Nebenmenschen in dienender Liebe.

Ich kritisiere hier nicht das Urteil des Land­gerichtspräsidenten Dr. Siegert. Wenn aber bei diesem Urteil der Berliner Asphaltliberalismus in hysterischen Enthusiasmus verfällt und darin ein Kulturdokument erblickt, feit dessen Erscheinen eine neue Kulturepoche beginnen könne, so bebaute ich diese Eemütsausbrüche unb auch biefe Zukunftskultur aufrichtig. Sie setzen sich hinweg über die Gesetze der Rücksichtnahme, die die Staatsbürger einander schuldig sind, jene Rücksichtnahme, die Gott fei Dank, doch auch die christlich empfindenden Volks- masfen noch verlangen können. — Herr Professor Max Pechstein hat seine Ansicht zu den Bildern ausgesprochen und meint, sie seien wirklich künst­lerisch, christlich und religiös empfunden. WaS die Beurteilung des Christlichen und Religiösen an­geht, so nehme ich für mich dieselbe Autorität wie Herr Pechstein in Anspruch und bezeichne die Zeich­nungen als Verhöhnung des Christlichen und Reli­giösen. Zu einer Bemerkung des Herrn Landge­richtsdirektors Dr. Siegert möchte ich Stellung nehmen. Er hat gemeint, die Kirchen haben den Krieg toleriert. Man toleriert, was man nicht ändern kann. Als unser Volk den Kampf um fein'. Existenz führte, haben alle Parteien, wie sie sich innerlich auch zum Kriege einstellen mochten, den Burgftieden gehalten. Jedermann steht, daß auch die preußischen Bischöfe aus dem Friedensgedanken heraus die deutschen Truppen zur Niederlegung der Waffen nicht auffordern konnten. Aber die einzige moralische Macht, die während des Krieges ernste Mahnworte an alle Kriegführenden gerichtet hat, die auch eine wirkliche Friedensattion eingeleitet

Diskretion aufgehoben. —

Die „Kölnische Zeitung" veröffentlicht folgen- »es Telegramm ihres Pariser Korrespondenten >om 17. April abends: Da, wie ich höre, heute ibend auf der Gegenseite die vereinbarte Diskre- ion wegen der von den Deutschen ge­rannten Zahlen nicht gewahrt wurde, und mch weiterhin zu durchsichtigen Zwecken irrefüh- •enbe Melbungen in die Welt gesetzt werden, so >esteht kein Anlaß mehr, länger Versteck zu spie- en, mit unserer Kenntnis der Dinge zurückzuhal- en und die richtige Jahreszahl zu verschweigen.

Die deutschen Sachverständigen haben eine sich sleichbleibende auf eine Z a hlu n gs d a ue r io n 37 Jahren beschränkte Jahres- e i ft ung von 1650 Millionen vorge - chlagen. Wie nach den bisherigen Verhand- ungen ohne weiteres anzunehmen ist, dürfte diese wn deutscher Seite als tragbar erklärte Jahreslei- tung selbst aus drei Teilen bestehen, 1) einer Hei­len transfergeschützten, 2) einer transferungeschütz- len Summe und schließlich aus Sachleistungen, He noch etwa zehn Jahre mit absteigender Staf- Aung geliefert würden.

Aus dem Gang der früheren Derhandlun- fen kann wobl geschlossen werden, daß die beut- chen Sachverstänbigen einen Transferschutz für venigstens bie Hälfte ber in Vorschlag gebrachten Jahresleistung verlangen, sodaß transferunge- chützt ungefähr 800 Millionen Mark blieben.

Die Forderung der Gegenseite beginnt mit ei« nr Mindestleistung von 1800 Millionen und soll iemlich rasch ansteigen bis zu einer Endsumme im i7. Jahr von 2450 Millionen, sodaß sich eine durchschnittjahresleistung von ungefähr 2200 Nillionen ergeben würde. Nach 37 Jahren sollten fann weitere 21 Jahre lang 1700 Millionen jähr- ich fällig fein, mit der Möglichkeit, diese unter Be« echnung des Gegenwertes im Voraus abzulei­ten. Die Transferklausel würde nach der For- lerung der Gegenseite überhaupt ausgeschaltet »erben. So klafft zahlenmäßig ein Unterschied ton jährlich etwa 550 Millionc "Aoldmark und chenso besteht ein tiefer Gegensatz der Meinungen iber den Transferschutz, während gleichzeitig von , deutscher Seite eine Verlängerung der Jahreslei- tungen über 37 Jahre hinaus abgelehnt wird.

poincard wird reden.

Von Shanghai aus wird über Moskau die Mel­dung verbreitet, daß General Feng Pu-Hsiang die Maske abgeworfen habe unb nunmehr längs der Strecke der Peking-Hankauer Dahn den Vormarsch begonnen habe. Das Ziel sei Nanking. General Tschiang Kai-shek, ber Heerführer ber Kuomin- tangs, habe bereits die Generalvollmacht zu einem Krieg gegen Feng verlangt und besten Entsetzung von seinem militärischen Posten. Der General Pen Si-schan, der Gouverneur ber Provinz Schonst, sei zum Oberbefehlshaber für ble gesamten Truppen in Nordchina ernannt worden, nachdem er sich bereit erklärt habe, die Nankingregierung im Kampf ge­gen Feng zu unterstützen.

Als kurz nach dem KouminLang-Kongreß in Nanking General Tschiang Kai-shek die Strafexpe­dition gegen die kommunistisch beeinflußte Oppo­sition in Hankau unternahm, erklärte sich General Feng mit der Nankingregierung solidarisch. Die­sem Verhalten ist es wohl zu verdanken gewesen, daß der aufsässige General in Hankau Li-Tfung- Den so schnell die Waffen strecken und aus der Stabt fliehen mußte. Die Opposition in Hankau war damit erledigt. Auch in Kanton, in Sudchina, wo einst die von Tschiang Kai-shek geführte Na- tional-Ärmee unter der Protektion der bolschewi­stischen Rusten nach Norden vorgestoßen war, be­stand während des Kuomintang-Kongrestes eine Opposition. Ihr wurde die Spitze dadurch abge­brochen, daß ihr Führer Li-Tschai-tfun so unvor­sichtig gewesen war, den Kuomintang-Kongreß zu besuchen, wo er gleich in Haft genommen morden ist. Die Meldung, daß er auch hingerichtet worden fei, hat sich noch nicht bestätigt. Die schnelle Nieder­werfung der Bewegung in Hankau hat natürlich auch die Santoner Opposition sofort lahmgelegt, wenn auch deren politische Färbung «men starken Stich ins Bürgerlich-Feudale trug. Da ber im Nor­den Chinas in Peking ausgebrochene Aufstand, den der General Pai-Tfchung-hfi angezettelt hatte, im ersten Stadium des Ausbruchs in sich zerfiel, weil schließlich die Bevölkerung und die Soldaten mit» machten, war Tschiang Kai-shek der Herr der Si­tuation geworden. Nur der „christliche" General Feng im Westen des Reiches blieb trotz feiner Loyalitätserklärung eine dunkle Figur. Niemand wollte ihm Zutrauen, daß er sich auf die Dauer mit der Rolle eines Beauftragten Tschiang Kai- sehks begnügen werden. Man war sich vielmehr sicher, daß er fetber nach der Diktatur in China streben würde.

Mit der Meldung vom Vormarsche Fengs ge­gen Nanking verlieren, wenn sie bestätigt werden sollte, die jüngsten Nachrichten über bie angebliche Absicht Tschiang Kai-sheks, fein Amt niederzulegen

und aus dem politischen Leben zu verschwinden, ihre Bedeutung. Es wäre übrigens nicht das erste Mal gewesen, daß Tschiang Kai-shek den Oberbefehl über bie Kuomintang-Armee anderen Händen überlasten hätte. Er hat bas schon zweimal getan. Aber nur, weil er wußte, baß kein anderer Gene­ral der Sache so gewachsen sei, wie er, und es hat sich bgnn auch jedesmal sehr bald herausgestellt, daß die Kuomintang-Partei sich innerlich auflösen und bie ganze Bewegung zur nationalen Befrei­ung zu zerflaltern droht«. So würbe denn Tschi- ang-Kai-shek immer wieder zurückgerufen. Auch neuerdings, vor Beginn des Feldzuges gegen Han­kau, hatte er sich in einem langen Manifest über Verleumdung unb Undankbarkeit beschwert und Klage darüber geführt, daß die von ihm unb ber Zentralregierung verfolgte Politik allenthalben auf Mißtrauen stoße. Wenn Tschiang-Kai-shek jetzt abermals mit feinem Rücktritt gebroht hat, so dürfte bas auch diesesmal wieder nur bie taktische Dedeu- tung gehabt haben, um nämlich eine Erweiterung seiner Machtbefugnisse burchzubrücken, bie ihm für die Konsolidierung bes chinesischen Reiches notroen» big erschien.

Es ist bekannt, baß Tschiang-Kai-shek sich ber kommunistische Wegebereiter seines revolutionären Vormarsches aus dem Kantongebiet nach Norden sehr bald entledigt hat. Der russische Agent Boro- binoro mußte China verlassen. An blutigen Kvm- munistenverfolgungen hat es seitdem nicht gefehlt. Dagegen scheint ber „christliche" General Feng jetzt der Favorit Moskaus zu fein, obwohl Feng sicher nur die Stabilisierung der eigenen Macht erstrebt, ohne dabei von modernen soziologischen Theorien mehr zu halten als daß sie zuweilen die Macht der Waffen wirksam zu unterstützen vermögen. Tschiang Kai-fhek seinerseits soll vom Idealismus der Kuo­mintang-Partei noch sehr getragen fein und in be­ster Absicht ber nationalen Sache Chinas dienen wollen. Demgemäß könnte es durchaus ehrliche Entrüstung fein, wenn er sich über das Mißtrauen in der Kuomintangbewegung, wie oben gesagt, heftig beschwert, weil es ihn in seiner Arbeit lähm«. Die Kuomintang-Regierung wird, wenn sich die Nachrichten vom Aufftande Fengs bewahr­heiten, jetzt sicher dem General Tschiang-Kai-shek alle Vollmachten übertragen, bie er verlangt. Der Besreinungskampf Chinas ist bamit höchstwahr­scheinlich in seine Endvhase gekommen und man wird gespannt sein müssen, ob bie als gut biszipli- niert geltenden Truppen des Generals Feng ben eigentlichen Befreier Chinas, Tfchiang-Kai-shck, ber bie Vorteile zahlreicher Siege für sich hat, wird überwältigen können. Im letzteren Falle würde wohl die revolutionäre Periode Chinas von neuem beginnen können.

In den Verhandlungen des Preußischen Land­tags über den Kultushaushall behandelte der Zen- trumsabgeoödnete Domprobst Dr. Linneborn-Pa- derborn in außerordentlich bemerkenswerter Weile bie Frage bes Behältnisses zwischen Preußen und der Kirche.

Der Redner erkennt an, daß ber preußffche Staat bie Staatsbeihilfen zugleich auch als Würdigung der Leistungen der Kirche auf kulturellem und so­zialem Gebiet betrachtet. Die Haltung der Sozial- bemofraten und Demokraten, die zusammen gegen die Bewilligung der Mittel an die Kirche gestimmt haben, ist unverständlich. Während aber die So­zialdemokraten auch diesmal wieder die Staats­mittel für bie christl Kirchen ablehnten, haben sie auf ber anderen Seite die Mittel für die Synagogen- Gemeinden bewilligt. Dabei lind diese Mittel für bie Synagogen-Gemeinden nicht durch die Reichsverfas- fung gesichert, wie das bei den Staatsbeihilfen an die Kirchen durch Artikel 138 der Reichsverfassung ber Fall ist, sondern sie sind erst neu in den Etat eingestellt worden. Das Zentrum stimmt diesen Ausgaben für die Synagogen-Gemeinden aber durchaus zu, wie es auch stets für die staatsbürger­lichen Rechte der Juden eingetreten ist. Das Zen­trum wendet sich insbesondere gegen jene, eines ge-

bie amerikanische Delegation hätte «ins Mitteilung aus Washington erhalten, in der ein völliger Ver­zicht auf die amerikanischen Besatzungskosten abge­lehnt werde. Dagegen werde eine Herabset­zung dieser Kosten, die der Verminderung der Forderungen ber Alliierten entsprechen würbe, in Aussicht gestellt.

Amerika.

wtb. Paris, 18. April. (Eig. Meld.) Im Ver­laufe des gestrigen Abends soll Owen D. Poung, wie „Matin" berichtet, von der amerikanischen Re­gierung eine Mitteilung über die Eventualität ei­ner Herabsetzung des amerikanischen Anspruches auf die rückständigen Besatzungskosten erhallen haben. Diese Mitteilung, so berichtet das Blatt, lasse die Tür zur Angleichung offen.

Sur deutschen Finanzlage.

wtb. London. 18. April. (Eig. Meld.). Fi- nancial-Times sagt in einem Leitartikel über bie beutfche Finanzlage u. a.: Es besteht noch immer einige Hoffnung, daß ein so unwillkommener Schritt, wie bie Erhöhung bes Reiches bankbiskonts vermieben werden kann, zum mindesten so lange bie Reparationskonferenz im Gange ist unb, wenn die Entscheibung ber Kon­ferenz verhältnismäßig günftig für Deutschland fein sollte, vielleicht überhaupt. Auf jeden Fall werden bie Schwierigkeiten bes Augenblicks von Deutschen als Argument vorgebracht werben, so­wohl für ihre ständige Behauptung, baß bie bis­herigen Dawes-Zahlungen nur durch ihre aus- roärtigen Anleihen aufgebracht worden sind als auch für die Berechtigung ihrer Forderung, baß sie ohne Rücksicht barauf, wie bie Vereinbarung gestaltet fein möge, weiterhin burch eine Irans« ferklaufel geschützt bleiben müssen.

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Laut D. A. Z. haben bie Verhanblungen zwi­schen dem Reich unb ben D-Banken zu dem Er­gebnis geführt, baß der vor wenigen Tagen zu­rückgezahlte 150 Millionen-Kredit dem Reich er­neut zur Verfügung gestellt wird. Es handelt sich diesmal um einen Kredit, den nicht allein die vier seinerzeit beteiligten D-Banken ge­ben, sondern an dem die sämtlichen im Reichs­anleihekonsortium vereinigtem Danken beteiligt sind.

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stabt Aulba unb ben Canbtreis Aulba. Amtliches Kreisblatt.

hat, ist die katholische Kirche, vertreten durch den Papst, gewesen. Papst Benedikt XV. hat seine Friedensvorschläge in Berlin eingereicht. Nach Friedensschluß, als bas beutsche Volk von übermuti- gen Feinden mit Sanktionen über Scmk.ionrn drangsaliert wurde, war es Pius XL, der den. Siegern zurief: „Ihr sprecht vom Frieden, gewährt ihn aber nicht!" Und ein besseres Mahnwort für die Verbreitung des Friedensgedankens kenne ich nicht, als das, das die preußischen Bischöfe im vori­gen Jahr an bie deutschen Katholiken gerichtet haben."

Des weiteren äußerte sich Dompropst Dr. Sinne- born über einige Punkte der Kirchenverwaltung in folgender Form: „Vor zwei Jahren habe ich angeregt, die Staatsverpflichtungen gegenüber ein­zelnen Kirch en gemeinden abzulösen. Ter Staat scheint aber feine Interessen nur durch Prozesse wahren zu wollen. Ein Geschäft macht er dabei nicht. Verliert aber auch noch an moralischem An­sehen. . r 4

Unsere harte Zeit verlangt auch von den Kirchen­gemeinden die größte Sparsamkeit. Wir müssen viele, wenn auch kleine Kirchen bauen, sofern diese nur würdig sind. Ein schöneres Denkmal der Für­sorge für den Kleinwohnungsbau als der Erlaß der Bischöfe vom Jahre 1927 zu dieser Frage ist schwerlich irgendwo bei einer anderen Behörde zu finden.

Zum Konkordat habe ich Neues sticht zu er­klären. Wir erwarten die Vorlage dieses Vertra­ges und erhoffen von ihm die Regelung bis jetzt ungeordneter staats-kirchlicher Verhältnisse zwischen der katholischen Kirche und Preußen und eine Siche­rung des religiösen Friedens."

Das preußische Konkordat ist inzwischen fertig gestellt. Ter enbgüliige Entwurf ist durch den Berliner Nuntius dieser Tage dem Heili­gen Vater in Rom persönlich in Vorlage gebracht worden. Es hängt jetzt von der Entscheidung des Vatikans ab, ob der Entwurf in dieser jetzigen Ge­stalt als Staatsvertrag zur parlamentarischen Er­ledigung in Preußen gebracht werden kann. Zum Inhalt'des Konkordats ist für heute nur zu sagen, daß die Schulfrage in ihm nicht behandelt wird.

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